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Namenstag  30. September

 

Der  Heilige  Hieronymus

mit  dem  Löwen

 

„ … nicht  bloß  der  gelehrteste ,
sondern  auch  der  beredteste
unter  den  lateinischen  Vätern … “

 

Patron

der  Wissenschaften + theologischen  Fakultäten ,

Lehrer , Studenten + Schüler ,

aber  auch  gegen  Augenleiden

Johann Jacob Ridinger (1736 Augsburg 1784). S. Hieronymus. In ganzer Figur als Kardinal, kostbar gewandet, mit Heiligenschein, sitzend nach links an einem Tischchen, doch den Kopf nach rechts gewandt und seitlich nach unten blickend, um die Botschaft des hinter seinem Stuhl stehenden Engels zu vernehmen. Dieser ist soeben zwischen dem schweren Vorhang – stehend für den Vorhang des Lebens, seit dem Mittelalter denn auch Symbol des Geheimnisvollen – hervorgekommen, den die erhobene Linke noch zurückhält. Die Rechte des Heiligen hält eine Kielfeder in Unterbrechung des Schreibens in dem auf seinem rechten Bein ruhenden Folianten. Auf dem Tischchen neben Kardinalshut + Tintenfaß Geißel als Marterinstrument Christi’s. Links zu seinen Füßen Vorderteil des friedlich ruhenden Löwen. Schabkunstblatt nach Alessandro Marchesini (1664 Verona 1738, tätig in Verona, Venedig, Padua). Bezeichnet: Marchesini pinxit a Venetia. / Ioh. Iac. Ridinger sculps. / Ioh. Elias Ridinger exc. A. V., ansonsten in der oberen Kavität der Muschel-Kartusche S. | HIERONYMUS. Blattgröße 55,7 x 42,5 cm.

Alessandro Marchesini, Hl. Hieronymus

Provenienz

Gräflich Faber-Castell

deren Ridinger-Versteigerung 1958
mit deren Lot-Nr. 176
auf dem Untersatzkarton

Radulf Graf zu Castell-Rüdenhausen

(1922-2004)

Schwarz 1548 (Schrift-Variante: „Iacob“ + „I. El. … excud.“); Faber-Castell 176 (ohne Erwähnung der Variante gegenüber Schwarz); Wend, Ergänzungen zu den Œuvreverzeichnissen der Druckgrafik, I/1 (1975), 229 (Schrift-Variante: „Iac.“ wie hier, sonst wie Schwarz).

Nicht bei Thienemann (1856), Stillfried (1876), Weigel, Kunstlager-Catalog, Abt. I-XXVIII (1838/57), Slg. Coppenrath (1889 f.), Helbing XXXIV (Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger; 1900), Rosenthal, Ridinger-Liste 126 (1940).

Das  große  elegante , überaus  sympathische  Sujet  –

kompositorisches  Pendant  zum  gleichfalls  Trier  verbundenen  hl.  Ambrosius

nach  ebenfalls  Marchesini ,

– in sehr schönem, kontrastreichem Druck mit Schrift-Variante, ansonsten mit WANGEN-Wz. wie für zeitgenössische Abdrucke stehend, unten indes und parallel zum Ambrosius-Blatt innerhalb der für Eintragungen individueller Natur bestimmten, gleichwohl bei den erhaltenen Exemplaren in der Regel leergebliebenen – und hier solchermaßen offenbar als bildentbehrlich empfundenen – Schrifttafel mit Muschelkartusche unter 2 cm Verlust beschnitten. Das ansonsten dreiseits umlaufende fein(st)e Rändchen zweiseits tlw. (aus)rissig, vereinzelt bis an die Bildkante. Im Bild selbst – in dessen rechter Oberecke mit rotem Kreidestift genummert „80.“ – einige Falten + Fältchen, spätestens unter Passepartout von noch unbedingt erfreulichem Gesamteindruck, nicht zuletzt rücksichtlich der Seltenheit dieser Blätter, wie denn die Ridinger’schen nach Marchesini schon 1839 Nagler (VIII, 304) unbekannt geblieben sind. Entsprechend denn Thienemann 1856 generell:

„ Die  Schwarzkunstblätter  sind  im  Handel  fast  gar  nicht  mehr

… zu bekommen … sämmtliche von und nach Joh. El. Ridinger gefertigte (sind) so selten, dass sie fast nur in einigen öffentlichen, grossartigen Kupferstichcabineten zu finden sind. Ich habe die meisten der beschriebenen nur in dem berühmten Dresdner Cabinet angetroffen … “ (selbst dort fehlend denn aber hiesiges)

(Seiten VIII + 270).

An welcher Situation auch etwaige Neuauflagen wenig zu ändern vermochten, da die sich technisch bedingt extrem schnell abnutzende Schabplatte nach Urteil des Praktikers Sandrart (1675) nur 50-60 gute Abdrucke ermöglicht.

Hier  denn  das  Exemplar  Gräflich  Faber-Castell

mit einem ganz menschlich-reizvollen Sujet aus dem Mark der Kirchengeschichte, zu deren hervorragendsten Lehrern der mit jugendlicher Vergangenheit beladene Hieronymus (Stridon/Sdrin, Kroatien, um 340/42 – Bethlehem 420 [419?]) zählt.

„ … er (ist) nicht bloß der gelehrteste, sondern auch der beredteste unter den lateinischen Vätern … (und) in seinen Lebensbeschreibungen des heil. Paulus, Hilarion, Malchus (hat er)

recht  eigentlich  den  frommen  Roman  begründet “

(Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., VIII (1888), 524.).

In seinen frühen Jahren  „verweilte  er  eine  Zeitlang  zu  Trier , in dessen berühmten Schulen er seine Studien fortsetzte und das Klosterleben kennenlernte. Seine Bischofsweihe wird in den Legenden des 15. Jhdts. als Kardinalswürde berichtet, worauf sich denn auch hiesiger Kardinalshut bezieht. 386 nahm er seinen Dauerwohnsitz in Bethlehem, wo er ein Mönchs- und Nonnenklöster gründete.

„ Hier gab H. das erste Beispiel eines Mönchtums, welches sich die Pflege der Wissenschaft und Litteratur zur Hauptaufgabe macht. Er (übersetzte, sieben Sprachen beherrschend, wesentliche Teile der Bibel aus dem Hebräischen und Griechischen ins Lateinische [Vulgata],) schrieb eine ganze Reihe von alt= und neutestamentlichen Kommentaren, wertvolle Schriften archäologischen Inhalts, Legenden von Heiligen und Mönchen … “

(Meyers a. a. O.).

So wurde er, im Rang gern mit Augustinus verglichen,  Patron  wissenschaftlicher Vereinigungen, der Lehrer, Studenten + Schüler, der theologischen Fakultäten + Bibelgesellschaften, doch

auch  gegen  Augenleiden ,

im übrigen von Dalmatien + Lyon. Der 30. September als sein Sterbetag gilt den christlichen Religionen als sein Gedenktag, deren orthodoxen der 15. Juni.

Diesen Lebensinhalt denn und dessen Rang spiegelt anstehendes Blatt ebenso wider wie der untrennbar ihm zugehörige Löwe, dem er einst von einem Dorn in der Pfote befreit hatte. Den löwenverewigenden Ridingers galt das ihm zugehörende Löwen-Attribut auf jeden Fall als eine leckere Zugabe in ihrem mehrheitlich ganz zu Unrecht vielfach bemäkelten Heiligen-Œuvre.

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Bemerkenswert  die  Berücksichtigung

aller  Hieronymus-Attribute

Johann Elias Ridinger (Ulm 1698 – Augsburg 1767). S. Hieronymus. Kniestück als Eremit nach rechts mit entblößtem Oberkörper an einem Tisch mit zwei Folianten, auf deren aufgeschlagenem rechten die eine Kielfeder haltende Linke ruht. Rechts daneben das Tintenfaß, links des Tisches gegen einen mächtigen Kardinalshut gelehntes Kruzifix. Der Hut seinerseits gegen ein zweifächriges Bücherbord gelehnt. Auf diesem Folianten, Sanduhr, Totenschädel + Martergeißel Christi. Der Heilige selbst blickt rückwärts nach links oben, von wo in der Ecke zwischen Wolken eine himmlische Posaune ihre Botschaft übermittelt. Der Löwe blickt streng unter dem Tisch hervor. Das Ganze innerhalb eines Rahmens mit fleuralen Eckbeschlägen. Unten abschließend große Muschelkartusche innerhalb breiter Schrifttafel für Eintragungen individueller Natur, die hier aber beide leergeblieben sind wie für die erhaltenen Exemplare die Regel. Schabkunstblatt. Bezeichnet: in der in die obere Rahmenleiste eingelassenen Muschelkartusche S. HIERONYMUS. / rechts unten zwischen Rahmenleiste und Beschriftungsfeld Ioh. Elias Ridinger excud. Aug. Vind. 57,8 x 42,3 cm.

Johann Elias Ridinger, Hl. Hieronymus

Provenienz

Gräflich Faber-Castell

deren Ridinger-Versteigerung 1958
mit deren Lot-Nr. 177
auf dem Untersatzkarton

Radulf Graf zu Castell-Rüdenhausen

(1922-2004)

Vergleiche Schwarz 1549 (51,1 x 38,5 cm; Schrift-Variante: „Elias“ abgekürzt nach „l“, im übrigen siehe unten); Faber-Castell 177 (unachtsam als Schwarz 1549); Wend, Ergänzungen zu den Œuvreverzeichnissen der Druckgrafik, I/1 (1975), 230 (wie Schwarz).

Nicht bei Thienemann (1856), Stillfried (1876), Weigel, Kunstlager-Catalog, Abt. I-XXVIII (1838/57), Slg. Coppenrath (1889 f.), Helbing XXXIV (Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger; 1900), Rosenthal, Ridinger-Liste 126 (1940).

Literaturunbekannte  vergrößerte + spiegelbildliche  Kopie  von  Schwarz  1549

auf tonigem Linien-Papier mit Lilien-Wz., denkbar zeitgenössisch, aber auch eher später. Anmerkenswert, daß sich das vergrößerte Format an anderen Ridinger’schen Heiligen-Blätter orientiert, wie etwa dem des von Johann Jacob geschabten obigen Kardinals-Hieronymus nach Alessandro Marchesini (Schwarz 1548), ohne daß letzteres gleichfalls „eingerahmt“ wäre, oder das des hl. Markus Stillfried 1404, auf das ähnlicher Scenerie halber – übrigens auch Löwe  und  Totenkopf – ein Castell’scher Vergleichshinweis auf hiesiger Blattrückseite aufmerksam macht.

Herrlicher , tiefbrauner Druck mit umlaufend 1,5-2 cm breitem Rand bei tadelloser Erhaltung bei partiell minimalem Stippenanflug, drei schwach von rückwärts durchscheinenden Rostfleckchen und vier kleinen bis winzigen althinterlegten Löchlein am oberen Bildrand, verso links unten Montagerest, wie alles nicht zählend. – Auf dem Untersatzkarton neben Castell’schem Gutmann-Verweis (Schwarz) noch Beschriftung anderer Hand. Das Blatt scheint im englischen Handel erworben zu sein.

Interessant  hiesige  Berücksichtigung  aller  Hieronymus-Attribute

als dem des Eremiten der übergroße Kardinalshut zur Seite gestellt ist und dem Löwen der Totenkopf. Eher gilt Eremit  oder  Kardinal + Löwe  oder  Totenschädel, wie denn auch auf obiger Ridinger-Wiedergabe des Marchesini-Bildes als Kardinal und nur mit dem Löwen, den Hieronymus einst von einem Dorn in der Pfote befreit hatte.

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Domenichino (Bologna 1581 – Neapel 1641). Der H. Hieronymus. Am Tisch mit der Feder in der Hand in einem Buch schreibend. Ein darunterliegender Brief vanitasmäßig über die Tischkante hängend. Ferner Stundenglas sowie weiteres Buch und Schreibutensilien. Stahlstich von Albert Henry Payne (London 1812 – Leipzig 1902). Ca. 1845. Bezeichnet: Museum in Berlin / Domenichino pt. / A. H. Payne sc., ansonsten wie vor. 16,4 x 11,1 cm.

Domenichino, Hl. Hieronymus

„ … D.s erste(r) öff. Auftrag in Rom: (die) äußeren Portikus-Fresken für S. Onofrio mit drei Szenen aus dem Leben des hl. Hieronymus (1604/05) … 1612 … erstmals mit einer Altar-Taf. beauftragt: Die letzte Kommunion des hl. Hieronymus (jetzt Pin. Vaticana) für die Congregazione di S. Girolamo della Carità (am 30. 9. 1614 zum Fest des Hl. auf dem Hauptaltar aufgestellt) … Mit diesem Bild gelingt D. der endgültige Durchbruch … “

(Nicosetta Roio, AKL XXVIII, 2001, 383).

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