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Hl. Hubertus
Patron der Schützen

„ … und gehöret gut Gewehr, Pulver und Bley dazu, aber auch ein fleißiges Exercitium, daß dadurch der Liebhaber geschickter wird, lernt brav durch Feuer sehen, und muß ein guter Schütze nicht die Augen beyde zumachen, wenn er zum Schiessen losdrücket … “ (Döbel, Jäger=Practica, 3. Aufl., 1783, II/117).

Johann Elias Ridinger, Wolfsfalle (Ausschnitt)
Die Wolffs=Falle oder Grube. La Trape du Loup (Ausschnitt)

„ Gleichwie der Wolff ein sehr … listiges Thier ist “

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Die Wolffs=Falle oder Grube. „Gleichwie der Wolff ein sehr gefrässiges hungeriges und listiges Thier ist, also wird von guten Weydmän(n)ern

seine schlaue List mit Gegenlist …“

Radierung + Kupferstich. (1729.) Bezeichnet: avec privil. de Sa. Majeste Imperl. / Ioh. El. Ridinger inv. pinx. sculps. et excud. A.V. /, ansonsten wie vor und mit dt.-franz. Lehr-Untertext. 30,1 × 22,7 cm (11⅞ × 9 in).

Thienemann + Schwarz 18; Katalog Weigel XXVIII (1857), Ridinger-Appendix 3A. – Aus der unnumerierten 36blätt. Fürstenlust, seitens der Literatur als deren Blatt 6 geführt, und hier eines der 8 kleinen Formate, wie von Ridinger offenbar bewußt konzipiert und nicht etwa als Startversuche gedacht, wie von Thienemann vermutet.

Eine Ende der 50er am Markt gewesene formatentsprechende, bildlich noch abweichende – nur ein Wolf, keine Jäger – 1728er Zeichnung war bezeichnet mit Wie der Wolff mit der Gans auf die Scheiben gebracht und in der gruben gefangen wird. Die sujetgleiche Wiederholung Th. 84 der 1750er Fangarten-Suite hingegen spricht bei gleichem Text von Ente.

Früher Abzug tief gestaffelten Hell-Dunkels auf ganzem Bogen (40,3 × 50,3 cm [15⅞ × 19¾ in]) im Sinne der Weigel’schen A-Qualität („Alte Abdrücke mit dem ursprünglichen Titel. Das Papier hat Linien als Wasserzeichen.“) mit Wz. (Straßburger?) Große Lilie. Im Interesse optisch ausgewogenerer Blatt-Proportion wurden die Halbformate später auf nicht bindekonformem kleineren Papier gedruckt.

Angebots-Nr. 15.462 / EUR  590. / export price EUR  561. (c. US$ 649.) + Versand

Hofmann, (L.). Der vollkommene Jäger mit dem Vorsteh=Hunde und sichere Schütze. 2., vermehrte Auflage. Hrsg. von Carl Timlich (Verwandter des Autors). Wien, Tendler + v. Manstein, 1824. Mit 6 ganzseitigen Kupfertafeln. 1 Bl. Titel, XVIII, 227 SS., 1 S. Inhalt. Grün-braun marmor. Pp.-Bd. d. Zt. Marmor. Kopfschnitt.

Lindner 11.0981.02; Schwerdt I, 245. – Diese Ausgabe nicht in Lindners eigener Bibliotheca Tiliana. – Druck von J. P. Sollinger in Wien. – Die erste Auflage, nur 5 Tafeln bei annähernd gleichem Textumfang umfassend, erschien 1808, eine dritte mit nur noch 2 Tafeln folgte 1834.

Das marktfrische Exemplar herzoglich bayerischer Provenienz mit deren handschriftlicher Bibliotheksnummer „3566“ auf kleinem Aufkleber über einem älteren unten am Rücken. – Abgesehen von wenigen leichten Spuren 200jähr. Alters praktisch unberührtes Exemplar.

Angebots-Nr. 15.608 / EUR  470. / export price EUR  447. (c. US$ 517.) + Versand

Ridinger’s Schieß-Tabelle
Johann Elias Ridinger, Schießtabelle
Top-Legende des Œuvre

mit reichster Einfassung des ganzen TABELLA-Inhalts

Johann Elias Ridinger, Schießtabelle

apart und in (Parforce-) Jagden ,

mit Netzen und auf Postament ruhender Spitzsäule

als Jagdtrophäe mit balzendem Auerhahn obendrauf

und anderem herzaufgehendem mehr.
Bis hin zu Falken, Entenkette und Reiher in den Lüften.

Kupferstich mit Radierung. (1753.) Bezeichnet: Joh. El. Ridinger sculps. Aug. Vind. Blattgröße 26,3 × 37,2 cm (10⅜ × 14⅝ in). – Thienemann + Schwarz 161!!! — wovon nicht einmal zu träumen gewagt wird!!!

In bordeauxroter Rindleder-Kassette

(48 × 61 × 3 cm [18⅞ × 24 × 1⅛ in]) auf Zierbünden mit Goldfilete auf Rücken + beiden Deckeln, Vorderdeckel-Prägung Johann Elias Ridinger / La Légendaire Gravure + wappenbezugnehmend Goldenem Vlies in den vier Eckzwickeln, Rückdeckel-Prägung ligierter red series RS-Stempel als Mittelstück + JayAitchDesign im Unterrand, schwarzen Rücken-Schildchen Johann Elias Ridinger / Thienemann 161 sowie text- + seltenheitsbezogener Innenspiegel-Prägung auf rotem Grund. Mittig vorspringender Boden-Innenkante zudem ridinger handlung niemeyer – red series. Alles 23,5karätig in Gold.

„ Eine besondere Blüte erlebte der (1444 begründete) Hubertusorden (Jülich-Berg) durch Herzog Wilhelm III. (1475-1511) … nahm als Großmeister weitere einflussreiche Herzöge des Reiches in den Orden auf … nicht nur de(n) Kurfürst von der Pfalz, die Herzöge Sachsen-Lauenburg, Braunschweig-Lüneburg und de(n) Markgraf von Baden … “ (Schlieker S. 65/II).

Angebots-Nr. 16.115 / Preis auf Anfrage

Einer der Schützen legt gerade an
auf den hier noch fehlenden 3. Hasen

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Der Anstand auf Hasen und wie sie von dem Stober Hunde getrieben werden. In reicher hügeliger Baumlandschaft treiben „Zwei Stöberhunde in flüchtigstem Laufe“ zwei – im Kupfer drei ! – Hasen vor die Flinten zweier Jäger. Bleistift + schwarze Kreide. Ca. 1729. 273 × 408 mm (10¾ × 16 in).

Provenienz

Dr. Edward Peart

(1756/58 – 1824)

dessen hs. E P. vorn unten links

( „schrieb auf jedes Blatt die Initialen seines Namens“ )

Lugt 891; Nagler, Monogrammisten, II, 1723

Ausstellung

Schöne Beute — Bilder von der Jagd

Dr.-Hanns-Simon-Stiftung Bitburg

13. Januar – 3. März 2013

Literatur

Katalogbuch zur Ausstellung

Seiten 44/45 (farbige doppelblattgroße Detail-Abbildung),

irrtümlich als Der Frühling der Hunde, wie gleichfalls ausgestellt, + S. 148/I

Die für die Übertragung auf die Platte – recto gegriffelt, verso gerötelt – verwandte spiegelbildliche Vorzeichnung zu Th. 45 als Blatt 33 der Vollkommene(n) und gründliche(n) Vorstellungen der vortrefflichen Fürsten-Lust oder der Edlen Jagdbarkeit … inventiret in Kupfer gebracht … Anno 1729. als Ridinger’s erster nun selbst radierter/gestochener und verlegter Jagdfolge und einer entsprechend des Meister’s stetem didaktischen Wollen zugleich lehrhaften Praxis-Unterweisung.

Johann Elias Ridinger, Anstand auf Hasen
Der Anstand auf Hasen (Ausschnitt)

Von den hier linksseitigen beiden Jägern ist der hintere noch im Anschlag, indes der vordere gerade auf den noch in vollem Hasenpanier befindlichen ersten abfeuert, wobei

das Feuer des vorderen
und das Zündschloß des noch anlegenden
sehr schön sichtbar sind .

Der zweite Hase ist bereits gestreckt. Bei Ausarbeitung der Platte scheint Ridinger bemerkt zu haben, daß die Laufrichtung des erst anlegenden Schützen eher ins Leere geht, sonst demselben Ziel gilt, das der Nachbar schon im Feuer hat. So veränderte er die Laufrichtung leicht, nahm den vorderen der beiden Hunde etwas zurück

und etablierte in dem Freiraum einen dritten Hasen .

Andererseits fehlt im Kupfer die rückseits der Schützen bei den beiden schon abgelegten Hasen angelehnte Ersatzflinte.

Schöne großformatige frühe ,
bildhaft durchgearbeitete malerische Zeichnung

die schon frühzeitig ihre eigenen Wege fand und damit nicht 1830 mit dem 32blätterigen (darunter 2 Doppelversionen) Block der Fürstenlust-Vorzeichnungen in den immensen Weigel-Bestand des zeichnerischen Nachlasses des Meister’s gelangte und somit Thienemann (1856, Seite 274, a, „teils in Bister und Tusche, theils in Bleistift und Kreide“, letzteres wie auch anstehend) ebenso unbekannt blieb wie dem Ridinger-Appendix des 1869er Katalogs der nunmehr von J. A. G. Weigel hinterlassenen Sammlung von Original-Handzeichnungen.

Außerordentlich reizvoll die hier nachzuvollziehenden Arbeitsgänge

des Meister’s, der begehrte Blick über dessen Schulter, bei der Übertragung auf die Platte. Neben der rückseitigen Rötelung die hier besonders vielfältige bildseitige Griffelung der wichtigen Passagen, deren Ausfüllung in der Platte frei erfolgte, hier gleichwohl voll ausgeführt ist.

Auf fein strukturiertem schweren Bütten. – Blattkante etwas altersspurig unter leichter Beeinträchtigung des „E“ der Peart-Initiale. Partiell unauffällig etwas stockstippig, im Bildrand unten links ein 3 cm langer schmaler Dreckstreifen, ansonsten von schönem Gesamteindruck.

Aus der Sammlung des in London + Butterwick praktizierenden und publizierenden Mediziners Dr. Edward Peart (1756 oder 1758 – Butterwick bei Gainsborough 1824), „Kunstliebhaber in London, legte eine Sammlung von Zeichnungen und Kupferstichen an, und

schrieb auf jedes Blatt die Initialen seines Namens .

Diese Sammlung ist (per 1822) zerstreut“ worden (Nagler, 1860). Hieraus denn nun hier + heute des Meister’s frühe Hasenhatz als

eine Ridinger-Trouvaille allerersten Grades

unter säurefreiem Schrägschnitt-Passepartout mit 23,5karätig goldgeprägten Künstler-Daten.

Zeichnungen seiner Hand in solcher Qualität in puncto Thematik , Ausführung und – Format (!) bedürfen schon längst der Gunst des Augenblicks. niemeyer’s ist stolz, zwanzig Jahre nach obiger für die Plattenübertragung benutzten Fürsten-Lust-Zeichnung zu Th. 24 nun die zu Th. 45 vorlegen zu können. Dabei die seinerzeitige wie die jetzige literaturunbekannte

elitäre Einzelgänger seit praktisch schon des Meister’s Zeit !

Angebots-Nr. 15.438 / Preis auf Anfrage


“ … and I wish to thank you for packing it so carefully … ”

(Mr. P. M., August 28, 2003)