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Am 6. April vor 100 Jahren

läutete die Kriegserklärung der USA an das Deutsche Reich
die Wilhelm-Dämmerung ein ,

Johann Elias Ridinger, Tigerpferd von Promnitz

nachdem beim Grafen von Promnitz-Pless als zeitweiligem Hauptquartier unter den dort getroffenen drei wesentlichen Entscheidungen die

der Erklärung des uneingeschränkten U-Boot-Krieges

die folgenreichste war , sprich , zum 6. April 1917 führte.

Erstmals seit 27 Jahren
als Einzelblatt hier wieder aufliegend

Berührt von Weltgeschichte

Johann Elias Ridinger (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Das Tigerpferd mit Ährenbouquet. Der in herrlich leichter Bewegung breit in schöner Hügellandschaft mit Dorf, abgesondert von fünf teils tollenden und sich wälzenden Artgenossen, stehende prächtig langschweifige Hengst, den schönen Kopf mit frischem Auge und geblähter Nüster dem Betrachter zugewandt. Nach dem nach dem Leben gemalten Porträt von

Christian Ludwig Frhr. von Löwenstern

1701 Darmstadt 1754 .

Radierung mit Kupferstich. 34,3 × 27,6 cm (13½ × 10⅞ in). Bezeichnet: 38. / Lib: Baro de Löuenstern ad viv: pinx. Darmst. / J. El. Ridinger sc: et excud. 1745. +

„ Dises Junge Tyger=Pferd

welches zu Oranien=Polder einem Dorffe nicht weit von Delfft in der Provinz Holland gezogen

Ridinger, Ährenbouquet

hatte dises Aehren Poquet

von farbe schwartz gleich den anderen flecken u: ist 1743. von der Hochgräffl: Promnitzischen Herschafft aus Schlesien auf ihrer Holländischen Reise als eine Raritet sehr Theuer erkaufft worden. “

Thienemann + Schwarz 280. – Blatt 38 der Vorstellung der Wundersamsten Hirsche und anderer Thiere („Die sechs Pferde, welche in dieser Sammlung enthalten sind, wurden später auch gesondert verkauft“, Th.)

in herrlichem , 2,8-3,9 cm breitrandigem Abdruck

mit kleinem typograph. Wz. – Rückseits beidseits (links nur partiell) Verfärbung früherer Klebstreifen. Unsichtbar säurefrei hinterlegter Kleineinriß im weißen Oberrand.

Die brandfrische Wiedergabe

— J. El. Ridinger sc(ulpsit): et excud(it). 1745

des Tigerpferdes

mit dem ganz einzigartigen Ährenbouquet

fehlte sowohl auf der großen 18monatigen polnischen ( sic , Schlesien ! ) Ridinger-Wanderausstellung 1997/98 als auch der 1999er Darmstädter ( sic ! ) als den zentralen, Maßstäbe setzenden Ausstellungen zum 300. Ridinger-Geburtstag. Siehe deren reich illutrierte Kataloge Johann Elias Ridinger bzw. Die Tierdarstellungen von Johann Elias Ridinger.

Fehlanzeige aber auch schon bei der schlesischen ( sic ! ) Ridinger-Sammlung 1885 bei Boerner (Kat. XXXIX). Und unter den zahllosen Einzelblätter-Doubletten der Wundersamsten beim Marktleerfeger Hamminger 1895 nur ein einziges Exemplar. Gleichwohl konnte Helbing für seinen Ridinger-Katalog von 1900 zwar vier Exemplare ansammeln, davon jedoch nur zwei vergleichbare, die beiden anderen nur schmalrandig bzw. gar auf Bildkante geschnitten (Kat. XXX, 653-656).

Ridinger, Tigerpferd mit Ährenbouquet

Das als hippologisches Wunder

denkbar schon während der Rückreise gemalte und Ridinger als hierfür erster Instanz zu brandfrischer Dokumentation innerhalb seiner laufenden Serie zoologischer Fallbeispiele anvertraute Porträt der Promnitzischen Trouvaille.

Der dem Darmstädter Hof nahestehende Baron von Löwenstern ,

wirkend auch als Dichter + Komponist, war gleich Goethe ein Liebhaberkünstler von gleichwohl höchst umfangreichem malerischen Œuvre

„ (r)eich komponierte(r) Schlachtenszenen in der Art des (Jacques) Courtois (1621-1675; ‚waren wegen der unmittelbaren Frische und Lebendigkeit der Auffassung und Wiedergabe, sowie wegen der meisterhaften Erfassung des atmosphärischen Milieus schon bei seinen Zeitgenossen geschätzt und bewundert … war einer der ersten Freiluftmaler‘, Th.-B. VII [1912], 591 f.), Jagdstücke u. Bildnisse … Für die berühmte Kunstuhr, die (Ludwig VIII.) an Maria Theresia schenkte (und durch den jungen Georg Adam Eger, seinen Hofjagdmaler, 1750 überbringen ließ) fertigte L(öwenstern) die beiden ersten Entwürfe. L. malte in einige Bildnisse seines (Hofmaler-)Freundes Joh. Chr. Fiedler die Schlachtenszenen im Hintergrunde, so nachweislich auf dem Bilde des Landgrafen v. 1741 … Hauptwerk: Schlacht bei Dettingen, 1746 für den Landgrafen gemalt. Im Bes. der Gattin des Jägermeisters von Reischbach befanden sich 200 solcher ‚Bataillen- u. Pferdestücke‘ … Sein Bildnis gemalt von Fiedler, in Schabmanier gestoch. von J. J. Haid (Schüler und anschließend noch Geselle Ridinger’s, Schöpfer dessen Porträts in Öl wie als „Programmatische[s] Schabkunstblatt“ [Gode Krämer]) “ (Thieme-Becker XXIII, 328).

Über all dies hinaus anstehendenfalls familien- wie zeitgeschichtlich von hohem Belang schließlich der thematische Bezug auf die in tiefer Geschichte wurzelnde und den edlen „Tiger“ erstandene schlesische reichsgräfliche

Familie von Promnitz .

Ridinger, Tigerpferd mit Ährenbouquet
Zeitgenössischer Abdruck der Druck-Graphik

Seit 1542 in Besitz der Standesherrschaft Pleß im Reg.-Bez. Oppeln, zeitigte die auf den Stammsitzen in Sorau + Pleß sitzende Familie verschiedene bedeutsame Mitglieder übergeordneten Interesses. Obgleich die Herrschaft schon 1765 (die Familie erlosch 1785) auf das Haus Anhalt-Köthen überging, überdauerte das „Jagdhaus Promnitz“ die Jahrhunderte bis auf den heutigen Tag und diente im Herbst 1913, wo er am 12. September den bekannten 26-Ender erlegte, Kaiser Wilhelm II. gleichermaßen als Arbeitsstätte wie Pirsch-Refugium.

Während des 1. Weltkriegs zeitweiliges kaiserliches Hauptquartier ,

fielen „(i)n (Promnmitz-)Pleß

drei Entscheidungen von weittragender Bedeutung ,

„ nämlich die Ablösung des Chefs des Generalstabs Erich v. Falkenhayn durch den legendären Generalfeldmarschall Paul v. Hindenburg und gleichzeitig die Ernennung des Generals Erich Ludendorff zum Ersten Generalquartiermeister. Dann ist des weiteren der Beschluss zur Schaffung eines polnischen Staates zu nennen und schließlich

die Erklärung des uneingeschränkten U-Boot-Krieges ,

was zur Kriegserklärung der (USA) an das Deutsche Reich führte “

(Andreas Gautschi in Gautschi und Rakow, Wilhelm II. und das Waidwerk. Bothel, Nimrod-Verlag F. Rakow, 2006, SS. 234 f. nebst Abbildungen von Schloß + Park Pless und namentlich des „Arbeitszimmer(s) Seiner Majestät im Jagdhaus Promnitz [Pless]“). Kurz ,

„ Die USA demonstrieren erstmals ,

dass sie mit ihrer Armee weltweit operieren können “

(WDR zum Geschehens-90jährigen am 6. April 2007)

Zu Promnitz siehe auch ADB XXVI (1888), SS. 663 f.; Magno, Histor. Beschreibung der Hoch=Reichs=Gräfflichen Promnitzischen Residenzstadt Sorau, Lpz. 1710; König, Biograph. Lexikon aller Helden und Militärpersonen, welche sich in preuß. Diensten berühmt gemacht haben, Bd. III, Bln. 1790; Bülau, Geheime Geschichten und räthselhafte Menschen, Bd. II, 2. Aufl., Lpz. 1863.

Das solchermaßen zusätzlich geadelte

Johann Elias Ridinger, Tigerpferd von Promnitz

unikate Sujet denn hier + heute

In besagt herrlichem , 2,8-3,9 cm breitrandigem Abdruck .

Angebots-Nr. 16.164 / EUR  2300. / export price EUR  2185. (c. US$ 2381.) + Versand

DASSELBE

in dessen spiegelbildlicher

Ridinger, Tigerpferd mit Ährenbouquet

originaler Druck-Platte

im rotgoldenen Glanze
ihres
272 Jahre alten Kupfers

als entsprechend trouvailleskes und hier weit über Thieme-Becker (Bd. XXVIII, 1933, S. 308) hinaus

nahtlos direkt bis in den Ridinger-Nachlaß selbst recherchiertes ,

von Thienemann im Rahmen der Kupferdruckplatten zu den Wundersamsten 1856 noch für verloren gehaltenes, weltweit unikates Sammlungsstück par excellence dazu. Denn

„ Erhaltene originale Druckplatten aus dem 18. Jahrhundert

sind eine große Seltenheit“

(Stefan Morét im Ridinger-Katalog Darmstadt, 1999, SS. 62 f. Siehe auch die hier erworbenen dortigen Kupferdruckplatten I.13, I.8 + I.11, Farbabbildung 6 + SW-Abb. SS. 63 f.).

Und speziell zu denen Ridinger’s :

„ Vom hohen technischen und qualitativen Niveau der Werke Ridingers und seiner Söhne, die im Verlag vor allem als Stecher mitarbeiteten, künden die (nur noch sehr partiell) erhaltenen Druckplatten noch heute. “

Im selben Sinne schon vorher Bernadette Schöller in Der Kölner Graphikmarkt zur Zeit Wenzel Hollars innerhalb Wenzel Hollar – Die Kölner Jahre, hrsg. von Werner Schäfke, Köln 1992, S. 19:

„ Die Kupferplatten ,

die aufgrund ihres Materialwertes wie auch der darin investierten Arbeitszeiten

eine weit höhere Wertschätzung genossen

als etwa eine allzu oft achtlos behandelte Vorzeichnung … “

Wie denn auch anderwärts: „Der Nürnberger Verleger Frauenholz war so angetan von diesem Blatt, daß er die Platte für eine beträchtliche Summe von Reinhart (1761-1847) erwarb“ (Teeuwisse III [2007], 29).

Oder Adrian Zingg, dem während seiner Pariser Jahre (1759/66) der große Wille schließlich „bis zu tausend Pfund für die Platte“ bezahlte, um „Bei der Sorgfalt, mit der er seine Arbeiten durchführte … trotzdem dabei nicht auf seine Kosten“ zu kommen. So dieser zwecks Durchsetzung seiner Dresdner Anstellungsforderungen gegenüber Hagedorn – dem Ridinger als einzige Eigen-Dedication seine Folge der Vier Tageszeiten der Hirsche widmete – als dem Generaldirektor der Künste in Sachsen:

„ Die Arbeit hatte akkordiert, als ich sie angefangen, und alle Zeit viel mehr Zeit zugebracht, als ich von Anfang geglaubt, und von meinem eigenen Geld aufgeopfert, um die Arbeit nach meinem Sinne fertigzumachen “

(Erwin Hensler im Begleittext zur 1923er Faksimileausgabe des Zingg-Stammbuches, S. 4).

2011 fegte die Kulturstiftung des Landes Niedersachsen

– Stiftung Niedersachsen –

mit ihrem schlagartigen Ankauf von 104 ( sic !! ) Platten

für’s exquisite Braunschweiger Herzog Anton Ulrich Museum – nicht zuletzt, als am augenfälligsten, einen Großteil der Platten zur legendären 101blätterigen Folge der Wundersamsten Hirsche – unwiederbringlich vom Markt.

Etablierend mit diesem spektakulären Aderlaß zugleich

Ridinger als das Hoch im Norden !

Entsprechend hieß es hierselbst gelegentlich des Wiederauftauchens von Teilen des sogenannten Thieme-Becker-Blocks Ridinger’scher Druckplatten „Einer der sensationellsten Funde der Kunstgeschichte … Ridinger’s originale Druck- (sic!!!) Platten“. Daß anstehende

vom Meister eigenhändig allein gearbeitet ist

sei eigens erwähnt. So, wie denn auch entsprechend obiger Signatur dokumentiert. – Die ursprüngliche Numerierung „38“ indes nach ihrer Entfernung für eine um 1824/25 anders zusammengestellte Neuausgabe erst gelegentlich einer späteren neuen Gesamtausgabe wiederhergestellt. – Rechtsseits, namentlich im Untertext, einige kleine Lötflecken.

Mittels feinen Lackauftrags vor Anlaufen geschützt ,

ist die Kupferdruckplatte im Rahmen ihres altersmäßigen Gebrauchs generell noch druckfähig. Angeboten und verkauft wird sie indes als Kunstwerk und Sammlungsstück, also unbeschadet ihrer schlußendlichen Druckqualität. – Kurz ,

ein denkbar erfreuendes , weltweit unikates Absolutum .

Ihnen angetragen mit der Empfehlung zeitlos-eleganter rahmenfreier Hängung (Vorrichtung anbei), um Sie der jeweiligen Licht-Reflexe am schönsten teilhaftig werden zu lassen.

Angebots-Nr. 14.946 / Preis auf Anfrage

Denn das Elitärste

ist vielfach noch immer das Preiswerteste


„ die (Ridinger-)Graphiken (Th. 9-12 per 28.885) sind unversehrt … angekommen, herzlichen Dank. Es sind wundervolle Arbeiten, wir sind sehr begeistert … “

(Herr R. G., 30. Dezember 2009)