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Rio de Janeiro

Brasilien (Detailkarte)
Braziliæ Regnum (20,5 x 20,5 cm)

Mit „Mappa BRAZILIÆ REGNUM in America“

Portugalliæ et Algabriæ Regna cum … Mappa Braziliæ Regnum in America Meredionali. Mit Windrose, Meilenzeiger, Zeichenerläuterung, prächtiger Titelkartusche (24,5 x 26 cm) mit beiden Wappen, Flottenparade, Poseidon, der in Anspielung auf das Gold Brasiliens auf ein Füllhorn Geldes weisenden Königin Maria Anna, Erzherzogin von Österreich, Elfenbein, Wein- und Früchtegirlande sowie Textsockel, Portugals internationale Besitzungen erläuternd. Ferner mit

Detailkarte Brasiliens

vom Amazonas-Delta bis Santos (Saõ Paulo)

( 20,5 x 20,5 cm )

mit den 14 Capitanias

Para , Maragnan , Siara (Tabaxares + Tiguares) , Rio Grande , Paraiba , Tamaraca , Pernambuco , Bahia , Ilheos , Porto Seguro , Spirito Santo , Rio Ianeiro und San Vincente sowie eigener

indigen verzierter Titelkartusche .

Kolorierte Landkarte in Kupferstich bei Matthäus Seutter I (1678-1757) in Augsburg. Signiert, bezeichnet. 50,5 x 58,3 cm.

Mit doppelblattgroßem separaten

Orts–Index , für Portugal wie für Brasilien .

Aus der Wiener Seutter-Ausgabe von 1736. – Kartuschen in Schwarz-Weiß belassen, wie bis hin zu des „Brasilianers“ Johann Moritz von Nassau-Siegen Mauritius-Atlas für den Großen Kurfürsten weitgehend zeittypisch. – In Europa bis Gibraltar , Málaga – Valladolid . – Mit portugiesischem Straßennetz. – Von erster Qualität .

Angebots-Nr. 8.588 / EUR  496. / export price EUR  471. (c. US$ 508.) + Versand

Vor 200 Jahren :
saw the Entrance of Rio Janeiro
“ at 8. saw the Entrance of Rio Janeiro
as likewise the hill called the Sugar Loaf …
came to an Anchor at Rio Janeiro in 10 & 11 fathoms. ”

Ankunft in Rio de Janeiro

Haan, Hendrik de. Logbuch einer Reise von Hamburg nach Südamerika und zurück mit dem Schiff Faseta 1816-1818. Englische Handschrift auf Papier. 104 unnum. Bll. incl. 2 weißer Zwischenbll., 92 Bll. weiß. 188 × 150 mm (7⅜ × 5⅞ in). Geglätteter schwarzer Maroquin-Bd. d. Zt. (19,3 × 16 cm [7⅝ × 6¼ in]) m. goldgepr. Rücken m. Titel (Journal of a Voyage of the Ship Faseta to a. from Sth. Ameryca), Schiffs- + Fleuralvignette, goldgepr. Bordüre auf beiden Deckeln sowie Stehkantenvergoldung in braun marmor. Schuber. Goldschnitt.

Rücken unter tlw. Verlust der Goldprägung stärker, Deckel mit Ausnahme je einer etwas größeren Stelle und Stehkanten nur wenig berieben, der Schuber zeitspurig. Eines der beschriebenen Blätter mit Eselsohr, ein weißes Blatt unten gestaucht. Die beschriebenen Blätter unter Außerachtlassung des ersten Titels sowie eines übersehenen Blattes und Einbezug der beiden weißen Zwischenblätter recto von späterer Hand in Bleistift paginiert. Von ganz vereinzelten unwesentlichen Fingerspuren abgesehen innen von absoluter Frische.

Hamburg — Rio de Janeiro — Buenos Aires — Hamburg

in vollständigem Logbuch einer kompletten Reise eines Kauffahrteischiffes seitens eines rücksichtlich wiederholt spezifischer Schreibweisen sicherlich holländischen Kapitäns aus den Tagen der sich eben solcher Segler bedienenden großen Südamerika-Reisenden bis hin zu eben auch dem durch seine glanzvolle Malerische Reise in Brasilien bis heute geradezu anfaßbar gebliebenen Johann Moriz Rugendas als dem leuchtenden Ausklang seiner generationenlangen Künstler-Dynastie, der als 19jähriger die Reise antrat. – Unterteilt wie folgt:

Journal of a Voyage from Hamburg towards South America in the Ship Faseta (17. Nov. 1816 – 26. Jan. 1817). / Journal from Rio Janeiro towards Rio de la Plata (13. Feb. – 4. März 1817). / Journal of a Voyage from Rio de la Plata towards Hamburg (30. Sep. 1817 – 27. Jan. 1818).

Hendrik de Haan, Logbuch der Faseta Hamburg - Rio de Janeiro - Buenos Aires - Hamburg 1816-1818

Vom Kommandanten der wohl als Vollschiff getakelten Faseta während einer Reise von Hamburg nach Rio de Janeiro und Buenos Aires und zurück nach Hamburg in brauner Tinte auf Pro Patria-Papier geschriebenes Logbuch – die durchgängig, auch an Sturmtagen, gut lesbare Schrift nur hier und da ganz unwesentlich angeschnitten – in überwiegend tabellarischer Form. Unterstreichungen + Tabelleneinteilung in roter Tinte sowie Hilfslinien in Bleistift. Liege- bzw. Verlegungstage – doch ohne reine Hafenzeiten – , aber auch Perioden mühseligen Kreuzens in schlechtem Wetter summarisch zwei bis drei Tage pro Seite, auf See jeweils ein Tag pro Seite mit Angaben für zweimal 12 Stunden. Darunter wahrer Kurs und Besteck + Position, gewöhnlich berechnet mittels Sonne und/oder Mond, aber auch Fomalhaut (29. Dez. 1816) und Regulus (1. Jan. 1817).

Neben den nautischen Angaben zu Kursen, Wind + Wetter, gesetzten, gerefften oder geborgenen Segeln, Azimutabweichung, Peilungen passierter Inseln + Küsten, Ankerplätzen + Wassertiefen sowie überkommende See Anmerkungen zu sonstigen Ereignissen auf See wie Ein- bzw. Ausschiffung von Lotsen und Zöllnern, am Horizont gesichteten, gelegentlich auch angesprochenen anderen Schiffen, Begegnungen mit Vögeln, Fliegenden Fischen oder Delphinen oder besonderen Tätigkeiten an Deck.

Nach Passage des Kanals nimmt die Reise bei gesamthaft gutem, teils böigem Wetter ihren weiteren Verlauf. Am 13. + 14. Dezember werden Porto Santo + Madeira, am 17./18. Palma passiert und nach weiterer guter Reise kommt am 23. Januar 1817 schließlich wieder Land in Sicht, drei Tage später

fällt der Anker vor Rio de Janeiro:

Hendrik de Haan, Logbuch der Faseta Hamburg - Rio de Janeiro - Buenos Aires - Hamburg 1816-1818
»at 8. saw the Entrance of Rio Janeiro as likewise the hill called the Sugar Loaf …
came to an Anchor at Rio Janeiro in 10 & 11 fathoms«

“ At 6 AM saw the Land bearing WNW. At 8 AM Caap Frio (Cabo Frio). WSW dist. 4m. … at 8.

saw the Entrance of Rio Janeiro

as likewise the hill called the Sugar Loaf .

passed between two Islands called Pai & Maya (Mãe). At 7. PM Anchored by the Fort in 9 fathoms …

came to an Anchor at Rio Janeiro

“ Calm with hot Sultry weather. At 4. PM being cleared of the Customhouse boat. the Pilot came on board. At 5. weighed and made sail. at 7

came to an Anchor at Rio Janeiro in 10 & 11 fathoms. ”

Nach einmonatigem Aufenthalt beginnt am 23. Februar mit Übernahme des Lotsen die Weiterreise zum Rio de la Plata und Buenos Aires, wo am Abend des 4. März auf der äußeren Reede der Anker geworfen wird.

Nach knapp siebenmonatiger Liegezeit werden am 30. September die Anker gelichtet und bei zunehmend schlechterem Wetter – Winter Nordatlantik – die direkte Rückreise nach Hamburg angetreten, das nach fünfmonatiger Reise am 27. Januar 1818 erreicht wird.

Gerade durch das nüchterne Festhalten der nautischen Fakten einer ganz gewöhnlichen Reise jenseits historischen Entdecker- und Schlachtenlärms sowie der kleinen, für seltene Abwechslung im Leben zwischen Sturm + Flaute, Segel reffen, bergen + setzen sorgenden Ereignisse wie der Segel am Horizont, der Delphine und fliegenden Fische läßt anstehendes Logbuch die

Realität von Seefahrt vor 200 Jahren um so lebendiger werden .

Und in solcher Vollständigkeit einer kompletten Reise hin und zurück bei zugleich bester Lesbarkeit und nahezu absoluter Frische des Inhalts

die besondere Freude der maritimen Sammlung .

Angebots-Nr. 28.860 / verkauft

Martin Elias Ridinger, Faultiere

„ … in den Wüsten
von Brasilien und Mexico “

Ridinger, Martin Elias (1731 Augsburg 1780). Ein Affe mit 3 Klauen. / Das langsame od’ faule Äfflein. Beide Male das Faultier. Zum einen das auf einem Block angekettet sitzende Kaputzen-Faultier (Bradypus cuculliger, seu tridactylus), hinter diesem auf einer Palme der auf ihn herabschauende Unau (Choloepus didactylus). Vor dem Block Kürbisse. Kolor. Radierung/Kupferstich. Bezeichnet: AI BRASILIENCIA et MEXICA. / UNAU, IGNAVUS VEL TARDIGRADUS. / Singe avez trois Ongles = / Singe paresseux ou Tardiff. / Familia I. Zwey zeege, und Familia II. Drey zeege. / Ridinger, sc., ansonsten wie vor. 31,4 x 21 cm.

Thienemann + Schwarz 1039. – IM  RIDINGER’SCHEN  ORIGINAL-KOLORIT  des seit 1754 entstandenen und nicht vor 1773 endgültig postum abgeschlossenen , unnumerierten Kolorierten Thier-Reichs („Vollständige Exemplare sind fast unauffindbar“, so Weigel, Kunstkat., Abt. XXVIII, Ridinger-App. 63a als lediglich 120blätt. Torso, 1857 ! , doch auch nur schon Einzelblätter nur sehr selten am Markt, bei niemeyer’s derzeit gleichwohl das eine wie die andern). – Eine entgegen Ankündigung unkoloriert gebliebene Zweitausgabe von den nunmehr unter Fortfall selbst von Tieren verkürzten und ohne die Ridinger-Signatur anders betitelten, jedoch numerierten Platten erschien 1824/25 bei Engelbrecht/Herzberg in Augsburg.

„ … mithin bleibt uns nur noch ein einiges Thierchen übrig… und nirgend anderswo als in dem heißesten Theile von Amerika angetroffen wird. Es heißet solches: (1.) Unau, der langsame oder faule Affe, Faulthier. Der Aufenthalt dieses Thieres ist eigentlich in den

Wüsten von Brasilien und Mexico .

Wir hatten zwar … lange Anstand genommen, die Vorstellung dieses Thieres zu liefern, weil wir selbst noch keines davon im Leben gesehen haben; indessen, da es gerade das einige ist, welches in diese Ordnung gehöret, so wollten wir die Vorstellung desselben nicht ganz weglassen und entschloßen uns dahero solche nach einem Gemählde aus Welschland zu verfertigen, worauf unterschiedene fremde Thiere vorgestellet waren, die uns bereits bekannt waren, und nach der Wahrheit und Natur gemahlt zu seyn schienen …

2. Ai, Faulthier mit drey Klauen … diese Vorstellung haben wir der Gütigkeit des Herrn Jele (Jakob Jehle [?] aus Schwäb. Gmünd, gest. Regensburg 1602), ehemals in Nürnberg sich aufhaltenden berühmten Portrait Mahlers zu danken, an deren richtigen und sicheren Zeichnung gar kein Zweifel zu tragen ist; Der Aufenthalt dieser Thiere ist …

Brasilien bis gegen Mexico hin

… nur daß der Ai noch eher eine mehrere Bewegung sich machen kann, als der vorgedachte Unau “

(Ridingers Söhne im Textvorspann zu Tl. II, SS. 1 f., in Kopie beiliegend).

Die Zuweisung der Arbeit an Johann Elias’ Ältesten, Martin Elias, ergibt sich auf Grund hier als individuell erachteter Schreibweise – wie einem Punkt oder Komma zwischen „Ridinger“ und etwa „sc.“ – , verglichen mit solchen mit dessen Namen gezeichneter Blätter des Thierreichs.

Mit Wz. C & I Honig als jener festen holländischen Papier-Qualität, wie sie Ridinger entsprechend seiner Vorrede zu den Hauptfarben der Pferde

„wegen der feinen Illumination“ für die kolorierten Werke

verwandte, „weil es hiezu das anständigste und beste ist“. – Dreiseits 1,5-2,5 cm, unten 4,5 cm breitrandig. – Säurefrei hinterlegter 2-cm-Einriß im weißen Rand oben links und außerhalb des Bildes selbst partiell meist nur schwach altersfleckig/stippig.

Angebots-Nr. 15.964 / EUR  290. / export price EUR  276. (c. US$ 297.) + Versand

In der ursprünglichen Kassette
wie nur anfänglich ausgestattet gewesen !

Rio de Janerio
Johann Moritz Rugendas, Entree de la rade de Rio-Janeiro
Entree de la rade de Rio-Janeiro

Tor zu Brasiliens
verschwenderischer Pracht

Rugendas, Johann Mori(t)z. Malerische Reise in Brasilien (Voyage Pittoresque dans le Brésil). Paris, Engelmann, (1827-)35. Gr.-2° (Blattgröße 34,5 x 50,5 cm). 2 Bll. Titel, 50, 38, 56, 32 SS. Mit

100 kolorierten Lithographien

nach Rugendas. Faksimile-Ausgabe in den Originalfarben und im Originalformat, erweitert um 8 unnum. Bll. portugiesische Zusammenfassung (9 SS.), Index (5 SS.) + Impressum. 1986. OHldr.-Bd. mit 5 Zierbünden u. Ldrecken., farb. marmor. Deckelbezug u. farb. Vorsatz sowie Goldschnitt in naturfarbener (hellgrau) OLwd.-Kassette (Schumacher AG Bern).

Johann Moritz Rugendas, Vue de Rio-Janeiro prise de la Rade
Vue de Rio-Janeiro prise de la Rade

Nr. 14/950 Explren. der Ordinärausgabe (Gesamtauflage 1050 Explre., die nur anfänglich mit Kassette ausgestattet waren). – Eine Tafel (Tl. IV, 2) mit zwei winzigen Knickspuren im breiten weißen Unterrand, sonst tadellos.

Die herrliche Suite unnachahmlicher Impressionen ,

„ (die) Darwin wieder einfiel(en), als er (1832) den südamerikanischen Dschungel betrat … (und)

deren tropischer Wald

Johann Moriz Rugendas, Brasilianischer Urwald
Forèt vierge près Manqueritipo dans la province de Rio de Janeiro

Darwin so beeindruckt hatte …

(und ihm) noch immer durch den Kopf ging, als er in den vierziger und fünfziger Jahren

die Evolutionstheorie im Stillen für sich ausarbeitete “

(Julia Voss in der FAZ vom 1. Juli 2008).

Johann Moritz Rugendas, Nègresses de Rio-Janeiro
Nègresses de Rio-Janeiro
Johann Moritz Rugendas, Costumes de Rio Janeiro
Costumes de Rio Janeiro

Wiedergegeben in rasterlosem Handfarbenlichtdruck. – Unterteilt in Landschaften – Portraits und Trachten – Sitten und Gebräuche der Indier (Indios) – Europäerleben – Sitten und Gebräuche der Neger und seinerzeit herausgegeben von Gottfried Engelmann (Mühlhausen 1788 – 1839), der den Steindruck unmittelbar bei seinem Erfinder Senefelder in München erlernt und ihn 1816 in Paris eingeführt hatte.

Johann Moritz Rugendas, Vue de Rio-Janeiro
Vue der Rio-Janeiro, prise près de l’Eglise de Notre-Dame de la Gloire

Die wundervolle Ausbeute von Johann Mori(t)z Rugendas’

(Augsburg 1802 – Weilheim 1858) 1. Reise (1821-1825), die er mit dem russischen Staatsrat und preußischen Generalkonsul in Rio de Janeiro, Georg Heinrich von Langsdorff, ins Innere Brasiliens antrat, um für diesen die Merkwürdigkeiten des Landes im Bilde festzuhalten. Diese Verbindung hatte zwar keinen Bestand, bildete indes den Auftakt jahrzehntelanger eigener Reisen in Mittel- und Südamerika, der wir eine unglaubliche Fülle von Zeichnungen verdanken, die „von höchstem Interesse (sind). In der charakteristischen und naturgetreuen Darstellung der Menschen-, Thier- und Pflanzenwelt fremder, zunächst tropischer Länder kann man ihm wenige gleichstellen“. Und schon anstehendes Werk

Johann Moritz Rugendas, Plantation Chinoise de Thè
Plantation Chinoise de Thè, dans le Jardin Botanique de Rio-Janeiro

„ … hatte den Künstler berühmt gemacht , (dessen Illustrationen) Menschen und Thiere, Gegenden und die üppige Vegetation jenes Landes mit voller Wahrheit und Treue zur Anschauung bringen “

(Nagler).

Daß es seine einzige Publikation blieb ,

Johann Moritz Rugendas, Vue de la Montagne de Corcovado
Vue de la Montagne de Corcovado et du Faubourg de Cadete, prise de la Carrière

macht sie so unendlich wertvoll .

Angebots-Nr. 29.055 / EUR  1580. / export price EUR  1501. (c. US$ 1618.) + Versand

Johann Moritz Rugendas, Vue de Rio-Janeiro
Vue de Rio-Janeiro, prise de l’Acqueduc

– – – Dasselbe als Nr. 889/950 Explren. der Ordinärausgabe in der originalen Kassette (sic!). – Abgesehen von nicht erwähnenswerter ca. 1 cm langer leichter Kratzspur im Längsschnitt tadellos.

Angebots-Nr. 29.062 / EUR  1580. / export price EUR  1501. (c. US$ 1618.) + Versand

Aquila Arpia. Vultur Arpya

Am häufigsten in Brasilien

Die Harpyie ,
Brasiliens Gavião-Real

Größter + kräftigster Greif Amerikas , Wappenvogel Panamas

Adler – Aquila Arpia. Vultur Arpya. Die mächtige Harpyie mit erbeuteter Antilope (?) in den Fängen auf tropisch bewachsener Lichtung. Dahinter aufragender Felsen. Aquarell. Kreidelithographie. Ca. 1870. Bezeichnet. 31,6 x 21,4 cm.

Mit Trockenstempel „Raimondo Petraroja Librajo / Enciclopedia d’istruzione / e di / educacione“ im weißen Unterrand. Hier auch schmaler schwacher Wasserrand und einige kleine Stockflecken. – Im linken weißen Oberrand 2,2 cm langer Einriß hinterlegt.

Angebots-Nr. 11.638 / EUR  189. (c. US$ 204.) + Versand

Brasilien - Sklavendiebstahl / Rio de Janeiro , 19. Dezember 1823
Fahndungs-/Haftbefehl für 3 Sklavendiebe und 20 Sklaven
Rio de Janeiro, 19. Dezember 1823

60 Jahre
Sklavenleben in Brasilien

7 höchst seltene Original-Dokumente

Sieben Dokumente zur Sklaverei in Brasilien. 19. Dez. 1823 – 2. Sept. 1884. Handschrift auf Papier (2) bzw. liniertem Papier (3) sowie handschriftlich ergänzter Formulardruck (2). 8° – Kl.-2°, davon 3 auf Doppelbogen.

Kulturhistorisch bedeutsamer Block aus der Spätzeit eines der dunkelsten Kapitel der Menschheitsgeschichte, das zu schließen „zuerst durch die Quäker angeregt“ wurde (Meyer) und ausgehend vom englischen Parlament seit 1788 zunehmende Ächtung erfuhr, um gleichwohl weitere hundert Jahre Geschichte zu schreiben und im nordamerikanischen Sezessionskrieg 1865 einen verlustreichst gegründeten dortigen Abschluß zu finden, zu dem anstehendenfalls Brasilien fast noch einer ganzen weiteren Generation bedurfte. Und selbst der Heilige Stuhl hatte erst 16 Jahre nach hiesigem 1823er Erstdokument 1839 gegen die Sklaverei Stellung bezogen.

In ihrer hier gegebenen zeitlichen Abfolge sind anstehende, thematisch weit gefächerte brasilianische Dokumente solchermaßen denn

beispielhafte Zeugnisse

einer auch dortigen allmählichen Abkehr von der Sklaverei ,

bewirkt nicht zuletzt auch dank sozialer und demographischer Veränderungen. So waren nach einer Volkszählung bereits 1872 rund drei Viertel aller Afrikaner und Brasilianer afrikanischer Abstammung Freie: die weitverbreitete portugiesische Praxis, Sklaven – vielfach durch Selbstkauf wie auch nachfolgend dokumentiert – freizulassen, um auf diesem Wege Arbeitskräfte für etwas verantwortungsvollere Beschäftigungen wie Aufseher, Gauchos oder Maultierführer zu erhalten, hatte ebenso wie der Umstand, daß Kinder freier Mütter gleichfalls frei waren, die Sklaverei längst von innen ausgehöhlt. Zudem war in der Endzeit die Beschäftigung weißer Arbeiter vielfach billiger geworden als Erwerb und Haltung schwarzer Sklaven.

Ihren ganz entscheidend zusätzlichen Wert

gewinnen die anstehenden brasilianischen Unikate

indes dadurch, daß zwei Jahre nach der 1888 erfolgten nunmehr endgültigen offiziellen Abschaffung der Sklaverei in Brasilien durch Kaiser Pedro II – vorausgegangen waren Verträge mit England aus bereits 1826 + 1830 und das 1871er Sklavenemanzipationsgesetz – die nunmehr republikanische Regierung anordnete,

„ alle mit dem Sklavenhandel verbundenen Dokumente

zu verbrennen ,

in der Absicht, die Sklaverei aus dem Angesicht der brasilianischen Geschichte zu löschen “

(Daniel Ruiz-Rosario, Grupo Capoeira Brasil San Antonio Texas).

Brasilien - Freilassungsbrief Brasilien - Freilassungsbrief
Freilassungsbrief über „72 … Sklaven beiderlei Geschlechts“
Fazenda da Onça em São José do Barreiro, 2. September 1884

Soweit der historische Rahmen der hiesigen Dokumente. Beginnend mit der Abschrift eines Fahndungs- + Haftbefehls für drei Sklavendiebe und ihre 20 Köpfe zählende Beute (Rio de Janeiro, 19. Dezember 1823), gefolgt von der Ernennung eines „Buschkapitäns“ (capitão do mato) im Bezirk Serra (7. März 1832), einem Polizeirundschreiben wegen Ergreifung und Überstellung eines Sklaven aus Itú (São Paulo, 20. März 1855), dem Heiratszertifikat des Vicars von Queluz über die erfolgte Trauung eines Sklavenpaars aus Naçãe (24. April 1865), dem Freiheitsbrief für die Hälfte einer ererbten Mulattensklavin (Barreiro, 3. Januar 1878), der teilquittierten Rechnung über Haftkosten an den Besitzer des für zehn Tage inhaftiert gewesenen Sklaven João (Casa de Detenção da Corte, 8. Juni 1878). Abgeschlossen von einem Freilassungsbrief für 72 namentlich genannte Sklaven „beiderlei Gaschlechts“ der Fazenda da Onça in São José do Barreiro nach Ableistung der „ihren Wert ausmachende(n) Dankesschuld in Diensten oder Geld … an meine Gläubiger“ (2. September 1884).

In dieser thematischen Variationsbreite schon für sich von großem Reiz

und speziell eben für die Geschichte Brasiliens als global auch kultur- und sozialgeschichtlich generell important, gewinnen anstehende Papiere noch an ganz erheblich zusätzlichem Wert, als – es sei wiederholt – auf Grund der nach Abschaffung der Sklaverei von der Regierung 1890 angeordneten Vernichtung sämtlicher entsprechender Unterlagen

„ heute nur wenige Dokumente

über die Sklaverei in Brasilien existieren “

(Daniel Ruiz-Rosario).

Die Chance einer diesbezüglich großartigen Sammlungsbereicherung mittels eines gleich ganzen Dokumentationsblockes liegt somit belegtermaßen auf der Hand. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 28.681 / Preis auf Anfrage

Germano Blum, Madonnen mit Kindern

Blum, Germano (?; Recife 1932/36 – Rio de Janeiro 1989). Madonnen mit Kindern. Um einen kahlen Baum vor aufgebrochenem eiförmigem Gebilde. Im Hintergrund Wolkenkratzer. Radierung. Bezeichnet: GerBlum. 13,5 x 7,6 cm.

„ 1967 … Stud.-Reise nach Europa … V. a. Arbeiten, die im Bereich des Phantastischen und Absurden angesiedelt sind “

(Kathrin Stöver, AKL XI [1995], 623).

Angebots-Nr. 15.290 / EUR  98. (c. US$ 106.) + Versand

Johann Elias Ridinger, Gürteltiere

Endemisch in Nordost-Brasilien

Das Brasilianische Dreibindengürteltier

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Schild-Ferkel oder Panzer-Thier. Ersteres auf niedrigem Stein nach rechts, das andere am Boden nach links. Kolor. Radierung/Kupferstich. Bezeichnet: ARMADILLA Orientalis. / * TATU porcinus, TATU simplie: / ** TATU porcinus, omnium pulcherimus. / Ventres pilosi optime observati. // Schild-Ferkel / oder Panzer-Thier. // Cochon écaillé / ou cuirassé. // Familia III. Vierzähige. // J. El. Ridinger fec. et exc. A. V. 31,5 x 21,2 cm.

Thienemann + Schwarz 1042. – IM  RIDINGER’SCHEN  ORIGINAL-KOLORIT  des seit 1754 entstandenen und nicht vor 1773 endgültig postum abgeschlossenen , unnumerierten Kolorierten Thier-Reichs („Vollständige Exemplare sind fast unauffindbar“, so Weigel, Kunstkat., Abt. XXVIII, Ridinger-App. 63a als lediglich 120blätt. Torso, 1857 ! , doch auch nur schon Einzelblätter nur sehr selten am Markt, bei niemeyer’s derzeit gleichwohl das eine wie die andern). – Eine entgegen Ankündigung unkoloriert gebliebene Zweitausgabe von den nunmehr unter Fortfall selbst von Tieren verkürzten und ohne die Ridinger-Signatur anders betitelten, jedoch numerierten Platten erschien 1824/25 bei Engelbrecht/Herzberg in Augsburg.

Ridinger, Gürteltiere (Ausschnitt)
Gürteltiere: rechts das Brasilianische Dreibindengürteltier (Ausschnitt)

„ Welches Gürtelthier a) darstellen soll, vermag ich nicht zu ermitteln, b) ist das Roll-Gürtelthier, Dasypus tricinctus (= das im Nordosten Brasiliens endemische

Brasilianische Dreibindengürteltier

bzw. Dreibinden-Kugelgürteltier als zugleich seltenste Art der Gürteltiere) “

(Thienemann).

Mit Wz. Straßburger Lilie über Wappen + C & I Honig als jener festen holländischen Papier-Qualität, wie sie Ridinger entsprechend seiner Vorrede zu den Hauptfarben der Pferde

„wegen der feinen Illumination“ für die kolorierten Werke

verwandte, „weil es hiezu das anständigste und beste ist“. – Dreiseits 2-2,7 cm, unten 4,5 cm breitrandig. – Einige kleine Braunflecken/Stippel fast nur im linken weißen Papierrand.

Angebots-Nr. 16.138 / EUR  430. / export price EUR  409. (c. US$ 441.) + Versand


“ I am curious as to the history of this (original Ridinger printing) plate (I just bought) and the others you have offered. Did you purchase them from the Ridinger estate (indirectly, indeed) or a private collector? These are truly rare one of a kind pieces ”

(Mr. L. A. F., October 28, 2003)