English

« Der ist toll ,
der auf die Zahmheit
Bellecroix, Wölfe im Nebel
Ernest Bellecroix, Wölfe im Nebel

eines Wolfs baut »

King Lear
3. Aufzug , 6. Auftritt

Prokofieff’s musikalisches Märchen Peter und der Wolf steht nicht nur auf dem Speisezettel der Kleinen. Doch wie diese aus ihren Kinderschuhen herauswachsen, so mauserte sich für deutsche Lande auch die Harmonie des Märchens von einst zu hautnaher Aktualität von heute für alles nicht Wehrhafte, was Läufe hat. Und Großvaters Mahnung an Peter, Wenn nun der große graue Wolf aus dem Walde kommt, was dann …? ist die Frage des Tages.

DIE WELT gab mit Stefan Aust’s großem Artikel Warum unser Umgang mit Wölfen extrem gefährlich ist eine Antwort in Klartext, nachzulesen schon seit 6. September letzten Jahres.

Jagdmuseum Schloß Stainz, Dépendance des Grazer Universalmuseum Joanneum , hingegen läßt uns vorerst noch zappeln, bevor es ab kommendem 2. April in großer Sonderausstellung Der Wolf die seinigen Akzente lüftet.

niemeyer’s aber hält’s mit Jahrzehnte zurückliegendem Rat der Insulaner Günter Neumann’s: schlag nach bei Shakespeare – da steht was drin. Siehe oben.

Der Durchbruch gelang 2003 — er wurde Tier des Jahres

Doch
Wolf bleibt Wolf

Verdammt ausdauernd , aggressiv — und blutrünstig

Und hiergewollt längst nicht mehr heimlich + scheu

Ridinger, Wölfe

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Wölffe von 3. bis 4. Iahren und ausgewachsenen Alter haben auf einmahl 8. bis 9. Iunge, leben bis 20. Iahr. Von Felsen umgeben fünf heulende Wölfe in abwechselnder Stellung. Radierung und Kupferstich. (1736.) Bezeichnet: Cum Priv. Sac. Cæs. Majest. / I. El. Ridinger invent. delin. Sculps. et excud. Aug. Vind. 34,5 x 42 cm.

Thienemann + Schwarz 216. – Blatt 21 der Folge Betrachtung der Wilden Thiere. – Titel in dt.-franz.-lat. Paralleltext. – 14-Zeiler von Brockes in Deutsch.

Thienemann’s „schauerliche Scene“ als landschaftlich gleichwohl außerordentlich schönes Szenarium in dreiseits 2,7-3,2, rechts 5,5 cm breitrandigem Abdruck von leuchtend-herrlicher Qualität und damit Seltenheit. – Schwarz’ vorangestellte Signaturangabe mit „inv.“, „pinx.“ + „s“culps. statt, wie hier, „invent.“, „delin.“ + „S“culps. wohl nur irrtümlich pauschalierend.

Angebots-Nr. 15.589 / EUR  690. / export price EUR  656. (c. US$ 790.) + Versand

– Dasselbe als nicht gelaufene Tiefdruck-Postkarte nach Ridinger bei Felsing, Berlin. Ca. 1900-1920.

Angebots-Nr. 28.466 / EUR  29. (c. US$ 35.) + Versand

Die Wolfsjagd als erstes Lehrstück

Thoman(n) von Hagelstein, Ernst Philipp (1657 Augsburg 1726). Lehrstücke des Jagens. Folge von 4 Blatt. Schabkunstblätter in Braundruck. Blatt 1 bezeichnet: E. P. Thoman. excudit. 35,2 x 49,7 cm bzw. (Bll. 1-3) Bildgröße 34,3-35 x 49-49,4 cm.

Schwerdt III, 171, a (Baillie-Grohman’s Exemplar; „A complete and interesting set“). – Zwecks Einpassung in einen Sammelband dreiseits auf Plattenkante (nur Blatt 4 mit feinem Rändchen) und unten unter Verlust der deutschen Vierzeiler + der Numerierung (Schwerdt: N.1–N.4) geschnitten, alt auf Bütten montiert und mit Bisterlinie eingefaßt. Im weißen Oberrand alte Inv.-Beschriftung (Nro 1, 7, 8, 6/Tom: X/Fol 88, 94, 95, 93), gleichfalls in Bister. – Geglättete Mittelfalte.

Bildlich + instruktiv prächtige Folge

Ernst Philipp Thoman von Hagelstein, Wolfsjagd

von complett allergrößter Seltenheit

(hier nur das heute im British Museum befindliche Schwerdt-Baillie-Grohman’sche Exemplar nachweisbar) in den schönen Drucken eines umfassenden alten Bestandes, reich nuanciert in seinem Hell-Dunkel und, wie alle Schabblätter Ernst Philipp’s – „eine(r) der besten Künstler seiner Zeit“, Nagler – , auch nur einzeln, wie hier in 57 Jahren gleichfalls noch nicht vorgelegen, außerordentlich selten. So denn auch nur ein anderweitiges Blatt unter den rund 27600 der Abt. I-XXVIII des Weigel’schen Kunstlager-Catalogs (1838/57; per 6.211 das Portrait Rauner als auch Nagler einzigbekanntes Blatt + per 19.715 vom Sohn Tobias Heinrich „Marder, Taubennest ausnehmend“).

Wolfsjagd

Im Vordergrund drei Wölfe beim angepflockten, von zwei Schützen gedeckten Ziegenbock als Köder, davon einer bereits erlegt; im Mittelfeld von Reiter geschleiftes Luder mit von drei Schützen begrüßten gleichfalls zweien; zurückgesetzt bei Anwesen die Hatz auf einen seitens Meute und Jagdhelfern, letztere bewaffnet mit Pike, Dreschflegel und Netz. – Seitlich rechts ganz leicht berieben und ein haarfeines kleines Fältchen.

Ferner Fuchsjagd , Hasenjagd sowie Dachs- + Igeljagd (letztere „Sehr selten und noch nie auf einer Abbildung von mir gesehen“, so (Renate Seemann, Naturhistorische Landessammlungen Müritzeum).

Über obige individuellspezifische Seltenheit hinaus von zugleich genereller als Ausfluß der Schabtechnik selbst. Bezifferte doch schon 1675 der Praktiker von Sandrart „saubere Abdrucke“ der samtenen Schabkunst auf nur etwa „50 oder 60“ (!). „(H)ernach aber schleift (das Bild) sich bald ab, weil es nicht tief ins Kupfer gehet“. Entsprechend denn 1856 Thienemann auf Ridinger bezogen :

„ Die Schwarzkunstblätter sind im Handel fast gar nicht mehr … zu bekommen … und (deren) bei Weitem größten Theil … (habe ich) allein (im Kupferstichcabinet Dresden) gefunden. “

Angebots-Nr. 28.996 / Preis auf Anfrage

Diese Spezie tut , was sie immer tat .

So, wie hier beispielsweise erinnerlich, Anfang der 2000er in der Oberlausitz, Sachsen, mit

Jules Gélibert, Loups aux Carnage
Jules Gélibert, Les Loups aux Carnage

27 Schafen in einer Nacht

da nun einmal

„ ungemein blutdürstig … Dabei würgt er viel mehr, als er fressen kann … Den Menschen vermeidet er soviel wie möglich;

ein Weib oder Kind greift er wohl an ,

aber an den Mann gehen in der Regel nur vom Hunger gepeinigte Meuten, nicht leicht einzelne Wölfe.

Er zeigt ebenso große List , Schlauheit und Frechheit

wie der Fuchs … vom Hunger gestachelt, wird er … mutig, tollkühn und trotzt dann jedem Schreckmittel … Gewöhnlich zeigt sich der W. der Sage

diabolisch ,
bald falsch und boshaft , bald als ein Narr “

( Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., XVI [1890], 721 ).

Aber das ist natürlich 126 Jahre her. Und so gilt’s unter seinen heutigen Beschützern als ausgemacht :

Gefährlich ?

Der Hund, ja. Der Wolf nimmermehr! Und so er nicht von selbsten geht, wird sein Thema akut bleiben. Verdeutlichend , wie’s diese Spezie hält :

Rein immer , raus nimmermehr .

Diesen  Spieß  umzudrehen  es  einsten  usus  war . Und von der Kunst klipp + klar gekupfert wurde .

Loups, Une Battue aux. Im Vordergrund hat einer der Jäger einen Wolf an einem Hinterlauf gepackt und legt auf ihn an. Die Meute kommt hinzu. Getönter Holzstich von Jules Huyot (Toulouse 1841 – Eaubonne 1921) nach Jean Edouard Dargent, gen. Yan’Dargent (St.-Servais, Bretagne, 1824 – Paris 1899). Ca. 1870. Signiert. 31,5 x 21,7 cm.

Angebots-Nr. 6.150 / EUR  118. (c. US$ 142.) + Versand

Das an einer Kette befestigte Eisen schnürt den Hals zu

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Der Wolff in dem Schlag-Eisen. Radierung und Kupferstich. (1750.) Bezeichnet: Joh. El. Ridinger inv. del. sculps. et excud. Aug. Vind., ansonsten wie vor. 24,9 x 36,4 cm.

Ridinger, Wolf im Schlageisen

Thienemann + Schwarz 85; Schwerdt III, 135, 17 („A rare set, of importance to those who are interested in the various methods of trapping wild animals“). – Blatt 17 der Fangarten-Suite, von Halle in München 1928 als die „Seltenste aller Jagdfolgen Ridingers“ angesehen (LXVIII/323). – Instruktiver 6zeil. Untertext. – Kontrastreicher Abdruck. – Ausbesserungen im Rand links und links unten, teils auch noch den weißen Plattenrand tangierend.

Angebots-Nr. 28.010 / EUR  445. / export price EUR  423. (c. US$ 509.) + Versand

– – – Dasselbe auf festem Linienpapier mit gr. Lilien-Wasserzeichen. – Dreiseits 12 mm, unten 4 mm Rand zusätzlich zum 5 mm breiten weißen Plattenrand. – Zwei vom Druck herrührende, noch in das Bildfeld reichende Quetschspuren nur im Untertext andeutungsweise wahrnehmbar. – An bzw. bei der linken Unterecke restaurativ ergänzte kleine Ausrisse im weißen Papierrand.

Angebots-Nr. 16.150 / EUR  445. / export price EUR  423. (c. US$ 509.) + Versand

Der Wolf
ist schon an der Kehle gepackt

Sennenhunde im Kampf mit einem Wolf. Vom Haus kommt der Senn mit Gewehr hinzu. Getönter Holzstich nach Friedrich Specht (Lauffen am Neckar 1839 – Stuttgart 1909) bei A. Cloß, Stgt. (1875/76.) Bezeichnet: FSpecht (ligiert), ansonsten typographisch wie vor. 27,3 x 20,3 cm.

Nr. 9.549 / EUR  84. (c. US$ 101.) + Versand

Loups au Carnage, Les. In Berglandschaft von Wölfen überfallene Herde Schafe und Ziegen. Getönter Holzstich von Jules Huyot (Toulouse 1841 – Eaubonne 1921) nach Jules Gélibert (Bagnères-de-Bigorre 1834 – 1916). Ca. 1870. Signiert. 22 x 32 cm. – Thieme-Becker XIII, 365: (Gélibert) malt fast ausschließlich Tier- und Jagdbilder …

Angebots-Nr. 6.149 / EUR  118. (c. US$ 142.) + Versand

– Dasselbe als ohne Tonplatte gedruckt

Angebots-Nr. 11.222 / EUR  91. (c. US$ 110.) + Versand

Deren erster bereits in die Grube stürzt

Johann Elias Ridinger, Der Wolf in der Grube zu fangen

Ein Zeichnungs-Unikat von höchster Güte

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Der Wolff in der Grube zu fangen mit dem Schafe. Lavierte Tuschpinsel- und Bister-Federzeichnung. Rückseits mit Graphit hs. bezeichnet wie vor. 292-295 x 422-423 mm.

Auf leichtem Bütten mit umlaufend bis zu 17 mm breitem Rand. – Stecknadelkopfkleines Löchlein, geglättete Längs- und Querfalte und gesamthaft etwas zeitspurig, die Bildwirkung indes praktisch nicht beeinträchtigend. Vom früheren Unterlagekarton ganz schwach durchgeschlagene Stockflecken bis auf einen nur rückseits wahrnehmbar.

Malerisch ganz vollkommen durchgeführte , herrliche Arbeit

als Ursprungszeichnung  vor  deren zwecks Plattenübertragung seitenverkehrter Umzeichnung für die gleichnamige Radierung Thienemann 41 als der großen Version der beiden Wolfsgruben-Blätter der ab 1729 erschienenen Fürsten Jagd-Lust und in solch vollendeter Ausarbeitung in Verbindung mit einer Graphik

heute auch im Ridinger-Œuvre zu den größten Seltenheiten zählend .

Angebots-Nr. 15.450 / Preis auf Anfrage

„ … findet er einen so guten bißen
wird er eine(n) Sprung darauf hinein thun “

– – – Wie der Wolff mit der Enten auf die Scheiben gebracht und in der Grube gefangen wird. In dichter Waldstaffage springt von rechts ein Wolf nach der auf der sich nunmehr senkenden Scheibe angebundenen Ente. Über dieser an einem Ast ein Luder, rechts außen ein zweiter Wolf. Radierung + Kupferstich von Martin Elias Ridinger (1731 Augsburg 1780). (1750.) Bezeichnet: Joh. El. Ridinger inv. et del. / Mart. El. Ridinger sculps. Aug. Vindel., ansonsten wie vor und unten. 24,5 x 36,7 cm.

Ridinger, Wie der Wolf mit der Ente in der Grube gefangen wird

Thienemann + Schwarz 84; Stubbe, Die Jagd in der Kunst – Johann Elias Ridinger, 1966, Tafel 10; Rid.-Kat. Darmstadt, 1999, V.17 nebst Abb.; Rid.-Kat. Kielce, 1997, 36. – Blatt 16 der 30blätt. Fangarten-Suite, jenes „schöne und merkwürdige Blätter (enthaltenden) höchst interessanten Werkes … nach dem Leben gezeichnet“ (Nagler). – Herrlicher , breitrandiger Abdruck . – Mit 6zeil. Untertext:

„ Die Wolffsgrube solle angeleget werden an orten da weder Menschen noch anderes, sonderlich hoch Wild nicht so leichte hinkom(m)en … es sollen aber dise Gruben 12. bis 14. Schuh tief u: im diametro fals sie rund 8. bis 9. Schuhe haben … wo die Natur nicht selbst Anleitung gibet … merket man das der Wolff das Luder genom(m)en, so mag man ihme eine lebendige Gans oder Lam(m) auf die scheibe anbinde(n), findet er einen so guten bißen wird er eine(n) Sprung darauf hinein thun, sobald drehet sich die scheibe, daß er abfallen u: sich in der Grube muß gefangen geben. “

Angebots-Nr. 15.851 / EUR  560. / export price EUR  532. (c. US$ 641.) + Versand

– – – Dasselbe in schönem Abdruck auf festem Linienpapier. – Dreiseits 3,3-4,3 cm breitrandig, links mit 0,8-1 cm zuzüglich des 9 mm breiten weißen Plattenrandes schmalrandiger. Die linke Unterecke zudem mit schmalem, 7 cm langem diagonalen Abschnitt.

Angebots-Nr. 16.149 / EUR  510. / export price EUR  485. (c. US$ 584.) + Versand

Im Nordosten Deutschlands gibt es immer mehr Wölfe. Michael Sack lebt im Peenetal, das sich die Natur seit rund 20 Jahren zurückholen darf. Zurück gekommen ist unter anderem der Biber, und das mittlerweile in so großer Zahl, dass er ein Problem darstellt. Doch wenn eine Art erst einmal auf der Roten Liste der bedrohten Tiere steht, komme es nie wieder runter, so Michael Sack, Bürgermeister der Stadt Loitz. Und:

„ Ich sehe das Problem bei den Wölfen ganz krass auf uns zukommen .

Also das Ding ist nicht gut , was da läuft . Überhaupt nicht gut .“

(Silke Hasselmann, Von blauäugig bis hysterisch, Deutschlandfunk, 2. Juli 2015).

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Ein umher streichender Wolff. Vor felsigem Umfeld. Radierung + Kupferstich. (1740.) Bezeichnet: J. E. Ridinger inv. fec. et exc. A.V. / N.68., Titel wie vor. 18,5 x 14,5 cm. – Thienemann + Schwarz 458. – Blatt 68 des Entwurfs einiger Thiere. – Großes figürl. Wz. – Herrlicher, breitrandiger Abdruck der 1. Ausgabe.

Angebots-Nr. 7.314 / EUR  175. (c. US$ 211.) + Versand

– – – Dasselbe, doch von späterer Hand in attraktiver sujetgemäßer Palette koloriert wie ziemlich ungewöhnlich für originale Drucke. – Abdruck der 1. Ausgabe auf feinem Bütten.

Angebots-Nr. 15.738 / EUR  180. (c. US$ 217.) + Versand

Wölfe in nebligem Umfeld
— nach Bedarf windend

Deren zwei bei durchgekommenem Mond vor nur schemenhaft erkennbarem Gehöft. Holzstich von Jules Huyot (Toulouse 1841 – Eaubonne 1921) nach Ernest Bellecroix (Alençon, Orne, 1837 – nach 1877?). Ca. 1870. Bezeichnet: Er. Bellecroix / Huyot., ansonsten wie vor. 14,8 x 21,8 cm. – Abdruck von 1873.

Angebots-Nr. 11.221 / EUR  65. (c. US$ 78.) + Versand

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Ein auf den Raub laurender Wolff. Halb verdeckt vom Geäst einer alten Eiche. Kolor. Radierung + Kupferstich. (1740.) Bezeichnet: J. E. R. fec. / N. 69., sonst wie vor. 18,5 x 15,1 cm. – Thienemann + Schwarz 459. – Blatt 69 (in späterer Ausgabe 59) des Entwurfs einiger Thiere. – Abdruck der 1. Ausgabe auf feinem Bütten. – Von späterer Hand in attraktiver sujetgemäßer Palette koloriert wie ziemlich ungewöhnlich für originale Drucke.

Angebots-Nr. 15.739 / EUR  170. (c. US$ 205.) + Versand

Ridinger, Wolf den Raub verzehrend

– – – Ein Wolff den Raub verzehrend. In felsigem Waldambiente lustvoll einen Rehbock aufreißend. Kolor. Radierung/Kupferstich wie vor. – Thienemann + Schwarz 460. – Blatt 70 (in späterer Ausgabe 58) der Folge.

Angebots-Nr. 15.740 / EUR  180. (c. US$ 217.) + Versand

» Es ist nur zu verständlich ,

dass die Wölfe die Abrüstung der Schafe verlangen ,

denn deren Wolle

setzt dem Biß einen gewissen Widerstand entgegen «

Gilbert Keith Chesterton

Isegrim. Vor winterlich verschneitem Stangenholz mit Blick auf den Betrachter verhoffend. Getönter Holzstich von Jules Huyot (Toulouse 1841 – nach 1882) nach Jules Gélibert (Bagnères-de-Bigorre 1834 – 1916). Ca. 1870. Bezeichnet: JHuyot. / Jules Gélibert. 14 x 22 cm. – Im weißen Rand schwach stockig. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 11.975 / EUR  87. (c. US$ 105.) + Versand

– – – Dasselbe, doch ohne Tonplatte, aber mit typographischer Bezeichnung „Isegrim“.

Angebots-Nr. 11.220 / EUR  65. (c. US$ 78.) + Versand

Tempesta, Wolfsjagd mit Luder

Die Bejagung des Wolfes

Vorn links mittels Gewehr unter Darstellung auch der Handhabung des Ladestockes, dabei schon ein erlegter. Im Mittelgrund folgen zwei dem von Reiter geschleiftem Schafluder, beobachtet von einem im Baum ansitzenden Schützen. Zurückgesetzt soll ein im Wolfseisen gefangener erschlagen, alternativ mit dem Spieß erledigt werden. Radierung nach Antonio Tempesta (Florenz 1555 – Rom 1630) von bzw. bei Claes Jansz. Visscher de Jonghe (1586 Amsterdam 1652). (1639.). 10,5 x 14 cm.

Schwerdt II, 251 („proof impressions“). – Auf feinem, breitrandigem Bütten mit typograph. Wz. (weitere hier verfügbare Blätter der Folge teils mit einseits von Löwen flankiertem Wz. des Amsterdamer Wappen).

Höchst instruktives und auch malerisches Blatt ,

aus dem zweiten Teil der insgesamt 32 Tafeln umfassenden Folge der Aucupationis Multifariæ Effegies Artificiosissimé depictæ et inventæ ab Antonio Tempesta Florentino und hier wie bei Schwerdt vorliegend in

Frühdruck vor der Schrift

mit lediglich der Nummer „12“ rechts im breiten weißen unteren Plattenrand aus der von Lugt nicht identifizierten Sammlung „EK“ mit deren rückseitigem kleinen schwarzen runden Monogramm-Stempel (ligiert, Lugt 3549, Zeichnungen und Grafik des 17.-19. Jhdts.) sowie irriger Zuweisung an Christoffel van Sichem „1550 – 1600 / Delft – Augsburg“ in Bleistift.

Angebots-Nr. 28.558 / EUR  135. (c. US$ 163.) + Versand

Dito nächst einer Schafherde vor Baulichkeit unter Gebrauch des Schwertes und von Spießen, der Verfolgung zu Pferde und

des Treibens ins Netz .

In der großen Gruppe vorn geht der schon attackierte Wolf noch das Pferd an. Ganz zurückgesetzt ein Kirchdorf. Radierung wie vor. 10,8 x 14 cm. – Blatt 9 der Folge in Frühdruck vor der Schrift wie vor.

Angebots-Nr. 28.559 / EUR  125. (c. US$ 151.) + Versand

– Wolfsrudel unter den Rindern, Ziegen und Schafen nächst einem Anwesen, vor dem zwei Hirten nebst Hund von all dem keine Notiz nehmen. Radierung wie vor, jedoch als Blatt 10 des ersten Teils der um 1627 bei Pieter Goos in Amsterdam gedruckten Folge der Venationes Ferarum, Avium, Piscium pugnæ Bestiariorum et mutuæ Bestianrum delineatæ ab Antonio Tempesta. 9,3 x 14,7 cm. – Mit dem Wasserzeichen des Amsterdamer Wappens mit Löwen. – Frühdruck vor der Schrift wie vor.

Angebots-Nr. 28.560 / EUR  99. (c. US$ 119.) + Versand

Wolfs-Jagd —
Priorität im Sachsen der Ridinger-Zeit

Augustusburg – Schellenberg – Bestallung vor den Zeugknecht zu Dorf Schellenberg unterm Ambte Augustusburg, Adam Gottfried Dietzen seitens Friedrich August (II., Kurfürst von Sachsen; 1696-1763, Sohn August des Starken) König in Pohlen, Groß=Hertzog in Litthauen, Reußen, Preußen etc. etc. So geschehen zu Dreßden, am 7. Augusti Ao. 1742. Handschrift auf Papier. 32 x 20,3 cm. Kalligraph. Titelblatt + 5 unnum. Bll., davon die beiden letzten weiß. Mit Unterschriften des Johann Christian Frhr. von Hennicke als seit 1737 Wirklicher Geheimer Rat und Conferenzminister und eines Nicolaus Krug… . Kordelheftung.

Bestallung vor den Zeugknecht Augustusburg

„ Bekennen und thun kund, daß Wir Unsern lieben getreuen Adam Gottfried Dietzen zu Unserm Zeug=Knecht in das Amt Augustusburg bestallet und angenommen … Vornehmlich aber der einst (?) beschieden seyn soll, daß er auf den zu … Augustusburg befindlichen Jagd=Zeug wohl acht habe und solchen in guter Warthung halte und daran füge, daß bey vorfallendem Gebrauch nichts von Henden komme oder ver… werde, aber, da er solches von einem und dem anderen inne (?) würde, dieselben anzeigen, damit sie zur gebührenden Straffe gezogen werden mögen. So hat er sich auch so Tags als Nachts … bey allen …

Wolffs= und andern Jagen

… und wie sie Nahmen haben mögen, treulich, fleißig und redlich, das anbefohlene zu verrichten, Auch bey Nachts das Jagen fleißig zu begehen, und wo er aber mercket, daß das Wildpreth Löcher durch den Zeug gemachet, oder das selbige niedergeleget, solches also, bald anzuzeigen. Bey Fortschaffung des Jagd=Zeuges daran füge, daß derselbe recht nach Jägers Brauch nicht allein geladen sondern auch richtig an die Orthe, dahin es befohlen, geschaffet werden. Wie er denn auch solchen Zeug und Vaden (?) nebst allem Zugehör,

absonderlich bey Wolffs-Jagen

fleißige Aufsicht zu haben … und wofern er naß geworden, nicht auf dem Wagen liegen bleibe, sondern so bald möglich abgetrocknet und an solche Orthe, da er vor Feuers=Gefahr sicher sey, aufgehänget werden. So soll er … (auch) daran seyn, daß bey denen Jagen nichts verabsäumet werde und

die Unterthanen beym Stellen , Treiben und der Anfuhre ,

ihnen Fleiß und Schuldigkeit vorweisen. Außerdem hat er sich so Tags als Nachts an dene Orthe, wo der Jagd=Zeug sich befindet auf zu halten … und seine Pflicht mit sich bringet zu thun, welches er denn auch also versprochen und zugesaget, mit einem leibl. Eyde bekräfftiget und darüber einen schrifftlichen Revers ausgestellet.

Dargegen und damit er solches Dienstes desto fleißiger obwarthen möge, wollen Wir ihme jährlich Dreyzehen Thaler … aus Unserer Renth=Cammer gegen seine Quittung reichen und folgen laßen. Zu Uhrkund ist diese Bestallung mit dem Cammer=Secret bedencket worden. “

274 jähriges individuelles Jagd-Dokument

für den Alltag vor Ort, sprich, für das von Kurfürst August I. von 1568-1572 auf dem rund 500 m hohen Schellenberg errichtete Jagdschloß Augustusburg mit seinem heute 130,6 m tiefen Brunnen als nach dem der Festung Königstein (siehe auch des Freiherrn Kyaw’s Des welt-berühmten Königsteiner Brunnens Anrede aus seiner Tieffe, ca. 1715-1733) zweittiefsten Sachsens (Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., XIV [1889], 180 m Tiefe).

Der Unterzeichner Hennicke (Halle 1681 – wohl Dresden 1752), Sohn eines untergeordneten Salzwerk-Bediensteten, wurde 1728 vom Kaiser geadelt, 1741 in den Freiherrn- und 1745 in den Grafenstand erhoben. Anstellig zu allen Diensten, war er Günstling der Königin und des Grafen Brühl, letzterem er denn auch „bei dem schmutzigen Handel, den dieser sich nach dem Heimfall des weißenfelser Landestheils 1746 erlaubte (diente) und dabei auch seinen eigenen Vortheil“ wahrnahm (ADB XI [1880], 773). Als Conferenzminister agierte er in der Geheimen Konferenz als dem obersten Gremium des Kurfüstentums.

Von dem erwähnten Siegel nur noch dessen große Rundform mit letzten roten Lackresten vorhanden. Randseits zwischen den beiden Unterschriften wiederholter obiger Titel. Auf der Schlußseite die Ausfertigungsgebühr „Zwey Thaler 1 Gr…“ nebst evt. Namenskürzel.

Umschlag und letztes weißes Blatt braun- und schmutzfleckig, die äußere rückseitige Umschlagseite durchgängig und sehr stark und oben mit 9 x max. 4,5 cm Ausriß, restauriert mit zeitgenöss. Bütten. Der Textteil der gut lesbaren Handschrift selbst auf drei Seiten mit altersfleckigem Randstreifen, sonst praktisch frisch. Wage- und senkrechte alte Faltspuren. Unbeschadet dessen absolut kein Ärgernis in der Sammlung.

Angebots-Nr. 15.780 / EUR  630. / export price EUR  599. (c. US$ 721.) + Versand

» Seit Karl dem Großen

gehörte die Bekämpfung der Wölfe,

genauso wie die Bekämpfung der äußeren Feinde,

zu den zentralen Staatsaufgaben.

Das Wiederauftauchen der Wölfe war ein Zeichen dafür,

dass die gute Ordnung zerbrochen war. «

Eckhard Fuhr, Die Rückkehr der Wölfe

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Der einsprung eines Wolffs Garten. In mondhellem dichten Wald von hohen Palisaden umgebener Raum mit dem Wolf am toten Schaf, zu einem noch auf dem Absprung stehenden zweiten hinaufgiftend. Radierung + Kupferstich. (1729.) Bezeichnet: Avec privil de Sa. Maj. Imp. / I. El. Ridinger inv. pinxit Sculps. et excud. Aug. Vind., ansonsten wie vor nebst mehrzeil. dt.-frz. Untertext. 34,4 x 42,8 cm.

Thienemann + Schwarz 40; Schles. R.-Slg. bei Boerner XXXIX (1885), 1772 (nur als Neuabdruck); Weitz, Aus der Jagdgschichte des Vogelsberges, Museum Jagdschloß Kranichstein, 2006, blattgroße Abb. S. 11.

Ridinger, Einsprung eines Wolfsgarten

Das instruktive malerisch schöne große Blatt

28 der Fürsten-Jagd-Lust als Ridinger’s erster selbst in Kupfer übertragenen und zudem selbst verlegten, lehrbuchartig konzipierten Jagd-Folge in herrlichem Druck von auch schönster Breitrandigkeit: 3,5-6 cm oben + unten, 8,5-9,5 cm seitlich, dabei im Außenbereich, namentlich unten und rechts, leicht stockstippig. Vereinzelte Kleinsteinrisse im Unterrand säurefrei unterlegt.

„ Es hat diser mit dem einsprung des Saugartens (Blatt 20 der Folge) fast gäntzliche gleichheit … vermercket er seinen arrest, hebt er nach verzehrtem raube und seiner gewohnheit jäm(m)erlich an zu heulen wordurch man in die weise sonderlich des nachts seinen arrest vernehmen, denselben lebendig einfangen oder

mit grosser plaisir zum Schuß bringen kan ,

diese invention ist sehr gut viele miteinander zu fangen, Weydmännische wörter von ihme sind zum theil diese … und dergleichen mehr. “

Angebots-Nr. 15.017 / verkauft

„ Gleichwie der Wolff ein sehr … listiges Thier ist “

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Die Wolffs=Falle oder Grube. „Gleichwie der Wolff ein sehr gefrässiges hungeriges und listiges Thier ist, also wird von guten Weydmän(n)ern

seine schlaue List mit Gegenlist …“

In gebirgiger Landschaft bemühen sich vier Wölfe um die auf einer Wolfsscheibe befindliche lebende Ente oder Gans, erwartet von drei im Anstand liegenden Jägern und ihrem Wolfshund. Radierung + Kupferstich. (1729.) Bezeichnet: avec privil. de Sa. Majeste Imperl. / Ioh. El. Ridinger inv. pinx. sculps. et excud. A.V. /, ansonsten wie vor und mit dt.-franz. Lehr-Untertext. 30,1 x 22,7 cm.

Ridinger, Wolfsfalle oder -grube

Thienemann + Schwarz 18; Katalog Weigel XXVIII (1857), Ridinger-Appendix 3A. – Aus der unnumerierten 36blätt. Fürstenlust , seitens der Literatur als deren Blatt 6 geführt, und hier eines der 8 kleinen Formate, wie von Ridinger offenbar bewußt konzipiert und nicht etwa als Startversuche gedacht, wie von Thienemann vermutet.

Eine Ende der 50er am Markt gewesene formatentsprechende, bildlich noch abweichende – nur ein Wolf, keine Jäger – 1728er Zeichnung war bezeichnet mit Wie der Wolff mit der Gans auf die Scheiben gebracht und in der gruben gefangen wird. Die sujetgleiche Wiederholung Th. 84 der 1750er Fangarten-Suite hingegen spricht bei gleichem Text von Ente.

Früher Abzug tief gestaffelten Hell-Dunkels auf ganzem Bogen (40,3 x 50,3 cm) im Sinne der Weigel’schen A-Qualität („Alte Abdrücke mit dem ursprünglichen Titel. Das Papier hat Linien als Wasserzeichen.“) mit Wz. (Straßburger?) Große Lilie. Im Interesse optisch ausgewogenerer Blatt-Proportion wurden die Halbformate später auf nicht bindekonformem kleineren Papier gedruckt.

Angebots-Nr. 15.462 / verkauft

„ Es ist kein Märchen, dass sich inzwischen Begegnungen zwischen Wolf und Mensch häufen. Im Land und auf der Heide, aber auch mitten im Dorf. Waren es vor kurzem noch einzelne Wölfe, so treten sie inzwischen auch rudelweise auf, wie ein Video aus der Lüneburger Heide dokumentiert … “

(Stefan Aust, Warum unser Umgang mit Wölfen extrem gefährlich ist in DIE WELT, 6. Sep. 2015).

Der Wolf —

wiederbelebtes Idol des wohl besser wolfstot sein sollenden

1000jährigen Reiches ( sic ! ) und namentlich dessen Unperson !

Charmant , charmant ! !

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Der Wolff. In dichtem Wald bedrängt von 9köpfiger Meute, deren einer erledigt ist. „Er wehrt sich tapfer, aber er wird … unterliegen“ (Th.). Radierung + Kupferstich. (1761.) Bezeichnet: J. E. Ridinger inv. del. sc. et exc. A.V. 28,7 x 25 cm.

Thienemann + Schwarz 145. – Blatt 7 der Von verschidenen Arthen der Hunden behæzte jagtbare Thiere. – Instruktiver ausführlicher Untertext

Ridinger, Wolf

unter namentlicher Aufzählung der hierfür geeigneten verschiedenen Hunde .

Silbrigtoniger Abdruck mit angeschnittenem Basler Thurneisen-Wz., wohl aus der qualitativ hochwertigen Augsburger Engelbrecht-Ausgabe um 1824. Die Breitrandigkeit für oben und unten 5-7,5, für die Seiten 2,3-5 cm messend.

Angebots-Nr. 28.116 / EUR  483. / export price EUR  459. (c. US$ 553.) + Versand

Ridinger, Wolfsspur

– – – Der Wolf. Nach rechts auf bewaldeter Felsklippe stehend. Darunter die aufgeschlüsselten großen Spuren auf weichem bzw. hartem Boden nebst Spezifizierung der Krallen, Geäfter und Ballen. Getönte Lithographie von Hermann Menzler im Druck von A. Renaud bei L. J. Heymann in Berlin. (1863-65.) Bezeichnet: Gez. v. J. E. Ridinger, lith. v. H. Menzler etc., ansonsten wie vor. 35 x 23,1 cm.

Blatt I, 16 aus Menzler’s 80blätt. Joh. El. Ridinger’s Jagd-Album, in dem er die Vorlagen – hier Blatt 8 der Jagdbaren Thiere, Thienemann 170 – teilweise frei oder deren Kernthema komprimierend wiedergibt, woraus sich eine Sammlungsbereicherung allerersten Ranges ergibt. – In der Bildwirkung entsprechen die Arbeiten der von Ridinger nicht mehr angewandten Aquatinta-Manier. – Abgesehen von der links unterhalb des Bildes zum Untertext hinreichenden Quetschung im festen breitrandigen Papier von tadelloser Frische.

Angebots-Nr. 28.434 / EUR  345. / export price EUR  328. (c. US$ 395.) + Versand

– – – Eine Wolfshatze. Nach rechts aus dem Bergwald hervorbrechend und von neun Hunden verfolgt und gerahmt. Getönte Menzler-Lithographie wie vor. – Blatt II/17 des Albums.

Angebots-Nr. 28.450 / EUR  330. / export price EUR  314. (c. US$ 378.) + Versand

Im Kampf
gegen Wölfe und Luchse

Das Straußen-Paar der „ Besonderen Vorfallenheiten … “

– – – Strauß + Casuar, von erhöhtem Standpunkt einer souveränen Landschaft sich gegen jeweils drei Wölfe (recte wohl eher Schakale als die in den Sagen gleichpositionierten Füchse der Bibel, Th.; als Füchse auch bei Weigel, s. u., angesprochen) + Luchse verteidigend, deren letzterer einer erledigt ist. 2 Blatt. Radierungen mit Kupferstich von Martin Elias Ridinger (1731 Augsburg 1780). Bezeichnet: XXVI./XXVII. / Joh. El. Ridinger inv. et del. / Mart. El. Ridinger, sculps. A.V. 30 x 24,7-24,9 cm.

Ridinger, Strauß gegen 3 WölfeRidinger, Casuar gegen 3 Luchse

Thienemann + Schwarz 369/70. – Das oben bogenförmig geschlossene Paar XXVI/XXVII – „wenn (die Nummern) fehlen, so deutet dies auf spätere Abdrücke“, Th. – der von Martin Elias nach 1764er väterlicher Vorlage (Ridinger-Appendix des 1869er Weigel’schen Handzeichnungs-Katalogs 396 + 395) radierten und 1779 postum abgeschlossenen extrem seltenen ( „The rarest set of Ridinger’s sporting line engravings“, Schwerdt III, 140; 1928 ) 46blätt. Folge der Besondern Ereignisse und Vorfallenheiten bey der Jagd, von der sich in der umfassenden Gräflich Faber-Castell’schen Ridinger-Sammlung bei deren Auflösung 1958 nur ganze drei Blätter fanden. 13 fehlten an Vollständigkeit dem Coppenrath’schen Bestand (Katalog 1889, 1546 + 1890, 1956), je eines Schwerdt und Baron Gutmann’s Zweitexemplar (?) innerhalb der hier durchgelaufenen Pompadour-Bände der Marjoribanks Folios und drei 1900 bei Helbing (Katalog XXXIV, Ridinger, 1554 Nrn.), darunter die anstehenden beiden in jeweils nur einem Exemplar, davon Th. 370 sonders als „Sehr selten“ qualifiziert und gleichbewertet dem sich selbständig anschließenden Paar Th. 389/90 mit den von Kudern bzw. Füchsen bedrängten Enten, die gleichfalls bei Faber-Castell fehlten und ihrerseits bei Coppenrath als „selten“ figurierten (1889, 1547) – Mit jeweils 6zeiligem Untertext :

„ Wie wunderbar vertheilt doch die Natur die Gaben; Dem einen gibt sie List, dem andern Flüchtigkeit; …“ + „In Noth und Angst gebracht steht hier der Casuar, … Er stellt sich unverzagt und trozet der Gefahr; … “.

„Fast durchgängig so eingerichtet, dass immer zwei und zwei mit einander harmoniren und Seitenstücke bilden, wie sie denn auch paarweis verkauft worden sind.“ – Mit typograph. Wz. – Seitlich mit 1,4/2,3-3,4 cm breitem Rand, oben + unten jeweils 5-6 cm. Hier wie im weißen Textfeld partiell etwas angestaubt und einige schwache Kleinflecken. Blatt 2 linksseits mit rückseitigem Falzstreifen.

Angebots-Nr. 14.123 / EUR  1380. / export price EUR  1311. (c. US$ 1579.) + Versand

– – – Strauß contra 3 Wölfe (recte wohl eher Schakale). Blatt 1 – Th. 369 – mit der römischen Numerierung wie vor in dem Sammelband eines alten adeligen Bestandes entstammendem breitrandigen Abdruck. – Im weißen Oberrand noch die beiden Löchlein der ursprünglichen lieferungsweisen Heftung.

Angebots-Nr. 15.717 / EUR  690. / export price EUR  656. (c. US$ 790.) + Versand

„ Der Wolf —

… ist ein sehr raubbegieriges und schädliches Thier und richtet sowohl in den Wäldern unter dem Wilde als auf den Feldern unter den Heerden oft großen Schaden an … des Nachts begiebt er sich auf das freye Feld, oder schleichet sich so gar in die Dörfer und in die Ställe hinein, macht alles unsicher und raubet und fällt alles an, was ihm in den Weg kommt und auffstößt … Ihre Vermehrung ist stark … und nicht selten wagen sie sich auch an Pferde. Sie lassen sich niemals vollkommen zahm machen, und wenn man sie auch gleich ganz jung bekommt, so thun sie nicht leicht über ein Jahr gut, sondern werden wild … “

(Ridingers Söhne im Textvorspann zum Kolorierten Thier=Reich , siehe nachfolgend).

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). ordentlicher Wolf. ganz weißer Wolf. Kolor. Radierung/Kupferstich, vermutlich von Martin Elias Ridinger (1731 Augsburg 1780). Bezeichnet: LUPUS VULGARIS. / LUPUS ALICAUS. / Loup ordinaire. / Loup blanc. / Familia IV. Fünfzähige. / Ridinger fec., ansonsten wie vor. 31,2 x 20,9 cm.

Thienemann + Schwarz 1062. – IM  RIDINGER’SCHEN  ORIGINAL-KOLORIT  des seit 1754 entstandenen und nicht vor 1773 endgültig postum abgeschlossenen , unnumerierten Kolorierten Thier-Reichs („Vollständige Exemplare sind fast unauffindbar“, so Weigel, Kunstkat., Abt. XXVIII, Ridinger-App. 63a als lediglich 120blätt. Torso, 1857 ! , doch auch nur schon Einzelblätter nur sehr selten am Markt, bei niemeyer’s derzeit gleichwohl das eine wie die andern). – Eine entgegen Ankündigung unkoloriert gebliebene Zweitausgabe von den nunmehr unter Fortfall selbst von Tieren verkürzten und ohne die Ridinger-Signatur anders betitelten, jedoch numerierten Platten erschien 1824/25 bei Engelbrecht/Herzberg in Augsburg.

„ … Seine Farbe ist …

wiewohl es auch in den nordischen Ländern ganz weisse … giebt .“

(Ridingers Söhne wie vor, SS. 9 f., und hier in Kopie beiliegend). – Und Thienemann:

Ridinger, ordentlicher Wolf / weißer Wolf

„ Ein recht nettes Blatt, worauf wir oben den ganz weissen Wolf liegend und heulend, unten einen gewöhnlich gefärbten, abgemagerten, stehend erblicken. “

Das schöne Sujet in seiner leuchtenden Farbigkeit

mit Wz. Straßburger Lilie über Wappen + C & I Honig (Heawood 64) als jener festen holländischen Papier-Qualität, wie sie Ridinger entsprechend seiner Vorrede zu den Hauptfarben der Pferde

„wegen der feinen Illumination“ für die kolorierten Werke

verwandte, „weil es hiezu das anständigste und beste ist“.

Die Zuweisung der Kupferübertragung an mutmaßlich Johann Elias’ Ältesten an Hand der alleinigen Signatur „Ridinger fec.“, auch wenn, wie dann gesichert, ohne zwischengeschobenem Interpunktionszeichen. Das Blatt des afrikanischen Wolfs zudem mit M. El. Ridinger gezeichnet.

Dreiseits 2-3,3 cm, unten 4,8 cm breitrandig. – Rückseitiger kleiner Wachs-Braunfleck oben + einige Braunstippen in unterster Textzeile gänzlich übersehbar schwach ins Bild durchschlagend, sonst beneidenswert makellos.

Angebots-Nr. 15.921 / EUR  470. / export price EUR  447. (c. US$ 538.) + Versand

– – – Affricanischer Wolf=. Hyäne unterhalb einer stark vanitasträchtigen Mauervase mit reichem Pflanzenbewuchs. „Sie hat Gerippe vor sich und nagt an einem Knochen. Dass sie grimmiger als der Wolf ist, ist unwahr. Als mehr feige nährt sie sich meist von Aas“ (Th.). Kolor. Radierung/Kupferstich wie vor. Bezeichnet: HYAENA. DUBBACH= / Hyéne d’Affriquè= / Familia IV. fünfzeegig. / M. El. Ridinger sp., ansonsten wie vor. 31,5 x 21,1 cm. – Thienemann + Schwarz 1064.

„ Dieses Thier wird in unsern Gegenden nicht gefunden, sondern sein Vaterland sind die warmen Länder von Indien und Africa. Sein immerwährender Hunger macht daß es ein so grausames und raubbegieriges Thier als der Wolf ist (siehe aber oben Th.). Es frißt allerley Fleisch ohne Unterschied, gräbt sogar aus dem Boden die tode Leichname heraus … Das Besondere an diesem Thiere sind die Haare, die es auf dem Rücken hat und welche es aufstellen kann, wenn es zornig wird … Es führet eine ganz einsame Lebensart … und soll sich vor nichts fürchten “

(Ridingers Söhne im Textvorspann zu Tl. II, S. 10, in Kopie beiliegend). – Dreiseits 1,5-3,5, unten 4,3 cm breitrandig. – Kleine schwache Braunspur unterhalb des Y der Oberrand-Bezeichnung, sonst beneidenswert makellos.

Angebots-Nr. 15.922 / EUR  390. / export price EUR  371. (c. US$ 447.) + Versand

Stroobant, Wolfskirche in Namur

Wolfskirche in Namur, Die heilige. Altaransicht mit Figurinen. Farblithographie von Frans Stroobant (Brüssel 1819 – Elsene 1916). Ca. 1850. Bezeichnet: F. Stroobant del. et lith. / C. Muquardt éditeur. / Imp. Simonau & Toovey., ansonsten frz.-dt.-engl. wie vor. 34,3 x 22,1 cm.

Boetticher II/2, 855. – „… belgischer Architekturmaler … machte sich durch Werke und Zeichnungen zur Geschichte der Kunst, seiner Heimat namentlich, bekannt. Mehrere der Zeichnungen hat er selbst lithographiert.“

Die von Pieter Huyssens (1577 Brügge 1637) 1621-1645 erbaute vormalige Jesuiten-Kirche St. Ignatius wurde nach Vertreibung der Jesuiten die Kirche der

Gemeinde St. Loup als der vollkommensten Barock-Kirche Belgiens .

Angebots-Nr. 15.446 / EUR  168. (c. US$ 202.) + Versand


“ I would like to thank you most sincerely for your expert analysis of the portfolio and for the considerable amount of time you gave to this effort. I will take your advice and we shall see what happens … Again, my sincere thanks ”

(Mr. P. S., March 22, 2012)