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500 Jahre
Deutsches Reinheitsgebot

23. April 1516

„ Item wir ordnen / setzen / und wöllen mit Rathe unnser Lanndtschaft / das füran allennthalben in dem Fürstenthumb Bayren / auff dem Lande / auch in unnsern Stetten unnd Märckthen / da deßhalb hieuor kain sonndere Ordnung ist / von Michaelis biß auff Georii / ain Mass oder Kopffpiers über ainen Pfenning Müncher Werung / unnd von Sant Jorgentag / biß auff Michaelis / die mass über zwen Pfenning derselben Werung / und derenden der Kopff ist / über drey Haller / bey nachgesetzter Pene / nicht gegeben noch außgeschenckht sol werden. Wo auch ainer nit Merzen / sonder annder Pier prawen / oder sonst haben würde / sol Er doch das / kains wegs höher / dann die maß umb ainen Pfenning schencken / und verkauffen. Wir wöllen auch sonderlichen / das füran allenthalben in unsern Stetten / Märckthen / unnd auf dem Lannde / zu kainem Pier / merer Stückh / dann allain Gersten / Hopffen / und Wasser / genommen und gepraucht sölle werden. Welher aber dise unsere Ordnung wissentlich überfaren vnnd nie hallten wurde / dem sol von seiner Gerichtzöbrigkait / dasselbig vas Pier / zuestraff unnachläßlich / so offt es geschicht / genommen werden. jedoch wo ain Geuwirt von ainem Pierprewen in vnnsern Stettn / Märckten / oder aufm Lande / jezuezeitn ainen Emer Piers / zwen oder drey / kauffen / und wider unnter den gemaynen Pawrsuolck ausschenken würde / dem selben allain / aber sonßt nyemandes / soldyemass / oder der kopffpiers / umb ainen haller höher dann oben gesetzt ist / ze geben / unnd außzeschencken erlaubt unnd vnuerpotn. “

Bier-Verordnung Wolfenbüttel 28. Mai 1740

„ Daß … der Güte des Getränks nichts abgehen ,
noch ein Bier=Mangel entstehen möge “

Verordnung Carl’s I., Herzog zu Braunschweig-Lüneburg (1713-1780) „bey dem jetzigen ausserordentlich teuren Korn=Kauf“ vorübergehend eine dann aber auch für alle verbindliche Preisanhebung gestattend, da die Brauer „anders nicht vermögten … das Brauen … fortzusetzen“. Erlassen Wolfenbüttel 28. Mai 1740. O. O. + Dr. (1740). 33,8 x 40 cm. 1 Seite. Mit Holzschnitt-Initiale. Mit der nebst L(oco) S(igilli)-Stempel gedruckten herzogl. Unterschrift und der des A. A. v. Cramm.

Für den Maueranschlag bestimmter rahmungsschöner Einblattdruck, enthaltend zugleich den strafbewehrten Befehl, „dergestalt sich einzurichten / daß

jederzeit ein hinlänglicher Vorrat von untadelhaften Biere vorhanden sey “.

Von unbenutzter Frische auf unbeschnittenem, 3,5-5,5 breitrandigem Bütten mit figürl. u. typograph. Wasserzeichen. – Die Bugfalte leicht gequetscht.

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Wider das Reinheitsgebot :

„ Weizen anstatt des bishero
… erlaubet gewesenen Gerstens “

Verordnung Carl’s I., Herzog zu Braunschweig-Lüneburg (1713-1780) angesichts einer „dergestalt gut gerathen(en)“ Weizen-Ernte, „daß davon eine hinlängliche Quantität zu bekommen, auch dessen Preis merklich gefallen ist“, den Weizen wieder anstelle der Gerste als Braugetreide bestimmend. Erlassen Wolfenbüttel 18. 12. 1741. O. O. + Dr. (1741). 33,5 x 40 cm. 1 Seite. Mit großer Holzschnitt-Initiale. Mit der nebst L(oco) S(igilli)-Stempel gedruckten herzogl. Unterschrift und der des Hieronymus von Münchhausen aus der sogenannten weißen Linie als Erstem Minister.

Bier-Verordnung Wolfenbüttel 18. Dez. 1741

„ Wir befehligen also alle und jede, die das Brauen zum feilen Kauf in Unseren Landen treiben … hinfüro die nach den vorigen Verordnungen auf jedes Gebrau gehörige Quantität Weizen, anstatt des bishero dafür erlaubet gewesenen Gerstens, zu nehmen. “

Für den Maueranschlag bestimmter rahmungsschöner Einblattdruck von unbenutzter Frische auf unbeschnittenem, 3-5,5 cm breitrandigem Bütten mit zwei figürl. Wasserzeichen.

Obiger Verordnung lag die Edict-Erlaubnis vom 30. 6. 1740 zu Grunde, rücksichtlich der Weizen-Teuerung „anstatt (diesens) nach proportion Gersten zum Brauen zu nehmen“.

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„ Daß jederzeit ein hinlänglicher Vorrat
von gutem tüchtigem Biere vorhanden sey! “

Verordnung Carl’s I., Herzog zu Braunschweig-Lüneburg (1713-1780) „Bey dem gegenwärtigen teuren Korn=Preise“ eine Bier-Preis-Erhöhung bis Michaelis 1761 zugestehend, da „Uns sowol einige Unserer Fürstl. Beamten, als auch die Brauere in den Städten … vorgestellet, daß sie (anders) … das Bierbrauen weiter fortzusetzen nicht vermögten“. Erlassen Braunschweig 3. November 1760. O. O. + Dr. (1760). 34,2 x 41,8 cm. 1 Seite. Mit großer Holzschnitt-Initiale mit dem nunmehr wappenschildlos frei springenden Niedersachsen-Roß unter dem Herzogshut. Mit der nebst L(oco) S(igilli)-Stempel gedruckten herzogl. Unterschrift und der des A. A. v. Cramm.

Für den Maueranschlag bestimmter rahmungsschöner Einblattdruck

von unbenutzter Frische auf unbescnittenem, 4-7 cm breitrandigem Bütten mit zwei figürl. Wasserzeichen.

Im Gegensatz zu den aus gleichem Grunde unter dem 28. 5. 1740, 14. 11. 1761 + 27. 2. 1766 bleibt den Brauern dieses Mal „zu thun unbenommen … das Bier (auch) zu dem bißhero gewöhnlichen Preis (zu) verkaufen“. Doch wehe jenen, bei denen „auf eine oder die andere Weise ein Mangel (an oder am Bier) befunden wird!“

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„ Zum Nachteil des Publici “

Wider den Biermangel in Unseren Landen!

Verordnung Carl’s I., Herzog zu Braunschweig-Lüneburg (1713-1780), dem infolge nicht auskömmlicher Braupreise auf Grund weiter angestiegener Kornpreise „an verschiedenen Orten Unserer Lande (entstandenen) Biermangel mittels „eine(r) fernerweitige(n) Erhöhung des Bierpreises … bis Ostern künftigen Jahrs“ begegnend. Erlassen Braunschweig 14. November 1761. O. O. + Dr. (1761). 34,4 x 41,5 cm. 1 Seite. Mit großer Holzschnitt-Initiale mit dem frei springenden Niedersachsen-Roß unter dem Herzogshut. Mit der nebst verziertem L(oco) S(igilli)-Stempel gedruckten herzoglichen Unterschrift und der des A. A. v. Cramm.

Bier-Verordnung Braunschweig 14 Nov. 1761

„ Befehlen aber auch zugleich allen denen, so in Unseren Landen zum feilen Verkaufe brauen, nicht nur sich solchergestalt einzurichten, daß es an einem hinlänglichen Vorrate von Bier nie mangele, sondern auch solches

in der gehörigen Güte , wie vorhin , gebrauet werde. “

Für den Maueranschlag bestimmter rahmungsschöner Einblattdruck auf unbeschnittenem, 3,5-6,5 cm breitrandigem Bütten mit großem Wappen- und kleinem typographischen Wasserzeichen. – Einheitlich leicht gebräunt und die beiden Seitenränder nicht absolut makellos.

Konträr zur beigezogenen vorangegangenen Verordnung vom 3. 11. 1760, die es den Brauern freistellte, weiterhin zum niedrigeren Altpreis zu verkaufen, scheinen die „inclusive Steuer und Accise“ festgesetzten neuerlichen Preise wieder für alle verbindlich zu sein, wie auch für die Folgejahre zu beobachten.

Angebots-Nr. 12.597 / EUR  228. (c. US$ 253.) + Versand

„ daß die Brauenden annoch … kein Auskommen finden mögen “

Verordnung Carl’s I., Herzog von Braunschweig-Lüneburg (1713-1780), den Districten Wolfenbüttel + Schöningen wegen anhaltender Kornteuerung zur Aufrechterhaltung der Bierversorgung eine weitere Aufstockung der zuletzt per Verordnung vom 14. 11. 1761 angehobenen Bierpreise „bis künftigen Michaelis“ genehmigend, die verschiedenen Preise „incl. Steuer und Accise“ verbindlich festsetzend und zugleich befehlend, „daß es an einem hinlänglichen Vorrate von Bier nie mangele, sondern auch solches

in der gehörigen Güte , wie vorhin , gebrauet werde. “

Erlassen Braunschweig 26. April 1762. O. O. + Dr. (1762). 33,2 x 41,2 cm. 1 Seite. Mit großer Holzschnitt-Initiale mit dem frei springenden Niedersachsen-Roß unter dem Herzogshut. Mit der nebst L(oco) S(igilli)-Stempel gedruckten herzoglichen Unterschrift und der des A. A. v. Cramm.

Für den Maueranschlag bestimmter rahmungsschöner Einblattdruck von unbenutzter Frische auf unbeschnittenem, 3,5-6 cm breitrandigem Bütten mit großem Wappen-Wasserzeichen unter Krone und einem weiteren großen.

Angebots-Nr. 12.598 / EUR  239. (c. US$ 265.) + Versand

„ Fortdaurend sehr hohe Gersten= und Weizenpreise “

Bewilligung Carl’s I., Herzog zu Braunschweig-Lüneburg (1713-1780) eines „inclusive Steuer und Accise“ festgesetzten höheren Bierpreises in den Wolfenbüttel’schen und Schöningischen Districten bis Ende September d. Js. „in Anbetracht des noch fortdaurenden sehr hohen Gersten= und Weizenpreises“. Erlassen Braunschweig 28. Mai 1762. O. O. + Dr. (1762). 34,5 x 42,6 cm. 1 Seite. Mit großer Holzschnitt-Initiale mit dem Niedersachsen-Roß unter dem Fürstenhut. Mit der nebst dem hier verzierten L(oco) S(igilli)Stempel gedruckten herzogl. Unterschrift und der des A. A. von Cramm.

Für den Maueranschlag bestimmter rahmungsschöner Einblattdruck von unbenutzter Frische auf unbeschnittenem, 5,5-7 cm breitrandigem Bütten mit großem Wappen-Wasserzeichen. – Rücksichtlich einer größeren Typographie optisch besonders schön.

Thematisch unmittelbares Fortsetzungs-Edict zu vorangegangenen vom 3. 11. 1760 + 14. 11. 1761. Wichtig bleibt, daß nicht nur überhaupt, sondern auch gut gebraut wird. Apropos Weizen- + Gerstenbezug siehe das Edict vom 18. 12. 1741, das Gerste lediglich ersatzhalber für Weizen rücksichtlich dessen Teuerung nennt.

Angebots-Nr. 12.599 / EUR  253. / export price EUR  240. (c. US$ 266.) + Versand

Bier-Verordnung Braunschweig 8. Okt. 1762

Zu wenig consumiert

Verordnung Carl’s I., Herzog von Braunschweig-Lüneburg (1713-1780), den den Districten Wolfenbüttel + Schöningen mit Verordnungen vom 26. 4. 1762 und, als zuletzt beigezogen, 28. 5. 1762 wegen der anhaltenden Kornteuerung bis Ende September genehmigten höheren Bierpreis bis Martini verlängernd, denn seit Ende September seien die Gersten- und Weizenpreise „noch nicht in der Maße gefallen, die vor den vorigen hohen Preis eingekauften Vorräthe auch

noch nicht in der Maße consumiret …

daß die Brauenden bey Heruntersetzung des Bierpreises schadlos bleiben könnten“. Erlassen Braunschweig 8. Oktober 1762. O. O. + Dr. (1762). 33,2 x 40,7 cm. 1 Seite. Mit großer Holzschnitt-Initiale mit dem frei springenden Niedersachsen-Roß unter dem Herzogshut. Mit der nebst L(oco) S(igilli)-Stempel gedruckten herzoglichen Unterschrift und der des A. A. v. Cramm.

Für den Maueranschlag bestimmter rahmungsschöner Einblattdruck auf unbeschnittenem, 2,5-6 cm breitrandigem Bütten mit großem WappenWasserzeichen und einem weiteren großen figürlichen. – Apropos Weizen- und Gerstenbezug siehe auch Carl’s Edict vom 18. 12. 1741, das Gerste lediglich ersatzhalber für Weizen rücksichtlich dessen Teuerung nennt.

Angebots-Nr. 13.000

Weizen & Gerste

Preis — Zutat — Menge wieder wie einst!

Verordnung Carl’s I., Herzog zu Braunschweig-Lüneburg (1713-1780) für alles rund um’s Bier „sofort nach Publication … die vormalige Verfassung“ wiederherstellend, „Nachdem nunmehro der Preis des Weizen und Gersten wiederum so weit herunter gegangen, daß sowol der Bier= und Breyhans=Preis, als die Braubeschickung auf eben den Fuß wiederum gesetzet werden kann, wie solche vor Anfang des letztern Krieges gewesen … (und zwar) in jeglichem District … als auch die jeglichen Orts einmal

vestgesetzte Zuthat und Braubeschickung beydes an Waizen und Gersten ,

wie nicht weniger die überall verordnete Faßzahl …“ und ist darüber binnen 14 Tagen nach Veröffentlichung „bey Vermeidung Zwanzig Thaler Strafe, ausführlicher Bericht zu erstatten“. Erlassen Braunschweig 28. August 1764. O. O. + Dr. (1763). 34,5 x 42,6 cm. 1 Seite. Mit großer Holzschnitt-Initiale mit dem frei springenden Niedersachsen-Roß unter dem Herzogshut. Mit der nebst L(oco) S(igilli)-Stempel gedruckten herzoglichen Unterschrift und der des J. H. v. Bötticher.

Bier-Verordnung Braunschweig 28. Aug. 1764

Für den Maueranschlag bestimmter rahmungsschöner Einblattdruck von nahezu unbenutzter Frische auf unbeschnittenem, 2-7 cm breitrandigem Bütten mit zwei großen figürlichen Wasserzeichen. – Doublette der Rare Book Collection einer britischen Bibliothek mit deren rückseitigem Stempel nebst hs. Dubl.-Vermerk. – Bugfalte schwach gebräunt.

Zum Weizen- + Gerstenbezug siehe auch das Edict vom 18. 12. 1741, das

Gerste lediglich ersatzhalber für Weizen

rücksichtlich dessen Teuerung nennt.

Angebots-Nr. 13.001 / EUR  253. / export price EUR  240. (c. US$ 266.) + Versand


„ Hartelijk dank voor de zorgvulige wijze … Voor mij bent u de Mercedes onder de prentenhandelaren! “

(Mijnheer P. E., 24. Januar 2008)