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Seltene Stimmen
in niemeyer’s Garten zu schneeiger Nacht —

Ranzzeit-Füchse!!

Daß die Hühnerställe in der Marsch den Füchsen wohlbekannt seien, berichtete bereits vor zwanzig Jahren ein Nachbar und Jagdvorstand, als niemeyer’s dahin gezogen war, wo der Wind weht. Doch in all den Jahren ließ sich nie einer der rothaarigen Gesellen bei niemeyer’s hören, geschweige denn gar sehen. Einzig im 30 Kilometer entfernten Hochmoor zeigte sich Reineke einmal kurz im Röhricht.

Diner auf Malepartus
Diner auf Malepartus (Ausschnitt)

Bis am Abend des 22. Januar lautes Kreischen und Bellen den Antiquar von der Befassung mit den fêtes galantes und Kythera, der Insel der Liebe, weg ans Fenster rief, wo in diffusem Mondlicht graue Schatten über den Schnee jagten. Zu niedrig für Rehe, zu klein auch für die in weiterer Umgebung auf der Geest bereits wieder regelmäßig reißenden Wölfe, wurde Gewißheit, als einer der Schatten unmittelbar unterm Fenster kurz verhoffte:

Füchse in der Ranzzeit !!

Und mit Ausnahme von Gewitter oder drohendem Sturm oder bei großer Kälte läßt der Fuchs seine Stimme nur während der Paarungszeit von Ende Januar bis Anfang März hören. Und als schlauer Fuchs residiert er natürlich auch in sicherer Distanz zu besagten Hühnerställen und anderen Örtlichkeiten nächtlichen Raubes.

Ridinger, Füchse

„… machen besonders im Winter
des Nachts ein starkes Geheule“

Ridinger, Martin Elias (1731 Augsburg 1780). Brand Fuchs. / ordentlicher Fuchs. Ganz malerisch gruppiertes Blatt. Letzterer oberhalb stehend nach rechts, doch nach links bellend, ersterer unten halb liegend nach links. „Recht gefällig“ (Th.). Kolor. Radierung/Kupferstich. Bezeichnet: VULPES RUTGARIS. VULPES RUFESECUS. / wie vor / Renard roussatre. Renard. / Familia IV. Fünffzähige. / Ridinger, fec. 31,4 x 21,1 cm.

Thienemann + Schwarz 1063. – IM  RIDINGER’SCHEN  ORIGINAL-KOLORIT  des seit 1754 entstandenen und nicht vor 1773 endgültig postum abgeschlossenen , unnumerierten Kolorierten Thier-Reichs („Vollständige Exemplare sind fast unauffindbar“, so Weigel, Kunstkat., Abt. XXVIII, Ridinger-App. 63a als lediglich 120blätt. Torso, 1857 ! , doch auch nur schon Einzelblätter nur sehr selten am Markt, bei niemeyer’s derzeit gleichwohl das eine wie die andern). – Eine entgegen Ankündigung unkoloriert gebliebene Zweitausgabe von den nunmehr unter Fortfall selbst von Tieren verkürzten und ohne die Ridinger-Signatur anders betitelten, jedoch numerierten Platten erschien 1824/25 bei Engelbrecht/Herzberg in Augsburg. – Die Ridinger-Söhne im in Kopie beiliegenden Textvorspann zu Tl. II, S. 10:

„ Es giebt, wie allgemein bekannt ist, von diesem Thiere zweyerley Arten, nemlich Birckenfüchse und Brandfüchse. Der Unterschied, der sich zwischen ihnen findet, bestehet darinnen, daß jene mehr schwarzes und eine lebhaftere Farbe an ihren Haaren haben, wo hingegen die Birckenfüchse von hellerer Farbe sind … Man stellt ihnen … auch sehr stark nach, besonders aber zu derjenigen Zeit, wo ihr Balg am besten ist … Zu der Brunftzeit verfolgen sie zum öftern selbst einander und machen besonders im Winter des Nachts ein starkes Geheule. “

Thienemann im übrigen erneut darauf hinweisend, „dass die hier als verschiedene Arten bezeichneten Füchse zu einer Art gehören“. Als weitere Farbvarianten sind noch Kohl- sowie Kreuz- und – besonders begehrt – Silberfüchse zu nennen.

Die Zuweisung der Arbeit an Johann Elias’ Ältesten, Martin Elias, ergibt sich aus der als individuell erachteten Schreibweise – wie einem Punkt oder Komma zwischen „Ridinger“ und etwa „fec.“ – , verglichen mit solchen mit dessen Namen gezeichneter Blätter des Thierreichs.

Mit Wz. C & I Honig als jener festen holländischen Papier-Qualität, wie sie Ridinger entsprechend seiner Vorrede zu den Hauptfarben der Pferde

„wegen der feinen Illumination“ für die kolorierten Werke

verwandte, „weil es hiezu das anständigste und beste ist“. – Dreiseits 1,7-2,7 cm, unten 4,5 cm breitrandig. – Von rückseits durchschlagende winzige Braunfleckchen bei der Familia-Zeile im weißen Textfeld.

Angebots-Nr. 15.923 / EUR  530. / export price EUR  504. (c. US$ 550.) + Versand

Eugen Krüger, Fuchshütte

Fuchshütte. Winterlandschaft bei Vollmond. Auf der Lichtung ein totes Pferd, bei dem ein Reineke vom Feuer aus der Hütte erwischt wird. Ein zweiter versucht, sich in Sicherheit zu bringen. Mit olivgrüner Tonplatte gedruckte Kreide-Lithographie von Eugen Krüger (Altona 1832 – Düsternbrook/Kiel 1876) bei Boyes & Geisler in Hamburg. (1861-62). Bezeichnet: Gez. u. lith. v. E. Krüger, Titel wie vor. 25,1 x 32 cm.

Aus der ersten Ausgabe der incl. Titel 22blätterigen Folge Die Jagd gezeichnet und lithographiert (Souhart 275; Rump 40) und als Ganzes, schon gar in ihrer weitgehend unbekannten, über 7 Lieferungen verteilten Originalausgabe

von größter Seltenheit.

Nicht bei Schwerdt! – Thieme-Becker XXI, 593 + Boetticher I/2, 808 f. jeweils nur mit der 1867 als Wild und Wald bei O. Meissner in Hbg. erschienenen Zweitauflage. – Auf leichtem Karton. – Mit der Druckeradresse „Druck von Winckelmann & Söhne in Berlin“. – Rückseits leicht stockfleckig, bildseits jedoch nur den weißen Rand minimal betreffend.

Angebots-Nr. 28.894 / EUR  340. / export price EUR  323. (c. US$ 352.) + Versand

Fuchs. Porträt Meister Reineke’s vor verschneiter Waldlandschaft. Getönter Holzstich von Jules Huyot (Toulouse 1841 – Eaubonne 1921) nach Jules Gélibert (Bagnères-de-Bigorre/Hautes-Pyrénées 1834 – Capbreton/Landes 1916). Ca. 1870. Signiert. 14 x 22 cm.

Thieme-Becker XIII, 365; AKL LI, 198 f.: „(Gélibert malt) fast ausschließlich realistische Tier- und Jagd-Darstellungen, die sich auf das Hauptmotiv konzentrieren“. – Schüler seines Vaters, des Tiermalers Paul G., dessen Fach er zusammen mit seinem Bruder Gaston unter Einschluß der Jagd fortsetzend favorisierte. Stellte seit 1859 im Pariser Salon aus, dann auch in Brüssel + Berlin.

Angebots-Nr. 11.975 / EUR  87. (c. US$ 95.) + Versand

Ludwig Beckmann, Diner auf Malepartus

Diner auf Malepartus. In Siegerpose mit einer Schwanzfeder als Trophäe im Fang über dem Hahn, den vier Welpen schon verkosten, davon zwei in Eigenwiederholung der väterlichen Pose. Und aus dem Bau schaut die Fähe zu. Holzstich nach Ludwig Beckmann (Hannover 1822 – Düsseldorf 1902). (1873.) Bezeichnet: (Lud)w. Beckmann. Drf, ansonsten wie vor. 23,6 x 31,9 cm.

Druck vom links offensichtlich verkürzten Stock, da vom abgekürzten Vornamen nur noch das „w.“ erhalten, ggf. gleichwohl nur Strauchwerk betreffend. Mit rundum schönem breiten weißen Rand.

Angebots-Nr. 11.191 / EUR  120. (c. US$ 131.) + Versand

Eine Fuchshatze. Am Fuße eines toten Baumes von drei Hunden allseits gepackt, wehrt sich Reineke noch mit letzter Anstrengung. Getönte Lithographie von Adolf Rohlfs nach Johann Elias Ridinger (Ulm 1698 – Augsburg 1767) im Druck v. A. Renaud bei L. J. Heymann in Berlin. (1863-65.) Bezeichnet: Gez. v. J. E. Ridinger, lith. v. A. Rohlfs etc., ansonsten wie oben. 31,5 x 22,7 cm.

HERMANN MENZLER’S „JOH. EL. RIDINGER’S JAGD-ALBUM“ II/8. – Vgl. Th. 152. – Aus dem als 2. Abteilung geführten Album interessanter Hatzen- und Gruppen-Bilder. – Die gesamte, nahezu literaturunbekannte, praktisch nur peu à peu complettierbare Suite 80 Blatt zuzüglich eines neuerdings aufgetauchten illustrierten Titels weit größeren Bildformates (47,5 x 36 cm) umfassend, ganz überwiegend von Menzler selbst. In der Bildwirkung der von Ridinger als Ganzes nicht mehr angewandten Aquatintamanier entsprechend. – Auf festem breitrandigen Papier von tadelloser Frische.

Das Geschehen von Blatt 14 der Von verschidenen Arthen der Hunden behaezte(n) Jagtbare(n) Thiere, hier aber ohne den vierten Hund ganz links und auch im Umfeld bei Beibehaltung der beiden Hauptbäume sichtbar anders akzentuiert. Nicht übernommen schließlich die obere Bildrundung. Solchermaßen aber

eine Sammlungsbereicherung allerersten Ranges .

Angebots-Nr. 28.426 / EUR  330. / export price EUR  314. (c. US$ 343.) + Versand

Schattenspiel: Fuchs + Hasen

Fuchs. Ein Schattenspiel verrät Rammler und Häsin in unaufmerksamem Augenblick. Holzstich von J. (?) Whymper. (1876.) Monogrammiert. 20,7 x 15,1 cm. – Mit Textblatt:

„ Wo eine Lichtung im Walde ist, lagert sich der Fuchs am liebsten hinter einem morschen Baumstamm oder sonst durch Gestrüpp und Brombeerranken gedeckt, wo ihm nach allen Richtungen hin freier Ausblick gestattet ist, ohne dass er selbst so leicht bemerkt würde. Unbeweglich, doch allzeit aufmerksam äugt er umher, je nach den Umständen sei es zur Flucht, sei es zum Angriff, bereit. Auf einmal zeigt sich ihm ein interessantes Bild. Die verrätherische Sonne zeichnet am ansteigenden Sandhügel die Schatten zweier Hasen, die in eifrigem Liebesgetändel alle Vorsicht auser Acht zu lassen scheinen … “

Angebots-Nr. 11.666 / EUR  86. (c. US$ 94.) + Versand

Ridinger, Füchse

Die Füchse sind zweyerley rothe und Brandfüchse; haben 4. bis 6. Iunge; sind im andern Iahr zur Brunfft tüchtig. In gebirgiger Waldgegend mit zurückgesetzt rechts ausgedehntem Kastell (sicher Burg Malepartus) fünf sich angeifernde Alte und vier Welpen. Radierung + Kupferstich von Johann Elias Ridinger (Ulm 1698 – Augsburg 1767). (1736.) Bezeichnet: 23. / Cum Priv. Sac. Cæs. Majest. / I. El. Ridinger inv. pinx. Sculps. et excud. Aug. Vindel., ansonsten wie vor dt., franz., lat. + unten. 34,4 x 41,7 cm.

Thienemann + Schwarz 218. – Blatt 23 der BETRACHTUNG DER WILDEN THIERE mit dem Untertext des Hamburger Dichterpapstes, Juristen + Senators, vor allem aber Ridinger-Freundes Barthold Heinrich Brockes (1680-1747) in Deutsch. – Dreiseits 2,4-3,3, rechts 5,5 cm breitrandig. – Nur gegen Licht sichtbare dünne Papierstelle im oberen Bild- + Papierrand. Ebenso zwei schwache Mittelfalten bildseits praktisch nicht bemerkbar.

„ … Rid...... ist nicht genug Cörper lebhafft vorzustellen / er zeigt unsern Augen gar, dieser Thiere hönisch bellen, ja noch mehr er kan(n) so tieff in den Geist der Thiere dringen / ihn mit aller Leidenschafft sichtbar in ein Kupfer bringen … Scheint nun gleich der schlimme Fuchs mehr zu schaden als zu nützen; müssen uns doch ihre Bälge für den scharfen Frost beschüzen … “

MALERISCH-SCHÖNES BLATT

– nicht von ungefähr qualifizierte schon 1901 Ernst Welisch Ridinger als den  unstreitig  „bedeutendste(n)  Augsburger  Landschafter  dieser Zeit“ –

IN LEUCHTEND WUNDERVOLLEM ABDRUCK

letzter Schönheit, wie in solcher Qualität von altersher selten. Figurieren doch die alten Abzüge gerade dieser so schönen großformatigen Hauptfolge selbst in beispielhaften alten Ridinger-Sammlungen gern nur hart beschnitten, beschädigt und aufgezogen.

Angebots-Nr. 15.495 / EUR  980. / export price EUR  931. (c. US$ 1016.) + Versand

Füchse vor dem Bau. Wie vor, doch ohne den hinter dem Baumstamm hervorschauenden fünften ausgewachsenen Fuchs. Auch die Baumstaffage ist teils leicht abgewandelt bzw. verkürzt. Getönte Lithographie von Hermann Menzler im Druck v. A. Renaud bei L. J. Heymann in Berlin. (1863-65.) Bezeichnet: Gez. v. J. E. Ridinger, lith. v. H. Menzler etc., ansonsten wievor. 25,7 x 29,4 cm.

JOH. EL. RIDINGER’S JAGD-ALBUM II/13. – Aus dem als 2. Abteilung geführten Album interessanter Hatzen- und Gruppen-Bilder. – Die gesamte, nahezu literaturunbekannte, seltene Suite 80 Blatt umfassend, doch praktisch nur peu à peu complettierbar. In der Bildwirkung der von Ridinger als Ganzes nicht mehr angewandten Aquatintamanier entsprechend. – Auf festem breitrandigen Papier. – Drei säurefrei hinterlegte Klein(st)einrisse im breiten weißen Unterrand. – Ohne die Brockes’schen Verse.

Angebots-Nr. 12.320 / EUR  290. / export price EUR  276. (c. US$ 301.) + Versand

Alken, Fuchsjagd (Sir Thomas Mostyn)

Alken, Henry (1785 London 1851). A Night Scene with Sir Thomas Mostyn. An von einer Laterne und Mondlicht mäßig erleuchtetem Hang setzt die Meute dem eben ausgegrabenen Fuchs nach, während die Jäger, den Spaten noch in der Hand, verdutzt hinterherschauen. Kolor. Aquatinta. Signiert, bezeichnet. 14,9 x 24,2 cm.

Innerhalb des breiten weißen Plattenrandes geschnitten. – „Bei seinen sehr genauen, meist farbenfrohen Arbeiten von detaillierter Naturbeobachtung ausgehend, (schuf Alken) seine besten Zeichnungen und Druckgraphiken … in den 20er und 30er Jahren …“ (AKL II, 146).

Angebots-Nr. 11.758 / EUR  125. (c. US$ 136.) + Versand

Rar der Fuchs ,
instruktiv vor allem aber die Büchse

Anno 1720. Haben disen gantz weissen Fuchsen, Ihro Excellenz Herr Graf von Ohringen (Hohenlohe-Öhringen) ohnweit Ohrenthal (bei Öhringen an der Ohrn im Ohrngau) selbst geschossen. „Der weisse Fuchs ist an einem Hinterlaufe aufgehängt, daneben ein starker Windhund angebunden, davor einer schlafend und noch drei andere Jagdhunde“ (Th.). Radierung + Kupferstich von Johann Elias Ridinger (Ulm 1698 – Augsburg 1767). (1750/53.) Bezeichnet: 56. / Joh. El. Ridinger Sculps. et excud. Aug. Vind. 34,7 x 25 cm.

Thienemann + Schwarz 298; Ortega y Gasset, Meditationen über die Jagd, 1981, blgr. Abb. S. 65. – Tafel 56 des subskriptionsweise erschienenen umfangreichen Standardwerkes Genaue und richtige Vorstellung der wundersamste Hirsche sowohl als anderer besonderl. Thiere … der in der Natur sich zeigenden Seltenheiten, wie bis heute unüberholt geblieben.

Lauf , Ladestock , Riemen , Schloß , Abzugsbügel —

mit 18,5 cm ganz instruktiv-dominant links im Bild

die extrem lange Steinschloßbüchse ,

mit der der Weiße gestreckt wurde und an deren Lauf er nun hängt. – Die Darstellung oben bogenförmig geschlossen wie auch die sich anschließenden vier Tafeln. – Unter- und stellenweise rechter Außenrand kaum störend etwas fleckig.

Angebots-Nr. 12.073 / EUR  698. / export price EUR  663. (c. US$ 723.) + Versand

– – – Dasselbe aus der letzten Gesamtausgabe, Leipzig ca. 1859. 34,5 x 24,5 cm. – Auf getöntem Velin mit 1,8-2 cm Rand rundum, makellos klar zeichnend und kräftig noch bis in die feinsten Kursiven.

Angebots-Nr. 16.101 / EUR  168. (c. US$ 183.) + Versand

Ridinger, Die Fuchsen hohleten sich im Hüner Stall ein Gastmahl

„ Die Fuchsen hohleten sich im Hüner Stall ein Gastmahl ,
allein alsbald wurden Hunde auf Sie abgehezt ,
und also gilt es wie um Federn so um Haare “

Welt Welt. Zwei Füchse – kommentiert Thienemann – , der eine nimmt Reissaus mit einer Henne im Maule, der andere hat den getödteten Hahn fallen lassen, um sich gegen einen Hund zu vertheidigen. Zwei andere Packan eilen eine Anhöhe herab, um am Kampfe Theil zu nehmen. / Ach Ach. Die Nacht Eulen verzehreten ein armes Häßlein, so bald kom(m)en auch Kazzen dazu, u: wollen sie mit samt dem Haasen fressen da heißt es wie um Haare so um Federn. Ein Uhu – kommentiert Thienemann – , auf einem erbeuteten Hasen sitzend, wird von zwei Katzen angefallen, welche ihm den Hasen entreissen wollen. Oben will eine zweite Eule herabfliegen und den Raub verhindern.

2 Blatt als lebhaft-wandtüchtige Scenarien

in hügeliger schöner Gewässerlandschaft (bei Vollmond), angesiedelt jeweils am anderen Ende desselben Wassers. Radierung + Kupferstich von Martin Elias (1731 Augsburg 1780) nach Johann Elias Ridinger (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Bezeichnet: XXXIII. bzw. XXXIV. / Joh. El. Ridinger. del: et inv(in): 1753. / M. El. Ridinger. Filio suo. sp. 1777, ansonsten wie vor nebst zweizeiligen Sinnsprüchen. 33,3 x 24,8 cm.

Thienemann + Schwarz 376 + 377; Schles. R.-Slg. bei Boerner XXXIX, innert 1887 ( „Neue Abdrücke“, 1885! ); Slg. Reich auf Biehla 118 + 119 ( „Selten“, 1894!; Bl. 34 auf Plattenkante geschnitten); Helbing XXXIV, Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger, 892 + 893 (Bl. 34: „Selten“, 1900! ).

Das oben wellenförmig gerundete Paar XXXIII/XXXIV der 1779 abgeschlossenen 46blätt. Folge Zu den besondern Ereignissen u: Vorfallenheiten bey der Jagd ( „The rarest set of Ridinger’s sporting line engravings“, Schwerdt 1928) und ausschließlich von Johann Elias’ Ältestem, Martin Elias, nach überwiegend väterlicher Vorlage auf Kupfer übertragen.

Dem Sammelband eines alten adeligen Bestandes entstammende breitrandige Abdrucke von leuchtendem Hell-Dunkel auf dem von Ridinger bevorzugten festen Bütten mit typograph. Wasserzeichen

mit der römischen Numerierung

(„Wenn sie fehlen, so deutet dies auf spätere Abdrücke“, Th.). – Im äußeren weißen Oberrand noch zwei Löchlein der ursprünglichen lieferungsweisen Heftung, am Außenrand von Bl. 34 kleiner Wasserrand.

Angebots-Nr. 15.820 / EUR  1780. / export price EUR  1691. (c. US$ 1845.) + Versand

Blatt 2 der Lehrstücke des Jagens:

Ernst Philipp Thoman von Hagelstein, Fuchsjagd

Die Fuchsjagd

Thoman(n) von Hagelstein, Ernst Philipp (1657 Augsburg 1726). Lehrstücke des Jagens. Folge von 4 Blatt. Schabkunstblätter in Braundruck. Blatt 1 bezeichnet: E. P. Thoman. excudit. 35,2 x 49,7 cm bzw. (Bll. 1-3) Bildgröße 34,3-35 x 49-49,4 cm.

Schwerdt III, 171, a (Baillie-Grohman’s Exemplar; „ A  complete  and  interesting  set “). – Zwecks Einpassung in einen Sammelband dreiseits auf Plattenkante (nur Blatt 4 mit feinem Rändchen und auch gesamthaft etwas alterspurig) und unten unter Verlust der deutschen Vierzeiler + der Numerierung (Schwerdt: N.1–N.4) geschnitten, alt auf Bütten montiert und mit Bisterlinie eingefaßt. Im weißen Oberrand alte Inv.-Beschriftung (Nro 1, 7, 8, 6/Tom: X/Fol 88, 94, 95, 93), gleichfalls in Bister. – Geglättete Mittelfalte.

Bildlich + instruktiv prächtige Folge

von — wie hier — complett allergrößter Seltenheit

(hier nur das heute im British Museum befindliche Schwerdt-Baillie-Grohman’sche Exemplar nachweisbar) in den schönen Drucken eines umfassenden alten Bestandes, reich nuanciert in seinem Hell-Dunkel und, wie alle Schabblätter Ernst Philipp’s, auch nur einzeln, wie hier in 54 Jahren gleichfalls noch nicht vorgelegen, außerordentlich selten. – Blatt 2 gewidmet der

Fuchsjagd

Ausräuchern, steinigen, von Baum herunterangeln, vor allem aber full cry auf zwei voneinander abgesetzten Ebenen der Reiter, des Fußvolks, der Meuten. – Etwas größere Wurmspur im Bildrand oben links.

Die übrigen drei Blätter zu Wolfsjagd – Hasenjagd – Dachs- + Igeljagd, letztere als zusätzlich sehr seltene Darstellung. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 28.996 / Preis auf Anfrage

Tischbein, Fuchs mit weißem Hals

Ein Fuchs mit einem weißen Hals. Nach dem Leben gezeichnet. Radierung mit Aquatinta von Johann Heinrich Tischbein II (Haina 1742 – Kassel 1808). 8 x 14,2 cm.

Blatt 34 der 1827er Tischbein-Suite Nagler 44 – Lindner 11.2083.01; Schwerdt III, 173 – als einer punktweise aufmontierten Zusammenstellung durchweg alter/früherer Abdrucke. – Auf Plattenkante geschnitten. – Aus Slg. des legendären DR. STROUSBERG , Berlin.

Angebots-Nr. 14.887 / EUR  71. (c. US$ 77.) + Versand

Vernet, Carle (eigentlich Antoine Charles Horace, Bordeaux 1758 – Paris 1836). La Chasse. In hügeliger Landschaft dahinsprengende große Jagdgesellschaft nebst Meute. Die Hetze dürfte Reineke Rotvoß gelten, der im Augenblick noch eine Nasenlänge voraus ist. Aquatinta in Braundruck von Louis Philibert Debucourt (1755 Paris 1832). Bezeichnet: C. Vernet del. / P. L. Debucourt sculp. / Déposé a la Bibliotheque Nalle. / A Paris chez Rolland, Place Victoires, No. 6., ansonsten wie vor. 48,1 x 66,8 cm.

Dayot 2, II (m. Abb.); Fenaille 141, II, jeweils endgültiger Zustand mit der Schrift. – In der Himmelspartie zwei minimale Knickspuren. – Auf unbeschnittenem Van Gelder Zonen-Bütten mit dreiseits 4-4,8, oben 2,5 cm breitem Rand zum ohnehin breiten weißen Plattenrand.

Carle Vernet, La Chasse

Souveränes , prachtvolles Blatt

in der für Debucourt typischen, malerischen Aquatinta-Manier und wie alle dessen Arbeiten selten und gesucht.

Für den Pferdenarren Vernet indes ein Sujet par exellence :

Derselbe Vater – der Landschafts- und Marinemaler Claude Joseph V. – kaufte ihm 1784 zu zusätzlicher Anfeuerung ein Pferd, der noch ein Jahr zuvor den Sohn ermahnt hatte, „er möge sich im Reiten mässigen, und seine Arbeiten nicht unvollendet lassen“. Der Erfolg stellte sich 1787 mit dem seinen Ruf begründenden Triumph des Paulus Aemilius ein,

„ welcher hierin nicht allein im historischen Theile, sondern namentlich auch durch die Darstellung von Pferden Ungewöhnliches geleistet hatte … und von dieser Zeit an vervollkommnete der Künstler unablässig das Talent, welches er besass, Pferde und jedweden Gegenstand, wo solche Thiere vorkommen, mit Glück darzustellen. “

Und fortfahrend resümiert Nagler :

„ Als Thiermaler, besonders in Darstellung von Pferden und Hunden, nimmt Vernet einen besonderen Rang ein … In den meisten Compositionen sind die Bewegungen der oft zahlreich angebrachten Thiere und menschlichen Figuren mit eben so grosser Lebendigkeit als Naturwahrheit gegeben. Die Richtigkeit und das Augenblickliche der Bewegungen ist gerade der Theil der Kunst, worin Carle Vernet sich vorzüglich auszeichnete. “

Angebots-Nr. 12.292 / EUR  1508. / export price EUR  1433. (c. US$ 1563.) + Versand

Fuchs im Dohnenstieg. Reineke auf der Pirsch nach Drosselfleisch. Holzstich von C. (?) Bothe nach Carl Friedrich Deiker (Wetzlar 1836 – Düsseldorf 1892). (1873.) Bezeichnet: C. F. Deiker / Bothe sc., ansonsten wie vor. 28,1 x 18,3 cm.

Angebots-Nr. 11.186 / EUR  101. (c. US$ 110.) + Versand

Die Suche nach dem Fuchs (Drawing the Covert). Fünfköpfige Jagdgesellschaft mit Meute nach Einritt in den Wald. Farbige u. kolor. Aquatinta von Richard George Reeve (tätig ca. 1806-1840 in London) nach Dean Wolstenholme I (1757 in Yorkshire – 1837, tätig in London). Bezeichnet: Painted by Wolstenholme. / Engraved by Reeve. / Fox Hunting Pl. 1. / Published by Reeve. No. 7. Vere Street. March 1. 1808. 35,4 x 44,3 cm.

Aus der unnumer. 4blätt. Folge Schwerdt III (1928), 127 c (Bildgröße 42 x 55,5 cm, innerhalb des Plattenrandes unter offenbarem Verlust aller Schrift beschnitten) in deren kleinerer Version Slg. Schöller (1921) 414 („Kleinere Stiche der bekannten Folge farbiger Aquatintablätter“) + Mellon Collection (Snelgrove, Prints, 1981) Wolstenholme (I) 1 („coloured by hand“, im übrigen innerhalb des Plattenrandes beschnitten) unter Verweis auf Schwerdt, wobei dessen größere Version als unbekannt übersehen wurde. Wie anstehende kleinere Fassung – und eben auch nur diese in der 17 Positionen umfassenden Wolstenholme-Passage bei Schöller – ihrerseits Schwerdt unbekannt geblieben ist, indem er anmerkt „It may be a set printed in 1808 to which (Siltzer) refers without giving the measurements“. Bezüglich seiner eigenen Folge denkt Schwerdt an „Siltzer, p. 309, mentions a set printed in 1806 but the sizes he gives are not correct.“ Blatt 4 der kleineren Fassung figuriert bei Schwerdt wohl irrtümlich infolge des Beschnitts als Bl. 1, der die Folge im übrigen wie folgt qualifiziert:

„ A very attractive series (although without titles) principally on account of its exceptionally fine colouring. Besides, the riders and hounds are more in proportion to the landscape than is usual with sporting prints. “

Späterer Abdruck auf leichtem Karton unter Hinzufügung einer äußeren Paspelierungskante. Die Farbwirkung des herrlich stimmungsreichen Blattes à la Schwerdt: exzeptionell.

Angebots-Nr. 14.678 / EUR  290. / export price EUR  276. (c. US$ 301.) + Versand

Full Cry. Drei Reiter, deren erster ein Gatter öffnet, indes die Meute steil emporklimmt. Farbige u. kolor. Aquatinta von Reeve nach Wolstenholme wie vor. Bezeichnet: Painted by Wolstenholme. / Engraved by Reeve. / Fox Hunting Pl. 2. / Published by Reeve. No 7. Vere Street. April 1. 1808. 35,2 x 44,4 cm.

Späterer Abdruck auf leichtem Karton unter Hinzufügung einer äußeren Paspelierungskante. Die Farbwirkung des stimmungsvollen Blattes à la Schwerdt: exzeptionell.

Angebots-Nr. 14.679 / EUR  245. (c. US$ 267.) + Versand

Eugen Krüger, Füchse am Bau

Füchse am Bau. Vor der durch dichtes Unterholz beschirmten Höhlung zwei spielende Jungfüchse, derweil die Alte nur den Kopf zwischen den Blättern sehen läßt. Mit beigefarbener Tonplatte gedruckte Kreide-Lithographie von Eugen Krüger (Altona 1832 – Düsternbrook/Kiel 1876) bei Boyes & Geisler in Hamburg. (1861-62). Bezeichnet: Gez. u. lith. v. E. Krüger, Titel wie vor. 25,7 x 31,7 cm.

Aus der ersten Ausgabe der incl. Titel 22blätterigen Folge Die Jagd gezeichnet und lithographiert (Souhart 275; Rump 40) wie vor. – Mit der Druckeradresse „Druck d. lith. Inst. v. Chs. Fuchs, Hambg.“. – Auf leichtem Karton. – Rückseits geringfügig stockfleckig, bildseits nur den weißen Rand betreffend.

Angebots-Nr. 28.893 / EUR  290. / export price EUR  276. (c. US$ 301.) + Versand

Tempesta, Fuchsjagd

Fuchsjagd. In bergiger Landschaft mit großer Meute zu Pferde und zu Fuß, mit Netzen, Spießen, Stangen und Schwertern. Vorn erwischt ein Hund einen in seinen Bau schliefenden Reineke noch am Hinterlauf. Radierung nach Antonio Tempesta (Florenz 1555 – Rom 1630) von bzw. bei Claes Jansz. Visscher de Jonghe (1586 Amsterdam 1652). (1639.) 10,7 x 14,1 cm.

Schwerdt II, 251 („proof impressions“). – Auf feinem, breitrandigem Bütten (weitere hier verfügbare Blätter der Folge teils mit einseits von Löwen flankiertem Wz. des Amsterdamer Wappen).

Höchst instruktives und auch malerisches Blatt

aus dem zweiten Teil der insgesamt 32 Tafeln umfassenden Folge der Aucupationis Multifariæ Effegies Artificiosissimé depictæ et inventæ ab Antonio Tempesta Florentino und hier wie bei Schwerdt vorliegend in

Frühdruck vor der Schrift

mit lediglich der Nummer „3“ rechts im breiten weißen unteren Plattenrand aus der von Lugt nicht identifizierten Sammlung „EK“ mit deren rückseitigem kleinen schwarzen runden Monogramm-Stempel (ligiert, Lugt 3549, Zeichnungen und Grafik des 17.-19. Jhdts.) sowie irriger Zuweisung an Christoffel van Sichem „um 1550 – 1600 / Delft – Augsburg“ in Bleistift.

Angebots-Nr. 28.566 / EUR  145. (c. US$ 158.) + Versand

Der weit seltenere der beiden Fuchsfänge

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Brech-Falle vor einen Fuchsen gericht. Die von A-K erläuterte gewaltige Falle in adäquat urwüchsigem Ambiente. Radierung + Kupferstich von Martin Elias Ridinger (1731 Augsburg 1780). (1750.) Bezeichnet: Joh. El. Ridinger inv. et del. / Mart. El. Ridinger sculps. Aug. Vind., ansonsten wie vor u. unten. 24,5 x 36,7 cm.

Thienemann + Schwarz 87; Ridinger-Kat. Kielce, 1997, 38 nebst Abb. – Nicht im 1999er Rid.-Kat. Darmstadt. – Blatt 19 der 30blätt. Fangarten-Suite, jenes „schöne und merkwürdige Blätter (enthaltenden) höchst interessanten Werkes … nach dem Leben gezeichnet“ (Nagler). – Mit 6zeil. Untertext:

Ridinger, Brech-Falle vor einen Fuchsen

„ Wan(n) man versichert ist, das ein Fuchs oder Tax eine(n) Bau, da man mit ausgrabe(n) derselbe(n) u: dene(n) Leg-Eisen nicht beykom(m)en kan, so ist dise art vo(n) Falle(n) eine der bewahrteste(n),

ihre Structur zeiget vo(n) selbst wie sie gemacht u: aufgestellet werde(n) ,

es ist aber folgendes dabey zu merke(n) … “

Prachtvoller , breitrandiger  Abdruck  dieses für den Praktiker so konstruktiven und für den Landschafter so stimmungsvollen Blattes. – Wortmarken-Wasserzeichen.

Angebots-Nr. 15.845 / EUR  630. / export price EUR  599. (c. US$ 653.) + Versand

Bret-Falle vor einen Fuchsen auf der Grube. Radierung und Kupferstich von Johann Elias Ridinger wie vor. (1750.) Bezeichnet: Joh. El. Ridinger inv. del. sc. et exc. Aug. Vind., ansonsten wie vor. 25 x 35,7 cm.

Thienemann + Schwarz 86; Schwerdt III, 135, 18 („A rare set, of importance to those who are interested in the various methods of trapping wild animals“); Katalog Darmstadt V.18 m. Abb. – Blatt 18 der Fangarten-Suite, von Halle in München 1928 als die „Seltenste aller Jagdfolgen Ridingers“ angesehen (LXVIII/323). – Instruktiver 6zeil. Untertext. – Warmer toniger Abdruck.

„ … ist vorn ein lebender Vogel angebunden, so dass er in die Höhe flattern kann. Um ihn zu erhaschen hat sich der Fuchs der Länge lang über das Bret gelegt und wird eben in die Grube purzeln “ (Th.).

Angebots-Nr. 28.008 / EUR  562. / export price EUR  534. (c. US$ 582.) + Versand

Riou, Edouard (St.-Servan 1833 – Paris 1900). Le Chateau du Buron et la Forêt de Toufou. Im oberen Bilddrittel das Schloß des Jagdherrn, darunter Ausritt zur Parforcejagd und par force gejagter Fuchs. Getönter Holzstich von Eduard Ade (1. Erwähnung 1865) in Stgt. Ca. 1870. Signiert. 32 x 21,6 cm. – FEINES BLATT. – Kleiner schwacher Wasserrand und einige Stockfleckchen im breiten weißen Rand.

Angebots-Nr. 11.981 / EUR  176. (c. US$ 192.) + Versand

Der , der die Gans bringt

Ridinger, Boßhafter Fuchs

Welch eine Boßheit ists ,
die hier der Fuchs verübet !

Reineke, eine Gans am Schlafittchen, eine von Felsgestein gesäumte hochherrschaftliche Freitreppe im Walde emporsteigend. Radierung + Kupferstich von Martin Elias (1731 Augsburg 1780) nach Johann Elias Ridinger (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Bezeichnet: XXII. / Ridinger, sculps., ansonsten wie vor und unten. 33,8 x 24,3 cm.

Thienemann + Schwarz 365; Schles. Ridinger Slg. bei Boerner XXXIX, 1877 ( „Selten“, 1885); Slg. Reich auf Biehla 109 ( „Selten“, 1894 ); Helbing XXXIV, Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger, 880 ( „Sehr selten“, 1900 ).

Blatt XXII der 1779 abgeschlossenen 46blätt. Folge Zu den besondern Ereignissen u: Vorfallenheiten bey der Jagd ( „The rarest set of Ridinger’s sporting line engravings“, Schwerdt 1928) und ausschließlich von Johann Elias Ältestem, Martin Elias, nach überwiegend väterlicher Vorlage auf Kupfer übertragen. Die Folge selbst „fast durchgängig so eingerichtet, dass immer zwei und zwei mit einander harmoniren und Seitenstücke bilden, wie sie denn auch paarweis verkauft worden sind“ (Th.). Hier denn mit Blatt XXIII, Th. 366, des von einem Paar Alpen-Geieradlern zu Tode gestürzten Gams als eben der Rache der Gefiederten für Reineke’s Frevel hier, denn

„ Er stellt mit schlauer List unschuldigen Vögeln nach .
Und so hast du, o! Mensch, auch deinen Gott betrübet,
Der durch den Raub der Thier dich führt auf seine Rach. “

Unbeschadet der verkürzten Signatur „Ridinger“, wie nur selten anzutreffen, gilt das Blatt hiesigerseits als nach väterlicher Vorlage gearbeitet.

Dem Sammelband eines alten adeligen Bestandes entstammender breitrandiger Abdruck mit WANGEN-Wasserzeichen als einer der von Ridinger bevorzugten festen Bütten-Qualitäten

mit der römischen Numerierung

(„Wenn sie fehlen, so deutet dies auf spätere Abdrücke“, Th.). – Im weißen Oberrand die beiden Löchlein der ursprünglichen lieferungsweisen Heftung, oben links angeschnittene alte Bister-Numerierung.

Angebots-Nr. 15.715 / EUR  808. / export price EUR  768. (c. US$ 838.) + Versand

„ Keine Ähnlichkeiten
mit bisher bekannten Fabelillustrationen .
Riesige Bildformate
werden fast völlig von der Darstellung
eines zentralen Moments der Fabelerzählung
gefüllt “

(Ulrike Bodemann)

Ridinger, Vorsichtige Klugheit überwindet Arglistigkeit
Vorsichtige Klugheit überwindet Arglistigkeit!

Listig , verschlagen , frech —
Der Fuchs der Fabel
bei Johann Elias Ridinger

Vorsichtige Klugheit überwindet Arglistigkeit! Der sich als Gelehrter drapierte Fuchs versucht vergebens, den Haushahn zu übertölpeln. Dieser selbst in reich besetztem Federviehhof, darunter Pfaue, Truthühner, astrachan’sche Gänse, türkische Enten. Radierung und Kupferstich von Johann Elias Ridinger (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Bezeichnet: J. El. Ridinger inv. del. sculp. et excud. 1743, ansonsten dt.-latein.-frz. wie vor. 33,5 x 25,8 cm.

Thienemann + Schwarz 765; Metzner-Raabe, Illustr. Fabelbuch, 1998, Bd. II (Bodemann), 123.I. – Blatt 1 der geistig wie optisch überaus reizvollen „Lehrreiche(n) Fabeln aus dem Reiche der Thiere zur Verbesserung der Sitten

und zumal zum Unterrichte der Jugend “ :

„ Der Fuchs hatte eine Zeitlang aller Beuthe entrathen müssen, weil die Wachsamkeit der Menschen und Hunde ihm in dem Wege stand. Sein heisser Hunger und leckerhafter Schlund erweckten ihm eine Lust nach Feder=Vieh, und seine Verschlagenheit gab ihm Mittel an die Hand, diejenigen zu berücken, welche seine Tücke kannten, und sich daher vor ihm fürchteten und in acht nahmen. Er gedachte von ihrer Schwachheit Vortheil zu ziehen … Der Fuchs kam des anderen Tages, in verkleideter Gestalt … “

Ohne die Numerierung oben rechts, die allgemein unbekannt blieb, doch später auftaucht. – Figürl. Wz. – In der 2. H. des 19. Jhdts. auf blau-grauem Bütten des frühen 18. Jhdts. mit Wz. SICKTE nebst nach links offenem C unter Krone mit Kreuz + Reichsapfel aufmontiert worden, auf dem es jetzt lose aufliegt. – Bei rund 5 mm weißem Plattenrand überwiegend auf dessen Kante geschnitten. Ganz vereinzelt minimale Braunstippen, kleiner Ausriß oben links im weißen Plattenrand.

Angebots-Nr. 12.502 / EUR  445. / export price EUR  423. (c. US$ 461.) + Versand

Die Rache eines niedrigen an einem mächtigern ist schädlich (oder, so in der Neuauflage von 1825, Ohnmächtiger Grimm bereitet sich selbst den Untergang, entsprechend der chinesischen Weisheit „Wenn des Großen Übergewicht drückend wird, ist die Zeit gekommen, stille zu halten, und der gerade Weg wäre nicht der kürzeste“). Der auf Bildungsreise durch Europa wandernde Elefant versehrte versehentlich ein vorlautes Füchslein, woraufhin dessen ganzes Geschlecht den Koloß zu strafen gedachte. Doch nur zu bald war „die Armee pulverisirt“. Radierung + Kupferstich wie vor. (1744.) Bezeichnet: J. E. Ridinger inv. sculp. et excud., ansonsten dt.-lat.-franz. wie vor. 33,6 x 25,1 cm.

Thienemann + Schwarz 771. – Blatt 7 der Lehrreiche(n) Fabeln aus dem Reiche der Thiere:

„ Der Elephant tat eine Reise nach Europa, um sich die Sitten … bekannt zu machen … und hatte das Unglück einem jungen Fuchsen, der aus Vorwitz, ihn zu schauen, ihm zu nahe getretten war, den Schwanz abzutretten. Der Fuchs … fieng ein gräßliches Geschrey an, und rief den Seinigen, diese Schmach und Beleidigung zu rächen, welche dieser Ausländer ihm angethan hätte. Alle wurden darüber eins … Es mangelte zwar nicht an List und Wut, aber es lief dennoch übel ab. Der Elephant zertrat einige, andere ergrief er mit dem Rüssel und warf sie in die Höhe … Einem alten Fuchs gieng dieses so sehr zu Herzen, daß er mit vollem Halse zu schreyen anfieng: O tyrannisches Bezeugen! Nein, sprach der Elephant, auf eine solche Rache folgt ein solcher Lohn. “

Herrlicher früher Druck. – Ohne die Numerierung oben rechts, die allgemein unbekannt ist, gleichwohl später auftaucht. – In der 2. H. d. 19. Jhdts. auf blau-grauem Bütten des frühen 18. Jhdts. mit Wz. SICKTE nebst Fürstenkrone über nach links offenem C der von Veltheim’schen Papiermühle in Sickte, Niedersachsen, aufmontiert worden, auf dem es jetzt lose aufliegt. – Oben meist auf Plattenkante geschnitten, sonst mit feinem Rändchen rundum. Braunstippen im linken Elefanten-Ohr.

Angebots-Nr. 12.505 / EUR  649. / export price EUR  617. (c. US$ 673.) + Versand

Pracht und Herrlichkeit macht niemand gescheiter. Ein Affe mimt den Thronwürdigen und Hirsch, Pferd, Ziegenbock, Bär, Wolf, Hase, Ridinger-Hund und andere säugende Biedermänner sind es zufrieden. Doch der listige Fuchs läßt den Kater zum Verführer werden und den Affen „Allen höchst lächerlich“. Radierung und Kupferstich wie vor. (1744.) Bezeichnet: Joh. El. Ridinger inv. del. et exc. Aug. Vind., ansonsten dt.-lat.-frz. wie vor. 34 x 25,6 cm.

Thienemann + Schwarz 777. – Blatt 13 der Lehrreiche(n) Fabeln aus dem Reiche der Thiere:

„ Ein Affe fand einen königlichen Thron ledig stehen … Er trat demnach näher hinzu, legte die königlichen Kleider an, setzte die Crone auf, ergrief den Scepter, und befließ sich mit ernstlichen Minen und majestätischer Bezeugung, einen König vorzustellen … Der schlaue Fuchs merkte die Sache, darum rieth er, dem Könige eine Verehrung von Nüssen, Trauben und andern Früchten darzubringen … Als der Affenkönig dieses Präsent erblickte, sprang er vom Throne, und gieng auf die Früchte los … so daß er darüber Crone und Scepter vergaß. Der Fuchs als er dieses sahe … schrieh; sehet ihr Brüder: Ihro Majestät! “

Superber Frühdruck noch ohne die Numerierung oben rechts, die Thienemann, Weigel, Helbing, Schwarz unbekannt blieb, doch später auftaucht. – Heftspuren eines Sammelbandes im etwas ausgerissenen linken schmalen Papierrand. Ein die Betitelung einbeziehender Unterrandeinriß säurefrei hinterlegt. – „Ein sehr gelungenes Blatt“ (Th.).

Angebots-Nr. 12.510 / EUR  562. / export price EUR  534. (c. US$ 582.) + Versand

Ridinger, Unschuld durch der Bösen Haß gerettet

Das außerordentlich seltene
erste Ergänzungsblatt

Die Unschuld wird oft durch der Bösen Haß gerettet. Eine einst von dem Fuchs geprellte Eule warnt „eine weidende Heerde wilder Gänse“ davor, den Tod Reinekes als verbürgt zu feiern. Radierung + Kupferstich wie vor, doch von Martin Elias Ridinger (1731 Augsburg 1780). Nach 1767. Bezeichnet: J. El. Ridinger. inv. et del. / M. El. Ridinger. sc. et exc: A. V., ansonsten wie vor in Dt.-Lat.-Frz. 33,6 x 24,7 cm.

Thienemann + Schwarz 781. – Kleines figürl. Wz. – Zusätzlich zum schönen weißen Plattenrand zweiseits mit auch breitem Papierrand. Im schmaleren linken alte Heftspuren. – Blatt 17 der Lehrreiche(n) Fabeln aus dem Reiche der Thiere:

„ Einige wilden Gänse zogen nach ihrer Weise in einer Reyhe auf das Geäße. Ein verschlagener Fuchs, den die glückliche Erfahrung schlau gemacht hatte, paßte ihnen auf, um welche zu erhaschen. So arglistig aber als er war, so vorsichtig waren die Gänse … Das verdroß den Fuchsen, daß eine einfältige Gans seine Verschlagenheit zunichte machen sollte; er besann sich derowegen auf einen Streich, sie zu berücken … Eine Eule sahe dieses … Ey, dachte sie, das ist eine geschickte Gelegenheit, mich an diesem Räuber zu rächen. Als nun die einfältigen Gänse angezogen kamen … (rief) die nahe dabey sitzende Eule ihnen zu: Freunde! seyd auf eurer Hut, es ist ihm nicht Ernst … “

Angebots-Nr. 12.511 / EUR  946. / export price EUR  899. (c. US$ 981.) + Versand

Ridinger, Füchse pirschen wilde Enten

„ Die wilde Endte ist vor einen großen Herrn
Nicht nur zum Zeitvertreib .
Der Fuchs jagt sie auch gern … “

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Wildenten, von Wildkatzen und Füchsen gepürscht. 2 Blatt. Radierungen mit Kupferstich von Martin Elias Ridinger (1731 Augsburg 1780). Bezeichnet: Johann El. Ridinger inv. et del. 1762. / Martin El. Ridinger sculps. 1770. Aug. Vind. 36,4-36,6 x 26,8-26,9 cm.

Thienemann + Schwarz 389-390; Weigel XXVIII, 22, A (von A-B); Schles. R.-Slg. bei Boerner XXXIX, 1888/89 ( „Sehr selten“, davon letzteres „Ohne Plattenrand, aufgezogen“, 1885! ); Slg. Coppenrath 1547 ( „Seltene Blätter“, 1889/90! ); Slg. Reich auf Biehla 130 ( „Selten“, 1894! ); Helbing XXXIV (Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger), 906 ( „Kleine Folge von 2 Blatt“ , verfügbar gehalten nur in einem einzigen Explr., 1900 ); Schwerdt III, 140, b; Nagler 64.

Vgl. die Zeichnungen im Gegensinn aus Vorbesitz W. P. Knowles, Rotterdam u. Wiesbaden (Lugt 2643), in Augsburg, Ridinger-Ausstellungs-Katalog 1967, Nrn. 72 f. bzw. Biedermann, Meisterzeichnungen des deutschen Barock, 1987, Nrn. 164 f. nebst blattgroßen Abbildungen. Dortselbst auch die beiden Kupfer-Druck-Platten, zuvor in Ridinger-Katalog Niemeyer, 1998, Nr. 52 nebst Farbabb.

Die für Thienemann und Schwerdt der vorangehenden Folge der Besondern Ereignisse und Vorfallenheiten bey der Jagd ( „The rarest set of Ridinger’s sporting line engravings“ ) zuzurechnenden

ungemein reizvollen Gegenstücke ,

die von den Sammlern mit Geduld erjaget sein wollen .

Gehören sie doch zu dem Wenigen, was der 1958 aufgelösten, nahezu den kompletten Thienemann-Bestand vereinigenden Gräflich Faber-Castell’schen Ridinger-Sammlung noch fehlte.

Dem Sammelband eines alten adeligen Bestandes entstammende, gleichmäßig kräftige Abdrucke auf festem Bütten als einer der von Ridinger bevorzugten Qualitäten

von herrlich warmtonigem Hell-Dunkel .

Oben + unten 4,8-5,1 cm, an den Seiten 2,3-3,7 cm breitrandig. Im weißen Oberrand jeweils noch die beiden Löchlein der ursprünglichen lieferungsweisen Heftung.

Angebots-Nr. 15.726 / EUR  1270. / export price EUR  1207. (c. US$ 1317.) + Versand

Ueberraschte Hasen. Drei beim Kohl vor Getreideschlag, durch den Reineke schon hindurchwittert. Holzstich nach Ludwig Beckmann (Hannover 1822 – Düsseldorf 1902). (1873.) Signiert, bezeichnet. 20 x 26 cm.

Angebots-Nr. 11.183 / EUR  84. (c. US$ 92.) + Versand

Eine Fuchsjagd
bei Ridinger’s Frühverleger

Fuchsjagd. An bilddominant mächtiger Eiche eines Waldes mit differenziert in die Tiefe führenden flämischen Ausblicken sieht sich Reineke von zwei Hunden gestellt. Herbeieilend von rechts hornblasender Jäger mit Sauspieß. Kupferstich bei Jeremias Wolff (1663 [1673?] – 1724) in Augsburg. Bezeichnet: Jeremias Wolff Excud. Aug. Vind. 17 x 25,5 cm.

SEHR  SELTENES  BLATT  bei Ungewißheit bezüglich des Stechers: „Ob einige (Nagler: bei vielen) der nur W.s Adresse (‚Jer. Wolff exc.‘) tragenden Stiche von ihm selbst herrühren, läßt sich nicht entscheiden“. Wohl ursprünglich Uhrmacher, war er sowohl Stecher wie Händler und bedeutender Kunstverleger bis hin zu Landkarten, „für  den  die  besten  Stecher  s.  Zeit  arbeiteten“ (alles Thieme-Becker). So ist denn auch die von Ridinger noch nicht selbst gestochene und complett außerordentlich seltene, hier gleichwohl bereits durchgelaufene 1723er Jagdfolge Th. 9-12 bei ihm erschienen. – Mit 3-8 mm Rand alt auf grau-blaues Bütten montiert. – Fast nur im oberen Rand stockfleckig und im linken incl. Plattenrand wasserrandig, beides recht schwach, im Bild selbst nur ganz vereinzelt übersehbarer stippenhafter Anflug.

Angebots-Nr. 15.147 / EUR  230. (c. US$ 251.) + Versand

Und immer wieder :

Thomas Landseer, Streit um den Fuchs

Der Streit um den Fuchs

Zwei mit Reitpeitsche und Fäusten aufeinander losgehende Jäger, den toten Reineke einander streitig machend, auf den schon die Hunde – allerdings in trauter Gemeinschaft – Anspruch erheben. Die Tiere in natürlicher, die Jäger in menschlich gekleideter Affengestalt. Radierung von Thomas Landseer (1795 London 1880). (1827-28.) Bezeichnet: Proof., ansonsten wie unten. 19,9 x 16,5 cm.

Qualitätvoller Probedruck auf besonders breitrandigem , schwerem Papier

mit dem Somerville-Vers aus The Chase:

„ Faithful to the track, th’unerring hounds
With peals of echoing vengeance close pursue.
Thou villain there / Expect the fate deserved! “

Aus der berühmten Monkeyana-Suite, einem der nur wenigen frühen und somit typischen Werke Landseers. Ab 1827 geschaffen, erschienen die einschließlich Titel insgesamt 25 mit Untertexten aus Klassikern versehenen Radierungen lieferungsweise 1828 bei Moon, Boys & Graves in London in drei Ausgaben: Normalausgabe in Quart, Ausgabe auf größerem Papier in groß-4° sowie als Ausgabe mit Zustandsdrucken, gleichfalls in groß-4°. Daneben Exemplare auf aufgewalztem China.

Angebots-Nr. 5.377 / EUR  240. (c. US$ 262.) + Versand


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(Mr. M. W., from February 3 to March 7, 2011)