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Tier des Jahres 2015 hin oder her —

Ridinger, Hasenhatze (Menzler)
Johann Elias Ridinger, Hasenhatze. Lithographie von Hermann Menzler (Auschnitt)

„ Es trifft noch gar oft
den schwachen Hasen ! “
( Ridinger / Brockes )

Ach bin ich nicht ein armes Häsulein?
Ach bin ich nicht ein armes Häsulein? (Ausschnitt)

Jetzt geht’s wieder um den
Hasenbraten !

Hasenjagd ist auf

» Sie zogen aus , bis an die Zähne bewaffnet ,

an die dreitausend , an die dreihundert , an die dreißig ,

schrecklich anzusehen in ihrem Kriegsschmucke «

Hermann Löns, Mümmelmann

Alphonse de Neuville, Jagdfrühstück

L’Ouverture de la Chasse

Während vier der Jäger sich erst einmal behaglich im Revier bei Pfeife und Wein stärken, weist ein fünfter bereits einen Mümmelmann vor – der indes drei weitere Jagdgenossen geschafft hat. Getönter Holzstich von Jules Huyot (Toulouse 1841 – Eaubonne 1921) nach Alphonse de Neuville (St. Omer 1836 – 1885). Ca. 1870. Monogrammiert bzw. signiert. 21,6 x 31,5 cm.

Boetticher III, 148. – Neuville war Schüler u. a. von Delacroix und hat sich „auch als Zeichner … bekanntgemacht“. Ansonsten überwiegend Historien- und Schlachtenmaler. – Einige Stockfleckchen und schwacher Wasserrand im breiten Rand.

Angebots-Nr. 11.977 / EUR  189. (c. US$ 229.) + Versand

Johann Elias Ridinger, Kleine Wind= Englische Hasen= und Stoeber=Hunde

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Kleine Wind= Englische Hasen= und Stoeber=Hunde. An bergigem Waldrand deren sechs, „zwei Paar gekoppelt, der Stöberhund rauhhaarig“. Radierung und Kupferstich. (1738.) Bezeichnet: J. E. Ridinger inv. fec. et exc. A.V. / N. 15., ansonsten wie vor. 18,5 x 15,2 cm.

Thienemann + Schwarz 405. – Blatt 15 der instruktiven Suite Entwurf einiger Thiere in der Erstausgabe mit ihrem festen Bütten. – Entsprechend schön im Hell-Dunkel. – „Diese Tafeln sind sehr gesucht und oft copirt“ (Th. 1856). – Oben + unten 5,7-7,4 cm, seitlich 2-2,3 cm breitrandig. – Linksseits verso 1 cm schmaler Falzstreifen von früherer Heftung. – An der Oberkante noch die beiden originären feinen Durchstiche.

Angebots-Nr. 15.640 / EUR  185. (c. US$ 224.) + Versand

Johann Elias Ridinger, Hasenhatze

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Hasenhatze. Auf einer Lichtung von drei Windhunden verfolgt und nahezu eingeholt. Getönte Lithographie von Hermann Menzler im Druck v. A. Renaud bei L. J. Heymann in Berlin. (1863-65.) Bezeichnet: Gez. v. J. E. Ridinger, lith. v. H. Menzler etc., ansonsten wie vor. 26,3 x 29,4 cm.

Joh. El. Ridinger’s Jagd-Album II/1. – Vgl. Bl. 18 der von Hunden behæzten Jagtbaren Thiere, Thienemann 156. – Aus dem als 2. Abteilung geführten Album interessanter Hatzen- und Gruppen-Bilder. – Die gesamte, nahezu literaturunbekannte, seltene Suite 80 Blatt zuzüglich eines neuerdings aufgetauchten illustrierten Titels weit größeren Bildformates (47,5 x 36 cm) umfassend, doch praktisch nur peu à peu complettierbar. In der Bildwirkung der von Ridinger als Ganzes nicht mehr angewandten Aquatintamanier entsprechend. – Auf festem breitrandigen Papier von tadelloser Frische. – Gegenüber der Radierung die obige Rundung hier zum querformatigen Rechteck erweitert. Ridingers Fichten jenseits des Tals rechts hier zu hochstämmigen Kiefern mutiert. Hinsichtlich dieser gewissen Eigenständigkeit

als Sammlungsbereicherung zusätzlich reizvoll .

Angebots-Nr. 28.447 / EUR  330. / export price EUR  314. (c. US$ 380.) + Versand

Antonio Tempesta, Hasenjagd

Tempesta, Antonio (Florenz 1555 – Rom 1630). Hasenjagd als Hetzjagd mit Hunden und mit den Herren zu Pferde in besonders malerischer Hügellandschaft mit zurückgesetzter Bergveste. Vorne links Jäger mit Spieß und Hund. Radierung von bzw. bei Claes Jansz. Visscher de Jonghe (1586 Amsterdam 1652). (1639.) 10,8 x 14 cm.

Schwerdt II, 251 („proof impressions“). – Auf feinem, breitrandigem Bütten mit Wappen-Wz.

Höchst instruktives und sehr malerisches Blatt

aus dem zweiten Teil der insgesamt 32 Tafeln umfassenden Folge der Aucupationis Multifariæ Effegies Artificiosissimé depictæ et inventæ ab Antonio Tempesta Florentino und hier wie bei Schwerdt vorliegend in

Frühdruck vor der Schrift

mit lediglich der Nummer „11“ rechts im breiten weißen unteren Plattenrand aus der von Lugt nicht identifizierten Sammlung „EK“ mit deren rückseitigem kleinen schwarzen runden Monogramm-Stempel (ligiert, Lugt 3549, Zeichnungen und Grafik des 17.-19. Jhdts.) sowie irriger Zuweisung an Christoffel van Sichem „um 1550 – 1600 / Delft – Augsburg“ in Bleistift.

Angebots-Nr. 28.569 / EUR  148. (c. US$ 179.) + Versand

» Als sie alle weg waren ,

hoppelte Mümmelmann nach dem Kessel .

Da lag Schweiß , hier wenig , Hasenschweiß ,

und da viel , Menschenschweiß ,

und dem alten Hasen schwoll sein kleines Herz

von befriedgter Rachsucht .

Als am anderen Tage der Jagdaufseher Nachsuche hielt ,

da fand er um den roten Fleck ,

wo der Assessor den Baurat laufkrank schoß ,

einen Kreis , festgestampft wie eine Tenne .

Und er sah , daß das die Hasen gemacht hatten ,

und er schüttelte den Kopf und machte ein ganz verstörtes Gesicht . «

Hermann Löns, Mümmelmann

Johann Elias Ridinger, Wie die Hasen mit Wind-Hunden gehetzt werden

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Wie die Hasen mit Wind-Hunden gehetzt werden. In von herrlichem Regenbogen überspannter baum- und buschwerkbestandener weiter Hügellandschaft nahe eines Gehöfts sprengen zwei Jäger „den Windhunden nach, welche (nur zu gern schon) eben ein Häschen packen wollen. Dahinter einige Jäger zu Fuss und absuchende Hunde“ (Th.). Radierung + Kupferstich. (1729.) Bezeichnet: Avec privil. de Sa Maj. Imp. / I. El. Ridinger inv. pinx. sculps. et excud. A.V., ansonsten wie vor und mit dt.-franz. Lehr-Untertext. 33,5 x 41,3 cm.

Thienemann + Schwarz 46; Katalog Weigel XXVIII (1857), Ridinger-Appendix 3A („Alte Abdrücke mit dem ursprünglichen Titel. Das Papier hat Linien als Wasserzeichen.“). – Aus der unnumerierten frühen 36blätt. Fürstenlust , seitens der Literatur als deren Blatt 34 geführt. – Dreiseits 2,8-3,6, rechts 5,7 cm breitrandig.

Eine autonome Detailzeichnung in braun lavierter schwarzer Feder über Bleistift der dem Hasen vorn links nachsetzenden beiden Windhunde und dem spiegelbildlichen Kirchdistrikt aus Th. 44, der Hasenjagd mit Netzen, hier in jüngerer Zeit in bayerische Privatsammlung durchgelaufen.

„ Wie vergnüegt diese Jagt seye ist denen welche solche practicieren am besten bewust … sie gehen gerne berg auf oder laufen auf steinigte harte wege das ihnen die Hunde nicht so wol nachsetzen kön(n)en … (und) macht er ihnen durch viel wendung rucksprung und andere arglistigkeit so viel zu thun das sie ihme schwerlich zu raumen kriegen und nach viel gemachten boßen doch sein Leben erhält. “

DAS MITSPRENGEND DYNAMISCHE , MALERISCHE BLATT

– nicht von ungefähr qualifizierte schon 1901 Ernst Welisch Ridinger als den unstreitig „bedeutendste(n) Augsburger Landschafter  dieser Zeit“ –

IN HERRLICHEM ABDRUCK

TIEFGESTAFFELT LEUCHTENDEN HELL-DUNKELS

wie in solcher Qualität von altersher selten.

Angebots-Nr. 15.484 / EUR  1300. / export price EUR  1235. (c. US$ 1493.) + Versand

Christian Kröner, Hasenjagd

Kröner, Christian (Rinteln 1838 – Düsseldorf 1911). Auf der Hasenjagd. Einer schlägt schon sein Rad, der andere wird erst noch im Feuer bleiben. Holzstich von Max Weber (geb. Stgt. 1847) in der Xylograph. Anstalt v. O. Roth, Leipzig, nach 1869er Vorlage. (1873.) Signiert, datiert, bezeichnet. 23,4 x 17,7 cm.

Angebots-Nr. 11.170 / EUR  76. (c. US$ 92.) + Versand

Der Vorstehhunde vier Verrichtungen

Überraschend unzulänglich vertreten in alten Beständen

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Vorstehende Hühnerhunde. Folge von 4 Blatt. Radierung mit Kupferstich. Bezeichnet: J. E. Ridinger inv. del. sc. et exc. A. V., ansonsten wie unten. 28,2-28,9 x 25-25,8 cm.

Thienemann + Schwarz 101-104; Katalog Weigel XXVIII (1857), Ridinger 9 A („Alte Abdrücke auf Linienpapier.“); Nagler 23; Schles. R.-Slg. bei Boerner XXXIX, 1790 („neuere Abdrücke“, 1885); Slg. Reich auf Biehla 17 (davon 2 als „neue Abdrücke“, 1894); Slg. Georg Hamminger 1540 (nur 3 Blatt, davon eins zudem nur mit Schriftrand); Helbing XXXIV (1900), 241; Schwerdt III (1928), 136. – Nicht in Slg. Coppenrath (1889/90).

Vorstehender Hund vor einem Hasen im Lager – Vorstehender Hund auf Fasanen – Großer vorstehender Hüner Hund auf Reb Hüner – Kleiner vorstehender Hüner Hund auf Wachtlen .

Die außerordentlich liebenswerte unnumerierte Suite

Johann Elias Ridinger, Vorstehender Hund vor Hasen
Vorstehender Hund vor einem Hasen im Lager

„ von Ridinger in seiner besten Zeit gearbeitet “

(Th.) in jeweils malerischer Landschaft in Verbindung mit Getreideschlägen, Blatt vier zudem vor prachtvoll arabeskenverziertem und mit Augsburgs Zirbelnuß – „der Pyr, Wahrzeichen einst der römischen Legionäre, als sie nordwärts drängten, aber auch antikes Fruchtbarkeitssymbol“ (FAZ 17. 1. 1985) – bekrönter Herme.

Altem adeligen Sammelband entstammende seitlich 3-4, oben + unten 8-10 cm breitrandige Abdrucke auf schwerem Bütten mit zumindest tlw. typograph. Wz., davon die ersten drei von alter Hand in Bister mit XXXXVI-XXXXVIII numeriert. – Blatt 1 teilweise + Bl. 4 (7 mm breiter leichter Braunstreifen an unterer Außenkante) ganz marginal unten eine Idee zu schwarz eingefärbt, ansonsten sehr, sehr schön.

Blätter 2 + 4 später mit Platten-Nr. 67 bzw. 86 (Schwarz 104a) oben rechts als Merkmal ihrer Verwendung innerhalb späterer Wundersamsten-Ausgaben und dort die ursprünglichen Hühner-Hunde Th. 308 bzw. 328 ersetzend.

Um jene und zwei weitere (Th. 274 + 278) aufgestockt, begegnet man der Folge auch als 6- bzw. 8blättrig. Entsprechend Th. 274: „Wird auch in der Sammlung: ‚Vorstehende Hunde‘ mit verkauft, wenn sechs Stück angegeben sind.“ Und hs. durchnumeriert 8blättrig fand sie sich hierselbst in einem früheren zeitgenössischen Sammelband. Th. 274 + 278 derzeit apart hier aufliegend.

Angebots-Nr. 15.693 / EUR  2300. / export price EUR  2185. (c. US$ 2642.) + Versand

– – – Dasselbe, davon drei Blatt in warmtonigen alten Linien-Abdrucken (Bütten, zumindest zwei davon mit umrißmäßig erkennbarem typograph. Wz.), von denen sich der spätere Velin-Abdruck des Fasanen-Blattes auch in puncto Papierrand nicht unharmonisch abhebt. Letzterer umlaufend 0,8-1 bzw. (Bl. 2) 1,7-2 cm messend. – Bl. 2 mit säurefrei hinterlegtem winzigen Randeinriß, Bl. 4 mit kleiner dünner Stelle in der Himmelspartie. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 16.168 / EUR  1490. / export price EUR  1416. (c. US$ 1712.) + Versand

Uhu — Hase — Jäger — Dreiklang

Thematisch wie das Blatt selbst — „Aeusserst selten“

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Der arme Hase wird der Son(n)enscheuen Eule Und die des Jägers Rohr /: Ein seltner Fall!:/ zu Theile … Uhu mit Hase in den Fängen über hügeliger Landschaft mit Felsgestein bei Vollmond, auf den feuergebenden Schützen hinabblickend. Radierung + Kupferstich von Martin Elias Ridinger (1731 Augsburg 1780). Bezeichnet: III. / Joh. El. Ridinger inv. et del. / Mart. El. Ridinger sculps. Aug. Vind., ansonsten wie vor und unten. 34,9 x 23,6 cm.

Johann Elias Ridinger, Der arme Hase

Thienemann + Schwarz 346; Schles. R.-Slg. bei Boerner XXXIX, 1868 ( „Sehr selten“, 1885!); Slg. Reich auf Biehla 93 ( „Aeusserst selten“, 1894! ); Helbing XXXIV, Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger, 860 ( „Selten“, 1900 ).

Die sehr , sehr schöne Scenerie

als Blatt III der ausschließlich von Martin Elias nach überwiegend väterlicher Vorlage auf Kupfer übertragenen und 1779 abgeschlossenen 46blätt. Folge Zu den besondern Ereignissen u: Vorfallenheiten bey der Jagd ( „The rarest set of Ridinger’s sporting line engravings“, Schwerdt 1928).

Die beiden Schlußzeilen des Untertextes

„ Wer Schwächre unterdrükt , frolocke nicht zu sehr .

Den(n) über ihn kom(m)t auch gar leicht ein Stärkrer her “

überdies auch hier jenen bislang mit Fleiß übergangenen Ridinger dokumentierend, der gelegentlich dessen 300. Geburtstag auf dem Festakt der TU Dresden Gegenstand der hiesigen Dresdner Rede – Der verharmloste Ridinger war.

Dem Sammelband eines alten adeligen Bestandes entstammender breitrandiger Abdruck von sehr schönem Hell-Dunkel mit typogr. Wasserzeichen als unterstellter Gegenmarke der Wangener Papiermühle als einer der von Ridinger bevorzugten festen Bütten-Qualitäten

mit der römischen Numerierung

(„Wenn sie fehlen, so deutet dies auf spätere Abdrücke“, Th.). Die Folge selbst „fast durchgängig so eingerichtet, dass immer zwei und zwei mit einander harmoniren und Seitenstücke bilden, wie sie denn auch paarweis verkauft worden sind“ (Th.). – Säurefrei hinterlegter Kleineinriß sowie kleine Quetschung am weißen Oberrand.

Angebots-Nr. 15.705 / EUR  870. / export price EUR  827. (c. US$ 1000.) + Versand

Ein weißes Fell hält manchen Schuß ab

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Weißer Hase. Aus Unterholz hervorkommend nach links witternd. Kolor. Radierung/Kupferstich, vermutlich von Martin Elias Ridinger (1731 Augsburg 1780). Bezeichnet: LEPVS albus. / Lievre blanc. / Familia III. Vierzähige. / Riding. fec., ansonsten wie vor. 30,6 x 20,7 cm.

Thienemann + Schwarz 1044. – IM  RIDINGER’SCHEN  ORIGINAL-KOLORIT  des seit 1754 entstandenen und nicht vor 1773 endgültig postum abgeschlossenen , unnumerierten Kolorierten Thier-Reichs („Vollständige Exemplare sind fast unauffindbar“, so Weigel, Kunstkat., Abt. XXVIII, Ridinger-App. 63a als lediglich 120blätt. Torso, 1857 ! , doch auch nur schon Einzelblätter nur sehr selten am Markt, bei niemeyer’s derzeit gleichwohl das eine wie die andern). – Eine entgegen Ankündigung unkoloriert gebliebene Zweitausgabe von den nunmehr unter Fortfall selbst von Tieren verkürzten und ohne die Ridinger-Signatur anders betitelten, jedoch numerierten Platten erschien 1824/25 bei Engelbrecht/Herzberg in Augsburg.

Ridinger, Weißer Hase

„ Von der wilden Art Hasen haben wir hier drey Abbildungen geliefert, nemlich einen gemeinen röthlichen, einen weißlichten und einen gefleckten, der noch außerdem gehörnet ware; beyde letztere Arten aber sind etwas seltenes “

(Ridingers Söhne im Textvorspann zu Tl. II, S. 3, in Kopie beiliegend).

Heute ganzjährig Schonung genießend ,

ergänzend Thienemann:

„ Weiss ist er im Winterkleide, sonst ähnelt er dem gewöhnlichen, und macht eine eigene Art aus, welche die Alpen bewohnt. “

Das schöne Sujet in seiner leuchtenden Farbigkeit

mit Wz. C & I Honig, ähnlich Heawood 3346 + 3348, als jener festen holländischen Papier-Qualität, wie sie Ridinger entsprechend seiner Vorrede zu den Hauptfarben der Pferde

„wegen der feinen Illumination“ für die kolorierten Werke

verwandte, „weil es hiezu das anständigste und beste ist“.

Die Zuweisung der Kupferübertragung an mutmaßlich Johann Elias’ Ältesten an Hand der alleinigen Signatur „Riding. fec.“ bei zugleich seltenerem Fortlassen des „er“, wie auch bei der Kaninchen-Tafel, Th. 1046. Der gemeine Feld-Hase sowie der gehörnte Hase (Th. 1043 bzw. 1045) jeweils mit ausgeschriebenem Ridinger. – Dreiseits 2-3 cm, unten 4,9 cm breitrandig.

Angebots-Nr. 15.905 / EUR  470. / export price EUR  447. (c. US$ 540.) + Versand

Eines der schönsten , elegantesten Sujets

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Windhetzer. Chasseur aux levrieres. In großer Leichtigkeit + Eleganz unter hohem Himmel über die wellige, parkartig mit wenigen Baumgruppen bestandene Landschaft hinter einem Hasen dahinsprengend. Mithetzend zwei große Windhunde. Radierung und Kupferstich von Martin Elias Ridinger (1731 Augsburg 1780). Ca. 1764. Bezeichnet: L. / Joh. El. Ridinger inv. del. et exc. Aug. Vind. / Mart. El. Ridinger sculps., ansonsten wie vor. 33,8 x 25,6 cm.

Johann Elias Ridinger, Windhetzer

Thienemann + Schwarz 124; Ortega y Gasset, Meditationen über die Jagd, 1981, blgr. Abb. (Frontispiz); Pietsch (Hrsg.), Porzellan Parforce, 2005, Seiten 50 + 121 nebst Abbildungen; Steiner, Hinterglas und Kupferstich, 2004, 40/40a nebst Abbildungen; Wüst, Ein frühmodernes Land im Jagdfieber – Das „ius venandi“ der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach, in Triesdorfer Hefte 9, Die Jagd der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach in der Frühmoderne, 2010, Seiten 12 + 25 (Abbildung, dieses Explr.).

Blatt 12 („L.“) der 25blätt. Suite der Jaeger und Falkoniers mit ihren Verrichtungen. – „Die personelle Hierarchie begann mit einfachen Büchsenspannern, Hofschützen, ‚pürsch-knechten, windhetzern‘ … “ (Wüst), letztere „die mit Windhunden hetzen“ (Riesenthal).

Mit FIAT-Wz., in Verbindung stehend mit dem von Ridinger favorisierten WANGEN-Papier. – Seitlich 4, oben + unten 5,3-5,6 cm breitrandig. – Rückseitige Unterkante und oben links mit alter Klebespur.

Die Vorzeichnung im Bildsinn aus von zeichnerischen Unikaten + Zustandsdrucken bestimmter westfälischer Ridinger-Sammlung hier in den 1970ern durchgelaufen. – Formatgleiche Hinterglasradierung um 1800 im Gegensinn in Blattgold + Blattsilber und schwarzer Hintermalung von Jonas Zeuner (Kassel 1727 – Amsterdam 1814), siehe oben. Und wohl Michael Victor Acier (Versailles 1736 – Dresden 1795) diente die Scenerie um 1766 für einen Meißner Teller, den Hasen durch einen Hirsch ersetzend und den hinteren der beiden Hunde fortlassend.

Im übrigen bestätigt die Arbeit zugleich, ganz en passant, Ernst Welisch (1901), daß Ridinger der unstreitig „bedeutendste Augsburger Landschafter dieser Zeit“ gewesen sei. Und dies „obzwar er hauptsächlich als Tiermaler bekannt ist“.

Angebots-Nr. 15.435 / EUR  870. / export price EUR  827. (c. US$ 1000.) + Versand

Gefahren eines Hasenlebens

„ Der Hase hat sehr viele Feinde ,
aber der schlimmste ist der Mensch “

Häsulein, Ach bin ich nicht ein armes? Alle Gefahren eines Hasenlebens, von Schlingen, Wiesel, Fuchs, Wolf, Katze und Greif – letzterer gleich mehrerer mit Horstatzung – bis zum gespickten Braten bei Rotspon nach der Treibjagd im Mittelfeld. Holzstich von Jules Huyot (Toulouse 1841 – Eaubonne 1921) nach Ph. Müller. (1873.) Bezeichnet: Ph. Müller / Huyot, ansonsten typographisch wie vor sowie 3spaltiger Zweizeiler nach altem Lied. 22,5 x 31,2 cm. – Kaum wahrnehmbarer schwacher Stockfleck oben links im Bild sowie in der Mitte des Untertextes.

„ Der Hase hat sehr viele Feinde, aber der schlimmste ist der Mensch … und setzte die Häsin nur einmal im Jahre und nicht drei= oder gar viermal, kein Hase lebte mehr auf der Welt, denn seiner Feinde sind allzu viele,

weil sein Wildbret zu fein ist “

(Hermann Löns, Der Feldhase).

Angebots-Nr. 12.498 / EUR  97. (c. US$ 117.) + Versand

» Je lauter sich ein Mensch benimmt , um so unverdächtiger ist er ,

aber je heimlicher er ist ,

um so mehr hat sich der Hase vor ihm zu hüten .

Zum Glück hat der Hase aber auch viele Freunde ,

die ihn vor dem Menschen warnen .

Wenn der Zaunkönig zetert oder die Graudrossel scharrt ,

muß man die Löffel steifhalten …

Sehr zuverlässig sind die Rehe ;

solange sie sich vertraut äsen , darf der Hase das auch ;

heben sie aber die Köpfe auf , dann empfiehlt es sich ,

einen Kegel zu machen und Umschau zu halten ,

und flüchten sie zu Holze , so tut man gut , ihnen nachzufolgen «

Hermann Löns, Der Feldhase

Ridinger’s Bildeinheit einer dreifachen Nahrungskette

Hase — Adler — Kuder — Jäger

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Der arme Hase bringt in seiner lezten Noth … Hase vom Adler geschlagen, dem der Kuder die Gurgel durchbeißt, den seinerseits der Jäger erlegt. Samt aller Vorbeute. Radierung + Kupferstich von Martin Elias Ridinger (1731 Augsburg 1780). Bezeichnet: V. / Joh. El. Ridinger inv. et del. / Mart. El. Ridinger Sculps. Aug. Vind., ansonsten wie vor. 35,3 x 25,8 cm.

Thienemann + Schwarz 348; Slg. Reich auf Biehla 95 ( “Selten”, 1894! ). – Fehlte der 1885er schles. R.-Slg. bei Boerner XXXIX und war im 43blätt. Bestand der Folge bei Helbing (Kat. XXXIV, Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger, 1900, 1554 Nrn.) in nur einem und nur bedingt schönem Exemplar (Nr. 862) vertreten. – Mit 6zeiligem Untertext.

Johann Elias Ridinger, Hase - Adler - Kuder - Jäger

Oben gerundetes Blatt V der 1779 abgeschlossenen 46blätt. Folge Zu den besondern Ereignissen u: Vorfallenheiten bey der Jagd ( „The rarest set of Ridinger’s sporting line engravings“, Schwerdt 1928) und ausschließlich von Johann Elias’ Ältestem, Martin Elias, nach überwiegend väterlicher Vorlage auf Kupfer übertragen.

Dem Sammelband eines alten adeligen Bestandes entstammender warmtoniger, breitrandiger Abdruck mit WANGEN-Wasserzeichen als einer der von Ridinger bevorzugten festen Bütten-Qualitäten

mit der römischen Numerierung

(„Wenn sie fehlen, so deutet dies auf spätere Abdrücke“, Th.). – An der Oberrandkante noch die beiden Löchlein der ursprünglichen lieferungsweisen Heftung.

Die Folge selbst „fast durchgängig so eingerichtet, dass immer zwei und zwei mit einander harmoniren und Seitenstücke bilden, wie sie denn auch paarweis verkauft worden sind“ (Th.). Hier also mit der ungewöhnlichen Szenerie des vom Blitz erschlagenen Hirschpaares. „Beide – so Thienemann – zusammengehörige Stücke sind gut geraten.“

Angebots-Nr. 15.706 / EUR  790. / export price EUR  751. (c. US$ 908.) + Versand

– – – Dasselbe, doch mit nur 0,9 (rechts) bis 3,1 cm sichtlich schmalrandiger. Unten zudem ganz wenig altersfleckig. Ebenso schwacher Wasserstreifen im oberen weißen Platten- und Papierrand.

Angebots-Nr. 14.122 / EUR  706. / export price EUR  671. (c. US$ 811.) + Versand

Johann Elias Ridinger, Der anstand auf Hasen und wie sie von dem Stober Hunde getrieben werden

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Der anstand auf Hasen und wie sie von dem Stober Hunde getrieben werden. In reicher hügeliger Baumlandschaft treiben „Zwei Stöberhunde in flüchtigstem Laufe“ drei Hasen vor die Flinten zweier Jäger, wobei

das Feuer des vorderen und das Zündschloß des noch anlegenden

sehr schön sichtbar sind .

Einer der Langohren hat denn auch schon ausgemümmelt. Radierung + Kupferstich. (1729.) Bezeichnet: Avec privil de Sa Maj. Imp. / I. El. Ridinger invent. pinx. sculps. et excud. Aug.Vind., ansonsten wie vor und mit dt.-franz. Lehr-Untertext. 33,2 x 41 cm.

Thienemann + Schwarz 45; Katalog Weigel XXVIII (1857), Ridinger-Appendix 3A („Alte Abdrücke mit dem ursprünglichen Titel. Das Papier hat Linien als Wasserzeichen.“). – Aus der unnumerierten frühen 36blätt. Fürstenlust , seitens der Literatur als deren Blatt 33 geführt.

Johann Elias Ridinger, Der anstand auf Hasen und wie sie von dem Stober Hunde getrieben werden (Ausschnitt)

Die hier derzeit aufliegende für die Übertragung aufs Kupfer verwandte gegriffelte und rückseits gerötelte spiegelbildliche Vorzeichung in Bleistift und schwarzer Kreide noch ohne den dritten Hasen, auf den oben besagter Schütze gleichwohl gerade anlegt. Andererseits fehlt im Kupfer die rückseits der Jäger bei den beiden schon abgelegten Hasen angelehnte Ersatzflinte.

„ Unter so vielen nachstellungen welche der Hase auszustehen hat, ist auch diese der starckesten eine … die rechte manier sie auf solche arth zu jagen ist, wann man … seinen Stober zuvor wohl abgerichtet … Solche Hunde müssen anfangs nur auf junge Hasen eingehezt werden … “

2,7-4,4 cm breitrandig. – Bildseits kaum bemerkbare vertikale Quetschspur und kleine Papierläsur am alten Heftrand sowie unauffällige winzige Schabspur im mittleren Laubwerk und zwei säurefrei hinterlegte Kleineinrisse im breiten weißen Rand.

DAS MALERISCHE BLATT

– nicht von ungefähr qualifizierte schon 1901 Ernst Welisch Ridinger als den unstreitig „bedeutendste(n) Augsburger Landschafter dieser Zeit“ –

IN HERRLICHEM ABDRUCK

TIEFGESTAFFELT LEUCHTENDEN HELL-DUNKELS

wie in solcher Qualität von altersher selten.

Angebots-Nr. 15.485 / EUR  1250. / export price EUR  1188. (c. US$ 1436.) + Versand

Noch ohne den 3. Hasen ,
auf den einer der Schützen gleichwohl gerade anlegt

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Der Anstand auf Hasen und wie sie von dem Stober Hunde getrieben werden. In reicher hügeliger Baumlandschaft treiben „Zwei Stöberhunde in flüchtigstem Laufe“ zwei – im Kupfer drei ! – Hasen vor die Flinten zweier Jäger. Bleistift + schwarze Kreide. Ca. 1729. 273 x 408 mm.

Provenienz

Dr. Edward Peart

(1756/58 – 1824)

dessen hs. E P. vorn unten links

Johann Elias Ridinger, Der Anstand auf Hasen und wie sie von dem Stober Hunde getrieben werden (Zeichnung)

( „ schrieb auf jedes Blatt die Initialen seines Namens “ )

Lugt 891; Nagler, Monogrammisten, II, 1723

Ausstellung

Schöne Beute — Bilder von der Jagd

Dr.-Hanns-Simon-Stiftung Bitburg

13. Januar – 3. März 2013

Literatur

Katalogbuch zur Ausstellung

Seiten 44/45 (doppelblattgroße Detail-Abbildung),

irrtümlich als Der Frühling der Hunde, wie gleichfalls ausgestellt, + Seite 148/I

Die für die Übertragung auf die Platte – recto gegriffelt , verso gerötelt – verwandte spiegelbildliche Vorzeichnung zu Thienemann 45 als Blatt 33 – siehe Vergleichsabbildung –

Johann Elias Ridinger, Der Anstand auf Hasen und wie sie von dem Stober Hunde getrieben werden (Radierung)
Johann Elias Ridinger, Der Anstand auf Hasen.
Radierung + Kupferstich. (1729.) – Th. 45.

der Vollkommene(n) und gründliche(n) Vorstellungen der vortrefflichen Fürsten-Lust oder der Edlen Jagdbarkeit … inventiret in Kupfer gebracht … Anno 1729. als Ridinger’s erster nun selbst radierter/gestochener und verlegter Jagdfolge und einer entsprechend des Meister’s stetem didaktischen Wollen zugleich lehrhaften Praxis-Unterweisung

„ … wie solche nach der wahren Beschaffenheit als auch rechten Gebrauch aller hierzu gehörigen Requisiten nach eines jeden Thiers Art und Manier erforderlich, in specie aber derer hierzu üblichen Waydmännischen Terminis ganz deutlich vorgestellet

und nach dem Leben gezeichnet worden “.

Von den hier linksseitigen beiden Jägern ist der hintere noch im Anschlag, indes der vordere gerade auf den noch in vollem Hasenpanier befindlichen ersten abfeuert, wobei

das Feuer des vorderen und das Zündschloß des noch anlegenden

sehr schön sichtbar sind .

Der zweite Hase ist bereits gestreckt. Bei Ausarbeitung der Platte scheint Ridinger bemerkt zu haben, daß die Laufrichtung des erst anlegenden Schützen eher ins Leere geht, sonst demselben Ziel gilt, das der Nachbar schon im Feuer hat. So veränderte er die Laufrichtung leicht, nahm den vorderen der beiden Hunde etwas zurück

und etablierte in dem Freiraum einen dritten Hasen .

Andererseits fehlt im Kupfer die rückseits der Schützen bei den beiden schon abgelegten Hasen angelehnte Ersatzflinte.

Schöne großformatige frühe ,

bildhaft durchgearbeitete malerische Zeichnung

die schon frühzeitig ihre eigenen Wege fand und damit nicht 1830 mit dem 32blätterigen (darunter 2 Doppelversionen) Block der Fürstenlust-Vorzeichnungen in den immensen Weigel-Bestand des zeichnerischen Nachlasses des Meister’s gelangte und somit Thienemann (1856, Seite 274, a, „teils in Bister und Tusche, theils in Bleistift und Kreide“, letzteres wie auch anstehend) ebenso unbekannt blieb wie dem Ridinger-Appendix des 1869er Katalogs der nunmehr von J. A. G. Weigel hinterlassenen Sammlung von Original-Handzeichnungen.

Johann Elias Ridinger, Der Anstand auf Hasen und wie sie von dem Stober Hunde getrieben werden (gerötelte Rückseite)
Die gerötelte Rückseite

Außerordentlich reizvoll die hier nachzuvollziehenden Arbeitsgänge

des Meister’s, der begehrte Blick über dessen Schulter , bei der Übertragung auf die Platte. Neben der rückseitigen Rötelung die hier besonders vielfältige bildseitige Griffelung der wichtigen Passagen, deren Ausfüllung in der Platte frei erfolgte, hier gleichwohl voll ausgeführt ist.

Auf fein strukturiertem schweren Bütten. – Blattkante etwas altersspurig unter leichter Beeinträchtigung des „E“ der Peart-Initiale. Partiell unauffällig etwas stockstippig, im Bildrand unten links ein 3 cm langer schmaler Dreckstreifen, ansonsten von schönem Gesamteindruck.

Aus der Sammlung des in London + Butterwick praktizierenden und publizierenden Mediziners Dr. Edward Peart (1756 oder 1758 – Butterwick bei Gainsborough 1824), „Kunstliebhaber in London, legte eine Sammlung von Zeichnungen und Kupferstichen an, und

schrieb auf jedes Blatt die Initialen seines Namens .“

Von seiner Hand mutmaßlich auch die rückseitige Beschriftung unten rechts „Ridinger 1750“, letzteres viel zu spät gegriffen ist. „Diese Sammlung ist (per 1822) zerstreut“ worden (Nagler, 1860, fortfahrend). Hieraus denn nun hier + heute des Meister’s frühe Hasenhatz als

eine Ridinger-Trouvaille allerersten Grades

unter rahmungsgerechtem säurefreien Schrägschnitt-Passepartout mit 23,5karätig goldgeprägten Künstler-Daten.

Zeichnungen seiner Hand in solcher Qualität in puncto Thematik , Ausführung und – Format (!) bedürfen schon längst der Gunst des Augenblicks. niemeyer’s ist stolz, zwanzig Jahre nach obiger für die Plattenübertragung benutzten Fürsten-Lust-Zeichnung zu Th. 24 nun die zu Th. 45 vorlegen zu können. Dabei die seinerzeitige wie die jetzige literaturunbekannte

elitäre Einzelgänger seit praktisch schon des Meister’s Zeit !

Angebots-Nr. 15.438 / Preis auf Anfrage

John Augustus Atkinson, Laplanders Hunting

Atkinson, John Augustus (London 1775 – nach 1818/33 oder gar 1861). Laplanders Hunting. Aus zweispännigem flachen Rentierschlitten heraus mit bislang einem Hasen als Beute. Aquatinta von Matthew Dubourg (tätig London 1808-38) im Ursprungskolorit. Bezeichnet: Atkinson del. / Published & Sold Feby. 1st. 1813, by Edwd. Orme, Bond St. London. / M. Dubourg sculpt., ansonsten wie vor. 18,3 x 23,3 cm.

Tooley 225, 22; Thieme-Becker II, 212; Nagler I, 179 f. ( „vorzüglicher englischer Maler und Zeichner, der sich lange in Rußland aufhielt, und herrliche Bilder fertigte“ ). – Aus der 1819er Zweitauflage von FOREIGN FIELD SPORTS , Schwerdt I (1928), 177 ff.: “The coloured plates … are fine, both as regards draughtsmanship and colouring … (The book) is sure to increase in value … ”.

Angebots-Nr. 11.767 / EUR  107. (c. US$ 129.) + Versand

Schirmt den Hasen
gegen die gierige Meute

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Der Frühling der Hunde. Der den Hasen gegen drei andere Windhunde und einen Wasserhund verteidigende Schirmer in belaubtem Umfeld mit Fels. Lavierte Pinselzeichnung über Bleistift. Bezeichnet im Bild unten links mit zartem Bleistift: Joh Elias Ridinger inv. et del. 438-440 x 336 (Bildgröße 426-429 x 336) mm.

Johann Elias Ridinger, Der Frühling der Hunde (Detail)
Ausschnitt: Der Schirmer

Ausstellung

Schöne Beute — Bilder von der Jagd

Dr.-Hanns-Simon-Stiftung Bitburg

13. Januar – 3. März 2013

Literatur

Katalogbuch zur Ausstellung

Seite 148/II

Die für die Übertragung auf die Platte

gegriffelte und rückseits gerötelte

malerische Vorzeichnung im Gegensinn

zu Blatt 1, Th. 105 – abgebildet auch bei Blüchel, Die Jagd, II, S. 79 – der für Anfang der 40er angenommenen Vier Jahreszeiten der Hunde („Besonders trefflich sind die Blätter mit den Hunden … “, Nagler).

Auf festem, doch nicht schwerem Bütten mit Wasserzeichen „IV“ (Jean Villedary?, 150 Jahre prosperierende Papiermühle in Angoulême und Hattem/Gelderland als „gelegentlich in Verbindung mit den Namen holländischer Papiermacher“ (Emma Ruffle), wo sein IV/I V u. a. als Gegenmarke zu denen von C & I HONIG erscheint, generell aber auch als Raubmarke mißbraucht wurde wie auch sonstige für erste Qualitäten stehende Marken. Der „IV“ als zeitgenöss. Marke begegnen wir im graph. Ridinger-Œuvre vielfach, im zeichnerischen beispielsweise auf seiner hiesigen 1723er signierten Alexander der Große 326 am Hyphasis und als „Monogramm I V“ auf der 1762er Augsburger Zeichnung Wildkatzen jagen Enten (Biedermann, Meisterzeichnungen des deutschen Barock, 1987, Nr. 165; die seit alters seltenen gestochenen Pendants hier aufliegend). Und Villedary’s completter Marke „IV ILLEDARY“ auf hiesiger 1736er Waidmannsheil-Zeichnung des jüngeren Georg Philipp Rugendas.

Stecknadelkopfkleines Löchlein und sieben überwiegend rückseitige Randspuren von punktueller Montage auf einem erst jetzt entfernten Untersatzbogen (auf diesem von alter Hand in Kursive als Bezeichnung in der Mitte „Coursing“ und rechts „Ridinger“), sonst bestens. In der Mitte des schmalen weißen Unterfeldes der Zeichnung selbst in Bleistift eine „20.“ als anzunehmende Vorbesitzer-Inventar-Nummer und damit Herkunftsmerkmal einer umfassenderen Zeichnungs-Sammlung.

Die kapitale Zeichnung

zum Eingangsblatt dieser gesuchten bildreichen Suite, im Stich mit dem Vierzeiler erläutert

Johann Elias Ridinger, Der Frühling der Hunde

„ Der Hasen werden viel , Zur FRÜHLINGS-ZEIT gefangen /
Bevorab wenn sie sich , ins Saamen Feld vergangen /
Doch wann mit höchster Wuth , die Hunde an ihn setzen /
So hat der Schirmer Sorg , daß sie ihn nicht zerfetzen . “

Letzterer in hiesiger spiegelbildlicher Zeichnung also zur Linken, „die Vorderfüsse über den erlegten Hasen aus(ge)streckt und knurrend zwei andere Hunde abwehr(end), (wo)von der eine, auch ein Windhund, mit dem Vordertheile in merkwürdig lauernder Stellung auf der Erde liegt, der andere, ein Wasserhund, ihn anbellt. Über denselben auf einem Fels befinden sich zwei andere Windhunde, welche ebenfalls ein Lüstchen auf den Hasen haben“.

Der Schwanz des Schirmers gegenüber dem Stich in leicht vereinfachter Endkrümmung, der linke Vorderlauf des Wasserhundes bleibt hier unsichtbar unter dem Leib.

Die bildlich ganz ausgeführte ,

herrlich großformatige , herrlich qualitätvolle Zeichnung

mit ihrer großflächigen ,

lichtbraunen , durchsichtigen Lavierung

eine überaus kostbare Rarität .

Außerordentlich reizvoll schließlich die an dieser nachzuvollziehenden Arbeitsgänge des Meisters bei der Übertragung auf die Platte in Form schon besagter Rötelung und Griffelung, letztere bis hin zu Nebenpartien, wie nicht generell gehandhabt. Damit aber den so begehrten, ebenso berühmten wie kostbaren „Blick über die Schulter“ gewährend.

Angebots-Nr. 28.878 / Preis auf Anfrage

Der Leeheimer Hase
oder von der
Sinnlichkeit eines superben Gebisses

Johann Elias Ridinger (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Dieser Hase mit angedeuteten raren Zähnen ist den 25.ten Octobr. 1753. im Lecheimer (Leeheimer) Forst 4. Stund weit von Darmstadt geschossen worden. Druck-Platte im Gegensinn. (1754/56.) Bezeichnet: Joh. El. Ridinger del. fec. et excud. A. V., ansonsten wie vor. 34,1 x 25,6 cm.

Die optisch hervorragend erhaltene

Ridinger, Hase mit raren Zähnen

originale Druck-Platte

zu Blatt 64 (Radierung + Kupferstich, Thienemann + Schwarz 306; Ridinger-Katalog Darmstadt, 1999, VI.6 nebst Abb.; Siebert-Weitz, Ridinger – Bilder zur Jagd in Hessen-Darmstadt, 1999, SS. 34 f. nebst Abb.) der Vorstellung der Wundersamsten Hirsche und anderer Thiere.

„ Der verhältnismäßig kleine, aber markante Hase mit sorgfältig behandeltem Fell sitzt vor einem hellen Felsblock, mit dem wiederum die knorrige, halb abgestorbene Baumgruppe … kontrastiert … (Er) ist im Leeheimer Forst (westlich von Darmstadt, Kreis Groß-Gerau, heute zu Riedstadt gehörig) geschossen worden. Seine Schneidezähne waren sowohl oben wie unten aus dem Maul gewachsen. Die Schneidezähne der Hasen beenden nicht ihr Wachstum, wenn sie die erforderliche Größe erlangt haben. Da sie einer großen Belastung unterliegen, haben sie ein permanentes Wachstum. Werden sie aus irgendeinem Anlaß nicht mehr belastet, wachsen sie trotzdem weiter, ohne daß dies zum alsbaldigen Tod des Hasen führt. So entsteht die

sehr seltene Abnormität

wie auf dem von … Ridinger angefertigten Blatt “

(Siebert-Weitz).

Letztere verweisen auf einen mit den Zähnen erhaltenen geschnitzten Hasenkopf und darauf, daß die Arbeit mit dem am 20. August 1754 von Landgraf Ludwig VIII. in der Umgebung von Darmstadt geschossenen Hirsch mit den Schlappohren (Bl. 63; Th. 305; Kat. Darmstadt VI.5 + Siebert-Weitz SS. 32 f. – „Gehört zusammen mit Nr. 64“ – , beide nebst Abb.) ein Paar bilde.

Hingegen Fehlanzeige für weitere Memorabilia im Katalog Darmstadt:

„ Ebenso wie von dem ‚stumpf-ohrichten‘ Hauptschwein (Bl. 58; Th. 300; Kat. D. VI.4 + S.-W. 30 f., jeweils mit Abb.) finden sich im Bestand des Jagdschlosses Kranichstein keine weiteren Zeugnisse dieses seltenen Tieres. “

Mittels feinen Lackauftrags vor Anlaufen geschützt ,

ist die Druckplatte im Rahmen ihres altersmäßigen Gebrauchs generell noch druckfähig. Angeboten und verkauft wird sie indes als Kunstwerk und Sammlungsstück, also unbeschadet ihrer schlußendlichen Druckqualität. – Kurz ,

ein denkbar erfreuendes , weltweit unikates Absolutum .

Ihnen angetragen mit der Empfehlung zeitlos-eleganter rahmenfreier Hängung (Vorrichtung anbei), um Sie der jeweiligen Licht-Reflexe am schönsten teilhaftig werden zu lassen.

Angebots-Nr. 15.001 / Preis auf Anfrage

Solofaenger

Solofaenger, Der. Porträthaft groß ganz vorn Jagdhund mit dem erbeuteten Hasen, während seitlich links zurückgesetzt das Feld der Reiter die noch andauernde Hasenhatz begleitet. Stahlstich. Ca. 1835. Bezeichnet als Nr. XVI, ansonsten wie vor nebst Adresse der Kunstanstalt des Bibliograph. Instituts. 17,4 x 20 cm.

Mit dem nicht mitgemessenen vollen Plattenrand, wie für Stahlstiche eher seltener, und linksseitigem Heftrand. – Siehe auch Ridingers Leuchte Cours Hunde.

Angebots-Nr. 14.819 / EUR  74. (c. US$ 89.) + Versand

Lehrstücke des Jagens

Thoman(n) von Hagelstein, Ernst Philipp (1657 Augsburg 1726). Lehrstücke des Jagens. Folge von 4 Blatt. Schabkunstblätter in Braundruck. Blatt 1 bezeichnet: E. P. Thoman. excudit. 35,2 x 49,7 cm bzw. (Bll. 1-3) Bildgröße 34,3-35 x 49-49,4 cm.

Schwerdt III, 171, a (Baillie-Grohman’s Exemplar; „A complete and interesting set“). – Zwecks Einpassung in einen Sammelband dreiseits auf Plattenkante (nur Blatt 4 mit feinem Rändchen) und unten unter Verlust der deutschen Vierzeiler + der Numerierung (Schwerdt: N.1–N.4) geschnitten, alt auf Bütten montiert und mit Bisterlinie eingefaßt. Im weißen Oberrand alte Inv.-Beschriftung (Nro 1, 7, 8, 6/Tom: X/Fol 88, 94, 95, 93), gleichfalls in Bister. – Geglättete Mittelfalte.

Bildlich + instruktiv prächtige Folge

Ernst Philipp Thoman von Hagelstein, Hasenjagd

Wolfsjagd — Fuchsjagd — Hasenjagd — Dachs-/Igeljagd

von complett allergrößter Seltenheit

(hier nur das heute im British Museum befindliche Schwerdt-Baillie-Grohman’sche Exemplar nachweisbar) in den schönen Drucken eines umfassenden alten Bestandes, reich nuanciert in seinem Hell-Dunkel und, wie alle Schabblätter Ernst Philipp’s, auch nur einzeln, wie hier in 58 Jahren gleichfalls noch nicht vorgelegen, außerordentlich selten. So denn auch als einziges Blatt unter den rund 27600 der ersten 28 Abteilungen des Weigel’schen Kunstlager-Catalogs (1838/57; 6.211) nur das Portrait Rauner als auch Nagler einzigbekanntem, zudem ein Marder, Taubennest ausnehmend (19.715) als vom Sohn Tobias Heinrich. Wobei es sich um eine abgewandelte Wiederholung des väterlichen Marder am Gelege eines Wildenten-Paares im Schilf handeln dürfte, andererseits angesichts des hier sicherlich fehlenden Untertextes samt mutmaßlicher Signatur auch eine flüchtige Weigel-Betitelung nicht auszuschließen ist.

Über obige individuellspezifische Seltenheit hinaus von zugleich genereller als Ausfluß der Schabtechnik selbst. Bezifferte doch schon 1675 der Praktiker von Sandrart „saubere Abdrucke“ der samtenen Schabkunst auf nur etwa „50 oder 60“ (!). „(H)ernach aber schleift (das Bild) sich bald ab, weil es nicht tief ins Kupfer gehet“. Entsprechend denn 1856 Thienemann auf Ridinger bezogen :

„ Die Schwarzkunstblätter sind im Handel fast gar nicht mehr …

zu bekommen … und (deren) bei Weitem größten Theil …

(habe ich) allein (im Kupferstichcabinet Dresden) gefunden. “

Über die ursprünglich in Lindau ansässige, über 200 Jahre florierende Künstler-Dynastie der Thomänner siehe ADB XXXVIII, 65 f. Deren maßgeblicher hiesiger Ernst Philipp

„ Machte seine Studien in Italien, und erwarb sich den Ruf

eines der bessten (gleichwohl sehr seltenen) Künstler seiner Zeit …

In der späteren Zeit seines Lebens befasste er sich mit der schwarzen Manier , und hatte hierin in Augsburg nur Einen Vorgänger “

(Nagler, der Tier- und Jagdstücke, lt. ADB in eben dieser Manier, nur nach Hinweisen des jüngeren Paul von Stetten, 1731-1808, nennt, selbst aber „keines derselben näher bezeichnet“ fand).

Mehr Licht in sein und des nächstinteressierenden Sohnes Heinrich Tobias graphisches Œuvre brachte namentlich erst der Schwerdt-Katalog (III [1928], 170 ff.), um von gelegentlichem Auftauchen weiterer Arbeiten ergänzt zu werden, wie hier, beispielsweise, nicht zuletzt mit Die Erden / La Terra als ein außerhalb etwaiger Spezialliteratur erster Hinweis auf eine 4blätterige Suite der Elemente.

Solchermaßen aber sind sie Trouvaillen, die noch über besagte technisch bedingte Kostbarkeit hinausgehen. Und hier eben

als completter Lehrsatz der Jägerei

von gar nicht zu überschätzender Wandtüchtigkeit ist .

Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 28.996 / Preis auf Anfrage

Ridinger, Große Art der Windhunde

Die Jagd hat Ruh’ — Mümmelmann sowieso

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Große Arth der Wind Hunde wovon der Grössere den Schirmer oder Retter vorstellet. In schöner Landschaft mit Durchblick auf einen Ort zur Rechten die beiden gekoppelten Hunde, den

von ihnen zur Strecke gebrachten Hasen bewachend .

Dieser links auf dem Rücken liegend mit dem Hinterteil auf der Flinte, deren Abzugsbügel, doch ganz besonders der instruktiv gezeichnete Ladestock sehr schön sichtbar sind. Radierung mit Kupferstich. (1756.) Bezeichnet: 68. / J. E. Ridinger inven. Sculps. et excudit Aug. Vind., ansonsten wie vor. 25 x 17,9 cm.

Thienemann + Schwarz 310. – Tafel 68 des subskriptionsweise erschienenen umfangreichen Standardwerkes Genaue und richtige Vorstellung der wundersamste Hirsche sowohl als anderer besonderl. Thiere … der in der Natur sich zeigenden Seltenheiten, wie bis heute unüberholt geblieben. – Mit 54 x 36,2 cm Blattgröße extrem breitrandiger Abdruck auf dreiseits unbeschnittenem Bütten mit typograph. Wz. – Druck der Nummer und beiden Unterzeilen etwas schwach.

Angebots-Nr. 16.107 / EUR  470. / export price EUR  447. (c. US$ 540.) + Versand

Antonio Tempesta, Hasenjagd

Tempesta, Antonio (Florenz 1555 – Rom 1630). Hasenjagd mit Armbrüsten in bewaldeter Hügellandschaft. Während die Jagd im Mittelfeld schon im Gange ist, pirschen sich vorn drei Jäger, davon einer zu Pferde, erst noch heran. Radierung von bzw. bei Claes Jansz. Visscher de Jonghe (1586 Amsterdam 1652). (1639.) 10,7 x 14 cm.

Schwerdt II, 251 („proof impressions“). – Auf feinem, breitrandigem Bütten mit figürl. Wz. als wohl Gegenmarke zum Wappen-Wz. einiger weiterer hier vorliegender Blätter der Folge.

Höchst instruktives und auch malerisches Blatt

aus dem zweiten Teil der insgesamt 32 Tafeln umfassenden Folge der Aucupationis Multifariæ Effegies Artificiosissimé depictæ et inventæ ab Antonio Tempesta Florentino und hier wie bei Schwerdt vorliegend in

Frühdruck vor der Schrift

mit lediglich der Nummer „5“ rechts im breiten weißen unteren Plattenrand aus der von Lugt nicht identifizierten Sammlung „EK“ mit deren rückseitigem kleinen schwarzen runden Monogramm-Stempel (ligiert, Lugt 3549, Zeichnungen und Grafik des 17.-19. Jhdts.) sowie irriger Zuweisung an Christoffel van Sichem „um 1550 – 1600 / Delft – Augsburg“ in Bleistift.

Angebots-Nr. 28.567 / EUR  128. (c. US$ 155.) + Versand

Scheute Ridinger
die Auseinandersetzung mit dem eigenen Werk ?

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Die durch erdichteten Vorwand unterdrükte Unschuld. Der sich vor drei Hunden auf einen Fels gerettete Hase wird das Opfer eines herabstoßenden, in seinem Gefieder herrlich gezeichneten Falken. Radierung + Kupferstich von Martin Elias Ridinger (1731 Augsburg 1780). Nach 1767. Bezeichnet: J. El. Ridinger. inv: et del. / M. El. Ridinger. sc. et exc: A.V., ansonsten wie vor in Dt.-Lat.-Frz. 33,5 x 24,9 cm.

Thienemann + Schwarz 784; Metzner-Raabe, Illustr. Fabelbuch, 1998, Bd. II (Bodemann), 123.I. – Blatt 20 der Fabeln. – Ganz herrlicher Abdruck mit wohl WANGEN-Wz. nebst figürl. Anhänger und 5-27 mm breitem Rand rundum. – Der wiederholte „.“ nach Ridinger nicht von Schwarz wiedergegeben, anstelle des hiesigen „:“ nach „inv“ dort nur ein „.“ und anstelle des dortigerseits analog zu Thienemann und entgegen hier auch für die Bll. X ff. vermerkten „:“ nach „FABUL“ nur ein Punkt.

Das außerordentlich seltene Schlußblatt

der geistig wie optisch überaus reizvollen Lehrreiche(n) Fabeln aus dem Reiche der Thiere zur Verbesserung der Sitten und zumal zum Unterrichte der Jugend, mit denen

„ Ridinger ein typisches Ziel seiner Epoche (verfolgte). Eine ‚Verbesserung der Sitten‘ durch die moralische Wirksamkeit der Kunst hatte – freilich auf ganz andere Weise – der mit Ridinger fast gleichalte William Hogarth in seinen Gemälden und graphischen Blättern versucht … Doch während Hogarth und Chodowiecki durch satirische Bildfolgen, wie ‚Das Leben eines Lüstlings‘, 1735 … ihren (gleichen) Vorstellungen Geltung zu verschaffen suchte, knüpfte Ridinger an die – ihm besonders gemäße (nämlich, so er selbst, ‚von den eisgrauen Zeiten des Alterthums an‘) – Tradition der Tierfabel an “

(Stefan Morét, Ridinger-Katalog Darmstadt, 1999, Seite 96).

Wobei Ridinger anstehenden Falles noch ein ganz anderes, nämlich gesellschaftspolitisches, Ziel ins Visier nimmt. Gibt der Titel schon mit

„ Die durch erdichteten Vorwand unterdrückte Unschuld “

den Tenor vor, so heißt es in Brockes’ (1680 Hamburg 1747) separat gedrucktem Text

„ Genug man schreibt dem Armen an, / Was er sein Tage nicht getan. /

Der mächt’gen Vögel freches Rasen/

Trifft noch gar oft den schwachen Hasen ! “

Und interpretierend Thienemann : „Spricht der Falke zum Hasen und erwidert dieser:

‚ Warte, ich will Dich lehren, die Hunde zu meinem Neste zu führen, damit sie mir die Jungen rauben!‘ / ‚Wie möchten wir ohne Flügel uns Deinem Horste nahen können?‘ / ‚Ja, ja; Du denkst stets auf mein Verderben, hast Du mich nicht vor zwei Jahren dem Jäger verrathen wollen und meinen Jungen arg geflucht?‘ / ‚Da war ich ja noch nicht geboren.‘ / ‚So war es Deine Mutter. O dies böse Geschlecht kann ich nicht länger dulden.‘

Johann Elias Ridinger, Die durch erdichteten Vorwand unterdrükte Unschuld

Hierauf ergriff (der Falke) und zerriss das Häschen, welches sterbend noch schrie: ‚Ach, wie leicht gelingt es der Bosheit, die Unschuld zu unterdrücken!‘ … ‚Genug man schreibt dem Armen an …‘ “.

Diese Sentenz steht in engstem Zusammenhang mit Brockes’/Ridinger’s mittels der Blätter Th. 716-719 der Folge der Kämpfe reißender Thiere vorgetragenen Anprangerung des absolutistischen Systems ihrer und aller Zeit(en). Siehe hierzu die hiesige 1998er Dresdner Rede – Der verharmloste Ridinger.

Künstlerisch über all das hinaus zugleich aber auch, einen neuen Bildtypus kreierend, einmal mehr Tradition und Feld hinter sich lassend. Denn, so Ulrike Bodemann in Metzner-Raabe,

„ Keine Ähnlichkeiten mit bisher bekannten Fabelillustrationen .

Riesige Bildformate werden fast völlig von der Darstellung eines zentralen Moments der Fabelerzählung gefüllt. Umgebung meist dichter, urwüchsiger Wald .“

Und Regine Timm, ebda., Bd. I, Seite 171 :

„ Ridinger hat in seinen großen Tafeln … zwar pflanzliches Wachstum oder auch Felsbrocken manchmal bildbestimmend in seine Illustrationen einbezogen, aber ohne dekorative Absicht. Die Pflanzen und Felsen bedeuten das Dickicht, die menschenferne Waldeinsamkeit, in der sich die seltsamen Geschichten unter den Tieren zutragen. “

Die Folge besteht aus zwanzig Blatt, von denen Johann Elias gleichwohl nur die ersten sechzehn veröffentlichte. Vermutlich aus stilistischen Skrupeln. Denn mit den erst vom Ältesten, Martin Elias, auf Kupfer übertragenen und postum herausgegebenen vier letzten gibt er die Überfülle der vorangegangenen, seiner überdies erst neugeschaffenen Fabel-Konzeption, weitergehend zu Gunsten einer nun auch für ihn völlig neuen, souverän konzipierten großflächigen Klarheit (beispielhaft hierfür neben hiesiger namentlich die 17.) auf, womit auseinanderzusetzen er sich schlußendlich aber offenbar scheute. Und wohin ihm noch hundert Jahre später auch Thienemann nicht folgen mochte („haben weniger Kunstwerth, sind aber dennoch schätzbar und ihre Seltenheit zu bedauern“). Was hiesigerseits hingegen als ein bemerkenswert weiterentwickeltes künstlerisches Ausdrucksvermögen gesehen wird. Gipfelnd eben in dem Fascinosum, nicht allein ein neues Fabelbild geschaffen, sondern dieses in sich noch einmal zu neuem Ufer fortentwickelt zu haben.

Vergleichbar als von Ridinger wiederholt zitiert sei in diesem Zusammenhang an Watteau und hier an dessen „Gesellschaft im Freien/Park“ in Berlin erinnert, zu dem Pierre Rosenberg anmerkt: „… ist das Berliner Gemälde

ein Beweis dafür , daß der Künstler sich erneuern wollte ,

indem er einen neuen Typus der Komposition schuf … “

(Ausstellungskatalog Watteau, Washington/Paris/Berlin 1984/85, S. 415).

Die praktisch vorprogrammiert gewesene große Seltenheit der vier Supplementblätter seit Thienemann (1856, Seite 151) literaturbekannt: sie „machen sich sehr rar, finden sich schon in manchen älteren Ausgaben nicht, und sind in der neuesten ganz weggelassen, was jedoch zu bedauern ist“.

Entsprechend denn auch der 1889er Katalog der Slg. Coppenrath zu 20blätt. Exemplar: „Schöne Hauptfolge … Selten“. Und Helbing 1900 in seiner 1554blätt. Ridinger-Offerte (Katalog XXXIV): „Die letzten (4) Nummern sind höchst selten“. Und während er neben einem Komplett-Exemplar die ersten sechzehn bis auf 12 + 13 mehrfach apart besaß, so von den letzten vier nur 17 + 19 jeweils einmal zusätzlich. Am Markt denn auch bis heute meist nur die 16blätterige Grundfolge.

Die die Nachauflagen dokumentierenden verschiedenen Druckzustände des Titels im übrigen schönster Beweis für den Erfolg der Arbeit, die ihre namentliche Zielgruppe, die Jugend, offensichtlich erreicht hat.

Angebots-Nr. 12.514 / EUR  1007. / export price EUR  957. (c. US$ 1157.) + Versand

Johann Elias Ridinger, Wie die Hasen mit Netzen gefangen werden

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Wie die Hasen mit Netzen gefangen werden. In hügeliger Baumlandschaft mit mittig zurückgesetztem Kirchdistrikt wildlebendige Scenerie von hetzenden + würgenden Hunden, auf ihre Art hetzenden + totschlagenden Menschen und der in Minderheit um ihre Löffel bangenden Hasen, deren einer links außen erfolgreich das Weite sucht. Radierung + Kupferstich. (1729.) Bezeichnet: avec privil. de Sa Maj. Imp. / I. El. Ridinger invent. pinx. sculps. et excud. Aug.Vind., ansonsten wie vor und mit dt.-franz. Lehr-Untertext. 33,5 x 41,2 cm.

Thienemann + Schwarz 44; Katalog Weigel XXVIII (1857), Ridinger-Appendix 3A („Alte Abdrücke mit dem ursprünglichen Titel. Das Papier hat Linien als Wasserzeichen.“). – Aus der unnumerierten frühen 36blätt. Fürstenlust , seitens der Literatur als deren Blatt 32 geführt.

Für eine die Herausnahme der Hasen aus den Netzen darstellende zeichnerische Variante in Tusche siehe 1869er Weigel-Katalog, Ridinger-Appendix 486. Der Kirchdistrikt wiederum figuriert spiegelbildlich auf einer hier in jüngerer Zeit in bayer. Privatsammlung durchgelaufenen Detailzeichnung zu Th. 46, der Hasenjagd mit Windhunden.

Johann Elias Ridinger, Wie die Hasen mit Netzen gefangen werden (Ausschnitt)

„ … ist diese arth sie mit netzen zu fangen ihnen die allerschädlichste, indeme es ihrer viele zugleich hinweg nimt … Sie werden mit Stöber und anderen Jagd Hunden unter anführung vieler Leuthe durch einen gantzen District auf die Netze zu getriebenweydmännisch von ihme zu reden sagt mann. Der Haß ist geschwind, er schreyt, laufft, fährt, rammelt, setzt, raumt, weÿdet, wird gehetzt, zerrissen und gestreifft. “

Nur andeutungsweise sichtbares Wz. Große (Straßburger?) Lilie. – 3-4,2 cm breitrandig. – Bis an die unterste Textzeile reichender Randeinriß säurefei versorgt.

DAS EBENSO INSTRUKTIVE WIE MALERISCHE BLATT

– nicht von ungefähr qualifizierte schon 1901 Ernst Welisch Ridinger als den unstreitig „bedeutendste(n) Augsburger Landschafter  dieser Zeit“ –

IN HERRLICHEM ABDRUCK LEUCHTENDEN HELL-DUNKELS

wie in solcher Qualität von altersher selten.

Angebots-Nr. 15.483 / EUR  1100. / export price EUR  1045. (c. US$ 1263.) + Versand

Antonio Tempesta, Hasenjagd

Tempesta, Antonio (Florenz 1555 – Rom 1630). Hasenjagd mit Hunden, zu Pferde und zu Fuß in besonders malerischer Hügellandschaft mit zurückgesetzten Baulichkeiten. Vorne in Bildmitte seitlich von hinten der Jagdherr zu Pferde mit gekoppeltem Windhund wartend, links unter einem Baum trinkt ein weiterer Jäger mit Spieß aus einer Kalebasse. Radierung von bzw. bei Claes Jansz. Visscher de Jonghe (1586 Amsterdam 1652). (1639.) 10,8 x 14,2 cm.

Schwerdt II, 251 („proof impressions“). – Auf feinem Bütten mit typograph. Wz. als wohl Gegenmarke zum Wappen-Wz. einiger weiterer hier vorliegender Blätter der Folge.

Höchst instruktives und auch malerisches Blatt

aus dem zweiten Teil der insgesamt 32 Tafeln umfassenden Folge der Aucupationis Multifariæ Effegies Artificiosissimé depictæ et inventæ ab Antonio Tempesta Florentino und hier wie bei Schwerdt vorliegend in

Frühdruck vor der Schrift

mit lediglich der Nummer „2“ rechts im breiten weißen unteren Plattenrand aus der von Lugt nicht identifizierten Sammlung „EK“ mit deren rückseitigem kleinen schwarzen runden Monogramm-Stempel (ligiert, Lugt 3549, Zeichnungen und Grafik des 17.-19. Jhdts.) sowie irriger Zuweisung an (Christoffel) v. Sichem – anderwärts ergänzt durch „um 1550 – 1600 / Delft – Augsburg“ – in Bleistift. – Säurefrei verstärktes kleines Eselsohr rechts im weißen Unterrand.

Angebots-Nr. 28.568 / EUR  145. (c. US$ 175.) + Versand

Ridinger, Auswerfen des Hasen

Selten im Bild —
Das Auswerfen des Hasen

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Der Hase wird behäzt, von den Hunden gerahmet und ergriffen, sogleich ausgeworffen denen Hunden ihr recht gegeben und ihme der Balg zu hause gestreifft. Aufgehängt an mächtigem Eichenstamm einer malerischen Waldkante mit rechtsseitigem Ausblick auf ein Kirchdorf, umgeben von neun aufmerksamen, doch meist schläfrigen Hunden. Der Schütze mit schön gezeichnetem Hirschfänger am Gürtel, die Flinte mit detailreichem Schloß und Riemen gegen einen Felsblock gelehnt. Am Boden neben Gefiedertem weiterer Mümmelmann. Radierung mit Kupferstich. Bezeichnet: Joh. El. Ridinger inv. del. sc. et exc. Aug. Vind., ansonsten wie vor. Blattgröße 35 × 27,8 cm (13¾ × 11 in).

Blatt 1 der vom aufgebrochenen Hirschen abgeschlossenen Pendants. – Thienemann + Schwarz (Bd. I, Taf. VI) 99; Weigel XXVIII, Ridinger, 8 A; Nagler 41; Schles. R.-Slg. bei Boerner XXXIX, 1788/89 ( „Sehr selten“, 1885! ); Slg. Coppenrath II, 1457 ( „Sehr selten“, 1889! ); Slg. Reich auf Biehla 16 („Selten“, 1894!); Slg. Gg. Hamminger 1539 („Selten“, 1895!); Schwerdt III, 135; Ortega y Gasset, Meditationen über die Jagd, 1981, Abb. S. 87; Ridinger-Katalog Darmstadt, 1999, V.1 nebst Abbildung.

Auf/innerhalb Plattenrand beschnittener herrlicher Abdruck mit 3 mm weißem Rändchen rundum und im Textfeld selbst die längsten Periphen noch unangeschnitten lassend.

Die oben gerundeten Pendants, ausgezeichnet per Abbildung beider sowohl bei Schwarz als auch Ortega, fehlten der 1554blätt. Helbing-Offerte von 1900 ebenso wie auch der Rosenthal’schen von 1940 (444 Nrn.).

Angebots-Nr. 16.169 / EUR  590. / export price EUR  561. (c. US$ 678.) + Versand

– – – Die beiden Pendants des „Aufbrechens des Hasen + Hirschen“ in einem anderen Exemplar. Folge von 2 Blatt. 36,2-36,3 × 28,1 cm (14¼ × 11 in). – Thienemann 99-100. – Aus einem alten Sammelband eines adligen Bestandes auf einheitlichem, gleichwohl unterschiedlich schwerem Bütten mit typograph. Wz. und von alter Hand oberhalb der Plattenkante in Bister mit XI + XII numeriert. – Das Hasenblatt partiell etwas überschwärzt, die rechte Unterrandecke des Hirschblattes etwas altersfleckig. – Oben + unten 4,8-5,4, seitlich 1,9-2,8 cm breitrandig, linksseits der alte Heftrand. – Schon in den 1880ern als „Sehr selten“ qualifiziert + fehlend denn auch der 1554blätt. Helbing’schen R.-Offerte von 1900. – Die bildlich wie jagdgeschichtlich interessanten, höchst instruktiven Gegenstücke. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 15.704 / EUR  1700. / export price EUR  1615. (c. US$ 1953.) + Versand

Gut erzogen

Gut erzogen. Einen Hasen apportierender Hund vor dem zwischenzeitlich unter einer Eiche eingeschlafenen Jäger. Holzstich von Jules Huyot (Toulouse 1841 – Eaubonne 1921) nach Henri Télory (Straßburg 1820 – 1874/75). (1873.) Bezeichnet: Telory / Huyot, ansonsten wie vor. 14,2 x 21,2 cm.

Angebots-Nr. 11.180 / EUR  69. (c. US$ 83.) + Versand

Des Jagens schöner Abschluß

Ein zeichnerisches Unikat aus berühmtem Stalle

Rugendas d. J., Georg Philipp (1701 Augsburg 1774). Waidmannsheil. Junger Jäger mit seinen beiden Hunden, aufgestützt über zu Füßen eines aus einem Felsen wachsenden Baumes niedergelegten Sau + Hase. Skizzierter hügeliger Landschaftshintergrund mit weiterem Baum. Feder- + Pinselzeichnung in Braun-Schwarz bzw. Grau über gelegentlichem Bleistift, grau laviert. Bezeichnet mit der Feder unten links unterhalb der feinen Einfassung, beides in Bister: G. P. Rug. Junior. invenit A1736. 252 x 188 mm.

Auf festem Jean Villedary-Bütten („IV ILLEDARY“), der 150 Jahre prosperierenden Papiermühle in Angoulême (1668-1758 lt. Churchill, 1935, S. 21) mit seit 1758 Fortführung/Niederlassung (auch) in Hattem/Gelderland, als „gelegentlich in Verbindung mit den Namen holländischer Papiermacher“ (Emma Ruffle), wo sein IV/I V u. a. auch als Gegenmarke zu denen von C & I HONIG (etwa 1724/26-1902) erscheint, generell aber auch als Raubmarke mißbraucht wurde wie auch sonstige für erste Qualitäten stehende Marken. „IV“-Papiere wurden in Augsburg von Rugendas – wie eben auch anstehende – wie von Ridinger estimiert. – Unter rahmungsgerechtem säurefreien Schrägschnitt-Passepartout mit 23,5karätig goldgeprägten Künstler-Daten.

Die in allen Details typische Signatur möglicherweise etwas ausgeblaßt, rückseits unten die nicht ins Bild durchscheinende diagonal gesetzte S-Abfolge eines Kinderdruckkastens mit Anflug eines Versuchs zur Heilung, sonst tadellos frisch und an den Kanten auf Kulisse montiert.

Georg Philipp II Rugendas, Waidmannsheil

Von der Weichheit ihrer Pinseltechnik ,

so Gode Krämer im 1998er Augsburger Rugendas-Katalog (S. 45/II) gelegentlich anderer Arbeiten des jüngeren Georg Philipp, bestimmte motivschöne Arbeit, sensibel ausgeführt und duftig laviert, wie für die Besten seiner Zeichnungen stehend. „In der sorgsamen, bildmäßigen Ausarbeitung liegt seine Stärke“ (Krämer, a. a. O., 46/I). In der Regel arbeitete er nach väterlichen Vorlagen und Dritter, namentlich auch nach Joh. Hch. Roos.

Hiesiger Arbeit scheint eine väterliche Idee zu Grunde zu liegen. So gibt es vom Brasilianer Joh. Moriz Rugendas (1802-1858) als dem letzten der Maler-Dynastie eine jugendliche Detail-Lithographie „Erlegtes Wild“ (Kat. Abg. 259 nebst Abb.) mit der Quellbezeichnung „G. P. Rugendas 1709“. Deren obere Hälfte zeigt ein diagonal über einer Sau liegendes Reh, beide gegen einen Baumstamm gelegt, woran die hiesige Komposition mit Sau/Hase erinnert. Jene Vorlagen-Zeichnung ist gleichwohl „weder signiert noch datiert, so daß die Beschriftung der Lithographie auf Familientradition beruhen muß“.

Hiesige linksseitige Fels-Baum-Staffage knüpft ihrerseits an die linksseitige Partie der in gleicher Technik ausgeführten 1724er Eigen-Zeichnung einer Hirschjagd an (Nr. 159 des Katalogs nebst Abb.). Im graphischen Œuvre begegnen wir ihr rechtsseits auf dem Schabblatt Teuscher 362 mit dem von zwei Hunden niedergehaltenen Stier aus der 4blätt. Folge „Jagd und erlegtes Wild “, ebenfalls mit hügeligem leichten Hintergrund, während für die beiden Saurüden jener aus T. 472 aus 4blätt. Hunde-Folge heranziehbar ist. Als Ganzes indes finden weder gedachte Hirschjagd noch anstehende Zeichnung irgendeine Entsprechung im eigenen Stichwerk noch dem der Familie.

Es sind Arbeiten sui generis ,

erstere von Gode Krämer kommentiert mit „eine der freiesten und lockersten Zeichnungen“ des jüngeren Georg Philipp. Und anstehende zeichnet sich allein schon thematisch aus. Motive mit dem Jäger und seinem Waidmannsheil sind generell selten. Hier denn als alleiniger Bildinhalt. Aus berühmtem Stalle.

Ohne Glas + Rahmen

Angebots-Nr. 15.182 / Preis auf Anfrage

Erlegter Hase

(Hase, Erlegter.) Vor Grasicht liegend. Holzstich nach dem Monogrammisten TB. (1873.) Monogrammiert. 8,5 x 12,5 cm.

Angebots-Nr. 11.171 / EUR  25. (c. US$ 30.) + Versand

» Der Hase hat sehr viele Feinde,

aber der schlimmste ist der Mensch …

und setzte die Häsin nur einmal im Jahre

und nicht drei= oder gar viermal ,

kein Hase lebte mehr auf der Welt ,

denn seiner Feinde sind allzu viele ,

weil sein Wildbret zu fein ist «

Hermann Löns, Der Feldhase


„ heute kam ich wieder nach Hause und fand die Bilder vor. Sie sind wohlbehalten angekommen und in einem guten Zustand … Vielen Dank für Ihre Mühe “

(Frau E. K., 24. Juni 2002)