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Siegreich
Snyders, Junge Löwen (Ausschnitt)
Frans Snyders, Zwei junge Löwen verfolgen einen Rehbock (Ausschnitt)

im Zeichen des Löwen

die löwin —

» eine der besten müttertypen , die es gibt «

V.-M. von Winter, Die Menschentypen

Ullstein-Bücher 55, 1959, SS. 79 ff., wie auch noch diesbezüglich weitere

„ Ich war so glücklich
… (sie) zu erhalten “

Ridinger, Löwin

( Thienemann 1856 [ ! ] )

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Die Löwin träget ihre Iungen ein halb Iahr, setzet deren 3. 4. bis 5. Radierung und Kupferstich. (1736.) Bezeichnet: 32. / Cum Priv. Sac. Cæs. Majest. / I. El. Ridinger invent. delin. Sculps. et excud. Aug. Vind, ansonsten wie vor dt., franz., lat. + unten. 34,6 x 42,7 cm.

Thienemann + Schwarz 227. – Blatt 32 der BETRACHTUNG DER WILDEN THIERE mit dem Untertext des Hamburger Dichterpapstes, Juristen + Senators, vor allem aber Ridinger-Freundes Barthold Heinrich Brockes (1680-1747) in Deutsch. – Mit WANGEN-Wz., wie für zeitgenöss. Abdrucke so typisch. – Dreiseits 4-4,4, oben 2,3 cm breitrandig. – Die gänzlich geglättete Bugfalte rückseits verstärkt, zwei kunstvoll beigelegte Einrisse im breiten weißen Unterrand.

„ In einer künstlichen Felsenhöhle bei vorn aufgezogenem Gatter sehen wir eine Löwin, krötenbreit über ihren drei Jungen ausgestreckt. Diese nette Gruppe ist oft … copirt worden. Ich war so glücklich … (sie) zu erhalten“ (Th. 1856). – Und Brockes :

„ In der Thiere Königin regen Stellung sieht man hier Muht und Sorge, Lieb und Grim(m) … aus den Augen brechen recht diese Regungen herfür …

In das flache Blatt Papier , tritt das Thier=Haus tieff hinein ,

und man siehet, fast mit Schrecken, wie die Gattern aufgezogen denn es scheint es käm das Thier gegen uns heraus geflogen. Geht die Bildungs Kunst nicht weit? da sie, nicht nur durch den Schein, unser Augen Lust vermehrt, sondern selbst die Seele rühret … “

Von herrlicher Qualität + damit Seltenheit ,

figurieren doch die alten Abzüge gerade dieser so schönen großformatigen Hauptfolge selbst in beispielhaften alten Ridinger-Sammlungen vielfach nur hart beschnitten, beschädigt und aufgezogen. So einschließlich des anstehenden 1894 bei Reich auf Biehla + zumindest ohne Plattenrand 1889 bei Coppenrath.

Angebots-Nr. 15.408 / EUR  660. / export price EUR  627. (c. US$ 718.) + Versand

„ In der Tiermalerei
taten sich noch hervor … “

Thoman(n) von Hagelstein, Tobias Heinrich (1700 Augsburg 1764). Überfall eines Löwen auf einen von einem Bären verfolgten Damhirsch. Einen Felsen herunterrutschend, hat der Löwe den Hirsch gepackt, derweil der Bär oberhalb hinter einem Baum auftaucht. Unten rechts ein die Entwicklung der Dinge beobachtender Fuchs. Bezeichnet: T. Heinr. Thoman del. fec. et excud. A. V. 48,2 x 36,7 cm.

Schwerdt III, 172 ( „interesting“ ). – Vgl. ADB XXXVIII, 65 f. – Blatt 1 einer vierblätterigen Folge unnumerierter Tierkämpfe, ggf. vor der Hertel-Adresse, wie auch bei Schwerdt, nachdem Thieme-Becker „einige Folgen von Tierkämpfen u. Jagden, verlegt bei J. Gg. Hertel (4 Bl. …)“ erwähnen. – Figürl./typogr. (?) Wz. – Latein.-dt. Zweizeiler.

Mit umlaufendem 2-2,5 cm breiten weißen Rand. – Geglättete Bugfalte. – Zwei kleine retouchierte Rasuren. – Rückseits gleichmäßig schwach gebräunt und namentlich die weißen Ränder ganz leicht stockstippig. Im übrigen

Thoman von Hagelstein, Löwe, Bär, Hirsch

prachtvoller , warmtoniger Abdruck

wie nur den besten unter den von der empfindlichen Schabplatte etwa 50-60 möglichen vorbehalten.

Über die ursprünglich in Lindau ansässige, über 200 Jahre florierende Künstler-Dynastie der Thomänner siehe ADB XXXVIII, 65 f. Hiesiger Tobias Heinrich, jüngster Sohn des hier gleichfalls mit kostbaren Schabblättern vertretenen Ernst Philipp, pflegte – „wohl unter Einfluß der Ridinger“ (Th.-B.) – besonders das Tierfach, doch wohl kaum in Öl, wie Welisch’s „In der Tiermalerei taten sich noch hervor …“ annehmen läßt. Gleichwohl, so letzterer in Beiträge zur Geschichte der Augsburger Maler im 18. Jahrhundert, 1901, Seite 93 weiter, war er

„ auch von Ridinger hochgeschätzt “.

Gleich den väterlichen Schabblättern sind die seinen derart selten, daß sie selbst Nagler (Künstler-Lexicon XVIII, 1848, 360) nur vom Hörensagen bekannt waren. Solchermaßen aber sind sie Trouvaillen, die noch über die technisch bedingte Kostbarkeit der samtenen Schabkunst hinausgehen.

Angebots-Nr. 28.139 / EUR  885. / export price EUR  841. (c. US$ 963.) + Versand

„ wegen (des) Themas
eine Sonderstellung einnehmen(d) “

Snyders, Frans (1579 Antwerpen 1657). Zwei junge Löwen verfolgen einen Rehbock. Mit gelblicher und ockerfarbener Tonplatte gedruckte Kreide-Lithographie von Ferdinand Piloty (Homburg, Saarpfalz, 1786 – München 1844). (1816.) Bezeichnet: f. Snyders pinx: / f. Pilotj del. 39,3 x 54,7 cm.

Snyders, Junge Löwen

Winkler, Die Frühzeit der dt. Lithographie, 622/25, II (von IV bzw. V) + 954, 16. – Vgl. Robels, Frans Snyders, Mchn. 1989, Nr. 259 mit Abb. sowie ASK 1.I ff., SS. 92 ff. + 150, Abs. 1; Koslow, Frans Snyders, Antwerpen 1995, SS. 287 (blgr. Farbabb.) + 302; Sutton (Hrsg.), The Age of Rubens, Boston 1993, Nr. 120 m. Farbabb. + Hantschmann, Nymphenburger Porzellan, Mchn. 1996, SS. 314, Nr. 25 + 354, Nr. 70 und Abbildungen S. 358.

Inkunabel der Lithographie . – Der dank seines zusätzlichen Gelbs leuchtende II. Zustand vor Fortnahme auch des „del:“, das hier – im Gegensatz zum Namenszug Snyders’ – innerhalb der als Ganzes schwachen Piloty-Signatur gleich deren „f.“ nur ansatzweise sichtbar ist. – Der I. Zustand nur in Schwarz, der III. mit dem übergedruckten Ocker, der IV. mit nur zart-chamoisfarbener Tonplatte bei gleichzeitiger Fortnahme der Randlinie gedruckt. Unter dem Titel „Die jungen Löwen“ erschien ein vergrößerter Ausschnitt nur derselben später bei Piloty & Loehle. – Wz. M(anufacture) de I. A. Huber.

Blatt 16 der ab 1816 erschienenen 200blätterigen Suite „Baierischer Gemälde-Saal zu München und Schleißheim“, im Baier. National-Blatt vom 17. 6. 1820 (Sp. 575 f.) wie folgt rezensiert :

„ Wenn man sich aus der Anschauung dieser herrlichen Kunstwerke überzeugt, mit welcher Wahrheit die Originale wiedergegeben werden, welche Kraft und Milde die Steinabdrücke gestatten, wie sanft und lieblich die Töne ineinanderfließen, was die großen Meister aus den Kupferplatten nicht leicht herausarbeiten können … so erregt es gerechte Bewunderung … “

Unbeschadet der statischen Sprunghaltung künstlerisch erregendes Blatt, dem nach hiesiger Sicht gerade erst der Winkler „schwer erschließbar(e)“ bräunliche Ton der frühen Jahre (S. 13, Sp. 2) seine bildlich ganz außerordentliche Faszination verleiht, potenziert von der raumfüllenden, wundervollen Landschafts-Staffage. – Neben dem für Winkler nur technisch begabten Erfinder Senefelder ist nach Nagler Piloty neben Mannlich und Strixner einer dieser „berühmtesten Steinzeichner“ von vor allem auch eigenkünstlerischem Auge. Winkler, zugleich beklagend, daß namentlich die großen und landschaftlichen Blätter „als Wandschmuck regelrecht ‚verbraucht‘“ wurden und werden.

Mit 45,8 x 64 cm nahezu der von Winkler für die Folge angegebenen Blattgröße von etwa 47 x 65 cm entsprechend und damit von 3-4,5 cm schöner Breitrandigkeit und auch sonst ganz vorzüglich.

Angebots-Nr. 28.623 / EUR  940. / export price EUR  893. (c. US$ 1022.) + Versand

Ridinger, Löwe dunckler Art

„ Als Chef …
nicht kleinlich und … gerecht “

Ein Löwe dunckler Art. „Mähne dunkel, fuchsbraun. Altes Männchen“ (Th.). Nach rechts liegend, doch konzentriert nach links aus dem Bild blickend. Kolor. Radierung mit Kupferstich von Johann Elias Ridinger (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Bezeichnet: LEO FUSCUS. / Ein Löwe dunckler Art, / Un Lion, d’une couleur brune. / Familia IV. Fünffzähige. / Joh. El. Ridinger sculps. et excud. A. V. 30,8 x 21,4 cm.

Thienemann + Schwarz 1077. – Rückseitige untere 9 cm mit partiellem schwachen Wasserrand, der bildseits ins Text-/Papierfeld durchscheint.

Im Ridingerschen Original-Kolorit

aus dem seit 1754 entstandenen und nicht vor 1773 endgültig postum abgeschlossenen , unnumerierten Kolorierten Thier-Reich ( „Vollständige Exemplare sind fast unauffindbar“, so Weigel, Kunstkat., Abt. XXVIII, Ridinger-App. 63a als lediglich 120blätt. Torso, 1857 ! , doch auch nur schon Einzelblätter nur sehr selten am Markt, bei niemeyer’s derzeit gleichwohl das eine wie die andern). – „In Syrien besonders sollen auch ganz schwarze Löwen gefunden werden“ (aus dem Textvorspann der Ridinger-Söhne). – Majestätisch .

Angebots-Nr. 15.989 / EUR  1250. / export price EUR  1188. (c. US$ 1360.) + Versand

Ridinger, Löwin

„ Auch die Löwin … kann führen
und wird auch oft und gern
zur Präsidentin … erwählt “

Eine Löwin. „Sie liegt und hat die ganze Aufmerksamkeit auf einen vor ihr sich bewegenden Gegenstand gerichtet. Ganz hellochergelb“ (Th.). Kolor. Radierung mit Kupferstich wie vor. Bezeichnet: LEAENA. / Eine Löwin. / Une Lione. / Familia IV. Fünffzähige. / Joh. El. Ridinger sculps. et excud. A. V. 30,8 x 20,7 cm.

Thienemann + Schwarz 1078. – Im linken Seitenrand bis an die Plattenkante/Darstellung reichender Einriß, am linken unteren Papierrand zudem auf 7,5 cm eselsohrig, jeweils säurefrei hinterlegt, sonst wie vor. – Das wundervoll sympathische Sujet .

Angebots-Nr. 15.988 / EUR  1250. / export price EUR  1188. (c. US$ 1360.) + Versand

Tempesta, Löwenjagd

Tempesta, Antonio (Florenz 1555 – Rom 1630). Löwenjagd mit Mantel + Schwert in Palmenhain. Vorne rechts ein bereits erlegter Löwe, im Hintergrund weitere Jäger mit Spießen in Bereitschaft. Radierung bei Pieter Goos (Amsterdam 1616 – 1675) in Amsterdam. Ca. 1627. 9,3 x 15 cm.

Schwerdt II, 253. – Auf feinem, breitrandigem Bütten mit typograph. Wz. (weitere hier verfügbare Blätter der Folge teils mit von Löwen flankiertem Wz. des Amsterdamer Wappen). – Nr. 7 der Folge der Venationes Ferarum, Avium, Piscium pugnæ Bestiariorum et mutuæ Bestianrum delineatæ ab Antonio Tempesta. Der breite weiße untere Plattenrand mit lediglich der Nummer rechts auf Frühdrucke vor der Schrift schließen lassend, wie so auch für die 1639 bei Claes Jansz. Visscher de Jonghe (1586 Amsterdam 1652) erschienene Folge Aucupationis Multifariæ Effegies Artificiosissimé bekannt und dort von Schwerdt ausdrücklich als „proof impressions“ ausgewiesen. – Hier vorliegend im Exemplar der von Lugt nicht identifizierten Sammlung „EK“ mit deren rückseitigem kleinen schwarzen runden Monogramm-Stempel (ligiert, Lugt 3549, Zeichnungen und Grafik des 17.-19. Jhdts.). – Höchst instruktives und auch malerisches Blatt.

Angebots-Nr. 28.571 / EUR  115. (c. US$ 132.) + Versand

– – Löwenjagd zu Pferde mit Spießen in klassischer Manier. Radierung wie vor. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 28.573 / EUR  99. (c. US$ 113.) + Versand

Löwenjagd

Löwenjagd. Der links unter Bananenstauden in reicher Tracht hinter einem Felsblock kniende arabische Jäger auf den von rechts heranschleichenden Löwen anlegend. Vorne Wasserstelle, hinten Gesträuch + Felsplateau. Lasiert kolor. Holzstich. 1853. Datiert. 20 x 17 cm.

Angebots-Nr. 12.214 / EUR  86. (c. US$ 98.) + Versand

Gourmet
Ridinger, Löwe über Wildschwein
im
Ridingerschen Original-Kolorit

Ein Löwe von heller Farbe. „Ein schönes Männchen des gewöhnlichen Löwen steht majestätisch auf einem erlegten Wildschwein“ (Th.). Vor Palmen- und Strauchwerkkulisse. Kolor. Radierung mit Kupferstich von Johann Elias Ridinger (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Bezeichnet: LEO, COLORE LUCIDO. / Ein Löwe von heller Farbe / Un Lion d’une couleur claire. / Familia IV. Fünffzähige. / J. El. Ridinger sculps. et exc. A. V. 30,9 x 20,6 cm.

Thienemann 1076 + Nachtrag Seite 299; Schwarz 1076. – Aus dem seit 1754 entstandenen und nicht vor 1773 endgültig postum abgeschlossenen, unnumerierten Kolorierten Thier-Reichs ( „Vollständige Exemplare sind fast unauffindbar“, so Weigel, Kunstkat., Abt. XXVIII, Ridinger-App. 63a als lediglich 120blätt. Torso, 1857 ! , doch auch nur schon Einzelblätter nur sehr selten am Markt, bei niemeyer’s derzeit gleichwohl das eine wie die andern) wie denn bereits Thienemann anstehendes Blatt in hiesiger Erstausgabe erst per Nachtrag ergänzen konnte, „weil (er) das Blatt nicht habe“. – Dreiseits 1,9-3,3 cm, unten 5,2 cm breitrandig. – Rückseitige untere 9 cm mit partiellem schwachen, ins Rötliche verfärbtem Wasserrand, der bildseits nur ein wenig störend ins Text-/Papierfeld durchscheint. – Die Ridinger-Söhne im Textvorspann:

„ Der Löwe … hat in seinem ganzen Betragen und Verhalten viel edles und großmüthiges … Wenn er brüllt, so zittert der Wald und alle Thiere die ihn hören. Seine Stärke ist ganz außerordentlich und sein großer Kopf mit den langen Haaren machen ihm

ein majestätisches und ehrenvolles Ansehen …

In der Farbe sind sie sehr voneinander verschieden und man hat hier schon schöne gelbe, mittlere und ganz dunkle gesehen. Wenn man sie noch jung bekommt, so lassen sie sich ganz zahm machen … “

Angebots-Nr. 15.987 / EUR  1300. / export price EUR  1235. (c. US$ 1414.) + Versand

Ridinger, Löwe über Wildschwein (2 Skizzen)

Zwei Gegensinn-Skizzen des Meisters – beidseitig auf 1 Blatt – zu vorstehendem Wildschwein-Löwen. 125 x 165 bzw. 110 x 145 mm. Blattgröße 212 x 249 mm.

Angebots-Nr. 15.611 / EUR  2300. / export price EUR  2185. (c. US$ 2501.) + Versand

– – – zusammen mit vorstehender Radierung im Ridingerschen Originalkolorit

Angebots-Nr. 16.013 / Preis auf Anfrage

Die Jagd auf den Majestätischen

Löwenjagd (Pergament/Le Brun)

Einzigartig auch das Material — Pergament !!

Le Brun – Löwenjagd. Teils berittene mehrköpfige Gruppe unterschiedlicher Kopfbedeckung, auch ohne, mit Spieß, kürzerer Stoßwaffe, Schwert und Köcher mit Pfeilen im Kampf mit zwei Löwen, deren einer schon erlegt ist und unter übergeworfener Decke nebst pfeilgefülltem Köcher das untere rechte Bild dominiert. Der zweite hingegen hat im Mittelfeld einen abgeworfenen Jäger unter sich gebracht, dessen Pferd kraftvoll nach links abgeht, indes er selbst sich mit dem Schwert zu erwehren sucht und die Linke noch im Schild steckt. Ein Barhäuptiger mit nicht identifizierter Stoßwaffe, wie auch von weiterem geführt, eilt ihm von links kraftvoll ebenso zu Hilfe wie von oberhalb zwei Berittene, deren rechter, auf Tierfell sitzend, mit dem Spieß ausholt. Baum- + Palmenstaffage. Bister-Federzeichnung über partiell durchgängiger, flüchtiger Entwurfsskizze in Bleistift auf Pergament mit schmaler schwarzer Einfassungslinie, möglicherweise aus der Werkstatt Charles Le Brun’s (1619 Paris 1690). 435 x 572 mm.

Von Rasanz bestimmte wandtüchtige große Arbeit

durchaus noch ungeklärter Fragen zu Genesis und Bestimmung als die rückseitige Zuschreibung an Le Brun von Fabian Stein, der über diesen promovierte, nach Fotoansicht mangels dessen persönlichen Duktus’ nicht bestätigt wird, wenngleich

„ Einzelne Elemente der Figurengruppe … durchaus Ähnlichkeiten mit Le Brun’schen Kompositionen (aufweisen); ich glaube unter Anderem in der Alexanderfolge mich an Vergleichbares zu erinnern, etwa für den Verletzten am Boden, den ihm zu Hilfe Eilenden, für die Pferde. Man darf jedoch nicht vergessen, dass Le Brun in solchen Kompositionen oft selbst ‚zitiert‘, und etwa auf Rubens oder Italienisches zurückgreift. “

Wie gesagt, eine themenunabhängig interessante Arbeit, gut für vertiefende weitere Beschäftigung, wobei das kostbare Material nicht zu vernachlässigen ist! – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 15.612 / Preis auf Anfrage

Des Propheten Daniel
Wunder in der Löwengrube

Eine der größten Ridinger–Zeichnungen

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Daniel in der Löwengrube. An dem in der Babylonischen Gefangenschaft der Juden aufgestiegenen, unter dem Perser Kyros I. von Neidern verleumdeten und der Löwengrube überantwortetem Daniel – hier inmitten elf grimmig-friedfertiger Mähnenträger – zeigt Jehovah, der Gott Israels, seine Macht und bringt den Hof auf der Empore zu ungläubigem Staunen. Lavierte Tuschpinselzeichnung in Graublau + Schwarz nebst Weißhöhung für Johann Daniel Herz I (1693 Augsburg 1754; ein „Kunstverleger mit Blick für Qualität“ [Rolf Biedermann, 1987], „[g]enannt seien besonders seine Blätter großen Formats“ [Thieme-Becker, 1923]). Bezeichnet in Bister: Jo El. Riedinger (sic!) inv et del 1732. 837 x 533 mm + 32 x 20 mm zusätzliches Signaturfeld seitlich rechts unten.

Provenienz

Gräflich Faber-Castell

deren Ridinger-Versteigerung 1958
mit deren Lot-Nr. 2
in Rot auf dem Untersatzkarton

Die bildhaft von breiter und schmaler Umrandung eingefaßte spiegelbildliche Vorzeichnung zu dem von dem Kupferstecher Johann Jacob Wangner („Iun.“, ca. 1703 Augsburg 1781; die zeitgenössischen Augsburger Künstler „lieferten ihm ebenfalls Zeichnungen zum Stiche“, Nagler) gestochenen und der Literatur erst 1910 durch das Exemplar der von Gutmann’schen Sammlung (identisch mit dem der ALBERTINA?) bekanntgewordenen, in seiner Wiedergabe gleichwohl offenbar weit hinter dem zeichnerischen Schmelz zurückbleibenden Blatte Schwarz 1440 (dessen Bildgröße bei etwas schmalerem Abschluß oben 793 x 557 [sic! oder Versehen?] mm gegenüber reiner Bildgröße hier von 820-822 x 507-509 mm).

Ridinger, Daniel in der Löwengrube

Hiesige Arbeit zählt zu den größtformatigen des zeichnerischen Œuvre

und folgt der Bibelüberlieferung Buch Daniel, Kap. 6, und ist wie alle von Ridinger noch nicht selbst in Kupfer übertragene/verlegte Arbeiten

von exorbitanter Seltenheit selbst noch im Stiche .

So ist denn auch für das Kupfer der „Löwengrube“ hier kein zweites Markt-Exemplar seit Schwarz (1910) nachweisbar. Gestochen fehlte es ausdrücklich also auch Gräflich Faber-Castell (1958). Ob solcher Vorgaben ist

der Erhalt hiesiger Löwengruben-Zeichnung

ein Ereignis absoluten Grades

dem der schon zu Zeiten Faber-Castells bei anschließender Verwahrung seitens lediglich einer sorgsamen Hand gegebene Erhaltungszustand nachzuordnen ist.

So neben zwei als Abreibungen sichtbar gebliebenen geglätteten Horizontalfalten oben unterhalb der Empore und mittig unterhalb des Torbogens eine Vielzahl klein(st)er Abreibungen namentlich in den Randpartien, sodann, und hier bedingt auch störend, auf 2,5-3 cm Höhe im linken Blatteil oberhalb der Mittelfalte. Vom rückseitigem überwiegend nur stippenhaftem Stockfleckenbefall vorwiegend in der oberen Blatthälfte bildseits nur vereinzelte wenig größere durchscheinend, wahrnehmbar fast nur in der nur lavierten Freifläche zwischen Torbogen und Empore. Ganz vereinzelte kleine Randeinrisse hinterlegt. Gesamthaft die schlecht zu verwahrender Übergröße und höchster Seltenheit geschuldeten, gut und gern zu tolerierenden Runzeln der Jahrhunderte, überspielt von der

bildhaften Großartigkeit der Komposition

mit ihren, nicht zuletzt,

Ridinger, Daniel in der Löwengrube (Ausschnitt)

10 verschiedenen meisterhaften Löwen-Physiognomien

(die des elften Löwen verdeckt). – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 14.859 / Preis auf Anfrage

» Sie haben mir eine riesige Freude bereitet mit dem Foto …

von Riedingers Darstellung von ‚Daniel in der Löwengrube‘.

Die Löwen haben tatsächlich alle Raubtiergier verloren

und schmiegen sich wie friedfertige Katzen an den gefangenen Daniel

und machen ihm seinen Aufenthalt in der Grube erträglich.

Ein wundervolles Bild! «

Frau S. S., Schweiz

Sanftmütig auch gegen die , die ihm Gutes tun

Der Löwe des Hl. Hieronymus

Provenienz

Gräflich Faber-Castell , deren Ridinger-Versteigerung 1958 ,

mit deren Lot-Nrn. 177 bzw. 176 auf dem Untersatzkarton.

Sei’s als Eremit …

S. Hieronymus. Die Inspiration des Heiligen. Kniestück als Eremit nach rechts. Schabkunstblatt. Bezeichnet: in der in die obere Rahmenleiste eingelassenen Muschelkartusche S. HIERONYMUS. / rechts unten zwischen Rahmenleiste und Beschriftungsfeld Ioh. Elias Ridinger excud. Aug. Vind. 57,8 x 42,3 cm.

Ridinger, S. Hieronymus

Vergleiche Schwarz 1549 (51,1 x 38,5 cm; Schrift-Variante: „Elias“ abgekürzt nach „l“); Faber-Castell 177 (unachtsam als Schwarz 1549); Wend, Ergänzungen zu den Œuvreverzeichnissen der Druckgrafik, I/1 (1975), 230 (wie Schwarz).

Nicht bei Thienemann (1856), Stillfried (1876), Weigel, Kunstlager-Catalog, Abt. I-XXVIII (1838/57), Slg. Coppenrath (1889 f.), Gg. Hamminger (1895), Helbing XXXIV (Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger; 1900), Rosenthal, Ridinger-Liste 126 (1940).

Literaturunbekannte vergrößerte + spiegelbildliche Kopie von Schwarz 1549

auf tonigem Linien-Papier mit Lilien-Wz., denkbar zeitgenössisch, aber auch eher später. – Herrlicher, tiefbrauner Druck mit umlaufend 1,5-2 cm breitem Rand bei tadelloser Erhaltung bei partiell minimalem Stippenanflug, drei schwach von rückwärts durchscheinenden Rostfleckchen und vier kleinen bis winzigen althinterlegten Löchlein am oberen Bildrand, verso links unten Montagerest, wie alles nicht zählend.

Angebots-Nr. 14.865 / EUR  485. / export price EUR  461. (c. US$ 528.) + Versand

… sei’s als Kardinal

S. Hieronymus. Die Inspiration des Heiligen. In ganzer Figur als Kardinal, kostbar gewandet, mit Heiligenschein, sitzend nach links an einem Tischchen, doch den Kopf nach rechts gewandt und seitlich nach unten blickend, um von dem hinter seinem Stuhl stehenden Engel seine Inspiration zu empfangen. Schabkunstblatt von Johann Jacob Ridinger (1736 Augsburg 1784) nach Alessandro Marchesini (1664 Verona 1738, tätig in Verona, Venedig, Padua). Bezeichnet: Marchesini pinxit a Venetia. / Ioh. Iac. Ridinger sculps. / Ioh. Elias Ridinger exc. A. V., ansonsten in der oberen Kavität der Muschel-Kartusche S. | HIERONYMUS. Blattgröße 55,7 x 42,5 cm.

Marchesini, S. Hieronymus

Schwarz 1548 (Schrift-Variante: „Iacob“ + „I. El. … excud.“); Faber-Castell 176 (ohne Erwähnung der Variante gegenüber Schwarz); Wend, Ergänzungen zu den Œuvreverzeichnissen der Druckgrafik, I/1 (1975), 229 (Schrift-Variante: „Iac.“ wie hier, sonst wie Schwarz).

Nicht bei Thienemann (1856) + Stillfried (1876), Weigel, Kunstlager-Catalog, Abt. I-XXVIII (1838/57) , Schles. R.-Slg. bei Boerner XXXIX (1885), in den Sammlungen Coppenrath (1889 f.), Reich auf Biehla (1894) + Hamminger (1895), bei Helbing XXXIV (Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger; 1900) + Rosenthal, Ridinger-Liste 126 (1940).

Das große elegante , überaus sympathische Sujet

in sehr schönem, kontrastreichem Druck mit Schrift-Variante, ansonsten mit WANGEN-Wz. wie für zeitgenössische Abdrucke stehend, unten indes innerhalb der für Eintragungen individueller Natur bestimmten, gleichwohl bei den erhaltenen Exemplaren in der Regel leergebliebenen – und hier solchermaßen offenbar als bildentbehrlich empfundenen – Schrifttafel mit Muschelkartusche unter 2 cm Verlust beschnitten. Das ansonsten dreiseits umlaufende fein(st)e Rändchen zweiseits tlw. (aus)rissig, vereinzelt bis an die Bildkante. Im Bild selbst – in dessen rechter Oberecke mit rotem Kreidestift genummert „80.“ – einige Falten + Fältchen, spätestens unter Passepartout von noch unbedingt erfreulichem Gesamteindruck, nicht zuletzt rücksichtlich der Seltenheit dieser Blätter, wie denn die Ridinger’schen nach Marchesini schon 1839 Nagler (VIII, 304) unbekannt geblieben sind.

Angebots-Nr. 14.866 / EUR  790. / export price EUR  751. (c. US$ 860.) + Versand

Wiederaufdröhnend bei Heckendorf

Snyders, Frans (1579 Antwerpen 1657). Löwin schlägt ein Wildschwein. In hügeliger weiter Baumlandschaft der vorn schon niedergebrochene Keiler mit der seitlich auf den Rücken gesprungenen und sich im Nacken verbissenen Löwin. Mit gelbbrauner und mittelbrauner Tonplatte gedruckte Kreide-Lithographie von Ferdinand Piloty (Homburg, Saarpfalz, 1786 – München 1844). (1816.) Bezeichnet irrig: P. Snayers (Pieter Snayers, 1592 Antwerpen nach 1666) pinx: / f. Pilotj del. 39,8 x 55 cm.

Winkler, Die Frühzeit der dt. Lithographie, 622/24, II (von III) + 954, 12. – Vgl. Robels, Frans Snyders, Mchn. 1989, Nr. 258 mit Abb. + Hantschmann, Nymphenburger Porzellan, Mchn. 1996, S. 354, Nr. 71.

Snyders, Löwin schlägt Wildschwein

Inkunabel der Lithographie. – Der dem Erstzustand entsprechende II., bei dem lediglich die bildüberschreitenden Kreidespuren links und unten weitgehend entfernt wurden. Der III. Zustand bei gleichzeitigem Fortfall der fetten Randlinie mit nur einer Tonplatte in Zart-Chamois gedruckt. – Wz. M(anufacture) a (?) Hartmann. – Blatt 12 der ab 1816 erschienenen 200blätterigen Suite „Baierischer Gemälde-Saal zu München und Schleißheim“ und mit 46,4 x 64,2 cm praktisch der von Winkler für die Folge angegebenen Blattgröße von etwa 47 x 65 cm entsprechend und damit von 3,3-4,5 cm schöner Breitrandigkeit und auch sonst ganz vorzüglichen Zustands.

In expressionistischer Neubettung einer Wüsten-Oase als ihm ebenso vertrautes Ambiente wie Löwenjagden verwandte das Snyders-Motiv Franz Heckendorf für sein nachfolgendes Öl.

Angebots-Nr. 28.624 / EUR  965. / export price EUR  917. (c. US$ 1050.) + Versand

Unter Heckendorf’s Sonne

Löwin über Wildschwein
Heckendorf, Löwin schlägt Wildschwein in der Oase
in der Glut des Expressionismus

Franz Heckendorf

Berlin 1888 – München 1962

Löwin schlägt ein Wildschwein in der Oase. Letztere selbst paradiesisch traumhaft unter gleißender Sonne. Öl auf Hartfaserplatte. 55 x 69,8 cm. In 3teiligem handwerklichen Holzrahmen – wohl des Künstlers selbst – , in Grau- und Schwarz-Anstrich.

Die bildmächtige Szenerie

der dem Hauptschwein im Nacken sitzenden Löwin

als dem Kernmotiv des Öls

FRANS SNYDERS’ (1579 Antwerpen 1657) in MÜNCHEN

Literatur

Thieme-Becker XVI (1923), 211 f.; Vollmer II (1955), 400; AKL LXX (2011), 513 f.

Kestner-Museum Hannover, Kataloge der Sonderausstellungen XVII, 1918; Joachim Kirchner, Franz Heckendorf, 1919, + Neue Bilder von Franz Heckendorf in Biermann (Hrsg.), Jahrbuch der jungen Kunst 1924, 190 ff.; Cicerone, Jge. 1912-1928, hier insbesondere XVI (1924), 802 f.; Feuer II, 1 (1920/21), 195-202; Franz Heckendorf, Katalog der Sonderausstellung der Galerie Hagemeier, Ffm., 1985; Symphonie in Farbe, Ausstellungskatalog der Kunstfreunde Bergstraße, 1991; Rainer Zimmermann, Expressiver Realismus / Malerei der verschollenen Generation, 1994, 384.

Gisela Hauss (Hrsg.), Migration, Flucht und Exil im Spiegel der Sozialen Arbeit, 2010, 192 f.; Winfried Meyer, NS-Justiz gegen Judenhelfer: „Vernichtung durch Arbeit“ statt Todesstrafe. Das Urteil des Sondergerichts Freiburg i. Br. gegen den Berliner Maler Franz Heckendorf und seine Vollstreckung. In: Wolfgang Benz (Hrsg.), Jahrbuch für Antisemitismusforschung XIX, 2010, 331-362.

Kleine Fehlstelle in der rechten Oberecke, wenig davon entfernt eine weitere in Form eines dicken Stecknadelkopfes. Die Kanten mit minimalen, rahmenbedingten Abstossungen, sonst bestens. Der Anstrich des Künstlerrahmens aufgefrischt.

Herausragend typische ,

sprich , prankenhaft dynamische Arbeit

aus der Gruppe der großen Formate ,

alles beinhaltend, alles wiedergebend, was von frühester bis in die gegenwärtige Literatur so atemlos wie der Duktus seiner Palette selbst an letzterer qualifiziert worden ist, wobei der überwiegende Malgrund nach hiesiger Übersicht folgende zeitliche Grob-Zuordnung nahelegt: Leinwand für die Frühzeit von etwa 1912-1929, (Sperr-)Holz 1930-1943, Hartfaser belegt bereits für 1931 + 1941, genereller dann für nach 1945 als jenem

„ Zeitraum aus der Schaffensperiode Heckendorfs, in dem der Maler noch einmal einen Höhepunkt seiner Meisterschaft zu verzeichnen hatte, wohl auch als Nachholbedarf nach dem Vakuum des Hitlerregimes … “ (Horst Ludwig im Katalog Hagemeier).

Die von Ludwig den „großen Reisen durch Europa und (dem) Studium der alten Meister in den Museen“ beigemessene Betonung hinsichtlich der letzteren hier von größtem Beleginteresse, greift Heckendorf doch auf keinen Geringeren zurück als den großen Snyders bei wiederum dessen Anleihe bei Rubens. Nämlich auf des ersteren, bezüglich der Landschaft gemeinsam mit Jan Wildens

um 1620/25 geschaffenes Öl „Löwin schlägt ein Wildschwein“ in München .

Und geradezu als Gegenpol zur irdischen Jagd auch hier

die unvergeßliche Sonne , Heckendorf’s Sonne ,

der er 1919 zehn Farblithos als Mappenwerk gewidmet hatte. Dem zwei Jahre zuvor ein nicht minder farbintensives 12blätteriges

als Reverenz vor dem Orient , seinem Orient ,

vorangegangen war. Es ist ein geradezu erregendes Faszinosum, wie dieses Werk ungebrochen Aufbruch und Spätzeit überspannt.

Angebots-Nr. 29.061 / Preis auf Anfrage

„ Mittelpunkt des Universums ,
Ridinger, Der majestätische Löwe
das absolute Zentrum … “

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Die Löwen. Hauptfolge von sechs Blatt. Radierungen mit Kupferstich. Bezeichnet: J(oh). El. Ridinger (ad viv.) del. fec. (sculps.) et exc(ud). Aug. Vind., ansonsten wie unten. 26,5-26,7 x 25,3-25,7 cm.

Thienemann + Schwarz 517-522. – Bezeichnung und Zitate aus Martialis, Sillius, Virgil und Lucanus in dt.-latein. Paralleltext. – Oben bogenförmig gerundet. – Typograph. Wz. – Kleiner Rostfleck im unteren Plattenrand von Th. 517, kleine dünne Papierstelle im breiten weißen Unterrand von Th. 518.

Ridinger, Der schlafende Löwe

Der majestaetische Löw – Der Löw von hinten – Der brüllende Löw – Der auf den Angriff laurende Löw – Der schlaffende Löw (sehr schön sichtbar hier die zusätzlichen Atemlöcher im Gaumen) – Der an seiner Mutter liegende Löw.

Ridinger, Löwenmutter

Auch zustandsmäßig gleichmäßig herrliche A-Qualitäten

der eigentlichen Blätter 1-6 dieser ganz großartigen Suite, deren Blätter 7 + 8 richtiger als weiterführendes Supplement anzusehen sind, da thematisch – Augsburger Menagerieszenen – wie unterschriftlich abweichend. Die wundervolle Breitrandigkeit zwischen 7 und 12 cm oben und unten bzw. 3,5 cm an den Seiten.

Selten so schön .

Angebots-Nr. 12.350 / EUR  2454. / export price EUR  2331. (c. US$ 2669.) + Versand

Wie die Großkatzen sich ,
so hat Wintter sie im Griff

Wintter, Joseph Georg (1751 München 1789). Panther und Löwin kampfumschlungen. Vor Felsblock auf den Hinterläufen stehende Löwin im Griff eines an ihr festgemachten Panthers oder Jaguars. Schwarze Kreide über Bleistiftskizzierung mit etwas Rot für die geschlagenen Wunden. Bezeichnet mit der Kreide unten rechts: JG(ligiert)Wintter inv. 288 x 212 mm.

Wintter, Panther + Löwin

Bravouröse , bildhaft ganz durchgeführte Studie

in Anlehnung an Ridinger’s Kupfer Die bey ihren Jungen von einen Bären überfallene Löwin als seinerseits in Kontext stehend zum Löwe-Tiger-Detail des Berliner Ridinger-Öls Raubtiere und gerissener Hirsch (Michaelis, Die Deutschen Gemälde des 18. Jhdts., 2002, Nr. 2272) mit seinem um die Beute kämpfenden (Detail) bzw. sich anfauchenden Tiger- und Löwenpaar.

Hat im Öl der Löwe die Oberhand und erscheint im Kupfer die Stellung der Löwin noch nicht als aussichtslos, so ist deren Geschick bei Wintter letztlich entschieden. So wie hier die beiden miteinander verschlungen sind, richtiger, wie der Panther die Löwin rechtsseits im Griff hält,

kompaktiert Wintter die Szenerie zu unerhörter Dynamik

nicht zuletzt durch seine Beschränkung auf allein den Kampf. Und auf sonst gar nichts.

Und wie so erst die katzenhafte Geschmeidigkeit beider Kontrahenten vorgebend. Entsprechend unnachahmlich abgewandelt auch die Stellung der Hinterläufe der Löwin mit ihrer sich dem Rumpf mitteilenden Streckung! Wie hier noch die letzte Zehenkralle die äußerste Anspannung vermittelt, erinnert in der Tat an jenes nicht generell zuzustimmendem

„ immer besser als Riedinger “

des Forstcameralisten-Papstes Wilhelm Gottfried von Moser (Forstarchiv, Bd. IV, 1788, SS. 280 ff.). Wie denn auch

mit den hier zusammengeflossenen , vorbildlos eins gewordenen Leibern

etwas völlig Neues entstanden ist .

Bis hin zum

nun glutvollen und den Betrachter ins Visier nehmenden Raubtierblick .

Mit meist noch fein(st)em Rändchen um die Einfassungslinie. Drei 15-25 mm tiefe Einrisse im rechten Rand, davon einer marginal noch in die Felsschraffur reichend, durch Velin-Montage beigelegt. Die im weißen Feld ansonsten wahrnehmbare unwesentliche Altersfleckigkeit als Patinabeigabe den Eindruck dieser Zeichnung eher noch verstärkend.

Angebots-Nr. 15.619 / Preis auf Anfrage

Ridinger, Löwin, von Bären überfallen

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Die bey ihren Jungen von einen Bären überfallene Löwin. Aus felsiger Vertiefung streckt sich die Löwin dem zubeißenden Angreifer entgegen. Radierung mit Kupferstich. (1760.) Bezeichnet: J. El. Ridinger del sculp. et excud. A.V., ansonsten wie vor + unten. 37,7 x 29,3 cm.

Thienemann 718; Ridinger-Katalog Darmstadt, 1999, IV.3 nebst Abb. – Blatt 3 der seit altersher von der Literatur als sehr selten qualifizierten 8blätt. Folge der Kämpfe reißender Thiere, Th. 716-723.

Plastisch-kräftiger, warmtoniger Abdruck eines alten adeligen Sammelbandes alter Abdrucke fast ausschließlich einheitlichen Büttens unterschiedlicher Wasserzeichen. Hiesiger optisch gleichartiger gleichwohl auf leicht wolkigem festen Thurneisen-Velin, doch eher wohl noch vor diesbezüglicher 1824/25er Engelbrecht-Herzberg’schen Neuausgabe. – Unwesentliche Stockstippigkeit im oben + unten 2,8-6 cm und seitlich 1,4-1,8 cm breiten weißen Rand.

Angebots-Nr. 15.700 / EUR  1480. / export price EUR  1406. (c. US$ 1610.) + Versand

Graf Stillfried’s Exemplar ?

Rugendas’sches Löwenjagd-Rarissimum

Für Teuscher (1998) nur per Stillfried (1879) beschreibbar

Rugendas d. Ä., Georg Philipp (1666 Augsburg 1742). Venatio Leonum / Löwen=Jagd. Tiefgestaffelte instruktive Jagd Turban tragender Berittener mit Spießen, teils auch den Yatagan (?) an der Seite, einer zudem mit übergehängtem Köcher,

in einer Oasensenke des libyschen Hochlandes .

Schabkunstblatt. Bezeichnet: K.1. / Georg Philipp Rugendas invent delin. et Sculps. / Cum Gratiâ et Privilg. Sac. Cæs. Majest. / Johan(n) Christian Leopold excudit Aug. Vindelicorum., ansonsten wie vor und nachfolgend. 40,8 x 51,4 cm.

Nagler (1845) 40; Stillfried 293 (1879; ohne Serien-Erwähnung „K.1“); Teuscher (1998) 60 unter Bezug auf N. + St. – Mit umlaufend 2,5-3,5 cm breitem Rand. Dieser mit einigen unwesentlichen schwachen Wasserrändern sowie Lichtschatten früherer Rahmung. Gelegentlich letzterer grundlos auf die Rückpappe montiert, wobei drei Einrisse bis jeweils Plattenkante versorgt wurden.

„ Fulminei quamvis sit fervens ira leonis, / Aversos vulus Africa nulla pavet. / Arrigit ille comas, Stimulatus verbere caudæ / Cuspide mox Libyco , dum fremit ille, perit. “

„ Der Löwen Aufenthalt in grosen Wüsteneyen

Rugendas, Löwen-Jagd

Erschröckt in Africa den tapffern Jäger nicht

So grim(m)ig dieser Feind schäumt an fällt , reißt und ficht

Muß doch sein Blut den Spieß des Libyers erfreuen “

SCHÖNER DRUCK , reich an Hell-Dunkel , wie so typisch für die samtene Schabkunst , des ersten Blattes der Löwe, Tiger, Strauß + Büffel gewidmeten Jagdfolge T. 60-63, sämtlichs mit der Leopold-Adresse.

„ Nur aus Literatur bekannt “,

folgt Teuscher der Beschreibung bei Stillfried als dem letztnachweisbaren Exemplar, welches durchaus mit dem zuvor dem Antiquar Nagler bekanntgewesenen identisch sein könnte. Was für hiesiges Löwen-Blatt der Folge möglicherweise eine bis auf 1845 zurückgehende Herkunft ergeben könnte .

Hier denn zudem mit ausdrücklich textlichem Bezug auf die libysche Wüste als für die alte Graphik einer Rarität für sich. Die Chance liegt auf der Hand. Und für die traditionelle Seltenheit der alten Schabblätter gab schon 1675 der Praktiker von Sandrart die Erklärung, indem er „saubere Abdrucke“ auf nur etwa „50 oder 60“ (!) bezifferte. „(H)ernach aber schleift (das Bild) sich bald ab, weil es nicht tief ins Kupfer gehet“. Hier denn, es sei wiederholt, ein solches als ein Nahezu-Unikat. Vielleicht gar das einzige überlieferte Exemplar überhaupt .

Angebots-Nr. 28.899 / Preis auf Anfrage

niemeyer’s — wo ausgefallenes zu hause ist

Vitrinen-Blickfang

Ridinger, Löwen-Exemplar

Kassettierend

des

Meisters Arbeits-Exemplar

seiner Folge der

„Abbildung Der Jagtbaren Thiere“

Das Löwen–Exemplar

mit der Nr. 1

als das HAND-EXEMPLAR des Meisters

Johann Elias Ridinger. Abbildung Der Jagtbaren Thiere mit derselben angefügten Fährten und Spuhren, Wandel, Gänge, Absprünge, Wendungen, Widergängen, Flucht, und anderer Zeichen mehr … nach der Natur gezeichnet, samt Einer Erklärung darüber. Augsburg, Selbstvlg., (1737-)1740. Gr.-2°. 1 Bl. Titel. Mit bildlich ausgeführter gest. großer Suchjäger-Leithund-Titelvignette (15,3 x 23,4 cm) + , in Mischtechnik mit Kupferstich ,

23 Radierungen

(ca. 37-37,5 x 29-30 cm) , davon Blatt 1-20 in

Probedrucken vor der Numerierung ,

die an gleicher Stelle in korrekter Abfolge nach hiesiger Überzeugung

handschriftlich vom Meister selbst in Bister

eingesetzt ist. Zusätzlich

mit zwei weiteren importanten Abweichungen .

Rubinroter Maroquin-Bd. mit 5 Zierbünden, 2 dunkelgrünen goldgepr. Rückenschildern, goldgepr. 2teilig. Titel auf Vorder- + Ridinger-Hirschvignette auf Rückdeckel, Goldfilete auf beiden sowie rubinroten Elephantenhaut-Innenspiegeln + -Vorsätzen. In wüstenfarbener Maroquin-Kassette mit Zierbünden mit der hier wie schon oben bis direkt in den Ridinger-Nachlaß selbst recherchierten

originalen Druck-Platte

zu Blatt EINS, Th. 163 , „ Spuhr des LÖWEN “

im rotgoldenen Glanze

ihres 275 Jahre alten Kupfers

im Gegensinn (37,9 x 30,4 cm) als unter Polykarbonatglas auf den Vorderdeckel eingelegtem, herausnehmbarem Außen-Solitär, bezeichnet „1. / J. E. Ridinger inv. del. sc. et exc. A. V.“ Darüber der Name des Meister’s, darunter der Unikat-Titel

Ridinger, Löwen-Exemplar

— LÖWEN-EXEMPLAR —

und im Innern des Vorderdeckels unten ridinger handlung niemeyer, alles in 23,5karät. Goldprägung. (Buchbinderei M. Hierl Bonn, 67 x 45 x 5 cm, 10,5 kg.)

Und solchermaßen verfeinertem Sammler-Brauch folgend, „schönwissenschaftliche Werke aus ästhetischen Gründen mit Beigaben, die sich auf die Person des Verfassers bezogen

und eigenen Liebhaberwert hatten ,

Handschriften des Verfassers , Handzeichnungen ( , die verschiedenen Abzugszustände ) und dergleichen zu vermehren und zu illustrieren … um die Entstehung zu dokumentieren“. Es war die Geburtsstunde des

exemplaire enrichi

seitens französischer Sammler des 19. Jahrhunderts als sprichwörtlicher Eigengruppe der Extraausstattung mit u. a. britischen Wurzeln im 17. Jahrhundert (Nicholas Ferrar) und der 2. Hälfte des 18. (James Granger) und starkem Anklang in Amerika (enriched book, 19. Jhdt.). Kurz, per getrüffeltem Buch

„ die Ausschmückung eines wertvollen bibliophilen Druckes

durch eigene Hinzufügung von ergänzenden Beilagen. Das Exemplar wie die Beilagen sollen an innerem Wert wie in der äußeren Form erstklassig bibliophil sein. Der Besitzer will sein Buch durch die … Beilagen vor allen anderen Exemplaren hervorheben ,

zum Sammlerstück , zum Unikum machen …

Mit Maß betrieben, hat jede dieser Arten der Vervollständigung des Druckes ihren hohen Wert für die künftige Forschung “

(Hans Bohatta in Löffler-Kirchner, Lexikon des gesamten Buchwesens, I [1935], 511 f.).

Und so war es für die ridinger handlung gar keine Frage, dieses dem Sammler als Arbeits-Exemplar des Meister’s ohnehin schon ganz einzigartige Objekt letzter Begierde nach Möglichkeit noch ihrerseits mit einem nun wirklich allerletzten i-Punkt zu krönen. Und so nahm sie , was sie hatte . Und das war nicht mehr oder weniger , es war schlichtweg alles , ein non plus ultra ,

eine originale Kupfer-Druck-Platte !!

Thienemann (ohne Kenntnis von Abzügen vor der Numerierung) + Schwarz (Farbtafel I, X) 162-185; Weigel XXVIII, 15, vor A (von A-C); Helbing XXXIV (1900), Arbeiten von J. E und M. E. Ridinger, 325 ff.; Thiébaud 783, sämtlichs im endgültigen Zustand mit der gestochenen Nummer oben rechts; hingegen Helbing 354 + 356 ohne alle Numerierung + 359, 362, 364, 366, 369 + 374, jeweils qualifiziert als „Probedruck mit eingeschriebener statt eingestochener Nummer“; Schwerdt III, 137; Ridinger-Katalog Darmstadt, 1999, III.20-III.30 mit 11 Abbildungen.

Hiesige Blätter 1-20 also PROBEDRUCKE vor der Erstausgabe ,

die Blätter 21-23 mit den verkleinerten Fährten und Spuren im drucknumerierten endgültigen Zustand. Und sämtlichs gedruckt auf gegenüber dem Üblichen bemerkenswert feinem Papier und solchermaßen die dem Etat entsprechende

brillante Druckqualität leuchtenden Hell-Dunkels

noch unterstreichend. – Ohne das Textblatt, das „sich einzig mit den Fährten beschäftigt und allenfalls dem jungen Jäger noch neu und wichtig sein kann“ (Th.), der „Vorbericht“, auf der Titelrückseite infolge Montage abgedeckt. – Die Kupfer durchweg auf oder knapp an Plattenkante geschnitten und,

Ridinger, Spur des Löwen

mit Ausnahme des singulären Eingangs-Löwen

zu zweit gegenüberstehend, auf jeweils einmal auf ca. 63 x 42 cm gefaltete Whatman-Bögen mit Wasserzeichen „J. Whatman / Turkey Mill / 1832“ montiert, welch

Ridinger, Spur von Wildschwein/Damhirsch

großzügige Zweier-Arrangements eine ungewohnt komfortable Optik

gewähren und alter Sammler-Tradition folgt. – Nach hiesiger Überzeugung

Ridinger’s Hand-Exemplar ,

mit großer Sicherheit unterstelltermaßen 1830 zusammen mit dem von der Literatur verbürgten zeichnerischen Nachlaß in die Hände J. A. G. Weigel’s in Leipzig gelangt. Eckstein dieser Überlegung ist das 1832er Whatman-Papier als Untersatzbogen. Vom Nachlaß aber führt die Spur unmittelbar

auf den Arbeitstisch des seine Kupfer

sorgsam nachbearbeitenden Meister’s selbst .

Doch dieser für den engagierten Sammler von einer vom Künstler eigenhändig numerierten und zudem besonders wichtigen Suite ausgehende unwiderstehliche Reiz wird zusätzlich noch überhöht von, wie bislang nirgends sonst nachweisbar ,

zwei textlichen Abweichungen ,

die hier noch der jeweiligen Zeichnung folgen .

Die Kupfer-Platte im übrigen mittels feinen Lackauftrags vor Anlaufen geschützt. Im Rahmen ihres altersmäßigen Gebrauchs generell noch druckfähig, wird für ihre schlußendliche Druckqualität gleichwohl keine Gewähr geleistet. – Kurz, das weltweit unwiederholbare

Löwen–Exemplar für elitärste Placierung .

Als ein provozierend unnahbar souveräner Blickfang, beneidet widerspiegelnd die Noblesse des Hauses.

Angebots-Nr. 28.888 / Preis auf Anfrage

Löwen
Tischbein, Löwenkopf
aus Johann Heinrich II Tischbeins
(1742-1808)
Tischbein, Löwin
Werkausgabe in 170 Radierungen
— darunter 6 Blatt Löwen —
Tischbein, Löwenkopf

Präsentiert als Vitrinen-Exemplar
innerhalb der Roten Serie® der ridinger handlung .

Sammlung von Einhundert und siebenzig Kupferstichen nach Zeichnungen von … sämmtlich in Kupfer radirt und geätzt. Zwickau, Literatur- und Kunst=Comptoir, zwischen 1808 + 1827. Gr.-2°. 2 unnum. Bll. Titel, Vorwort + Inhalt und neben einer zusätzlichen alten lavierten Pinselzeichnung in Grau + Braun von anderer Hand 170 (davon 1 ausgetauschte) Radierungen (5,4-21,2 x 6,7-27,7 cm), davon 10 (teil)koloriert, in punktueller Ursprungsmontage auf 59 Blatt. Rubinroter Maroquin-Bd. mit 5 Zierbünden, grünem Rückenschild, Künstler-Namen auf Vorderdeckel + ridinger handlung niemeyer auf dessen Innenspiegel, Ridinger-Hirsch-Vignette sowie Filete auf beiden Deckeln, alles 23,5karätig goldgeprägt, in gleichartigem HMaroqu.-Schuber mit der Hirsch-Vignette a. beiden Decken. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 14.929 / Preis auf Anfrage


“ I wish to thank you for the detailed, knowledgeable response. I am very impressed with your experience; your information was very helpful ”

(Mr. R. H. P., July 25, 2005)