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… in niemeyer’s garten …

Junge Waldohreulen
Von wegen ihrer „rein nächtlichen Lebensweise (nur) schwer zu beobachten“. Kaum daß früher Nachmittag sich neigte , seufzte der Alte , fiepte das Jungvolk . Letzteres denn bald sehr kreke wurde , siehe Bild . Verrenkungen machend , Fikuckchen treibend , meerkatzengesichtig aus der Distanz .

Die Waldohreulen

mit ihren drei Jungen! Revierinhaber seit eh und je. Doch seit Gedenken noch nie so dicht ums Haus wie heuer. Dabei der/die Alte(n) durchaus lönseulig. Hochgucker fest im Blick. Dann abhebend. Und recht, recht dicht überm Kopf des jeweiligen niemeyer, den Blick nach unten.

Dann rechtwinklig abschwenkend in die nächsten Weiden und Eschen. Und seufzend Es ist doch nirgendwo im Leben eine Ruh … ( à la Th. 389/390 ) wir Eulen – unvergrämt wegen der Kündigung ihres Oberbodens ob des gar zu argen Dreckes zudem die Schleiereule – wohlfühlen uns, die niemeyers kommn hinzu. Die dann doch meinen, genug gesehen und gestört zu haben. Und irgendwo im Hinterkopf an Löns’ Erzählung denken, in der ‘n paar Bauern mit dem Pastor am Fuße des Kirchturms abendschnackend sitzen – und die Bruteulen stören. Die flinkesten Läufe gehörten wohl dem Beffchenabonnenten. Zwischenzeitlich wurde es zunehmend wieder heimlicher.

… doch in niemeyer’s laden …

… sind ihrer zu haben …

Ridinger, Eagle Owl (Ausschnitt)

Johann Elias Ridinger

Ulm 1698 – Augsburg 1767

„ Der Titel
gehört zu den schönsten Stichen
des deutschen Rokokos “

( L’Art Ancien 1938 )

Nach der Natur entworffene Vorstellungen Wie alles Hoch u: Niedere Wild, samt dem Feder Wildpræth auf verschidene weise mit Vernunfft List u: Gewalt lebendig oder tod gefange(n) wird! Radierung + Kupferstich. Bezeichnet: Alles nach dem Leben gezeichnet und heraus gegeben von Johann Elias Ridinger in Augspurg Anno 1750. d. 10. May., ansonsten wie vor nebst 8zeil. Erläuterung. 24,9 x 36,3 cm.

Thienemann + Schwarz (Bd. I, Tafel V + Abb. S. 69) 69; Ridinger-Katalog Darmstadt, 1999, V/9 nebst Abb. – Nicht im 1997er Rid.-Kat. Kielce. – Der breite weiße Rand partiell minimal stockstippig.

Ridinger, Wie alles Wild gefangen wird

Rechts dominant aufgeblockt die Eule ,

mittig der behaubte Edelfalke, thronend förmlich über einer schildartigen Arabeske. Zu seinen Fängen ein sein Gelege gegen einen schon im Fangeisen sitzenden Kuder verteidigender größerer Vogel. Linksaußen Lappenreihe und die hier verschiedenfältig bestückte bekannte Stange mit blökendem Schaf auf seinem Wagenrad obendrauf. Ansonsten Fallen, Netze, Schußwaffe als Verderbenbringer mehr bis hin zum Schießpferd auf eingefriedeter Gehöftweide rechtsaußen.

Das nur selten einzufangende konstruktive Titelblatt

zur complett kaum aufspürbaren 30blätt. Fangarten-Suite, jenes „schöne und merkwürdige Blätter (enthaltenden) höchst interessanten Werkes … nach dem Leben gezeichnet“ (Nagler) und dem Praktiker alles zeigend, dessen er draußen bedarf. – Aus den 1980ern marktbekannt die reich lavierte Ursprungszeichnung im Stichsinn aus der kleinen Gruppe betörend schöner Malerischer des Meister’s. – Mit wohl WANGEN-Wz. als einem der von Ridinger bevorzugten Papiere.

Angebots-Nr. 15.848 / EUR  630. / export price EUR  599. (c. US$ 646.) + Versand

Ridinger, Falconier Knecht den Uhu auf der Hand führend

Falconier Knecht de(n) Uhu auf der hand führe(n)d. / Valet de Faucon tenant les Hibou dess la main. „Er reitet eine Schecke und hat auf der Linken den Uhu. Freie Landschaft“ (Th.) mit Kirchdörfern vom Hügel links oben bis rechts außen. Radierung mit Kupferstich von Martin Elias Ridinger (1731 Augsburg 1780). Ca. 1764. Bezeichnet: Joh. El. Ridinger inven. delin. et excud. Aug. Vind. / Martin Elias Ridinger Sculpsit., ansonsten wie vor. 33,7 x 25,5 cm.

Thienemann + Schwarz 120. – Blatt 8 der 25blätt. Suite der Jäger und Falconiers mit ihren Verrichtungen, ausschließlich von Johann Elias’ Ältestem ins Kupfer übertragen. – Die Vorzeichnung in der Staatlichen Graphischen Sammlung München. – Lilien-Wz. – Der 1-1,8 cm breite Rand mit schwachen alten Montageflecken. – Das schöne Motiv als zudem

prachtvoller Frühdruck vor der Numerierung „G“

oben rechts, wie hier mit nur einer Ausnahme – Helbing XXXIV, Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger (1900), 271 für Blatt „M“ als hochbewerteter „Probedruck vor aller Schrift und vor vielen späteren Arbeiten“ – ohne Literaturbezug ganz vereinzelt schon durchgelaufen.

Angebots-Nr. 15.822 / EUR  870. / export price EUR  827. (c. US$ 891.) + Versand

Falconier knecht de(n) Schuhu vom Bode(n) aufnehmend. Tiefdruck-Postkarte nach Thienemann 121 von O. Felsing, (Bln.-)Charlottenburg. Ca. 1900/20. 14 x 9 cm.

Nicht gelaufene „KÜNSTLERKARTE“ nach dem von Martin Elias R. radierten Sujet der Falconiers-Suite. – „Er reitet einen schönen Engländer … oben fliegen Aelstern …“.

Angebots-Nr. 28.458 / EUR  29. (c. US$ 31.) + Versand

Vogelfænger mit dem Schuhu und denen Leimspillen. Tiefdruck-Postkarte nach Thienemann 132 von O. Felsing wie vor.

„Reiches Blatt. In der Mitte eine starke Krakel, darauf der Uhu, daneben schwächere mit Leimspindeln bespickt … (Rechts die) Hütte, in welcher der Vogelsteller die Vögel mit der Pfeife herbeilockt“.

Angebots-Nr. 28.461 / EUR  29. (c. US$ 31.) + Versand

» Ach Ach «

Ridinger, Nachteulen verzehreten ein Häslein

Und vor 125 Jahren schon allemal selten !

Ach Ach. Die Nacht Eulen verzehreten ein armes Häßlein, so bald kom(m)en auch Kazzen dazu, u: wollen sie mit samt dem Haasen fressen da heißt es wie um Haare so um Federn. Ein Uhu – kommentiert Thienemann – , auf einem erbeuteten Hasen sitzend, wird von zwei Katzen angefallen, welche ihm den Hasen entreissen wollen. Oben will eine zweite Eule herabfliegen und den Raub verhindern. In hügeliger schöner Gewässerlandschaft bei Vollmond. Radierung mit Kupferstich von Martin Elias Ridinger (1731 Augsburg 1780). Bezeichnet: XXXIV. / Joh. El. Ridinger. del: et invin: 1753. / M. El. Ridinger. Filio suo. sp. 1777, ansonsten wie vor und unten. 33,3 x 24,8 cm.

Thienemann + Schwarz 377; Schles. R.-Slg. bei Boerner XXXIX, innert 1887 ( „Neue Abdrücke“, 1885! ); Slg. Reich auf Biehla 119 ( „Selten“, 1894! ); Helbing XXXIV, Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger, 893 ( „Selten“, 1900! ).

Blatt XXXIV der 1779 abgeschlossenen 46blätt. Folge Zu den besondern Ereignissen u: Vorfallenheiten bey der Jagd ( „The rarest set of Ridinger’s sporting line engravings“, Schwerdt 1928) und ausschließlich von Johann Elias’ Ältestem, Martin Elias, nach überwiegend väterlicher Vorlage auf Kupfer übertragen.

Wobei nicht allein nach hiesigen Erkenntnissen Martin Elias’ Bedeutung für das Ridinger-Œuvre sichtbar über eine nur engagierte Mitarbeit als Stecher hinausgeht. Schon als 30jähriger wirkte er geradezu als ein spiritus rector hinter den Kulissen. Der dafür sorgte, daß Folgen nicht vorzeitig abgebrochen wurden oder, wie hier, postum erschienen.

Und indem Wolf Stubbe (Joh. El. Ridinger, Hbg./Bln. 1966, SS. 16 f. + Taf. 34), in medias res gehend, Th. 722, Der Wilde Büffel und das Crocodil, aus den Kämpfen reißender Thiere bezüglich seiner Lichtbehandlung als einen künstlerischen Zenit des Spätwerkes feiert, erweist er zugleich, da an Hand dessen Kupfer, nicht der Zeichnung, urteilend, eben auch Martin Elias als dem Ätzer/Stecher jener Arbeit seine Reverenz. Ein Aspekt, der das Ridinger’sche Zusammenspiel vertiefend beleuchtet.

Der eingangs zitierte Untertext ergänzt durch den Sinnspruch

„ Ach Ach =
Des Raubens und Mordens ist kein Ende ,
und so wird Frevelthat zur dritten Sünde . “

Anstehendes Motiv inspirierte im übrigen zweifellos Friedrich Gauermann (1807-1862) zu seinem Öl Kampf zwischen Füchsen und einem Adler um ein totes Schneehuhn (Boetticher 64), seinerzeit in Slg. Fürst Liechtenstein.

Dem Sammelband eines alten adeligen Bestandes entstammender breitrandiger Abdruck von leuchtendem Hell-Dunkel auf festem Bütten mit typograph. Wasserzeichen als einer der von Ridinger bevorzugten Qualitäten

mit der römischen Numerierung

(„Wenn sie fehlen, so deutet dies auf spätere Abdrücke“, Th.). – Im äußeren weißen Oberrand noch die beiden Löchlein der ursprünglichen lieferungsweisen Heftung, am rechten Außenrand kleiner Wasserrand.

Die Folge selbst „fast durchgängig so eingerichtet, dass immer zwei und zwei mit einander harmoniren und Seitenstücke bilden, wie sie denn auch paarweis verkauft worden sind“ (Th.). Hier also mit den Füchsen, die sich im Hühnerstall ein Gastmahl holten.

Angebots-Nr. 15.723 / EUR  930. / export price EUR  884. (c. US$ 953.) + Versand

„ Oben darauf
aber thront die Ohreule … “

Vogelfænger auf den Vogel-herd mit seinem geræthe ziehend. Oiseleur sur L’oiselerie tirant les filets. Radierung und Kupferstich von Martin Elias Ridinger (1731 Augsburg 1780). Ca. 1764. Bezeichnet: Joh. El. Ridinger inv. del. et exc. Aug. Vind. / Mart. El. Ridinger sculps., ansonsten wie vor. 34 x 26 cm.

Thienemann + Schwarz 131; Deutsches Leben der Vergangenheit, Eugen Diederichs Vlg., Abb. 1482. – Blatt 19 („S.“) der 25blätt. Suite der Jaeger und Falkoniers mit ihren Verrichtungen, hier

Ridinger, Vogelfänger auf den Vogelherd ziehend

„ In den Händen trägt er die Scheibe auf der langen Stange, zum Sitz für die Eule bestimmt, welche bei seinem Fang eine wichtige Rolle spielt. Neben ihm sein treuer, wohlbepackter, daher ganz langsam einherschreitender Schimmel. Auf ihm Stangen, Vogelbauer, groß und klein, rund und viereckig, Netze, Tücher und was weiß ich sonst noch, oben darauf aber thront die Ohreule … Im Hintergrund der wohleingerichtete Vogelherd, das Ziel der Wanderung. “

Leuchtend kontrastreich auf festem Linien-Papier als Merkmal der zeitgenössischen Abdrucke. – Typogr. Wz. – An den Seiten mit 3,8-4 cm von schöner, oben und unten mit 7,8 bzw. 7 cm hervorragender Breitrandigkeit.

Angebots-Nr. 28.593 / EUR  760. / export price EUR  722. (c. US$ 778.) + Versand

Uhu — Hase — Jäger – Dreiklang

Thematisch wie das Blatt selbst „Aeusserst selten“

Der arme Hase wird der Son(n)enscheuen Eule Und die des Jägers Rohr /: Ein seltner Fall!:/ zu Theile … Uhu mit Hase in den Fängen über hügeliger Landschaft mit Felsgestein bei Vollmond, auf den feuergebenden Schützen hinabblickend. Radierung + Kupferstich von Martin Elias Ridinger (1731 Augsburg 1780). Bezeichnet: III. / Joh. El. Ridinger inv. et del. / Mart. El. Ridinger sculps. Aug. Vind., ansonsten wie vor und unten. 34,9 x 23,6 cm.

Thienemann + Schwarz 346; Schles. R.-Slg. bei Boerner XXXIX, 1868 ( „Sehr selten“, 1885!); Slg. Reich auf Biehla 93 ( „Aeusserst selten“, 1894! ); Helbing XXXIV, Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger, 860 ( „Selten“, 1900 ).

Die sehr , sehr schöne Scenerie

als Blatt III der ausschließlich von Martin Elias nach überwiegend väterlicher Vorlage auf Kupfer übertragenen und 1779 postum abgeschlossenen 46blätt. Folge Zu den besondern Ereignissen u: Vorfallenheiten bey der Jagd ( „The rarest set of Ridinger’s sporting line engravings“, Schwerdt 1928) wie schon oben.

Die beiden Schlußzeilen des Untertextes

Ridinger, Uhu mit Hase geschossen

„ Wer Schwächre unterdrükt , frolocke nicht zu sehr .

Den(n) über ihn kom(m)t auch gar leicht ein Stärkrer her “

überdies auch hier jenen bislang mit Fleiß übergangenen Ridinger dokumentierend, der gelegentlich dessen 300. Geburtstag auf dem Festakt der TU Dresden Gegenstand der hiesigen Dresdner Rede — Der verharmloste Ridinger war.

Besagtem Sammelband alten adeligen Bestandes entstammender breitrandiger Abdruck von sehr schönem Hell-Dunkel mit typogr. Wasserzeichen als unterstellter Gegenmarke der Wangener Papiermühle als einer der von Ridinger bevorzugten festen Bütten-Qualitäten, wiederum

mit der römischen Numerierung

(„Wenn sie fehlen, so deutet dies auf spätere Abdrücke“, Th.). – Säurefrei hinterlegter Kleineinriß sowie kleine Quetschung am weißen Oberrand.

Angebots-Nr. 15.705 / EUR  870. / export price EUR  827. (c. US$ 891.) + Versand

Scheute Ridinger die Auseinandersetzung mit dem eigenen Werk ?

Die Unschuld wird oft durch der Bösen Haß gerettet. Eine einst von dem Fuchs geprellte Eule warnt „eine weidende Heerde wilder Gänse“ davor, den Tod Reineke’s als verbürgt zu feiern. Radierung + Kupferstich von Martin Elias Ridinger (1731 Augsburg 1780). Nach 1767. Bezeichnet: J. El. Ridinger. inv. et del. / M. El. Ridinger. sc. et exc: A. V., ansonsten wie vor in Dt.-Lat.-Frz. 33,6 x 24,7 cm.

Thienemann + Schwarz 781; Metzner-Raabe, Illustr. Fabelbuch, 1998, Bd. II (Bodemann), 123.I. – Blatt 17 der Fabeln. – Kleines figürl. Wz. – Der wiederholte „.“ nach Ridinger fehlt bei Schwarz, der im übrigen hinter FABUL einen „:“ vermerkt anstelle des hiesigen einfachen Punktes. – Zusätzlich zum schönen weißen Plattenrand zweiseits mit auch breitem Papierrand. Im schmaleren linken alte Heftspuren.

Ridinger, Fabel 17

Das außerordentlich seltene erste Ergänzungsblatt

der geistig wie optisch überaus reizvollen Lehrreiche(n) Fabeln aus dem Reiche der Thiere zur Verbesserung der Sitten und zumal zum Unterrichte der Jugend, mit denen

„ Ridinger ein typisches Ziel seiner Epoche (verfolgte). Eine ‘Verbesserung der Sitten’ durch die moralische Wirksamkeit der Kunst hatte – freilich auf ganz andere Weise – der mit Ridinger fast gleichalte William Hogarth in seinen Gemälden und graphischen Blättern versucht … Doch während Hogarth und Chodowiecki durch satirische Bildfolgen, wie ‘Das Leben eines Lüstlings’, 1735, … ihren (gleichen) Vorstellungen Geltung zu verschaffen suchte, knüpfte Ridinger an die – ihm besonders gemäße (nämlich, so er selbst, ‘von den eisgrauen Zeiten des Alterthums an’) – Tradition der Tierfabel an “

(Stefan Morét, Ridinger-Katalog Darmstadt, 1999, Seite 96).

Darüberhinaus zugleich aber auch, einen neuen Bildtypus kreierend, einmal mehr Tradition und Feld hinter sich lassend. Denn, so Ulrike Bodemann in Metzner-Raabe,

„ Keine Ähnlichkeiten mit bisher bekannten Fabelillustrationen .

Riesige Bildformate werden fast völlig von der Darstellung eines zentralen Moments der Fabelerzählung gefüllt. Umgebung meist dichter, urwüchsiger Wald .“

Und Regine Timm, ebda., Bd. I, Seite 171 :

„ Ridinger hat in seinen großen Tafeln … zwar pflanzliches Wachstum oder auch Felsbrocken manchmal bildbestimmend in seine Illustrationen einbezogen, aber ohne dekorative Absicht. Die Pflanzen und Felsen bedeuten das Dickicht, die menschenferne Waldeinsamkeit, in der sich die seltsamen Geschichten unter den Tieren zutragen. “

Die große geistige Verwandtschaft mit dem bereits erwähnten Hogarth übrigens auch unmißverständlich zum Ausdruck kommend in Garricks Epitaph für diesen:

„ Whose pictured Morals charm the Mind ,
And through the Eye correct the Heart.“

Zeitlich in diesem Zusammenhang interessant, daß 1726 jenseits des Kanals John Gay, berühmt-berüchtigt für seine Beggars Opera (Brecht, Dreigroschenoper!), mit seinen Fables „das Bedeutendste (vorgelegt hatte), was bisher von englischen Dichtern in dieser Gattung geleistet worden war “ (Meyers Konvers.-Lex., 4. Aufl., VI, 960/II).

Die Folge besteht aus zwanzig Blatt, von denen Johann Elias gleichwohl nur die ersten sechzehn veröffentlichte. Vermutlich aus stilistischen Skrupeln. Denn mit den erst vom Ältesten, Martin Elias, auf Kupfer übertragenen und postum herausgegebenen vier letzten gibt er die Überfülle der vorangegangenen, seiner überdies erst neugeschaffenen Fabel-Konzeption, weitergehend zu Gunsten einer nun auch für ihn völlig neuen, souverän konzipierten großflächigen Klarheit (beispielhaft hierfür insbesondere hiesige 17., doch auch die 20.) auf, womit auseinanderzusetzen er sich schlußendlich aber offenbar scheute. Und wohin ihm noch hundert Jahre später auch Thienemann nicht folgen mochte („haben weniger Kunstwerth, sind aber dennoch schätzbar und ihre Seltenheit zu bedauern“). Was hiesigerseits hingegen als ein bemerkenswert weiterentwickeltes künstlerisches Ausdrucksvermögen gesehen wird. Gipfelnd eben in dem Fascinosum, nicht allein ein neues Fabelbild geschaffen, sondern dieses in sich noch einmal zu neuem Ufer fortentwickelt zu haben.

Vergleichbar als von Ridinger wiederholt zitiert sei in diesem Zusammenhang an Watteau und hier an dessen „Gesellschaft im Freien/Park“ in Berlin erinnert, zu dem Pierre Rosenberg anmerkt: „… ist das Berliner Gemälde

ein Beweis dafür , daß der Künstler sich erneuern wollte ,

indem er einen neuen Typus der Komposition schuf …“

(Ausstellungskatalog Watteau, Washington/Paris/Berlin 1984/85, S. 415).

Für Ridinger diesbezüglich ganz exemplarisch sein in Schabkunst gearbeitetes „Memento Mori“ Schwarz 1426, für das hier erstmals drei Zustände beschrieben werden konnten, die eine radikalisierte Vergeistigung der ursprünglich niederländisch verankerten bürgerlich-schönen Bildkomposition dokumentieren. In diesem Falle durchaus begünstigt von der Notwendigkeit von Überarbeitungen der sich technisch bedingt extrem schnell abnutzenden Schabplatte, die nach Urteil des Praktikers Sandrart (1675) nur 50-60 gute Abdrucke ermöglicht.

Ridinger’s generelles Fabelbild denn also ein höchst gewichtiger Meilenstein innerhalb des „rund 900 Ausgaben (ausmachenden) Grundcorpus illustrierter Fabelbücher“ bis hin zu Chagall’s 200 Jahre späterem Lafontaine-Folio mit seinen 100 Radierungen als geradezu einem Schlaglicht für die Unsterblichkeit der Fabel-Illustration.

Daß Ridinger seine Folge ursprünglich gleichfalls wesentlich umfangreicher konzipiert hatte, belegen seine hier durchgelaufene Vorzeichnung zur 20. Fabel, die er mit „Fab 31“ bezeichnet hatte, jene mit “Fabel 29.” bezeichnete zur 19. (Weigel, 1869, Nr. 384) und die Thienemann vorgelegene, mit „30“ genummerte, die gleich weiteren, unnumerierten, indes unverarbeitet blieb.

Die praktisch vorprogrammiert gewesene große Seltenheit der vier Supplementblätter seit Thienemann (1856, Seite 151) literaturbekannt: sie „machen sich sehr rar, finden sich schon in manchen älteren Ausgaben nicht, und sind in der neuesten ganz weggelassen, was jedoch zu bedauern ist“.

Entsprechend denn auch der 1889er Katalog der Slg. Coppenrath zu 20blätt. Exemplar: „Schöne Hauptfolge … Selten“. Und Helbing 1900 in seiner 1554blätt. Ridinger-Offerte (Katalog XXXIV): „Die letzten (4) Nummern sind höchst selten“. Und während er neben einem Komplett-Exemplar die ersten sechzehn bis auf 12 + 13 mehrfach apart besaß, so von den letzten vier nur 17 + 19 jeweils einmal zusätzlich. Am Markt denn auch bis heute meist nur die 16blätterige Grundfolge.

Die die Nachauflagen dokumentierenden verschiedenen Druckzustände des Titels im übrigen schönster Beweis für den Erfolg der Arbeit, die ihre namentliche Zielgruppe, die Jugend, offensichtlich erreicht hat.

Angebots-Nr. 12.511 / EUR  946. / export price EUR  899. (c. US$ 969.) + Versand

Und Generationen nach Ridinger :

Uhu, Der. Weidmann mit dem Uhu auf dem Arm. Holzstich nach Herbert König (Dresden 1820 – Niederlößnitz bei D. 1876). (1876.) Bezeichnet: HKönig (ligiert). 16,7 x 13,8 cm. – Mit Textblatt.

Herbert König, Der Uhu

„ Sobald die Tage anfangen sich merklich zu kürzen, reichlicher Thau Morgens die Fluren bedeckt und die wogenden Saaten in des Landmanns Scheune gebracht sind … sehen wir den Waidmann in der Morgenfrische mit dem Uhu auf dem Arm, welchen er mit einem Netze oder Tuche umwickelt hat, in’s Feld hinaus wandern … “

Angebots-Nr. 11.668 / EUR  65. (c. US$ 70.) + Versand


„ ich danke für die unbeschreiblich gut verpackte Sendung, die mich heute wohlbehalten erreichte, Sollten Sie mal wieder etwas von … haben, wäre ich für eine Benachrichtigung dankbar. Ebenso interessieren mich die Maler … Herzliche Grüße aus Hamburg “

(Herr A. W., 24. Oktober 2007)