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Kamele im 18. Jahrhundert

Johann Elias Ridinger, Kamele VI
aus der 6blättrigen Folge 16.026

Ridingers Kamele

Mit dem Augsburger

Johann Elias Ridinger, Kamele IV
aus der 6blättrigen Folge 16.026

Mord-Kamel

„ Nach dem Leben …

Johann Elias Ridinger, Kamele IV (Untertext)

da es hier in Augspurg zu sehen war gezeichnet “

Ridinger rettete dessen Führer das Leben !

— Erlebnisbericht quasi Erster Hand in Kopie beiliegend —

Johann Elias Ridinger

Ulm 1698 – Augsburg 1767

Sechs Tafeln Camele. 6 Blatt. Radierungen mit Kupferstich von Martin Elias Ridinger (1731 Augsburg 1780). Bezeichnet: No: I(-VI). / Johan[n] (I) bzw. Joh. El. Ridinger ad vivum del. / M. E. Ridinger sc. A(ug). V(ind). 31,2-32 x 20,8-21,6 cm.

Johann Elias Ridinger, Kamele IJohann Elias Ridinger, Kamele II

Thienemann + Schwarz 529-534; Weigel 16545 („alte jetzt nur selten vorkommende Abdrücke“, 1847!) + XXVIII, 26A, jeweils zzgl. der 2 Tafeln Büffel; Slg. Würtemberg 1794 (1843; „Selten“ und wie auch hier ohne die Büffel); Slg. Coppenrath 1553 (1889; „Treffliche Abdrücke mit breiten Rändern. Selten.“) + 1965 f. (1890; „Seltene Folge mit breiten Rändern.“ bzw. „Ohne Plattenrand, etwas fleckig.“, sämtlichs mit den Büffeln); Schlesische Ridinger-Slg. Boerner XXXIX, 1894 (1885; „Selten“); Th. Reich auf Biehla 134 (1894); Slg. Gg. Hamminger 1669 (1895; „Sehr seltene Folge in vorzüglichen Abdrücken“) + 1670 („zum Theil spätere Abdrücke“); Schwerdt III, 141; Gräfl. Faber-Castell 36 (1958).

Kamele und Dromedare in allen Stellungen, bepackt und unbepackt zeigend und – Tafeln I-IV – per 2-3zeiligem Untertext erläuternd:

„ Wahre Abschilderung eines beladenen Camels, beÿ einer Türckischen Caravane – Camel mit einem Höcker unbeladen, sonst auch Dromedar genant – Ein Camel mit 2. Höckern, wie solches in der Türckischen Barbereÿ Africa und Asien häufig gefunden wird … – Abbildung von einer andern Ansicht, (gezeichnet) nach dem Leben in unterschiedlichen Stellungen

da es hier in Augspurg zu sehen war … “

Letzteres  aber  hatte  es  in  sich . Im um 1773 postum abgeschlossenen Kolorierten Thier-Reich – verfügbar hier mit drei absolut excellenten Provenienzen als ein „ Herrliches (crème de la crème) Exemplar … In dieser Vollständigkeit und Erhaltung von allergrößter Seltenheit” – trat dieses Tier, geringfügig verändert, noch einmal ins Rampenlicht der Öffentlichkeit, bei welcher Gelegenheit die Ridingers im Textvorspann (Tl. I, Seite 22) zu Protokoll gaben:

„ Sie haben des Jahrs nur ein Junges und die meisten werden auch verschnitten, weilen sie in der Brunft=Zeit sehr unbändig und störrig sind.

Ich selbst (wohl Martin Elias) sahe einmal einen lebendigen Dromedar ,

zu Ende des Februarii, welches eben die Zeit ihrer Brunft ware, der sehr böse ware, so daß ihm sein eigener Führer nicht trauen durfte und ganz behutsam mit ihm umgehen mußte, denn es beisset gerne mit seinen starken Zähnen, oder

knieet auch mit sonderbarer Behendigkeit auf den Menschen ,

oder suchet ihn an die Wand hinzudrücken. Unser seliger Vater hatte Gelegenheit

dieses einstens hier in Augsburg zu sehen .

Dann da er solches abzeichnete ,

so wurde dieses Thier über seinen Herrn so erzürnet, weil er es mit öfterm niederknieen zu viel auf einmal ermüdete, daß es, nachdem er solches an seinen gehörigen Ort und in dem Verschlag zur Ruhe bringen und anbinden wollte, auf ihn hinknieete und ihn drückte, daß er, wie man sagt, schwarz und blau wurde und nicht mehr schreyen konnte.

Unser seliger Vater , der nur allein bey ihm ware ,

nahme hierauf eine ohngefähr daselbst befindliche Stange und stieße damit das Thier von hinten zu an das Gemächte, worauf es endlich seinen Führer loßließe

und er noch gerettet wurde . “

Tafeln V + VI schließlich mit Pauken- + Beckenschläger, stehend und liegend aus verschiedenen Blickwinkeln sowie beim Niedertun nebst etlichen Kopf-, Liege- und anderen Details. Kurz , eine um ihrer selbst aus jeglichem Blickwinkel geschaffene Folge.

Und bis heute so selten ,

daß in den 1990ern die derzeitige Ridinger-Sammlung welche tief in die Tasche griff, um die in ihrem Bestand noch fehlenden Folgen anstehender Kamele und der gleichfalls schon seit Jahrzehnten begehrten und ebenfalls darin vertretenen Affen-Suite durch Erwerb eines der beiden hiesigen Pompadour-Sammel-Bände der legendären Marjoribanks Folios Baron von Gutmanns (dessen persönliches Exemplar I der beiden römischen seines Ridinger-Katalogs [Schwarz] in ihrer elitären Unnahbarkeit hier aufliegend) zu erlangen.

Johann Elias Ridinger, Kamele IIIJohann Elias Ridinger, Kamele V

Typograph. („WANGEN“) + figürl. Wzz. – Mit feinem umlaufenden Rändchen um die Plattenkante. – Ohne die als Querformate schon äußerlich sichtlich abweichenden, wenngleich von Ridinger in die Numerierung einbezogenen, sich anschließenden beiden Tafeln Büffel. – I + II alt punktweise montiert, ansonsten verso Spuren früherer punktweiser Montage, die bei III + V jeweils in den Ecken als Braunflecke durchgeschlagen ist. Bl. II dito, doch geringfügiger und nur in den beiden Oberecken. Unbeschadet dessen

gleichmäßig schöne warmtonige Abdrucke

dieser ebenso reichen wie instruktiven + lokal-/verhaltensträchtigen Folge .

Angebots-Nr. 16.026 / Preis auf Anfrage

Folgen
Drei der vier Kamele
aus dem
Kolorierten Thier=Reich

Braunes Camel mit einem Höcker. Kolor. Radierung/Kupferstich. Bezeichnet: J. El. Ridinger sc. et exc. A.V. nebst Titel wie abgebildet. 31,3 x 21,1 cm.

Johann Elias Ridinger, Braunes Kamel

Thienemann + Schwarz 1036. – IM  RIDINGER’SCHEN  ORIGINAL-KOLORIT  des seit 1754 entstandenen und nicht vor 1773 endgültig postum abgeschlossenen, unnumerierten Kolorierten Thier-Reichs („Vollständige Exemplare sind fast unauffindbar“, so Weigel, Kunstkat., Abt. XXVIII, Ridinger-App. 63a als lediglich 120blätt. Torso, 1857 ! , doch auch nur schon Einzelblätter nur sehr selten am Markt, bei niemeyer’s derzeit gleichwohl das eine wie die andern). – Eine entgegen Ankündigung unkoloriert gebliebene Zweitausgabe von den nunmehr unter Fortfall selbst von Tieren verkürzten und ohne die Ridinger-Signatur anders betitelten, jedoch numerierten Platten erschien 1824/25 bei Engelbrecht/Herzberg in Augsburg.

„ Man siehet von diesen Thieren einige die weiß und andere die braun sind. In der Größe sind sie ebenfalls nach der Landesart von einander unterschieden … In Arabien werden sie wohl unstreitig am häufigsten erzogen, wiewohl es auch schon in der Europäischen Türkey und Tartarey einige giebt, besonders von diesen, die zwey Höcker haben … “

(Ridingers Söhne im hier in Kopie beiliegenden Textvorspann zu Tl. I, S. 21).

Mit Wz. C & I Honig, ähnlich Heawood 3346 + 3348, als jener festen holländischen Papier-Qualität, wie sie Ridinger entsprechend seiner Vorrede zu den Hauptfarben der Pferde

„wegen der feinen Illumination“ für die kolorierten Werke

verwandte, „weil es hiezu das anständigste und beste ist“.

Angebots-Nr. 15.955 / verkauft

Johann Elias Ridinger, Weißes Kamel

Weißes Camel. Wie zuvor. Bezeichnet: J. El. Ridinger fec. et exc. A.V. – Thienemann/Schwarz 1037.

Angebots-Nr. 15.956 / verkauft

Johann Elias Ridinger, Dromedar

Dromedar mit zweÿ Höckern. Hellockerfarbig, im Niederlegen nach links begriffen. Bezeichnet: J. El. Ridinger fec. et exc. A. V. – Thienemann 1035. – Instruktives Blatt .

Angebots-Nr. 15.957 / EUR  1100. / export price EUR  1045. (c. US$ 1196.) + Versand

„ Eine ganz gelungene Abbildung
dieses bei uns
selten zu schauenden Thieres “

Cameel Hirsch. Das amerikanische Guanaco Lama stehend nach links. Kolor. Radierung/Kupferstich von Martin Elias Ridinger (1731 Augsburg 1780). Bezeichnet: M. El. Ridinger =. 31 x 20,9 cm. – Thienemann + Schwarz 1038.

Johann Elias Ridinger, Guanaco Lama

„ Die Abbildung dieses Thieres haben wir abermals aus der Ludolfischen (Klein’schen) berühmten Sammlung durch die schätzbare Gewogenheit des Herrn Secret. Klein erhalten. Es ist ein besonders Geschöpfe und an dem wirklichen Daseyn desselben gar nicht zu zweifeln. Herr Geßner hat solches schon beschrieben und giebt Peru als das Vaterland desselben an … “

(Ridingers Söhne im Textvorspann zu Tl. I, S. 22, in Kopie beiliegend).

Mit dem für seine Sammlungen berühmten Jacob Theodor Klein („Plinius Gedanensium“, Königsberg 1685 – Danzig 1759; Danziger Stadtsekretär, später Direktor der von ihm mitbegründeten Danziger Naturforscher-Gesellschaft, Mitglied der Royal Society, London, und Ehrenmitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften in Sankt Petersburg; ADB XVI, 92 ff.) stand Ridinger in regem Kontakt und wurde von diesem auch für sein Thierreich-Unternehmen vielfältig unterstützt. Kleins von Linnés anatomischer Systematik überholter Klassifizierung nach Art und Zahl der Gliedmaßen folgend, tragen die Frühzustände einiger Blätter der Folge denn auch noch Referenzen zu dessen 1751er Quadrupedum dispositio brevisque Historia Naturalis, wie Thienemann für einige Tafeln bekannt und für verschiedene weitere per hier vorliegendem Komplett-Exemplar dokumentiert. Ridinger selbst hebt per Vorwort in seinen Dankesworten „insonderheit die ungemein schöne Sammlung des Herr P(rofessor). Klein

aus der Ludolphischen Verlassenschaft , welche lauter Original=Stücke enthält “

hervor.

„Eine ganz gelungene Abbildung dieses bei uns selten zu schauenden amerikanischen Thieres … Kopf, Hals, Füsse grösstentheils weiss, das Uebrige schön rostgelb … ein Lama , welches seit undenklichen Zeiten in Freiheit gefunden wird“ (Th.), „hat sich aber in Folge der Jagd sehr vermindert“ (Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., X [1889], 420/I). – Dreiseits 1,7-3 cm, unten 5 cm breitrandig.

Angebots-Nr. 15.903 / EUR  630. / export price EUR  599. (c. US$ 686.) + Versand

  1. „berühmtes Werk, welches der verdiente Naturforscher Jacob Theodor Klein in Danzig unter dem Titel: Quadrupedum Dispositio brevisque Historia Naturalis 1751 … herausgab. Er hatte es vermehrt und verbessert selbst ins Deutsche übersetzt, und sein Freund Gottfried Reyger gab es 1760 unter dem Titel heraus: J. Th. Klein’s Natürliche Ordnung und Vermehrte Historie der Vierfüssigen Thiere. Ridinger stand in genauer Verbindung mit Klein, wurde bei diesem (Thierreich-)Unternehmen vielfach von ihm unterstützt und richtete sich nach Klein’s System“ (Th., S. 200)

„ … Es  hat  mir  immer  Freude  bereitet , Ihre  sehr  anspruchsvollen  Ideen (JayAitchDesign) umzusetzen . Heute  kann  ich  Ihnen  sagen , daß  dieses  oftmals  unter  heftigem  Herzklopfen  geschehen  ist ! … Ihre … “

(Buchbindermeisterin I. M. H., im Juli 2013)