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Watteau - Nicolas-Henri Tardieu, Assis au près de toy
Nicolas-Henri Tardieu, Assis, au près de toy

Musikalische
Ostereier

Watteau + Jullienne

Ihr zauberhaftes Doppel-Porträt
als Dokument einer Freundschaft

Tardieu, Nicolas-Henri (1674 Paris 1749). Assis, au près de toy … Neben dir sitze ich, unter diesen lieblichen schattigen Bäumen. In schöner Parklandschaft mit einer den Freunden ihren Rücken zuwendenden weiblichen Statue im Hintergrund Watteau, stehend mit Palette in der erhobenen Linken und mit der Rechten auf den Malerstock gestützt, neben dem rechts von ihm sitzenden musizierenden (5sait. Bodeninstrument; Gamba/Kontrabaß/Violoncello ?) Tuchfabrikanten, Färber + Sammler Jullienne. Auf der Leinwand hinter ihnen eben diese sie umgebende Szenerie. Kupferstich nach Antoine Watteau (Valencienne 1684 – Nogent-sur-Marne 1721). (1731.) Bezeichnet: A. Watteau pinxit / Tardieu Sculp., ansonsten mit dem schönen Untertext

„ Assis, au près de toy,

sous ces charmans Ombrages, / Du temps, mon cher Watteau, je crains peu les outrages; / Trop heureux! si les Traits, d’un fidelle Burin, / En multipliant tes Ouvrages, / Instruisoient l’Univers des sinceres hommages / Que je rends à ton Art divin! “

und a Paris Avec Privillege du Roy. 42,9 x 31,3 cm.

Dacier-Vuaflart 3, III; Pierre Rosenberg + L.-A. Prat, Antoine Watteau / Catalogue raisonné des dessins, 1996, Frontispiz + Vergleichsabbildungen SS. 1000 f., 1092 f. + 1138 f.; Ausstellungs-Katalog Watteau 1684-1721 Washington/Paris/Berlin 1984/85, SS. 28, 39 f. + 362 ff. nebst Abbildungen sowie S. 398/I (Brotkügelchen-Bericht, s. o.); Thieme-Becker XXXII (Tardieu; 1938; „Neben Benoit Audran der bedeutendste Watteaustecher“), 444 (Watteau et Jean de Julienne, Hauptblatt); Nagler, Tardieu 63 (irrend als W. mit Tardieu; 1848); Niemeyer, Die fruchtbare Durchdringung – Watteau im Werke Ridinger’s, mit Abbildungen.

Auf schwerem Bütten mit Wz. Adler (D.-V. II, S. 85, Fig. 16). – Das Exemplar der Sammlung HW (Lugt 1388, nicht identifiziert, evt. dt. Porträt-Slg.) mit deren rückseitigem Monogramm-Stempel. – Mit rundum 1-4-1,8 cm breitem Rand, in diesem oben alte Reg.-Nr. (?) in Bister und zwei solchen weiteren in Farbstift verso unten rechts. – Zwei stecknadelspitzenfeine Löchlein rechts im Bild oberhalb der Staffelei.

Der „berühmte Stich“ Tardieu’s

(Ausst.-Kat.; „stach in einer … höchst malerisch wirkenden Manier, die dem silbrigen Farbencharakter Watteaus in vollendeter Weise gerecht wird “ [Th.-B.]) in größter Nähe zu Watteau’s Mezzetin in New York (1984/85er Ausstellungs-Kat. 49 nebst Farb- + Vergleichsabbildungen), doch unbeschadet des „pinxit“ mangels überlieferter direkter Vorlage vom Ausstellungs-Katalog noch mit Urheber-Fragezeichen versehen (Großabb. S. 28), um in der späteren Diskussion über die Person des Mezzetin für die Hypothese in den Zeugenstand gerufen zu werden, daß jener der bewährte Freund Jean de Jullienne (1686 Paris 1766) sein sollte:

„ Nun gibt es einen berühmten Stich , auf dem Watteau und Jullienne zu zweit zu sehen sind

Neben dir sitze ich …

Eine vergleichbare Statue, die aber unter einem anderen Winkel gesehen wird, bekleidet und nicht nackt ist, befindet sich (auch) im Hintergrund des New Yorker Gemäldes. Offensichtlich ist sie diejenige, die der Gitarrist mit seiner Musik und seinem Gesang rühren möchte, wodurch das Thema des Gemäldes klarer wird. Aber die Tatsache, daß sie auf dem Mezzetin und dem Stich ‚Neben dir sitze ich … ‘ dargestellt wird, der Punkt, daß Jullienne das Gemälde in New York (im Gegensatz zu allen anderen Ölen) sein Leben lang behalten hat, bringen uns zu der Hypothese, daß Watteau dieses Gemälde als allegorisches Porträt seines Freundes konzipierte und es ihm als Pfand seiner Freundschaft vielleicht in einem Augenblick anbot, in dem Jullienne … seiner zukünftigen Frau den Hof machte (Heirat 1720). “

Nichts würde mehr sein, wie es war. Aus dieser plausiblen neuen Sicht erwächst dem Tardieu-Blatt ein thematischer Zugewinn von Graden, potenzierend dessen Rang als zweifelsohne

eines der schönsten graphischen Freundschaftsblätter ,

gesucht und engagiert bezahlt bei seinen nur seltenen Marktauftritten.

Und, alles in allem, spricht eigentlich nichts für das übervorsichtige Urheber-Fragezeichen des Katalogs, sodaß das pinxit des zeitgenössischen Blattes Priorität genießen sollte. Es zeigt einen ganzen Watteau, atmet den unvergleichlichen Schmelz dieses „größte(n) Malers Frankreichs im 18. Jahrhundert und zugleich de(n) französischste(n)“ (Jahn, 1957). Und zeigt diesen gemeinsam mit dem nachhaltig wichtigsten der Freunde. Denn

„ Dank der Sammlung, die von ihm angelegt wurde (Recueil Jullienne, in dessen Bd. III hiesiges Blatt als Frontispiz figuriert), bleibt der Name des berühmten Kunstliebhabers für immer mit dem des Malers verbunden “

(Ausst.-Kat. S. 39). Wie das Blatt selbst, wie hier erstmals dokumentiert wurde, als von gleichem Geiste

Ridinger zu seinem Selbstbildnis im Walde vor der Staffelei inspirierte

(Th. XIX, 1). Denn aufs Kupfer übertragen wurde es erst postum von Martin Elias, seinem Ältesten. „Erneuernd das Angedenken“. Womit sich der Kreis schlösse.

Angebots-Nr. 15.276 / EUR  2300. / export price EUR  2185. (c. US$ 2360.) + Versand

Frans van Mieris, Frans van Mieris erhält in seinem Atelier Besuch

Mieris, Frans van (1635 Leiden 1681). Frans van Mieris erhält in seinem Atelier Besuch. Dieser das Bildnis auf der Staffelei betrachtend, der Meister mit der Palette danebenstehend. Vorne an den Tisch gelehnt ein Cello. Stahlstich von Albert Henry Payne (London 1812 – Leipzig 1902). Ca. 1840. Bezeichnet: F. v. Mieris pinx. / A. H. Payne sc., ansonsten in engl.-dt. wie vor. 20,2 x 12,8 cm. – Nach dem Dresdner Öl Naumann 12 (A Connoisseur in the Artist’s Studio) von um 1655/60.

Angebots-Nr. 11.844 / EUR  50. (c. US$ 54.) + Versand

Hogarth, William (1697 London 1764). Musick (sic!) Introduc’d to Apollo by Minerva.

William Hogarth, Musick Introduc'd to Apollo by Minerva

(Frontispiece to some book of music , or ticket for a Concert.)

Apollo mit Lyra, nach der zu ihm aufblickenden Minerva greifend. Diese mit Notenheft. Zwischen ihnen Mars mit einer Maske auf dem Küraß, Minervas Linke haltend. Kupferstich von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). Bezeichnet wie vor sowie mit Hogarth’s Datum 1727. Ca. 1805. Bildgröße 19,2 x 13,3 cm. – Innerhalb des dreiseits leicht randstockigen breiten weißen Plattenrandes geschnitten.

Angebots-Nr. 15.227 / EUR  68. (c. US$ 73.) + Versand

Schönberg, A(rnold). Gurrelieder. Führer (Kleine Ausgabe). Hrsg. von Alban Berg. (Wien,) Universal-Edition, vor 1933. 45, 3 (Arnold Schönbergs Werke in der Universal-Edition) SS. Mit Portrait-Frontispiz + zahlreichen Noten (SS. 19-45). OHeftung.

UNIVERSAL-EDITION 5275. – Dt. Übersetzung von Rob. F. Arnold. – Kleineinrisse am Rücken und im Oberrand des Rückumschlages säurefrei beigelegt, sonst schönes Exemplar.

Angebots-Nr. 13.253 / EUR  25. (c. US$ 27.) + Versand

Caspar Netscher, Sängerin

Netscher, Caspar (Heidelberg 1639 – Den Haag 1684). Die Sängerin. Begleitet von einem Kavalier mit Zupfinstrument. Stahlstich von Albert Henry Payne (London 1812 – Leipzig 1902). 3. V. d. 19. Jhdts. Signiert, bezeichnet. 19,7 x 13,2 cm.

Angebots-Nr. 8.651 / EUR  50. (c. US$ 54.) + Versand

Zeitgenössisch komponierte Händel
Dryden’s berühmte Oden an die Heilige Cäcilie :
1736 das Alexanderfest oder Die Macht der Töne
und zum Namensfest 1739 die Cäcilien-Ode
als Hommage für die

Patronin der Musik

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). S. Cæcilia. Dreiviertelfigur der dem Betrachter zugewandten Hl. Cäcilia in reichem Gewand und turbanartigem Kopfschmuck, hier mit der Harfe als seltenerem Attribut, verziert mit Märtyrerin-Palmwedel + Engelskopf. Neben ihr ein die Noten lesender nahezu unbekleideter sympatischer junger Engel. Schabkunstblatt. Bezeichnet: Ioh. El. Ridinger excud. A. V., ansonsten, in der oberen Kavität der großen Muschel-Kartusche im Unterrand, wie vor. 51,2 x 38,8 cm.

Johann Elias Ridinger, St. Cäcilie mit der Harfe

Stillfried (1876) 1420. – Nicht bei Thienemann (1856) und mit Ausnahme von Gräflich Faber-Castell (1958) hier auch anderwärts nicht nachweisbar. – Schwarz (Slg. Baron von Gutmann, 1910) unbekannt gebliebene Format-Variante, der im Zweifel ob des von Stillfried im 3. Th.-Nachtrag genannten – und anstehendenfalls nunmehr bestätigten – Formates unter gleicher, doch mit Fragezeichen versehener Position sein 61,5 x 49,5 cm messendes Exemplar verzeichnet. – Alt per Eckmontage auf besonders breitrandiges schweres Bütten aufgelegt, welches an zwei Außenrändern angebräunt ist. – Unten mit durchgängig feinem Papierrändchen, an den Seiten ein solches stellenweise unterbrochen, oben auf Plattenkante geschnitten.

Das reiche Blatt in seltenerer Komposition

im druck- und erhaltensmäßig herrlichen Exemplar

einer qualitätvollen Sammlung von in allen Partien nuanciert leuchtendem Hell-Dunkel. Und solchermaßen von ganz außerordentlicher Seltenheit nicht allein am Markt, wie oben belegt, sondern auch generell. Bezifferte doch schon 1675 der Praktiker von Sandrart „saubere Abdrucke“ der samtenen Schabkunst auf nur etwa „50 oder 60“ (!). „(H)ernach aber schleift (das Bild) sich bald ab, weil es nicht tief ins Kupfer gehet“. Entsprechend denn 1856 Thienemann :

„ Die Schwarzkunstblätter sind im Handel fast gar nicht mehr …zu bekommen … und (deren) bei Weitem größten Theil … (habe ich) allein (im Kupferstichcabinet Dresden) gefunden. “

Nicht einmal dort denn aber auch das hier vorliegende , das erst 20 Jahre später Graf Stillfried bekannt und von ihm beschrieben wurde !

Insbesondere im 17. und 18. Jahrhundert als

„ Feiertag der Musik “

mit Gottesdiensten und eigens komponierten Konzerten begangen, gilt der 22. November dem kirchlichen Gedächtnis dieser edlen Römerin des 3. Jahrhunderts. So vertonte denn auch Georg Friedrich Händel für die Feierlichkeiten 1739 John Drydens (1631-1700) als ein Meisterwerk englischer Dichtung geltenden 1687er Song for St. Cecilia’s Day. Und verband die Uraufführung dieser Cäcilien-Ode im Londoner Lincoln’s Inn Fields Theatre überdies mit einer Neuaufführung seines knapp vier Jahre älteren Oratoriums Alexander’s Feast als Vertonung von Drydens wiederum zum Cäcilientag 1697 veröffentlichtem Alexander’s Feast – or the Power of Musick –; an Ode wrote in Honour of St. Cecilia aus bereits 1692.

Dramatisierend die von Plutarch überlieferte Episode auf dem Fest nach der Eroberung von Persepolis 330 v. Chr., als Timotheus Alexander den Großen durch Gesang und Musik bewegt, die Stadt aus Rache an den besiegten Persern niederbrennen zu lassen. Kulminierend aber schließlich in der Lobpreisung Cäcilies: zwar vermochte der vorchristliche Sänger, einen Sterblichen in den Himmel zu erheben, doch einen Engel hinabzuziehen blieb der die bisherigen musikalischen Grenzen ausdehnenden Cäcilie vorbehalten:

Enlarg’d the former narrow bounds,
And added length to solemn sounds,
With Nature’s mother-wit, and arts unknown before.
Let old Timotheus yield the prize,
Or both divide the crown;
He rais’d a mortal to the skies,
She drew an angel down.

Von der Legende zur Erfinderin der Orgel gemacht, ist sie indes ganzjährig und über die Konfessionen hinaus die Patronin der Musik, insonderheit der Kirchenmusik. Und noch 1942 verehrte Benjamin Britten sie mit der Hymn to St. Cecilia erneut. Hier denn

MIT DEM SELTENEREN ATTRIBUT DER HARFE

als zugleich jenem bis dato unüblichen Instrument, das Händel in Alexander’s Feast einführte. Wie die Laute in der Ode.

Angebots-Nr. 28.402 / EUR  1738. / export price EUR  1651. (c. US$ 1783.) + Versand

Cornelis Bega, Lautenspielerin

Bega, Cornelis (1631/32 Haarlem 1664). Die Lautenspielerin. Stahlstich von Albert Henry Payne (London 1812 – Leipzig 1902). 3. V. d. 19. Jhdts. Signiert, bezeichnet. 17,5 x 13,1 cm.

Angebots-Nr. 11.858 / EUR  50. (c. US$ 54.) + Versand

Beethoven, Ludwig van. Sonaten für das Pianoforte solo. Erste vollständige Gesammtausgabe unter Revision von Franz Liszt. Bd. I: Sonaten 1-18, Œuvre 2-31. Wolfenbüttel, L. Holle, o. J. (ca. 1847?). Gr.-4° (34,5 x 27 cm). 2 unnum. Bll. Gesamttitel, 286 (st. ca. 290) SS. Brauner HLdr.-Bd. d. Zt. mit marmor. Deckelbez. in Grün-Schwarz nebst kl. Ldr.-Ecken.

LUDWIG VAN BEETHOVEN’S SÄMMTLICHE COMPOSITIONEN / Erste vollständige Gesammtausgabe unter Revision von Franz Liszt, Abt. I, Bd. I (von 2, letzterer die Sonaten 19-32 [Œuvre 49-111] + 33-36 enthaltend). – Erschienen heftweise in Co-Produktion mit Augener, London, Bohné, Paris, Hagen, New York, sowie, später, weiteren mehr. – Jedes der 18 Hefte mit eigener Titelseite, wiederholend zugleich den Gesamtinhalt aller 36 Hefte.

Aus Vorbesitz Gerhart Güntert, Sigmaringen, wohl des dortigen Musikers zu Anfang des 20. Jhdts., mit dessen stilisiertem Besitzeintrag auf Vorsatz sowie wiederholend „G. Güntert / 11.5.24“ auf Titelseite von Heft 13.

Fehlend das Porträt-Frontispiz und von Heft 18 (Sonate Nr. 3 Es-dur aus Œuvre „31 ou 29“) das Eingangsblatt mit Titelseite + Beginn und mutmaßlichen ein/zwei Blatt Schluß als abbrechend Seite 16.

Teils leicht stockfleckig und/oder (teils auch stark) gebräunt. – Seiten 3, 5 + 7 von Heft 3 mit transparenter alter Klebung eines 16,5 cm tiefen Oberrandeinrisses. SS. 3/4 von Heft 12 mit unauffälliger transparenter Klebung eines 6,5 cm langen Unterrandeinrisses. – Gesamthaft patinabehafteter Band, doch mit dem Flair seiner Frühe. Und der Liszt’schen Herausgeberschaft als dem „Begründer einer neuen Epoche des Klavierspiels und … des Stils der Klaviermusik“ (Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., X [1889], 832).

Und es war der erst 34jährige Franz Liszt , der das hochrühmliche Errichtungs-Comité bis hin zu Bankier Mertens-Schafhausen beschämte und die Gesamtkosten des 1845 schließlich errichteten Bonner Beethoven-Denkmals garantierte. Erinnert sei in diesem Zusammenhang an dessen 11jährig von Beethoven empfangenen Weihekuß, zeitlebens empfunden als das „Palladium für meine ganze Künstlerlaufbahn“. Siehe Kerst, Die Erinnerungen an Beethoven, 1913, II, Seiten 57 f.

Ludwig van Beethoven, Sonate c-moll (Pathetique)

Heft 8 übrigens mit Œuvre 13 , Sonate (pathétique) C-moll , gewidmet Fürst Carl von Lichnowsky. – In der Regel vorkommend nur die um 1860 ebda. erschienene von W. Stolze durchgesehene und von Ignaz Moscheles hrsg. stereotype Zweitauflage.

Angebots-Nr. 16.096 / EUR  148. (c. US$ 160.) + Versand

Caspar Netscher, Klavierspielerin

Netscher, Caspar (Heidelberg 1639 – Den Haag 1684). Die Clavierspielerin. Einen Kavalier begleitend. Stahlstich von Albert Henry Payne (London 1812 – Leipzig 1902). 3. V. d. 19. Jhdts. Signiert, bezeichnet. 19,2 x 13 cm.

Angebots-Nr. 11.851 / EUR  50. (c. US$ 54.) + Versand

„ … aber leider ! “

Hogarth, William (1697 London 1764). Rehearsal of the Oratorio of Judith. Kupferstich von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). Ca. 1800. Bezeichnet wie vor sowie im Bild: Judith: an Oratorio; or sacred drama by. 19,5 x 17,2 cm.

William Hogarth, Chorprobe/Singprobe (Cook)

Hauptfigur dieses köstlichen Blattes ist der seinerzeitige Kapellmeister Wilhelm von Fesch, der hier mit dem Chor sein Oratorium Judith – mit dem Text von William Huggins, beide nicht erst heute längst vergessen – einübt.

„ Hogarth … hat allen Gesichtern … so viel sprechendes beigelegt, daß man nicht einen Augenblick bezweifeln kann, wie angelegen es sich alle sein lassen, die Zufriedenheit und den Applaus des Publikums zu erringen … aber leider! “

(Lichtenberg).

Diente als Subscriptionsschein für das unsterbliche Herren-Sujet A Midnight Modern Conversation. – Sehr schöner Abdruck auf festem Papier. – Im weißen Oberrand schwacher Wasserstreifen, links und unten innerhalb des breiten Plattenrandes geschnitten. – Cook „machte sich auch einen Namen als Hogarth-Stecher“ (Thieme-Becker).

Angebots-Nr. 7.549 / EUR  118. (c. US$ 127.) + Versand

William Hogarth, Rehearsal of the Oratorio Judith (Die Singprobe; Riepenhausen)

– – – Dasselbe in Kupferstich von Ernst Ludwig Riepenhausen (1765 Göttingen 1840, Univ.-Kupferstecher ebda.). 20,3 x 18,4 cm. – Riepenhausens Stiche nach Hogarth („sehr schätzbar“, Nagler) zählen zu seinem Hauptwerk und werden nicht zuletzt der Seitenrichtigkeit wegen den Hogarth’schen Kupfern teilweise sogar vorgezogen. – Schöner früher Abdruck mit leichtem Plattenton.

Angebots-Nr. 5.949 / EUR  95. (c. US$ 103.) + Versand

William Hogarth, Rehearsal of the Oratorio Judith (Die Singprobe; Lithographie)

– – – Dasselbe in Lithographie. (1833/36.) Der Chor. Bezeichnet wie vor, oben rechts irrig „64.“. 22,5 x 15,1 cm. – Ganz herrlich kontrastreicher Abdruck mit ausführlichem Untertext à la Lichtenberg in Deutsch. – Mehr …

Angebots-Nr. 5.950 / EUR  86. (c. US$ 93.) + Versand

Pu-Quà Flötenhändler
Pu-Quà, Ein Flötenhändler
Pu-Quà Tambourinschläger
Pu-Quà, Ein Tambourin-Schläger

Pu-Quà. Ein Flötenhändler. Er trägt seine Ware in einem über der rechten Schulter hängenden Doppelsack, während er zwecks Anlockens der Kundschaft selbst auf einer spielt. Kolor. Punktierstich von J. Dadley (tätig vor 1797 – nach 1803). Bezeichnet: Pu-Quà. Cantòn. Delin. / Dadley. London. Sculpt. 26,1 x 22,7 cm.

Lt. Lipperheide Le 21 Nachstich um 1810 nach Dadley’s Kupfer von 1799 (Lipperheide Le 17). – Mit Erläuterungsblatt in deutsch-franz. Paralleltext.

„ Die Flöten, deren man sich in China bedient, sind gegen zwei und einen halben Fuß lang, und haben zwölf Löcher. Sie werden aus einer Art von Bambusrohr gemacht, und geben einen sanften und angenehmen Ton von sich. “

Angebots-Nr. 14.608 / EUR  118. (c. US$ 127.) + Versand

Pu-Quà. Ein Tambourin-Schläger. Kolor. Punktierstich von J. Dadley wie vor. – Mit Erläuterungsblatt in deutsch-franz. Paralleltext.

„ Die Chinesen haben verschiedene trommelartige Instrumente; aber keines von ihnen lässet so vielen Gebehrdenspiel, so viel Handlung und so mancherlei Stellungen zu, als das Tambourin, ein Instrument, worauf kein Europäer mit ihnen um den Vorzug streiten kann. “

Angebots-Nr. 14.615 / EUR  118. (c. US$ 127.) + Versand

David Teniers II, Concert

Teniers II, David (Antwerpen 1610 – Brüssel 1690). Das Concert. Bauernstube mit Geigenspieler und trinkendem Paar, dessen Frau – von Älterer heimlich beobachte – einen Brief liest. Stahlstich von William French (ca. 1815 – East Grinstead 1898). 3. V. d. 19. Jhdts. Signiert, bezeichnet. 18,5 x 12,9 cm.

Angebots-Nr. 5.638 / EUR  50. (c. US$ 54.) + Versand

Mit Händel am Cembalo

Händel – Hogarth, William (1697 London 1764). A Musical Study. Kleine Gesellschaft mit linksseits Handel (Rückenansicht) at the Harpsichord. Ferner der italienische Kastrat Farinelli nebst Mrs. Fox Lane, künftiger Lady Bingley. Kupferstich von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). Bezeichnet: Hogarth pinx. / T. Cook sc. / Published by Longman, Hurst, Rees & Orme, Nov. 1st. 1809., ansonsten wie vor + from an original Painting in the possession of Mr. Nichols. Bildgröße 18,1 x 13,8 cm.

William Hogarth, A Musical Study (Händel)

Cook „machte sich auch einen Namen als Hogarth-Stecher“ (Thieme-Becker), hat anstehendes Sujet aber wohl erstmals in seiner seiner Folio-Ausgabe folgenden kleinen Ausgabe der Jahre 1806/09 verarbeitet. – Innerhalb des breiten weißen Plattenrandes geschnitten und hier dreiseits leicht angebräunt.

Angebots-Nr. 15.315 / EUR  118. (c. US$ 127.) + Versand

David Teniers II, Dudelsackpfeifer

Teniers II, David (Antwerpen 1610 – Brüssel 1690). Der Dudelsackpfeifer. Hinter ihm an einem Tisch sitzender Landmann, mit Vergnügen einen Brief oder ein Schriftstück lesend. Stahlstich von William French (ca. 1815 – East Grinstead 1898). 3. V. d. 19. Jhdts. Signiert, bezeichnet. 16,8 x 11,8 cm. – Im breiten Rand etwas stockig.

Angebots-Nr. 6.770 / EUR  50. (c. US$ 54.) + Versand

„ Dem Instrument
gebührt der Vorzugs=Preiss
vor allen “

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Das vollstim(m)ig reizende Clavezin. Aus dem Bild herausschauende reich drapierte junge Dame beim vom eigenen Gesang begleiteten Cembalo-Spiel. In einem nach Art der Niederländer mit Bodenfliesen ausgelegten Gartenzimmer unter weit hochgerafftem schweren Vorhang am offenen Ausgang zum Park, aus dem des Meisters Cypressen grüßen. Rechts im Bild zweiter hoher Stuhl, reich bedeckt von weiterem Vorhang, worauf ein geöffnetes Notenbuch liegt. Schabkunstblatt. Bezeichnet: Ioh. Elias Ridinger excud. Aug. Vindel., ansonsten wie vor und nachfolgend. 51,7 x 42,2 cm.

Provenienz

Gräflich Faber-Castell

deren Ridinger-Versteigerung 1958
mit deren Lot-Nr. 98
auf dem Untersatzkarton

Radulf Graf zu Castell-Rüdenhausen

(1922-2004)

Thienemann + Schwarz (Bd. I, Tafel XLV) 1254; Gräflich Faber-Castell (1958) 98.

Nicht  bei Weigel, Kunstlager-Catalog I-XXVIII (1838/57) , Schlesische R.-Slg. bei Boerner XXXIX (1885) , Slg. Coppenrath (1889 f.) , Slg. Reich auf Biehla (1894) , Slg. Georg Hamminger (1895) , Helbing XXXIV (Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger; 1900), Rosenthal, Ridinger-Liste 126 (1940) . – Dt.-lat. Untertext.

Johann Elias Ridinger, Cembalo

„ Dem Instrument gebührt der Vorzugs=Preiss vor allen ,

Weil alle Stim(m)en man auf selbem bringt hervor ;
Auch wan(n) man spielt allein , so bringt doch sein erschallen ,
Ein recht entzückendes Vergnügen Herz und Ohr . “

„ Als Vermittler musikalischen Gedankenguts par excellence ist das Cembalo für die Zeit, die uns hier beschäftigt (1. V. d. 18. Jhdts.), das, was die Laute Mitte des 17. Jahrhunderts war. Das Cembalo ist ein ‚Melodie- und Harmonieinstrument‘, dessen Saiten angeschlagen werden, indem man auf die Tasten einer Klaviatur drückt … “

(Florence Gétreau, Watteau und die Musik, in Margaret Morgan Grasselli und Pierre Rosenberg, Watteau 1684-1721, 1984/85, S. 538).

Das bildlich und thematisch sehr reizvolle seltene große Blatt ,

beschädigungshalber – die mittig weitgehend geglättete Mittelfalte an den Seiten eingerissen bei namentlich links längerer feiner Bruchspur, zwei kleine Rißspuren in Quetschung im Rand oben rechts, wenig störend gequetscht auch die linke Oberecke; minimale Buchstabenfehlstelle im linken Außentext, Schadstellen im umlaufend schmalen weißen Papierrand – mittels drei verschiedener Papiere komplett hinterlegt. Die sehr schöne samtene Druckqualität optisch von einer ganzen Reihe stippenhafter Löchlein bedingt gemindert, zwei fleckige Stellen möglichen Leimdurchschlags im rechten Bildrand hingegen kaum auffallend.

„ Die Schwarzkunstblätter sind im Handel fast gar nicht mehr

… zu bekommen … sämmtliche von und nach Joh. El. Ridinger gefertigte (sind) so selten, dass sie fast nur in einigen öffentlichen, grossartigen Kupferstichcabineten zu finden sind. Ich habe die meisten der beschriebenen nur in dem berühmten Dresdner Cabinet angetroffen … “

(Thienemann, 1856, Seiten VIII + 270).

Denn nach Urteil des Praktikers Sandrart (1675) ermöglicht die sich technisch bedingt extrem schnell abnutzende Schabplatte nur 50-60 gute Abdrucke.

Angebots-Nr. 14.950 / EUR  530. / export price EUR  504. (c. US$ 544.) + Versand

Pieter van Slingelandt, Musikprobe

Slingelandt, Pieter van (1640 Leiden 1691). Die Musikprobe. Mit Hündchen im Arm und von einem jungen Verehrer geneckt. Auf dem Stuhl die Violine nebst Bogen, auf dem Boden Noten. Stahlstich von Albert Henry Payne (London 1812 – Leipzig 1902). 3. V. d. 19. Jhdts. Signiert, bezeichnet. 18,9 x 13,1 cm.

Angebots-Nr. 11.852 / EUR  50. (c. US$ 54.) + Versand

Erstmals veröffentlicht
und letztlich unverzichtbar für die Werkbeschäftigung

Schoenberg, Arnold. Briefe (von 1910–1951). Ausgewählt u. hrsg. v. Erwin Stein. Mainz, Schott, (1958). Gr.-8°. 309 SS., Impr., 1 Bl. Vlgsanz. zu Schoenberg. Mit aufmont. Porträt von Man Ray, Autograph- und vereinzelten Notenabbildungen. Blauer OLwd.-Bd. mit gebrauchsspurigem OSchutz.-Umschlag.

„ Das Erscheinen dieser Briefsammlung ist … ein Ereignis. Schoenberg bezeichnet seine Briefe selbst als ein Stück von sich, und hier werden erstmals, sieben Jahre nach seinem Tode, die entscheidenden Briefe … veröffentlicht. Sie geben Zeugnis von der historischen Bedeutung dieses Musikers und Menschen, des Initiators der Zwölfton-Technik und damit einer kompositorischen Wende …

Es sollte die letzte Arbeit (des Schülers und Freundes Erwin Stein) sein, die er für den Meister und die Musikwelt geleistet hat “

(Klappentext). – Englische Briefe nach 1933 in deutscher Übersetzung.

Angebots-Nr. 13.342 / EUR  76. (c. US$ 82.) + Versand

Wartburg

Sängerkrieg auf der Wartburg

Wartburg – Illustrationen für die Zigarrenkiste oder Pfeifentabak eines Hamburger oder Bremer Tabakverarbeiters. 3 Blatt auf Karton. Ca. 1920. Mit hs. Reg.-Nrn. C 454, a-c.

  1. Malerische, detailreiche Endfassung als weiträumige Schloßanlage auf bewaldeter Kuppe einschließlich des Turmes am Zwinger, doch nicht mehr mit dem Torturm der Zugbrücke. Feder- und Pinselzeichnung in verschiedener Braunschattierung und in feinem Kontrast zur lichten Haufenbewölkung bei goldgeprägter Einfassung, unten in Doppellinie mit schwarzer Innenkante. 103 x 155 mm.

  2. Lyra in Goldprägung auf Rosenbukett als Anspielung auf den Sängerkrieg

    vor der Hofburg auf der als Tabaksblatt oder auch Wolke gestalteten Bergkuppe. Hinter allem die Strahlen der aufgehenden Sonne. Pinsel + Feder in Braun. 70 x 120 mm.

  3. Hofburg nebst Zwingerturm auf bewaldeter Höhe unter Haufenwolken. Bleistift mit Dreifacheinfassung in Gold + Schwarz. Entwurfskizze zu a) mit vorgesehenem Schriftfeld oben. 120 x 107 mm.

Sehr reizvoller Blick über des Künstlers Schulter —

und besonders reizvoll präsentiert unter gemeinsamem Passepartout .

Angebots-Nr. 28.912 / EUR  450. / export price EUR  428. (c. US$ 462.) + Versand

» Karriere stellt sich ein , wenn man die Musik liebt .

Und wenn die Karriere nicht kommt ,

ist das auch nicht schlimm .

Weil du ja die Musik liebst «

Lazar Berman

„ Gehört zum Ensemble der Beggar’s Opera “

Hogarth, William (1697 London 1764). The Enraged Musician. Der ob der Vielzahl der vor seinem Fenster agierenden Straßenhändler erzürnte italienische Geiger. Kupferstich von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). Bezeichnet: Designed by Wm. Hogarth / Engraved by T. Cook / Published August 1st. 1797 by G. G. & J. Robinson Paternoster Row, London., sonst wie vor. 35,9 x 41,3 cm.

Eines der schönsten Hogarth–Sujets

William Hogarth, Enraged Musician

mit dem Geiger im Fenster

und der Mischpoke davor, doch im übrigen

„ den Stilstreit zwischen Händel und der Bettler-Oper (herabschraubend, denn:) der ‚ernste Musiker’, von Marktschreiern gestört, gehört hier zum Ensemble der Beggar’s Opera “

(FAZ 26. 9. 1978 nebst Abbildung; siehe auch die des Hogarth-Katalogs Zürich, 1983, Nr. 41). So kündigt das Plakat am Fenster denn auch die 62. Aufführung von Gay’s berühmtem Stück an und nennt die Besetzung für Macheath (Mr. Tom Walker), Polly (Miss Lavinia Fenton) und Peachum (Mr. John Hippisley). Und passend darunter singt eine das Baby wiegende Dame The Ladies Fall. Ansonsten vereint „die lieblichsten der sogenannten London cries … : ein Kehrichtsammler … hinter ihm bietet ein Fischer seine Butten (flounders) … feil … eine Schönheit vom Lande schreit im schärfsten Discant ihre Milch aus … Außerdem wetzt ein Scherenschleifer das breite Hackmesser eines Schlächters … “ (Lichtenberg). Doch auch ein Postillion weiß sich bemerkbar zu machen.

Unbeschadet ihres von Lichtenberg unterstellten abschreckenden Diskant ist indes die die Gruppe durch Haltung wie Blickrichtung aus dem Bild heraus auf den Betrachter dominierende

„ … elegante Figur einer jungen Frau mit einem Milchkübel auf dem Kopf … ein weitere(s) Beispiel von Hogarth’s Ideal von Schönheit, ‚das blühende junge Mädchen von fünfzehn Jahren‘, das ‚den steinernen Eigenschaften einer Venus‘ vorzuziehen ist “

(David Bindham, Hogarth and his Times, Nr. 71).

Anstehendes Sujet im übrigen zusammen mit der leicht veränderten 1740er Zweitfassung des Dichters in der Not sowie einer zwar angekündigten, doch nicht ausgeführten Szene aus dem Leben eines Malers als Teil einer Folge gedacht gewesen.

Herrlicher Abdruck von schönster Hell-Dunkel Wirkung

auf festem Papier. – Cook „machte sich auch einen Namen als Hogarth-Stecher, dessen vollständiges Werk er … nachgestochen hat“ (Thieme-Becker) und dessen Ursprungsformat er im Gegensatz zu allen späteren Hogarth-Ausgaben in seiner ersten, früheren Ausgabe beibehielt. Für einige von Hogarth nicht selbst veröffentlichte Blätter wurde Cook zu deren Erststecher, wie er denn auch den Beifall eines zeitgenössischen Kenners wie Maximilian Speck von Sternburg fand.

Angebots-Nr. 14.707 / EUR  760. / export price EUR  722. (c. US$ 780.) + Versand

– – – Dasselbe in Hogarth’s eigenem Kupferstich. Bezeichnet: Design’d, Engrav’d & Publish’d by Wm. Hogarth Novbr. the 30th. 1741. According to Act of Parliament, Titel wie oben. 36,4 x 40,8 cm.

Nagler 25. – Abdruck auf besonders festem Papier von der vom kgl. Kupferstecher James Heath (1757 London 1834) um 1822 überarbeiteten Platte („Selbst diese Abzüge sind heute aber relativ selten geworden“, Kunstgalerie Esslingen 1970; und Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., VIII [1888], 625: „Eine schöne Ausgabe“, geschätzt auch schon von zeitgenössischen Sammlern vom Range etwa eines A. T. Stewart [Catalog of the Stewart Collection, New York 1887, 1221, „fine plates“]).

Angebots-Nr. 14.708 / EUR  380. / export price EUR  361. (c. US$ 390.) + Versand

William Hogarth, Enraged Musician (Riepenhausen)

– – – Dasselbe in Kupferstich von Ernst Ludwig Riepenhausen (1765 Göttingen 1840, Univ.-Kupferstecher dortselbst, Freund Gottfried Aug. Bürger’s [„… wurde Bürgers ‚Münchhausen‘ das letzte deutsche Volksbuch“, Laaths, Geschichte der Weltliteratur, 1953]). Bezeichnet: 47. / W. Hogarth inv. , Titel wie oben. 19,3 x 29,2 cm.

RIEPENHAUSEN’S STICHE NACH HOGARTH ( „sehr schätzbar“, Nagler ) zählen zu seinem Hauptwerk und werden tlw. den Hogarth’schen Stichen vorgezogen. Hier in Abdruck um 1850 auf besonders festem Papier. – Minimale Schabspur in der Himmelspartie links vom Kirchturm des Hintergrunds. – Mehr …

Angebots-Nr. 14.712 / EUR  240. (c. US$ 259.) + Versand

Gerard Dou, Geigenspieler

Dou, Gerard (1613 Leiden 1675). G. Dow (recte Der Geigenspieler). Im Fenster stehend, mit Durchblick auf Staffelei im Hintergrund. Stahlstich von William French (ca. 1815 – East Grinstead 1898). 3. V. d. 19. Jhdts. Signiert, bezeichnet. 19,5 x 12,8 cm. – Nach Martin kein Selbstbildnis.

Angebots-Nr. 8.649 / EUR  50. (c. US$ 54.) + Versand

Circular zur Regulierung der Spielgrafen (Salzburg 3. Feb. 1804)

Decret in Moll

Circular der kurfürstl. Landesregierung Salzburg vom 3. Februar 1804 betreffend die Aufhebung der Patente der Spielgrafen zwecks unverzüglich zu erfolgender „Regulirung des Spielmannsgewerbes“. O. O. + Dr., (1804). Kl.-Fol. 1 S. Mit gedr. Unterschriften des Freiherrn von Moll als Direktor und des Sekretärs v. Frohn (wohl Friedrich von Frohn).

RAHMUNGSSCHÖNER EINBLATTDRUCK auf 3seits unbeschnittenem Bütten. – Hs. zeitgenöss. Inv.-Nr. 148 im breiten Rand unten links.

Carl Ehrenbert von Moll (Thalgau 1760 – Augsburg 1838) war seit 1790 Direktor der Salzburger Hofkammer, seit 1791 des Salz-, Münz- und Bergwesens. Im Zuge der Säkularisation Ende 1803 zum Regierungsrat ernannt, legte er indes bereits im Folgejahr seine Ämter nieder und trat im Dezember 1804 in bayerische Dienste. Daneben reiche Tätigkeit als Naturforscher mit umfangreicher Mineraliensammlung, Herbarium sowie einer 80000 Bände umfassenden Bibliothek, von denen er 1824 50000 an die Moskauer Universitätsbibliothek und weitere 20000 an das Britische Museum veräußerte. Im übrigen aber war

„ Die musikalische Literatur jener Epoche … ihm sehr geläufig … Er verehrte Händel, Bach, Mozart und Beethoven; sein Liebling aber war Jos. Haydn, dessen heitere und humoristische Muse dem eigenen Wesen am meisten entsprach “

(Carl Friedrich Philipp von Martius, Akademische Denkreden [1866], S. 111).

Angebots-Nr. 10.755 / EUR  65. (c. US$ 70.) + Versand

Bernardo Strozzi, Lautenspieler

Strozzi, Bernardo (gen. il Cappuccino, Genua 1581 – Venedig 1644). Der Lautenspieler. Halbfigur. Auf dem Tisch das Notenbüchlein. Stahlstich von Albert Henry Payne (London 1812 – Leipzig 1902). 3. V. d. 19. Jhdts. Signiert, bezeichnet. 17,4 x 12,1 cm.

Angebots-Nr. 11.853 / EUR  50. (c. US$ 54.) + Versand

Vom Autor signiert

Die Luxus-Ausgabe

der englischen Erstausgabe auf Van Gelder

in nur 55 Exemplaren

Beethoven – Rolland, Romain. Beethoven the Creator. The Great Creative Epochs. I: From the Eroica to the Appassionata. Aus dem Französischen v. Ernest Newman. London, Victor Gollancz, 1929. 2 Bde. Gr.-8°. Mit Holzstich-Illustrationen und 30 Tafeln. 432 SS. OLwd.-Bde. (Rücken stockfleckig) in zeitspur. Schuber.

Erste englische Ausgabe, ein Jahr nach der französischen, des 2bändigen 1. Teils (wohl alles) von Rolland’s „Les grandes époques creátives“, dessen gleichfalls 2bändiger 2. Teil „Le chant de la résurrection. La Messe solennelle et les dernièrs sonates“ erst 1937 erschien und offenbar keine Fortsetzung in anstehender englischer Ausgabe fand. Im BMC (heute British Library Catalogue) nur vorliegender 1. Teil und auch nur als eines von 55 Exemplaren wie hier. – Mit 168 Seiten Appendix ! – Auf handgeschöpftem schweren, herrlich frischem Van Gelder-Bütten .

Angebots-Nr. 15.447 / EUR  1380. / export price EUR  1311. (c. US$ 1416.) + Versand

David Teniers II, Teniers mit seiner Familie

„ Sokrates , treibe Musik ! “

Teniers II, David (Antwerpen 1610 – Brüssel 1690). Teniers mit seiner Familie. Das Cello streichend, die Familie mit Liederbüchern hinter ihm sitzend. Auf dem Tisch Klarinette nebst Noten. Zur Rechten eine große Kühlschale mit zwei Flaschen, auf der Mauer im Hintergrund eine Meerkatze. Stahlstich von W. French (ca. 1815 – East Grinstead 1898). 3. Viertel des 19. Jhdts. Bezeichnet: Museum in Berlin / D. Teniers d. J. pinxt. / W. French sc., ansonsten wie vor in deutsch + englisch. 14,5 x 17 cm.

Angebots-Nr. 11.842 / EUR  50. (c. US$ 54.) + Versand

William Hogarth, Beggars Opera

The Beggars Opera

Hogarth, William (1697 London 1764). The Beggars Opera. John Gay’s unsterblich gebliebene Bettler-Oper – Act III, Scene 11 – in John Rich’s Uraufführung von 1728 vor ausverkauftem Hause. Kupferstich. Bezeichnet: Design’d by W. Hogarth., Titel wie vor. 25 x 28 cm.

Mit Untertext. – Abdruck von der vom kgl. Kupferstecher James Heath (1757 London 1834) um 1822 überarbeiteten Platte („Selbst diese Abzüge sind heute aber relativ selten geworden“, Kunstgalerie Esslingen 1970; und Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., VIII [1888], 625: „Eine schöne Ausgabe“, geschätzt auch schon von zeitgenössischen Sammlern vom Range etwa eines A. T. Stewart [Catalog of the Stewart Collection, New York 1887, 1221, „fine plates“]) auf starkem Papier. – Als Halbformat unten innerhalb des breiten Plattenrandes geschnitten.

Angebots-Nr. 7.837 / EUR  176. (c. US$ 190.) + Versand

– – – Dasselbe. Cook’s gemeinsam mit seinem Sohn gestochene kleinere Wiederholung. Bezeichnet: Hogarth pinxt. / T. Cook & Son sc. / Published by Longman, Hurst, Rees, & Orme, May 1st. 1808., Titel wie oben. Bildgröße 13,9 x 17,4 cm.

Spiegelbildlich gegenüber Cook’s großer Erstfassung, wie auch der Hogarth’s. – Innerhalb des breiten weißen Plattenrandes geschnitten. Dieser zweiseits in den Außenpartien etwas gebräunt. – Mehr …

Angebots-Nr. 8.916 / EUR  146. (c. US$ 158.) + Versand

Joseph Sifrède Duplessis, Christoph Willibald Gluck

Duplessis, Joseph Sifrède (Carpentras 1725 – Versailles 1802). Gluck. Auf dem Spinett spielend. Stahlstich von Johann Philipp Walther (Mühlhausen, Oberpfalz, 1798 – Nürnberg 1868). 3. V. d. 19. Jhdts. Signiert, bezeichnet. 17,7 x 13,8 cm.

Von Nagler als „einer der besten franz. Portraitmaler“ bewertet, zählt das Bild von Christoph Willibald Gluck wiederum zu Duplessis’ besten Bildnissen.

Angebots-Nr. 8.650 / EUR  50. (c. US$ 54.) + Versand

Im Geschmacke Ostade’s …

„ So geht der Violist “

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Die Nacht. / NOX. Vor halb geöffneter Hoftür der kleine Violinspieler, begleitet von Altem mit umgehängter Gambe. Verträumt dem Spiel vor ihrem Fenster lauschend eine junge Frau, während zwei Kinder die aufmerksame Gefolgschaft bilden. Rechts kleiner Durchblick auf den halb von Wolken verhangenen Mond über Baumbestand. Schabkunstblatt. Bezeichnet: Ioh. El. Ridinger inv. et excud. Aug. Vind., ansonsten wie vor. 41,5 x 56 cm.

Johann Elias Ridinger, Die Nacht

Thienemann + Schwarz 1200; Schles. R.-Slg. bei Boerner XXXIX, 1987 ( „Selten“, 1885 ! ); Slg. Hamminger 1885 ( „Aeusserst seltenes Blatt [1895 ! ] … mit etwas Rand … Leicht brüchig.“ ).

Nicht bei Weigel (1838/57) , Coppenrath (1889/90) , Reich auf Biehla (1894) + Helbing (1900) . – Wz. H G L. – Schlußblatt der ersten Folge der vier Tageszeiten in Genreszenen. – Mit Vierzeiler in dt.-lat. Paralleltext:

„ So geht der Violist bey dunckler Nacht gassaten

Und bringt ein Stündigen bey stiller Schlaffes=Ruh,
Der Alte geht mit Ihm, daß es mög wohl gerathen,
Und wer wolt zweifflen dran? er hat das Gsicht dar zu. “

Wie alle Ridinger’schen Schabblätter außerordentlich selten. Komplett ist die Folge hier nur noch im Exemplar der 1958 aufgelösten Gräflich Faber-Castell’schen Sammlung nachweisbar. Blatt 1 apart figurierte 1912 mit dem Prädikat „Sehr selten“ in der 2468 Positionen umfassenden Versteigerung einer „Große(n) Kupferstichsammlung zumeist aus dem Besitz einer alten Leipziger Buchhandlung“, sodann 1980 einmal hierselbst. Von den anderen Blättern der Suite – also auch anstehendem – ist nichts dergleichen bekannt. Im übrigen notierte Thienemann generell hinsichtlich der Seltenheit der Schabblätter:

„ Die Schwarzkunstblätter sind im Handel fast gar nicht mehr … zu bekommen … “

Mit umlaufend 10-13 mm breitem Papierrand. Rechts eine 4,5 cm lange Schabspur sorgfältig retuschiert, eine gut stecknadelkopfgroße Fehlstelle im Mauerwerk unterhalb des Fensters geschwärzt. Die völlig geglättete Mittelfalte mit dünnem Papier doubliert. Im übrigen von

schöner samtiger Schwärze und feinem Hell-Dunkel

wie bei den generell nur kleinste Auflagen von etwa „50 oder 60 (sic!) saubere(n) Abdrucke(n)“ zulassenden Schabblättern – „hernach aber schleift (das Bild) sich bald ab, weil es nicht tief ins Kupfer gehet“, Sandrart 1675 ) – stets besonders hervorhebenswert und hier der nächtlichen Szenerie den ganzen Zauber der lauen Sommernacht mitteilend. Indes die Anlehnung an Adriaen van Ostade – siehe Schnackenberg 225 (Bernt V [1980], 457) + 226/27 – mittels dieses

ganz intimen , wunderschönen Blattes

einen ganz anderen Ridinger — den Ridinger der Niederländer

im Geiste der frühen Augsburger Jahre vermittelt, da er auch alte Meister kopierte (Gerson, Ausbreitung und Nachwirkung der holländischen Malerei des 17. Jahrhunderts, 2. Auflage, Seite 328). Ein Bild,

vor dem Sie immer wieder stehenbleiben werden .

Angebots-Nr. 28.936 / EUR  1980. / export price EUR  1881. (c. US$ 2032.) + Versand

Schönberg, Arnold. Mit Beiträgen von Alban Berg, Paris von Gütersloh, K. Horwitz, Heinrich Jalowetz, W. Kandinsky, Paul Königer, Karl Linke, Robert Neumann, Erwin Stein, Ant. v. Webern, Egon Wellesz. Mchn., Piper, 1912. Gr.-8°. 90 SS., 1 Bl. Vlgsanz., u. a. für die Erstausgabe „Der Blaue Reiter“ gleichen Jahres. Mit Portr.-Frontisp. + 5 Abbildungen auf 4 Tafeln (Öle, davon 2 Selbstportraits), sämtlichs auf schwarz-blauen Karton montiert, sowie zahlr. Notenabb. OPp.-Bd. m. farb. Vorsatz.

Hirsch 3rd series, pt. 291 B, 416. – Titel in Rot + Schwarz. – „Arnold Schönberg in höchster Verehrung. – Die Hälfte des Reinertrags dieses Buches wird der Gustav Mahler-Stiftung überwiesen.“ – Besitzvermerk von 1916 auf Titel. – Ganz vereinzelte Stockstippen. – Schönes Exemplar.

„ Schönberg täuscht sich – er ist nicht mit seiner Maltechnik unzufrieden, sondern mit seinem inneren Wunsch, mit seiner Seele, von der er mehr verlangt, als sie heute geben kann. Diese Unzufriedenheit möchte ich jedem Künstler wünschen – für alle Zeiten. Es ist nicht schwer, äusserlich weiter zu kommen. Es ist nicht leicht, innerlich fortzuschreiten. Es möge uns das ‚Schicksal‘ gönnen, dass wir das innere Ohr von dem Munde der Seele nicht abwenden “

(aus Wassily Kandinsky’s 6seitigem Beitrag „Die Bilder“).

Mit erstmaliger Wiedergabe Schönberg’scher Gemälde, die Kandinsky dann gleichen Jahres auch im BLAUEN REITER vorstellte, in dem sich neben Liedern von Schönberg, Berg und Webern als Musikbeilagen auch Schönberg’s Beitrag „Das Verhältnis von Komposition und Text“ findet.

Angebots-Nr. 13.255 / EUR  222. (c. US$ 240.) + Versand

Frans van Mieris, Lautenspielerin

Mieris, Frans van (1635 Leiden 1681). Die Lautenspielerin. In Gesellschaft eines Herrn. Stahlstich von Albert Henry Payne (London 1812 – Leipzig 1902). Ca. 1850. Bezeichnet: F. von Mieris pinxt. / A. H. Payne sculpt., ansonsten in dt.-engl. wie vor. 19,2 x 12,5 cm.

„ Das Bild ist eines in einer Reihe holländischer Gemälde, die die Laute als ein moralisches Symbol zeigen. Wobei moralisches Symbol für WAS manchmal weiterer Entschlüsselung bedarf, da viele anscheinend in Bordellen spielen, wo die Laute für Sinnlichkeit und speziell weibliche Sinnlichkeit zu stehen scheint.

Gleichermaßen häufig indes steht die Laute für häusliche Harmonie oder, prosaischer, wohlgeordnete Szenen häuslicher Musik …

Mit Blick auf ihre (französische) Kleidung ist es daher besonders angemessen, daß sie eine besondere französische Art der Laute spielt. Diese 12saitige doppelköpfige Form ist charakterisiert durch die Anordnung der nicht gegriffenen Baßsaiten in einer abgestuften Folge zunehmender Länge. Sie wurde von einem Franzosen, Jacques Gaultier, irgendwann vor ca. 1630 erfunden … Diese Form der Laute wurde enthusiastisch aufgenommen und für lange Zeit in ganz England und den Niederlanden allgemein benutzt “

(David van Edwards, Lute of the Month, März 2001). – Oben gerundet.

Angebots-Nr. 11.849 / EUR  50. (c. US$ 54.) + Versand

Der falsche „Cellist“
der Literatur —
Ein echter Watteau !

Und in dieser reichen Version ein Nahezu-Unikat !

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Der Gambaspieler (Viola da gamba). Der Sammler Bougi (oder der dickliche Freund Nicolas Vleughels?) mit Federhut unter hochgezogener reicher Draperie, eine 7saitige Gambe mit sieben Bünden spielend. Dreiviertelfigur, sitzend frontal nach links, die streichende Rechte auf einen Mauersims aufgelegt, indes sich zur Rechten ein Terrassengitter anschließt und den Blick auf signifikant ihrerseits sieben Zypressen freigibt, aus deren Mitte eine Fontaine emporschießt. Schabkunstblatt nach einem Detail Antoine Watteau’s (Valenciennes 1684 – Nogent-sur-Marne 1721). Nach 1734. Bezeichnet: I. El. Ridinger excud. A. V. 48,5 x 35,1 cm.

Johann Elias Ridinger, Der Gambaspieler

Schwarz 1460 + Tafel II, XIX (irrig als „Der Cellist“).

Nicht bei Thienemann (1856) + Stillfried (1876) und mit Ausnahme von Baron Gutmann (Schwarz, 1910) hier auch anderwärts nicht nachweisbar. Wobei die Identität der Exemplare der Sammlungen Reich auf Biehla 317 („Sehr selten“ , 1894 ! ) + Hamminger 1890 ( „Aeusserst seltenes Blatt“, 1895 ! ) mangels näherer Beschreibung offenbleiben muß.

Allenfalls vorkommend (so bei Rosenthal 1940, korrekt als Viola, Gräflich Faber-Castell 1958 + K&F 1979) die ausschließlich auf den in einen Rahmen gefaßten Spieler nebst Untertext beschränkte und damit sehr viel bescheidenere Version Schwarz 1459, Tafel II, XVIII, deren Gesichtszüge bis hin zum Ohr doch etwas sichtbar weniger ausdrucksvoll und fein gearbeitet sind und dies sehr wohl analog zu Hut samt Feder, doch auch zur Knopfleiste des Wamses.

Allen unbekannt geblieben

indes der Bezug zu Watteau, dem die hier anstehende reichere Fassung zwangsläufig nähersteht. Ridinger entnahm das Sujet Watteau’s nur in einer Kopie (Saint-Omer) erhaltenem „Ländliches Konzert“, so der Titel des 1734 von Benoit II Audran für den „Recueil Jullienne“ im Gegensinn geschaffenen Nachstiches, der Ridinger, gleich anderen Blättern des „Recueil“, als Vorlage gedient haben dürfte, nicht ohne für sein Vorhaben die Seitenrichtigkeit wiederhergestellt zu haben: M. Bougi streicht mit der Rechten! Im übrigen focussiert Ridinger nun zwar den Spieler, gibt ihm aber zugleich mittels reicher Draperie und Parkausblick sein zu unterstellendes und auch Watteau wichtiges Ambiente zurück. – Mit deutsch-lateinischem Untertext :

Mit leerem Schalle vertriebne leere Gedancke(n).
Der leere Geigenschall vertreibet leere Grillen ,
O könte dieser doch den leeren Kopf offt füllen .

Alt per Eckmontage auf besonders breitrandiges schweres Bütten aufgelegt, welches an drei Außenrändern angebräunt ist. – Oben mit durchgängig feinem Papierrändchen, sonst sowohl mit solchem als auch auf Plattenkante geschnitten. Im linken Knie eine ganz schwache Kratzspur.

Das exceptionell seltene Nahezu-Unikat

im druck- und erhaltensmäßig herrlichen Exemplar

einer gepflegten Sammlung von in allen Partien bis hin zur Bewölkung nuanciert leuchtendem Hell-Dunkel. Und solchermaßen ein ganz außerordentliches Markt-Ereignis. Aber selbst auch nur generell gestützt schon durch den Praktiker von Sandrart, der 1675 „saubere Abdrucke“ der samtenen Schabkunst auf nur etwa „50 oder 60“ (!) bezifferte. „(H)ernach aber schleift (das Bild) sich bald ab, weil es nicht tief ins Kupfer gehet“. Entsprechend denn 1856 Thienemann gleichermaßen generell :

„ Die Schwarzkunstblätter sind im Handel fast gar nicht mehr …
zu bekommen … und (deren) bei Weitem größten Theil …
(habe ich) allein (im Kupferstichkabinet) Dresden gefunden. “

Nicht einmal dort denn aber das des Watteau’schen Gamba-Spielers

in seinen beiden Versionen, die anschließend auch Graf Stillfried noch unbekannt blieben. Und deren anstehende reichere hier nur noch in Baron Gutmann’s Exemplar nachweisbar ist. Als

ein zauberhaft-charmantes Blatt

und , wieder einmal ,

eines der schönsten Ridingeriana .

Angebots-Nr. 28.403 / Preis auf Anfrage

Hogarth, William (1697 London 1764). The Laughing Audience. Das lachende Parterre während einer komischen Oper, „vielleicht Gay’s berühmte(r) oder berüchtigte(r) Beggars opera“. Im Vordergrund drei Orchester-Mitglieder. Kupferstich von Ernst Ludwig Riepenhausen (1765 Göttingen 1840). 21,7 x 19,5 cm.

William Hogarth, Laughing Audience (Riepenhausen)

„ Eine meisterhafte Wiedergabe

aller Abstufungen des Lachens “

(Thieme-Becker). – Diente ursprünglich als Subskriptionsschein für Southwark Fair + A Rake’s Progress. – Siehe die Abbildungen der 1733er Hogarth-Radierung in den H.-Katalogen der Tate Gallery, 1971/72, Nr. 82 + des Kunsthauses Zürich, 1983, Nr. 22.

„ Der Beschauer kann in den dargestellten Gesichtern die vollkommenste Stufenfolge der Lustigkeit vorfinden … und außerdem auch den Ausdruck bemerken, welcher durch die Verschiedenheit des Alters bei der heitersten Stimmung bewirkt wird. Nur ein Gesicht bewahrt einen unerschütterlichen Ernst … vielleicht eine(s) Recensenten … “

(Lichtenberg).

Riepenhausen’s Stiche nach Hogarth ( „sehr schätzbar“ ) zählen zu seinem Hauptwerk und werden teilweise den Hogarth’schen Stichen vorgezogen. – Schöner früher Abdruck.Mehr …

Angebots-Nr. 7.903 / EUR  95. (c. US$ 103.) + Versand

Carlo Dolci, St. Caecilie

Dolci, Carlo (1616 Florenz 1686). Ste Cecilia. Nach links, Orgel spielend. Die Ecken mit fleuraler Ausfüllung. Stahlstich von Albert Henry Payne (London 1812 – Leipzig 1902). Ca. 1840. Bezeichnet: C. Dolce pinxt. / A. H. Payne sc., ansonsten wie vor sowie Payne’sche Vlgsadr. 18,7 x 13,7 cm. – Nicht ganz frisch.

Angebots-Nr. 8.652 / EUR  50. (c. US$ 54.) + Versand

Schilling, Beethoven-Album (Einbanddetail)

In extravaganter Bindung mit Herzogshut

Bonns spektakuläres Beethoven jubilé

Beethoven – Schilling, G. (Hrsg.). BEETHOVEN-ALBUM. Ein Gedenkbuch dankbarer Liebe und Verehrung für den grossen Todten, gestiftet und beschrieben von einem Vereine von Künstlern und Kunstfreunden aus Frankreich, England, Italien, Deutschland, Holland, Schweden, Ungarn und Russland. Stgt., Hallberger’sche Verlagshandlung, nebst Paris, Bureau central de musique, London, Ewer & Co., Mailand, G. Ricordi, (1846). Kl.-4° (26 x 18,5 cm). 2 Bll. Titelei, XVI, 312 SS. Mit Porträt-Frontispiz in Stahlstich. Bayerisch-herzoglicher roter Samt-Bd. d. Zt. mit weißem Moiré-Spiegel/Vorsatz + reicher Rundum-Ornamentik musikalisch beschwingter Arabeske auf beiden Deckeln + Rücken nebst Herzogshut-Supralibros auf dem Vorderdeckel ,

alles in appliziertem leuchtend vergoldetem Blech .

Goldschnitt.

Gustav Schilling, Beethoven-Album

Herzoglich bayerisches „begehrenswertes Provenienzexemplar“

(Löffler-Kirchner) mit Bibliotheks-Nummer 3973 als unteres Rücken-Label. – Partiell schwach stockig, nur gelegentlich leicht störend mehr, darunter Titel und das von J. Niederbüll in Stuttgart gedruckte Porträt. Der extravagante Einband samtbedingt berieben und der Rücken verblichen. Goldschnitt wie Blechprägung und namentlich der erhabene Herzogshut (Krone) von ungebrochener Strahlkraft.

Äußeren Anlaß für anstehendes Album bildeten die Feiern zur vorjährigen Errichtung von Hähnel’s Beethoven-Denkmal in Bonn in Beisein des Königs von Preußen und der Königin von England vom 10. bis zum 12. August 1845. Seit 1835 geplant, verhinderte zu geringer Spendeneingang die Realisierung bis schließlich Franz Liszt (sein hiesiger Kompositionsbeitrag SS. 274/77) das hochrühmliche Errichtungs-Comité bis hin zu Bankier Mertens-Schafhausen beschämte und die Gesamtkosten garantierte. Jener zwangsläufig nur einen Erinnerungswert hinterlassenden dreitägigen Inaugurationsfeier sollte das Album bleibenden Bestand sichern. Und damit, so das Wollen des Verlegers Louis Hallberger und des dortigen Musikologen Gustav Schilling,

„ Beethoven noch ein anderes würdiges Denkmal zu setzen ,

das , Jedem zugänglich , auch Jedem stets ein sichtbares …

Zeichen … der grossen Liebe und Verehrung “

sein sollte. Die Künstlerschaft wurde zu Kurzbeiträgen aufgerufen. So bildet das Album zugleich ein Spiegelbild des Musiklebens seiner Zeit bei vielfach erstveröffentlichtem Inhalt. Angeführt als „Noch nie gedruckt; aufgefunden und mitgetheilt von A. Geissler, Cantor in Zschopau“

Wolfgang Amadeus Mozart, Die NaseWolfgang Amadeus Mozart, Die Nase

Mozart’s „Die Nase. Wiegenlied, seiner Gattin componirt“.

Nicht minder gewichtig die 3seitige Erinnerung der hinreißenden Schröder-Devrient, die bei Wiedererweckung des Fidelio als 17jährige die Leonore gesungen hatte und hier namentlich auch der letzten Probe gedenkt, deren persönliche Leitung der gehörlose Meister sich selbst ausbedungen hatte. Und letztbezüglich ihrerseits als Beteiligte bestätigt, was Ignaz von Seyfried berichtet hatte. Ergänzend hierzu Kerst, Die Erinnerungen an Beethoven, II (1913) als zugleich das Aufführungsdatum richtigstellender Anmerkung Seite 39:

„ machte durch ihre Leonore in ‚Fidelio‘, die sie 1822 als Siebzehnjährige sang, die Oper populär. Ihre Erinnerungen daran werden gewöhnlich nach dem Buche von Cläre von Glümer zitiert, die die Aufzeichnungen der Schröder benutzte, oder nach dem darauf fußenden Buche von Alfred von Wolzogen.

Genauer und interessanter ist die Erinnerung ,

die von der Künstlerin selbst

1846 in dem Beethoven-Album von Schilling … veröffentlicht wurde

und wenig bekannt ist … “

Unter den 180 meist Noten-Beiträgen des weiteren Meyerbeer’s 7seit. Vertonung von Ferd. Braun’s Gedicht Der Wandrer und die Geister, an Beethovens Grabe, Spontini’s Romance traduite de Sapho, ein 2seitiger von Léon Kreutzer, Rodolphe’s (Kreutzer-Sonate) Neffen, die 2seitige Vocal-Messe Tobias Haslinger’s (Wien’s Musikalien Steiner & Co., Beethoven’s „Bester aller Tobiasse“) und gleichen Stalles Carl Haslinger’s 2seitige Hommage à Hector Berlioz als Skizze aus meiner neuesten Composition.

Anmerkenswert auch des Musikers Frhr. von Lannoy (S. 98) Verweis auf den politischen Beethoven gelegentlich der Rücknahme der Eroica-Widmung an Napoleon, der „zum Autocraten einschrumpfte und Europa wieder in Fesseln schlug, deren Geklirr noch nachhallt … Liberty for ever, ohne high church und high tories …“.

Im übrigen, gleich auch der kleinen 1845er Bonner Erinnerungsschrift,

von größter Marktseltenheit

unter Einschluß selbst Werner Wolffheim’s 1928/29 zur Auflösung gelangten legendären Musikbibliothek, deren 2bändiger Katalog seinerseits zum Standardwerk wurde. Offenbar fanden freiwerdende Exemplare ihren Weg lemmingenhaft ins Bonner Beethovenhaus, wo derzeit sechs Exemplare versammelt sind. Bis hin zu Provenienzen wie Wegeler und Bodmer. Inwieweit indes unter jenen Stücken

Gustav Schilling, Beethoven-Album

ein so extravagant gebundenes leuchtet wie anstehendes

herzoglich-bayerischer Provenienz

mag dahingestellt bleiben. Hinauslaufend also auf Jean-Louis Dumas-Hermès’ auf Intimität mit dem Exquisiten beruhende Empfehlung

„ Nichts auf den morgigen Tag verschieben . Man soll es heute tun … und nicht bis zum Ruhestand warten . Dann ist nämlich

das ganz besondere Stück ,

das ich gestern beim Antiquar gesehen habe weg “.

Angebots-Nr. 15.579 / Preis auf Anfrage

Mieris, Frans van (1635 Leiden 1681). Der Trompeter in der Wachstube. Pfeiferauchend am Tisch sitzend. Auf diesem neben Kanne + Flötenglas Kartenspiel mit u. a. aufgedecktem Ass. Eine Karte auch auf dem Boden. Stahlstich von William French (ca. 1815 – East Grinstead 1898). 3. V. d. 19. Jhdts. Bezeichnet: FR (ligiert) VMieris auf zweitem Stuhl sowie außerhalb des Bildes Dresdener Galerie. / Fr. van Mieris pt. / W. French sc., ansonsten dt.-engl. wie vor. 19,3 x 13 cm. – Das Öl (Ein rauchender Soldat, Naumann 13) ist seit Ende des zweiten Weltkrieges verschollen.

Angebots-Nr. 8.648 / EUR  50. (c. US$ 54.) + Versand

Schönberg, Arnold, zum fünfzigsten Geburtstage 13. September 1924. Wien, (Universal-Edition, 1924). Gr.-8°. Titel, SS. 269-342 (cpl.), 3 Bll. Schönberg-Verlagsanzeigen. Mit Porträt-Frontispiz, 2 Falttafeln + mehreren Notenabb. OKart.

Sonderheft der Musikblätter des Anbruchs (Jg. VI, Aug.-Sept.-Heft 1924). – Titel + Schlußseite mit Stempel der Oesterr. Theosoph. Gesellschaft „Adyar“, deren Leihbibl.-Tasche im Innern des Vorderumschlags und auf diesem selbst die zweimal. Bibl.-Nr. 1781. – Umschlag nicht ganz frisch, Text mit schwächer werdendem Eselsohr im weißen Oberrand. Vereinzelte Bleistiftanmerkungen.

Beiträge u. a. von Erwin Stein (Neue Formprinzipien, 18 SS.), Hans Eisler (A. S., der musikalische Reaktionär), Hermann Scherchen, Artur Schnabel, Alban Berg, Verzeichnis der erschienenen Werke (opi 1-26 + die unnumerierten Gurre-Lieder, zwei Choral-Vorspiele von Bach, bearbeitet für großes Orchester, Jakobsleiter, Harmonielehre). Einleitend der Meister selbst. – Innerhalb der Verlagsanzeigen die Ankündigung der Begründung einer „Arnold Schönberg-Bibliothek für moderne Musik“ gelegentlich des 50. Geburtstages.

Angebots-Nr. 13.254 / EUR  86. (c. US$ 93.) + Versand

Eglon Hendrick van der Neer, Die Lautenspielerin

Neer, Eglon Hendrick van der (Amsterdam 1635/36 – Düsseldorf 1703). Die Lautenspielerin. Stahlstich von Albert Henry Payne (London 1812 – Leipzig 1902). Ca. 1850. Bezeichnet: E. v. d. Neer pinx. / A. H. Payne sc., ansonsten in engl.-dt.-tschechisch wie vor. 19 x 13,6 cm.

Das in der Dresdner Galerie befindlich gewesene, nach Ende des zweiten Weltkriegs wohl nach Rußland verbrachte Öl (Schavemaker 9) ist eine Teilkopie nach Gabriel Metsus Cisterspielerin – eine Vorform der Zither – in Wilhelmshöhe, aus dem allein Haltung und Blick der Dame verständlich werden.

Schüler seines Vaters Aert, seit 1695 von Düsseldorfs Jan Willem gefördert, ließ er sich 1697 gänzlich dort nieder und wurde ein Jahr später offizieller kurfürstlicher Hofmaler. „Die wirklichkeitsgetreue Wiedergabe seiner vornehm gekleideten eleganten Damen bei Toilette, Musik, Besuch haben ihn berühmt gemacht“ (Bernt). – Gleichmäßig schwach gebräunt.

Angebots-Nr. 11.861 / EUR  38. (c. US$ 41.) + Versand

Les Amours pastorales
Eine Ridinger-Trouvaille nach François Boucher

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Die süße Gefangenschafft. / Jucunda captivitas. Ein Schäfer spielt vor seiner unter einem Vogelbauer sitzenden Schäferin die Musette de Cour, einer namentlich in Frankreich im 18. Jahrhundert in Mode gekommenen, für kunstvolle Musik ausgelegten höfischen Form des Dudelsacks. Eine zweite junge Frau sitzt zwischen ihnen und hat die Linke auf das Knie des Jünglings gelegt. Des weiteren Schafe und der Hund des Liebenden. Schabkunstblatt nach François Boucher (1703 Paris 1770). Unten rechts signiert: Joh. El. Ridinger excud. Aug. Vind., bezeichnet wie oben. 42 x 54 cm.

Schwarz 1463 + Taf. Bd. 2, XXII (Variante); Slg. Reich auf Biehla 313 („Aeusserst selten“, 1894). – Nicht bei Weigel, Kunstlager-Catalog, Abt. I-XXVIII (1838/57) , Schles. R.-Slg. bei Boerner (1885) , Slg. Coppenrath (1889/90) , R.-Slg. bei Wawra (1890) , Slg. Gg. Hamminger (1895) , R.-Liste Rosenthal (1940). – Zweiteil. WANGEN-Wz. – Mit Vierzeiler in dt.-lat. Paralleltext:

François Boucher/Johann Elias Ridinger, Süße Gefangenschaft

„ Der Vogel lockt und singt in der Gefangenschafft,
Er holet Trost und Muth weil ers nicht ändern können
Und Thyrsis machts ihm nach, er sucht erholte Krafft,
Wann sein gefangnes Herz darf seine Sehnsucht nennen. “

Thienemann und Stillfried unbekannt gebliebenes

herrlich großes Blatt

im Gegensinn nach Claude-Augustin Duflos’ (1700 Paris 1786) Ce pasteur amoureux chante sur sa musette aus seiner mit nur 28 x 32 cm erheblich kleinformatigeren vierblättrigen Suite Les amours pastorales nach Boucher („Hauptmeister des Rokokos“, Jahn), von Schwarz wohl irrig als nach (René) Gaillard bezeichnet.

Hiesige Station in der Person der Schäferin eine sehr reizvolle Weiterentwicklung gegenüber dem von Schwarz ausdrücklich beigezogenen Glückseeligen Schäferleben ( „Zur Folge 1399 und 1400 gehörig“, wie auch die Törichte Eifersucht ). Ist dort nicht nur das Gesicht untertextentsprechend hoffärtig, sondern die Schöne auch generell noch ganz zugeknöpfte Dame, so sehen wir sie hier allseits gelöst. Das Gesicht ganz Zuwendung, wird Bein gezeigt, der Busen ohnehin, findet sich der Überrock einladend weit zurückgeschlagen. Alles aber sehr leicht und charmant und von gleichem Liebreiz denn auch der Schäfer.

Von Helbing ( „Sehr seltenes Schwarzkunstblatt“ ) im Jahre 1900 mit 75 Goldmark noch näher seinem sehr guten Exemplar der 23blätterigen ( sic! ) Jagtbaren Thiere (130 Goldmark) bewertet als Das glückseelige Schäferleben (70 Goldmark . Wie hiesiges denn auch auf der Gräflich Faber-Castell’schen Versteigerung (1958) sichtbar höher geschätzt und bezahlt worden ist als letzteres. Vorliegend zudem im erhaltensmäßig ganz offensichtlich schönsten Exemplar dieser hier gesamthaft bekannten fünf.

So waren das Helbing’sche oben und unten restauriert, das Gutmann’sche (Schwarz) im unteren Teil eine Ruine, das Faber-Castell’sche mit Oberteileinriß und kleinen Knitterfalten behaftet und schon das von Th. Reich nur „mit Rand“.

Hier denn lediglich eine bildseits nur schwer wahrnehmbare Mittelfalte, eine stecknadelkopfkleine Abschabung und ebensolches Löchlein im freien, äußersten Plattenfeld des Schriftrandes. Der breite weiße Oberrand hingegen säurefrei hinterlegt rissig, im linken Seitenrand die Nadellöchlein der ursprünglichen Heftung und gleich kleine weitere nebst Druckspuren von Heftzwecken in allen vier Ecken. Zur besonderen Breitrandigkeit, die auch das Faber-Castell-Exemplar für sich reklamiert, siehe Schluß. Unabhängig hiervon gegenüber – zumindest – dem Gutmann’schen (die übrigen beiden hier ohne Abbildung) in

sichtbar abweichendem früheren Zustand .

Daß anstehenden Falles als herausragender zusätzlicher Seltenheitsfaktor eine geradezu superbe Breitrandigkeit von 9,3-10 für die Seiten und 4,8 bzw. 5,5 cm oben und unten hinzutritt, ist denn schon nur noch das den anspruchsvollen Sammler so unendlich beglückende letzte non plus ultra. Hier denn also

die Rarität an sich — der stark abweichende Frühdruck —

herrliches Hell-Dunkel + enormer Rand .

Angebots-Nr. 28.108 / EUR  1467. / export price EUR  1394. (c. US$ 1506.) + Versand

Frederick William Burton, Liebesklänge (Harfe)

Burton, Frederick William (1816 Corofin House on Inchiquin Lake, co. Clare, Irland, – London 1900). Liebesklänge. Harfe spielende Dame. Dahinter Ausblick in Garten mit antiker Statue. Stahlstich von William French (ca. 1815 – East Grinstead 1898). Ca. 1850. Signiert, bezeichnet. 19,5 x 12 cm.

Angebots-Nr. 11.860 / EUR  50. (c. US$ 54.) + Versand

Musikalisches Osterei der Extraklasse

Mit selten schöner Wiener Provenienz-Geschichte
nahe dem unsterblichen Beethoven

Ridinger – Bergmüller, Johann Georg (Türkheim, Schwaben, 1688 – Augsburg 1762). IOH. ELIAS RIDINGER / Pictor et Scalptor (sic!) Augustanus / solertissimus Naturae Indag(ator) / ejusque in Animalium praeser(tim) / Delineatione Æmulator / felicissimus / natus Vlmae Suevorum / d. XVI. Febr. A.S. MDCXCVIII / Ars Artifici(s) Amic(us). Kniestück, sitzend, mit Pinseln + Palette als von der zur Rechten sitzenden Diana gehaltenes Medaillon in Staffelei-Spiegel, vor dem künstlerischen Auge einen kapitalen Hirsch schon auf der Leinwand sehend wie er als nebst Keiler von Diana erlegt unterhalb eines Postaments liegt. Auf letzterem sitzend und dem Meister vertraulich zugewandt ein behaubter Falke nebst seitlichem gebeizten Reiher sowie erlegter Wildgans. Und Mitte unten natürlich ein Ridinger-Hund. Das Ganze vor waldigem Hintergrund. Schabkunstblatt von Johann Jacob Haid (Kleineislingen 1704 – Augsburg 1767). Bezeichnet: I. G. Bergmüller invent. / I. Iac. Haid ad vivum pinx. fecit et excud. A. V., ansonsten wie vor. 39,7 x 26,6 cm.

Thienemann XX, 2; Schwarz, Porträts, 3 + Abb.; Le Blanc 94; Schles. R.-Slg. bei Boerner XXXIX, 2057 ( „Geschätztes schönes Blatt … Selten“, 1885 ! ); Reich auf Biehla 2 (1894); Helbing XXXIV (1900), 2; Slg. Schoeller 523 („Sehr schönes Schabkunstblatt … Selten“, 1921); Schwerdt III (1928), 133; Kataloge Ausstellungen Ridinger: Augsburg (1967) 81 + Abb. 1 sowie 82; Kielce (1997) 1 + Frontisp.; Darmstadt (1999) I.2 + Abb. – Niemeyer, Die Vanitas-Symbolik bei Joh. El. R. in L’Art Macabre 2 (2001), 94 ff. – Nicht in Slg. Coppenrath (1889/90) + bei Rosenthal (1940).

Lugt-Marken der Wiener Ritter von Franck: 946 f. (Alfred) , 1152 (Gustav) , 949 (Johann Jakob).

Mit bis zu 4 mm feinem Rändchen rundum und in diesem beidseits unten und oben links druckfarbenartige kleine Fleckchen, von denen einige auch, sichtbar nur unten links, im Bild selbst erscheinen, linksseits auch ein 1,5 cm ins Bild reichender professionell beigelegter Einriß.

Johann Jakob von Franck, Vater von Alfred + Gustav und Bankier + Kommissionär des späten Beethoven, ist zugleich der Schwager von

Beethoven’s „Dorothea=Cäcilia“ ,

der Baronin Dorothea von Ertmann ,

„die trefflichste Spielerin der Beethovenschen Werke“

(Karl Czerny), der letzterer 1804 einen ersten Neujahrsgruß sandte und ihr 1816 die Sonate für das Pianoforte oder Hammerclavier Nr. 28 A-dur op. 101 als „der ersten des großen Satzes der (5) späten Klaviersonaten“ (Thayer) widmete: „ Wegen der Dedication bitte ich das größte Stillschweigen zu beobachten , da ich eine Überraschung damit machen will .“

Hier nun das allein schon optisch großartige

reiche schöne Bildnis

Johann Georg Bergmüller, Johann Elias Ridinger

aus der Sammlung Gustav Ritter von Francks

(Wien 1807 – London 1860) mit dessen rundem Monogramm-Stempel GF rückseits unten links, darunter sicher dessen eigenhändige Wertung

Ridinger-Porträt / Provenienz-Teilrückseite 2

„belle Epr(euve)“

in Bleistift (der Praktiker Sandrart 1675 hinsichtlich der nur kleine befriedigende Auflagen gewährenden samtenen Schabkunst: „50 oder 60 … saubere Abdrucke“).

Ebenfalls rückseits oben Mitte in Bleistift „franck“, darunter innerhalb eines Ovals „24 Xbr (1)823“ als Hinweis auf Weihnachten, womit eine hiervon abgesetzte paraphenartige geschnörkelte Notiz mit möglichem Anfangsbuchstaben A in Verbindung stehen dürfte, was auf den

Bruder Alfred als denkbaren Schenker , aber wohl auch Schreiber ,

verwiese und mit dessen eigenen Sammlungsinteressen + Signaturen korrespondierte, siehe unten. Nicht ausschließbar aber auch,

Ridinger-Porträt / Provenienz-Teilrückseite 1

daß das Blatt zunächst Alfred gehörte

und dieser es erst später dem Bruder weiterreichte.

Außerhalb des Ovals schließlich die Zeile „Luitr (?) M(onsieur) Artaria.“ als offensichtlicher Quellenverweis auf die 1770 gegründete dortige Kunsthandlung, die 1836 in drei Partien die qualitativ hochbedeutende Porträt-Sammlung des 1828 verstorbenen Vaters, siehe oben, versteigerte (4533 Nrn.). Daß anstehendes Blatt dessen Sammlung entstammte, erscheint schon deshalb unwahrscheinlicher, als nicht dessen Sammlungs-Stempel „J. J. v. Franck / Portraits-Sammlung / Nro“ aufweisend.

Dieser nun unmittelbare Provenienz-Teil seinerseits bemerkenswert

zunächst  als Vater und beide Söhne („Ses deux fils … étaient également de grands collectionneurs“) literaturbekannt importante Sammlungen formten. Gustav Graphik + Münzen, Alfred (1808-1884) Zeichnungen, Graphik und eben, siehe schon oben, Autographen. Unter ersteren 11 Blatt Leonardo-Karikaturen, Altdorfer, van Dyck, Botticelli, etliche Dürer, mehrere Rembrandts, Verschuring und innerhalb des 18. Jhdts.

„ beaucoup de Ridinger, puis Rugendas , Tiepolo “.

Beide seiner rückseitigen handschriftlichen Bleistift-Sammlungs-Marken legen in Beiziehung der Lugt-Wiedergaben „franck 5. Nov.“ mit Schnörkel-Unterstrich + „Afranck [1]863“, die Ziffern in geschlossenem Oval – wenngleich in Unkenntnis Gustav’scher Autographen – die Annahme sehr nahe, obige Einstandsvermerke könnten von der Hand Alfred’s stammen, wenngleich hierfür neben dem Stil nur das Anfangs-f der ersteren Marke und beider k-Ausläufe in Schnörkel/Oval sprechen. Aber Alfred war 1823 auch erst 15jährig! Sein Werdegang, begonnen als Schüler der Wiener Ingenieur-Akademie, wechselte zwischen Militärdienst und der Hingabe an die Kunst, privatim und professionell. Letzteres u. a. als Professor für Zeichnung an der Wiener Militär-Akademie und Kunstlehrer Kaiser Franz Joseph’s. Seine Arbeiten in Öl + Zeichnung galten namentlich dem Landschafts-, doch auch dem Porträtfach, ansonsten auch Kupfern und einigen Lithographien. Seine Zeichnungs-Sammlung wurde 1889 durch Prestel in Frankfurt/M verkauft.

Gustav’s Lebenslauf begann mit Studien der Philosophie und der Rechte in Wien mit Promotion 1828 in Padua, Tätigkeit als Advokat und Eintritt in die Armee, doch bedingte ein Duell einen Richtungswechsel. Nach Reisen auf dem Balkan und nach Algerien trat er in die Direktion eines Theaters in Budapest ein, wo er die Chanseuse Wirnser ehelichte. 1843 zurück in Wien, redigierte er 1845/47 die Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur und Mode. Die 1848er Ereignisse vertrieben ihn außer Landes, in Leipzig publizierte er den Wiener Bote(n), um anschließend nach London weiterzuziehen, wo er denn zeitlebens blieb, obgleich ihm 1858 die Rückkehr nach Österreich gestattet wurde. Lugt kennt wohl den Erlös aus dem Verkauf seiner Sammlungen, doch nicht dessen nähere Umstände.

Resümierend  schließlich  vermittelt diese innerfranck’sche Provenienz die schöne Botschaft von

Aufgriff + Fortführung einer väterlichen Leidenschaft

seitens der nächsten Generation als Ausfluß kultivierten Selbstverständnisses mit dem Faktum als Kern,

daß die Neffen von Beethoven’s „Dorothea=Cäcilia“

zeitgleich zu jenen großen Tagen

sich als 15/16-jährige mit Kunst (gegenseitig) glücklich machten

und ein lebenlang ihr verbunden blieben.

Und ganz en passant die Selbstverständlichkeit, mit der Sammler von Graden

„ viel Ridinger , gefolgt von Rugendas “

zwischen Meistern wie oben um sich versammeln. Gestern wie heute. Wo sich die gegenwärtig qualitativ wie quantitativ wohl führende unter den lebenden Ridinger-Versammlungen eingebettet sieht in eine graphische Altmeister-Sammlung erster Güte, angeführt von Dürer. Übernommen und in Glanzlichtern fortgeführt als zweite Generation.

Daß am Anfang der Franck’schen Ridingeriana „das programmatische Schabkunstblatt“ (Gode Krämer) Th. XX, 2 stand, setzt eben diesem ihrem nun hier erwerbbaren Exemplar das letzte Tüpfelchen.

Allein dieser Teil der Geschichte somit so einzigartig wie selten in Verbindung mit einer Graphik-Rückseite. Den Didaktiker Ridinger hätte sie glücklich gestimmt. Hatte er doch 80 Jahre zuvor seine Fabel-Suite „zur Verbesserung der Sitten (‚durch die moralische Wirksamkeit der Kunst‘, Stefan Morét) und zumal zum Unterrichte der Jugend “ herausgegeben. Als Ganzes indes

eine Provenienz-Konstellation von eigen großartigem Charme .

Angebots-Nr. 15.221 / EUR  1800. / export price EUR  1710. (c. US$ 1847.) + Versand


„ das ‚Haupt-Schwein‘ ist gut … angekommen und gefällt … falls sich weitere Funde … auftun, freue ich mich über Ihre Nachricht “

(Herr W. S., 29. August 2002)