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Endlich gewürdigt —
der Oster-, pardon, Frühlingshase

Märzhasen

Tier des Jahres 2015

„ Der Hase wird Herr der Erde sein ,
denn sein ist die höchste Fruchtbarkeit
und das reinste Herz “

Hermann Löns, Hasendämmerung

Da kann Mümmelmann sich sein Fell gleich noch einmal so behaglich im frischen Grün von der Märzsonne wärmen lassen.

Behaglicher? Da ist Mümmelmann denn doch zu weise, um nicht zu wissen, daß ihm diese von den Gutmenschen verliehene Ehre keinen seiner Feinde, mögen sie nun auf vier Pfoten, mit weichen Schwingen und hartem Schnabel oder zweibeinig-doppelläufig daherkommen, vom Pelz hält.

„ Man kann nichts artigeres sehen ,
als wenn der Hase
vom Feld zu Holz ziehet “

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Gemeiner Feld-Hase. Umgeben von vielfältigem Grün. „Ein nettes Bild, in passender Umgebung sitzt Lampe in der Mitte mit seitwärts (nach rechts) gewendetem Kopfe“ (Th.). Kolor. Radierung/Kupferstich, vermutlich von Martin Elias Ridinger (1731 Augsburg 1780). Bezeichnet: LEPVS campestris. / Lievre. / Familia III. Vierzähige. / Ridinger fec., ansonsten wie vor. 30,1 x 20,2 cm.

Thienemann + Schwarz 1043. – IM  RIDINGER’SCHEN  ORIGINAL-KOLORIT  des seit 1754 entstandenen und nicht vor 1773 endgültig postum abgeschlossenen, unnumerierten Kolorierten Thier-Reichs („Vollständige Exemplare sind fast unauffindbar“, so Weigel, Kunstkat., Abt. XXVIII, Ridinger-App. 63a als lediglich 120blätt. Torso, 1857 ! , doch auch nur schon Einzelblätter nur sehr selten am Markt, bei niemeyer’s derzeit gleichwohl das eine wie die andern). – Eine entgegen Ankündigung unkoloriert gebliebene Zweitausgabe von den nunmehr unter Fortfall selbst von Tieren verkürzten und ohne die Ridinger-Signatur anders betitelten, jedoch numerierten Platten erschien 1824/25 bei Engelbrecht/Herzberg in Augsburg.

Ridinger, Feldhase

„ Man findet zwar von diesen Thieren mancherley fremde Arten; da uns aber richtige und genaue Vorstellungen davon abgehen, so gedenken wir lieber bey unsrer bekannten Landesart zu bleiben … Ueberhaupt ist dieses Thier ein sehr munteres dabey aber auch sehr schüchternes Geschöpfe. Von der wilden Art Hasen haben wir hier drey Abbildungen geliefert, nemlich einen gemeinen röthlichen, einen weißlichten und einen gefleckten, der noch außerdem gehörnet ware; beyde letztere Arten aber sind etwas seltenes. Diese Thiere vermehren sich, wie bekannt ist, sehr stark … Ihre Anzahl würde daher unbeschreiblich groß seyn, wenn sie nicht auf der andern Seite wieder so viele Feinde hätten und die Raubthiere und Raubvögel sowohl als die Menschen ihre Zahl so merklich verminderten. Man kann nichts artigeres sehen, als wenn der Hase vom Feld zu Holz ziehet “

(Ridingers Söhne im Textvorspann zu Tl. II, S. 3, in Kopie beiliegend). – Und Thienemann:

„ Die Vorderfüsse sind fünfzehig, die hintern vierzehig, daher kommt es, dass Ridinger ihn in die dritte, Klein aber in die vierte Familie versetzt. “

Das schöne Sujet in seiner leuchtenden Farbigkeit

mit Wz. C & I Honig, ähnlich Heawood 3346 + 3348, als jener festen holländischen Papier-Qualität, wie sie Ridinger entsprechend seiner Vorrede zu den Hauptfarben der Pferde

„wegen der feinen Illumination“ für die kolorierten Werke

verwandte, „weil es hiezu das anständigste und beste ist“.

Die Zuweisung der Kupferübertragung an mutmaßlich Johann Elias’ Ältesten an Hand der alleinigen Signatur „Ridinger fec.“. – Dreiseits 2-3,5 cm, unten 5,5 cm breitrandig.

Angebots-Nr. 15.904 / EUR  430. / export price EUR  409. (c. US$ 473.) + Versand

Johann Elias Ridinger, Spuhr eines Hasen

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Spuhr eines Hasen / * in weichem Boden. / Vorder Lauff.* / Vorder Lauff auf hartem Boden / Hinder Lauff.* / Hinder Lauff auf hartem Boden. Auf schmaler Lichtung eines dichten Laubwaldes verhoffender Feldhase. Unterhalb des Bildes die zudem für die Krallen eigens gekennzeichneten originalgroßen Spuren. Radierung und Kupferstich. (1740.) Bezeichnet: 13. / Joh. El. Ridinger inven. delineav. sculps. et excudit Aug. Vindel., ansonsten wie vor. 37,4 x 29,8 cm.

ABBILDUNG DER JAGTBAREN THIERE 13. – Thienemann + Schwarz 175; Ridinger-Katalog Darmstadt (1999), III.25 mit Abbildung; Sälzle, Faks.-Ausgabe sämtlicher Handzeichnungen der Folge, 1980, SS. 44 f. (datiert 1737) + Taf. XXIX.

Johann Elias Ridinger, Spuhr eines Hasen

„ Auf dem radierten Blatt ist die (einfache) Hasenspur (der Vorzeichnung unterhalb des Bildes) durch Spuren des Hasen in weichem und auf hartem Boden ersetzt “ (Sälzle).

Daß Ridinger – wie denn auch auf die noch handschriftlich numerierten Frühdrucke übertragen – auf der separaten Zeichnung mit den vier Spuren (Sälzle Tafel XXIX) durch irrtümliche Zuordnung der vorgegebenen Zeichen x und # den Vorderlauf zweimal mit dem Hinterlauf verwechselte, ist Sälzle entgangen. Ein solcher Probedruck figurierte bei Helbing (Ridinger-Katalog XXXIV; 1900) unter Pos. 356. Auf dem entsprechenden Blatt des hiesigen Ridinger’schen Arbeits-Exemplars ausschließlicher Probedrucke für Bll. 1-20 hat der Meister dieses Versehen mittels eigens gestochener Deckblättchen berichtigt, wie bislang hier als einzig dokumentiert.

Einzigartig schöner Abdruck des nunmehr korrekten endgültigen Zustands mit WANGEN-Wasserzeichen als einer der von Ridinger bevorzugten festen Bütten-Qualitäten. – Oben + unten 3,1-4,9 cm breitrandig, links mit 1,4 + rechts mit 0,1-0,3 cm Rand, jeweils zusätzlich zum breiten weißen Plattenrand. – Unterrand rechts außen leicht fingerfleckig vom Umblättern, einige Fleckchen auch mittig der Außenkante.

Angebots-Nr. 15.808 / EUR  630. / export price EUR  599. (c. US$ 692.) + Versand

– – – Dasselbe als Tiefdruck-Postkarte von O. Felsing, (Bln.-)Charlottenburg. Ca. 1900/20. 13,8 x 9,3 cm. – Nicht gelaufene „KÜNSTLERKARTE“.

Angebots-Nr. 28.470 / EUR  29. (c. US$ 34.) + Versand

„ Wer diess Bild vernünftig sieht ,
wird und mus den Meister loben “

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Der Haas, ein Ramler und die Sazhäsin erreichen ihre grösse im ersten Iahr. „Im Hintergrund ein prächtiger Park, (vorn links) eine Häsin mit einer Heerde Jungen von verschiedenem Alter, der Rammler macht in der Mitte ein possierliches Männchen, noch eine kehrt uns den Rücken zu.“ Radierung und Kupferstich. (1736.) Bezeichnet: 26. / Cum Priv. Sac. Cæs. Majest. / I. El. Ridinger invent. delin. Sculps. et excud. Aug. Vindel., ansonsten wie vor dt., franz., lat. + unten. 34,6 x 42 cm.

Johann Elias Ridinger, Der Haas, ein Ramler und die Sazhäsin

Thienemann + Schwarz 221. – Blatt 26 der BETRACHTUNG DER WILDEN THIERE mit dem Untertext des Hamburger Dichterpapstes, Juristen + Senators, vor allem aber Ridinger-Freundes Barthold Heinrich Brockes (1680-1747) in Deutsch. – Mit WANGEN-Wz., wie für die zeitgenöss. Abdrucke so typisch. – Dreiseits 3,6-4,8, unten 2,8 cm breitrandig. – Die gänzlich geglättete Bugfalte rückseits verstärkt. Geglättete Diagonalfalte im weißen Rand rechts oben, rechtsseits außerhalb des Plattenrandes auch kleiner Rostfleck.

„ Wenn wir die gespizten Ohren des erhabnen Ramlers schauen , stehet diesem kleinen Männchen alles so posierlich an , Das man , überlaut zu lachen schwerlich sich enthalten kan … “

Und nicht zuletzt und von ungefähr qualifizierte schon 1901 Ernst Welisch Ridinger als den  unstreitig  „bedeutendste(n)  Augsburger  Landschafter  dieser Zeit“. Hier denn

von leuchtend-herrlicher Qualität + damit Seltenheit ,

figurieren doch die alten Abzüge gerade dieser so schönen großformatigen Hauptfolge selbst in beispielhaften alten Ridinger-Sammlungen vielfach nur hart beschnitten, beschädigt und aufgezogen. So einschließlich des anstehenden in der schlesischen Sammlung 1885 bei Boerner + 1894 bei Reich auf Biehla, indes Coppenrath (1889) das Blatt ein Desiderat geblieben war.

Angebots-Nr. 15.402 / EUR  690. / export price EUR  656. (c. US$ 758.) + Versand

Hasen + Goldammer

Hasen. Deren drei in hohem Gras am Waldsaum nebst einer Goldammer. Holzstich nach Adolf (? 1825 Leipzig 1884) Neumann. (1876.) Signiert. 19,5 x 23,6 cm. – Mit Textblatt:

„ Verborgen durch hohes Gras und Gebüsch am Waldessaum labt sich in sorgloser Zufriedenheit die Hasenfamilie an den saftigen Kräutern, die die Mutter Natur in reicher Fülle bietet, sonderlich, wo ein rieselnder Bach dem Wiesengrunde den Sommer hindurch genügende Feuchtigkeit erhält. Friedlich daneben auf einem Steine sitzt die Goldammer und trillert ihr eintönig Lied … “

Angebots-Nr. 11.665 / EUR  65. (c. US$ 75.) + Versand

„ … letztere Arten
aber sind etwas seltenes “

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Weißer Hase. Aus Unterholz hervorkommend nach links witternd. Kolor. Radierung/Kupferstich, vermutlich von Martin Elias Ridinger (1731 Augsburg 1780). Bezeichnet: LEPVS albus. / Lievre blanc. / Familia III. Vierzähige. / Riding. fec., ansonsten wie vor. 30,6 x 20,7 cm.

Thienemann + Schwarz 1044. – IM  RIDINGER’SCHEN  ORIGINAL-KOLORIT  des seit 1754 entstandenen und nicht vor 1773 endgültig postum abgeschlossenen, unnumerierten Kolorierten Thier-Reichs („Vollständige Exemplare sind fast unauffindbar“, so Weigel, Kunstkat., Abt. XXVIII, Ridinger-App. 63a als lediglich 120blätt. Torso, 1857 ! , doch auch nur schon Einzelblätter nur sehr selten am Markt, bei niemeyer’s derzeit gleichwohl das eine wie die andern). – Eine entgegen Ankündigung unkoloriert gebliebene Zweitausgabe von den nunmehr unter Fortfall selbst von Tieren verkürzten und ohne die Ridinger-Signatur anders betitelten, jedoch numerierten Platten erschien 1824/25 bei Engelbrecht/Herzberg in Augsburg.

Ridinger, Weißer Hase

„ Von der wilden Art Hasen haben wir hier drey Abbildungen geliefert, nemlich einen gemeinen röthlichen, einen weißlichten und einen gefleckten, der noch außerdem gehörnet ware; beyde letztere Arten aber sind etwas seltenes “

(Ridingers Söhne im Textvorspann zu Tl. II, S. 3, in Kopie beiliegend). – Und Thienemann:

„ Weiss ist er im Winterkleide, sonst ähnelt er dem gewöhnlichen, und macht eine eigene Art aus,

welche die Alpen bewohnt .“

Das schöne Sujet in seiner leuchtenden Farbigkeit

mit Wz. C & I Honig, ähnlich Heawood 3346 + 3348, als jener festen holländischen Papier-Qualität, wie sie Ridinger entsprechend seiner Vorrede zu den Hauptfarben der Pferde

„wegen der feinen Illumination“ für die kolorierten Werke

verwandte, „weil es hiezu das anständigste und beste ist“.

Die Zuweisung der Kupferübertragung an mutmaßlich Johann Elias’ Ältesten an Hand der alleinigen Signatur „Riding. fec.“ bei zugleich seltenerem Fortlassen des „er“, wie auch bei der Kaninchen-Tafel, Th. 1046. Der gemeine Feld-Hase sowie der gehörnte Hase (Th. 1043 bzw. 1045) jeweils mit ausgeschriebenem Ridinger. – Dreiseits 2-3 cm, unten 4,9 cm breitrandig.

Angebots-Nr. 15.905 / EUR  470. / export price EUR  447. (c. US$ 517.) + Versand

Gefahren eines Hasenlebens

„ Der Hase hat sehr viele Feinde ,
aber der schlimmste ist der Mensch “

Häsulein, Ach bin ich nicht ein armes? Alle Gefahren eines Hasenlebens, von Schlingen, Wiesel, Fuchs, Wolf, Katze und Greif – letzterer gleich mehrerer mit Horstatzung – bis zum gespickten Braten bei Rotspon nach der Treibjagd im Mittelfeld. Holzstich von Jules Huyot (Toulouse 1841 – Eaubonne 1921) nach Ph. Müller. (1873.) Bezeichnet: Ph. Müller / Huyot, ansonsten typographisch wie vor sowie 3spaltiger Zweizeiler nach altem Lied. 22,5 x 31,2 cm. – Kaum wahrnehmbarer schwacher Stockfleck oben links im Bild sowie in der Mitte des Untertextes.

„ Der Hase hat sehr viele Feinde, aber der schlimmste ist der Mensch … und setzte die Häsin nur einmal im Jahre und nicht drei= oder gar viermal, kein Hase lebte mehr auf der Welt, denn seiner Feinde sind allzu viele, weil sein Wildbret zu fein ist “

(Hermann Löns, Der Feldhase).

Angebots-Nr. 12.498 / EUR  97. (c. US$ 112.) + Versand

Der Leeheimer Hase
oder von der
Sinnlichkeit eines superben Gebisses

Johann Elias Ridinger (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Dieser Hase mit angedeuteten raren Zähnen ist den 25.ten Octobr. 1753. im Lecheimer (Leeheimer) Forst 4. Stund weit von Darmstadt geschossen worden. Druck-Platte im Gegensinn. (1754/56.) Bezeichnet: Joh. El. Ridinger del. fec. et excud. A. V., ansonsten wie vor. 34,1 x 25,6 cm.

Die optisch hervorragend erhaltene

Ridinger, Hase mit raren Zähnen

originale Druck-Platte

zu Blatt 64 (Radierung + Kupferstich, Thienemann + Schwarz 306; Ridinger-Katalog Darmstadt, 1999, VI.6 nebst Abb.; Siebert-Weitz, Ridinger – Bilder zur Jagd in Hessen-Darmstadt, 1999, SS. 34 f. nebst Abb.) der Vorstellung der Wundersamsten Hirsche und anderer Thiere.

„ Der verhältnismäßig kleine, aber markante Hase mit sorgfältig behandeltem Fell sitzt vor einem hellen Felsblock, mit dem wiederum die knorrige, halb abgestorbene Baumgruppe … kontrastiert … (Er) ist im Leeheimer Forst (westlich von Darmstadt, Kreis Groß-Gerau, heute zu Riedstadt gehörig) geschossen worden. Seine Schneidezähne waren sowohl oben wie unten aus dem Maul gewachsen. Die Schneidezähne der Hasen beenden nicht ihr Wachstum, wenn sie die erforderliche Größe erlangt haben. Da sie einer großen Belastung unterliegen, haben sie ein permanentes Wachstum. Werden sie aus irgendeinem Anlaß nicht mehr belastet, wachsen sie trotzdem weiter, ohne daß dies zum alsbaldigen Tod des Hasen führt. So entsteht die

sehr seltene Abnormität

wie auf dem von … Ridinger angefertigten Blatt “

(Siebert-Weitz).

Letztere verweisen auf einen mit den Zähnen erhaltenen geschnitzten Hasenkopf und darauf, daß die Arbeit mit dem am 20. August 1754 von Landgraf Ludwig VIII. in der Umgebung von Darmstadt geschossenen „Hirsch mit den Schlappohren“ (Bl. 63; Th. 305; Kat. Darmstadt VI.5 + Siebert-Weitz SS. 32 f. – „Gehört zusammen mit Nr. 64“ – , beide nebst Abb.) ein Paar bilde.

Hingegen Fehlanzeige für weitere Memorabilia im Katalog Darmstadt:

„ Ebenso wie von dem ‚stumpf-ohrichten‘ Hauptschwein (Bl. 58; Th. 300; Kat. D. VI.4 + S.-W. 30 f., jeweils mit Abb.) finden sich im Bestand des Jagdschlosses Kranichstein keine weiteren Zeugnisse dieses seltenen Tieres. “

Mittels feinen Lackauftrags vor Anlaufen geschützt ,

ist die Kupferdruckplatte im Rahmen ihres altersmäßigen Gebrauchs generell noch druckfähig. Angeboten und verkauft wird sie indes als Kunstwerk und Sammlungsstück, also unbeschadet ihrer schlußendlichen Druckqualität. – Kurz ,

ein denkbar erfreuendes , weltweit unikates Absolutum .

Ihnen angetragen mit der Empfehlung zeitlos-eleganter rahmenfreier Hängung (Vorrichtung anbei), um Sie der jeweiligen Licht-Reflexe am schönsten teilhaftig werden zu lassen.

Angebots-Nr. 15.001 / Preis auf Anfrage

Ludwig Beckmann, Überraschte Hasen

Beckmann, Ludwig (Hannover 1822 – Düsseldorf 1902). Ueberraschte Hasen. Drei beim Kohl vor Getreideschlag, durch den Reineke schon hindurchwittert. Holzstich von G. Treibmann in der Xylograph. Anstalt v. Richard Brend’amour (Aachen 1831 – Düsseldorf 1915). (1873.) Signiert, bezeichnet. 20 x 26 cm.

Angebots-Nr. 11.183 / EUR  84. (c. US$ 97.) + Versand

Mit acht Beinen läuft sich’s länger

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Anno 1741. Ist diser Hase mit 8. Laeufften und 2. hinder Leiberen auf denen Hoch=Freyherrl. Loblischen Gütheren bey Meisselhausen auf dem so genanten Stickelsberg im Lager bekommen worden. Auf einer Grotte vor reichem Laubwerk stehend. Radierung mit Kupferstich. Bezeichnet: 60. / Joh. El. Ridinger del. sculps. et excud. Aug. Vind. 1753., ansonsten wie vor. 33,8 x 25,5 cm.

Thienemann + Schwarz 302; Ridinger-Katalog Darmstadt, 1999, VI.19 m. Abb. – Blatt 60 der Vorstellung der Wundersamsten Hirsche und anderer Thiere. – Die Darstellung selbst oben bogenförmig geschlossen. – Oben + unten 7,5-8,5, an den Seiten 4,4-4,9 cm breitrandig.

Johann Elias Ridinger, Hase mit 8 Läufen

„ (D)ie Erfahrung lehret, daß es beym Hasengeschlecht viele Mißgeburten, oder Monstrositäten gibt, z. B.

Hasen mit acht Läufen , zwey Köpfen , vier Löffeln u. dergl. “

(Georg Ludwig Hartig, Lehrbuch für Jäger, I [1812], S. 171).

Breite Bekanntheit erlangte der achtläufige Hase indes durch die entgegen vielen anderen auf Hieronymus Carl Frdr. von Münchhausens (Bodenwerder, Weser, 1720-1797) eigenem Bericht fußende Schilderung:

„ Ich jagte nämlich zwei ganzer Tage hinter einem Hasen her … Endlich kam mir aber doch der Hase so nahe … Er stürzte nieder, und was meinen Sie, was ich nun fand? – Vier Läufe hatte mein Hase unter dem Leibe und vier auf dem Rücken. Waren die zwei untern Paar müde, so warf er sich … herum, und nun ging es mit den beiden neuen wieder mit verstärkter Geschwindigkeit fort. Nie habe ich nachher einen Hasen von der Art gefunden … “

(Gottfried August Bürger – hiesiger Vorfahre mütterlicherseits – , Wunderbare Reisen … und lustige Abenteuer des Frhrn. v. Münchhausen, Lpz., Dieterich, 1954, S. 27). – Auf die Möglichkeit eines Zusammenhangs machte Mr. Heppell vom Dpt. of Natural History des Royal Scottish Museum, Edinburgh, gelegentlich eines früheren Besuchs aufmerksam.

Angebots-Nr. 15.603 / EUR  530. / export price EUR  504. (c. US$ 583.) + Versand

Bevölkerung der Jagden

Jagden, Bevölkerung der. Im Revier werden die in mehreren Körben angefahrenen Kaninchen ausgesetzt, zur Freude des Jagdherrn ebenso wie der seines Hundes. Holzstich von Jules Huyot (Toulouse 1841 – Eaubonne 1921) nach Henri Télory (Straßburg 1820 – 1874/75). (1873.) Bezeichnet: Telory / Huyot, ansonsten wie vor. 23 x 31,4 cm. – Im weißen Rand schwach altersfleckig.

„ Drei Monate gingen in das Land, da sah die Kiefernbesamung anders aus, als an jenem Apriltage, an dem der Jagdaufseher die Kaninchen ausgesetzt hatte. Überall war gescharrt … Der Jagdpächter freute sich, wenn er in der Dämmerung von dem Hochsitze in der Eiche den Graben in das Glas nahm und überall die Kaninchen hin- und herflitzten, doch es wunderte ihn, daß der starke Bock, der sonst immer hier austrat, sich nicht mehr spürte. Aber dem war es in der Besamung und in dem Stangenorte zu unruhig geworden … Deshalb war er in die Nachbarjagd ausgewandert.

Auch die beiden Hasen ,
die sich sonst jeden Abend vorn in der Kleewiese ästen ,
waren verschwunden …

seitdem Hopps, Witschel und Flitzchen und ihre Nachkommenschaft und die Nachkommenschaft davon und deren Nachkommen und so weiter in den Heidbergen waren, hatten sich die Hasen nach und nach verzogen und die Rehe waren in die Nachbarjagd hinübergewechselt, die aus Bruch und Moorwald bestand und in der die Kaninchen nicht leben konnten “

(Hermann Löns, Die Einwanderer).

Angebots-Nr. 11.174 / EUR  95. (c. US$ 110.) + Versand

„ Selbst gehörnte Hasen
soll es gegeben haben … “

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Schwarz gefleckter Hase. Mit Hörner. Auf einem Weg vor einem Gatter nach rechts laufend. Kolor. Radierung/Kupferstich, vermutlich von Martin Elias Ridinger (1731 Augsburg 1780). Bezeichnet: LEPVS cum Maculis nigris. Cornutus. / Lievre tacheté. cornu. / Familia III. Vierzähige. / Ridinger fec., ansonsten wie vor. 30,4 x 20,1 cm.

Thienemann + Schwarz 1045. – DJM 5912 nebst Abbildung S. 158 lediglich nach der unkoloriert gebliebenen Neuausgabe von 1824/25. – IM  RIDINGER’SCHEN  ORIGINAL-KOLORIT  des seit 1754 entstandenen und nicht vor 1773 endgültig postum abgeschlossenen, unnumerierten Kolorierten Thier-Reichs („Vollständige Exemplare sind fast unauffindbar“, so Weigel, Kunstkat., Abt. XXVIII, Ridinger-App. 63a als lediglich 120blätt. Torso, 1857 ! , doch auch nur schon Einzelblätter nur sehr selten am Markt, bei niemeyer’s derzeit gleichwohl das eine wie die andern). – Eine entgegen Ankündigung unkoloriert gebliebene Zweitausgabe von den nunmehr unter Fortfall selbst von Tieren verkürzten und ohne die Ridinger-Signatur anders betitelten, jedoch numerierten Platten erschien 1824/25 bei Engelbrecht/Herzberg in Augsburg.

Ridinger, Gehörnter Hase

„ Von der wilden Art Hasen haben wir hier drey Abbildungen geliefert, nemlich einen gemeinen röthlichen, einen weißlichten und einen gefleckten, der noch außerdem gehörnet ware; beyde letztere Arten aber sind etwas seltenes “

(Ridingers Söhne im Textvorspann zu Tl. II, S. 3, in Kopie beiliegend).

„ Der gehörnte Hase geistert seit dem Jahr 1602 in unserer Jagdliteratur herum. Recht hübsch ist auch, was Herr Buffon darüber zu erzählen weiß:

‚Zuweilen bringt die gesetzlose Natur wider ihre Gewohnheit, gehörnte Hüner, Hindinnen, und Rehgeisen, also auch wohl gehörnte oder Hirschhasen hervor … Der berühmte Danziger Naturforscher, Hr. Klein ( auf dessen Sammlung Ridinger für sein Koloriertes Thier-Reich wiederholt für Vorlagen zurückgriff )

hat in seiner Sammlung selbst ein solches Geweih besessen

und Balbinus versichert, im Norwegischen wäre es nichts ganz ungewöhnliches, dergleichen Thiere zu sehen‘ … “

(DJM, a. a. O., Seite 158). – Und Hartig, Lehrbuch für Jäger, I (1812), 171:

„ Selbst gehörnte Hasen soll es gegeben haben. Ich muß aber gestehen, daß ich sehr daran zweifle, obgleich die Erfahrung lehret, daß es beym Hasengeschlecht viele Mißgeburten, oder Monstrositäten gibt, z. B. Hasen mit acht Läufen, zwey Köpfen, vier Löffeln u. dergl. “

Wie sich denn bereits in seinem 1798er Neujahrs-Geschenk auch der kurhessische Oberforstmeister von Wildungen von seinem ursprünglichen Unglauben bekehrt gezeigt hatte (S. 6):

„ Seitdem ich indessen alles, was über diese fast ganz unerklärbare Naturanomalie von jeher geschrieben oder gesagt worden ist, etwas sorgfältiger zu sammeln angefangen habe, fange ich endlich an, auch von jenem Unglauben mich zu bekehren. “

Um zwei Jahrzehnte später nach umfangreicher Dokumentation sowohl bestätigender als auch zweifelnder und ablehnender Quellen in der Literatur sowie eigener Zurückweisung der rehbocksähnlichen Hasengehörne – wie auch anstehendes („So finden wir das Thier abgebildet, aber, wenn auch in einem Cabinet, in der Natur hat man nie ein solches gefunden“, Th.) – schließlich zum letztlichen Kern der Sache zu gelangen:

„ Daß aber hier und da ein solcher gefunden worden seyn könne, dessen Kopf, zwar gewiß nicht durch wirkliche Hörner und noch weniger durch ein eigentliches Gehörne, doch aber durch äusserlich hörneränliche Auswüchse (Exostosen) des Stirnbeins – (immer auffallend genug)! – sich ausgezeichnet hätte; will ich keinesweges für unmöglich erklären “

(L. C. E. H. F. von Wildungen, Weidmanns Feierabende, Bd. 3 [1817], S. 59).

Mit Wz. C & I Honig, ähnlich Heawood 3346 + 3348, als jener festen holländischen Papier-Qualität, wie sie Ridinger entsprechend seiner Vorrede zu den Hauptfarben der Pferde

„wegen der feinen Illumination“ für die kolorierten Werke

verwandte, „weil es hiezu das anständigste und beste ist“.

Die Zuweisung der Kupferübertragung an mutmaßlich Johann Elias’ Ältesten an Hand der alleinigen Signatur „Ridinger fec.“. – Dreiseits 2-3,5 cm, unten 5,5 cm breitrandig.

Angebots-Nr. 15.906 / EUR  535. / export price EUR  508. (c. US$ 587.) + Versand

» Ach Ach «
Johann Elias Ridinger, Ach Ach
» Die Nacht Eulen
verzehreten ein armes Häßlein …«

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). ACH ACH. Die Nacht Eulen verzehreten ein armes Häßlein, so bald kom(m)en auch Kazzen dazu, u: wollen sie mit samt dem Haasen fressen da heißt es wie um Haare so um Federn. Ein Uhu – kommentiert Thienemann – , auf einem erbeuteten Hasen sitzend, wird von zwei Katzen angefallen, welche ihm den Hasen entreissen wollen. Oben will eine zweite Eule herabfliegen und den Raub verhindern.

DAZU das Pendant: WELT WELT. Die Füchsen hohleten sich im Hüner Stall ein Gastmahl, allein alsbald wurden Hunde auf Sie abgehezt, und also gilt es wie um Federn so um Haare. Zwei Füchse – kommentiert Thienemann – , der eine nimmt Reissaus mit einer Henne im Maule, der andere hat den getödteten Hahn fallen lassen, um sich gegen einen Hund zu vertheidigen. Zwei andere Packan eilen eine Anhöhe herab, um am Kampfe Theil zu nehmen.

2 Blatt als lebhaft-wandtüchtige Scenerien

in hügeliger schöner Gewässerlandschaft (bei Vollmond), angesiedelt jeweils am anderen Ende desselben Wassers. Radierung + Kupferstich von Martin Elias Ridinger (1731 Augsburg 1780). Bezeichnet: XXXIV. bzw. XXXIII. / Joh. El. Ridinger. del: et inv(in): 1753. / M. El. Ridinger. Filio suo. sp. 1777, ansonsten wie vor und unten. 33,3 x 24,8 cm.

Thienemann + Schwarz 376 + 377; Schles. R.-Slg. bei Boerner XXXIX, innert 1887 ( „Neue Abdrücke“, 1885! ); Slg. Reich auf Biehla 118 + 119 ( „Selten“, 1894!; Bl. 34 auf Plattenkante geschnitten); Helbing XXXIV, Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger, 892 + 893 (Bl. 34: „Selten“, 1900! ).

Jedes einzelne für sich schon vor 125 Jahren selten —

doch hier beide zusammen !!

Das oben wellenförmig gerundete Paar XXXIII/XXXIV der 1779 abgeschlossenen 46blätt. Folge Zu den besondern Ereignissen u: Vorfallenheiten bey der Jagd ( „The rarest set of Ridinger’s sporting line engravings“, Schwerdt 1928, und, so Thienemann, „fast durchgängig so eingerichtet, dass immer zwei und zwei mit einander harmoniren und Seitenstücke bilden, wie sie denn auch paarweis verkauft worden sind“) und ausschließlich von Johann Elias’ Ältestem, Martin Elias, nach überwiegend väterlicher Vorlage auf Kupfer übertragen.

Die eingangs zitierten Untertexte ergänzt durch die Sinnsprüche

„ Ach Ach =
Des Raubens und Mordens ist kein Ende ,
und so wird Frevelthat zur dritten Sünde . “

„ Welt Welt —
Alle wackere Junggesellen sind den Schönen auch beschwerlich ,
aber Leztere wiederum erstern öffter auch Gefährlich. “

wozu Thienemann lakonisch anmerkt „Wie aber die Jungfern und Junggesellen hierher passen, mag Ridinger wissen“.

Das Motiv des Eulen-Blattes inspirierte im übrigen zweifellos Friedrich Gauermann (1807-1862) zu seinem Öl Kampf zwischen Füchsen und einem Adler um ein totes Schneehuhn (Boetticher 64), seinerzeit in Slg. Fürst Liechtenstein.

Dem Sammelband eines alten adeligen Bestandes entstammende breitrandige Abdrucke von leuchtendem Hell-Dunkel auf festem Bütten mit typograph. Wasserzeichen als einer der von Ridinger bevorzugten Qualitäten

mit der römischen Numerierung

(„Wenn sie fehlen, so deutet dies auf spätere Abdrücke“, Th.). – Im äußeren weißen Oberrand noch die beiden Löchlein der ursprünglichen lieferungsweisen Heftung, am rechten Außenrand von Bl. 34 kleiner Wasserrand. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 15.820 / EUR  1780. / export price EUR  1691. (c. US$ 1955.) + Versand


“ Thank you very much for your prompt and very cooperative handling of this order. I very much look forward to seeing the map ”

(Mr. D. R.-H., January 26, 2005)