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Johann Elias Ridinger

La
Légendaire
Gravure

Was von meist

Herrn Ludwig Georg

Marggrafen von Baaden Baaden p.p.

in Höchst-dero Landen

geschossen und gefangen worden in Anno 17..

„ Das Gewerbe eines Kunsthändlers

ist ein schwieriges , ganz eigentümliches ,

aber immer interessantes Gewerbe .

Aber ich würde , wenn ich hundertmal wieder zur Welt käme

und in mein neues Leben …

die Erinnerung an die Arbeit des vorangegangenen mitbrächte ,

immer wieder nur dieses Gewerbe wählen ,

mit derselben Begeisterung , ja mit derselben Leidenschaft ,

mit der ich ihm heute verfallen bin “

Augusto Jandolo

Memorie di un Antiquario, 1939

(deutsche Ausgabe Bekenntnisse eines Kunsthändlers, Wien 1954, Seite 309)

„Jäger der gesuchten Stiche“

übertitelte Paul Dahms 2008 in Wild und Hund gelegentlich des 310. Ridinger-Geburtstages sein Porträt von niemeyer’s als der „auf das Lebenswerk des barocken Kupferstechers spezialisiert(en)“ Handlung. Um an anderer Stelle, etwa in seinem Wild und Jagd vom Darß bis zu den Alpen (München 2005) als einem Bild- und Leservergnügen der Extraklasse am Beispiel des großen, schwarzen Hahns in die waidmännische Praxis überzuwechseln und die gern „schweißtreibende Angelegenheit“ der Auerhahn-Pirsch lebendig werden zu lassen. „… nicht nur Passion und Schießfertigkeit, sondern Geduld … Mehrere Abende vor der eigentlichen Jagd …“. Grünröcke, Ihr habt es besser, als so ein Antiquar der alte, um Goethen strapazierend abzuwandeln.

Was sind schon eine Reihe vergeblicher Ansitze, gar mehrere Jahre, um einen Kapitalen doch noch zu strecken, gegenüber so manches Mal notwendigem langen, langen Atem eines Händlers, der wohl weiß, was den Sammlungen des Heute ebenso noch fehlt wie nahezu jeder auf sich haltenden früheren, aber beileibe nicht weiß, wo und bei wem er ansetzen sollte. Weil’s halt neben alter Literatur nirgends präsent ist – außer in seinem eigenen Kopfe, in seinem Denken und seinem geradezu manischen Verlangen. Bohrend und stechend. Und das seit fünfzig Jahren, alsbald nach erster näherer Beschäftigung mit dem Werke des Platzhirschen seines Jahrhunderts und darüberhinaus bis zum heutigen Tage. Bei Thienemann ( 1856 !! ) las er diesbezüglich

„ ich lasse ein sehr seltenes Blatt folgen …

Ich fühle mich verpflichtet, es ganz genau und ausführlich zu schildern“. Und Jahrzehnte später in Hugo Helbing’s Ridinger-Mammut-Offerte von 1900 ( !! )

„ Das seltenste Blatt von Ridinger ,

welches fast nie im Handel vorkommt “,

es mit 400 Goldmark

gleichbewertend einem kompletten Exemplar

„ von grösster Schönheit mit sehr breitem Rand wie … nur selten vorkommen(d) “

der 36blätterigen Fürstenlust ,

auch seinerseits in „Brillante(m) Abdruck mit breitem Rand“. Und diese beiden Vierhunderter in ihrem unendlich weiten Abstand zum von 1554 Nummern beschickten Feld nur noch übertrumpft von 750 Goldmark für die 101blätterigen Wundersamsten in einem Exemplar „von grösster Schönheit“ und von 700 Goldmark für ein nur „sehr schönes Exemplar“ des 127blätterigen Kolorierten Thierreichs nebst einem uncompletten weiteren als Drittem im Bunde der Vierhunderter.

Ansonsten aber Helbing’sches understatement in puncto „fast nie im Handel vorkomm(end)“. Denn mit jedem weiteren der ihm zuteil werdenden und allmählich ab ausgehendem 19. Jahrhundert praktisch abschließend vorliegenden Ridinger’schen Bestandsverzeichnisse erlitt des Spürhunds Neugierde außer als letztmals bei Schwarz (Baron von Gutmann, 1910) eine Abfuhr. Wes Namens und Ridinger-Sammler-Ruhms auch immer! Eingeschlossen so prominente wie Theodor Reich auf Biehla (1894; „kann sich keine … der seit langer Zeit zum öffentlichen Verkauf [gelangten Sammlungen], in Bezug auf Vollständigkeit und Qualität, … auch nur annähernd mit der vorliegenden … messen“) , Georg Hamminger (1895) als Marktleerfeger im wahrsten Sinne des Wortes , Richard Schwerdt (1928; „Meine größte Freude im Leben war das Sammeln“, doch immerhin eine der beiden bekannten Vorzeichnungen erobernd) , Gräflich Faber-Castell (1958) .

Fehlanzeige auch rund ums seinerzeitige Ausstellungs-Karussell zum 300ten Geburtstag und deren Kataloge, angefangen von der aus erster Fürstenquelle gespeisten 1997/98er Wanderausstellung durch Polen bis hin zur nicht minder gewichtigen 1999er Darmstädter Zweimonatsschau in Kranichstein!

Und dann plötzlich eines Morgens der Tip . Aus heiterem Himmel. Gefolgt vom Schuß ins Schwarze . Und der unbändigen Freude , sich augenreibend selbst zu vergewissern ,

niemeyer’s hat es !!!

» Es ist immer wieder atemberaubend ,

was für Angebote Sie machen können … «

So ein internationaler Verleger

gelegentlich einer früheren Ridinger-Offerte

Top-Legende des Œuvre

Ridinger, La Légendaire Gravure

Die Schiesstabelle
Thienemann 161

„ ich lasse ein

sehr seltenes Blatt

folgen …

Ridinger, Schießtabelle / Wildschwein (Detail)Ridinger, Schießtabelle / Hirsch (Detail)

Ich fühle mich verpflichtet ,

es ganz genau und ausführlich

zu schildern “

Thienemann (1856)
Nr. 161

Wobei es sich um nachfolgendes

Weigel’sches Exemplar

handeln dürfte

TABELLA

Was an Roth= und schwartz Wiltprett wie auch Raubthier, Feder Wiltprett, und Raub Vögel meistens in Höchster Gegenwarth Ihro Hochfürstl: Durchlaucht der Regirenden Herrn

Ridinger, Schießtabelle / Titel (Detail)

Herrn Ludwig Georg Marggrafen von Baaden Baaden p.p.

Ridinger, Schießtabelle / Tabelle (Detail)

in Höchst-dero Landen geschossen und gefangen worden in Anno 17.. .

Das prächtig ausufernde – malerisch mit Jagdhund-Köpfen komponierte Kaskaden als Sockel-Einfassung – von jeweils gekröntem Löwen + Greif gehaltene imperiale Landeswappen unter dem Fürstenhut vor linksseits der Versailles-prächtigen Rastatter Residenz und rechtsseits dem Ortskern mit Kirche vor Bergrücken. Darunter

die 6spaltige TABELLA für eben

Hirsch / Thier und Kälber / Schwartz Wildprett /
Tann Hirsch / Tan(n) Thier u: Kälb: / Rehe //

Hasen / Lucks / Wölff / Füchs / Tächs / Fischotter //

Wilte Katzen / Marther / Iltes / Wiesele / W: Kaningen //

Auerhanen / Schwanen / Granich / Trappen / Birckhanen //

Haselhüner / Fasanen / Wilte Gäns / Wilte Enden / Schnöpffen / Felthüner //

Berlhüner / Beccasins / Wachteln / Rohrtrum(m)eln / Wilte Tauben / Raub Vögel ,

Summa      Stück

unausgefüllt geblieben wie schon vor 100/150 Jahren die drei oder auch nur weniger Exemplare unten als den einzigen hier nachweisbaren früheren, möglicherweise gar ein und desselben. Der Vorder- und Mittelgrund schließlich

mit reichster Einfassung des ganzen TABELLA-Inhalts ,

apart und in (Parforce-) Jagden ,

Ridinger, Schießtabelle / Parforcejagd (Detail)

mit Netzen und auf Postament ruhender Spitzsäule

als Jagdtrophäe mit balzendem Auerhahn obendrauf

und anderem herzaufgehendem mehr. Bis hin zu Falken , Entenkette und Reiher in den Lüften .

Kupferstich mit Radierung. (1753.) Bezeichnet: Joh. El. Ridinger sculps. Aug. Vind. Blattgröße 26,3 x 37,2 cm.

In bordeauxroter Rindleder-Kassette

(48 x 61 x 3 cm) auf Zierbünden mit Goldfilete auf Rücken + beiden Deckeln, Vorderdeckel-Prägung Johann Elias Ridinger / La Légendaire Gravure + wappenbezugnehmend Goldenem Vlies in den vier Eckzwickeln, Rückdeckel-Prägung ligierter red series RS-Stempel als Mittelstück + JayAitchDesign im Unterrand, schwarzen Rücken-Schildchen Johann Elias Ridinger / Th. 161 sowie text- + seltenheitsbezogener Innenspiegel-Prägung auf rotem Grund. Mittig vorspringender Boden-Innenkante zudem ridinger handlung niemeyer – red series. Alles 23,5karätig in Gold.

Vorsorglich versehen schließlich mit zwei rotbespannten Attrappen

um bei Vorkommen die beiden literaturbekannten Vorzeichnungen mit aufnehmen zu können.

niemeyer’s
erfüllt von der Freude , Wünsche erfüllen zu können

Weigel, Kunstlager-Catalog, Abt. XXVIII (1857) ,

Ridinger-Appendix, Nr. 14

Ridinger, Schießtabelle (Th. 161)

„Aeusserst selten“,

mit 20 Reichsthalern noch nur (!!) gleichbewertet den Erstausgaben

der 23blätt. Folge der Jagdbaren Thiere , der zunächst erst 16blätt. Fabel-Suite und der 12blätt. Paradies-Folge.

Und damit höher als die Erstausgaben

der 16blätt. Parforcejagd (16 RTh.) , der 30blätt. Fangarten-Folge (18) , der 25blätt. Falconiers-Suite (12) , der 22blätt. Folge der von Hunden behätzten jagdbaren Thiere (15) , der großformatigen 8blätt. Folge der Betrachtung der wilden Thiere mit den kleinen Fährten (15) , der 45blätt. Folge der Besondern Ereignisse und Vorfallenheiten bei der Jagd (10) , der 36blätt. Folge der Nationen-Pferde (12) , der 18blätt. Großen Reitschule (15) , der 16blätt. Folge der Fürstlichen Personen zu Pferde (18)

Noch höher – derzeit ! – lediglich die Erstausgaben

der 36blätt. Fürsten-Lust (25 RTh.; nur 43 Jahre später bereits Preisgleichstand bei Helbing, siehe Seite 3) , der 40blätt. Brockes-Folge der Wilden Thiere (30) , der 101blätt. Folge der Wundersamsten (60) , der 126blätt. Entwurfs-Folge (25) , eines mit nur 120 Tafeln uncompletten Exemplars des Kolorierten Thierreichs (50; „Vollständige Exemplare sind fast unauffindbar“) und des monumentalen 1025blätt. in Farben gedruckten und nachkolorierten Weinmann’schen Pflanzenwerks (24) .

Schwarz (1910) 161 nebst Tafel I/IX

als dem von Gutmann’schen Exemplar als hier letztmals ( !) nachweisbarem .

Im übrigen Helbing’sches understatement in puncto „fast nie im Handel vorkomm(end)“ aktualisiert durch

Fehlanzeige

in den hier ab ausgehendem 19. Jahrhundert praktisch abschließend vorliegenden Ridinger’schen Bestandsverzeichnissen von Rang wie Theodor Reich auf Biehla (1894; „kann sich keine … der seit langer Zeit zum öffentlichen Verkauf [gelangten Sammlungen], in Bezug auf Vollständigkeit und Qualität, … auch nur annähernd mit der vorliegenden … messen“) , Georg Hamminger (1895) als Marktleerfeger im wahrsten Sinne des Wortes , Richard Schwerdt (1928, doch immerhin eine der beiden bekannten Vorzeichnungen erobernd und dabei anmerkend A study for the rarest of Ridinger’s prints [III, 215]) , Gräflich Faber-Castell (1958) .

Fehlanzeige

denn auch rund ums seinerzeitige Ausstellungs-Karussell zum 300ten Geburtstag und deren Kataloge. Angefangen von der aus erster Fürstenquelle gespeisten 1997/98er Wanderausstellung durch Polen bis hin zur nicht minder gewichtigen 1999er Darmstädter Zweimonatsschau in Kranichstein!

Herrlicher Druck kontrastreichen Leuchtens

auf fein strukturiertem leichten Bütten mit Wz. Krone unter Reichsapfel nebst Anhänger A H (?) mit feinem Rand rundum, gleichwohl auf oder knapp innerhalb der Plattenkante geschnitten und vermutlich schon zu Anfang des 19. Jahrhunderts unter Velin-Kulisse mit Wz. H SMITH 1815 montiert. Letzterem könnte durch Spannung die rückseits bemerkbare generelle leichte Knitterung zumindest mit geschuldet sein. Bildseits indes bis auf die linksaußen von oben bis mittig zum Schloßsockel reichende Quetschfalte nahezu gänzlich vernachlässigbar.

Konzipiert als Jahrestabelle , ergibt sich

die praktische Unauffindbarkeit

als nicht für Dritte bestimmte, zweckgebundene Auftragsarbeit bei maximal überdies nur acht/neunjähriger Aktualität von selbst. Zwar schon seit 1727 regierend, ist das Kupfer ausweislich der noch sehr allgemein gehaltenen, großformatigeren und durch Signatur und Datum gesicherten Vorzeichnung unbekannten Verbleibs Weigel, Johann Elias Ridinger’s Kunstnachlass in Handzeichnungen, 1869, Nr. 385 – „eine der schönsten Zeichnungen“, Th. Seite 275, ad h – auf frühestens 1753 zu datieren. Schon 1761 aber verstarb der analog zu seinem Vater, dem Türkenlouis Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden als Erbauer der Rastatter Residenz,

Jägerlouis

apostrophierte Auftraggeber, Markgraf Ludwig Georg, Träger des bayerischen Hubertus-Ordens, Ritter vom Goldenen Vlies, letzteres in anstehendem Wappen festtagsgemäß an der „aus Feuerstählen und flammenspeienden Feuersteinen (dem Emblem Burgunds [Philipp der Gute hatte den Orden 1429 gestiftet]) bestehenden Kette“ (Meyers Konv.-Lex. VII, 1889, 487) hängend, also nicht etwa nur am roten Bande. Somit väterlichem Stolze folgend, der den ihm vom spanischen König Karl II. verliehenen Orden auf seiner Rüstung eingravieren ließ.

Geboren am 7. Juni 1702 auf Schloß Ettlingen mit Franziska Sibylla Augusta geb. Prinzessin von Sachsen-Lauenburg als Mutter – in mütterlicher Vormundschaft führte diese nach dem Tode ihes Mannes, 1707, bis 1727 die Regentschaft – , verehelichte sich der streng katholische Ludwig Georg nach mütterlicherseits eingeholter kaiserlicher Genehmigung 1721

in erster Ehe mit Maria Anna von Schwarzenberg

(1706-1755), der Tochter des Fürsten Adam Franz. Die Hochzeit fand auf dem seit 1719 Schwarzenberg’schen Residenz-Schloß Böhmisch Krumau (Cesky Krumlov) statt, dem nach der Prager Burg zweitgrößten historischen Bau Tschechiens, seit 1989 nationales Kulturdenkmal, seit 1992 UNESCO Weltkulturerbe, seiner Architektur und historischen Bedeutung wegen zu den wichtigsten Baudenkmälern Mitteleuropas gehörend (Wikipedia). Seine praktisch wirtschaftende und denkende Mutter aber schenkte ihrem jungen Nimrod aus diesem Anlaß ein Jagdhaus auf dem Fremersberg bei Baden-Baden.

Die zweite Ehe verband den Witwer mit Maria Anna Josepha von Bayern

(1734-1776), der Tochter des Kurfürsten Karl Albrecht, späterem Kaiser Karl VII., als welchen ihn Ridinger bei seiner Rückkehr nach München 1744 mit den Arbeiten Th. 274 + 275 begrüßte. – Verstorben am 22. October in Rastatt, fand Markgraf Ludwig Georg Simpert in der Stiftskirche Baden-Baden als der Grablege der markgräflichen Familie seine letzte Ruhestätte. Ihm folgte in der Regentschaft sein jüngerer Bruder, August Wilhelm Simpert (1706-1771), mit dessen Ableben die in der Zähringer-Linie wurzelnde Markgrafschaft Baden-Baden in der männlichen Linie erlosch und auf das Haus Baden-Durlach überging. Womit wieder zusammengeführt wurde, was 1535 auseinandergedriftet war.

In so großem Ambiente die Böhmische Hochzeit zelebriert worden war , so

Ridinger, Schießtabelle / Residenz Rastatt (Detail)

nicht minder glanzvoll die markgräfliche Residenz in Rastatt

als der „ältesten Barockresidenz am Oberrhein … (folgend) dem Barockideal einer dreigliedrigen Einheit von Schloss, Park und Stadt ,

wie es in Versailles verwirklicht worden war …

(der Vater, Markgraf Ludwig Wilhelm) setzte den Neubau in die weite Ebene des Rheingrabens, wo er ihn für 12 Millionen Gulden als weitläufige barocke Schlossanlage erbauen ließ … Das Schloss mit seiner prunkvollen Innenausstattung , die geometrisch angelegte Stadt Rastatt und die weitläufigen Parkanlagen stellen ein

einzigartiges authentisches barockes Gesamtkunstwerk

dar“ (Timo John in der FAZ vom 5. Juli 2000).

Mit dessen Grundsteinlegung 1698 als zugleich dem Geburtsjahr Ridinger’s der sein ureigenstes persönliches Konzept verwirklichende Bauherr auch privat jene Größe widerspiegelte, die ihn in den Kriegen gegen die Osmanen (1683-1699) für alle Welt als Türkenlouis – von den Türken selbst seiner roten Uniform wegen respektvoll nur Der Rote König genannt – unsterblich machte und den erst 36jährigen nach seinem triumphalen Sieg in der Schlacht von Slankamen 1691 zum Generalleutnant, sprich, zum Oberkommandierenden aller kaiserlichen Truppen als dem höchsten militärischen, nur fünfmal verliehenen Rang überhaupt avancieren ließ.

Welchen adäquaten gesellschaftlichen Aufstieg Kaiser Leopold I. seinem Feldherrn durch Nichtberücksichtigung bei der Vergabe der Krone Polens und der neunten deutschen Kurwürde vorenthielt. Dessen selbstbewußte Antwort war die Grandeur des Rastatter Schlosses als einer „gewaltigen Dreiflügelanlage“

Einer Anlage, die auf der unsignierten und undatierten zweiten der beiden bekannten und nun schon stichformatigen Vorzeichnungen – siehe Schwerdt III, Seite 215 + Tafel 250, heute bayerische Privatsammlung – noch nur andeutungsweise skizziert erscheint, um sich im Kupfer nunmehr in ihrer ganzen Vollendung fürstlichen Machtanspruchs zu präsentieren.

Und vor dieser lokalen Kulisse – Schloßanlage links- , Ort rechtsseits – das Thema welches denn .

Die Attribute der ganzen Fülle barocker höfischer Jagd

als der Immobilie mobiler Widerhall. Mit dem Wappen, ganz oben links gleich ein Basse, als dem zentralen Bindeglied der letzten Instanz. Glorios in seinem Selbstverständnis , seiner Dichte , seinem Reichtum , seinem Ausmaß (19 x 30 cm) . Denken und Fühlen eines Hauses vermittelnd, dessen großer Ludwig Wilhelm nicht nur sein badisches Versailles zu errichten vermochte, vielmehr auch seinem ihm ungebührlich kommenden kaiserlichen Herrn ausrichten ließ, er wolle wohl die Fürsten zu „Güllebauern und Sklaven“ degradieren.

In keiner anderen Arbeit Ridinger’s

begegnen wir einer auch nur annähernd vergleichbaren fürstlichen Selbstdarstellung wieder

wie in dieser in der alten Graphik wohl generell

Ridinger, Schießtabelle / Wappenkartusche (Detail)

ganz einzigartigen Wappen-Dominanz .

Seitens des Sohnes verdeutlichend ,
was dem Vater in Undankbarkeit vorenthalten blieb :

der Aufstieg in den Hochadel .

Th. 161 solchermaßen fürstlich über sein Thema hinausgehend .

Dem „verharmlosten Ridinger“ muß die Ausführung dieses Auftrags Spaß gemacht haben. Aber auch wo sonst bei ihm begegnen wir auf eher doch nur beschränktem Raume einem thematisch derartigen Reichtum als geradezu einem

Kompendium seines waidmännischen Schilderns !

Umso auffallender, daß er sich im Gegensatz zur Vorzeichnung Weigel 385 – „mit dem Namen. 1753.“ – im nunmehr korsettierten und dynastisch erweiterten Kupfer signaturmäßig nur als Stecher dessen ausweist, was zu

260jähriger

Ridinger, La Légendaire Gravure

graphischer Top-Legende des Œuvre

gedieh!

44 bis 54 Jahre

lagen zwischen deren letztem Nachweis und deren erstmaliger Beschreibung durch Thienemann. Und deren wertmäßigem Vergleichssprung von den 23 Blatt der Jagdbaren Thiere auf die 36 der Fürstenlust !

Aber 104 bis 114 Jahre

liegen zwischen dem heutigen Angebot

und jenen Eckdaten von 1900 + 1910 !!

„ Jäger der gesuchten Stiche “

fiel

WILD und HUND

vor Jahren zu niemeyer’s ein .

Ridinger, Schießtabelle (Detail)

Voilà

Angebots-Nr. 16.115 / Preis auf Anfrage


“ The prints arrived today in great condition! I couldn’t be happier with the purchase. Thank you so much for working with me … ”

(Mr. M. C., September 25, 2014)