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AHA!
der Herr Ridinger

„ welcher denn nun ganz ein anderer Mann gewesen …

Ridinger, Hirsch

sonsten hatte mein Stamm-Buch
in augspurg niemand gesehen als H. Ridinger “

3. + 6. Juli 1766

Mit Empfehlungsschreiben aus Paris

Diesmal Adrian Zingg

St. Gallen 1734 – Leipzig 1816

der nach 7jährigem Werkstatt-/Freundes-Aufenthalt beim deutschen Kunst-Nabel in Paris, Johann Georg Wille, schließlich schweren Herzens dem Rufe Christian Ludwig von Hagedorn’s als Lehrer für Kupferstecherkunst an der neugegründeten Kunstakademie nach Dresden folgt. Und dorthin „frühestens am 24. April 1766“ aufbricht, allseits beweint, doch begleitet von zwanzig Zeichen der Freundschaft im Stammbuch.

Choffard, Stilleben
Die persönlichste Eintragung:
Choffard’s („eine ewig neu sprudelnde Quelle geistreicher Erfindung“, Th.-B.) „programmatisches Stilleben als Lob auf das künstlerische Schaffen“ (K.-H.) mit Zeichen- und Stecherutensilien samt Kupferplatte zu Zingg’s berühmter 2jähr. Arbeit Les Bergeres nach Dietricy

Und obgleich mitnichten geraden direkten Weges, doch immerhin gegen Mitte Juli im Elb-Florenz eintreffend. Denn zunächst ging’s nach Bern, dann via Zürich ins heimatliche St. Gallen, und dann, ja von dort, wie er im August nach Paris berichten wird,

„ Reißete ich (den ersten des vergangenen Monaths) frühe … weg zu Pferdt, und es Regnete auf das aller heftigste, den 3ten Mittags war ich in augspurg , und mein erster Besuch war H(err Georg Christoph). Kilian (Schüler/Freund/Biograph Ridinger’s) … ich sagte daß ich nach Mittag

den H. Ridinger besuchen wolle ,

welcher denn nun ganz ein andrer Mann gewesen …

H. Ridinger

Ridinger (Signatur)

hatte mir etwaß in mein Stamm-Buch gezeichnet

mich freüet es besonders wohl ,

sonsten hatte mein Stamm-Buch in augspurg niemand gesehen

als H. Ridinger ,

den (Johann Jacob) Haid (Schüler/Geselle/Freund Ridinger’s) und (Johannes Esaias) Nilson hatte ich auch besucht … den 7ten war ich von augspurg abgereiset, und den 9ten in Nürnberg angekommen … “

(nach Décultot, Espagne u. Werner [Hrsg.], Joh. Gg. Wille / Briefwechsel, 1999, S. 376).

Adrian Zingg, Stammbuch
Originalgröße des Eintrags 3 x 6,5 cm

Zingg’s Hervorhebung, niemanden sonst in Augsburg als Ridinger für einen Stammbucheintrag ins Auge gefaßt zu haben umso bemerkenswerter als letzterer ein Vertreter der gern attackierten Väter-Generation. Und, mehr noch, daß der 32jährige, zudem schon der Stellung seines Lebens entgegenreisende Zingg mit seiner Hochachtung für das Œuvre des Altmeister’s unter seinen Altersgefährten nicht allein stand. So beklagt der 31jährige Ferdinand von Kobell, gleichfalls gegenüber Wille (10. Juli 1771; Décultot Seite 486) angesichts des damals eher nur noch handwerklich-künstlerischen Augsburgs geradezu drastisch die „Insecten der Kupferstecherey (im) armseligen Augspurg“ und „daß in einem solchen Orth ein Ridinger – und Rugendas gelebet haben (müssen)“.

Und damit beide zeitgenössisch nichts anderes verdeutlichend, als was 200 Jahre später eine kunsthistorisch so gewichtige Stimme wie die Wolf Stubbe’s resümiert, wenn sie bezüglich Augsburgs in puncto Ridinger gleich zur Sache kommt. Daß nämlich dessen „künstlerische Gesamterscheinung eigentlich nichts von einem ‘Augsburger’ Künstler“ habe. Und daß „seine graphischen Arbeiten kaum etwas gemein haben mit den dekorativ-ornamentalen Kupferstichen aus den Werkstätten in seiner Nachbarschaft“. Gleichwohl, „und doch empfindet man ‘Augsburg’ als eine notwendige Voraussetzung für ihre Entwicklung“ (Stubbe, Joh. Elias Ridinger, 1966, Seiten 10 f.).

Und damit war für Zingg seine Bitte an Ridinger gar keine Frage. Und sie erfüllt zu sehen, freute ihn besonders.

niemeyer’s — für die vielfalt an ridingeriana

Stammbuch Adrian Zingg’s

Adrian Zingg, Stammbuch

1757 – 1790

Einträge von mehr als 60 Zunftgenossen in, vereinzelt auch mehreren, gesamthaft 69 Zeichnungen, Aquarellen und Gouachen nebst Zueignung auf teils zusätzlichem Blatte, davon eine eineinhalbseitig. 122 x 185 x 22 mm. Faksimileausgabe im Originalformat und den Originalfarben. (Mit Nachwort von Erwin Hensler.) Lpz., Insel, (1923). 85 unnum. Bll., 31 SS., Impr. Allseits reich vergoldeter grüner OMaroquin.-Hand.-Einbd. mit farbig gesprenkeltem Vorsatz + A.Z.-Monogramm auf dem Vorderdeckel sowie braunem Schutzumschlag in braunem OSchuber. Goldschnitt.

Andreas Diesend, Stammbuch des Adrian Zingg 1757-1790, in Kuhlmann-Hodick u. a. (Hrsg.), Adrian Zingg. Wegbereiter der Romantik/Ausstellungskatalog Dresden/Zürich, 2012, SS. 98 f. nebst 2 Abb. – Eins der 300 hs. arabisch numerierten Exemplare der Gesamtauflage von 320, deren 20 nicht für den Handel bestimmte römisch numerierte in Saffian. – Originalgerechte Ausführung „in vielfarbigem Lichtdruck unter Leitung von Fritz Goetz“. – Kanten von Umschlag + Schuber leicht bis etwas mehr bestoßen/abgeschabt, die Bindung kaum nennenswert gelockert, wie Querformaten gern eigen.

„ Mitte Juli 1766 scheint Zingg in Dresden eingetroffen zu sein. Die Beiträge Handmanns in Bern, Geßners und Füßlis in Zürich sowie Ridingers in Augsburg und Dietzschs in Nürnberg gestatten, seine Reise über diese Städte vom 11. Mai bis zum 12. Juli zu verfolgen “ (Hensler, hierselbst Seite 13).

Ridinger’s sinnfälliger Beitrag eines auf schöner Waldlichtung halb aufgerichteten Kapitalen in laviertem Bister trägt die Unterschrift

„Meinem Wehrtesten Freunde Herren Zingg
von J. E; Ridinger 1766. Die 6 July in Augspurg“.

Zingg hat Ridinger somit zweimal besucht. Zunächst gleich am Ankunftstag, dann am Tag vor der Abreise, als der Meister ihm sein Stammbuch mit eigens angefertigter Zeichnung zurückgab. In verschiedenen anderen Fällen sind solche aufmontiert, wurde also auf bereits Vorhandenes zurückgegriffen.

Johann Georg Wille
Johann Georg Wille (Biebertal/Gießen 1715 – Paris 1808), 26. März 1766

„ Die Tradition, ein Stammbuch … zu führen, geht auf das 16. Jahrhundert zurück. Im 18. Jahrhundert nahm dieser Brauch im Zuge einer Blüte des Freundschaftskultes besondere Bedeutung ein …

Das Stammbuch Adrian Zinggs ist mit seinen Eintragungen und bildlichen Widmungen von sechzig internationalen Künstlern eines der bedeutendsten seiner Zeit . Besonders die Vielfalt und die hohe Qualität der Zeichnungen, die fast lückenlose Verfolgbarkeit der Stationen in seinem Leben sowie der Einblick in die Künstlerkreise, in denen sich der Künstler bewegte,

verhelfen diesem Stammbuch

zu seiner herausragenden Stellung …

Welch wichtigen Stellenwert das Stammbuch für seinen Besitzer hatte, wird an der einzigen persönlichen Eintragung deutlich: 66. Zeichnungen als Erinnerungen und andenken von die freunden A. Zingg.‘ “

(Andreas Diesend a. a. O.). – Konträr zur Faksimileausgabe bildet letztere „im Originalband die letzte Seite, während dort C. A. Graffs (Schenkungs-)Vermerk auf der ersten sich befindet. Tatsächlich sind es nicht ‚66 Zeichnungen …‘ sondern auf 83 Blatt stehen 69 … von 60 Künstlern und eine handschriftliche Widmung … Mit je zwei Beiträgen sind vertreten D. Chodowiecki, S. Freudenberger, Chr. G. Geißler, J. C. Hedlinger, J. Chr. Klengel , J. W. Meil, Fr. E. Weirotter, mit dreien J. H. Ramberg“ (Hensler innert hiesigen Begleittextes, S. 19).

Weirotter
Weirotter’s Stammbuch-Lebewohl, April 1766: „Willage de la Normandie“

Mit 20 Einträgen besonders gut dokumentiert die in Paris um Wille Versammelten „mit ihren durchweg

reizvollen Darstellungen eindrucksvoll das künstlerische Schaffen

und die Vielseitigkeit der Stile, Gattungen und Themen des Wille-Kreises“ dabei nicht zuletzt die Exkursionen dokumentierend, die der Meister – so Hensler Seite 5 – mit ihnen oder sie allein nach St. Denis, St. Germain, an die untere Seine, in die Picardie + Normandie , zu den Ruinen der Abtei St. Maur etc. unternehmen, was alles die Skizzenbücher der Kommenden füllt und in den Œuvre seinen Niederschlag findet.

Weirotter, Normandie
Normandie-Folge
von 10 (statt 12) Landschafts-Radierungen + Aquatinten (2)
dessiné d’après Nature / et Gravé par F. E. Weirotter / AParis chés Wille Graveur du Roi …

„ Der Name Adrian Zingg  ist über das sächsische Land hinaus auch in Kunstkreisen heute kaum bekannt. Wer von (ihm) … gehört hat, der volle fünzig Jahre neben seinem Landsmann Anton Graff die Hauptzierde der Dresdener Akademie bildete … Erst in den letzten Jahren ist man Zingg wieder gerechter geworden “ (Hensler, 1923, Seite 1).

Denn, bedingt auch auf den die Malerei zunehmend zurückstellenden und somit seinerseits von der Kunstwissenschaft vernachlässigten Ridinger zutreffend,

„ Solange das Tafelgemälde allein

der Wertmesser für Kunst und Künstler war ,

so lange war auch Adrian Zingg ein Vergessener. Da er auch nicht ein einziges Gemälde geschaffen hat, war damit das Urteil über ihn bereits gefällt … (Tatsächlich aber hat er)

der Sächsischen Schweiz nicht nur ihren Namen gegeben ,

er beeinflusste auch eine ganze Künstlergeneration bis hin zu Caspar David Friedrich … (und) wurde so zu einem bedeutenden Wegbereiter der romantischen Landschaftskunst in Deutschland, für die Dresden eines der wichtigsten Zentren gewesen ist “

(Kuhlmann-Hodick, a. a. O., SS. 11 + 7).

Jacob Wilhelm Mechau
Jacob Wilhelm Mechau, Leipzig 12. 10. 1783

Doch dieses specificum allein war’s nicht. Das künstlerische Jahrhundert selbst war naserümpfender Gegenstand, wie es eine kunsthistorisch so erfrischend unkonventionelle Feder wie die Laurens J. Bol’s für die Niederlande auf den Punkt brachte:

„ (Für lange Zeit hatte die holländische Geschichtsschreibung selten etwas Gutes über das 18. Jahrhundert zu sagen. ‚Periode des Verfalls‘, ‚Perückenzeitalter‘, ‚Epoche der Dekadenz‘ – dies waren die üblicherweise benutzten Termina zur Beschreibung dieser Ära. Die Zeit der Expansion und glorreicher heroischer Taten war Vergangenheit. Der Holländer mit seinem neu erworbenen Wohlstand war nicht mehr dynamisch, sondern reflektiv. Er erstrebte eine komfortable gesicherte Existenz, in welcher er sammeln und Kunst und Wissenschaft fördern konnte …

Die Produktion von Ölmalereien

ging während des 18. Jahrhunderts sichtbar zurück .

Der Überfluß guter 17.-Jahrhundert-Künstler hatte einen überbordenden Vorrat bewirkt: die Niederlande waren überflutet mit Bildern. Die Reichen besaßen ihre Großen Meister, doch auch die weniger Betuchten hatten ihre Bilder an der Wand, Arbeiten weniger talentierter, doch nichtsdestotrotz kompetenter holländischer Künstler. Darüber hinaus bedeutete das noch zunehmende Verlangen nach gemalten Wanddekorationen, daß

der verfügbare Platz für gerahmte Bilder entschieden zurückging .

Die Kunst der Zeichnung gewann sichtbar an Popularität und Anerkennung in diesem Jahrhundert und Sammler wie Künstler nahmen ein größeres Interesse an ihr … Soweit Dordrecht betroffen ist … möchte ich so kühn sein, von einem zweiten Goldenen Jahrhundert zu sprechen …

Das 18.-Jahrhundert-Streben nach Lernen und Wissenschaft ging einher

mit einer unverfälschten Passion fürs Sammeln …

einem Wunsch nach Distinktion … “

(Laurens J. Bol [langjähriger Direktor der Dordrechter Museen], Aart Schouman / Ingenious Painter and Draughtsman, 1991, Seiten 11 + 13).

Kregel von Sternbach
Carl Friedrich Kregel von Sternbach, Leipzig 1786, nach van Goyen

Darf im Lichte seines vorausgegangenen Goldenen 17. Jahrhunderts der Verächtlichung des achtzehnten seitens der holländischen Kunstkritik immerhin nicht ohne Verständnis begegnet werden, so ist dies zwangsläufig nicht auf Deutschland übertragbar. Beiden Standorten hingegen gemeinsam der ölgetränkte Hochmut gegenüber Zeichnung und Graphik. Und die mangelnde Bereitschaft, einem gewandelten Bedürfnis Rechnung zu tragen. Wille’s dokumentierter zu hohen Preisen florierender Umschlag zeitgenössischer deutscher Graphik in Frankreich bestätigt, was Bol für Holland resümiert. Und wofür, herausgegriffen, auch das Œuvre des Österreichers Weirotter’s steht, wo doch „Kenner und Freunde seiner Blätter die Abdrücke einzelner Blätter theuer bezahlen (mußten) … Als Radierer zählt W(eirotter) zu den hervorragendsten Künstlern“ (ADB XLI [1896], 520f.).

Und wenn bei Ridinger  ein seiner Omnipotenz nachfolgendes zeichnerisches und graphisches Ausgelastetsein bedingte, daß er als gerade 50jähriger es sich leisten konnte, darüber nachzudenken, einen Folgeauftrag Zarin Elisabeth Petrowna’s, Tochter Peter’s des Großen, nach weiteren Ölen anzunehmen, da er doch, so mit Brief an Wille vom 29. 6. 1748, „nimmermehr geglaubet das ich den pensel noch einmahl ergreiffen würde“, so entsprangen Zingg’s Absichten und Meriten sowohl seinem Vermögen wie seiner auch hier unternehmerischen Einschätzung, als Graphiker im namentlich dem frühen Lehrer Aberli – auch er aus gedachten sich anschließenden gemeinsamen Pariser Tagen zweiseitig im Stammbuch vertreten – geschuldeten koloristischen Landschaftsfach neue wie marktgerechte Maßstäbe zu setzen.

Denn nichts anderes waren Zingg’s sepiagetuschte Umrißradierungen

Ruisdael, Hirschjagd

„ Vortrefflich und das beste von diesem Meister allhier “
(Goethe 1790)

Ruisdael’s unendlich berühmte Dresdner Jagd

als, so Claudia Schnitzer in K.-H., S. 37, „einer neuen , eigenen Art der Reproduktionsgraphik , die den

Eindruck einer originalen Zeichnung erweckte .”

1757 angelegt, wuchs das Stammbuch bis 1790, um dann als abgeschlossen bis zum 11. Juni 1815 zu ruhen, an welchem Tage es Zingg seinem Schüler und Patenkind Carl Anton Graff (1774 Dresden 1832), zweiter Sohn seines jahrzehntelangen Freundes und Dresdner Kollegen Anton Graff, schenkte, mit dessen Eintrag „Zum freundschaftlichen Andenken erhalten vom H. Professor Zingg“ es endgültig endet, ohne indes platzmäßig ausgeschöpft zu sein.

Auf der Graff’schen Nachlaßversteigerung im November 1832 erstand es der damalige Kronprinz und spätere König Friedrich August II. von Sachsen. Zur Zeit seiner Faksimilierung besaß es Prinz Johann Georg, Herzog zu Sachsen, um 2003 schließlich via Schweizer Handel im Kunstmuseum Basel vor bleibenden Anker zu gehen.

Chodowiecki
Daniel Chodowiecki 1771

Seinen Umfang beziffert K.-H., a. a. O., Seite 98, mit 140 Blatt gegenüber nur 85 anstehender Faksimileausgabe, die logischerweise die freien Blätter fortläßt, die Dicke des Bandes gleichwohl über die Papierstärke ausgleicht. Das genannte Längsformat mit 195 mm statt hiesiger 185 möglicherweise inkorrekt. Die „70“ Zeichnungen offenbar inclusive des eineinhalbseitigen hs. Eintrags. Hiesige Bindung in grünem Leder indessen abweichend vom roten Franzband des Originals, wie vielleicht den 20 Vorzugs-Exemplaren in Saffian vorbehalten worden.

Sein kunst- und kulturhistorischer Wert festgeschrieben von allseitiger Literatur bis hin zur Erwähnung von Einzelblättern, so etwa Thieme-Becker gelegentlich zweier 1784er Sepia-Landschaften Jacob Mechau’s der Slg. Speck von Sternburg als Vorgänger „ähnliches Aquar. im Album Adr. Zinggs vom 12. 10. 1783“. Und ebda. zu Zingg selbst „sein durch Hensler bekanntgemachtes  ‚Stammbuch‘ mit wertvollen Beiträgen 1757-90 …“. Sodaß Hensler Seite 16 seinerseits zu Recht resümiert:

Jacob Philipp Hackert
Jacob Philipp (Goethe) Hackert, Paris April 1766

„ Welche wirbelnde Fülle der Eindrücke vermittelt dieser Band !

Klengel, Dresden
„ Zur Erinnerung. nach dem Leben v. J. C. Klengel. 1779. “
Blick aus Zingg’s früherer Wohnung im Dresdner Akademiegebäude

Ein Gegenstück wird sich ihm kaum an die Seite stellen lassen .“

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Und nochmals Charme + Freundschaft

Dietricy, Pont Rustique
Dessiné par Dietricy. / Gravé par Weirotter.
Dédié à Monsieur Adrien Zingg Graveur. / Par son Serviteur et Ami Weirotter

„ Herr Weirotter hat mir zugleich ein Geschenk mit eigenen Arbeiten gemacht, die ich zu den besten in der Art rechne … Dieser junge Künstler wird seinem Vaterlande Ehre machen “

(Winkelmann am 28. Januar 1764 aus Rom an Wille nach Décultot, a. a. O., Seite 314).

Die Landschaftsradierung erlebte mit Weirotter einen schönen Höhepunkt und Schmutzer, seinerzeitiger Direktor der Wiener Akademie, empfahl Maria Theresia 1766 die Berufung des noch jungen Künstlers an die Akademie, damit er dort das Landschaftsfach übernehmen könne. Laut Schmutzers Bericht an die Kaiserin verdiente der Mittdreißiger

„ mit seinen geätzten Landschaften ,

welche in England , Holland und Deutschland gerne gekauft würden ,

jährlich 4-5000 fl. “.

Der Berufungsvorschlag wurde vom Staatsrat umgehend angenommen, da Weirotter sonst „bereits einen Ruf nach Sachsen in Händen habe“. Bei seinem allzu frühen Tode jedoch fand „sein gesamter künstlerischer Nachlaß in Wien keine Abnehmer; er ging nach Paris. Kenner und Freunde seiner Blätter

mußten die Abdrücke einzelner Blätter theuer bezahlen …

Als Radierer zählt W(eirotter) zu den hervorragendsten Künstlern “

(ADB XLI [1896], 520 f.), wobei er „auf den beiden ihm (in Wien) zugewiesenen Gebieten, der Landschaftszeichnung und der Radirung, eine wahrhaft staunenswerte Tätigkeit entwickelt

u. Impulse gegeben (hat) , die heute noch fortwirken “

(Thieme-Becker XXXV [1942], 309, Carl von Lützow zitierend).

Sein ganzes Können spiegeln die Arbeiten nach eigener Vorlage wider. Seine Hochschätzung bei den Zeitgenossen ergeben Briefe von und an Wille. Und letzterer in Rückblick auf den vorangegangenen Pariser Ausbildungsaufenthalt (1759/63) berichtet an Hagedorn in Dresden „Er ist so fertig im Zeichnen geworden, daß seine Zeichnungen weit leichter als seine Gemälde aussehen“. Und als Sammler der Leipziger Bankier Gottfried Winckler 1764 „Ich zweifle nicht, daß uns H(err).

Weirotter nach der Italienischen Reise wird vil schönes liefern “

(nach Décultot). „ Weirotter – so Gerson, Ausbreitung und Nachwirkung der holländischen Malerei des 17. Jhdts., 2. Aufl., 1983, S. 338 – arbeitete auch nach P. Molijn, Jan van Goyen, Aert van der Neer — und Dietricy (Christian Wilhelm Ernst Dietrich, Weimar 1712 – Dresden 1774).

Seine eigenen Erfindungen sind entsprechend holländisch . “

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Berief Zingg nach Dresden

erfüllend weitgehend dessen Ansprüche

Ridinger, Der Morgen der Hirsche

Christian Ludwig von Hagedorn

Hamburg 1712 – Dresden 1780

Ridinger, Der Morgen der Hirsche

und verdiente sich aus noch unbekannter Ursache

Ridinger’s einzige Eigen-Dedication

innert dessen vielleicht schönster Naturfolge der alten Graphik , den

Vier Tageszeiten der Hirsche

aufliegend hier als zeitgenössische Drucke wie in deren originalen Druck-Platten

herausgegeben als zugleich

schriften der ridinger handlung niemeyer 31


„ … sowie herzlichen Dank für Ihre Ausführungen zur Kulturgeschichte / Ihr … “

(Herr H.-J. W., 7. Januar 2010)