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Zum

450. Geburtstag

des

Schwans vom Avon

William

Shakespeare

26. April 1564

Unsterblich auch in seinen Mimen

 

Nathaniel Dance, Garrick in Richard III

Garrick —

in der Rolle seines Lebens

Dance, Nathaniel (London 1735 – Carnborough House/Winchester 1811). (Mr. Garrick in Richard the Third.) Im Hermelin nebst Hosenband-Orden und weiterem sowie Sporen nach dem Verlust seines Pferdes in der gegen den Grafen von Richmond, nachmaligem König Heinrich VII., verlorenen Schlacht von Bosworth (22. August 1485). Das Schwert in der erhobenen Rechten im Augenblicke seiner unsterblich gewordenen Worte

„ Ein Pferd , ein Pferd , mein Königreich für ein Pferd “.

Seitlich links Richmond’s Kavalkade, Richard’s Fußtruppe vor sich hertreibend. Weiter zurückgesetzt Schloßanlage. Schabkunstblatt von John Dixon (Dublin um 1740 – London 1811). Bezeichnet: im Bild selbst unten rechts J. Dixon Fecit, und im weißen Signaturrand darunter N.Dance pinxt (linksaußen) / Dance pinxt (5 cm ab Plattenkante) / Publishd according to Act of Parliamont (sic!) April 28 1772 by John Boydell Engraver Cheapside London / J Dixon Fecit, zusätzlich siehe unten. 63,4 x 40 cm.

Smith 15.I (von II, doch s. u.); Nagler III (1836, doch dito 1913 auch Thieme-Becker VIII, 340 f.), 258 f. (Dance’s „Hauptwerk ist Richard III., wie er nach der verlorenen Schlacht wüthend nach seinem Pferde ruft“) bzw. Seite 422 zu Dixon („machte sich aber besonders durch seine Kupferstiche in schwarzer Manier bekannt, worin er Genie und Geschmack bewies … lauter schätzbare Werke, unter denen besonders zu erwähnen: … Das Portrait Garrick’s in der Rolle Richard’s III. … Es gibt Abdrücke vor der Schrift.“).

AKL XXIV (2000), 73: „1771 (Dance’s, nachmaliger Sir Dance-Holland)

dramat. Darst. von David Garrick als Richard III

in Stratford on Avon … er wendet sich jedoch zunehmend von den in Rom praktizierten Konversationsstücken hin zu (wie auch hier) lebensgroßen , repräsentativen Bildnissen .“

Dixon wiederum – AKL XXVIII, 2001, 56 – „gibt in seinen qualitätvollen Stichen die Vorlagen getreu und einfühlsam wieder. Oft akzentuiert er seine Mezzotinten auch mit anderen graph. Techniken, u.a. Kaltnadel-Rad.“. Mit Garrick befreundet, widmete er diesem zwar verschiedene Arbeiten, die letzte noch 1779 nach dem blassen Thomas Hudson, doch unüberbietbar Dance’s Vorlage

des wundervollen Garrick

in hiesiger unsterblicher Pose eben jenes Augenblickes

„ wie er nach der verlorenen Schlacht wüthend nach seinem Pferde ruft “

(Nagler). Doch in Widerpart zur dramatischen Optik Richard’s als eines „titanischen Verbrecher-Porträts von überrealistischer Wucht“ (Erwin Laaths, 1953) zielt Garrick’s Mundstellung eher auf ein leiseres Mein Königreich gäb ich, hätt’ ich jetzt nur ein Pferd.

Und wie Richard III. + Romeo und Julia „erste Meisterwerke des jungen“ Shakespeare (Laaths) sind, so erntete der sich 1741 endlich seinen Jugendtraum erfüllende Garrick

„ zu London als Richard III. … sofort außerordentlichsten Beifall

… G. hatte seine Mienen sowie sein Sprachorgan auf das bewundernswürdigste in seiner Gewalt; der Ausdruck jeder Leidenschaft stand ihm zu Gebote, so daß er fast gleich groß im Tragischen wie im Komischen war, wenn auch das erstere als sein eigentliches Feld galt … 1776 (zog er sich) auf sein Landhaus bei London zurück, wo er 20. Jan. 1779 starb, ein Vermögen von ca. 140,000 Pfd. Sterl. hinterlassend. Sein Leichnam wurde

in der Westminsterabtei

am Fuß des Shakespeare gewidmeten Denkmals

beigesetzt “

(Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., VI [1880], 916 f.).

Und ergänzend Lichtenberg (1742-1799) gelegentlich des Hogarth-Bildes von Garrick’s Richard am Morgen jenes Tages:

„ Garrick hat die englische Bühne umgestaltet, und übt auch noch jetzt durch die Tradition seine Wirksamkeit, da sein Verfahren, die Charaktere Shakespeare’s darzustellen, von Geschlecht zu Geschlecht den Schauspielern überliefert wurde … “

Hier denn nun adäquat zu allem Obigen der 1716 in Heresford geborene gewaltige Mime im Maßstäbe bersten lassenden Zenit der Rolle seines Lebens ,

mitgeteilt im Bilde jener , die um ihn waren , ihn leibhaftig erlebten .

So denn Dixon’s allein technisch schon bedingtes – nur „50 oder 60 … saubere Abdrucke“ gewähre die samtene Schabkunst, so 1675 der Praktiker von Sandrart –

seltenes Hauptblatt

in prachtvollem Frühdruck leuchtenden Hell-Dunkels

vor dem Titel

und solchermaßen generell korrespondierend mit dem als Erstzustand qualifizierten Exemplar des Britischen Museum Ee,3.124 bis hin zu mit der kalten Nadel eingeritzten Signaturen + Boydell-Adresse, siehe oben. Gleichwohl könnte Smith (1883) + British Museum ein noch früherer Zustand unbekannt/unbemerkt geblieben sein. Denn bei hiesigem Exemplar folgt der linksaußen plazierten Dance-Signatur nochmals ein eingeritztes zartes Dance pinxt, wohl ohne vorangesetztem N, dessen Abstand zur Plattenkante 5 cm beträgt. Damit aber in etwa entsprechend der rechtsseits 7 cm von der Plattenkante endenden Dixon-Signatur. – Die tatsächliche Zustandsabfolge vermutlich wie folgt:

  1. J. Dixon Fecit im Bild unten rechts, dem linksseits ein N Dance Pinxt entsprechen könnte, siehe III, ansonsten vor der Schrift (Nagler), wie etwa auch die Dixon-Blätter Smith 13 + 14 (Before [any] inscription). – Hier nicht nachweisbar.
  2. Dixon/Dance im Bild selbst wie I, dazu Dance pinxt / J Dixon Fecit im weißen Unterrand, abgesetzt von Plattenkante wie oben. – Hier nicht nachweisbar.
  3. J. Dixon Fecit im Bild u. r., dem linksseits ein nur noch schwer lesbares N Dance Pinxt entsprochen zu haben scheint. Dazu im weißen Unterrand N.Dance pinxt (linksaußen) / Dance pinxt (5 cm ab Plattenkante) / Publishd according to Act of Parliamont (sic!) April 28 1772 by John Boydell Engraver Cheapside London / J Dixon Fecit. – Hiesiges Exemplar , der Unterrand noch ungereinigt.
  4. wie III, doch ohne das zweite, frühere Unterrand-Dance pinxt aus III. – Explr. Ee,3.124 des British Museum als Smith 15.I.
  5. J. Dixon Fecit im Bild u. r. + im weißen Unterrand: Dance pinxit / J Dixon Fecit, beide jeweils per Plattenkante, und 2zeilig mittig: Mr. GARRICK in RICHARD the THIRD. / Publishd April 28th 1772 by John Boydell Engraver Cheapside London. – Explr. Ee,3.123 des British Museum als Smith 15.II.

Zweizeiliges typographisches Wasserzeichen nebst ovaler Nebenmarke. – Mit 2-2,5 cm breitem Rand seitlich und 0,7-1 cm unten + oben, wie für die alten Schabblätter hervorhebenswert, schon gar bei solch geradezu

imperialem Format .

Namentlich letzteres denn auch die nur unwesentlichen Altersspuren marginalisiert. Eigens erwähnt gleichwohl eine 6 x 2-3 cm messende Unsauberkeit im Gewitterhimmel am Rand oben links. – Kurz ,

der Weltliteratur Pferderuf —

hier als die verbildlichte Trouvaille assoluta !

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der seltenen schabkunst seltene blätter — niemeyer’s hat se

„ Ein Pferd , ein Pferd …

Johann Elias Ridinger, Das wilde Pferd

Der Schlußakkord

jener – wieder einmal ! –

so unvergleichlich schönen Ridinger-Suite ,

vom überwältigten Brockes wie folgt erfaßt ,

dem Thienemann ein triumphales

„Bravo!“

nachruft :

„ Bebt und zittert nicht der Boden? Welch ein Strampfen höhrt man hier? welch ein Schnauben füllt die Lufft! ein wild doch schönes Thier sprengt daher im vollen rennen … Wie dies Thier ein Meisterstücke von der bildenden Natur , so ist die durch wenig Striche , hier gebildete Figur ,

auch des Meisters Meisterstucke .

Las dies Bild das letzte seyn ,

ich kann dir nicht weiter folgen Ridinger ,

sonst mahl allein .“

„ Mein Königreich für ein Pferd “

Johann Elias Ridinger

Das wilde Pferd wird bis ins 3. u. 4te. Iahr in der Wildnis gelassen , so dann zum gebrauch abgericht ; meistens fællet nur ein, bisweilen 2. junge; zu gebrauch dienen sie 15. bis 20. Iahre. Radierung und Kupferstich. (1736.) Bezeichnet: 40. / Cum Priv. Sac. Cæs. Majest. / I. El. Ridinger inven. pinx. sculps. et exc. Aug. Vind., ansonsten wie vor dt., franz., lat. + unten. 34,9 x 42,8 cm.

Thienemann + Schwarz 235. – Blatt 40 der BETRACHTUNG DER WILDEN THIERE mit dem Untertext des Hamburger Dichterpapstes, Juristen + Senators, vor allem aber Ridinger-Freundes Barthold Heinrich Brockes. – Mit WANGEN-Wz., wie für die zeitgenöss. Abdrucke so typisch. – Dreiseits 3,7-4,2, oben 2,7 cm breitrandig. – Kunstvoll beigelegter Einriß im breiten weißen Unterrand.

Von leuchtend-herrlicher Qualität + damit Seltenheit .

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Garrick ist der Größte

Hogarth, William (1697 London 1764). Fac Simile of the Proportions of Garrick and Quin. Die beiden, jeweils zweifach, skizziert an der Meßlatte, davon das jeweils außenstehende Doppel bezeichnet mit „a very short proportion“ (Quin) bzw. „a very tall proportion“. Innerhalb eines eigenh. Briefes vom 21. Oct. 1746. Kupferstich-Facsimile von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). Bezeichnet: From the Original in the Collection of J. P. Kemble Esqr. / T. Cook sc. / Published by Longmann, Hurst (ganz schwach), Rees, & Orme, Novr. 1st. 1808., Titel wie vor. 25 x 35 cm.

„ To G H (?) to be left at the Post office at Norwich / HO (?), Siegel / Sr / If the exact Figure of Mr Quin, were to be reduced to the size of the print of Mr Garrick it would seem to be the shortest man of the two, because Mr Garrick is of a taller proportion. / examples … / Let these figures be doubled down so as to be seen but one at once, than let it be ask’d which represents the tallest man. Yours W H. “

Und linksseits oberhalb der Adresse :

William Hogath, Proportions of Garrick and Quin

„ The Picture from whom the Print in question was taken, was Painted from Mr Garrick big as the life, & was sold for two hundred pounds  on  account  of  its  Likeness  which was the reason it was call’d

Mr Garrick in the Character of Richard the 3d

– & not any body else “

Letzter Absatz bezieht sich auf Hogarth’s besagtes Öl von ca. 1745, jetzt in der Walker Art Gallery, Liverpool (Hogarth-Katalog der Tate Gallery, 1971/72, 123 mit Abb.; „Portraiture and the theatre as a basis for history painting on the grand scale“). Nach diesem dann gedachter Stich, von Hogarth im Juli 1746 gemeinsam mit C. Grignon gefertigt (H.-Katalog Zürich, 1983, 73 m. Abb.).

Zu Hogarth’s im Brief zum Ausdruck kommendem Stolz ob der guten Bezahlung des Öls heißt es im Tate Katalog :

„ The price of £ 200 paid by Mr Duncombe, who commissioned the picture, remained a matter of pride to the painter. “

Sehr selten. – Cook „machte sich auch einen Namen als Hogarth-Stecher“ (Thieme-Becker). – Drei vertikale Falten innerhalb des Stiches, zudem rechts ab weißem Plattenrand mehrfach schwach faltig. Unter Glas nur noch bedingt freudemindernd. – Der weiße Oberrand schwach braunstreifig und gesamthaft nicht absolut frisch.

Angebots-Nr. 14.094 / EUR  230. (c. US$ 251.) + Versand

„ Possibly the Most Original Actor

of the Eighteenth Century “

Hogarth, William (1697 London 1764). Garrick in der Rolle Richard des Dritten. Hier „The tent scene, Act V, Scene 3, which was especially praised“ – der im Zelt aus seinem Traum hochschreckende König. Zur Linken das eigene Zeltlager und das Richmond’s, „so daß eine Schlacht unvermeidlich ist“. Stahlstich. Um 1840. Bezeichnet: Mr Garrick in the Character of Richard the Third. / Shakespear (sic!) Act 5, Scene 7 (sic!, recte 3), ansonsten wie vor. 14,3 x 16,9 cm.

William Hogarth, Garrick in der Rolle Richard III. (Stahlstich)

Seitenrichtig zu Hogarth’s Öl von ca. 1745 (H. Cat. Tate Gallery 1971/72, 123 m. Abb.). – Unten unter Anschnitt der dritten Textzeile geschnitten.

„ Dieses Bild wurde durch das erste Auftreten des britischen Roscius in der Rolle Richard’s III. auf dem Theater von Goodman’sfield (Lincoln’s Inn Fields) im Jahre 1741 veranlaßt, wodurch sich jener berühmte Schauspieler in der Art Bahn gebrochen hat, daß er vom ersten Augenblicke an bei der Nation die vollkommenste Anerkennung fand … Der ganze Leib (hier), vom Scheitel bis zu den Fußzehen, ist durch die Schrecken der andern Welt krampfhaft bewegt … “

(Lichtenberg). Und Schiller in seinem 1787er Der Geisterseher :

„ Wie? … die Zuckungen, die Ohnmacht, der ganze klägliche Zustand dieses Menschen … alles dieses wäre nur eine eingelernte Rolle gewesen? Zugegeben … so kann die Kunst des Akteurs doch nicht über die Organe seines Lebens gebieten. “ „ Was das anbetrifft, Freund — Ich habe Richard den Dritten von Garrick gesehen — “

Und „The design follows Le Brun’s ‘Tent of Darius’“, so Lawrence Gowing im Katalog der Tate Gallery. Aufmerksam machend auch, daß der für das Öl empfangene Gegenwert von 200 £ „paid by Mr Duncombe, who commissioned the picture, remained a matter of pride to the painter“. Stütze hierfür dürfte nicht zuletzt jener reizvolle Brief des Meisters vom 21. Oct. 1746 über die „Proportions of Garrick and Quin“ sein, in dem er diese hübsche Summe mit den Worten begründet

„ … sold … on account of its Likeness which was the reason it was call’d Mr Garrick … & not any body else “ .

David Garrick’s (Heresford 1716 – bei London 1779) Beginning datiert aus eben jenem Jahre, zunächst in Ipswich, dann gleich siehe oben. 1746 ging er ans Covent Garden, 1747 kaufte er mit Lacy das Drury Lane, wo er sich bemühte, „namentlich den Geschmack an Shakespeares Dichtungen wieder zu erwecken“ (Meyers Konvers.-Lex., 4. Aufl.). 1776 zog er sich zurück. Beigesetzt wurde er in Westminster Abbey am Fuße des Denkmal Shakespeare’s. Er selbst schrieb 27 Lustspiele (siehe hierzu „The Farmer’s Return“). Und – als die Reverenz eines großen Künstlers an den anderen – auch die Grabinschrift Hogarth’s:

„ Farewell, great Painter of Mankind! / Who reach’d the noblest point of Art, / Whose pictured Morals charm the Mind, / And through the Eye correct the Heart.

„ If genius fire thee, Reader, stay; / If Nature touch thee, drop a tear; / If neither move thee, turn away, / For Hogarth’s honour’d dust lies here. “

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Charlotte Birch-Pfeiffer in Romeo + Julia

Romeo und Julia. Charlotte Birch-Pfeiffer als Amme der Julia in Shakespeares Trauerspiel am Kgl. Schauspielhaus, Berlin. Mit Tonplatte gedr. lasiert kolor. Lithographie nach einer Photographie von R. Marowsky bei Louis Veit, Bln. (1859/60.) Bezeichnet. 23 x 14,8 cm. – Lipperheide Ucd 19, 28. – Auf leichtem Karton.

Angebots-Nr. 6.500 / EUR  50. (c. US$ 55.) + Versand

„ Evidently suggested

by Colley Cibber’s production of Henry VIII

at Drury Lane on 26 October 1727.“

William Hogarth, Heinrich der Achte + Anna Boleyn (Cook)

1612/13  William’s Latest  2013

The Famous History of the Life of King HENRY the Eight

So erstmals im 1623er First Folio

Hogarth, William (1697 London 1764). King Henry the Eigth & Anna Bullen (Boleyn). Henry bekennt der Hofdame seiner (1.) Gemahlin, Katharina von Aragon, diese zurückgesetzt auf dem Thron, seine Gefühle. Zur Rechten der allmächtige Kardinal + Erzbischof Thomas Wolsey. Kupferstich von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). Bezeichnet: Design’d by Wm. Hogarth. / Engrav’d by T. Cook. / London Published by G & J Robinson Paternoster Row October 1 1801., Titel wie vor. 48 x 37,9 cm.

Siehe Hogarth’s Eigenstich von ca. 1728/29 im Erstzustand (mit Untertext) im Hogarth-Katalog der Tate Gallery, 1971/72, 21 nebst Abb.

Die Arbeit verdankt ihre Entstehung Cibber’s 1727er Shakespeare-Aufführung im Drury Lane

„ although the print does not show any scene in the play “

(Cat. Tate Gallery). Thieme-Becker’s Annahme, der Stich gebe das verlorene Öl eines Dritten wieder, gilt als überholt, als jenes Bild umgekehrt als eine Hogarth bekannte Kopie des Stiches angesehen wird. Es hing bis in jene 40er Jahre in Vauxhall Gardens und wurde, was Horace Walpole verneinte, als eine Darstellung des Prince of Wales mit Harriet Vane gesehen. Eine Satire auf deren 1736er Eheschließung hatte auf Hogarth’s Komposition zurückgegriffen.

Herrlich kontrastreicher Druck

des auch optisch wirkungsvollen großen Blattes. Cook „machte sich auch einen Namen als Hogarth-Stecher“ (Thieme-Becker). Und bewahrte als einziger unter den späteren Hogarth-Ausgaben dessen Ursprungsformat. – Zwei schwache Braunstreifen im breiten weißen Oberrand. Die rückseitige schwache Stockigkeit nicht ins Bild durchschlagend. Nur die Außenkanten zweier, bedingt dreier, Seiten leicht gebräunt. Stecknadelkopfdünne Stelle unsichtbar innerhalb der oberen Wandornamentik.

Angebots-Nr. 7.586 / EUR  271. / export price EUR  257. (c. US$ 280.) + Versand

– – – Dasselbe in Cook’s gemeinsam mit seinem Sohn gestochener kleinerer Wiederholung. Bezeichnet: Hogarth pinxt. / T. Cook & Son sc. / Published by Longman, Hurst, Rees, & Orme, May 1st. 1806., Titel wie oben. 18,7 x 15,3 cm.

Spiegelbildlich gegenüber Cook’s großer Erstfassung, die mit H’s Stich übereinstimmt. – Innerhalb des breiten weißen Plattenrandes geschnitten. Dieser dreiseits schwach braunfleckig.

Angebots-Nr. 8.918 / EUR  95. (c. US$ 104.) + Versand

– – – Dasselbe in Hogarth’s Eigenstich im Druck auf starkem Papier von der vom kgl. Kupferstecher James Heath (1757 London 1834) um 1822 überarbeiteten Platte, hier „Republished March 18th. 1828, by R. & E. Williamson, Engravers, & Printers, 14. Moore Place, New Bethlem, Lambeth, London“. Bezeichnet: King Henry the Eigth, & Anna Bullen. / Design’d & Engrav’d by Wm. Hogarth. / London, Printed for Robert Wilkinson, Cornhil, Carington Bowles in St. Pauls Church Yard & R. Sayer, in Fleet Street., ansonsten wie vor. 48,5 x 38,5 cm. – Nagler 58. – „Selbst diese Abzüge sind heute aber relativ selten geworden“, Kunstgalerie Esslingen 1970; und Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., VIII [1888], 625: „Eine schöne Ausgabe“, geschätzt auch schon von zeitgenössischen Sammlern vom Range etwa eines A. T. Stewart (Catalog of the Stewart Collection, New York 1887, 1221, „fine plates“).

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Thomas Landseer, Now will canker Sorrow eat my bud

„ — now will canker Sorrow eat my bud ,

And chase the native beauty from his cheek . “

Leben und Tod des Königs Johann , Lady Constances Klage
3. Aufzug, 4. Auftritt

Landseer, Thomas (1795 London 1880). Die Totenwache. In Trauer bei dem toten Gefährten hockend. Beide in Affengestalt. Radierung. (1827/28.) Bezeichnet: TL, ansonsten wie unten. 20,2 x 16,4 cm.

Rümann, Das Illustrierte Buch des 19. Jhdts., Leipzig 1930, SS. 99 ff.; Nagler 1; Thieme-Becker XXII, 305. – Auf besonders breitrandigem, schwerem Papier. – Namentlich Ober- und rechter Seitenrand in den Außenpartien ganz schwach stockfleckig.

Schöner  Abdruck  auf  großem  Papier  aus  der  berühmten  Monkeyana-Suite , einem der nur wenigen frühen und somit typischen Werke Landseers :

„ Daß man Thomas Landseer nur nach solchen Illustrationen beurteilen darf, beweist ein kleines Büchlein mit Holzschnitten, die so gut wie nichts von seinem Geist fühlen lassen “.

Ab 1827 geschaffen, erschienen die einschließlich Titel insgesamt 25 mit Untertexten aus Klassikern versehenen Radierungen lieferungsweise (The English Catalogue of Books: Januar bis Dezember) 1828 bei Moon, Boys & Graves in London in drei Ausgaben: Normalausgabe in Quart, Ausgabe auf größerem Papier in groß-4° sowie als Ausgabe mit Zustandsdrucken, gleichfalls in groß-4°. Daneben Exemplare auf aufgewalztem China. – Im übrigen qualifiziert Rümann unter anderem :

„ Viel bedeutender war Edwins Bruder Thomas Landseer …

in den zwanziger Jahren trat er selbständig mit einer Serie von 25 Blatt hervor, die 1828 unter dem Titel ‘Monkeyana’ … erschienen (Abb. 57).

Technisch sind seine Radierungen meisterlich ,

nicht minder bewundernswert ist die geistige Beherrschung des Stoffes. Mit viel Humor und scharfer Beobachtung versetzt er das bürgerliche Leben seiner Zeit ins Affenleben. Sein Spott ist beißend, fast bösartig. “

Hinsichtlich letzterer Wertung dürfte für vorliegendes Sujet indes der zeitgenössische Nagler – Monogrammisten V, 686 – treffender urteilen :

„ … die Sitten , Trachten und Thorheiten der Zeit

(hat Landseer) ergötzlich carrikirt “ .

Und Stechow – Pieter Bruegel, Köln 1977, Seite 76 – resümiert souverän :

„ Affen haben Künstler seit jeher fasziniert “

„ Der Affe als das dem Menschen ähnlichste Tier spielt seit der Antike in der Kunstgeschichte eine wichtige Rolle.

Als figura diaboli ,

als Symbol der Sünde und des Sündenfalls ,

als Narr , als Vanitasfigur

kommt er in unterschiedlichstem Zusammenhang vor … (A)uch der übliche religiöse Bezug in der Sinngebung des Affen als des  in  seiner  Leidenschaft  für  weltliche  Dinge  verstrickten  Menschen … “

(Hella Robels, Frans Snyders, München 1989, Seite 43).

Später widmete sich Thomas Landseer vorwiegend der Wiedergabe der Tierdarstellungen des Bruders Sir Edwin.

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Thomas Landseer, Schulischer Alltag

„ speak no more ,

I’ll not be made a soft & dull eyd fool

To shake the head, relent, & sigh, & yield. “

Kaufmann von Venedig, 3. Aufzug, 3. Auftritt (Shylock)

– – Schulischer Alltag. Der Lehrer mit dem Federkiel hinter dem Ohr und – schlimmer – der Rute in der Rechten, einem kleinen Bösewicht zu Leibe rückend. Beide als menschlich gekleidete Affen. Radierung wie vor. – Auf besonders breitrandigem, schwerem Papier. – Im weißen Rand ganz schwach stockfleckig.

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Thomas Landseer, Die Macht der Uniform

„ But man , proud man , dressed in a little brief

Authority plays such fantastic tricks. & &. “

Maß für Maß, 2. Aufzug, 2. Auftritt (Isabella)

– – Die Macht der Uniform. Ausstaffiert mit den Insignien der Polizeigewalt – Mantel mit breitem Kragen + übergroßem Zweispitz – geht er stockschwingend und brüllend gegen die drei kleinen Bettler auf den Stufen der Kirche vor. Deren zwei schon das Affenpanier ergreifend, derweil der dritte noch versucht, das neben der Mütze liegende Almosen der Kirchgängerin im Hintergrund zu retten. Mit Ausnahme letzterer alle in menschlich gekleideter Affengestalt. Radierung wie vor. – Auf besonders breitrandigem, schwerem Papier. – Im weißen Rand ganz schwach stockfleckig.

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Thomas Landseer, Die Ohnmacht der Uniform

„ Hence , horrible shadowv!

Unreal Mockery hence! “

Macbeth , 3. Aufzug, 4. Auftritt (Macbeth)

– – Die Ohnmacht der Uniform. In höchstem Schrecken zurückweichend vor einem unter einem weit geschwungenen Laken daherkommenden Gegner, wird dem General von hinten die Pistole aus der Hand genommen, und er zugleich von diesem Gegner auf die Schulter geladen. Im Mittelgrund weiteres Kampfgetümmel. Sämtlichs in menschlich gekleideter Affengestalt. Radierung wie vor, doch als

qualitätvoller Probedruck auf großem Papier .

Ober- und Seitenränder in den Außenpartien etwas stockfleckig.

Angebots-Nr. 14.380 / EUR  222. (c. US$ 242.) + Versand

Thomas Landseer, Affige Menschen

„ Fools ne’er had less grace in a year.

For wise men are grown foppish.

And know not how their wits to wear.

Their manners are so Apeish. “

King Lear, 1. Aufzug, 4. Auftritt (Narr)

– – Affige Menschen. Der kleine abgerissene Bettler mit der Mütze in der Hand entsetzt aufblickend zu dem mit Monokel, Ordenskette, Halstuch, Schleifen und Zylinder aufgetakelten „Großen“. Beide in menschlich gekleideter Affengestalt. Radierung wie vor, also gleichfalls als Probedruck , doch zusätzlich

eigenhändig in Bleistift „T L“ monogrammiert .

Die äußersten Partien von rechtem Seiten- sowie Ober- + Unterrand etwas stockfleckig.

Angebots-Nr. 14.375 / EUR  297. / export price EUR  282. (c. US$ 308.) + Versand

niemeyer’s — wo  ausgefallenes  zu  hause  ist


“ (after postal problems with the delivery) I have now received the package. thank you for your perseverance (to find the parcel again) in this matter. Warm Regards … ”

(Mr. L. T., October 31, 2012)