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Mit

den Augen des Kenners ,

Rchg v. 14/3 1914

dem heißen Herzen

des Liebhabers

Vor 100 Jahren wuchs eine

Ridinger-Sammlung klassischen Zuschnitts

1959 · 55 Jahre vertrauensvolles Miteinander · 2014

Sammler alter Schule

Sammlungsverzeichnis Faber-CastellSammlungsverzeichnis Faber-Castell VII

estimierend

Ridinger in seiner ganzen Spannbreite

zwischen Th. 1 + 1436 , dann Schwarz bis 1564

Letzterer es dann per Katalogisierung der Sammlung Rudolf von Gutmann’s als des Königs unter den Ridinger-Sammlern 1910 bis auf 1569 brachte. Wogegen seinerseits

Gräflich Faber-Castell

bei Auflösung 1958 mit rund 40 zusätzlichen Blättern punktete, die weder Thienemann noch Schwarz bekannt geworden waren. Beiden unmittelbar vorausgegangen war im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts eine bemerkenswerte Dichte namentlich bürgerlicher Sammlungen, in etwa heranziehbar vergleichbar mit jenen seit der Mitte der zurückliegenden 50er Jahre bald mehr oder weniger adäquat gebildeten. Bleibend, was Rolf Biedermann 1987 in Meisterzeichnungen des deutschen Barock attestierte :

„ einer  der  wenigen  deutschen  Barockkünstler

… der … nie  in  Vergessenheit  geriet . “

Bei gleichwohl abnehmendem Interesse an dem, was den großen Vorgängern das Salz in der Suppe bedeutete, die Trophäenpirsch im Sammlerwald. Von der Max Lehrs 1922 im Vorspann zum Katalog der Sammlung Julius Hofmann schrieb:

„ Er  glaubte  noch  an  die  Wichtigkeit  der  Etats ,

der spitzen oder gerundeten Plattenecken und schenkte Stichelglitschern, Ätzflecken, polierten Rändern eine so liebevolle Beachtung, wie sie nur der vertraute Verkehr mit einem alten Freunde zeitigt. “

So wie denn auch Graf Faber-Castell dem schon in der Frühzeit seines Sammlungswachstums per

„Rchg v. 14/3 1914“

erworbenen Spezialitäten-Ridinger Schwarz 1427 später mit St.-Schwarz 1477 (fehlend noch obiger Abbildung links, vorhanden aber 1958 per K&F LXVI/146) ein nur auf flüchtigen Blick hin identisches Exemplar hinzufügte, allein, weil in diesem einer abweichenden Druck-Version, sprich Etat, begegnend :

Johann Elias Ridinger, Die Herrschaft des Todes (Th. 1427)
Schwarz 1427
Johann Elias Ridinger, Die Herrschaft des Todes (Schwarz 1477)
Schwarz 1477

OMNIA MIHI SUBDITA

Die Herrschaft des Todes

14.857

Schabkunstblatt + Umriß-Gravur von Johann Jacob Ridinger (1736 Augsburg 1784). Bezeichnet: Ioh. Iac. Ridinger sculps. / Ioh. El. Ridinger delin. et exc. Aug. Vind. (Ulm 1698 – Augsburg 1767 bzw. 1736 Augsburg 1784) , ansonsten wie vor etc. 55,7 x 42,2 cm.

Stillfried (3. Nachtrag zu Th., 1876) + Schwarz (Coll. Gutmann, 1910) 1427 ( ohne Erwähnung von Umriß-Gravur ) ,

hier  indes  als  beiden  unbekannter  II  Zustand  (von II) ;

Wend, Ergänzungen zu den Œuvreverzeichnissen der Druckgrafik, I/1 (1975), 290 mit Kenntnisstand von Stillfried/Schwarz; Reich auf Biehla 296 („Aeusserst selten“, 1894 ! Ohne Angabe zu Zustand/Version); Georg Hamminger 1886 (irrtümlich als St. 1527; „Aufgezogen. Von grösster Seltenheit“, 1895 ! Dito ohne Kenntnis von Zustand/Version); Faber-Castell 146 (ohne Erkennung als abweichender Zweitzustand, aber eben zusammen mit Schwarz 1477); Niemeyer, Die Vanitas-Symbolik bei Johann Elias Ridinger in Wunderlich (Hrsg.), L’Art Macabre 2, 2001, Abbildung S. 105 (Explr. der Staatlichen Graphischen Sammlung München).

Nicht bei Thienemann (1856) , Weigel, Kunstlager-Catalog, Abt. I-XXVIII (1838/57) , Schles. R.-Slg. bei Boerner XXXIX (1885) , Slg. Coppenrath (1889 f.) , Helbing XXXIV (Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger, 1554 Positionen; 1900) , Schwerdt (1928/35) , Rosenthal, Ridinger-Liste 126 (1940).

Der Stillfried wie Schwarz unbekannt gebliebene Zweitzustand

der bislang unerkannt gebliebenen Erstversion

dieses unglaublich fascinierenden Sujets

von der oben verkürzten Platte bei gleichzeitig geänderter Signatur, beides entsprechend auch dem Exemplar der Staatlichen Graphischen Sammlung München.

Die Verkürzung betrifft 1,5 cm bildlose Plattenfüllung oberhalb des Gewölberundbogens. Innerhalb der Signatur sind die ursprünglichen „Iacob“ + „excud.“ bei jeweils „c“ abgekürzt. Ob die Abweichungen in Schreibweise und Zeichensetzung der von Schwarz nur ansatzweise zitierten Steininschrift tatsächlicher Natur sind oder auf Inkorrektheit Stillfrieds beruhen, muß weitgehendst dahingestellt bleiben. Das von Stillfried wie Schwarz in der 1. Zeile hinter „curo“ geführte Komma fehlt hiesigem Exemplar.

Schwarz’ Annahme, die Abweichungen seiner Stillfried unbekannt gebliebenen Variante 1477 – siehe nachfolgende Position – beruhten lediglich auf Überarbeitung der Platte, ist unzutreffend. Vielmehr handelt es sich um eine in der Inschriftaussage gleichwohl entscheidend umgewichtete Wiederholungsversion von eigener Platte.

Druck- und erhaltensmäßig

sehr schönes Exemplar in samtenem Braun-Schwarz

bei greifbar-plastischem Hell-Dunkel und mit den für zeitgenössische Abdrucke stehenden Wz. WANGEN und separater IV bei umlaufendem Rand von 4-8 mm. Die beiden Oberecken desselben mit hinterlegter Kleinläsur infolge früherer Lösung einer alten Eckmontage auf blauem Papier. Linksseits zudem hinterlegter minimaler Randeinriß außerhalb der Plattenkante. In der linken Unterecke schwacher, nur im weißen Rand und dem Signaturfeld sichtbarer Wasserrand. Im Bilde selbst ansonsten eine kleine, nur im Gegenlicht wahrnehmbare dünne Papierstelle und eine stecknadelkopfkleine Abreibung im Gewölbehintergrund.

Angebots-Nr. 14.857 / Preis auf Anfrage

14.858

Hier erstmals identifizierte Zweitversion

in einem Exemplar letzter Schönheit

und graphischer Raffinesse

von eigener Platte, deren thematisches Spotlight mittels kleiner Verschiebung eine präzisierte Botschaft erhellt :

der auf den Blattitel gerichtete „Presens“-Pfeil

Johann Elias Ridinger, Omnia Mihi Subdita (Schwarz 1427)
Schwarz 1427 / 14.857
Johann Elias Ridinger, Omnia Mihi Subdita (Schwarz 1477)
Stillfried/Th. + Schwarz 1477 / 14.858

weist nicht mehr zwischen die Worte OMNIA + MIHI ,

sondern direkt auf das M des MIHI !

Bezeichnet: Ioh. Iacob Ridinger sculps. / Ioh. El. Ridinger delin. et excud. Aug. Vind., ansonsten wie vor etc. 57,3 x 41,4 cm.

Mit umlaufend 4-13 mm breitem Rand mit wohl ebenfgalls Wasserzeichen WANGEN nebst separater IV. – Von zwei aufeinander zulaufenden, gänzlich geglätteten Falten mittig die eine bei leichter Quetschung links außen rückseits verstärkt. Zwei schwache parallele Faltspuren, alles bildseits kaum wahrnehmbar, zudem am oberen Bildrand, davon die eine noch den Abschluß des Gewölbebogens durchziehend. In diesem auch ein ungefärbt gebliebener haarrißfeiner Auslauf eines von oben kommenden Fältchens vom Druck her. Einige wenige stecknadelkopf/spitzenkleine Abreibungen. Rückseitiger leichter Stockstippenanflug unten nicht ins Bild durchschlagend.

Angebots-Nr. 14.858 / Preis auf Anfrage

Erfolgte angesichts des Vorliegens beider ,

die Fakten aufdeckenden , Varianten

die Katalogisierung für Faber-Castell unzulänglich, so ergibt sich Schwarz‘ irrtümliche Annahme eben aus seiner Unkenntnis des 1427er Zweitzustandes von der oben verkürzten Platte. Denn seine Variante 1477 repräsentiert in der Höhe wieder das ursprüngliche Format, endet also wieder erst 1,5 cm oberhalb des Bogens. Hingegen hat sie eine um ca. 8 mm geringere Breite mit der von ihm übersehenen Folge einer beidseitigen geringfügigen Bildverkürzung. Wie sich denn generell die abweichenden „kleinen Varianten“ (Schwarz) zu einer ansehnlichen, gleichwohl erst auf wiederholten Blick hin bemerkbaren Masse verdichten, die einander gegenüberzustellen hier zu weit führte und nicht zuletzt

den Kenner obiger Entdeckungsfreuden beraubte ,

wozu sich hier angesichts eben Vorliegens beider Varianten, 1427 + 1477, die Möglichkeit eröffnet.

Ganz so wie einst Graf Faber-Castell !

Doch der Lust der Vergleichsmöglichkeit beider Blätter steht anstehendenfalls noch eine Befriedigung ganz anderer Qualität ins Haus, wie hier aus dem Stegreif für keinen anderen Fall Ridinger’scher Schabkunst erinnerlich. Denn zumindest in seinem hier vorliegenden Zweitzustand bedient sich 1427 zur Realisierung des thematisch bedingt so überaus komplexen Bildes vereinfachend gravierter Umrißlinien,

statt alles allein aus der Abstufung von Hell und Dunkel

als dem Prinzip der Schabkunst herauszuarbeiten

wie  hiesige  „Wiederholung“ 1477 ! Wo gravierte Linien partiell zwangsläufig zu feinerer Ziselierung führen , ist es faszinierend ,

deren „ gröbere “ Verwirklichung allein aus dem staunenmachend

schwierigen Spiel von Licht + Schatten gebildet zu sehen .

Und vergleichend zu beobachten, wie billig anderwärts , eben auch per 1427 , solche Linien

Faltenwürfe abhaken , Heins Stirn krausziehen

Johann Elias Ridinger, Omnia Mihi Subdita (Schwarz 1427)
Schwarz 1427 / 14.857
Johann Elias Ridinger, Omnia Mihi Subdita (Schwarz 1477)
Stillfried/Th. + Schwarz 1477 / 14.858

oder dessen Gliedmaße + Gelenke behandeln , was alles

in der reinen Schabkunst von 1477 aus sich selbst herauswächst !

Beide Versionen stammen von der Hand Johann Jacob’s. Sie miteinander zu vergleichen, führt somit weit über das Nebeneinander von Abweichungen üblicher Art hinaus, ist vielmehr ein in medias res der Technik selbst gehen . Welch eine Chance des Lernens , des Einstiegs in das Raffinement graphischen Ausdrucksvermögens , der Verfeinerung der Qualitätserkenntnis !

Der mit seinem vergleichsweise nur schmalen geschabten Beitrag so ganz im Schatten von Vater und älterem Bruder stehende Johann Jacob , mit anstehendem Blatte von Schwarz 1477 zeigt er seine Ebenbürtigkeit ,

seine ganze Meisterschaft auf dem Felde der bravourösen Schabkunst .

Für wie kostbar diese schwierige Technik seitens Gräflich Faber-Castell estimiert wurde, ergibt sich aus deren hier vorliegendem hs. Inventar-Verzeichnis, hervorgehoben per Ausrufezeichen + Unterstrich als „Schabk!“ Und entsprechend resümierte schon vor gut 140 Jahren Thienemann mit den Worten:

„ Die Schwarzkunstblätter sind im Handel fast gar nicht mehr

… zu bekommen … sämmtliche von und nach Joh. El. Ridinger gefertigte (sind) so selten, dass sie fast nur in einigen öffentlichen, grossartigen Kupferstichcabineten zu finden sind. Ich habe die meisten der beschriebenen nur in dem berühmten Dresdner Cabinet angetroffen … “ (Seiten VIII + 270).

An welcher Situation auch etwaige Neuauflagen wenig zu ändern vermochten, da die sich technisch bedingt extrem schnell abnutzende Schabplatte nach Urteil des Praktikers Sandrart (1675) nur 50-60 gute Abdrucke ermöglicht.

So anstehendes Sujet denn eben auch erst 20 Jahre nach Thienemanns Kabinett-Besuchen von Graf Stillfried erstmals vorgestellt werden konnte, doch, wohlgemerkt, nur im Erstzustand von 1427. Erst 34 Jahre später denn überraschte Schwarz mit zusätzlich 1477, von letzterem mit weiterem Intervall von 48 Jahren das Exemplar Faber-Castell marktgängig wurde, zusammen mit dem 1914 erworbenen Zweitzustand von 1427, beide dann absorbiert von anderer gräflicher Ridinger-Sammlung mit Schwerpunkt Schabkunst. Und nach 47jährigem dortigen Verbleib nun hier und heute. Als

bildlich herrlicher Zenit

der auch das jagdliche Œuvre durchziehenden

Ridinger’schen Vanitates

von großer kompositorischer Fülle, fußend auf eigener Zeichnung und im Einschluß der Malutensilien in die Vergänglichkeitsattribute über das 1767er zeichnerische Selbstbildnis mit Tod des Berliner Kupferstich-Kabinetts (Farbabbildungen in L’Art Macabre 2, s. o., S. 94 + Ridinger-Katalog Darmstadt, 1999, S. 54, sowie, s/w, per I.5, S. 61) hinausgehend.

Alles im strahlenden Lichte dessen, von dessen Haupte Fledermausflügel das abgelaufene Stundenglas hinwegführen werden,

der „Presens“-Pfeil die Richtung vorgibt

und der „Preteritum“-Pfeil zu Boden zeigt .

Aber im Köcher steckt der Pfeil „Futurum“,

wie immer sich diese auch anlassen möge. Und dessen Schriftfähnchen weht, konträr zu den hängenden beiden anderen, in munterer Gewißheit.

Die Steininschrift

(auch sie in leichter Schreibvariante zu 1427) wie folgt, wobei die Trennstriche der Schlußworte der ersten fünf Zeilen jeweils durch ein „lis“, der folgenden sechs durch ein „are“ zu ersetzen sind, wie pauschalierend seitlich verdeutlicht:

„ Sum qui non curo quis aut qua- / Nil mihi dignitas Papa- / Nec valet majestas Rega- / Stultus et sapiens æqua- / Dives et pauper est morta- / Non juvat hic se excus- / Nec ad Apostolica(m) sedem apell- / Dona promitere aut don- / Seu clam se velle alien- / Pacem non mecum est tract- / Nec dico quando quis vel qu- // OMNIA MIHI / SUBDITA “.

Die  gewichtige  Steintafel  selbst  typisch  für  Ridinger  als wir solcher im Werk wiederholt begegnen bis hin zum programmatischen Eigen-Exlibris (Schwarz 1569) mit seinen Malutensilien, wo sie ein mit dem Malerstock bewaffneter Knabe hält, und sie des Meister’s absolutes Lebensbedürfnis bekundet: „Nulla dies sine linea“ – Kein Tag ohne Pinselstrich. Im Vergänglichkeits-Gerümpel anstehenden Blattes das Malergerät im übrigen ein abermaliger Gleichklang mit Hogarth, der sein graphisches Œuvre mit dem Blatte der Sterbenden Zeit (Tail Piece, or The Bathos) vom April 1764, also sechs Monate vor seinem Tode, abschloß, auf dem die Palette aber noch zusätzlich demonstrativ zerbrochen ist.

Solchermaßen denn

zwei Trouvaillen von rundum extremer Seltenheit

dokumentierend den untrennbar-vielschichtigen Ridinger, den Künstler in seiner Ganzheit. Denn den „harmlosen“ Ridinger landläufigen Kunsthistorikerurteils hat es gottlob nie gegeben.

Provenienz

Gräflich Faber-Castell

— Sammelleidenschaft + Sammlerstolz vor 100 Jahren —

deren Ridinger-Versteigerung 1958

mit deren Lot-Nr. 146/2

sowie sammlerseits in Bleistift

„Rchg v. 14/3 1914“

auf dem Untersatzkarton

Ridinger’s

schnörkellos fulminantes Hauptblatt

in den Exemplaren Gräflich Faber-Castell

1914 — 1958 — 2014

Sie müssen sehr jung sein ,

sollten  Sie  meinen ,

bei  diesen  Blättern  zuwarten  zu  können .

 

Johann Elias Ridinger, Knieender AktJohann Elias Ridinger, Stehender Akt

Unterschiedliche Vorstellungen einiger aus dem Alterthum zur Historie dienlich Figuren … Folge von 23 (st. 24) Blatt in drei Teilen. Augsburg 1728. Ca. 18,3 x 11,6-12,4 bzw., 3. Folge, 16,6-17,3 x 10,6-11 cm.

Die seltene Folge „ in Salvator Rosa’s Manier “

aus dem Jahr der Verlagsgründung. Der Seltenheit – so schon seit 1851 qualifiziert – der Folge zwangsläufig Reverenz erweisendes Misch-Exemplar von mehrheitlich schönster bis extremer Breitrandigkeit, nur Bll. 3, 6, 7, 10, 14, 15, 18, 21 + 24 mit nur schmalem, doch meist noch ca. 5-15 mm Rand um die volle Platte, davon die ersten drei grundlos altaufmontiert. – Von variierend gutem Gesamtzustand bei folgenden Abweichungen: Bll. 11-13 + 16 mit ausgedehnt hellem Fleck in Rand und (11, 13, 16) Bild. Blatt 17 gleichmäßig leicht gebräunt und mit Wurmspur dicht an der rechten oberen Plattenecke.

Th. per Aktualisierung Separat-Nachtrag 1, SS. 5-9: Tl. I: 836-843.Tl. II: 844, 852-855, 1304, 1305, 1307.Tl. III: 851, 856-859, 1306 (anstehendem Explr. fehlend), 1318, 1319. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 14.878 / EUR  1780. / export price EUR  1691. (c. US$ 1845.) + Versand

Des Propheten Daniel

Johann Elias Ridinger, Daniel in der Löwengrube

Wunder in der Löwengrube

als

Eine der größten Ridinger–Zeichnungen

An dem in der Babylonischen Gefangenschaft aufgestiegenen, unter dem Perser Kyros I. von Neidern verleumdeten und der Löwengrube überantwortetem Daniel – hier inmitten elf grimmig-friedfertiger Mähnenträger – zeigt Jehovah, der Gott Israels, seine Macht und bringt den Hof auf der Empore zu ungläubigem Staunen. Lavierte Tuschpinselzeichnung in Graublau + Schwarz nebst Weißhöhung für Johann Daniel Herz I (1693 Augsburg 1754; ein „Kunstverleger mit Blick für Qualität“ [Rolf Biedermann, 1987], „[g]enannt seien besonders seine Blätter großen Formats“ [Thieme-Becker, 1923]). Bezeichnet in Bister: Jo El. Riedinger (sic!) inv et del 1732. 837 x 533 mm + 32 x 20 mm zusätzliches Signaturfeld seitlich rechts unten.

Imposantes Löwengruben-Blatt

herrlichen Hochformates

in Kontext zu jenen des Alexander-Zyklusses, von denen aber eben nur die beiden hier nachfolgenden „heroischen“ anderwärts gestochen und veröffentlicht wurden, da zu jener Zeit noch nicht selbst in Kupfer arbeitend und verlegend. Gleichwohl blieb es auch beim späteren Löwengruben-Blatt bei solchem Procedere. All jenen „Fremdarbeiten“ gemein ihre

exorbitante  Seltenheit  selbst  noch  im  Stiche ,

wie denn auch für das Kupfer der „Löwengrube“ hier kein zweites Markt-Exemplar seit Schwarz (1910) nachweisbar ist.  Gestochen  fehlte  es  ausdrücklich  also  auch  Gräflich Faber-Castell !

Die Wege der Vorzeichnungen wie der Platten waren – anders als die über Generationen von den Ridingers zusammengehaltenen und schließlich geordnet weitergegebenen Arbeiten – bestimmt von wechselnden Verlegerhänden bald früher, bald später und ihr Eingebettetsein in eine sich letztlich verlierende anonyme Mischproduktion. Ob solcher Vorgaben

der Erhalt hiesiger Löwengruben-Zeichnung

ein Ereignis absoluten Grades

ist, dem der schon zu Zeiten Faber-Castells bei anschließender Verwahrung seitens lediglich einer sorgsamen Hand gegebene Erhaltungszustand nachzuordnen ist.

So neben zwei als Abreibungen sichtbar gebliebenen geglätteten Horizontalfalten oben unterhalb der Empore und mittig unterhalb des Torbogens eine Vielzahl klein(st)er Abreibungen namentlich in den Randpartien, sodann, und hier bedingt auch störend, auf 2,5-3 cm Höhe im linken Blatteil oberhalb der Mittelfalte. Vom rückseitigem überwiegend nur stippenhaftem Stockfleckenbefall vorwiegend in der oberen Blatthälfte bildseits nur vereinzelte wenig größere durchscheinend, wahrnehmbar fast nur in der nur lavierten Freifläche zwischen Torbogen und Empore. Ganz vereinzelte kleine Randeinrisse hinterlegt. Gesamthaft die schlecht zu verwahrender Übergröße und höchster Seltenheit geschuldeten, gut und gern zu tolerierenden Runzeln der Jahrhunderte, überspielt von der

bildhaften  Großartigkeit  der  Komposition

mit ihren, nicht zuletzt,

10 verschiedenen meisterhaften Löwen-Physiognomien

(die des elften Löwen verdeckt). Und

wie  elitär  einsam

die  überdies  nur  wenigen  historischen  Zeichnungen  Ridinger’s

aus  dem  noch  immer  beachtlichen  Gros  seiner  Tierzeichnungen  herausragen ,

belegt

ihr  gänzliches  Fehlen

in nachfolgenden opulenten zeichnerischen Ridinger-Beständen :

Weigel (1856, mit ca. 1849 Blatt – davon 17 Löwenblätter üblicher Art – umfangreichster Bestand, zurückgehend auf den 1832 von den Erben erworbenen zeichnerischen Nachlaß) – Coppenrath (1889/90, 66 Blatt) – Wawra (1890, 234 Blatt) . – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 14.859 / Preis auf Anfrage

Schon seit 150 Jahren qualifiziert als

„ Sehr + Aeusserst selten “

Ridinger’s Folge der Fontainen

4 Blatt. 35,3 x 28,7 (1) bzw. Blattgröße 35,2-35,4 x 28,2-28,3 cm (3). – Th. 878-881.

Ridinger, Atlas + Herkules (Fontaine)Ridinger, Perseus + Andromeda (Fontaine)

Aus Ridinger-Sammlung Gräflich Faber-Castell

Ridinger, Herkules triumphierend (Fontaine)Ridinger, Apollo und die pythonische Schlange (Fontaine)

Fontaine de Persèe et d’Andromede .

Springbrunnen des Persei und der Andromeda.

Dreiseits mit 3-4, unten 13 mm breitem Rändchen um den vollen Plattenrand. In diesem vier hinterlegte Kleineinrisse. Kleine leichte Gelbspur zwischen Andromedas rechtem Arm und linkem Bein.

Fontaine d’Hercule victorieux.

Springbrunnen des triumphirenden Herculis.

Fontain d’Atlas et d’Hercule.

Springbrunnen des Atlas und Herculis.

Innerhalb der Plattenkante geschnitten, doch dreiseits mit meist nur feinstem Rändchen um die Bildeinfassung, hier und da auch bis unmittelbar an diese heranreichend, unten mit 3-10 mm unterhalb der zweiten Textzeile. – Rückseits links mit zwei punktuellen Spuren früherer Montage auf blauem Papier und bildseits eine winzige Papierabschabung an der Bildeinfassung.

Fontaine de la Victoire d’Apollon sur le Serpent Python.

Brunnen von dem Sig des Apollo über die Pythonische Schlange.

Innerhalb der Plattenkante geschnitten, doch dreiseits mit fein(st)em Rändchen um die Bildeinfassung, unten mit 6-10 mm unterhalb der zweiten Textzeile. – Rückseits links mit drei punktuellen Spuren früherer Montage auf blauem Papier.

Bildlich wie inhaltlich schön + in herrlichen Drucken

auf leicht getöntem feinen (3) bzw. normalschwerem Bütten bei gleichwohl einheitlicher Strukturierung  im  Exemplar  Gräflich  Faber-Castell  wie  vor  .

Und nicht zuletzt ein weiteres Thema , das Ridinger als in großer künstlerischer Tradition stehend zeigt .

Mit deren drei berühmten Beispielen aus 1593 bis 1602

in Augsburg selbst ,

darunter der auf eine Vorzeichnung Hans von Aachen’s zurückgehende Herkules-Brunnen des großen Adriaen de Vries. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 14.873 / EUR  2000. / export price EUR  1900. (c. US$ 2073.) + Versand

Aus Vorbesitz wie vor

Belagerung + Eroberung

von Halicarnassos

Johann Elias Ridinger, Halicarnassos
Linksseits der Saurüde als Markenzeichen der frühen Jahre

durch Alexander den Großen

(334 v. Chr.)

im mit 75,5 x 91,8 cm

größten Ridinger des Œuvre

in Kupferstich von Johann Daniel Herz I (1693 Augsburg 1754). Frühe 1720er. – Bezeichnet: LXXXVII (Plattenrand oben Mitte) / Ioh. Elias Ridinger invent. et delin. (im Textrand unten links) / Senior Iohann Daniel Herz sculp et exc Aug. V. (im Bildrand unten rechts), ansonsten wie vor etc. – Slg. Reich auf Biehla 917 („Ohne Plattenrand, aufgezogen [wie auch hier]. Schöne Composition.  Aeusserst selten“, 1894 ! ; anstehendes Exemplar ? ). – Th. 917.

Das monumentale Blatt

– Gegenstück zur folgenden 331er Tigris-Querung –

im Zweitzustand nach Änderung der früheren Bezeichnung „Cum Privileg. Sac. Cæs. Majest. / Ioh. Daniel Hertz sculpsit / Hæred. Ieremiæ Wolffij excud. Aug. Vind.“, wie von Schwarz per 917a als irrtümlich Zweitzustand beschrieben,

herrlichen  Druckzustands  leuchtenden  Hell-Dunkels

mit seitlich feinem Rändchen um die Bildkante, unten 3 mm unterhalb des Textes und oben 5 mm oberhalb Bildkante mit der von Thienemann + Schwarz nicht erwähnten Nummer. – Alte Dublierung unter Glättung früherer vertikaler Mittelfalte und letztlich sehr guten Gesamtzustandes, wie bei solch schwer zu verwahrenden Übergrößen

– der  Druck  gleichwohl  von  nur  einer ( sic ! ) Platte ! –

nicht die Regel. – Unlesbarer Blindstempel zwischen den beiden Blöcken des Untertextes und dortige besagte Lot-Nr. in Rot. Eine kleine leichte Überschwärzung am linken unteren Bildrand in jeweils ein Wort der ersten beiden lateinischen Textzeilen auslaufend.

Früharbeit  Ridingers , entstanden bald nach seiner nicht vor 1719 anzusetzenden Rückkehr vom dreijährigen Aufenthalt bei Baron (so ADB entgegen Kilian/Th.: Graf) Metternich in Regensburg, als „alle Kenner … seine erlangte Geschicklichkeit und Stärke sowohl in Historien- als Tierstücken bewunderten“ (Th.),  er  gleichwohl  noch  nicht  selbst  in  Kupfer  arbeitete . So „malte (er) da anfangs für den Kunsthändler Dan. Herz (recte Jeremias Wolff, zusätzlich auch für Herz belegt erst 1732, siehe unten) verschiedene historische Darstellungen“ (Nagler), davon alexanderbezogen neben anstehender Halicarnassos-Belagerung die 331er Überquerung des Tigris bei Bedzabde (Th. 918 wie hier folgend) zum Treffen gegen Dareios (III., letzter der Perser-Könige) mit der Entscheidungsschlacht am 1. Oktober bei Gaugamela unweit Arbelas. Beide seitens Naglers, der die Überquerung irrtümlich für den Granikos reklamiert, das Blatt also zumindest nur ohne dessen Untertext kannte, qualifiziert als „reiche Compositionen“, sind es zugleich

herrliche Beispiele früher Reife und Vollendung

wie schon verschiedentlich an Hand anderer Frühwerke konstatiert („daher ist diese Zeichnung für die Kenntnis seines bereits perfekten Stils in jungen Jahren von Bedeutung“ , Nebehay 88,2 zur 1721er Zeichnung zu Th. 1). Vor allem aber Ridinger’s

Tribut an die Alexander-Verehrung seiner Zeit

und als Ausdruck

seiner ganz persönlichen Noch-Bewunderung .

Halicarnassos — der monumentalste Ridinger des Œuvre

von extremster Seltenheit

wie im übrigen generell belegt für die noch seitens Dritter gestochenen Blätter der frühen Jahre. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 14.869 / Preis auf Anfrage

Aus Vorbesitz wie vor

Das zweite der Alexander-Blätter

Johann Elias Ridinger, Tigrisquerung bei Bedzabde
Rechtsseits der mitschwimmende Markenzeichen-Saurüde

Erste Tigris-Querung

(331 v. Chr.)

Überquerung bei Bedzabde auf dem Zug zum Treffen gegen Dareios (III., letzter der Perser-Könige) mit der Entscheidungsschlacht am 1. Oktober bei Gaugamela unweit Arbelas. Kupferstich von Johann Balthasar Probst (1673 Augsburg 1750) bei Johann Daniel Herz I (1693 Augsburg 1754; ein „Kunstverleger mit Blick für Qualität“ [Rolf Biedermann, 1987], „[g]enannt seien besonders seine Blätter großen Formats“ [Thieme-Becker, 1923]). Frühe 1720er. Bezeichnet: XCIV (Plattenrand oben Mitte) + 3zeilig im Bildrand unten rechts: Senior Ioh. Dan. Herz excud. Aug. Vind. / Iohann Elias Riedinger (sic!) pinxit / (Iohann Balthasar Probst sculps.), ansonsten mit dem hier fehlenden Untertext. Blattgröße 47,6 x 76,8 cm.

„ Ein ungemein reiches , gut gearbeitetes Blatt ,

das Seitenstück des vorhergehenden (Halicarnassos). Alexander steht auf erhabenem Ufer, umgeben von einigen Generalen, zeigend und schreiend, hinter ihm (sein vertrauter Gefährte Hephaestion und zwei) blasende Hornisten. Bei den mit den Wellen (wie auch schon mit dem Gegner) furchtbar kämpfenden Soldaten ungemeine Abwechselung und Wahrheit “ (Th.).

Nagler, Ridinger, XIII, S. 162 ( „reiche Composition“, gleichwohl irrtümlich als „Uebergang über den Granicus“ [Schlacht dortselbst Mai 334], damit in Unkenntnis des Untertextes bis hin zum Stecher [hiesiges Exemplar?], für den er denn irrig Joh. Daniel Herz I statt Joh. Balthasar Probst angibt. Solchermaßen denn naheliegend, daß

hiesige Faber-Castell-Provenienz

bis  auf  den  großen  Kunst-Lexikographen  Nagler  (1842/43)  erweiterbar

sein sollte. – Zweiseits mit feinem Rändchen um die Bildkante, oben mit 5 mm breiter und hier mit der von Th. + Schwarz nicht erwähnten Nummer, unten indes knapp auf Bildrand geschnitten unter Verlust noch der Probst-Signatur, vor allem aber des 4zeil. latein.-dt. Untertextes nach Curtius Rufus, Buch IV, Kap. 9. – Knapp 9 cm langer feiner Einriß im Unterfeld links der Mitte professionell beigelegt und kaum störend. – Th. 918. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 14.854 / Preis auf Anfrage

Ridinger’s Memento Mori

als ein

niederländisch gespeistes Wetterleuchten

im Œuvre des Meister’s

Johann Elias Ridinger, Memento mori

Und eine seiner großen Raritäten dazu

Im Erstzustand des

Exemplars Gräflich Faber-Castell

Auf der auf dem Tisch liegenden Bibel Totenschädel mit etlichen fehlenden Zähnen. Rechts davon Vase mit blätterndem Blumenbouquet, links, wie seltener, Schale mit Seifenblasen, auf der ein vierfingrig gezackter Stab mit anhängendem Siegel ruht, sowie heruntergebrannte(s) Kerze/Lebenslicht, auf dessen Ständer eine Kerzenschere, dahinter Sanduhr und darüber Vorhang mit großem zackigen Ausriß für den Vorhang des Lebens, seit dem Mittelalter aber auch Symbol des Geheimnisvollen, dessen ggf. religiöser Trost von dem Loch indes schon wieder konterkariert wird. Unter der Bibel hervorschauend und über den Tischrand hinausragend ein unbeschriebenes Blatt Papier mit Einriß und Eselsohr. Schabkunstblatt. Bezeichnet: Ioh. Elias Ridinger inv. et exc. Aug. Vind., ansonsten wie vor etc. 51,6 x 42 cm.

Stillfried (3. Nachtrag zu Th., 1876) + Schwarz (Coll. Gutmann, 1910) 1426, offenbar beide III (von III); Reich auf Biehla 295 ( „Aeusserst selten“, 1894 ! Ohne Zustandsangabe. ); Rosenthal, Ridinger-Liste 126 (1940), 434 (ohne Rand, wohl dito); Faber-Castell 145, Zustand I (von III) wie auch das Exemplar der Staatlichen Graphischen Sammlung München (1963:1644); Wend, Ergänzungen zu den Œuvreverzeichnissen der Druckgrafik, I/1, 289 (1975, Stillfried’s Beschreibung wiedergebend); Ridinger-Katalog Kielce (1997), 172, II (von III) nebst Abb.; Niemeyer, Die Vanitas-Symbolik bei Johann Elias Ridinger in Wunderlich (Hrsg.), L’Art Macabre 2, 2001, Abbildung S. 103 (III. Zustand).

Nicht bei Thienemann (1856) , Weigel, Kunstlager-Catalog, Abt. I-XXVIII (1838/57) , Schles. R.-Slg. bei Boerner XXXIX (1894) , Slg. Coppenrath (1889 f.) , Slg. Hamminger (1895) , Helbing XXXIV (Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger, 1554 Positionen; 1900).

Mit  Untertext:

„ ( Was du thust so bedencke das Ende, so wirst du nimmermehr übels thun ) ,
Sir. 7. Cap. “

Früheste Fassung

dieses bildhaft-schönen Vanitas-Stillebens

als

EINER  DER  INTERESSANTESTEN  RARITÄTEN  DES  RIDINGER-ŒUVRE ,

deren verschiedene Zustände von der hier vorliegenden Literatur bislang nicht erfaßt worden und nach derzeitigem hiesigen Kenntnisstand in ihren Abweichungen in der Komplett-Beschreibung dargestellt sind.

Tiefbrauner Druck schönster Plastizität auf festem Bütten mit Wz. WANGEN und separater IV, wie beide für zeitgenössische Drucke stehend. Mit seitlich 8-14 mm, oben 17 mm Rand, unten unter partiell leichtem Signatur-Anschnitt, doch Verlust des „Sir. 7. Cap.“ als Schlußzeile des Untertextes beschnitten. Althinterlegte kleine Ausrisse im freien Feld links außen des tonig-schönen Textunterrandes bei noch minimalem Hineinreichen in den Kantenabschluß des Tisches sowie innerhalb der beiden Zitatzeilen unter Fastverlust der Buchstaben „uid“ im zweiten „quid“ der ersten und minimaler Berührung der Buchstaben „as“ im „Was“ der zweiten Zeile. Im Bild selbst vereinzelte altbeigelegte Klein(st)läsuren, optisch haarrißartig deren vier im Vorhang oben links und einer im rechten Schädelauge, stecknadelkopfartige drei weitere an Schädelrand, auf der Bibel, im Vorhang. Eine weitere Kleinläsur in der weißen Tischkante rechts unten kaum wahrnehmbar, bildseits gar nicht einige wenige unversorgt gebliebene stecknadelkopfkleine Löchlein, wie auch die nicht ganz unübliche geglättete Mittelfalte nur im Schädel noch sichtbar. Von zwei hinterlegten Kleineinrissen im weißen Rand rechts einer 7 mm in die Bildausfüllung reichend. Ein leichter Braunanflug vom Fuß des Kerzenhalters an abwärts vom Druckbraun optisch nahezu eliminiert. Gesamthaft somit etwas zeitspurig, doch nicht allein rücksichtlich der zusätzlichen Seltenheit als Erstzustand und der ridingerbezogen bedeutsamen Provenienz durch und durch erwerbenswürdiges

herausragendes Beispiel aus der Gruppe

der Vanitas-Arbeiten und Totentänze

und großartiger Beleg für den „ verharmlosten Ridinger “,

so der kunsthistorische hiesige Beitrag auf der Ridinger-Festveranstaltung der TU Dresden gelegentlich des 300. Geburtstages, aufzeigend zugleich des Meister’s tiefe Verwurzelung in der Emblematik der alten Niederländer, deren Werken er generell weit stärker verpflichtet ist, als bislang angenommen. Und hier nicht zuletzt dokumentiert durch sein die geistige Urheberschaft zweifelsfrei machendes inv(enit). – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 14.856 / Preis auf Anfrage

niemeyer’s — für ridinger-schabblätter feinster qualitäten

Johann Elias Ridinger, Zeus

Zeus. Auf Wolkensessel durch die Lüfte fliegend, mit ihm der Adler , den Blitz in der erhobenen Linken, der Blick zürnend nach unten gerichtet. 19,8 x 16 cm. – Die Seiten auf bis innerhalb der Plattenkante geschnitten, dabei rechts oben bis nahezu an die Bildeinfassung. Oben + unten 4-6 mm Rand. – Rückseits an den Rändern alte Montagespuren sowie drei Gesichtsskizzen in Bleistift. – Vorbesitz  wie  vor .Th. 845. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

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Johann Elias Ridinger, Antiker Krieger, sitzendJohann Elias Ridinger, Antiker Krieger

Vorstellungen sowohl Römisch= als Griechischer Krieges=Leuthe aus meinen Academischen Zeichnungen … Blatt 1-12 + 17 (von 18). Nicht vor 1759. Ca. 17-18,8 x 10,5-12,5 cm als bald Platten-, bald Blattgröße bzw. (Bl. 17) 19,6 x 13,2 cm. – Misch-Exemplar von immerhin: 13 auf einen Streich!  Davon  mochte  manch  Großer  nicht  einmal  träumen !  Denn complett nachweisbar hier nur die Exemplare Thienemann + Baron Gutmann (Katalog Schwarz). –  Vorbesitz  wie  vor .Th. 860-871 + 876 (von 860-877). – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

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Alessandro Marchesini, S. Ambrosius

Einer der größten Söhne Triers

im Exemplar Gräflich Faber-Castell

S. Ambrosius. Kostbar gewandet in ganzer Figur, sitzend nach rechts mit dem nach links gewandten Kopf, die Linke auf einem geöffneten Buch ruhend. Links zur Seite Engel mit Bischofsstab + Tiara. Geschlossener Foliant zu seinen Füßen. Schabkunstblatt nach Alessandro Marchesini (1664 Verona 1738, tätig in Verona, Venedig, Padua). Bezeichnet: Marchesin pinxit a Venetia. / Ioh. Iacob Ridinger sc. / Ioh. El. Ridinger exc. A. V., ansonsten S. | AMBROSIUS. 53,2 cm Blatthöhe x 41,3 cm Plattenbreite. – Schwarz 1532. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

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„ Hartelijk dank voor de zorgvulige wijze … Voor mij bent u de Mercedes onder de prentenhandelaren! “

(Mijnheer P. E., 24. Januar 2008)