English

„ … sieh ,

das ( Schöne )

Carl Friedrich Karthaus, Rheinlandschaft mit Rolandswerth/Rolandsbogen, Nonnenwerth und Drachenfels/Wolkenburg

liegt so nah “

Und vis-à-vis niemeyer’s rheinischem Wachstum ohnehin

( Bad Godesberg 1959-1995 )

Dem Sammler H. H.

—  „ Tief im Herzen die schlesische Heimat ,

bewundernd die Berge am Rhein “  —

in dankbarem Gedenken

für freundschaftliche Verbundenheit

1962 – 2005

1959 lüder h. niemeyer 2014

55 Jahre vertrauensvolles Miteinander

» Wie

können  Laien  Qualität  erkennen ? «

 

» Kurzfristig

mag  das  schwierig  sein .

Aber

die  gute  Qualität

gefällt  noch  nach  vielen  Jahren . «

FAZ-Magazin 11. November 1994

im Interview von Michael Freitag mit Paolo Bulgari

(Jg. 1937, Enkel von Sotirio Bulgari als dem Begründer

» eines  der  berühmtesten  Juweliergeschäfte  der  Welt . «)

Carl Friedrich Karthaus

Wuppertal-Barmen 1852 – Potsdam 1928

Bestattet auf dem als Gesamtkunstwerk unter Denkmalschutz stehenden Alten St.-Matthäus-Kirchhof (Bln.-Schöneberg) in der Familien-Grablege des Kommerzienrats Johann Carl K. (Barmen 1806? – Berlin 1883)

Rheinlandschaft

mit Rolandswerth/Rolandsbogen, Nonnenwerth und Drachenfels/Wolkenburg

Carl Friedrich Karthaus, Siebengebirge mit Rolandswerth/Rolandsbogen, Nonnenwerth und Drachenfels/Wolkenburg

gesehen von Rolandseck bei sich neigendem Sonnenlicht

Mit dominantem Rolandsbogen samt vom Kölner Zuckerfabrikanten Joh. Jac. vom Rath (1792-1868) erbauten Turm + Rolandstempelchen. Vorn links das Hotel Rolandseck-Groyen – später sowjetische Botschaft; die Fassade seit 1981/82 Kulturdenkmal – vor dessen nördlichem Erweiterungsbau gegen Ende des 19. Jhdts. mit Figurinen auf der Straße. Zwischen Ufer und Insel Dampffähre, verstreut zurückgesetzt Segler. Öl auf Leinwand. Bezeichnet unten rechts: Karthaus (18)87. 47,5 x 65,3 cm. Schwarz eingefaßter 6,5 cm breiter Modellrahmen in 16,7karätigem Grün-Glanzgold-Antik.

Carl Friedrich Karthaus, Signatur

Boetticher I/2 (1895), 677; Thieme-Becker XIX (1926), 576: „stellte 1886/92 auf der Berl. Akad. Ausst., 1893-1918 auf der Gr. Berl. Kunstausst., gelegentlich (1899, 1904) im Münchner Glaspal., 1921 auf der Ausst. ‚Potsdamer Kunstsommer‘ aus. Malte (worüber schon Boetticher nicht hinauskam) hauptsächlich nach Motiven aus Italien, Sizilien, Ägypten u. von der Insel Wight. Eine kleine Sonderausst. von Werken K.s fand 1906 bei Fritz Gurlitt in Berlin statt.“

» Ein  Bild  ist  nicht  nur  ein  König ,

es  ist  noch  vielmehr  ein  Freund «

Lothar Brieger

Das Kunstsammeln (1918)

Hier denn nun aber rheinischerseits bildgewordener

„ … eine(r) der 7 schönsten

Blicke der Welt .“

Und dies beileibe nicht nur für Alexander von Humboldt als dem diesbezüglich Berühmtesten. Denn als William Turner 1837 zwecks Stahlstichs für eine Neuausgabe der Gedichte des Schotten Thomas Campbell zwanzig aquarellierte Vignetten schuf, tat er dies für einen Mann, auf dessen Einfall die Gründung der Londoner Universität (1836 mit College-Anfängen 1826 + 1828) letztlich zurückgeht, geboren aus Gesprächen mit Professoren der geburtsfrischen Bonner gelegentlich seines einmonatigen dortigen Aufenthaltes 1820. Darunter eine mit Rolandsbogen, Nonnenwerth + Drachenfels. Mit der es seine Besonderheit hat:

„ (Ein besonders schlagendes Charakteristikum dieser Vignette ist deren sehr hoher Blickpunkt. Dies gründet auf keinerlei eigener Praxis Turner’s und muß sicherlich von Campbell selbst eigens erbeten worden sein, der 1820

mit solch tiefer Empfindung

auf Nonnenwerth und Rolandseck herabgeschaut hatte) “

(W. Beattie [Ed.], Life and Letters of Thomas Campbell, 1849, II, 362-372 + 386/87, nach Cecilia Powell im 1991/92er Ausstellungskatalog der Tate Gallery Turner’s Rivers of Europe – The Rhine, Meuse and Mosel, Seite 117 nebst Abbildung). Und Powell dortselbst zuvor:

„ (Besonders hingerissen war er von Drachenfels und Rolandseck , welche er …

zur schönsten Scenerie erklärte,

die er je gesehen habe

und von den ‚Paradiesischen Ansichten des Rheins‘

vom höchsten der Sieben  Berge. Am letzten Tage entbot er Rolandseck den Abschiedsgruß durch Aufsagen des Gedichts von Karls des Großen tapferem Krieger, das Lied von Roland, und verfaßte [mit von Powell complett wiedergegebenem Der tapfere Roland] seine eigene Version von der Geschichte, welche

Roland mit dem Rhein assoziierte) .“

Und vier Jahre zuvor schon hatte dieses Paradisicum Lord Byron zum geflügelten Auftakt seiner berühmten Beschreibung innerhalb seines Des Ritters Harold Pilgerfahrt inspiriert:

„ Der burggekrönte Drachenfels , Schaut auf den weit gewundnen Rhein … “

(deutsch von Kurt Roessler), wozu Cecilia Powell Seite 99 des Obigen anmerkt:

„ (Paradoxerweise indessen sind die erhabenen Höhen über der Klosterinsel erst aus einiger Entfernung stromabwärts gut zu schauen, wie in Turner’s Ansicht hier: so ist der Drachenfels die kleinere und weniger bedrohliche Erhöhung zur Rechten, während zur Linken die Ruine des Rolandsbogens alles eines einst mächtigen Schlosses vermittelt. Zu Turner’s Zeit war diese Scenerie besonders sinnträchtig hinsichtlich der mit ihr verknüpften historischen und legendenhaften Ereignisse. Letztere als einer der Gründe, warum sich Ritter Harold an diesem Orte so heftig nach seiner abwesenden Liebsten sehnte … ).“

Dies sich zu vergegenwärtigen mag die Lust des Schauens dort auffrischen, wo diese malerische Komposition Alltag ist. Wiedergegeben dieses Ensemble hier denn im Lichte des Südens als, eben, Karthausen’s ureigenster Palette, wie denn ja in neuerer Zeit Bonn’s OB Daniels I für die Stadt als der nördlichsten Italien’s warb. Eben auch lichtmäßig.

„ … das Einmalige , das Licht und Wolken in diesem Augenblick zu spenden bereit waren und sich der Seele des Künstlers mitteilten , fanden in der abendlichen Muse ihre Vollendung “

(Hermann Bauer, Eine friedliche Begegnung in der friedlosen Zeit des dreißigjährigen Krieges – Ein böhmischer Maler erlebt den Rhein zur Rheinfahrt Wenzel Hollar’s als Begleiter des Grafen Arundel gelegentlich deren Passage von Rolandseck und Nonnenwerth, in Heimatjahrbuch Kreis Ahrweiler, Jg. 1974, SS. 62 ff.).

Carl Friedrich Karthaus, Rheinlandschaft mit Rolandswerth/Rolandsbogen, Nonnenwerth und Drachenfels/Wolkenburg

Und so begegnet uns Karthaus’ stimmungszartes Bleu in Beige

denn schon beim 350 Jahre früheren Hollar, in dessen aquarellierter Federzeichnung Nonnenwerdt , Rhenus fluvius , Rolandseck vom 9. Mai 1636, die Hermann Bauer beschrieb. Siehe deren unpaginierte farbige Wiedergabe bei Miloš V. Kratochvíl, Hollar’s Journey on the Rhine, Prag, Artia, 1965.

Sein kraftvoller Vordergrund vor delikater Palette des zurückgesetzten Siebengebirges aber, einsetzend mit Drachenfels/Wolkenburg bei zunehmender Verfeinerung deren rückwärtigen/seitlichen Höhen bis hinunter zur Uferpartie, findet kein geringeres Vorbild als in Turner’s Intensität und Zartheit verknüpfendem Rolandswerth, Nonnenwerth und Drachenfels (Gouache/Aquarell von 1817, 19,5 x 30,3 cm als Pos. 4 des Tate-Katalogs mit Abbildungen SS. 65 + 99), wie von Powell als für die Gruppe jener Arbeiten typisch angesehen. Gesehen übrigens mittig, offenbar von einem Boot aus, sodaß Nonnenwerth dicht am Ufer liegend erscheint und die Drachenfels-Partie nicht weit über die Wolkenburg hinausführt.

Und einmal in diesem Umfeld, haftet bezüglich Karthaus’ der Blick etwa auch auf Johann Martin von Rohden’s bleu-beigefarbenem Himmel und den mittig zurückgesetzten dunstigen Höhen seiner Ruinen der Hadriansvilla bei Rom von um 1796 (1976er Ausstellungskatalog der Hamburger Kunsthalle William Turner und die Landschaft seiner Zeit, Farbabbildung XXVII). Womit sich der Kreis schließt und wir eine Malerei vor uns haben, die ihrer Qualität wegen betrachtet werden und erfreuen will. Und an die Nonchalance erinnert, mit der zu allen Zeiten über Namen nachbetend geurteilt wird.

» Ein  schönes  Stück  ist  eine  Freude  für  immer «

Denn von der Kunsthistorie vernachlässigt und solchermaßen in seinen Meriten auch seitens des Marktes meist unerkannt und herdtriebgemäß unhonoriert, steht auch der von der Literatur als Berliner Landschaftsmaler geführte Karthaus für Jacob Burckhardt’s résumé per Vortrag vom 21. Februar 1881:

„ Das Jagen nach berühmten Namen hat überhaupt seine großen Schattenseiten; es wäre eigentlich richtiger,

die Bilder um ihrer Schönheit willen zu lieben .“

Und naturellgemäß sarkastischer Beethoven :

„ ‚Sehen Sie, lieber Ries! Das sind die großen Kenner , welche jede Musik so richtig und so scharf beurteilen wollen.

Man gebe ihnen nur den Namen ihres Lieblings ;
mehr brauchen sie nicht‘ “

(Wegeler-Ries, Biographische Notizen über L. v. B., 1838, S. 90, hier nach Kerst I, 101 f.). – Vorangehend der Schüler Ferdinand Ries selbst :

„ … wo ich häufig abends Beethovensche Sachen, teils von den Noten, teils auswendig vor einer Versammlung von gewaltigen Beethovenianern spielen mußte. Hier konnte ich mich überzeugen, wie bei den meisten schon der Name allein hinreicht, alles in einem Werke schön und vortrefflich, oder mittelmäßig und schlecht zu finden. Eines Tages, des Auswendigspielens müde, spielte ich einen Marsch, wie er mir gerade in den Kopf kam, ohne irgendeine weitere Absicht. Eine alte Gräfin … geriet darüber in ein hohes Entzücken, da sie glaubte, es sei etwas Neues von demselben, was ich, um mich über sie sowohl als über die anderen Enthusiasten lustig zu machen, nur zu schnell bejahte … Als ich den Marsch (nächsten Tages und nun in Gegenwart B’s) wiederholen mußte (erhielt dieser) nun von allen die außerordentlichsten Lobsprüche über sein Genie, die er ganz verwirrt und voller Grimm anhörte, bis sich dieser zuletzt durch ein gewaltiges Lachen auflöste (und er anschließend zu mir sagte, s. o.). “

Hier denn also Karthaus’ Reverenz

vor dem zeitlos begeisternden Hoch dessen

was des Rheines ist ,

je nach Reiserichtung Entrée oder Finale.

„ Rolandseck war zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein Idyll am Rhein. Es wurde oft als ‚Riviera am Rhein‘ bezeichnet. Der herrliche Blick auf den Rhein, die Insel Nonnenwerth und das Siebengebirge machten es zu einem touristischen Anziehungspunkt ersten Ranges. Der Weltreisende Alexander von Humboldt hatte dem Rheintal an dieser Stelle den siebten Platz in seiner Rangliste der schönsten Landschaftsansichten eingeräumt. Auf der Insel Nonnenwerth befand sich ein Hotel, in dem 1841 mehrere Monate Franz Liszt wohnte und der damals an seinem 30. Geburtstag dort eine Platane pflanzte, die heute der höchste und prächtigste Baum auf der Insel im Rheinstrom ist. In Rolandseck hatten sich im 19. Jahrhundert viele reiche Familien aus Köln niedergelassen … Auch das (einstige) Hotel Rolandseck-Groyen steht noch … (und) hat große Zeiten erlebt. Illustre Gäste haben im Hotel Rolandseck Station gemacht, unter ihnen Kaiser Wilhelm I., Friedrich III., und Wilhelm II. … Nach Reichskanzler von Bismarck wurde gar ein Zimmer im Hotel benannt. Auch Dichter und Denker verbrachten immer wieder einige Zeit an diesem idyllischen Fleckchen am Rhein. Die bedeutendsten unter ihnen waren Karl Marx und Heinrich Heine. Eine rege Freundschaft verband die Hotelbesitzerfamilie Groyen mit dem Dichter Ferdinand Freiligrath “

(Hermann Josef Fuchs nach Ausführungen im Bonner Generalanzeiger vom 3. Dezember 1988).

Und in der damals noch Böhm’schen Restauration des Rolandsbogens selbst bewirtete in jüngster Zeit Bundeskanzler Schröder Amerikas Präsidenten Clinton.

An rheinischen Ansichten von Karthaus hier nachweisbar zudem Öle von Boppard und Oberwesel. – Auf dem Ursprungs-Keilrahmen. – Erhaltensmäßig rundum schön mit nur kaum störender leichter Verfärbung in der Himmelspartie oben rechts. Kurzum und mit sinngemäßem Goethe :

„ Warum (nach großem Namen) schweifen ,

sieh ,

das Gute liegt so nah .“

 

Das denn die Lokalität . — Das denn die Qualität .

Das denn heutiges Angebot .

Angebots-Nr. 15.864 / Preis auf Anfrage

 

Dem nach Authentizität pirschenden Puristen

bietet niemeyer’s zudem die Möglichkeit zum Erwerb

Historismus-Stuckrahmen

eines paß- und zeitgerechten

prachtvollen schweren vergoldeten

Historismus-Stuckrahmens

in der Art von Figur 48 bei Schmitz, Lexikon der europäischen Bilderrahmen, II (2009), Seite 48 :

„ … ein für den frühen Neoklassizismus typisches Profil … Historisierende Hohlkehlen dieser Art mit … Passepartoutleiste findet man u. a. um Gemälde von Munkácsy (1844-1909) und um Frühwerke von Liebermann “ (1847-1935) .

Angebots-Nr. 16.027 / EUR  1200. / export price EUR  1140. (c. US$ 1318.) + Versand


“ That would be great! I will send out a check tomorrow for … Followed by a payment in July then one in August. Thank you for your flexability. Kindest Regards ”

(Mr. L. A. F., June 22, 2004)