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250  Jahre

Friede  von  Hubertusburg

mit  dem  am

15. Februar 1763

der  Siebenjährige  Krieg  endete

und

eine  globale  Auseinandersetzung  neuzeitlicher  Dimension

ihren  Abschluß  fand

Vorangegangen waren im Jahr zuvor nach dem Tode von Zarin Elisabeth das Ausscheiden Rußlands aus der Großen Koalition gegen Preußen und der Friede von Sankt Petersburg unter dem neuen Zaren Peter III., gefolgt vom Frieden von Hamburg mit Schweden gleichen Jahres sowie – wenige Tage zuvor am 10. Februar – der Pariser Frieden, in dem Frankreich seine Besitzungen in Nordamerika und Indien an England abtreten mußte. Und

„ Obgleich Friedrich (der Große) sich nicht nur behauptet hatte, sondern in gewissem Sinne als Sieger gelten konnte, verlangte er gar nichts von seinen Gegnern als ihre Friedensbereitschaft …

Und  so  schlossen  Preußen , Österreich  und  Sachsen

am  15. Februar 1763  zu  Hubertusburg  den  Frieden ,

wonach  alles  so  blieb , wie  es vor  dem  Kriege  gewesen  war “

(Eberhard Orthbandt, Deutsche Geschichte, 1954, S. 604).

» Er  hatte  nichts  Greifbares  gewonnen …

Aber  Preußen  stand , nicht  ein  Dorf  hatte  es  verloren ,

Schlesien  war  bewahrt  und

Zweck  und  Ziel  der  großen  Koalition  vollkommen  verfehlt .

Das  war  eine  schwere  Demütigung  des  Erdteils

durch  den  einen  Mann «

Thomas Mann

Friedrich und die Große Koaliton

Ein Abriß für den Tag und die Stunde

1914

Der  Friede

galt  allerdings  nicht  für

Ridinger, Weißer Dachs

Dise(n)  sehr  rare(n)  weiße(n)  Dachs ,

welcher  mit  gelb  röthlichten

und  dunckel  castanien  flecken  gespringet  war .

Schon „Ao. 1724. den 5. 9bris im Parck bey St. Hubertusburg (bei Leipzig) ausgegraben und behäzt worden“, setzte ihm Martin Elias Ridinger (1731 Augsburg 1780) nach Vorlage des Vaters Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767) jedoch

1763

ein  Denkmal  zum  Friedensschluß

im eben 1724 fertiggestellten, von August dem Starken für Kronprinz Friedrich August errichteten, während des Krieges in Vergeltung für die Zerstörung Charlottenburgs geplünderten prachtvollen Jagdschlosses ebda., mit dem

eine  globale  Auseinandersetzung  neuzeitlicher  Dimension

ihren  Abschluß  fand

und  Preußen  als  europäische  Macht  etablierte :

„ So endigte sich dieser fürchterliche Krieg, der Europa zu verwüsten drohte: ohne daß eine Macht, Großbritannien ausgenommen, das Gebiet ihrer Herrschaft nur einigermaaßen erweitert hätte. Der Frieden zwischen Frankreich und England ward nur um einige Tage früher, als der Hubertusburger, unterzeichnet. Frankreich verlor dadurch seine vorzüglichsten Besitzungen in Amerika. Die Engländer gaben ihnen Martinike, Guadalupe, das Fort Belle=isle, und Pondischeri zurück; und Frankreich gab den Engländern Minorka wieder …

Wer vermogte vorherzusehn, oder auch nur sich einzubilden, daß Preussen, von der Macht Östreichs, Russlands, Frankreichs, Schwedens, und des ganzen Heil. Römischen Reichs angegriffen, diesem furchtbaren Bunde widerstehn, und einen Krieg, wo alles sein Verderben ankündigte, beendigen würde, ohne eine seiner Besitzungen zu verlieren? Wer konnte vermuthen, daß Frankreich mit seiner innern Stärke, mit seinen großen Bündnissen, mit so vielen Hülfsquellen, seine ansehnlichsten Besitzungen in Westindien (recte: Ostindien) verlieren und das Schlachtopfer dieses Kriegs werden würde? Alle diese Thatsachen mußten im Jahre 1757 unglaublich scheinen “

(Friedrich II., Geschichte des Siebenjährigen Krieges, Bln. 1788, Tl. II, SS. 357 f.).

Mit dem Hubertusburger Dachs hingegen belebte Martin Elias zugleich die zuletzt während der Kriegsjahre praktisch eingeschlafene Folge der Wundersamsten Hirsche und anderer Thiere wieder, um sie bis zu ihrem postumen Abschluß 1768 maßgeblich voranzutreiben. So sind denn von den einschließlich des hiesigen abschließenden 27 Blatt der Folge 21 von Martin Elias und nur noch sechs vom Vater in Kupfer gearbeitet worden. Die dem Dachs – Blatt 74 (Thienemann 316) der Folge – nachfolgenden und gleichfalls von Martin Elias radierten Blätter Ereignisse aus 1763 betreffend und somit die zeitlich generelle Einordnung auch des hiesigen erlaubend.

Prachtvoller, kontrastreicher Abdruck von warmer Tonigkeit auf festem Bütten mit von früherer Rahmung herrührender rückseitiger Randhinterlegung und damit korrespondierendem bildseitigen Lichtstreifen im 2,8-5,1 cm breiten weißen Rand. Kleiner hinterlegter Einriß unten links.

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» Wir  müssen  uns  alle  damit  trösten ,

daß  unser  Jahrhundert  eine  Epoche  der  Weltgeschichte  bildet ,

und  daß  wir  Zeugen  von  Ereignissen  gewesen  sind ,

wie  sie  in  so  außerordentlicher  Weise

der  Wechsel  der  Dinge  seit  langer  Zeit  nicht  hervorgebracht  hat .

Das  bedeutet  viel  für  unsere  Neugierde ,

aber  nichts  für  unser  Glück «

Friedrich II.

während des Siebenjährigen Krieges

an seine Lieblingsschwester Henriette, Markgräfin von Bayreuth


„ … Ich habe in Ihrer ‚Thienemann-Online‘-Seite eine für mich sehr wichtige Information gefunden, die mich wahrscheinlich in einer Dresdner Fotografenforschung weiterbringt … “

(Frau R. R., 24. Januar 2014)