English

nach  der  party  ist  vor  dem  katzenjammer

1730  in  Merry  Old  England

„ ist so sehr in die Flammen versunken

welche  auf  dem  (südlichen)  Continente  wüthen ,

William Hogarth, The Politician

daß  er  die  nähere  Flamme ,

die  ihm  Gefahr  droht ,

nicht  bemerkt .“

2011  in  Good  Old  Germany

» Die  (obige)  Figur  ist  ein  Mann  aus  dem  Mittelstande …

Sie  soll  das  Porträt  eines  Possamontirers  sein

und  in  das  Jahr  1730  fallen ,

wie  man  dies  aus  der  Kleidung  und  aus  dem  Degen  sieht .

Englische  Erklärer  sagen  nämlich  hinsichtlich  des  letzteren :

in  jenen  Jahren  hätten  die  Handwerksleute

sämmtlich  jene  Waffe  getragen ,

um  sich  und  ihr  Eigenthum  gegen  Diebe  zu  schützen ,

durch  welche

bei  schlechterer  Polizei , wie  später ,

die  Straßen  der  Hauptstadt

höchst  unsicher  geworden  wären «

Georg Christoph Lichtenberg

1784

William  Hogarth

1697 London 1764

„ … steht  unerreicht  und  ihm  verleiht

Die  Kunst  den  höchsten  Ruhm  in  fernster  Zeit “

Charles Churchill
An Epistle to William Hogarth

The Politician. Der zeitunglesende Politiker, der zwecks besseren Lesens die Kerze dicht vor die Augen hält und dabei nicht bemerkt, wie diese seinen Hut durchbrennt. Kupferstich von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). Bezeichnet: Hogarth pinxt. / T. Cook sculpt. / Published by Longman, Hurst, Rees, & Orme, July 1st. 1809., ansonsten wie vor. Bildgröße 17,8 x 14,3 cm. – Abbildung oben

Cook’s („machte sich auch einen Namen als Hogarth-Stecher“, Thieme-Becker) kleinere Fassung. – Innerhalb des breiten weißen Plattenrandes geschnitten. – Kaum merkliche leichte Knickfalte im unteren Bild- / Plattenrand.

Erst postum veröffentlichte Zeichnung, anspielend auf die Verhältnisse um 1730. Der gebannt auf die kontinentalen Geschehnisse, von denen die Zeitung berichtet, blickende Politiker – übrigens der damals bekannte Londoner Spitzenhändler Tibson – , der darüber

die  durch  den  brennenden  Hut  angezeigten

eigenen  nächsten  Probleme  außerachtläßt .

„ Bekanntlich waren die Engländer im vergangenen Jahrhundert bis zur französischen Revolution die einzige Nation in Europa, bei welcher die größere Volksmasse wegen der Verhältnisse, die sich aus der Constitution und den Gesetzen ergaben, ein lebhaftes Interesse an politischen Zeitbegebenheiten nehmen konnte … Somit hat (Hogarth) hier eine Figur gezeichnet, woran sich noch Andere in Staaten erbauen können, worin

dem  eigentlichen  Volke  gar  kein  Antheil  an  der  Regierung

und  eben  so  wenig  ein  Urtheil  hierüber  gestattet  ist …

Uebrigens war dieser Gedanke (des bei der Lektüre feuerfangenden Hutes) nicht neu; es gibt nämlich eine nicht unbekannte Caricatur auf Wilhelm III. (ein Oelgemälde von Schalchen), welcher sich den Hut anzündet, indem er Depeschen liest, ein Bild, das die Torypartei gegen den König veranstaltete,

welcher  den  Einfluß  und  die  Macht  Englands

in  die  Wagschale  warf ,

um den Ehrgeiz Ludwig’s XIV. auf dem Festlande Europas zu hemmen. Es sollte damit gesagt werden,

der  König  bekümmere  sich  mehr  um  die  Angelegenheiten  des  (Aus)landes ,

als  um  die … Gefahr … die  im  Innern  des  Staates  drohe

und

die  er  eben  durch  seine  äußere  Politik  veranlasse “

(Lichtenberg).

Angebots-Nr. 9.004 / EUR  189. (c. US$ 206.) + Versand

» Mein  Gott ,

was  soll  aus  Deutschland  werden «

Konrad Adenauer

» Deutschland ,

die  Wangen  hektisch  gerötet ,

taumelte  dazumal  auf  der  Höhe …

Heute  stürzt  es …

über  einem  Auge  die  Hand

und  mit  dem  andern

ins  Grauen  starrend

hinab …

Wann  wird … ein  Wunder ,

das  über  den  Glauben  geht ,

das  Licht  der  Hoffnung  tagen ?

Ein  einsamer  Mann

faltet  seine  Hände

und  spricht :

Gott  sei  euerer  armen  Seele  gnädig ,

mein  Freund , mein  Vaterland «

Thomas Mann

Doktor Faustus

Berlin, Aufbau-Verlag, 1954

Seite 690

„ Denn

wie  man  sich  bettet

William Hogarth, Tail Piece / The Bathos

so  liegt  man “

Bert Brecht , Aufstieg  und  Fall  der Stadt Mahagonny , 1930.

Mahagonny , wo todeswürdig ist, kein Geld zu haben.

Und Paule , ihr Gesetzgeber , hat am Ende keins mehr.

Honi  soit  qui  mal  y  pense

Tail Piece. / The Bathos, or Manner of Sinking, in Sublime Paintings, inscribed to the Dealers in Dark Pictures. Das Ende aller Dinge. Kupferstich von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). 1798. Bezeichnet: Designed by W. Hogarth. / Engraved by T. Cook. / Published by G. G. & J. Robinson Pater-noster Row December 1st. 1708. (recte 1808), ansonsten wie vor. 34 x 36,7 cm.

» Führt  die  Krise

der  Währungsunion  zur  politischen  Union ?

Jedenfalls  stellen  die  Regierungen  der  Eurozone

die  Weichen  in  diese  Richtung .

Dabei  spricht  niemand

von  einer  europäischen  Verfassung

oder  einem  europäischen  Parlament ,

das  nach  demokratischen  Prinzipien

( eine  Person – eine  Stimme )

gewählt  werden  soll .

Um  so  lauter  wird  europäische  Solidarität  beschworen .

Tatsächlich  aber  wird  Solidarität  auf  den  Kopf  gestellt ,

wenn  Länder  wie  Slowenien

für  überschuldete  Länder  mit  höherem  Lebensstandard  zahlen  sollen …

Wer  auf  krummen  Wegen

die  politische  Union  einführen  will ,

könnte  am  Ende  Europa  spalten «

Holger Steltzner

Krise der Währungsunion: Europa auf gefährlichen Wegen

Frankfurter Allgemeine Zeitung

12. Oktober 2011

Hogarth-Katalog der Tate Gallery, 1971/72, 222 + Hogarth-Katalog Zürich, 1983, 94, jeweils die 1764er Hogarth-Fassung und mit Abb.; Christoph Wulf, Dying Time, in Anthropology. A Continental Perspective, 2013, S. 133, Abb. 5.1 (dieses Exemplar). – Ausführlicher Untertext mit, neben Versen von Tacitus + Maximus Tyrius, wichtiger Bezugnahme auf die Analysis of Beauty mittels zweier konischer Figuren in den beiden Außenfeldern. Während die rechte deren Figur 26 zitiert, ist die ähnliche linke neu, da

„ did not occur to the Author, till two or three Years after his publication of the Analysis, in 1754 “ (recte 1753). Es ist

„ The Conic Form in which the Goddess of Beauty was worshipd by the Ancients at Paphos in ye Island of Cyprus. / See the Medals struck when a Roman Emperer visited the Temple. “

Diese Konen haben in ihrer Unversehrtheit nur scheinbar mit dem Hauptbild über ihnen nichts gemein. Denn

„ The allegory has also a personal application. Hogarth characteristically regarded the eclipse of his artistic ideal and his own decline as the collapse of the universe and the end of the world. Time expiring bequeaths every atom of himself to Chaos. His testament is witnessed by the Fates “

(Cat. Tate Gallery). Und die FAZ vom 8. 11. 1997:

„ Selten  hat  sich  ein  Künstler  so  ergreifend  von  der  Welt  verabschiedet. “

Es ist Hogarth’s letzte graphische Arbeit, sieben Monate vor seinem Tode. Künstlerisch ein Rückgriff auf Salvator Rosa, fußt der Titel auf Pope’s poetischem Gegenstück „Peri Bathous“ als seinerseits „a parody of Longinus’s ‘Peri Hypsous’“. Entsprechend übergewichtet Lichtenberg diesen Aspekt gegenüber der schlußendlichen Botschaft:

„ Eine Verspottung der sogenannten akademischen Malerschule … Bekanntlich gefiel sich dieselbe in allegorischen Darstellungen und in Compositionen, worin die antike Mythologie und neuere Verhältnisse zusammengeworfen wurden. “

Die  Szenerie  selbst  von  unerhörter  Radikalität .

Denn betroffen vom Verfall sind auch und besonders jene Attribute, die sonst ihrerseits das Ende der Zeit signalisieren. Wie Sense und Sanduhr, die hier ebenso zerbrochen sind wie Krone, Pfeife, Palette, Flasche, Glocke, das Wirtshaus „The Worlds End“ mit der brennenden Weltkugel als Schild, die Kirche sowie etliche andere Vanitassymbole. Die Uhr hat die Zeiger verloren, die Bäume sind so tot wie der Gehenkte – und Phoebus im brennenden Himmelswagen mitsamt seiner Pferde,

allesamt  in  den  bodenlosen  Abgrund  stürzend .

Zu allem Überfluß haucht Saturn selbst als Gott sowohl der Zeit, sprich geflügelter Tod, als des im Ackerbau begründeten Wohlstandes sein letztes „Finis“, derweil ihm das von den drei Parzen – Clotho, Lachesis, Atropos – bezeugte Testament entgleitet: alles dem Chaos. Kurz, „H. Nature

Bankrupt “.

Mit Ausnahme des Mannes in der schmalen Sichel des abnehmenden Mondes, der sich noch ein wenig Lebens zu erfreuen scheint. Wie denn auch der Galgen noch steht. Denn „(d)en scheint auch die künftige Welt nicht entbehren zu können“ (so auf der Heintz-Lithographie). Untergemischt schließlich verschiedene Wortspiele wie Schusterriemen + -leisten, im Englischen cobbler’s end bzw. last, sowie das Tau-Ende und der Lichtstumpf (candle’s end).

Herrlicher , nur  wenig  späterer  Abdruck  von  strahlendem  Hell-Dunkel

und adäquater Breitrandigkeit und Frische dieses schönen Blattes Cook’s, der „sich auch einen Namen als Hogarth-Stecher“ machte (Thieme-Becker) und als einziger der postumen Ausgaben das Originalformat wahrte. – Mit Wz. „1811 W Balston“; vgl. die Doppelmarke „J Whatman & W Balston 1813“ Heawood 117. – Im rechten Außenrand zwei kleine schwache Wasserränder. Die rückseitige partielle schwache Stockigkeit bildseits nur an zwei Stellen der Himmelspartie ganz minimal wahrnehmbar.

Angebots-Nr. 7.545 / EUR  291. / export price EUR  276. (c. US$ 301.) + Versand

» Kunst  gibt  nicht  das  Sichtbare  wieder ,

sondern  macht  sichtbar «

Paul Klee

Schöpferische Konfession

1920

– Dasselbe in Thomas Cook’s kleinerer Wiederholung. Bezeichnet: The Bathos. / Hogarth pinxt. / T. Cook sculpt. / Published by Longman, Hurst, Rees, & Orme, Nov. 1st.. 1807. Bildgröße 15,6 x 17,2 cm.

Im Untertext neben dem Titel nur noch die beiden konischen Figuren, undokumentiert, auch ohne den Verweis „Fig. 21“. – Sehr schöner Abdruck. – Innerhalb des sehr breiten weißen Plattenrandes geschnitten, der am Unter- und rechten Seitenrand etwas altersgebräunt ist.

Angebots-Nr. 9.002 / EUR  50. (c. US$ 54.) + Versand

– Dasselbe in Kupferstich von Carl Heinrich Rahl (Hofen bei Hdlbg. 1779 – Wien 1843). (1819/23.) 19,5 x 23 cm. – Nur noch die reine Bildversion und damit auch ohne den Analysis-Bezug. Oben rechts „44“, unten links „Pl. 6.“. – „Sehr interessante Ausgabe“ (Nagler) nach den Stichen in der Hzgl. Albertinischen Sammlung.

Angebots-Nr. 7.739 / EUR  87. (c. US$ 95.) + Versand

– Dasselbe in Kupferstich von Ernst Ludwig Riepenhausen (1765 Göttingen 1840, dortiger Univ.-Kupferstecher). (1794-1835.) Bezeichnet: 44 / W. Hogarth inv. / R. d sc f. 21,5 x 23,5 cm.

Früher  Abdruck  mit  deutlichem  Plattenton  und sehr breiten Seitenrändern. – Gleichfalls nur die reine Bildversion. Angesichts des breiten Plattenunterrandes scheint die Unterrandgestaltung zunächst wohl vorgesehen zu sein. Später wurde die Platte unten entsprechend gekürzt.

Riepenhausen’s Hogarth-Ausgabe („sehr schätzbar“, Nagler) ist sein Hauptwerk, dessen Blätter tlw. sogar den Hogarth-Stichen vorgezogen werden.

Angebots-Nr. 7.740 / EUR  125. (c. US$ 136.) + Versand

– Dasselbe in Lithographie von C. F. Heintz. (1833/36.) Bezeichnet: 34. / Das Ende aller Dinge. / lith. v. C. F. Heintz. 20,5 x 20,7 cm.

Gleichfalls nur die reine Bildversion, doch mit ausführlichem deutschen Untertext à la Lichtenberg: „… Nur eines hielt aus – Der Galgen. Den scheint auch die künftige Welt nicht entbehren zu können, darum bleibt er gleich stehen …“ – Die ganz schwachen Stockflecken fast nur gegen das Licht bemerkbar. – Gesamthaft zwar kräftiger, doch nicht ganz gleichmäßig zeichnender Abdruck.

Angebots-Nr. 14.087 / EUR  87. (c. US$ 95.) + Versand

» Pressburg  muss  eben , wie  seinerzeit  Irland ,

noch  einmal  abstimmen ,

jetzt , da  das  letzte  innenpolitische  Hindernis

für  die  volle  Wahrnehmung

seiner  › europäischen  Verantwortung ‹ …

aus  dem  Weg  geräumt  ist «

Berthold Kohler

Was erlauben Slowakei!

Frankfurter Allgemeine Zeitung

12. Oktober 2011

Doch noch – so entnehmbar Berthold Kohler’s Lieberknecht-Glosse in der FAZ vom 1. Oct. 2011 – steht sie ,

die  parlamentarische  Demokratie

und niemeyer’s hält ihre Facetten feil , sprich , der Hogarthiana mehr für Ihre Wand, für Ihr’n Verstand

Die  Wahl  eines  Parlamentsmitgliedes

William Hogarth, Die Wahl (Blatt II)

als  die  bekannteste  graphische  Schilderung  einer  Abgeordneten-Wahl

Folge von 4 Blatt Kupferstichen von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). Bezeichnet: Hogarth pinx(t). / T. Cook, sculp(t). / Published by Longman, Hurst, Rees(,) & Orme(,) (May 1st. 1807 – Oct. 1st. 1809). Bildgr. 14,6-15.5 x 18,8-19,7 cm.

1. Humours of an Election Entertainment. – 2. Canvassing for Votes. – 3. Polling at the Hustings. – 4. Chairing the Members.

Die hier in Cook’s kleinformatiger Wiederholung vorliegende voll zeitgenössischer Anspielungen steckende berühmte Suite gehört zu Hogarth’s „reifsten Schöpfungen“ (Thieme-Becker). Ihre Entstehung im klassischen Land des Parlamentarismus verleiht ihr besonderes Gewicht. Denn sie ist zugleich – inpiriert von Ereignissen in Oxfordshire während der 1754er Wahlen, herausgegeben 1755-58 – das Portrait nicht allein korrupter Politiker und Parteien, sondern einer verrotteten Gesellschaft an sich. War doch zu Hogarth’s Zeiten neben der auf allen Blättern dokumentierten zeitüblichen Schlemmerei und Trinkerei als Teil jeder Wahl die Bestechung,

„ … durch Sir Robert Walpole und die Whigs zuerst systematisch ausgeübt, noch bei weitem scandalöser als später betrieben worden; so blieb es während der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts und bis auf unsere Tage … Damals wurde nämlich der Besitz einer Parlamentsstelle oft genug als bloße Handelsspeculation betrachtet, indem der Gewählte … seine Stimme an die Regierung für eine Geldsumme, eine Sinekur, ein Amt oder eine Lieferung verkaufte, und alsdann von einem  verfaulten  Flecken  sich wieder wählen lassen konnte, ein Verfahren, welches um so leichter war, da der Minister Walpole eine solche Bestechung der Parlamentsglieder – ‚jeder Mensch hat seinen Preis‘ – förmlich zum Regierungssystem erhoben hatte. Auch die vorliegenden Blätter Hogarth’s geben hievon Andeutungen “ (Lichtenberg).

Ein Schelm, wer dabei an die Unabhängikeit der Abgeordneten, den Fraktionszwang und die von der Partei vergebenen Listenplätze heute denken mag. Und an den Überdruß, den die Kaste der Berufspolitiker beim heutigen Wähler erregt, wenn Thieme-Becker resümieren:

« Wenn  diese  Nation  sowohl  klug

als  auch  stark  sein  will ,

wenn  wir  unsere  Bestimmung  erreichen  wollen ,

dann  brauchen  wir  mehr  neue  Ideen

für  mehr  kluge  Männer ,

die  in  mehr  öffentlichen  Bibliotheken

mehr  gute  Bücher  lesen .

Diese  Bibliotheken  sollen  für  alle  offen  sein —

außer  dem  Zensor .

Wir  müssen  alle  Fakten  wissen

und  alle  Alternativen  hören

und  allen  Kritiken  zuhören .

Lassen  Sie  uns  kontroverse  Bücher

und  kontroverse  Autoren  begrüßen .

Denn  die  Bill  of  Rights

ist  der  Wächter  unserer  Sicherheit

wie  auch  unserer  Freiheit «

John F. Kennedy

im Zitat der Saturday Review

29. Oktober 1960

„ … eine köstliche Satire auf das Bestechungslaster und

die  damit  verbundene  Demoralisierung  des  Volkes . “

Doch der Verwerflichkeit und käuflichen Parteilichkeit des gesamten Vorganges drückt Hogarth jenseits der Fülle der Anspielungen noch einen besonderen Stempel auf. Sind doch auch diese Blätter zugleich Karikaturen oder Parodien klassischer – und damit reiner – Werke aus Renaissance und Barock:

So das erste Blatt bis hin zum – in dieser Version nicht mehr wiedergegebenen – Untertext „He that dippeth his hand with me in the dish, the same shall betray me“ nach Leonardo’s Abendmahl. Gefolgt von Blatt zwei mit dem von beiden Seiten bestochenen Landmann als Umkehrung der Wahl des Herkules.

Die  Wahl  selbst  wiederum

William Hogarth, Die Wahl (Blatt III)

greift  Tizian’s  Präsentation  der  Jungfrau  auf ,

mit  Britannia  selbst  in  zerbrochener  Kutsche ,

deren beide Bedienstete auf dem Kutschbock Karten spielen und sich – Sinnbild des eigentlichen Wahlgeschehens vorne – dabei gegenseitig zu betrügen suchen. Das letzte Blatt schließlich, der Triumphzug des gewählten neuen Parlamentsmitgliedes, gar auf Alexander den Großen in Le Brun’s Sieg Alexanders über Darius anspielend. Wobei der königliche Adler dort einer Gans hier weichen mußte. Die zudem mit dem, was sie fallen läßt, den Beitrag des neuen Abgeordneten zur Debatte im hohen Hause vorwegnimmt.

Diese Einbettung in den Kanon zeitloser Kunst zugleich und entgegen Lichtenberg’s Auffassung, die Blätter und ihre Details seien nur aus und in ihrer eigenen Zeit verständlich, der Folge

eine  eigene , über  die  Jahrhunderte  gültige  Zeitlosigkeit

verleihend. Die noch unterstrichen wird von Hogarth’ oft mehrdeutigen oder je nach Zeit und Standpunkt anders auslegbaren Sarkasmen.

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– Dasselbe. Folge von 4 Blatt Stahlstichen. Ca. 1850. Bezeichnet. 12,9-13,5 x 15,8-16,2 cm.

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» (D)iese  Mehrheit  glaubt ,

daß  die  gesamte  EUnisierung

eine  kleine  Beigabe  ist

zum  gewöhnlichen  Gang  der  Dinge .

Unglücklicherweise  ist  dem  nicht  so .

Es  ist  eine  revolutionäre  Wendung

im  normalen  Gang  der  Dinge «

Václav Klaus

Präsident der Tschechischen Republik

Was ist Europäismus?

20. November 2006

Der  „ Versuch … die  Willkür …

an  die  Stelle  der  rechtlichen  Formen

zu  setzen “

wurde  seinerzeit  von  Oberrichter  Pratt

als  ungesetzlich  gestoppt

John Wilkes Esqr. Das Sitzporträt zeigt den Herausgeber des North Briton Journals, wenig schmeichelhaft, aber echt, in entschlossener Haltung mit dem auf langer Stange mitgeführten Freiheitshut. Auf dem Tischchen neben ihm die die Thronrede Georgs III. zerfetzende berüchtigte Nr. 45 des Blattes sowie die 17. Ausgabe, in der Wilkes das 1. Blatt von Hogarth’s Times kritisiert hatte. Kupferstich + Radierung. Bezeichnet: Drawn from the Life and Etch’d in Aquafortis by Willm. Hogarth. / Publish’d according to Act of Parliament May ye 16. 1763., ansonsten wie vor. 35,7 x 23,3 cm.

Harmonischer, breitrandiger Abdruck von der vom kgl. Kupferstecher James Heath (1757 London 1834) um 1822 überarbeiteten Platte („Selbst diese Abzüge sind heute aber relativ selten geworden“, Kunstgalerie Esslingen 1970; und Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., VIII [1888], 625: „Eine schöne Ausgabe“, geschätzt auch schon von zeitgenössischen Sammlern vom Range etwa eines A. T. Stewart [Catalog of the Stewart Collection, New York 1887, 1221, „fine plates“]).

John  Wilkes

(Publizist, 1727-1797, und Held „der damals schon höchst wichtigen Zeitungspresse“)

„ gab … seit Juni 1762 die Zeitschrift ‚North Briton‘ heraus, in der er die Politik des Ministeriums (von Lord Bute) scharf geißelte und selbst die Person des Königs (George III.) nicht schonte. Der Staatssekretär Halifax erließ hierauf einen gegen die Habeaskorpusakte verstoßenden Haftbefehl, der nicht gegen eine bestimmte Person, sondern gegen die Urheber des Blattes im allgemeinen (Schriftsteller, Drucker und Verkäufer) gerichtet war. W. wurde darauf verhaftet; das Gericht aber ordnete seine Freilassung an … Dieser Ausgang war für ganz England insofern wichtig, als fortan die Haftbefehle ohne Namen beseitigt blieben. W. veranstaltete darauf einen Neudruck des ‚North Briton‘ … “

(Meyers Konvers.-Lex., 4. Aufl., XVI, 648 in großer Ausführlichkeit

und  dies  nach  noch  130  Jahren !) .

„ … dieses Portrait, welches den Charakter dieses Mannes, wie er geschichtlich überliefert ist, vollkommen darstellt; man erkennt sogleich den ausgelebten Wüstling ohne alle Grundsätze, welcher die Volksgunst, die er durch Umstände und Keckheit gewann, zum Geldmachen benützte. Man erkennt auch neben dem Heuchler im Patriotismus den kecken Spötter …

William Hogarth, John Wilkes

„ Hogarth hat die Figur portraitiert, als Wilkes während des Processes, der ihn zum Helden der Freiheit machte, vom Tower vor den Gerichtshof der Common Pleas gebracht … wurde. Man sollte das Bild für eine Caricatur halten; dies ist aber nicht der Fall, denn alle Zeitgenossen erkannten sogleich die vollkommenste Aehnlichkeit … Das Blatt erschien (am 16. 5. 1763) während der Aufregung, die Wilkes’ Proceß bewirkte, und hatte deßhalb einen solchen Erfolg, daß mehrere tausend Abdrücke in der ersten Woche abgesetzt wurden …

„ Der persönliche Charakter von Wilkes war nicht von der Art, daß eine bleibende Achtung einem Manne wie ihm hätte zu Theil werden können …

Es  fehlte  ihm  sowohl  an  Consequenz  in  politischen  Grundsätzen ,

wie  an  Moralität  im  öffentlichen  und  Privatleben …

Als ruinierter Wüstling versuchte er den Weg, welcher bei der damaligen Zusammensetzung des Parlaments bis zur Reform gewöhnlich war; er bemühte sich in das Unterhaus zu kommen, um durch den Verkauf seiner Stimme und durch geschickte Benützung derselben bei Parteikämpfen ein Amt von der Regierung zu bekommen … Pitt’s (William Pitt I, 1708-1778) Schwager und College, Lord Temple, nahm sich seiner an, wahrscheinlich, weil er … dessen Fertigkeit in der Feder in der damals schon höchst wichtigen Zeitungspresse benützen zu können glaubte …

» Gleichförmigkeit

ist  der  Kerkermeister

der  Freiheit

und

der  Feind

von  Wachstum «

John F. Kennedy

Rede vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen

25. September 1961

„ Er benützte die freie Presse … Seine hauptsächlichste Wirksamkeit begann jedoch (Juni 1762) mit seiner Zeitschrift: The North Briton, (die) bald als die gefährlichste Waffe der Opposition von der Regierung (Pitt) erkannt wurde … Durch persönlichen Einfluß des Königs wurde indes die Regierung bald bestimmt, einen Versuch zur Unterdrückung jenes Blattes zu machen … Die Minister benahmen sich bei dieser Angelegenheit auf eine Weise, welche

der  Neigung  des  Königs  zur  Willkür  entsprach ;

sie brachten ein altes Rechtsverfahren in Anwendung, welches während der tyrannischen Zeiten der Stuarts in solchen Fällen benützt worden war. Der Staatssekretär des Innern (Halifax) erließ einen sogenannten  allgemeinen  Verhaftsbefehl  (general warrant) … Wilkes wurde verhaftet … Dies Rechtsverfahren war schon lange nicht mehr gewöhnlich und widerstrebte der Habeas corpus–Akte. Wilkes wußte dies sehr gut … Man brachte ihn in den Tower, allein mußte ihn bald darauf vor den Gerichtshof der Common Pleas stellen, wo der

Oberrichter  Pratt  die  Ungesetzlichkeit  der  Verhaftung  erklärte ,

so daß der Gerichtshof seine Freigebung dekretierte. Der Hof hatte hierin um so unverständiger gehandelt, da Staatsmänner anderer Art, da Leute, die zur bloßen Volksmasse gehörten, oder die Wilkes aus Parteirücksichten vertraten, sich ebenfalls dieses Mannes annahmen, weil sie mit Recht in jenem Verfahren einen Versuch erkannten,

die  Willkür  im  gerichtlichen  Verfahren

an  die  Stelle  der  rechtlichen  Formen  zu  setzen “

(Lichtenberg, dessen sich die Republik zum 200. Todestag noch so arglos-dankbar erinnerte).

Geurteilt ohne Ansehen der Person, siehe oben, und der Institutionen. Und solchermaßen ein Lehrbeispiel der Geschichte, ein Qualitätssiegel für die Güte der Augenbinde Justitias,

fördernd  im  Volke  Rechtsempfinden , mehr  noch , Rechtsgewißheit .

Und damit nicht zuletzt eine Attacke gegen Politverdrossenheit als Ausfluß des Empfindens von einer „verkommenen Gesellschaft“ wie sie Hogarth auch in obiger Wahlfolge so treffend bloßstellte. Womit dieser sich, aufs jeweilige Heute übertragen, erneut als von

geradezu  erschreckender  Zeitlosigkeit  und  Aktualität

erwiese.

Und  das  résumé  zu  Wilkes  als  geradezu  einer  Einladung  zur  Schärfung  der  Menschenkenntnis ?

Aber ja doch, dessen unverhohlenes Ziel war es, in den politischen Parteikämpfen sein Glück zu machen. Als er dieses Ziel schließlich mit dem einträglichen Amt des Chamberlain (Kämmerer) der Londoner City erreicht und sich in diesem behaglich eingerichtet hatte, „ersuchten ihn seine ehemaligen Freunde vergebens“, sich weiterhin ihrer Ziele anzunehmen, zog sich solchermaßen zurück und – so der unbestechliche Lichtenberg weiter – „wurde bis zu seinem Tode 1797 … mit Ausnahme von 1780, wo er übrigens eine ehrenvolle Rolle spielte … nicht weiter bemerkt … “

„ Man erkennt in ihm den unreinen Charakter, welcher die Aufregung des Volkes und die dadurch bewirkte Popularität zu seinem Vortheil benützte, und der sich sogleich zurückzog, als er eine einträgliche Stellung erlangt hatte. “

Und  seine  Anhänger  betreffend  gelegentlich seiner zweiten Bewerbung um den Parlamentssitz von Middlesex auf dem Wahlgerüst seinen Konkurrenten, Oberst Luttrel, befragt haben soll,

ob sich unter seinen (Wilkes) Anhängern inmitten des versammelten Wählervolks

„ mehr  Narren  oder  Schufte … befänden “.

„ Der Oberst antwortete: ‚Ich werde dies sogleich sagen, damit es mit Ihnen aus ist.‘ – Als er aber bemerkte, daß Wilkes ruhig blieb, fügte er hinzu: ‚Sie können doch nicht daran denken, nur noch eine Stunde hier zu bleiben, wenn ich Ihre Worte bekannt mache.‘ – ‚Gewiß, Sie würden keinen Augenblick länger leben.‘ – ‚Wie so?‘ – ‚Ich würde sagen, Sie hätten gelogen, und der Pöbel würde Sie im Augenblick todtschlagen.‘ “

Soweit der Wahlkämpfer Wilkes. Gleichwohl, es sei ein drittes Mal plakatiert, gab er Oberrichter Pratt die Gelegenheit, den

„ Versuch  (der Regierung) …

die  Willkür … an  die  Stelle  der  rechtlichen  Formen  zu  setzen “

als  ungesetzlich  zu  stoppen .

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– Dasselbe in Kupferstich von Ernst Ludwig Riepenhausen (1765 Göttingen 1840, Univ.-Kupferstecher ebda.). Bezeichnet: 56 / W. Hogarth del. 1763. / R. f., ansonsten wie oben. 23,5 x 18,6 cm. – Leuchtender Abdruck auf besonders festem Papier, wohl einer Vorzugsausgabe um 1850.

Riepenhausens Stiche nach Hogarth („sehr schätzbar“, Nagler) zählen zu seinem Hauptwerk und werden nicht zuletzt der Seitenrichtigkeit wegen den Hogarth’schen Kupfern teilweise sogar vorgezogen.

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– Dasselbe in Lithographie. (1833/36.) Bezeichnet: Johann Wilkes. / Lith. v. C. F. Heinz. 25,1 x 14,5 cm. – Ausführlicher, indes die Vorgänge unrichtig bzw. entstellend wiedergebender Untertext in Deutsch.

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„ Der  gründlichst  gehaßteste  Staatsmann
seiner  Zeit “

(Encyclopedia Britannica, 1911)

The Right Honble. Henry Fox, Lord Holland. Brustbild. Radierung von Joseph Haynes (Shrewsbury, Shropshire, 1760 – Chester 1829). Bezeichnet: Pubd. as the Act directs Mar. 19th. 1782, ansonsten wie vor bzw. nachstehend. 24,3 x 18,2 cm.

William Hogarth, Henry Fox, Lord Holland

„ From an original Portrait in Oil by Hogarth in the Possession of Mr. Saml. Ireland, etched by J. Haynes Pupil to the late Mr. Mortimer. “

Henry Fox, 1st Baron Holland, (1705-1774), getreuer Anhänger von Sir Robert Walpole und zugleich dessen gelehrigster Schüler in der Kunst hoher Politik, war u. a. Mitglied der Kabinette des Herzogs von Newcastle und des Earl of Bute und konnte es als Redner mit Pitt aufnehmen. Für die Durchsetzung des Friedens von Paris 1763 im Parlament, der zusammen mit dem Frieden von Hubertusburg den Siebenjährigen Krieg beendete, zum Baron Holland of Foxley, Wiltshire, erhoben, mußte Fox indes zwei Jahre darauf das seit 1757 gehaltene Amt des Paymaster of the Forces niederlegen, welches ihm ein Vermögen eingebracht hatte. Von dem Vorwurf der Untreue konnte er sich im Laufe der folgenden Jahre zwar reinigen, doch blieb ihm die ersehnte Erhebung zum Earl versagt und er starb verbittert in Holland House als „der gründlichst gehaßteste Staatsmann seiner Zeit“ (Encyclopedia Britannica, 1911).

Fox figuriert im übrigen auch auf dem wie anstehendes Portrait gleichfalls erst postum 1790 von Boydell im Stich veröffentlichten Blatt The Times II als einer der geballtesten politischen Ladungen Hogarth’.

Abdruck auf starkem Papier von der vom kgl. Kupferstecher James Heath (1757 London 1834) um 1822 überarbeiteten Platte („Selbst diese Abzüge sind heute aber relativ selten geworden“, Kunstgalerie Esslingen 1970; und Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., VIII [1888], 625: „Eine schöne Ausgabe“, geschätzt auch schon von zeitgenössischen Sammlern vom Range etwa eines A. T. Stewart [Catalog of the Stewart Collection, New York 1887, 1221, „fine plates“]).

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» Ohne  Debatte ,

ohne  Kritik

kann  keine  Regierung

und  kein  Land

erfolgreich  sein —

und  kann

keine  Republik  überleben «

John F. Kennedy

Rede vor dem Verband der amerikanischen Zeitungsverleger

27. April 1961

The House of Commons in Sir Robert Walpole’s Administration. Innenansicht während einer Sitzung unter Nennung der Prominenz. Punktierstich von A. Fogg. Bezeichnet: Engraved by A. Fogg. historical Engraver. / to his Royal Highness Prince Wm. Frederick. / London Published Novr. 1. 1803. by E. Harding, No. 100, Pall Mall, ansonsten wie nachstehend. 54,3 x 40,4 cm.

William Hogarth, House of Commons

„ To the Right Honble. Earl Onslow. This Plate representing the House of Commons in Sir Robert Walpole’s Administration. Is with Permission dedicated by his Lordships most obedient humble Servt. E. Harding. From an original Picture painted by Hogarth, and Sir James Thornhill, in the collection of Earl Onslow. “

Unter den Portraitierten in Bildmitte der den Vorsitz innehabende Rt. Hon. Arthur Onslow selbst. Ihm zur Seite Robert Walpole, in den Reihen im Mittelgrund ferner Sydney Godolphin, Sir Joseph Jekyl, Colonel Onslow, Sir James Thornhill sowie vorne am Tisch Edward Stables Esq. und Mr. Aiskew als Clerk bzw. Clerk Assistant of House of Commons.

Harmonischer, breitrandiger Abdruck von der vom kgl. Kupferstecher James Heath (1757 London 1834) um 1822 überarbeiteten Platte („Selbst diese Abzüge sind heute aber relativ selten geworden“, Kunstgalerie Esslingen 1970; und Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., VIII [1888], 625: „Eine schöne Ausgabe“, geschätzt auch schon von zeitgenössischen Sammlern vom Range etwa eines A. T. Stewart [Catalog of the Stewart Collection, New York 1887, 1221, „fine plates“]). – Zwei Ränder mit Stockfleckchen.

Angebots-Nr. 7.862 / EUR  215. (c. US$ 234.) + Versand

– Dasselbe in Kupferstich von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). Bezeichnet: Hogarth pinxt. / T. Cook sculpt. / First Published in 1803, by Mr. E. Harding. & copied by his permission. / Published by Longman, Hurst, Rees, & Orme, July 1st. 1809., ansonsten wie vor. Bildgröße 16,6 x 13,8 cm.

Cook’s volktümliche spätere kleinere Fassung. – Innerhalb des breiten weißen Plattenrandes geschnitten.

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– Dasselbe in Stahlstich um 1840. 16,4 x 12,3 cm. – Titel in Deutsch + Englisch.

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» Jedenfalls  muss  jetzt  einmal  Schluss  sein

mit  diesem  subversiven  Gerede  und  Gewitzel

über  die  Segnungen

des  real  existierenden  Europäismus .

Die  Brudervölker  Europas  dürfen  wirklich  nicht

mittels  solcher  antieuropäischer  Propaganda

› aufeinandergehetzt ‹  werden .

Das  ist  natürlich  nicht  unser  Ausdruck ,

sondern  der

von  Frau  Lieberknecht «

( CDU-Ministerpräsidentin  von  Thüringen )

Berthold Kohler

Macht keine Witze – Sonst kommt ihr nach Brüssel

Frankfurter Allgemeine Zeitung

1. Oktober 2011

Die  Macht  und  das  Parlament

Cromwell’s  symbolischer  Reichstagsbrand

Burning ye Rumps at Temple-Barr. Nieder mit dem Rumpf-Parlament. Die 1653er symbolische Verbrennung des 1648 von Cromwell als Meilenstein seiner weiteren Machtentfaltung von seinen presbyterianischen Mitgliedern gesäuberten Parlaments, das nunmehr Karl I. hinrichtete, statt Verhandlungen mit ihm zu pflegen und damit die puritanische Republik einläutete, die sich indes beinahe zu einer Cromwell’schen Monarchie gemausert hätte. Ort des Geschehens vom 20. April ist das Londoner Stadttor Temple Bar. Einer der Bilderstürmer mit den Convenant der presbyterian. Schotten in Händen, ein anderer hält das Panier hoch:

Down  with  the  Rumps .

Radierung + Kupferstich. (1726.) Bezeichnet: 11 (verlegerseits) / W. Hogarth. Inv delin et sculp (im Bildrand unten rechts) / Burning ye Rumps at Temple Barr. 27,7 x 51,6 cm.

HUDIBRAS XI. – Nagler 10-11. – 6 Vierzeiler-Untertext als gekürzter Auszug aus Butler’s Epos. – Abbildung Hogarth-Katalog Zürich, 1983, 11 (2. Zustand, Bezeichnung „im Bild unten links“!). – Abdruck auf starkem Papier von der vom kgl. Kupferstecher James Heath (1757 London 1834) um 1822 überarbeiteten Platte („Selbst diese Abzüge sind heute aber relativ selten geworden“, Kunstgalerie Esslingen 1970; und Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., VIII [1888], 625: „Eine schöne Ausgabe“, geschätzt auch schon von zeitgenössischen Sammlern vom Range etwa eines A. T. Stewart [Catalog of the Stewart Collection, New York 1887, 1221, „fine plates“]).

HUDIBRAS „ ist ein verpöbelter (englischer) Don Quijote , ein entgeisteter Rabelais “ (Laaths, Geschichte der Weltliteratur, 1953, S. 375), eine „satirische Geißel“ (Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., III, 693/I) auf den politisch gerade abgehalfterten Puritanismus und das bekannteste Werk seines von Karl II. geschätzten Schöpfers,

Und  Brechten  81  Jahre  früher

» Hier , Kameraden , ist  eine  Tafel

darauf  steht :

es  ist  heut  nacht  verboten

zu  singen , was  lustig  ist «

Auch  dagegen  hatte  Paule ,

Mahagonny’s  eigener  Gesetzgeber ,

verstoßen

und  wurde  abgestraft .

Nein , nein ,

von  Frau  Lieberknecht

soll  damals  noch  nicht  die  Rede  gewesen  sein

SAMUEL  BUTLER (Strensham, Worcestershire, 1612/13 – London 1680), als Ergebnis seiner Eindrücke in Diensten des Cromwell’schen Colonels Sir Samuel Luke, „bei welchem religiöse und politische Sekten ihr Wesen trieben“ (Meyers). Unvollendet geblieben, erschienen die ersten beiden Teile des Epos 1663/64, ein dritter 1678, dann, vereint, langlebig durch die Jahrhunderte.

Die Hudibras-Folge ist für Hogarth’s „Entwicklung von entscheidender Bedeutung.

Hier  liegt  der  Schlüssel  zum  Verständnis  des  Satirikers  H. “

(Thieme-Becker XVII [1924], 300/II).

Das  szenenreiche  Blatt

William Hogarth, Burning the Rumps at Temple Barr

vom  Umgang  der  Macht  mit  Unbotmäßigkeit .

„ Die Verhandlungen, welche das Parlament (1648) inzwischen mit dem (gefangengesetzten) König (Karl I.) aufgenommen hatte, und die ihrem Abschluß nahe waren, riefen nach Cromwells Rückkehr aus Schottland neue Gewaltmaßregeln des Heers hervor … und (so wurde am) 6. und 7. Dec.

das  Parlament 

durch  Ausstoßung  aller  presbyterianischen  Mitglieder

gefügig  gemacht “

und zum „Rumpfparlament“ degradiert, um dasselbe aus anderem Anlaß fünf Jahre später

„ durch  Musketiere  auseinander  (zu)  sprengen “

was Gegenstand hiesigen Blattes ist, indes Cromwell sich an die Spitze eines neuen Exekutivrats stellte, sprich über das Parlament. Worin er sich schon acht Jahre zuvor geübt hatte. Denn als er aus durchaus gegebenem zeitlosen Anlaß im April 1645 mittels der sogenannten, Rücktritte zur Folge habenden

Selbstverleugnungsbill

für parlamentarische Sauberkeit sorgte, indem

„ kein  Parlamentsmitglied

ein  bürgerliches  oder  militärisches  Amt  bekleiden  durfte “

behielt „er selbst durch eine Ausnahmebestimmung das Kommando der Reiterei, den zweiten Posten in der Armee“, bei. Gleichwohl

„ die Nachwelt aber ist zu dem Urteil gelangt, daß C. einer der wesentlichsten Begründer von Englands Größe und einer der hervorragendsten Staatsmänner aller Zeiten gewesen ist “

(Zitate aus Meyers Konvers.-Lex., 4. Aufl., IV [1880], 344 f.).

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– Dasselbe. Kupferstich von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). Bezeichnet: Pl. XI. / Hogarth pinxt. / HUDIBRAS. / T. Cook & Son sc. / Published by Longman, Hurst, Rees, & Orme, May 1st. 1808. Bildgröße 11,2 x 19,5 cm.

Cook’s volkstümliche spätere, kleinere Fassung, bei der der Untertext durch den Serientitel ersetzt wurde. – Gegenüber dem, wie vielfach, sicherlich spiegelbildlichen Hogarth-Kupfer (wiederholte Linkshändigkeit) seitenrichtig, wie für Cook bekannt. – Innerhalb des breiten weißen, vorwiegend im Außenbereich etwas stockigen/gebräunten Plattenrandes geschnitten.

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Und  wer  denn  hören  will , der  höre :

Letzte  Station  vor  dem  Schuldturm

Die Beinahe-Verhaftung. Es ist der 1. März, Geburtstag von Queen Caroline, Gemahlin von George II., und Rakewell ist auf dem Wege nach St. James. Was die Büttel der Justiz indes nicht davon abhält, seine Sänfte auf offener Straße anzuhalten und dem entsteigenden Rakewell den Arrestzettel zu präsentieren – doch für dieses Mal hilft noch einmal der Beutel der herbeieilenden Sarah Young, der schnöde verlassenen einstigen Geliebten. Seitlich links im Hintergrund St. James’s Palace und White’s Coffeehouse, davor etliche weitere Sänften. Links ein Welshman mit dem Lauchbüschel von St. David’s Day am Hut. Kupferstich von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). Bezeichnet: Drawn by Wm. Hogath (sic!) / Engraved by T. Cook. / Published October 1st. 1796 by G. G. & J; Robinson, Paternoster Row, London. / Pl. IV. 35,8 x 41,7 cm.

William Hogarth, Beinahe-Verhaftung (Cook)

The Rake’s Progress IV. – Mit mehrstrophigem Untertext. – Nach der noch unveränderten sonnigen Erstfassung (Abb. Hogarth-Katalog der Tate Gallery, 1972, 72a), also ohne die von Hogarth erst im 3. Zustand hinzugefügten Straßenjungen und ohne den Blitz am Himmel, ansonsten – im Gegensatz zu allen späteren Hogarth-Ausgaben – in dessen ursprünglichem Folio-Format. – Von sehr schönem Hell-Dunkel.

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– Dasselbe in Kupferstich von Carl Heinrich Rahl (Hoffenheim 1779 – Wien 1843). (1818/23.) Bezeichnet: 16. / Pl: 4. 20,9 x 27 cm. –  Mit  dem im 3. Zustand hinzugefügten Blitz + dem Straßenjungensujet mit, nicht zuletzt,

dem  zeitungslesenden  kleinen  Politiker ,

William Hogarth, Straßenjungen (Rahl; Detail 3. Version)

seinen  Pfennigs-Moniteur  studierend

„ Es  ist  unbeschreiblich  viel  Warmes  und  Häusliches
in  dem  Staats-Männchen

Es hört nicht den Donner des Himmels ,
und sieht nicht den Blitz der London’schen Polizei …

Ist  es  möglich ,

mit  großem  Wohlbehagen  in  die  Politik  seines  Vaterlandes  zu  blicken ? “

(Lichtenberg)

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» Europas  Zukunft  muss  ein

Europa  des  Rechts  und  der  Rechtsstaatlichkeit  sein .

Das  Schleifen  des  Rechts

durch  die  Zentralbank ,

die  Staats-  und  Regierungs-Chefs

und  die  Europäische  Kommission

muss  jedoch  beendet  werden «

Frank Schäffler

MdB

… brandfrisch  aktualisiert
den  galoppierenden  Euro-Rettungsmilliardenschirmen
doch  lediglich  hinterherhechelnd …

  1. Rund 240 Jahre später wird Robert Murray Kapitel XV von The Decline and Fall of the American Empire (2002) überschreiben mit: The Chaos to come.

„ Habe heute Ihre Sendung dankend erhalten. Freue mich schon, das Buch meinem Mann … zu Weihnachten zu schenken. Liebe Grüße aus … am Dachstein “

(Frau K. G., 12. September 2007)