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1711

South  Sea  Bubble

300  JAHRE

SCHULDEN-SPEKULATION

2011

Euro  Bonds

& Co.

» Jeder  Sterbliche , der  gesunden  Menschenverstand  hat

oder  der  etwas  von  Zahlen  versteht ,

erkennt , daß  es

bei  allen  Künsten  und  Tricks  der  Welt

nicht  möglich  ist ,

mit  £ 15.000.000  in  bar

längere  Zeit

£ 400.000.000  in  offenen  Wechseln  zu  halten  «

Lady Churchill, Duchess of Marlborough

nach

Winston S. Churchill, Marlborough: His Life and Times

(Chicago 2002), Bd. II, SS. 1032 f.

1711

gründete Lord Treasurer Robert Harley, 1st Earl of Oxford and Mortimer, gemeinsam mit einigen Kaufleuten die mit einem allerdings praktisch wertlosen Monopol auf den britischen Handel mit Spaniens Kolonien in Südamerika ausgestattete South Sea Company. Wertlos, da zum einen der Spanische Erbfolgekrieg noch andauerte. Noch wertloser indes, da tatsächlich pro Jahr nur einem einzigen britischen Schiff der Zugang zu den spanisch-südamerikanischen Häfen gestattet wurde. Woraus spanischerseits auch kein Hehl gemacht wurde, derweil zu Hause die Company goldene Luftschlösser versprach.

Doch zum Handel – zu dem später noch ein Asiento, ein Monopol für die Lieferung von Sklaven, trat – hatten Harley & Co. die Company ohnehin nicht gegründet. Oder jedenfalls nicht zum Handel mit Kolonialwaren.

Denn tatsächlich sollten in dieser Zweckgesellschaft die nicht zuletzt auf Grund des Erbfolgekriegs angeschwollenen Staatsschulden an der Bank of England vorbei geparkt – und unters Volk gebracht werden.

Entsprechend gab’s die Monopole nicht umsonst. Im Gegenteil. In einer ersten Tranche übernahm die Company knapp 10 Millionen Pfund in Staatsanleihen, für die die Gläubiger neue Aktien der Company erhielten. Zugleich garantierte die Regierung eine immerwährende Verzinsung zu Gunsten der Company und damit deren Aktionären. Zinsen, die die Regierung überdies aus Zöllen auf die aus dem Handelsmonopol zu erwartenden Einfuhren zu zahlen gedachte. Einfuhren allerdings, die es, wie schon erwähnt, gar nicht gab und auch gar nicht geben würde. 1717 wurden weitere £ 2 Millionen Staatsschulden auf die Company übertragen.

Der eigentliche Coup erfolgte indes Ende 1719 – King George I war zwischenzeitlich Gouverneur der Company – mit der Übernahme von rund 60% – entsprechend etwa 30 Millionen Pfund – der seinerzeitigen Staatsverschuldung gegen Zahlung von £ 7,5 Millionen. Freilich mußten die Gläubiger noch dazu gebracht werden, der South Sea Company ihre Titel gegen junge Aktien mit hohem Agio anzudienen. Sprich, möglichst viele Schuldscheine gegen möglichst wenige Aktien. Zu welchem Zweck seitens der Gesellschafter wie von Mitgliedern der Regierung – darunter nicht zuletzt Schatzkanzler John Aislabie – durch Gerüchte eine Spekulation sondergleichen in Gang gesetzt wurde, die alle Gesellschaftsschichten erfaßte und die Aktienpreise von £ 128 im Januar 1720 auf £ 550 Ende Mai und schließlich knapp £ 1000 in Juli/August steigen ließen.

Auf welchem Niveau die Blase platzte: Ende September 1720 war der Kurs bereits wieder auf £ 150 gefallen. So, wie wenige Wochen zuvor auf der anderen Seite des Kanals in Frankreich schon John Laws Mississippi-Blase ungedeckter Versprechungen auf Grundlage ungedeckten Papiergeldes geplatzt war.

» Der  Eurobond  ist  ein  Instrument ,

bei  dem  jedes  Land

selbst  über  seine  Ausgaben  und  Einnahmen  entscheidet ,

aber  der  europäischen  Ebene  der  Gemeinschaft

dann  überlassen  wird ,

die  Rechnungen  dafür  zu  bezahlen «

Axel Weber

Präsident der Deutschen Bundesbank 2004-2011

Washington, 25. September 2011

2011

kauft die europäische Zentralbank unter Rechtsbruch und Aufgabe ihrer politischen Unabhängigkeit in großem Stile wertlos gewordene Staatsanleihen auf, während die Regierungen „Ausfallmechanismen“ und „Fazilitäten“ schaffen und unter dem bekannten Motto des „Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert … bis es kein Zurück mehr gibt“ (Jean-Claude Juncker) Eurobonds vorbereiten, um mittels selbstredend „alternativloser“ Schuldenreiterei den goldenen Pfad zu ewigem Wohlstand + Wachstum zu pflastern.

Unnötig zu erwähnen, daß mit solch Versprechen schon bei Einführung des Euro geworben wurde, in dem jedem gesunden Menschenverstand widersprechenden Glauben, wirtschafts- und finanzpolitisch durchaus gegensätzliche Kulturen könnten zu allgemeinem Wohle in einer Einheitswährung zusammengezwungen werden. Und dies auch noch ohne eben eine – noch weit illusionärere – einheitliche Wirtschafts- und Finanzpolitik.

Und so, wie der Euro schon bei seiner Schaffung in unverantwortlicher Leichtfertigkeit in den Zusammenhang alter, nach einem halben Jahrhundert europäischer Einigung und Demokratie überwunden geglaubter Denkklischees einer Einkreisung Deutschlands à la 1913 (François Mitterrand) und von Krieg und Frieden (Helmut Kohl) gestellt wurde, wird auch jetzt wieder jede Diskussion über die fortgesetzte Schuldenreiterei von den Spitzen der Regierung schon im Ansatz mit gleichem Argument abgewürgt, um in solcher Diktatur sogenannter Alternativlosigkeit ihre Ziele zu erreichen. Heute wie damals geflissentlich übersehend, daß Worte, oft genug wiederholt, zur sich selbst erfüllenden Prophetie werden können. Um dann auch all das hinwegzureißen, was in einem halben Jahrhundert mühsam zu tatsächlichem Nutzen des allgemeinen Wohles aufgebaut wurde.

» Euro-Bonds

sind  keine  Lösung  für  die  Schuldenkrise …

Und  auf  absehbare  Zeit

sind  sie  auch  kein  Modell

für  die  Schuldenfinanzierung  im  Euro-Raum «

Jürgen Stark

Chef-Volkswirt der Europäischen Zentralbank

Wien, 15. September 2011

 

The  South  Sea  Bubble

William Hogarth, South Sea Scheme

 

» Die  Europäische  Zentralbank  hat  in  der  vergangenen  Woche

für  die  Rekordsumme  von  22 Milliarden  Euro  Staatsanleihen  gekauft .

Sie  missachtet  das  Verbot  der  Staatsfinanzierung .

Aus  der  Notenbank  ist  ein  Büttel  der  Politik  geworden …

Die  gefährlich  aufgeblasene  Risikobilanz  der  EZB

sollte  Warnung  genug  sein

vor  dem  angeblich  großen  Wurf  der  Eurobonds «

Holger Steltzner

Der Niedergang der EZB

FAZ, 16. August 2011

„Who’l Ride ?“

The  South  Sea  Bubble

oder

300  Jahre  staatliche  Schulden-Spekulation

William Hogarth (1697 London 1764). An emblematic print on the SOUTH SEA. Gedenkblatt auf die Spekulationsfreudigkeit des Volkes in Zusammenhang mit dem weltweiten Aktienschwindel der South Sea Bubble (1711-1720) und der gleichzeitigen Mississippi Bubble des John Law. Kupferstich von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). Bezeichnet: Designed by W. Hogarth. / Engrav’d by T. Cook. / London Published by G. G. & J. Robinson Paternoster Row August 1st. 1800., ansonsten wie vor und nachfolgend. 27 x 34,2 cm.

„ See here ye. Causes why in London, / So many Men are made & undone, / That Arts, & honest Trading drop, / To Swarm about ye. Devils shop, (A) / Who Cuts out (B) Fortunes Golden Haunches,

Trapping their Souls with Lotts & Chances, / Shareing em from Blue Garters down / To all Blue Aprons in the Town. / Here all Religions flock together, / Like Tame & Wild Fowl of a Feather,

Leaving their strife Religious bustle, / Kneel down to play at pitch & Hussle, (C) / Thus when the Sheepherds are at play, / Their flocks must surely go Astray, / The woeful Cause yt. in these times,

(E) Honour, & (D) honesty, are Crimes, / That publickly are punish’d by / (G) Self Interest, and (F) Vilany; / So much for monys magick power / Guess at the Rest you find out more. “

Das  reiche  Szenarium  menschlichen  Taumels ,

goldenen  Versprechens , Lottery  Fortunes ,

und  der  Verkehrung  der  Werte  der  Zivilisation :

Links Guildhall mit der Statue des Gog oder Magog und der darunter an den Haaren aufgehängten nackten Fortuna, vom Teufel mit der Sense scheibchenweise unters Volk geworfen („the Devil cutting Fortune into collops“, Walpole), rechts der monumentale Fuß des Denkmals zum Great Fire of London nebst sich begeifernden Füchsen, indes mit der Gelegenheit angepaßter Inschrift:

„ This  Monument  was  errected

in  Memory  of  the  Destruction  of  this  City

by  the  South  Sea  in  1720 “.

Im Mittelpunkt aber in Anlehnung an Callot’s Galgenbaum aus den Grandes misères de la guerre das von einer Ziege und der Aufschrift „Who’l Ride“ gekrönte Glücksrad als Karussell mit Holzpferden, auf dem Vertreter aller Klassen – Hure, Geistlicher, Schuhputzer, altes Weib, Edelmann – ihrem vermeintlich sicheren Glück nachjagen. Gegenstück hierzu hinter Guildhall die unter einem Hirschgeweih zur Verlosung von mit Lotterie-Vermögen ausgestatteten Ehemännern anstehenden Damen der Gesellschaft. Im Hintergrund schließlich die Kuppel von St. Paul. Auf dem Boden vor dem Glückkarussell wird im Beisein eines anglikanischen Priesters die entblößte Ehrlichkeit vom Eigennutz auf dem Rad gebrochen, rechts am Schandpfahl vor dem Monument peitscht die Schurkerei – die Maske ist gefallen, die Pistole des Straßenräubers schaut aus der Tasche – die Ehrsamkeit, deren Mantel sich ein danebenstehender Affe mit Zweispitz und Säbel als Allegorie des Vortäuschens aneignet. Ganz links schließlich gehen, unberührt vom allgemeinen Tumult, je ein Katholik, Jude und Puritaner ihrem eigenen Glücksspiel nach. Der Handel als Quelle tatsächlichen Reichtums hingegen ruht unbeachtet vorne rechts oder ist bereits verschieden.

Die Volksmenge in Hogarth’s in der Royal Library, Windsor, befindlichen 1721er Vorzeichnung übrigens nur angedeutet und erst im Stich ausgearbeitet als

„ ein  erster  Blick  auf  Hogarth’s

lebhafte  Charakterisierung  täglichen  Lebens “

(Lawrence Gowing im 1972er Ausstellungskatalog der Tate Gallery, Nr. 2).

Wobei die Klügeren unter den Zeitgenossen das Unreelle der Verschiebung nur noch schwer und zu hohen Zinsen unterzubringender Staatsanleihen auf die einzig zu diesem Zweck errichtete South Sea Company – das unermeßliche Gewinne versprechende, tatsächlich aber nur ein Schiff pro Jahr erlaubende Handelsmonopol mit den spanischen Kolonien in Südamerika war lediglich Fassade für das zahlende Publikum – von Anfang an erkannten.

» Der  Rücktritt

von

Jürgen  Stark

ist  ein  Fanal «

Holger Steltzner

Risiko Zentralbank

FAZ, 10. September 2011

So war denn Robert Walpole, der nach dem Platzen der Spekulationsblase als langjähriger First Lord of the Treasury England zur Prosperität zurückführte, erklärter Gegner der Manipulationen. Was ihn freilich nicht hinderte, an der Spekulation teilzunehmen und durch rechtzeitigen Verkauf seinen Vorteil daraus zu ziehen und späterhin einige der Hauptverantwortlichen vor Strafe zu bewahren – der Schuldturm blieb, wie stets, vornehmlich den kleinen Schuldnern vorbehalten. Und auch Lady Churchill, Duchess of Marlborough, hatte sich nicht blenden lassen:

„ 1720 entzündete, verbrannte und versengte die erstaunliche Episode der South Sea Bubble die Londoner Gesellschaft. Sarah mit ihrem beinahe widerwärtig gesunden Menschenverstand drängte den Herzog vor dem Kollaps aus dem Markt und fügte zu dem Vermögen, welches beide angesammelt hatten, £100.000 hinzu. Keineswegs war dies weibliche Intuition. In einem beißenden Brief schrieb sie, während ganz England von der Spekulation behext war,

‚ Jeder  Sterbliche , der  gesunden  Menschenverstand  hat

oder  der  etwas  von  Zahlen  versteht , erkennt ,

daß  es  bei  allen  Künsten  und  Tricks  der  Welt  nicht  möglich  ist ,

mit  £ 15.000.000  in  bar  längere  Zeit

£ 400.000.000  in  offenen  Wechseln  zu  halten .

Das  läßt  mich  glauben ,

daß  dieses  Projekt  binnen  kurzem  platzen

und  in  Nichts  zerfallen  muß ‘ “

(Winston S. Churchill, Marlborough: His Life and Times [Chicago 2002], Bd. II, SS. 1032 f.)

So, wie drei Jahrhunderte später die Weitsichtigeren sich wiederum nicht betören ließen von den Sirenenklängen unermeßlichen Wachstums und beizeiten erkannten, daß sich weder eine Währung über ein Fundament durchaus gegensätzlicher finanz- und wirtschaftspolitischer Kulturen stülpen lasse noch diese dann durch eine immer schneller galoppierende Staatsschuldenreiterei zu retten sei, die – nicht anders als nach Platzen von South Sea, Mississippi und anderen Blasen – schlußendlich von der breiten Masse des Volkes zu bezahlen sein wird.

» Der … Euro-Rettungsschirm

ist  von  den  nationalen  Parlamenten  noch  nicht  einmal  abgesegnet ,

da  ist  schon  von  einer  gewaltigen  Aufstockung  die  Rede …

Angelpunkt  dieses  Finanz-Kunststücks

soll  die  Europäische  Zentralbank  (EZB)  werden …

Der  EFSF  kauft  Anleihen  von  Pleitestaaten … auf

und  hinterlegt  diese  als  ›Sicherheiten‹

für  weitere  Kredite  bei  der  EZB .

Mit  diesen  Krediten  kauft  er  wieder  Staatsanleihen ,

die  er  als  Sicherheiten  für  neuerliche  Darlehen

bei  der  Notenbank  hinterlegt …

Und  der  Weg  in  die

vermögensvernichtende  Hyperinflation

wäre  frei «

Josef Urschitz

Politiker riskieren Hyperinflation

Die Presse, 25. September 2011

Hogarth’ South Sea Scheme im übrigen – so Paulson – nicht allein

„ die  erste  Bubble-Graphik  eines  englischen  Künstlers “

sondern generell den Beginn satirischer Druckgraphik in England markierend :

„ die  englische  graphische  Satire  beginnt  tatsächlich  mit

Hogarth’s  Emblematical  Print  on  the  South  Sea  Scheme “

(John J. Richetti, in The Cambridge History of English Literature, 1660-1780, S. 85).

In  der  reichen  Palette  von  Geschehen
+
Anspielungen  aber  bereits  ein  ganzer  Hogarth

wie so von dem einige Jahre später geschaffenen, kompositorisch indes weniger kraftvollen Gegenstück The Lottery nicht erreicht. – Cook „machte sich auch einen Namen als Hogarth-Stecher, dessen vollständiges Werk er … nachgestochen hat“ (Thieme-Becker) und dessen Ursprungsformat er im Gegensatz zu allen späteren Hogarth-Ausgaben in seiner ersten, früheren Ausgabe beibehielt. Für einige von Hogarth nicht selbst veröffentlichte Blätter wurde Cook zu deren Erststecher, wie er denn auch den Beifall eines zeitgenössischen Kenners wie Maximilian Speck von Sternburg fand. – Oben im Plattenrand geschnitten.

Angebots-Nr. 7.608 / verkauft

– – – Dasselbe in Cook’s volkstümlicher späterer, kleinerer Fassung. Bezeichnet: Emblematical Print of the South Sea. / Hogarth pinxt. / T. Cook sculp. / Published by Longman, Hurst, Rees & Orme, Aug 1st. 1809. Bildgröße 14,5 x 19 cm. – Ohne die erläuternden Verse. – Innerhalb des namentlich rechts schwach fleckigen breiten weißen Plattenrandes geschnitten.

Angebots-Nr. 8.728 / EUR  176. (c. US$ 195.) + Versand

» Es  ist  einfach  nachzuvollziehen ,

dass  mit  einer  Vergemeinschaftung

von  Staatsschulden  im  Euroraum

Anreize  zur  Haushaltsdisziplin

wegfallen «

Jürgen Stark

Chef-Volkswirt der Europäischen Zentralbank

Wien, 15. September 2011

Damals  gab’s  noch  Schuldgefängnisse ,

in  denen  sich  trefflich  nachdenken  ließ  über  die

nationale  Geldbeschaffung

Freilich  fanden  sich  dort  nur  die  kleinen  Schuldner  wieder …

William Hogarth (1697 London 1764). Im Schuldturm. Die nunmehr unvermeidlich gewordene neue Station im Leben Rakewell’s, hier indes seine beiden Miteinsitzer von Interesse. So im Hintergrund der unbeirrt dem Golde nachspürende Alchemist am glühenden Ofen seines funktionsfähigen Labors, vor allem aber der Linksaußen, dessen ihm entfallender

„ Neuer  Vorschlag , die  National=Schuld  zu  bezahlen “

höheren Orts ebenso willkommen sein sollte, wie sein Riechfläschchen der in Ohnmacht gefallenen Sarah Young, Rakewell’s Schutzengel. Und auf dem Himmel der Bettlade über ihm keineswegs ein geschaffter Pleite-Geier, vielmehr, so Lichtenberg, „die Häutung eines Dritten. Diesem waren

die  Mythen  der  Finanzkunst  und  der  Chemie  zu  niedrig ,

er eilte auf Adlerschwingen der Ode dem Olymp zu, blieb aber, so wie oft sein Vorbild, zwischen dem Himmel … und der Stubendecke eingeklemmt stecken; mit dem Kopf nach unten.“ Kupferstich von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). Bezeichnet: Designed by Wm. Hogarth / Engraved by T. Cook / Published Aprl. 1st. 1797, by G. G. & J. Robinson, Pater-noster Row, London. / Pl. VII. 35,8 x 42 cm.

» Mit  diesen  Beschlüssen

( Aufgabenerweiterung  des  Rettungsschirms  EFSF )

erfolgt  ein  weiterer  großer  Schritt

in  Richtung  gemeinschaftlicher  Haftung

und  geringerer  Disziplinierung  durch  die  Kapitalmärkte ,

ohne  dass  im  Gegenzug  die  Kontroll-  und  Einflussmöglichkeiten

auf  die  nationalen  Finanzpolitiken  spürbar  verstärkt  werden «

Jens Weidmann

Präsident der Deutschen Bundesbank

vor dem Haushaltsausschuß des Deutschen Bundestages

19. September 2011

The Rake’s Progress VII. – Mit mehrstrophigem Untertext. – Cook „machte sich auch einen Namen als Hogarth-Stecher“ (Thieme-Becker), dessen ursprüngliches Folio-Format er im Gegensatz zu allen späteren Hogarth-Ausgaben beibehielt. Erwähnenswert schön das Hell-Dunkel seines anstehenden Blattes.

Hogarth’s  großartige  Darstellung

William Hogarth, Im Schuldturm

des  Strafvollzuges  an  Insolventen

voll reizvoller Details. Es ist eine bierlose, eine schreckliche Zeit. Und vom Meister mittel- oder unmittelbar selbst durchlebt. Denn nach Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., VIII, 624, brachte ihn seine Wirtin unbeglichener Schulden halber ins berüchtigte Fleet-Gefängnis – und erhielt dafür zu gegebener Zeit ihr entsprechendes Denkmal. Der Katalog Zürich von 1983 erwähnt indes nur das Einsitzen des Vaters.

Trotz allem aber auch eine Zeit ungebrochener Hoffnungen, wie sie nicht allein besagte fallende Denkschrift, sondern noch weit mehr der von dem übrigen lebhaften Geschehen unberührte Alchemist verkörpert:

„ … der ein Töpfchen nicht bloß zum Besten der Nation, sondern des ganzen menschlichen Geschlechts auf dem Feuer hat. Die philosophische Ruhe in des Mannes Gesicht und ganzer Haltung hat wirklich etwas sehr Gefälliges; man sieht, er hat warten gelernt, eine Kunst, die auch bei keinem Geschäft der Welt so nöthig ist, als beim Goldmachen … Die Freundschaft zwischen dem Manne und seinem Ofen ist doch in der That rührend, wenn man bedenkt, daß beide bloß ihrer Verbindung wegen hier sitzen, und jeder ohne den andern vielleicht etwas sehr viel Besseres hätte sein können. Dennoch halten sie zusammen, wie aus einem Stück … und füttern einander wechselseitig mit Hoffnungen und Kohlen bis zum Tag der Lösung des großen Problems. Weit kann dieser Tag hier unmöglich entfernt sein. Die Abzugs=Röhre durch das Gitterfenster ist zu gut angelegt, — es kann nicht fehlen; die Anstalt hingegen, wodurch das große Product in die Flasche geleitet werden soll, gar nicht sonderlich — es muß fehlen … der circulus in destillando ist hier nicht zu verkennen, die Vorlage ist dem Feuer näher als die Retorte, und während beide um den Besitz der Tinctur streiten, nimmt das unermeßliche Weite draußen Alles zu sich,

und  so  ergibt  sich  die  Auflösung  des  Problems “

(Lichtenberg).

Angebots-Nr. 7.518 / EUR  496. / export price EUR  471. (c. US$ 522.) + Versand

– – – Dasselbe in Cook’s kleinerer, gemeinsam mit seinem Sohn gearbeiteter Fassung mit dem durch den Serientitel ersetzten Untertext. Bezeichnet: Pl. VIII. / Hogarth pinxt. / T. Cook & Son sc. / Published by Longman, Hurst, Rees, & Orme, Septr. 1st. 1808. Bildgröße 14,5 x 17,2 cm. – Innerhalb des breiten weißen Plattenrandes geschnitten.

Angebots-Nr. 8.729 / EUR  84. (c. US$ 93.) + Versand

– – – Dasselbe in Stahlstich um 1840. 12,8 x 15,1 cm. – Mit dem Titel in Deutsch.

Angebots-Nr. 5.804 / EUR  43. (c. US$ 48.) + Versand

» Die  Kursschwankungen  an  den  Finanzmärkten

sind  aufgrund  weit  verbreiteter  Verunsicherung  ausgeprägt .

Sie  ist  das  Resultat  politischer  Misswirtschaft

und  dem  Platzen  verschiedenster  Vermögenspreisblasen ,

zu  denen  sie  wegen  ausgeprägten  Fehlanreizen  geführt  hat …

Hoffnungen , entsprechende  Probleme

mit  planwirtschaftlichen  Eingriffen  bereinigen  zu  können ,

sind  eine  Illusion …

Wirklich  gelöst  werden  die  Probleme  nur  dadurch ,

dass  verzerrte  Märkte  wieder  effizient  gemacht  werden .

Das  ist  nur  möglich , wenn  genügend  Transparenz  da  ist  und

wenn  jene  alle  die  Risiken  tragen , die  sie  eingehen »

Irrationale Hoffnungen auf die Planwirtschaft

FAZ, 14. September 2011

… denn  die  großen  Schuldenreiter

konnten  auch  seinerzeit  schon  anderswo

ihre  Geschäfte  ebenso  trefflich  weiterhin  verfolgen

William Hogarth (1697 London 1764). Some of the Principal Inhabitants of ye Moon, as they Were Perfectly Discover’d by a Telescope brought to ye: Greatest Perfection since ye. last Eclipse; Exactly Engraved from the Objects, whereby ye: Curious may Guess at their Religion Manners, &c. (König, Papst und Gesetz.) Kupferstich. Bezeichnet wie vor. 27,1 x 30,4 cm (Bildgröße 24,5 x 18,6 cm).

William Hogarth, Principal Inhabitants of the Moon

Auf einer Plattform oberhalb der Wolken als erhöhte Mittelfigur der mittels Gebetbuch eine Geldmaschine zum Spucken bringende Papst – und damit demonstrierend, wie auch aus Worten Reichtümer entstehen. Zu dessen Rechten der von diesem die Mondkugel als Lehen erhaltende König – sein Kopf eine Krone oder Guinee, jedenfalls eine Münze – , zugleich mit musischen Symbolen versehen. Zur Linken als Dritter im Bunde das Gesetz als das personifizierte Schwert thronend, nicht zuletzt ein Beschützer des zu seinen Füßen figurierenden Wohlstandes. Ferner je zwei Krieger und Diener Gottes. Alle im übrigen gesichtslos.

» Man  muss  die  Instrumente  der  ›Euro-Finanzfazilitäten‹

nicht  im  Schlaf  aufsagen  können ,

um  zu  sehen ,

wohin  die  Bekämpfung  der  Staatsschuldenkrise

mit  noch  mehr  Staatsschulden  führen  wird :

noch  tiefer  in  den  Schuldensumpf «

Holger Steltzner

Europa ist mehr als »Euroland 17«

FAZ, 18. September 2011

Abdruck auf starkem Papier von der vom kgl. Kupferstecher James Heath (1757 London 1834) um 1822 überarbeiteten Platte. „Selbst diese Abzüge sind heute aber relativ selten geworden“ (Kunstgalerie Esslingen 1970; und Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., VIII [1888], 625: „Eine schöne Ausgabe“, geschätzt auch schon von zeitgenössischen Sammlern vom Range etwa eines A. T. Stewart [Catalog of the Stewart Collection, New York 1887, 1221, „fine plates“]). – Unten im extrem breiten Plattenrand geschnitten.

Angebots-Nr. 7.881 / EUR  118. (c. US$ 131.) + Versand

– – – Dasselbe. Kupferstich von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). (1806-09.) Bezeichnet mit obigem Text. Blattgr. 27,3 x 21 cm. – Innerhalb des etwas stock- oder altersfleckigen breiten weißen Plattenrandes geschnitten.

Angebots-Nr. 8.905 / EUR  202. (c. US$ 224.) + Versand

The  Lottery

William Hogarth, Lottery

Das  Gegenstück  zum  South  Sea  Scheme

William Hogarth (1697 London 1764). The Lottery. Kupferstich von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). Bezeichnet: Painted by W. Hogarth. / Engrav’d by T. Cook. / Pubd.. Feb. 1-1803 by G. & I. Robinson, Paternoster-row, London., ansonsten wie vor. 36,9 x 34,4 cm.

Instruktive  Darstellung , die Schilderung der Berechenbarkeit des Glückes nicht auslassend. Im übrigen jene Lotterie, „in welcher der Marsch von Finchley (gegen die Rebellen unter dem Prätendenten Karl Eduard V. von Schottland und von Hogarth Friedrich II. von Preußen gewidmet) ausgespielt wurde, wie in der Erklärung jenes Blattes bereits erwähnt ist …“. Das Bild wurde von Captain Coram, dem Begründer des Findelhauses, gewonnen. – Erläuternder Untertext. – Abdruck von sehr schöner Hell-Dunkel-Wirkung auf festem Papier. In dessen geradezu üppigem breiten weißen Rand rechts außen zwei schwache Wasserstreifen. – Cook „machte sich auch einen Namen als Hogarth-Stecher, dessen vollständiges Werk er … nachgestochen hat“ (Thieme-Becker) und dessen Ursprungsformat er im Gegensatz zu allen späteren Hogarth-Ausgaben in seiner ersten, früheren Ausgabe beibehielt. Für einige von Hogarth nicht selbst veröffentlichte Blätter wurde Cook zu deren Erststecher, wie er denn auch den Beifall eines zeitgenössischen Kenners wie Maximilian Speck von Sternburg fand.

Angebots-Nr. 7.601 / EUR  445. / export price EUR  423. (c. US$ 469.) + Versand

– – – Dasselbe in Cook’s volkstümlicher späterer, kleinerer Fassung. Bezeichnet: Hogarth pinxt. / T. Cook sculpt. / Published by Longman, Hurst, Rees, & Orme, March 1st. 1808., ansonsten wie oben. Bildgröße 13 x 17,2 cm. – Leicht zeitspuriger Abdruck und innerhalb des breiten weißen Plattenrandes geschnitten.

Angebots-Nr. 8.903 / EUR  118. (c. US$ 131.) + Versand

Geschichte  kennen — aus  Geschichte  lernen . Eben .


„ Das Bild ist heute zu meiner vollsten Zufriedenheit eingetroffen … Für die reibungslose und prompte Lieferung dankend, verbleibt mit den besten Endjahreswünschen, freundlichst Ihr … “

(Herr K. v. F., 16. Dezember 2008)