English

… schon  gar , wenn’s  um’s  Wachstum  des  Hirschgeweihs  geht ! Hier  denn  zum  10ten April 2011

 

Joseph Georg Wintter’s

des  Frühvollendeten

Augsprossen-Formierungs-

Joseph Georg Wintter, Augsprossen-Formierung + Kolbenstärke per 10. April (Zeichnung)

+

Kolbenstärke-Befund

» … immer  besser  als  Riedinger «

Wilhelm Gottfried von Moser , Forstcameralist , Jg. 1729 ,

per 1788er Forstarchiv , Bd. IV , SS. 280 ff.

» Dieser  Mann  besitzt  außerordentliche  Fähigkeiten «

Lorenz von Westenrieder , Historiker , Jg. 1748 ,

per 1785er Brief an den Lessing-Freund + Schauspieldichter Christian Felix Weisse

Joseph Georg Wintter

1751 München 1789

 

Fehlend  dergleichen  bei  Ridinger

Zeichnerisches  Geweihwachstum

per  10. April

Diesem Hirsch sein Kopf  stellt (?, sinngemäß: spricht) von einen dibischen und Recht falschen blick, dem nicht zu trauen ist. Hirschkopf mit formiertem Augsprossen und stärker gewordenen Kolben per 10. April. Nebst Halsansatz nach links. Bisterzeichnung. Ca. 1787. Bezeichnet: JGW (ligiert): inv. del d… Arbrill ao 17…, ansonsten wie vor. 98 x 156 mm.

Vgl. Niemeyer 105 + wände der ridinger handlung niemeyer 2, Abb. 5. – Ganz ausgeführte, gleichwohl gänzlich anders betitelte Vorstudie zum Kopf des April-Hirschen als Blatt 5 der 1787er 12blätterigen Radier-Folge Das aufsezen oder Wachsthum des Hirschgeweihes

„ Den  10. April

ist  der  Augensprossen  formirt

Joseph Georg Wintter, Augsprossen + Kolbenstärke am 10. April (Radierung)

und

die  Kolben  werden  staerker “

Vergleichsabbildung , nicht im Angebot

Auf chamoisfarbenem leichten Bütten. – Rechts unter Fortfall jeweils zweier Zahlen zu Tag + Jahr beschnitten. Rückseitiger Oberrand mit Resten früherer Montage.

Neben seiner ungewöhnlichen wie interessanten Inschrift von dominanter Signatur begleitete

außerordentlich  bildhafte , thematisch  generell  ganz  seltene  Arbeit

des schmalen Œuvre des früh vollendeten kurfürstlich-bayerischen Hof- und Jagdkupferstechers und Mitglieds der kurfürstl. Akademie zu Düsseldorf, der just 1787 noch zum Hof-Cammerrat als „(u)nter denen zahlreichen Hof= und Freykünstlern des Churfürstl. Pfalz=Bayerischen Hofs“ selten (Forstcameralisten-Papst Wilhelm Gottfried von Moser, Jg. 1729, aus der „berühmten Cameralistenfamilie“ [Heß in der ADB], dessen 1757er Forstökonomie als formelle Begründung der Forstwissenschaft überhaupt gilt) avancierte, bis heutigen Tages aber außerhalb des kleinen, gleichwohl zunehmenden Circels intimer Kenner im Windschatten des übermächtig nachwirkenden Ridinger verblieb, unbeschadet aufmerken lassender Stimmen gewichtiger Zeitgenossen wie dem résumé des Zeichnung wie in deren „Behandlung zwischen … Hollar und Riedinger“ (Nagler) stehenden Radierung auf den Punkt bringenden Moser’s

„ immer  besser  als  Riedingers “

im als zweite forstliche Zeitschrift „lange Zeit einen ehrenvollen Platz unter den Fachzeitschriften“ behauptenden noblen Forst-Archiv (Bd. IV, 1788, SS. 280 ff.) oder des gleichaltrigen Lorenz von Westenrieder (Jg. 1748, Theologe, namentlich aber Historiker; „hat überhaupt ein empfängliches Auge für landschaftliche Schönheiten“ [Höhn]), der ihm in seinem 1783er „Jahrbuch der Menschengeschichte in Bayern“ höchstes Lob widerfahren ließ und 1785 an den Lessing-Freund und Leipziger Schauspieldichter Christian Felix Weisse schrieb:

„ Dieser  Mann  besitzt  außerordentliche  Fähigkeiten .“

Seinen Niederschlag findend schließlich im statement Thieme-Becker’s XXXVI (1947), 79 f.

„ Nächst  Ridinger  der  beste  deutsche  Jagdschilderer  des  18. Jahrh. “,

nachdem aber schon 1909 bzw. 1921 Höhn (Studien zur Entwicklung der Münchener Landschaftsmalerei v. Ende d. 18. u. v. Anfang des 19. Jh., „einer der frühesten“ innerhalb der „ersten Anfänge der Münchener Landschaftsmalerei“) bzw. Wolf (Die Entdeckung der Münchener Landschaft, abbildend sieben seiner Radierungen) ihn in von der Jagd abgekoppelte Startlöcher versetzt hatten.

Hiesige wieder der Jagd zugehörige Arbeit solchermaßen für sich selbst sprechend. Und zugleich auch diesbezüglich Nagler bestätigend, wonach er

„ am  liebsten … jedoch  seine  Studien  auf  dem  Wildanger “ selbst  machte .

Daß das Thema der Bildung des Hirschgeweihs von Ridinger merkwürdigerweise unbehandelt blieb, macht Wintter’s Radierfolge umso wertvoller. Und seine anstehende Zeichnung hierzu

zusätzlich  kostbar .

Angebots-Nr. 15.652 / verkauft

Das aufsezen oder wachsthum des Hirschgeweihes. Katalog mit verkleinerter Wiedergabe der 12blätterigen Radierfolge Niemeyer 101-112, II (Nagler 3) von 1787. (1993.) 8 unnum. Bll. Mit 12 Abbildungen der Kupfer und 1 von anderweitiger Radierung abweichender Wintter’scher Zeichnung des Hirschgarten bei Nymphenburg von 1785, alle ganzseitig. OHeftung. mit Wappen-Vignette auf Vorderumschlag (dieser in Rot + Schwarz).

Wohl erstmalige vollständige Wiedergabe dieser auch zoologisch wertvollen Suite, erschienen als Heft 2 der „wände der ridinger handlung niemeyer“.

Anforderungs-Nr. 13.098 / Schutzgebühr  EUR  10. (c. US$ 11.) + Versand


Der hiesige Weihnachts-/Neujahrsgruß 2005 endete mit „In diesem Sinne recht schöne Weihnachtstage voll Harmonie und sammlungszugewandter Muße … “ , letzterer Wunsch in einer Grußerwiederung aufgegriffen wurde mit den Worten

„ das Gutwort des Jahres – sammlungszugewandte Muße – wunderbar, hab einigen LBA/Goethefreunden dieses Gutwort genannt. Sie haben in einer verwahrlosten Zeit ein ‚linguistisches Gespür’! “

(Herr R. K., 5. Januar 2006)