English

Hm , du …

du eigentümlicher Geruch
L'Empire de Russie (Atlas Russicus, Vorderdeckel)
des alten Mütterchen Rußland

!ЮФТЬ!

Malerische Hommage

Lorenz Ekemann Allesson, Birke

auf die Birke

als der Spenderin dessen, was юфть so unvergleichlich macht. Denn „(a)us der Rinde und Wurzel erhält man durch trockne Destillation den Birkenteer und das Birkenöl , welche zur Bereitung von Juchtenleder , zu Rumessenz und Parfümen, auch arzneilich benutzt werden … Östlich der Weichsel bildet sie ausgedehnte reine Bestände“ (Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., II [1888], 965). Hier denn gesehen und festgehalten von Lorenz Ekeman Allesson (Malmö 1790/91 – Stuttgart 1828) als Kreide-Lithographie, bezeichnet: L. Ekeman del. / 8., messend 32 x 22,6 cm und als 1819 geschaffen eine allein schon für sich kostbare

INKUNABEL DER LITHOGRAPHIE .

Winkler 11/8. – Auf Papier vélin, wie um 1750 von Baskerville erfunden und seit 1783 auch in Deutschland hergestellt, auf dem „viel feinerer Druck erzielt werden (konnte) als auf geripptem“ (Bütten; Löffler-Kirchner III [1937], 486).

Mit feinem Rändchen um die Einfassungslinie, deren Druck an der linken Oberkante 5 bzw. 6 cm aussetzt und am Unterrand tlw. etwas zart ist. Der Beschnitt hier denn auch unmittelbar unterhalb der Signaturzeile. Mittig derselben zudem eine äußerste Randgräser wie auch die 8 minimal tangierende kleine Papierläsur.

1806 mit seiner Mutter nach Deutschland und hier auf ein Rittergut bei Jena gekommen, widmete sich Ekeman zunächst der Landwirtschaft, um sich nach den napoleon. Kriegen der Kunst zuzuwenden mit Ausbildungsstationen Augsburg , München + Wien. Schon 1821 erfolgte die Berufung als Professor und Direktor des neuerrichteten Kgl. Lithographischen Instituts in Stuttgart. Nagler (1837) betont sein „entschiedenes Talent für das Landschaftsfach … seine Landschaften nach berühmten Meistern (sind) ausgezeichnet“, hier gleichwohl eine Eigenarbeit und damit eines der besonders begehrten Beispiele seiner künstlerischen Qualitäten.

Angebots-Nr. 15.621 / EUR  290. / export price EUR  276. (c. US$ 319.) + Versand

Gerüche – wie  sie  uns  umschweben , umschmeicheln , betören . An ferne Länder und Kulturen erinnern . An Austage , die wir dort waren . Und deren Fülle wir , einatmend , mit zurücknahmen in den Alltag . Unvergessen – unvergangen und , vor allem , fortdauernd – inspirierend !

So , wie Schiller des moligen Apfels in der halb geöffneten Schublade bedurfte , um Schiller zu sein. Der molige Apfel als Quell eines Freiheitsideals , dessen Fanfare noch Jahrhunderte später zu täglich neuem Aufbruch ruft .

Gerüche – hier und heute denn , nein , nein , nichts Moliges , vielmehr nichts Typischeres als dem des

ЮФТЬ!

Juften

„ (russ., fälschlich Juchten) , lohgares Leder , welches früher ausschließlich in Rußland dargestellt wurde und sich durch Stärke , Geschmeidigkeit , einen eigentümlichen Geruch , durch die Eigenschaft ,

von den Insekten nicht angegriffen zu werden

und dem Wasser einen großen Widerstand zu bieten

auszeichnet. Man stellt es aus guten Häuten von jungem Rindvieh dar. Den Geruch verdankt das J. dem

Birkenteeröl

(mit dem es auf der Narbenseite eingerieben wird) … Das beste J. kommt aus der Gegend von Nowgorod und aus Südrußland, aber auch außerhalb Rußlands wird die Ware in vortrefflicher Qualität hergestellt … “

(Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., IX [1889], Seite 302).

Und so war es für  niemeyer’s  gar keine Frage , ihrem sich durch Zeitkolorit von den gleichwohl nur gelegentlich auf den Markt kommenden üblichen un- oder nur grenzkolorierten Exemplaren abhebendem des

ersten vollständigen , originär russischen Atlasses

mit seiner zweiten originären Generalkarte

und maßstablich besten ersten (ca. 1 : 8,9 Mill.) nach der 1734er Kirilov’schen (ca. 1 : 11,7 Mill.) und vor der von Truscot + Schmidt von 1776 (ca. 1 : 7,5 Mill.) einen

юфть переплёт

Juften-Einband

als allein ihm angemessen zu gewähren.

Als  Reverenz  vor diesem unbeschadet zu großer Eile großartigen , noch von Peter dem Großen als vordringlichst initiierten und von der von ihm im Jahr seines Ablebens (1725) begründeten Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften realisierten kartographischen Meilenstein. Den der große Euler als Mitherausgeber

„ seinem Vaterlande als Beispiel vor Augen (stellte) ,

da es von Deutschland damals noch keinen so vollständigen Atlas gab “

(Bagrow-Skelton, Meister der Kartographie [1963], Seite 251).

Als  Reverenz  fast mehr noch aber vor  Mütterchen  Rußland  und seiner Seele , dessen Literatur , Musik und Kunst bis hin zum grandiosen ersten Satz von Schostakowitsch’s Siebenter tiefe Furchen in die abendländische Kulturlandschaft pflügten. Doch last , but not least , als Reverenz vor der hierin aufgefächerten Weite  ⅙’s  der  Erde . Fühlen Sie dieses Leder ! Erleben Sie dessen sich vom üblichen Einbandleder abhebende Stärke, auch wenn von dieser Abstriche vorzunehmen waren, wobei sich eine willkommene feine Marmorierung ergab.

юфть!

Bordeauxrotes  юфть ! Leder einer anderen Weite. Eines anderen Anpruchs. niemeyer’s  ist  stolz !

Ermöglicht aber erst dank spontaner Bereitwilligkeit der Fortuna Spezialmaschinen GmbH – ein herzliches

СПАСИБО

großes Dankeschön den Herren Tilo Ullmer + Bernd Kussmaul nach Weil der Stadt.

Wie denn auch  Mütterchen  Rußlands  sich so modern erweisendem  großen Peter , der eine neuzeitliche Kartierung des Landes als  das  a  &  o  des Weges in ein neues Rußland begriff und welcher Weitsicht denn solchermaßen anstehender

Atlas Russicus, Bibliographie + Titel

entsprang. Denn während in Mittel-Europa gegen Ende des 17. Jahrhunderts die kartographische Entwicklung schon weitgehend abgeschlossen war und neue Karten meist nur noch Verbesserungen im Detail brachten, setzt eine moderne, auf wissenschaftlicher Landmessung beruhende Kartographie in Rußland – und damit auch in Asien – überhaupt erst mit dem Beginn des 18. Jahrhunderts ein. Mit den berühmten 1721er Punkty als „den ersten offiziellen Instruktionen für Landmessung und Kartographie“ (Goldenberg + Postnikov, siehe Literatur), als deren Mitautor Peter vermutet wird. So lernte letzterer denn auch gelegentlich seines ersten Aufenthalts in Holland 1697 „unter der Leitung der 17jährigen Marie de Wilde (Tochter des ihm nahestehenden Amsterdamer Kaufmanns und Sammlers Jacobus de W.) die Radiernadel handhaben … (denn) Stechen und Radieren steht in engem Zusammenhang mit dem Drucken von Karten“ (Horst Gerson, Ausbreitung und Nachwirkung der holländ. Malerei, 1983, Seite 516). Kurz,

„ (Die Schaffung eines gesamtrussischen Marktes)

bedingte die Zusammenstellung von Generalkarten + Atlanten

während eine Ausweitung der wirtschaftlichen Beziehungen

zwischen verschiedenen Regionen

einen Bedarf an detaillierteren Karten bestimmter Gebiete erzeugte “

(Goldenberg + Postnikov, siehe Literatur)

Damals

„ In der Tradition Peters des Großen , der Rußland nach Westen öffnete “,

Heute

in Wiederentdeckung eben jener Zusammenhänge von einst .

niemeyer’s — wo selbst noch das leder stimmt

Atlas Russicus

ein Meilenstein vor 266 Jahren

Erarbeitet und verlegt in Petersburg

seitens der 1725 von Peter gegründeten

Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften

Hier

in sattem Kolorit

von der ganzen Qualität seines Alters

wie nur höchst selten :

Unkoloriert nur

das Exemplar der spektakulären 1991er Ausstellung

(siehe unten)

De L’Isle – Atlas Rvssicvs … Vastissimvm Imperivm Rvssicvm cum adiacentibvs Regionibvs / Atlas Russien de tout L’Empire de Russie et des Pays Limitrophes. Hrsg. unter Leitung von Leonhard Euler und Gottfried Heinsius von der Kaiserl. Akademie der Wissenschaften zu Petersburg. Ebda., Selbstvlg., 1745. Gr.-2°. 16 SS. Mit

Elisabeth Petrowna ,

Peters Tochter (1709-62, Zarin seit 1741) , gewidmeter

Atlas Russicus / Generalkarte

mehrfach gefalteter Generalkarte

+

19 doppelblattgroßen Detail-Karten

(ca. 49-50 x 56 bzw. 56,5 x 98 cm) nach Joseph Nicolas De L’Isle (1688 Paris 1768) und anderen,

alles in Kupferstich mit zeitgenössischem Flächenkolorit .

 

« Voici enfin l’Ouvrage

qu’on a attendu

depuis si long tems,

& qui … renferme

une description Géographique

de tout ce vaste Empire. »

Atlas Russicus - Premier Atlas Russien complet

Premier Atlas Russien complet

commençant

par

la deuxième

carte générale de Russie

Première impression

de la première édition

 

Und Bezug nehmend auf diesen denn auch Isaac Brouckner’s vier Jahre jüngerer Nouvel Atlas de Marine als Erster Preußischer See(Welt)atlas . Siehe dessen einzigartig vollständiges Exemplar bei marine niemeyer.

Nur den Ihren geben’s die Götter —
und den Seinen der Antiquar

Bordeauxroter Juften-Leder-Band

mit vier von Fileten eingefaßten Zier-Bünden, überlaufenden Deckel-Fileten, Titel-Prägung L’Empire de Russie auf dem Vorder- und großem Doppelanker des zeitgenössischen Petersburger Wappens (1730-1856) als Mittelstück auf dem Rückdeckel, dem unteren Teilstück dessen Flußanker als Eckzwickel beider Deckel, alles 23,5karätig goldgeprägt, schwarzem Rückenschildchen, von Prägungen in Gold begleiteten braunen Spiegeln + Vorsatz, darunter auf dem Rückspiegel großes ligiertes RS-Monogramm als Markenzeichen der hiesigen Red Series als Mittelstück sowie geprägten red series bzw. niemeyer fine arts auf Innendeckel-Unterkante + JayAitchDesign auf Rückdeckel-Unterkante. Verblaßter marmor. Farbschnitt. In gleichartigem Halb-Juften-Schuber (53 x 33 x 3 cm), dessen efalinpapierne schwarze Deckelbezüge den

Atlas Russicus / Juftenledereinband

Petersburger Doppel-Anker in Goldprägung wiederholen

Literatur

Bagrow-Castner II, SS. 177-253; Phillips 4060 (irrtümlich oder original nicht zugehörig mit zusätzlichen 4 Bll. Vorspann, im übrigen mit zusätzlichen Kriegskarten); Goldenberg + Postnikov, Development of Mapping Methods in Russia in the 18th Century, in IMAGO MUNDI XXXVII, SS. 63-80; Nitsche-Stender 141; Lex. d. Kart. 688; Teleki, Atlas zur Geschichte der Kartographie der japanischen Inseln Taf. 17, 1 (Karte 19 des Atlasses); Niemeyer, Rußlands Aufbruch in die Moderne – Peter der Große und die Entwicklung der russischen Kartographie, Bonn 1991, 5 + Abbildungen.

Ausstellung

Schätze aus dem Kreml – Peter der Große in Westeuropa. Bremen, Übersee-Museum, 1991 (18 Wochen einschließlich Verlängerung). – Katalog-Nr. 158 (unkoloriertes Exemplar).

 

Erster  Druck …

Ivan Kyrilov . Imperii Russici Tabula Generalis. Petersburg 1734

Kyrilov, 1. Generalkarte Rußlands

Rußlands 1. Generalkarte – 1991 hier durchgelaufen in süddeutschen Konzern
IMAGO MUNDI XLIII, 1991, S. 110 / Unusual Items that have come up for Sale , hiesiges Angebot

Joseph Nicolas De L’Isle . Mappa Generalis Imperii Russici . 1745

Manuskript-Wandkarte / 2. Generalkarte Rußlands

Rußlands 2. Generalkarte als Manuskript-Wandkarte . 1745 . 118 x 229 cm
1995 hier durchgelaufen in die Österreichische Nationalbibliothek
Übersee-Museum Bremen, Schätze aus dem Kreml – Peter der Große in Westeuropa, 1991, Kat.-Nr. 157;
IMAGO MUNDI XL, 1988, S. 143 / Unusual Items that have come up for Sale , hiesiges Angebot +
ebda. XLVIII, 1996, S. 233 / Notable Acquisitions , Vienna, Österreich. Nat.-Bibl., Kartensammlung

Ivan Fomic Treskot + Jacob F. Schmidt .
Tabula Geographica Generalis Imperii Russici. 1776/1784

Treskot + Schmidt, 3. Generalkarte Rußlands

Rußlands 3. Generalkarte
1991 hier durchgelaufen in die Sächsische Landesbibliothek
IMAGO MUNDI XLIIII, 1992, S. 140 / Unusual Items that have come up for Sale , hiesiges Angebot
Derzeit erneut hier vorliegend

ERSTER DRUCK

Atlas Russicus - Archangelsk, Petersburg, Wolgograd

DER ERSTEN AUSGABE

Titel + Textteil

– Beschreibung der Karten hinsichtlich Begrenzung , Entstehung , Genauigkeit und Durchführung der Vermessung ; Transkription des russischen Alphabets ; teils ausführliche russische Worterläuterungen ; gestochene Zeichenerklärung mit reicher Aufschlüsselung bis hin zu Salinen und Thermen –

in lateinisch-französischem Paralleltext

(russisch-deutsche Version noch gleichen Jahres mit geringerem Textvorspann = Phillips 4059 bzw. 3109 mit jeweils irrtümlichem Hinweis für Karte 19 „showing the extreme point of Alaska and the Aleutian islands“, recte vielmehr Kamtschatka + Kurilen).

Textteil mit den Honig-Wzz. HONIG / IV + bekrontes großes Lilienwappen mit ligiertem Anhänger WR.

1 Karte innerhalb des unteren Kartenrandes geschnitten, doch ohne Verletzung des Kartenbildes selbst, 5 Karten auf bzw. unter Verlust der oberen bzw. unteren Einfassungslinie geschnitten, je eine Karte unter Anschnitt bzw. Verlust des Meilenzeigers und der Numerierung innerhalb des weißen Plattenrandes geschnitten. Ansonsten lediglich vereinzelte kleine, hinterlegte Randeinrisse und zwei nicht störende Ausrisse.

Das satte Kolorit von der ganzen Qualität seines Alters ,

wobei die Kartuschen, wie vielfach bei altkolorierten Atlanten bis hin zum legendären Atlas des Großen Kurfürsten, in Schwarz-Weiß belassen wurden.

Als erster vollständiger Rußland-Atlas

der entscheidende Meilenstein auf dem Weg ins moderne Rußland :

„ Russian mapping, sponsored by Peter the Great and his associates, is known to have followed the way of intensive scientific development in connection with the state reforms and an active foreign policy in the 18th century. The fulfillment of new economic, administrative, cultural, military and political tasks, conditioned by the development of productive forces, required comprehensive studies of the country as well as the compilation and use of new complete and accurate maps. The creation of the All-Russian market necessitated the compiling of general maps and atlases while an expansion of economic relations between different regions generated a need for more detailed maps of particular areas. From the point of view of the history of cartography, we can find in this period a rich field for studying the process of transition from the national traditional methods of large-scale mapping (drawings) to surveys and map constructions on a scientific base.

This process required the creative reworking

of the West-European cartographic methods

by Russian cartographers as well as application

of the national mapping traditions

to the conditions of a vast area of the country “

(Goldenberg-Postnikov).

Diesem Ziel galten die unter höchster Protektion stehenden Arbeiten der geographischen Abteilung innerhalb der von Peter dem Großen – der beispielsweise 1719 während einer Entdeckungsfahrt an die Küste Kamtschatkas zwei Offiziere seiner Flotte aussandte,

um die von Leibniz gestellte Frage

Atlas Russicus / Kamtschatka

hinsichtlich eines Zusammenhängens Asiens und Amerikas

zu beantworten – begründeten Akademie der Wissenschaften, der auch als einer der Autoren der 1721er berühmten „Punkty“ – „The first official instructions on land survey and map-making“ – vermutet wird und dessen „Verdienste um die Verbreitung geographischer Kenntnisse“ K. E. von Baers Untersuchungen galten (Petersburg 1872, siehe aber auch K. Waliszewski, Peter the Great, NY 1897, S. 435).

Gefragt war eine völlig neue Kartenaufnahme

unter Berücksichtigung astronomisch bestimmter Fixpunkte. An der Spitze der ins Land geholten westlichen Astronomen und Geographen stand J. N. Delisle, der von 1725-47 in Rußland arbeitete und aus dessen an der Akademie begründeten astronomischen Schule mehrere russische Astronomen von Ruf hervorgingen, indes seine Arbeiten für den 1745er Atlas – dem der weniger entscheidende und unvollständig gebliebene Kyrilovs von 1734 vorangegangen war – unter Reibungsverlusten litten. Dadurch bedingte mangelnde Aktualität und ungenügende Akkuratesse waren denn für ihn auch der Grund, weshalb er seinen Namen mit dem des Atlasses nicht gern verbunden sah. Wie zeitgenössisch auch schon M. V. Lomonossov – Coll. works, Moskau 1955, IX, 258 – gerügt hatte :

„ Having looked at the archieves and the published Atlas it is easy to understand how much more accurate and complete it could have been. “

Als Adjunkt beigegeben war Delisle der als ao Prof. der Astronomie und Mitglied der Akademie 1736 nach Petersburg berufene Gottfried Heinsius (Naumburg/S. 1709 – Leipzig 1769), der noch im Jahr des Erscheinens bereits einem Rufe nach Leipzig folgte. Siehe ADB XI, 656.

Die den europäischen Teil betreffenden Detail-Karten 1-13 (1 : 1,527 Mill.) gegenüber den 6 asiatischen (1 : 3,360 Mill.) – östlich der Flüsse Irtysch/Ob, doch noch bis zum Petschora-Delta – maßstablich sichtbar größer konzipiert und zudem mit meist reich figürlich-instruktiven Titelkartuschen geschmückt. Die asiatischen hingegen nur mit einem Titelstreifen versehen. Ob dies nur der wirtschaftlichen Bedeutung und dem seinerzeitigen Bekanntheitsgrad zuzurechnen oder Ausdruck des von Delisle als unangebracht gerügten Verlangens nach hastigerer Fertigstellung der Arbeiten ist, möge hiesigerseits dahingestellt bleiben.

Deutscherseits  von  besonderem  historischen  Interesse  die

Leibniz’sche Version des Wolga-Don-Kanals ,

wie 1697 im Gespräch mit dem russischen Botschafter Golovin in Hannover skizziert. – Weiterhin von besonderer Importanz für die Entwicklung der Kartographie ist die

wohl erstmalige Darstellung der Kurilen

als Inselkette in geschlossener bezeichneter Folge

zwischen Nordjapan – dessen Nordzipfel am unteren Kartenrand – und Kamtschatka ausgespannt. Die umstrittenen Inseln im Süden der Kette dabei korrekt etwas abgesetzt und näher zu Japan hin gelegen. Somit ohne die noch bei Kirilov und Haas, aber auch auf anderen, teils wesentlich späteren Karten zu findenden, praktisch die gesamte Südhälfte der Inselkette ausmachenden obskuren Staaten Island, Terre de la Compagnie und Terre de Jean da Gama, die zudem namentlich auf den früheren Karten lagemäßig eher an einen zu weit südlich geratenen, indes auch noch weitgehend unbekannten Alëutenbogen denken ließen.

Für den rein kartographischen Rang des Atlasses

gilt Goldenberg-Postnikovs Resumé :

„ Atlases, maps and large scale plans become the principal basis for the development of topographic maps. They remain as remarkable monuments of the history of Russian cartography created by the toilers of field cartography … From the point of view of studying the maps of Russia of the 18th century as historico-geographical sources, the cartographic materials of general land survey are undoubtedly the most abundant and valuable sources in spite of their relative imperfections. “

Und speziell von hiesigem Atlas hatten

„ … Delisles Zeitgenossen … eine sehr hohe Meinung … und

der berühmte deutsche Gelehrte Euler

stellte ihn seinem Vaterlande als Beispiel vor Augen ,

da es von Deutschland damals noch keinen so vollständigen Atlas gab “

(Bagrow, Meister der Kartographie [1963], S. 251).

Der erfaßte Raum

entsprechend der Grenzen zur Zeit Elisabeth Petrownas. Im Osten bis zur Bering-Straße, mit den Kurilen und Nord-Japan, im SO das später von Alexander II. (Zar seit 1855) erworbene Amur-Gebiet als Ganzes bis hin zum heutigen Wladiwostok. Ansonsten südlich bis in die Quellgebiete von Kerulen, Selenga + Irtysch – Kaspische Südküste – Arax-Fluß , dann etwa auf der Linie Trabzon – Konstanza durch das Schwarze Meer , westlich bis Kiew – Memel – Helsinki mit Teilen Finnlands – norwegischem Grenzgebiet . Im Norden bis ca. 85° nördlicher Breite .  Alles  in  allem  das

Dokument eines Aufbruchs

in die Moderne

als

zeitgenössisch koloriertes Exemplar .

Hm , du …

… wie bist Du schön ,

so verlockend schön

Atlas Russicus im Juftenledereinband

Du ⅙ der Erde ,

Du Mütterchen Rußland

Angebots-Nr. 15.684 / Preis auf Anfrage

„ Denn es liegt auf der Hand ,

daß

die Dekoration eines Hauses

von

profunder Wirkung ist

auf jene ,

die darin leben ;

es beeinflußt ihr Fühlen

und ihr Verhältnis zu andern

und zu sich selbst .

Kurz ,

es ist eine Frage der Geisteshaltung .“

Michel Gareau

Charles LeBrun , First Painter to King Louis XIV, New York, Abrams, 1992 –

zum  Selbstverständnis  der  Orchestrierung  des  eigenen  Lebens

seitens  der  Elite  zur  Zeit  des  Sonnenkönigs ,

in  deren  Geist  sich  hineinzuversetzen

LeBrun’s  Ruhm  ausmachte

Mütterchen Rußland :

Jean Baptiste Le Prince, La diseuse de bonne Avanture

Erfolg ,

er liegt in Ihrer Hand !

 

Jean Baptiste Le Prince

Metz 1734 – St. Denis du Port 1781

La diseuse de bonne Avanture

Die alte Wahrsagerin, die Chancen aus der Hand deutend. Radierung mit Aquatinta. Bezeichnet: Le Prince 1764., ansonsten wie vor + Untertext. 22,5 x 17,7 cm.

Blatt 2 (weitere hier aufliegend) wohl der 8blätt. Suite Nagler 9, Divers amusements et usages de Russie , von Le Prince während seines von 1758-1763 währenden Rußland-Aufenthaltes nach der Natur gezeichnet. – Mit Untertext. Dieser und der breite weiße Rand etwas stockfleckig. – Typograph. Wasserzeichen.

„ Auch ausländische Künstler kamen nach Rußland; 1757 bereiste der Franzose Jean Baptiste Le Prince Finnland, St. Petersburg und Moskau. Seine wenige Jahre später veröffentlichten Darstellungen der russischen Bevölkerung sind wahrscheinlich

der bedeutendste Beitrag bildlicher Dokumentation der Zeit “

(Karen F. Beall, Kaufrufe und Straßenhändler / Cries and Itinerant Trades, 1975, Seite 483).

Frühes  Beispiel  der  Anwendung  von  Aquatinta , deren Erfindung Le Prince mit 1768 (sic!) landläufig zugeschrieben wurde. Dies scheint durch ein aufgetauchtes Blatt Charpentier’s aus 1756 überholt zu sein. Generell lagen die Versuche auch hier letztlich in der Luft. So sah Waldow, Illustr. Encyclopädie der graph. Künste, Lpz. 1884, Johann Adam Schweikards (1722 Nürnberg 1787) diesbezügliche 1759er Bemühungen als „erste noch unvollkommene Versuche in dieser Stechart“.

Angebots-Nr. 14.694 / EUR  298. / export price EUR  283. (c. US$ 327.) + Versand

niemeyer’s — wo gründlichkeit temperamentssache ist

Rossija — Россия

in Einzelkarten – complett + en détail –
des 18. + 19. Jahrhunderts und weiteren Highlights

Guillaume De l’Isle (1675 Paris 1726). Mappa Imperii Moscovitici. Das europäische Rußland in kolor. Kupferstich bei Matthäus Seutter I (1678-1757) in Augsburg. 2 Blatt. (1706.) 50-50,1 x 58-58,2 cm.

Rußland / Nordteil

Mit schwach gebräuntem dblgr. separatem Orts-Index (mit 1735er Privileg) der Seutter-Ausgabe von 1736. Damit Sie wissen , wo was wo liegt . – Kartusche in Schwarz-Weiß. – Mit Straßennetz. – In der unteren Bildmitte des Nordblattes drei kaum störende alte braune Farbstreifen, sonst bestens. – Mit quasi dritter, hier gänzlich neu zur Diskussion gestellter Version des Wolga-Don-Kanals . Siehe hierzu nachfolgende Haas-Karte und generell Leo Bagrow, The Volga-Don Canal, in IMAGO MUNDI X (1953), 97 f. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 11.969 / EUR  910. / export price EUR  865. (c. US$ 1000.) + Versand

L’Empire de Russie von Rigobert Bonne, 2blättrig, als Extrait de l’Atlas Russien et d’autres Cartes. Grenzkolor. Kupferstich bei Lattré in Paris. 1771. Signiert, datiert, bezeichnet. 44,5-46 x 32,7 cm.

Mit Meilenzeiger mit geographischer Meile und dem russischen, ukrainischen, chinesischen, türkischen und französischen Wegemaß. Damit Sie wissen , wo’s lang geht . – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 15.614 / EUR  345. / export price EUR  328. (c. US$ 379.) + Versand

Wichtig für die Entwicklung
der russischen + fernöstlichen Kartographie

Johann Matthias Haas (Augsburg 1684 – Wittenberg/Augsburg 1742). Imperii Russici et Tartariae universae tabula novissima. Kaert van Het geheele Russische Keizerryk … nu vermeerdert met nieuwe ontdekkingen in’t Jaer 1739 door den Kapitein Span(g)berg. Kolor. Kupferstich bei Joh. Broedelet in Utrecht. 1743. 54,4 x 61,8 cm.

Haas, Imperii Russici et Tartariae

Früher Abdruck von außerordentlicher Frische

und noch mit feinem Plattenschmutz, namentlich im äußeren Bereich des bis zu 3,5 cm breiten Plattenrandes. Darüberhinaus mit schmalem, nur unten etwas knappem Papierrand. Die Mittelfalte weitgehend geglättet.

Martin Spangberg (1698 ? – 1761) war als Leiter einer der beiden pazifischen Abteilungen von Berings zweiter Kamtschatka-Expedition (1733-1743) mit der Erkundung eines Seeweges zur Mündung des Amur und weiter nach Japan betraut, das er 1739 erreichte, nachdem er im Jahr zuvor bereits bis zur Kurileninsel Urup gelangt war und während der Rückfahrt 31 weitere Inseln der Kette kartographiert hatte.

Unter historisch-kartographischem Aspekt von besonderem Interesse

auf dieser erstmals 1730, dann 1738 („Nebst dem Entwurff einer Erklärung darüber“) bei Homann Erben erschienenen, generell „Sehr seltene[n] Karte“ (Lex. d. Kart. 287) die Verarbeitung neuesten, zumeist russischen kartographischen Wissens. – Von erheblichem deutschen Interesse die Eintragungen des in jenen Jahren hochaktuellen Wolga-Don-Kanals in beiden – für eine quasi dritte siehe vorstehende Seutter-Karte – seinerzeitigen Versionen. So auch der  1697  von  Leibniz  skizzierte  Plan .

Die einzige der von Koeman II, 26 namentlich genannten

sehr seltenen Broedelet’schen Gelegenheits-Karten .

Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 11.966 / EUR  629. / export price EUR  598. (c. US$ 691.) + Versand

Das Rußische Reich in Europa / NW-Blatt. Von Frdr. Wilhelm Streit in grenzkolor. Stahlstich. (1836.) 28,4 x 22,8 cm. – Das Titelblatt der 4blätt. Karte. – Die Küste ab Stettin , mit Königsberg , Baltikum + Finnland , noch mit Göteborg. – Schön eingezeichnet Petersburg samt dem von Burchard Christoph von Münnich ausgeführten Ladoga-Kanal , „welcher … Rußlands Handel mit dem übrigen Europa blühend machen sollte … (und Münnichs) Namen auf dem Felde des Wasserbaues verewigt hat“ (ADB XXIII [1886], 19 ff.). – Mit den Postrouten. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 7.442 / EUR  76. (c. US$ 88.) + Versand

– NO-Blatt. – Noch mit Moskau , der Spitze von Kola , dem Obbusen . – Nur rückseits wahrnehmbare Stockfleckchen und ganz schwacher Wasserrand. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 9.859 / EUR  56. (c. US$ 65.) + Versand

– SO-Blatt. – Mit dem Kaukasus zwischen Schwarzem + Kaspischem Meer im unteren Mittelfeld, ansonsten mit türk. Grenzgebiet, dem Land der Donkosaken , der Kirgisen + Turkmenen. Im NW noch Tula und der Jepifanow Wald. – Rückseitige leichte Stockigkeit nebst Wasserrand bildseits kaum bemerkbar. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 9.867 / EUR  56. (c. US$ 65.) + Versand

– SW-Blatt. – Im Mittelfeld Galizien + Ukraine . – Mit Krim , Marmara Meer , Budapest , Liegnitz , Stargard , Elbing . – Schwacher Wasserrand. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 7.444 / EUR  50. (c. US$ 58.) + Versand

Die vier Blätter  wie  vor  als  COMPLETT – SATZ  per

Angebots-Nr. 14.449 / EUR  225. (c. US$ 260.) + Versand

Flussgebiete von Russland. (Europ. Teil.) Übersichtstabelle von Frdr. W. Streit. 1836. Qu.-kl.-2°. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 12.117 / EUR  14. (c. US$ 16.) + Versand

Die imperialste
der drei Generalkarten der Frühzeit

Ivan Fomic Truscot(t) (Trescot) (1721-1786) und Jacob F. Schmidt. Tabula Geographica Generalis Imperii Russici. Mit Titelkartusche mit Katharina II. mit einer Karte des Reiches vor der Silhouette Petersburgs. Von 3 Platten, ca. 1 : 7,5 Mill. Kolor. Kupferstich der acht Jahre späteren deutschen Ausgabe bei Tobias Conrad Lotter in Augsburg. 1784. 64,3 x 140 cm.

Truscot + Schmidt, 3. Generalkarte Rußlands

Rußlands 3. Generalkarte – mit Abstand die formatmäßig imperialste – als Abschluß einer nur 60 Jahre währenden Epoche gigantischer kartographischer Entwicklungen . – Nicht bei Grenacher , Guide to the cartographic history of the imperial city of Augsburg, in Imago Mundi XXII (1968), 85 ff. – Umlaufender Papierrand von 1,4-2,8 cm. – Linke und mittlere Kartenhälfte fast nur im weißen Rand leicht altersschmuddelig. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 12.250 / Preis auf Anfrage

Selten + literaturunbekannt

Matthäus Albrecht Lotter, Carte Géographique contenant le Royaume de Siberie

Carte Géographique
contenant le Royaume de Siberie

Von 2 Platten, ca. 1 : 7,13 Mill. Kolor. Kupferstich von Matthäus Albrecht Lotter (1741 Augsburg 1810) bei Tobias Conrad Lotter (1717 Augsburg 1777). Wohl 1770/75, doch nicht vor/nach 1759 bzw. 1776/77. 49,6-50,1 x 108,4 cm.

Weder  bei Tooley, noch Grenacher, Guide to the cartographic history of the imperial city of Augsburg, in I.M. XXII (1968), 85 ff., British Library und Library of Congress als den größten Kartensammlungen der Welt. – An den Seiten auf oder knapp innerhalb des breiten weißen Plattenrandes geschnitten. Oben rechts im weißen Rand hs. von alter Hand mit 121 numeriert. – Exemplarisch  schön  für  Dostojewskij’s  Jauchzer

„ Weg von Petersburg , dem europäischen ,

zurück zu Moskau , hinüber nach Sibirien , das neue Rußland … “

und für „die glanzvolle und erfolgreiche Epoche der Augsburger Kartenproduktion … des 18. Jhdts.“ (Lothar Zögner). Und überaus seltener Beleg aus der Zeit , als die moderne Kartographie mit Riesenschritten das russische Reich erschloß . – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 12.019 / EUR  2403. / export price EUR  2283. (c. US$ 2639.) + Versand

Tartaria sive Magnichami Imperiorum. Gebietskarte Ost-Rußlands mit dem Kaspischen Meer als westl. Begrenzung. Kupferstich von Matthäus Merian. 27 x 35,3 cm. – Dünne Stelle links im Bild hinterlegt. – Früher Abdruck aus der 1638er 1. illustr. Ausgabe von Gottfrieds Archontologia. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 11.921 / EUR  138. (c. US$ 160.) + Versand

„Das kostbarste unter allem Pelzwerk“

Ridinger, Martin Elias (1731 Augsburg 1780). Zobel Siberischer oder Sarmatischer Marder. / Egyptische Wiesel („ist wohl der Mungo, Herpestes mungo“, Th.). Je eines der Spezie, davon ersterer vorn mittig. Kolor. Radierung/Kupferstich. Bezeichnet: MUSTELA Zibellina. MUSTELA Pharaonis. / Zobel … wie vor / Matre Zibeline de Siberie. Belette. / Familia IV. Fünffzæhige. / ex Collect. Ludolfii (Klein). / Ridinger. sc. 30,6 x 19,8 cm.

Thienemann + Schwarz 1054. – IM  RIDINGER’SCHEN  ORIGINAL-KOLORIT  des seit 1754 entstandenen und nicht vor 1773 endgültig postum abgeschlossenen , unnumerierten Kolorierten Thier-Reichs („Vollständige Exemplare sind fast unauffindbar“, so Weigel, Kunstkat., Abt. XXVIII, Ridinger-App. 63a als lediglich 120blätt. Torso, 1857 ! , doch auch nur schon Einzelblätter nur sehr selten am Markt, bei niemeyer’s derzeit gleichwohl das eine wie die andern). – Eine entgegen Ankündigung unkoloriert gebliebene Zweitausgabe von den nunmehr unter Fortfall selbst von Tieren verkürzten und ohne die Ridinger-Signatur anders betitelten, jedoch numerierten Platten erschien 1824/25 bei Engelbrecht/Herzberg in Augsburg.

Martin Elias Ridinger, Zobel Siberischer oder Sarmatischer Marder

Der Zobel „gleicht unter den Gattungsverwandten am meisten dem Baummarder … Das glänzende seidenweiche Fell, welches schon seit alter Zeit als

das kostbarste unter allem Pelzwerk

gilt, ist um so höher im Preis, je einfarbiger es ist … Am häufigsten ist er gegenwärtig noch auf Kamtschatka, wo die fast unzugänglichen Berge ihm Zufluchtsstätten gewähren. Hinsichtlich der Lebensweise gleicht er unserm Edelmarder“ (Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., XVI [1890], 948 f.). Der hiesige von bevorzugter kastanienbrauner und dunklerer Färbung bei nur relativ wenig Weiß:

„ (S)o haben wir … zugleich noch einen Siberischen Zobel abgebildet, dessen kleiner Balg wegen seiner Schönheit bey den Rußen in großem Werthe stehet, besonders wenn er schwarz ist. Sie jagen daher beständig auf dieselbe und ziehen jährlich große Summen Geldes aus dem Verkaufe dieser Pelzwaare “

(Ridingers Söhne im Textvorspann zu Tl. II, S. 6, in Kopie beiliegend).

Die Zuweisung der Arbeit an Johann Elias’ Ältesten, Martin Elias, ergibt sich aus der als individuell erachteten Schreibweise – wie einem Punkt oder Komma zwischen „Ridinger“ und etwa „sc.“ – , verglichen mit solchen mit dessen Namen gezeichneter Blätter des Thierreichs.

Mit Wz. C & I Honig als jener festen holländischen Papier-Qualität, wie sie Ridinger entsprechend seiner Vorrede zu den Hauptfarben der Pferde

„wegen der feinen Illumination“ für die kolorierten Werke

verwandte, „weil es hiezu das anständigste und beste ist“. – Dreiseits 1,7-3,2 cm, unten 5,4 cm breitrandig. – Von rückseits durchschlagendes Braunfleckchen innerhalb des Buschwerks.

Angebots-Nr. 15.913 / EUR  570. / export price EUR  542. (c. US$ 627.) + Versand

„Nur Sibirien und Rußland liefern Hermelinfelle“

– – – Frettichen, Frettwiesel. / Hermelin Wiesel. Deren durch Sternchen gekennzeichnete zwei, letzteres in seinem oberseits braunroten, unterseits weißen Sommerpelz, die ganzjährige schwarze Schwanzspitze inclusive. Kolor. Radierung/Kupferstich. Bezeichnet: MUSTELA viverra Furunculus *. MUSTELA Hermellina **. / Frettichen, Frettwiesel. *. Hermelin Wiesel. **. / Le Furet. *. Armeline. **. / Familia IV. Fünffzæhige. / ex Collectione Kleinii. / Ridinger. sc. 30,7 x 19,9 cm.

Thienemann + Schwarz 1052. – IM  RIDINGER’SCHEN  ORIGINAL-KOLORIT  des Kolorierten Thier-Reichs wie vor. – Dreiseits 1,3-3,4 cm, unten 5,7 cm breitrandig. – Kleiner schwacher Braunfleck im rechten weißen Seitenrand und ganz vereinzelt ein Braunstippen.

„ Die Sage, daß das Hermelin lieber durch Feuer als durch Kot laufe und lieber sterbe als sich beschmutze, machte es früh zum Symbol der Reinheit und Unschuld …

Nur Sibirien und Rußland

liefern Hermelinfelle … Früher war das Tragen der mit den schwarzen Schwanzspitzen des Tiers geschmückten Hermelinmäntel ein Vorrecht der Fürsten. Jetzt sind sie … eine allgemeine Tracht geworden “

(Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., XVI [1890], 624/I bzw. VIII [1888], 428/II). – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 15.912 / EUR  445. / export price EUR  423. (c. US$ 489.) + Versand

John Augustus Atkinson, Russian Winter Fishery

John Augustus Atkinson (London 1775 – nach 1818/33 oder gar 1861). Russian Winter Fishery. Drei Fischer beim Aufstellen der Reusen am vereisten Ufer. Links ein Windschutz. Aquatinta von Southerland (wohl Thomas Sutherland, ca. 1785 – nach 1825) im Ursprungskolorit. Bezeichnet: Atkinson Del. / Published & Sold June 4th. 1813, by Edwd. Orme, Bond St. London. / Southerland Sculpt., ansonsten wie vor. 18,2 x 23,4 cm.

Tooley 225, 10; Thieme-Becker II, 212; Nagler I, 179 f. ( „vorzüglicher englischer Maler und Zeichner, der sich lange in Rußland aufhielt, und herrliche Bilder fertigte“ ). – Aus der 1819er Zweitauflage von FOREIGN FIELD SPORTS , Schwerdt I (1928), 177 ff.: “The coloured plates … are fine, both as regards draughtsmanship and colouring … (The book) is sure to increase in value … ”. – Ein knapp in die äußere Bildeinfassung hineinreichender Einriß mittels Hinterlegung des Oberrandes geheilt.

Angebots-Nr. 11.769 / EUR  117. (c. US$ 135.) + Versand

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So denn auch der 9bändige Venuswagen mit seinen 73 bis auf eine

signierten Graphiken , hier natürlich im

Stinnes-Exemplar als der Nr. I/XL der Vorzugsausgabe

im roten Maroquin nebst den persönlichen Besitz-Specifica .

28seitige photoillustrierte Offerte aufliegend

Im Einband des Erzherzoglichen Kammerbuchbinders

Meine Jagdexpedition im Jahre 1909

Seattle/Vancouver – Alaska – Tschuktschen Halbinsel – Kamtschatka

Gutmann, Rudolf Ritter von. Meine Jagdexpedition im Jahre 1909. Wien, Selbstvlg.-Manuskriptdruck, 1912. 4° (32 x 25 x 4,5 cm). 2 unnum. Bll. Titel + Dedication, 30 SS. Mit

Routen-Karte + 87 Photogravuren auf aufgewalztem China

unterschiedlicher Formate als jeweils Eigentafel nach Vor-Ort-Aufnahmen des Verfassers. Schwerer jagdgrüner Orig.-Halb-Maroquin.-Bd. auf 5 Bünden mit besonders weit in die farbig marmorierten Deckel ausgreifendem Rückenleder + ebenso opulenten Lederecken sowie Rückensch., ornamentierter kompletter Rückenvergoldung + Deckel-Goldfileten, farbig marmor. Vorsatz, jagdgrünem seidenen Lesebändchen + Goldschnitt von „Ferdinand Bakala, Erzh. Kammerlieferant Wien, IV. Belvederegasse 21.“ mit dessen goldgepr. Wappen-Signatur im vorderen Innendeckel unten links.

Nr. 47/50 Exemplaren des „Meiner Mutter in Treue gewidmet(en)“ Expeditionsberichts eines der ersten Magnaten der k.k. Monarchie seiner Zeit, dessen beispiellos umfassendst angelegte Sammlung der Ridinger-Graphik dank des von Ignaz Schwarz verfaßten noblen 2bändigen Sammlungs-Katalogs – des Barons einst persönliches Exemplar Nr. I der nur zwei römisch numerierten von insgesamt überdies nur 202 hier aufliegend – seinen Ruf als Kunstsammler bleibend etablierte, obgleich nur einen Teil seiner universalen Kunstinteressen ausmachend.

Hiesiges drucknumeriertes Dokument seiner anderweitigen Jagdleidenschaft denn vorliegend als

Widmungs-Exemplar

Rudolf Ritter von Gutmann, Jagdexpedition im Jahre 1909

mit eigenhändiger 7zeiliger Zueignung

wobei der Stallgeruch natürlich an den „Ringstraßen-Architekt“ Heinrich von Ferstel (1828-1883) als dem Vater erinnert, dem, zusammen mit Hansen und Schmidt, „Schöpfer des modernen Wiens“ (Catholic Encyclopedia) mit dem Palais Ferstel an der Herrengasse als dem modernsten Gründerzeit-Gebäude der Stadt als Kronjuwel, wenngleich zurückgehend auf das 1651er Palais Abensperg-Traun mit seinerseits einst der ersten Wasserleitung in einem Wiener Privathaus.

Sohn Carl ehelichte Amelie Hartmann – Tochter des Schauspieler-Ehepaars Ernst Hartmann und Helene Schneeberger – , deren Schwester Emelie mit Max von Gutmann, Rudolf’s Halbbruder, verheiratet war, Rudolf selbst aber mit Heinrich’s Enkelin Marianne.

Mit 5köpfiger Begleitung verließ Baron Gutmann am 15. Juni 1909 auf dem Lloyddampfer Kaiser Wilhelm II. Europa, um nach kurzen Aufenthalten in New York , Chicago und dem Yellowstone-Park am 6. Juli Seattle und damit den für die Zwecke der Jagdexpedition

„ an den Küsten Kamtschatkas , Nordsibiriens und Alaskas “

gecharterten norwegischen Dampfer „Transit“ zu erreichen, letzteren sie am 8. bestiegen.

„ Frohem , freiem Waidwerk fuhren wir entgegen …

empfand ich den ganzen Reiz, der darin liegt, der Zivilisation zu entsagen , im wilden Lande die eigene Kraft , das eigene Wollen einzusetzen , das Neue zu geniessen , das Unerwartete zu erwarten , den Wunsch im Herzen ,

die mächtigsten Tiere des Polarlandes zu erbeuten . “

Nach erstem großen Waidmannsheil auf Weißkopf-Seeadler bei Juneau, dessen stärkster mit 2,27 m Spannweite beeindruckte, standen die Walrosse bei Nome auf der Wunschliste.

„ In Nome charterten wir einen hölzernen Schooner, da unser eiserner Dampfer dem Eisdrucke … nicht hätte standhalten können … In Anbetracht der vorgerückten Jahreszeit mussten wir die Walrosse … im Polareise suchen und die häufig stürmische Beringstrasse durchsegeln. “

Am 22. Juli sichteten sie das Ostkap, den östlichsten Punkt der alten Welt. Und Diana reiste mit ihnen.

„ Tagsüber blieben wir bei diesen Tschuktschen in ihrem Dorf. Da hatte der Sturm die Wolken verjagt und die Sonne verjagte den Sturm. Die herrlichste Nacht, von der Mitternachtssonne zum Tag verwandelt, führt uns über den Polarkreis … Jetzt tauchen dunkle Massen auf … und ein dumpfes Brüllen wird hörbar. Nach kaum zweitägigem Suchen hatten wir die Walrosse gefunden! “

Bezüglich Bären an Anadyr River + Kap Navarin als den nördlichsten Küstensiedlungen Ostsibiriens hingegen waren sie ebenso wie an der Baron Korff-Bay an der Küste Kamtschatkas Bären-Ratschlägen aufgesessen. Mit des letzteren Hauptstadt Petropawlowsk

Rudolf Ritter von Gutmann, Jagdexpedition 1909 / Petropawlowsk

Bei Petropawlowsk

war denn auch der turning point erreicht und via nördlich der Alëuten ging es zurück an die Südküste Alaskas.

Es war eine Reise in Regionen, deren Wild – so etwa eine Elchherde oder „Jetzt erkannten die Walrosse ihren Feind“ – teils offenbar noch nie eines Menschen ansichtig geworden war, es war ein Waidwerken in Dschungeln. Gesucht und erlebt gerade noch rechtzeitig, bevor Kamtschatka als militärisches Sperrgebiet zusätzlich für Dezennien hinter bolschewistischem Eisernen Vorhang verschwand. „Nicht einmal Präsidenten anderer sozialistischer Länder ließ die Regierung in Moskau dort zur Jagd gehen“ (Horst Rademacher, Vulkane in Rußlands wildem Osten, in der FAZ vom 28. Dezember 1995). – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 15.305 / Preis auf Anfrage

Ridinger — Hoflieferant der Zarin

1741

Elisabeth Petrowna ,

Tochter Peters des Großen , besteigt den Zaren-Thron

1745

In Petersburg erscheint der Atlas Russicus ,

dessen Generalkarte der Zarin gewidmet ist

1749

In Berlin erscheint der Preußische Seeatlas ,

dessen Autor 16 Jahre in Petersburg gewirkt hatte

Und mittemang in dieser Zeitspanne

Ridinger

1746

Lieferung einiger Öle an den Petersburger Hof

1748

Petersburger Folgeauftrag für weitere Öle

Und der Meister stöhnt und schreibt am 29. Juni 1748

an den deutschen Kunstpapst in Paris, Wille :

„ Wann meine so überhauffte arbeiten mich nicht gehindert … ob ich nun gleich noch damit beladen bin so das ich an 4 Tableau … vor den Russischen Hofe arbeite … Habe nimmermehr geglaubet das ich den pensel noch einmahl ergreiffen würde da ich aber vor 2 Jahren ein par quader an disen Hofe gesant so bin ich bis dahero darum angegangen worden so das ich mich nicht entziehen kunte es zu acceptiren “

(Décultot, Espagne + Werner [Hrsg.], Joh. Gg. Wille, Briefwechsel, Tübingen 1999, Seiten 76 f.).

Was er sich , gerade 50jährig , leisten konnte !

Und so blieb er denn

„ einer der wenigen deutschen Barockkünstler … der seit seinem Tod vor 220 Jahren nie in Vergessenheit geriet , dessen Tier- und Jagdschilderungen von Sammlern bis heute heiß begehrt , von Händlern hoch gehandelt werden … “

(Rolf Biedermann, Meisterzeichnungen des Deutschen Barock, Augsburg 1987, Seite 338).

Derzeit noch vier Öle in der Eremitage in Petersburg

The Hermitage Catalogue of Western European Painting XIV (1987), 284-287 –

davon 286/87 nach uneingeschränkt noch in den Katalogen von 1958 + 1981 als nunmehr möglicherweise von Carl Ruthart zur Diskussion gestellt, wie hiesigerseits als zu Unrecht erachtet.

Seine schönsten Öle … In der Eremitage !

Peter der Große in Westeuropa. Die Große Gesandtschaft 1697-1698. Katalog der (verlängert) 18wöchigen Ausstellung „Schätze aus dem Kreml – Peter der Grosse in Westeuropa“ im Übersee-Museum Bremen 1991. 162 Exponate. Bearb. von Wolfgang Griep + Frauke Krahé. 1991. Kl.-4°. 192 SS. Mit zahllosen, mehreren farbigen, Abbildungen. Beidseits farbig illustr. OKart.

Angebots-Nr. 14.508 / EUR  23. (c. US$ 27.) + Versand

» Aus Siberien …
lebendig nach Dresden gebracht »

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Vielfraß , Raton. In heller Winterlandschaft links der der Familie der Marder angehörende Vielfraß / Bergbär witternd stehend nach rechts, vis-à-vis sitzender Waschbär. Kolor. Radierung/Kupferstich von Martin Elias Ridinger (1731 Augsburg 1780). Bezeichnet: GULO. / Raton aminal (sic!) Americanum. / Le Glouton, / Raton americain, / Familia. IV. Fünffzähig. / M. El. Ridinger. fec., ansonsten wie vor. 31,1 x 21,2 cm.

Thienemann + Schwarz 1083. – IM  RIDINGER’SCHEN  ORIGINAL-KOLORIT  des seit 1754 entstandenen und nicht vor 1773 endgültig postum abgeschlossenen, unnumerierten Kolorierten Thier-Reichs („Vollständige Exemplare sind fast unauffindbar“, so Weigel, Kunstkat., Abt. XXVIII, Ridinger-App. 63a als lediglich 120blätt. Torso, 1857 !, doch auch nur schon Einzelblätter nur sehr selten am Markt, bei niemeyer’s derzeit gleichwohl das eine wie die andern). – Eine entgegen Ankündigung unkoloriert gebliebene Zweitausgabe von den nunmehr unter Fortfall selbst von Tieren verkürzten und ohne die Ridinger-Signatur anders betitelten, jedoch numerierten Platten erschien 1824/25 bei Engelbrecht/Herzberg in Augsburg.

Ridinger, Vielfraß/Waschbär

„ (Der Vielfraß) ist in den Wildnißen in Rußland, Polen, Lithauen, Kurland und Lappland, auch in den gegen das nordliche Meer hinliegenden Gegenden von Asien und Amerika zu finden … Sein Balg

wird wegen seinem schönen Glanz

sehr hoch und fast den Zobeln gleich gehalten ,

wiewohl er etwas härtere Haare hat …

Man hat aus Siberien einen lebendig nach Dresden gebracht ,

der in einem Tage 13. Pfund Fleisch aufgefressen und doch noch immer hungrig geblieben ist. Von diesem haben wir die Zeichnung aus Dresden selbst erhalten und

sind also im Stande diese Abbildung nach der Natur selbst

zu liefern “

(Ridingers Söhne im Textvorspann zu Tl. II, S. 14, in Kopie beiliegend). – Mit Wz. Straßburger Lilie über Wappen + C & I Honig (Typ Heawood 64/Churchill 428) als jener festen holländischen Papier-Qualität, wie sie Ridinger entsprechend seiner Vorrede zu den Hauptfarben der Pferde

„wegen der feinen Illumination“ für die kolorierten Werke

verwandte, „weil es hiezu das anständigste und beste ist“. – Dreiseits 1,8-2,8 cm, unten 5 cm breitrandig. – Schwacher Wasserstreifen links/mittig des unteren weißen Platten-/Papierfeldes. Eine schon ursprüngliche feine Quetschfalte mittig links des weißen Papierrandes bis an den Bildrand reichend. Die rechte Blattkante in der Oberhälfte minimal rissig.

Angebots-Nr. 15.930 / EUR  470. / export price EUR  447. (c. US$ 517.) + Versand

Rossija — ein russischer Herkules

Hogarth, William (1697 London 1764). (The Bruiser, C. Churchill … in the Character of a Russian Hercules.) Der Literat Charles Churchill, dessen „Epistle to Hogarth“ den Meister ergrimmt hatte, in Gestalt eines kräftigen Bären, dessen einzige Nahrung würziger Porter zu sein scheint, dessen Krug er fest an sich drückt, vom frischen Marken-Schaume schleckend. Der Epistel hingegen besorgt es Lieblingshund Trump auf seine Weise. Zur Rechten weitere zeitpolitische Anspielungen. Kupferstich von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). Bezeichnet: Designed by W. Hogarth. / Engraved by T. Cook. / London Published by G. G. & J. Robinson Paternoster Row June 1st. 1800. 37,8 x 28,9 cm.

Rossija

William Hogarth, The Bruiser, C. Churchill

wo die Wachstumsraten schäumen

Hogarth-Katalog der Tate Gallery, 1971/72, 220 (2. H.-Zustand vor Überlagerung der Palette mit Stich-Illustration, so auch hiesige Cook-Fassung) + Hogarth-Katalog Zürich, 1983, 91 (7. Zustand mit der Überlagerung), jeweils nebst Abbildung.

Selteneres  Blatt , für das in der Eile (August 1763) das 1749er Selbstportrait herhalten mußte, aus dem Hogarth sich selbst flugs herausnahm, um an seine Stelle den Widersacher ins Oval zu setzen. Einiges fügte er noch hinzu, die beiden Folianten-Titel – der dritte Band auch hier titellos – wurden angepaßt: Great George Street A List of the Subscribers to the North Britons + A New way to Pay old Debts, a comedy by Massenger. Auch The Line of Beauty auf der Palette fiel angesichts eines solchen Rohlings dem Schliffe zum Opfer. Die die Palette nunmehr überlagernde Stich-Illustration von Cook ebensowenig übernommen wie der Untertext.

Cook „machte sich auch einen Namen als Hogarth-Stecher, dessen vollständiges Werk er … nachgestochen hat“ (Thieme-Becker) und dessen Ursprungsformat er im Gegensatz zu allen späteren Hogarth-Ausgaben in anstehender ersten, früheren Ausgabe beibehielt. Für einige von Hogarth nicht selbst veröffentlichte Blätter wurde Cook zu deren Erststecher, wie er denn auch den Beifall eines zeitgenössischen Kenners wie Maximilian Speck von Sternburg fand.

Herrlicher Abdruck von strahlendem Hell-Dunkel

auf festem Papier. Die Darstellung im übrigen – im Gegensatz zu allen späteren Hogarth-Ausgaben – im ursprünglichen Hogarth’schen Folio-Format. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 7.500 / EUR  496. / export price EUR  471. (c. US$ 544.) + Versand

Rossija — wo der Schaum Substanz hat

Kostbarste Mitgabe Mütterchen Rußlands

Alexander Wilbrecht, St. Petersburg

für seine Ritte ins Petersburgische

Petersburg

Denkmal eines Genies

Alexander Wilbrecht’s Reverenz

und in ihrer russischen Version

ein Rarissimum der russischen Kartographie

 

Alexander Wilbrecht

1757 Petersburg 1823

Karta Okrujnosti St. Peterburga

Alexander Wilbrecht, St. Petersburg

Александр Вилъбрехт . Καρτα Οκρυжности Єτ. Πετερбүрга

Petersburger Umgebungskarte ca. 1 : 190.000 in Kupferstich von G. Kharitonow (Kartusche) + Alexei Sawinkow. (Petersburg, Geograph. Abt. des Kaiserl. Kabinetts bei der Ingenieurschule der Bergbau-Akademie, 1796/1800 [?].) Bezeichnet: Соч Ал. Вилъбрехт (gefolgt von ?) / Гравировали Г. Карitоnоев и Ал. Савинкоев (Verfaßt von Alexander Wilbrecht / Gestochen von G. Kharitonow + Al. Sawinkow). 46,6 x 57,5 cm.

Rarissimum der russischen Kartographie

und wie Wilbrecht’s Karten generell

von herausragender Seltenheit .

Kaiserlicher Geograph, Leiter obiger Geograph. Abteilung und Lehrer an der Bergbau-Ingenieur-Schule, Kartograph, Mathematiker und Astronom, wird sein Name für eine generelle Zeitspanne von 1787-1802 auch in Verbindung mit allgemeinen Atlanten genannt, wie etwa dem russischen New Atlas or collection of maps of all parts of the globe, Petersburg 1793 (Phillips 679), doch fehlte sein Name noch bis in die 1960er kartographischen Standard-Indices und auch Tooley’s Dictionary (1979) ergibt nicht mehr als die bloße Nennung der 1792er französischen Version der

als Einzelkarte gefertigten hiesigen ,

der 1787er der Cook’schen Pacific-Entdeckungen sowie der 1792er Original-Ausgabe des die 1775er Verwaltungsreformen widerspiegelnden Rossiiskoj Atlas, der 1800 in Zweitauflage erschien. Zu Petersburg enthalten beide Ausgaben übereinstimmend nur die Karte dessen Guberniums (1 : 760.000), nicht die mit 1 : 190.000 zeitgleich weit großzügiger geschaffene seiner engeren Umgebung, welche

außerordentlich instruktiv

bis hin zu Wasser- + Straßennetz gearbeitet ist , dabei

Alexander Wilbrecht, St. Petersburg (Detail)

die Fernstraßen eigens ausgeschildert ,

wie etwa jene nach Moskau. Und eine geradezu unglaubliche Detail-Fülle der innerstädtischen Gegebenheiten zu Mitte (?) der 1790er biete. So die Karten-Abteilung der Russischen Nationalbibliothek bezüglich ihres mit 1796-1800 vermutlich zu spät datierten Papier-Exemplars (K 1-3an 2/226) der undatierten russischen Ausgabe, wie auch hiesiges Leder-Exemplar. Und fortfahrend

„ Solche Kombination von topographischen und hydrographischen Charakteristika erlaubt den Schluß, diese Karte als sicheres und wichtiges Schlußergebnis der Aktivitäten der führenden Topographen und Hydrographen über den Zeitraum des ganzen 18. Jahrhunderts anzusehen. “

Unerwähnt in der Beschreibung indessen die von Tooley verzeichnete und hier mit einem Exemplar in Florenz recherchierte, mit 1792 datierte französische Version Carte des environs de St. Petersbourg, die, wie gleichfalls nicht in der russischen Version, unten links zusätzlich bezeichnet ist mit Comp. par Wilbrecht en 1790.

Zu gedachter Datierung der russischen Version der Karte sei vorsorglich angemerkt, daß Katharina II., auf der als Zarin obige Kabinetts-Herausgabe fußt, bereits 1796 (17. 11.) verstorben war und anschließend nur noch Zaren regierten.

Unter den Kanälen herausragend der unter Peter 1719 begonnene und seit 1721 von dem als Generalingenieur und Generallieutenant berufenen Burchard Christoph von Münnich (Neuenhuntorf/Oldenburg 1683 – Petersburg 1767; Katharina die Große: „Ist gleich Münnich nicht ein Sohn, so ist er doch ein Vater des russ. Reiches“ + Friedrich der Große: „Le Comte de Münnich était … le Prince Eugène de Moscovites“; die 4-Platten-Karte dieser kriegerischen gloire hier 2003 in private westfäl. Kartensammlung durchgelaufen) gebaute und 1732 fertiggestellte Ladoga-Kanal , „welcher … Rußlands Handel mit dem übrigen Europa blühend machen sollte … (und Münnichs) Namen auf dem Felde des Wasserbaues verewigt hat“ (ADB XXIII [1886], 19 ff.). Verzeichnet natürlich auch die das Wasser begleitenden Dämme.

Der Erhaltungszustand praktisch bestens. Mit um äußere Einfassungslinie und Unterrand-Signaturen gleichmäßig umlaufendem feinen Rand. Dieser und der Einfassungsrand stellenweise schwach schmutzfleckig. In den Kartuschenrand hineinreichende feine Quetschung schon vom Druck her. Eine schwache Faltspur links von der Kartusche und in deren Höhe. Ansonsten die Spuren dreifacher Faltung als Zeichen tatsächlicher gelegentlicher Nutzung draußen. Wie denn auch Wawrik, Austria picta, gelegentlich eines Seiden-Exemplars der Briffault’schen Karte des italien. Kriegsschauplatzes schreibt:

„ … dienten – wie es in einem (Verlags-)Katalog Briffaults heißt – , ‘pour la commodité des Officiers’, da sie zusammengefaltet in jeder kleinen Rocktasche Platz fanden. “

Angebots-Nr. 15.727 / Preis auf Anfrage

Mütterchen Rußlands Rossija-Halali mit …

Fjodor Dostojewski, Der Idiot

Dostojewskij’s Der Idiot in

Aglaja

Fore-edge Painting-Einband

Dostojewski, F(jodor). M(ichailowitsch). Der Idiot. Roman. Aus d. Russ. von E. K. Rahsin (d. i. Elisabeth Kaerrick [Pernau, Livland, 1886 – München 1966]). 19./20. T. Mchn., R. Piper & Co., 1920. 19,5 x 12,3 cm. XVIII, 1182 SS.

Bordeauxroter geglätteter Halb-Maroquinband
mit faszinierend changierenden Deckelbezügen
mehrfarbig marmorierten Silberpapiers ,
Deckel-Blindfilete , vergoldetem Rückentitel
nebst Goldfilete , 7 vergoldeten Kapitalstehkantenfileten
als Übergang zu oben + unten punziertem ,
an der Stirnseite indes untermaltem Goldschnitt
– Fore-edge Painting –
in Holzfurnier-Schuber
mit bordeauxroten Maroquinkanten am Einschub
( R. Meuter )

Aglaja Fore-edge Painting (Fjodor Dostojewski, Der Idiot)

Dünndruckausgabe des „zweite(n) der fünf großen Roman=Epen, die Dostojewski (Moskau 1821 – Petersburg 1880) geschrieben hat, Ende des Jahres 1867 in Genf begonnen und Ende des Jahres 1868 in Mailand beendet worden. Das Werk steht somit in der zeitlichen Folge in Abständen von je etwa zwei Jahren zwischen ‚Rodion Raskolnikoff‘ und den ‚Dämonen‘“ (Rahsin). Mit

Aglaja

als einer der weiblichen Hauptpersonen und solchermaßen Gegenstand der Vorderschnitt-Untermalung :

Die schöne rothaarige Aglaja in Petersburger Tracht

– weiter , blau-rot-grün gemusterter Rock , geschnürte Schleifenschuhe , im Haar grüne Perlen , um den Hals eine Malachitkette –

in ganzer Figur mit rückseits kokett verschränkten Händen

am Petersburger Fontanka-Kanal

mit Häuserzeile am jenseitigen Ufer, hinter der zu beiden Seiten die Zwiebeltürme von Kirchen aufragen, deren rechte an die Christi Auferstehungskirche denken läßt.

Unsichtbar in geschlossenem Zustand, präsentiert sich das Bild beim Auffächern des Buchblocks, hier als Ein-Bild-Version nach beiden Seiten, ausgeführt auf dem Längsschnitt, dessen anschließende Vergoldung sich infolge seiner Rundung „besonders schwierig“ (Löffler-Kirchner) gestaltet.

Vorkommend auch seitenabhängige Doppelmalerei, indes bei dreifacher ein Bild bereits im geschlossenen Zustand sichtbar ist. Generell geht solche

unikate Schnittverzierung

– ursprünglich symbolische Zeichen, später namentlich heraldische – bis ins 10. Jahrhundert zurück, um sich gegen Mitte des 18. auf Bildthemen jeglicher Art auszuweiten. Die im geschlossenen Zustand unsichtbare Ausführung, wie hier, geht auf 1649 zurück, erstes datiertes Beispiel hierfür 1653 auf einer 1651er Bibel. Der Goldschnitt seinerseits gründet sich auf die italienischen Renaissance-Einbände des 15. Jahrhunderts.

Hier denn eine dieser raren bibliophilen Kostbarkeiten

in einem Beispiel unserer Zeit . Herrlich prononciert inhaltsbezogen auf ein Stück Weltliteratur , dessen „ Helden … Wegbereiter einer neuen Welt (sind) : der Roman Dostojewskis ist der Mythos des neuen Menschen und seiner

Geburt aus dem Schoße der russischen Seele “

(Stefan Zweig, Dostojewski, in Baumeister der Welt, Ffm., 1966, Seite 99)

als dem Schoße Mütterchen Rußlands. Geboren eben aus einer anderen Weite , einem anderen Anspruch , wie schon eingangs vermerkt . Und seitens Dostojewskij’s selbst ohnehin. Denn – nach Zweig ebenda –

„ Überall und in allem ,

mein ganzes Leben lang habe ich die Grenze überschritten “

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Aglaja

Mütterchen Rußlands

schöne Tochter

Erfüllt von der Freude ,

Freude bereiten zu können .

niemeyer’s — wo ausgefallenes zu hause ist


“ Thank you Mr. Niemeyer – I will take it! … It should look very nice in my new office. Best regards ”

(Mr. J. R. L., January 6, 2006)