English

Begleitend für den Lauf des Jahres Dresden’s Frage

„ Was ist SCHÖN ? “

Als Thema der im Deutschen Hygiene-Museum am Lingnerplatz vom 27. März 2010 bis zum 2. Januar 2011 laufenden großen Sonderausstellung, für deren Katalogband niemeyer’s die Illustrationen für Hogarth’s Analysis of Beauty bereitstellen konnte.

niemeyer’s, immer mittemang , beteiligt sich auf seiner Bühne , auf seine Weise . Und präsentiert anstehend als seinen aktuellen Beitrag.

Johann Elias Ridinger, Dachs

Für  Grimbart  ist  das  Schönste

Tier  des  Jahres  2010

geworden und von S. Exc. dem Herrn Bundesminister der Finanzen als Zeichen seiner ganz besonderen Wertschröpfung, äh Wertschätzung, mit Porträt-Sonderwert-Briefmarke geehrt worden zu sein.

Im Ridinger-Kolorit des KOLORIERTEN THIERREICHS! Heute apart vorab.

Später  dann  zusammen  mit  all  den  126  weiteren  Quadrupeden . In  einem  wundervollen  Exemplar auf welches Sie einzustimmen Sie Grimbart zur Bilderschau am Schluß seines anstehenden Auftritts einlädt.

Doch  zunächst  haben  ER + SEINE  SIPPE  ihren  Tier-des-Jahres-Gala-Auftritt …

 

Hunds Dachs. / Schweins Dachs. „Es sind zwei Dachse einer Art (mehr gibt es bei uns nicht)“. Kolor. Radierung + Kupferstich. Bezeichnet: Ridinger. sc. 31,3 x 21 cm. – Thienemann + Schwarz 1067. – Abbildung oben.

Angebots-Nr. 15.455 / verkauft

ER …

Johann Elias Ridinger, Weißer Dachs

Vor  allem  aber

pflegend  der  Ruhe  in  der  Wärme  der  alten  Sonne

+

vom  Augsburger  Meister  gewidmet

dem  Friedensschlusse  zu  Hubertusburg

mit  dem  der  Siebenjährige  Krieg

als  einer  globalen  Auseinandersetzung  neuzeitlicher  Dimension

1763  sein  Ende  fand

und  Preußen  als  europäische  Macht  etablierte

„ Ist  das  alles  nicht  SCHÖN ? “

Diser  sehr  rare  weiße  Dachs , welcher mit gelb röthlichten und dunckel castanien flecken gespringet war, ist Ao. 1724. den 5. 9bris im Parck bey (dem just gleichen Jahres erst grundsteingelegten) St. Hubertusburg (bei Leipzig) ausgegraben und behäzt worden. Radierung + Kupferstich von Martin Elias Ridinger (1731 Augsburg 1780). (1763.) Bezeichnet: Joh. El. Ridinger inv. del. et exc. Aug. Vind. / Mart. El. Ridinger sculpsit., ansonsten wie vor. 35,4 x 26,3 cm. – Thienemann + Schwarz 316.

Lokalbezogen indes ist die zoologische Dachs-Rarität zusammen mit dem Reiter-Portrait Kurfürst Friedrich August II. als polnischer König August III. (Th. 830; „lebte als eifriger Jäger meist auf dem Schloß Hubertusburg“, Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., II, S. 96/I)

eines  der  beiden  einzigen  sächsischen  Eigen-Motive  Ridinger’s .

Denn das im Hessen-Darmstädtischen von Th. 385 mituntergebrachte aus dem Amt Zoll in Kursachsen gelangte erst nach Sachsen, als dessen Überbringer, der Maler Johann Georg Stockmar, bereits aus Sachsen nach Darmstadt übergesiedelt war.

Die Zeichnung des Hubertusburger Dachsen, weiß gehöhte schwarze Kreide auf bläulichem Papier, im Ridinger-Appendix des 1869er Weigel-Katalogs der nachgelassenen Handzeichnungen unter Position 380.

Prachtvoller, kontrastreicher Abdruck von warmer Tonigkeit auf festem Bütten mit von früherer Rahmung herrührender rückseitiger Randhinterlegung und damit korrespondierendem bildseitigen Lichtstreifen im 2,8-5,1 cm breiten weißen Rand. Kleiner hinterlegter Einriß unten links.

Angebots-Nr. 13.222 / EUR  654. / export price EUR  621. (c. US$ 671.) + Versand

„ Zwey  gantz  unterschiedne  Thiere
stellt  dies  schöne  (Ridinger-)Kupfer  hier “

Der Dachs , und das Eichhörnlein , haben beyde 3. bis 4. Iunge , die letztere sind im ersten Iahr zur Brunfft tüchtig. 2 x 4köpfiges Familienglück, verteilt auf belle étage und obere Stockwerke. Radierung und Kupferstich. (1736.) Bezeichnet: 29. / Cum Priv. Sac. Cæs. Majest. / I. El. Ridinger invent. delin. sculps. et excud. Aug. Vind, ansonsten wie vor dt., franz., lat. + unten. 34.7 x 42,8 cm.

Thienemann + Schwarz 224. – Blatt 29 der BETRACHTUNG DER WILDEN THIERE mit dem Untertext des Hamburger Dichterpapstes, Juristen + Senators, vor allem aber Ridinger-Freundes Barthold Heinrich Brockes (1680-1747) in Deutsch. – Mit WANGEN-Wz., wie für zeitgenöss. Abdrucke so typisch. – 3,2-4,2 cm breitrandig. – Die gänzlich geglättete Bugfalte rückseits verstärkt.

Johann Elias Ridinger, Dachs + Eichhörnchen

„ Zwey gantz unterschiedne Thiere stellt dies schöne Kupfer hier , und in selbigem die Trägheit , auch die Munterkeit uns für , nebst der faulheit u: dem fleiss … Da der träge Dachs hingegen … und vom eignen Fette lebt , das zu vielen Dingen dienlich , wie nicht weniger die Haut, samt dem ziemlich sanfften Haar , woraus , nebst noch andern Sachen , wir das beste Mahler Werck=Zeug auserlesne Pinsel machen … “

Und nicht zuletzt und von ungefähr qualifizierte schon 1901 Ernst Welisch Ridinger als den  unstreitig  „bedeutendste(n)  Augsburger  Landschafter  dieser Zeit“. Hier denn

von  leuchtend-herrlicher  Qualität  +  damit  Seltenheit ,

figurieren doch die alten Abzüge gerade dieser so schönen großformatigen Hauptfolge selbst in beispielhaften alten Ridinger-Sammlungen vielfach nur hart beschnitten, beschädigt und aufgezogen. So einschließlich des anstehenden in der schlesischen Sammlung 1885 bei Boerner, 1894 bei Reich auf Biehla + zumindest ohne Plattenrand auch 1889 bei Coppenrath.

Angebots-Nr. 15.399 / EUR  730. / export price EUR  694. (c. US$ 750.) + Versand

– – – Dasselbe als Tiefdruck-Postkarte von O. Felsing, (Bln.-)Charlottenburg. Ca. 1900/20. 9,2 x 14,2 cm. – Nicht gelaufene „KÜNSTLERKARTE“

Angebots-Nr. 28.474 / EUR  29. (c. US$ 31.) + Versand

„ So  leide  mit  Geduld “

Die aus Liebe zur Pracht ergriffene Dienstbarkeit soll man gedultig leiden. Ein 12-Ender hat sich des Zaumputzes halber der Mühsal eines Saumrosses unterworfen. Radierung + Kupferstich von Martin Elias Ridinger (1731 Augsburg 1780). Nach 1767. Bezeichnet: J. El. Ridinger. inv. et del. / M. El. Ridinger. sc. et exc. A. V., ansonsten in Dt.-Lat.-Frz. wie vor. 33,6 x 24,9 cm.

Thienemann + Schwarz 782. – Blatt 18 der Fabeln. – Herrlicher Druck von leuchtendem Hell-Dunkel. – Mit schönem weißen Platten- und Papierrand. Im linken letzteren alte Heftspuren.

DAS  AUSSERORDENTLICH  SELTENE  ZWEITE  ERGÄNZUNGSBLATT

der geistig wie optisch überaus reizvollen „Lehrreiche(n) Fabeln aus dem Reiche der Thiere zur Verbesserung der Sitten und zumal zum Unterrichte der Jugend“, mit der

„ Ridinger ein typisches Ziel seiner Epoche (verfolgte). Eine ‚Verbesserung der Sitten‘ durch die moralische Wirksamkeit der Kunst hatte – freilich auf ganz andere Weise – der mit Ridinger fast gleichalte William Hogarth in seinen Gemälden und graphischen Blättern versucht … Doch während Hogarth … durch satirische Bildfolgen, wie ‘Das Leben eines Lüstlings’, 1735 … (seinen) Vorstellungen Geltung zu verschaffen suchte, knüpfte Ridinger an die – ihm besonders gemäße – Tradition der Tierfabel an “

(Stefan Morét, Ridinger-Katalog Darmstadt, 1999, Seite 96).

Ursprünglich weit umfangreicher angelegt – so war die hier durchgelaufene Gegensinn-Vorzeichnung zur 20. mit „Fab 31“ bezeichnet, während Thienemann neben nur pauschal erwähnten unnumerierten und unverarbeitet gebliebenen eine mit 30 numerierte ungestochene bekannt war – beließ es Ridinger 1744 bei nur 16 Blättern und erst sein Ältester, Martin Elias, ergänzte sie postum an Hand hinterlassener Vorlagen auf 20. Womit Thienemann’s schon 1856 konstatiertes: sie „machen sich sehr rar“ vorprogrammiert war. Entsprechend denn auch der 1889er Katalog der Slg. Coppenrath zu 20blätt. Exemplar: „Schöne Hauptfolge … Selten“. Und Helbing 1900 in seiner 1554blätt. Ridinger-Offerte (Katalog XXXIV): „Die letzten (4) Nummern sind höchst selten“. Und während er neben einem Komplett-Exemplar die ersten sechzehn bis auf 12 + 13 mehrfach apart besaß, so von den letzten vier nur 17 + 19 jeweils einmal zusätzlich.

„So leide mit Geduld“

Johann Elias Ridinger, Liebe zur Pracht

kommentiert  Grimbart  den  Anblick

Angebots-Nr. 12.512 / EUR  946. / export price EUR  899. (c. US$ 971.) + Versand

Und  denkt  dabei  nicht  zuletzt  an  sich  selbst  und  sein  ihm  geneidetes  regendichtes  Fell  mit  seinen  dem  Kenner  teuren  feinsten  Pinselhaaren .

Denn  wo  viel  Schönheit , da  auch  manch  Schatten

Und  so  steht  für  the  English  sportsman  für  badger  denn  auch  zugleich

hetzen , plagen + belästigen …

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Eine Dachshatze. Getönte Lithographie von Hermann Menzler im Druck v. A. Renaud bei L. J. Heymann in Berlin. (1863-65.) Bezeichnet: Gez.v.J.H(sic!).Ridinger,lith.v.H.Menzler, ansonsten wie oben. 31,5 x 22,5 cm.

Durch  diesen  Hohlweg

Johann Elias Ridinger, Dachshatze (Lithographie von Hermann Menzler)

muß  er  kommen …

Joh. El. Ridinger’s Jagd-Album II/5. – Vgl. Thienemann 157. – Aus dem als 2. Abteilung geführten „Album interessanter Hatzen- und Gruppen-Bilder“. – Die gesamte, nahezu literaturunbekannte, seltene Suite 80 Blatt zuzüglich eines neuerdings aufgetauchten illustrierten Titels weit größeren Bildformates (47,5 x 36 cm) umfassend, doch praktisch nur peu à peu complettierbar, hier indes in quasi-complettem Vitrinen-Exemplar aufliegend. In der Bildwirkung der von Ridinger als Ganzes nicht mehr angewandten Aquatintamanier entsprechend. – Auf festem breitrandigen Papier.

Das Geschehen von Blatt 19 der „Von Hunden behæzten Jagtbaren Thiere“ aufnehmend, indes oben nicht gerundet und vor gänzlich umgestaltetem landschaftlichen Hintergrund. Solchermaßen eine  Sammlungsbereicherung  allerersten  Ranges .

Angebots-Nr. 12.310 / EUR  322. / export price EUR  306. (c. US$ 330.) + Versand

Mit  der  nummern-erläuterten  Fallen-Konstruktion

– – – Zwang-Falle vor dem Bau eines Tachsen. In schöner Berggegend schlieft Grimbart soeben aus dem Bau – und damit in sein Verderben. Radierung und Kupferstich von Martin Elias Ridinger (1731 Augsburg 1780). (1750.) Bezeichnet: Joh. El. Ridinger inv. del. et exc. Aug. Vind. / Mart. El. Ridinger sculps. Aug. Vind., ansonsten wie vor. 24,9 x 36,8 cm.

Johann Elias Ridinger, Zwangsfalle vor Dachsbau

Thienemann + Schwarz 92; Schwerdt III, 135, 24), „A rare set, of importance to those who are interested in the various methods of trapping wild animals“. – Blatt 24 der Fangarten-Folge, von Halle in München 1928 als die „Seltenste aller Jagdfolgen Ridingers“ angesehen (LXVIII/323). – Die spiegelbildliche Vorzeichnung vom Februar 1748 seinerzeit in der Schwerdt Collection (III, 217/3).

Mit Konstruktion und Vorgang instruktiv beschreibendem 6zeil. Untertext. – Herrlich warmtoniger Abdruck mit dreiseits 2-4 cm breitem und links 0,7 cm Rand, der unten ein wenig zeitschmuddelig ist.

Angebots-Nr. 14.115 / verkauft

Ridinger’s  Wie  der  Tachs  mit  der  Hauben

in  seinem  bau  zu  fangen

Im Mittelgrund einer felsigen Waldpartie Jäger mit Doppelseil und dem sich der Haube vor seinem Bau nähernden Dachs. Vorn links ein auf dem Bauche liegender Jäger nebst Hund, rechts auf einem Felsbrocken ein weiterer allein. Linksseits zurückgesetzt ein dritter mit Laterne und zwei Hunden, deren vorderer einen Grimbart bereits am Schlafittchen hat. Radierung + Kupferstich. (1729.) Bezeichnet: Avec privil. de Sa Maj. Imperiale / Ioh. Elias Ridinger invent. pinxit. Sculps. et excudit  Aug.Vind., ansonsten wie vor und mit dt.-franz. Lehr-Untertext. 33,5 x 41,5 cm.

Thienemann + Schwarz 43; Katalog Weigel XXVIII (1857), Ridinger-Appendix 3A („Alte Abdrücke mit dem ursprünglichen Titel. Das Papier hat Linien als Wasserzeichen.“). – Aus der unnumerierten frühen 36blätt. Fürstenlust , seitens der Literatur als deren Blatt 31 geführt.

Für die spiegelbildliche Vorzeichnung in schwarzer Kreide und Bleistift siehe 1869er Weigel-Katalog, Ridinger-Appendix 495. Möglicherweise identisch mit dieser die „Originalzeichnung für den Kupferstich Th. 43“ in Bleistift per 106 der 1890er Wawra-Versteigerung einer schönen Sammlung von Handzeichnungen und Kupferstiche Joh. El. Ridinger’s aus dem Besitze eines bekannten Sammlers. – 2,9-4,4 cm breitrandig. – Säurefrei hinterlegter Kleineinriß im breiten weißen Unterrand.

Johann Elias Ridinger, Wie der Dachs mit der Hauben zu fangen

„ … wan[n] dan[n] der Tachs des abend oder nachts aus seinem bau gegangen … es soll aber der jenige welcher die Leine von der TachsHauben hat wohl acht auf derselben bewegung haben, das er nicht vor der Zeit zuziehe … “

Die  von  Halbmond , Sternen + Laterne

in  herrliches  Hell-Dunkel  getauchte  Szenerie

IN  EINEM  ABDRUCK  LETZTER  SCHÖNHEIT

wie in solcher Qualität von altersher höchst selten.

Angebots-Nr. 15.482 / verkauft

Johannes Stradanus (= Jan van der Straet, Brügge 1523 – Florenz 1605). Obruitur saxis Taxus laqueisque dolosis … Die Vielfalt der Dachsjagd, die Vielzahl der Jäger und Hunde. Kupferstich von oder bei Philip Galle (1537 Antwerpen 1612). (1578.) Signiert: Io(hann)es Strada. inuen. / Phls Galle excud. 21,4 x 28,3 cm.

Johannes Stradanus, Dachsjagd

Nagler, Stradanus, XVII, 449; Wurzbach, Philip Galle, 27; Schwerdt II, 227. – Blatt 75 des 2. Teils der von verschiedenen Stechern herrührenden, von Ph. Galle hrsg. zusammen zunächst 104blätt. Venationes ferarum. Hier in einem Abdruck nach Fortnahme der Nummer. – Latein. Zweizeiler. – Mit umlaufend 4-5 mm breitem Rändchen vor früherer Bindung alt auf Bütten aufgezogen. Die daherrührende Mittelfalte fast nur im weißen Rand sichtbar. – Im Textrand noch mit Plattenschmutz behafteter sehr schöner Abdruck dieser instruktiven  frühen  Darstellung.

Angebots-Nr. 28.101 / EUR  251. / export price EUR  238. (c. US$ 257.) + Versand

Dachsgraben. Grimbart ist ausgegraben – und jeder Beteiligte hält seine Variante bereit, ihm an die Schwarte zu gehen. Bis hin zum Jagdherrn mit dem Revolver. Vorn rechts der Picknickkorb fürs Jagdfrühstück danach. Holzstich von Jules Huyot (Toulouse 1841 – Eaubonne 1921) nach Henri Télory (Straßburg 1820 – 1874/75). Ca. 1870. Bezeichnet: Telory / Huyot sc., ansonsten wie vor. 22,9 x 31,8 cm.

Angebots-Nr. 11.175 / EUR  101. (c. US$ 109.) + Versand

Krüger, Eugen (Altona 1832 – Düsternbrook/Kiel 1876). Dachs-Jagd mit Dachsfinder. Dieser hat in etwas diesiger Vollmondnacht den Dachs gestellt, während die drei Jäger sich mit Laterne noch heranpirschen. Mit olivgrüner Tonplatte gedruckte Kreide-Lithographie bei Boyes & Geisler in Hamburg. (1861/62.) 26,3 x 31,1 cm.

Eugen Krüger, Dachsjagd

Aus der  Ersten  Ausgabe  der incl. Titel 22blätt. Folge Jagd gezeichnet und lithographiert (Souhart 275; Rump 40; nicht bei Schwerdt; Thieme-Becker XXI, 593 + Boetticher I/2, 808 f. jeweils nur mit der 1867 als Wild und Wald bei O. Meissner in Hbg. erschienenen Zweitauflage, gelegentlich derer die Folge mit der preußischen Medaille für Kunst ausgezeichnet wurde. Als Ganzes ist die über 7 Lieferungen verzettelte Erstausgabe, der hiesiger Dachs entstammt, weitgehend unbekannt und eine entsprechende Sammler-Trophäe.

Mit der Adresse „Druck d. lith. Inst. v. Chs. Fuchs, Hambg.“. – Auf leichtem Karton. – Rückseits stockfleckig, bildseits überwiegend im weißen Rand und die Darstellung fast nicht beeinträchtigend.

Angebots-Nr. 28.892 / EUR  360. / export price EUR  342. (c. US$ 369.) + Versand

Brandt, Eduard. Wilde Thiere. Nach den Beobachtungen und Erzählungen von Naturforschern und Reisenden beschrieben. Mit

24  Chromolithographien  auf  12  Tafeln .

Stuttgart, Rudolph Chelius, 1860. Gr.-8°. 1 Bl. Titel, 198 SS. Lwd.-Bd. m. Rückenschild sowie aufgezogenem ODeckelbezug., vorne mit großer goldgepr. Löwenillustration.

Wegehaupt II, 401. – Nicht bei Schwenk (!), Schwerdt, Souhart u. Mantel. – Besitzeintrag von 1893. – Durchgehend ein wenig stockfleckig, doch nicht störend. Lediglich anfangs und die Schlußlage etwas stärker.

Die Tafeln jeweils oben eine Jagdszene, darunter die Tiere in ihrer Umwelt zeigend. Enthaltend WildschweinFuchsWieselgeschlechtDachsFischotterLuchsWolfBärLöweTigerJaguar und Robben .

Angebots-Nr. 12.248 / EUR  189. (c. US$ 204.) + Versand

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Das Alter ohne Verstand wird durch Kindisches bezeugen verächtlich. Der ob seines großen Bartes von den Tieren zum Abgeordneten gewählte Ziegenbock benimmt sich darob so geckig, daß er „theils Gelächter, theils Unwillen erregt. Dies stellt der Künstler trefflich dar.

Johann Elias Ridinger, Alter ohne Verstand

Der  Dachs  wälzt  sich  vor  Lachen ,

der Hirsch, das Pferd, der Fuchs lachen höhnisch, der Tiger, die gestreifte Hyäne und der Luchs bemerken ernst die Thorheit ihrer Wahl und nehmen sie zurück. Der Affe aber weist mit den Fingern nach ihm“ (Th.). Radierung und Kupferstich. (1744.) Bezeichnet: J. El. Ridinger inv. et fec. et exc., ansonsten dt.-latein.-frz. wie vor. 33,3 x 24,7 cm.

Thienemann + Schwarz 773. – Aus der schon oben detailliert beschriebenen Fabel-Suite, hier mit Blatt 9 eines der Stammblätter, mit denen Ridinger gleichwohl, einen neuen Bildtypus kreierend, einmal mehr Tradition und Feld hinter sich ließ. Denn, so Ulrike Bodemann in Metzner-Raabe,

„ Keine  Ähnlichkeiten  mit  bisher  bekannten  Fabelillustrationen .

Riesige Bildformate werden fast völlig von der Darstellung eines zentralen Moments der Fabelerzählung gefüllt. Umgebung meist dichter, urwüchsiger Wald .“

Und Regine Timm, ebda., Bd. I, Seite 171 :

„ Ridinger hat in seinen großen Tafeln … zwar pflanzliches Wachstum oder auch Felsbrocken manchmal bildbestimmend in seine Illustrationen einbezogen, aber ohne dekorative Absicht. Die Pflanzen und Felsen bedeuten das Dickicht, die menschenferne Waldeinsamkeit, in der sich die seltsamen Geschichten unter den Tieren zutragen. “

Die große geistige Verwandtschaft mit dem bereits erwähnten Hogarth übrigens auch unmißverständlich zum Ausdruck kommend in Garricks Epitaph für diesen:

„ Whose  pictured  Morals  charm  the  Mind ,

And  through  the  Eye  correct  the  Heart.“

Zeitlich in diesem Zusammenhang interessant, daß 1726 jenseits des Kanals John Gay, berühmt-berüchtigt für seine „Beggars opera“ (Brecht, Dreigroschenoper!), mit seinen „Fables“ „das Bedeutendste (vorgelegt hatte), was bisher von englischen Dichtern in dieser Gattung geleistet worden war “ (Meyers Konvers.-Lex., 4. Aufl., VI, 960/II).

Alles in allem denn ein höchst gewichtiger Meilenstein innerhalb des „rund 900 Ausgaben (ausmachenden) Grundcorpus illustrierter Fabelbücher“ bis hin zu Chagall’s 200 Jahre späterem Lafontaine-Folio mit seinen 100 Radierungen als geradezu einem Schlaglicht für die Unsterblichkeit der Fabel-Illustration.

Ohne die Numerierung oben rechts, die allgemein unbekannt ist, doch später auftaucht. – Lilien-Wz. – In der 2. H. des 19. Jhdts. auf blau-grauem Bütten des frühen 18. Jhdts. mit Wz. SICKTE (der von Veltheim’schen Papiermühle dortselbst) nebst dem Springenden Pferd Heawood 2790 (Germany 18th Cent. Esp. in Doppelmayr, Sonnen-Uhren, Nbg. 1719) aufmontiert worden, auf dem es jetzt lose aufliegt. – Bei breitem weißen Plattenrand dreiseits auf dessen Kante geschnitten. – Herrlicher früher Druck.

Angebots-Nr. 12.507 / EUR  588. / export price EUR  559. (c. US$ 604.) + Versand

Zum  guten  Schluß  aber  bittet  Grimbart  nun  zum  versprochenen

Blick  auf  eine

Johann Elias Ridinger, Koloriertes Thierreich

Schönheitsweide

wie  des  Meister’s  und  seiner  Söhne

KOLORIERTEM  THIERREICH

Johann Elias Ridinger, Weißer Damhirsch

in  seiner  Vollendung  letzter  Schönheit

Nicht nur des Werkes als solchem , nein , nein . Vielmehr  desselben  in  einem  seinesgleichen  suchenden  Exemplar  wie  hiesigem !

In  seiner  allein  kolorierten  1768er  Originalausgabe  (eine veränderte zweite 1824/25 s/w) , gehöht zudem von ebenbürtigen Provenienzen .


“ I am curious as to the history of this (original Ridinger printing) plate (I just bought) and the others you have offered. Did you purchase them from the Ridinger estate (indirectly, indeed) or a private collector? These are truly rare one of a kind pieces ”

(Mr. L. A. F., October 28, 2003)