Begleitend für den Lauf des Jahres Dresden’s Frage
„ Was ist SCHÖN ? “
Als Thema der im Deutschen Hygiene-Museums am Lingnerplatz vom 27. März 2010 bis zum 2. Januar 2011 laufenden großen Sonderausstellung, für deren Katalogband niemeyer’s die Illustrationen für Hogarth’s Analysis of Beauty bereitstellen konnte.
niemeyer’s, immer mittemang , beteiligt sich auf seiner Bühne , auf seine Weise . Und präsentiert anstehend als seinen aktuellen Beitrag.
Für Grimbart ist das Schönste
Tier des Jahres 2010
geworden und von S. Exc. dem Herrn Bundesminister der Finanzen als Zeichen seiner ganz besonderen Wertschröpfung, äh Wertschätzung, mit Porträt-Sonderwert-Briefmarke geehrt worden zu sein.
Im Ridinger-Kolorit des KOLORIERTEN THIERREICHS! Heute apart vorab.
Später dann zusammen mit all den 126 weiteren Quadrupeden . In einem wundervollen Exemplar auf welches Sie einzustimmen Sie Grimbart zur Bilderschau am Schluß seines anstehenden Auftritts einlädt.
Doch zunächst haben ER + SEINE SIPPE ihren Tier-des-Jahres-Gala-Auftritt …
Hunds Dachs. / Schweins Dachs. „Es sind zwei Dachse einer Art (mehr gibt es bei uns nicht)“. Kolor. Radierung + Kupferstich. Bezeichnet: Ridinger. sc. 31,3 x 21 cm. – Thienemann + Schwarz 1067. – Abbildung oben.
Angebots-Nr. 15.455 / verkauft
ER …

Vor allem aber
pflegend der Ruhe in der Wärme der alten Sonne
+
vom Augsburger Meister gewidmet
dem Friedensschlusse zu Hubertusburg
mit dem der Siebenjährige Krieg
als einer globalen Auseinandersetzung neuzeitlicher Dimension
1763 sein Ende fand
und Preußen als europäische Macht etablierte
„ Ist das alles nicht SCHÖN ? “
Diser sehr rare weiße Dachs , welcher mit gelb röthlichten und dunckel castanien flecken gespringet war, ist Ao. 1724. den 5. 9bris im Parck bey (dem just gleichen Jahres erst grundsteingelegten) St. Hubertusburg (bei Leipzig) ausgegraben und behäzt worden. Radierung + Kupferstich von Martin Elias Ridinger (1731 Augsburg 1780). (1763.) Bezeichnet: Joh. El. Ridinger inv. del. et exc. Aug. Vind. / Mart. El. Ridinger sculpsit., ansonsten wie vor. 35,4 x 26,3 cm. – Thienemann + Schwarz 316.
Lokalbezogen indes ist die zoologische Dachs-Rarität zusammen mit dem Reiter-Portrait Kurfürst Frdr. August II. als polnischer König August III. (Th. 830; „lebte als eifriger Jäger meist auf dem Schloß Hubertusburg“, Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., II, S. 96/I)
eines der beiden einzigen sächsischen Eigen-Motive Ridinger’s .
Denn das im Hessen-Darmstädtischen von Th. 385 mituntergebrachte aus dem Amt Zoll in Kursachsen gelangte erst nach Sachsen, als dessen Überbringer, der Maler Johann Georg Stockmar, bereits aus Sachsen nach Darmstadt übergesiedelt war.
Die Zeichnung des Hubertusburger Dachsen, weiß gehöhte schwarze Kreide auf bläulichem Papier, im Ridinger-Appendix des 1869er Weigel-Katalogs der nachgelassenen Handzeichnungen unter Position 380.
Prachtvoller, kontrastreicher Abdruck von warmer Tonigkeit auf festem Bütten mit von früherer Rahmung herrührender rückseitiger Randhinterlegung und damit korrespondierendem bildseitigen Lichtstreifen im 2,8-5,1 cm breitem weißen Rand. Kleiner hinterlegter Einriß unten links.
Angebots-Nr. 13.222 / EUR 654. / export price EUR 621. (c. US$ 833.) + Versand
„ Zwey gantz unterschiedne Thiere
stellt dies schöne (Ridinger-)Kupfer hier “
Der Dachs , und das Eichhörnlein , haben beyde 3. bis 4. Iunge , die letztere sind im ersten Iahr zur Brunfft tüchtig. 2 x 4köpfiges Familienglück, verteilt auf belle étage und obere Stockwerke. Radierung und Kupferstich. (1736.) Bezeichnet: 29. / Cum Priv. Sac. Cæs. Majest. / I. El. Ridinger invent. delin. sculps. et excud. Aug. Vind, ansonsten wie vor dt., franz., lat. + unten. 34.7 x 42,8 cm.
Thienemann + Schwarz 224. – Blatt 29 der BETRACHTUNG DER WILDEN THIERE mit dem Untertext des Hamburger Dichterpapstes, Juristen + Senators, vor allem aber Ridinger-Freundes Barthold Heinrich Brockes (1680-1747) in Deutsch. – Mit WANGEN-Wz., wie für zeitgenöss. Abdrucke so typisch. – 3,2-4,2 cm breitrandig. – Die gänzlich geglättete Bugfalte rückseits verstärkt.

„ Zwey gantz unterschiedne Thiere stellt dies schöne Kupfer hier , und in selbigem die Trägheit , auch die Munterkeit uns für , nebst der faulheit u: dem fleiss … Da der träge Dachs hingegen … und vom eignen Fette lebt , das zu vielen Dingen dienlich , wie nicht weniger die Haut, samt dem ziemlich sanfften Haar , woraus , nebst noch andern Sachen , wir das beste Mahler Werck=Zeug auserlesne Pinsel machen … “
Und nicht zuletzt und von ungefähr qualifizierte schon 1901 Ernst Welisch Ridinger als den unstreitig „bedeutendste(n) Augsburger Landschafter dieser Zeit“. Hier denn
von leuchtend-herrlicher Qualität + damit Seltenheit ,
figurieren doch die alten Abzüge gerade dieser so schönen großformatigen Hauptfolge selbst in beispielhaften alten Ridinger-Sammlungen vielfach nur hart beschnitten, beschädigt und aufgezogen. So einschließlich des anstehenden in der schlesischen Sammlung 1885 bei Boerner, 1894 bei Reich auf Biehla + zumindest ohne Plattenrand auch 1889 bei Coppenrath.
Angebots-Nr. 15.399 / EUR 730. / export price EUR 694. (c. US$ 931.) + Versand
– – – Dasselbe als Tiefdruck-Postkarte von O. Felsing, (Bln.-)Charlottenburg. Ca. 1900/20. 9,2 x 14,2 cm. – Nicht gelaufene „KÜNSTLERKARTE“
Angebots-Nr. 28.474 / EUR 29. (c. US$ 39.) + Versand
„ So leide mit Geduld “
Die aus Liebe zur Pracht ergriffene Dienstbarkeit soll man gedultig leiden. Ein 12-Ender hat sich des Zaumputzes halber der Mühsal eines Saumrosses unterworfen. Radierung + Kupferstich von Martin Elias Ridinger (1731 Augsburg 1780). Nach 1767. Bezeichnet: J. El. Ridinger. inv. et del. / M. El. Ridinger. sc. et exc. A. V., ansonsten in Dt.-Lat.-Frz. wie vor. 33,6 x 24,9 cm.
Thienemann + Schwarz 782. – Blatt 18 der Fabeln. – Herrlicher Druck von leuchtendem Hell-Dunkel. – Mit schönem weißen Platten- und Papierrand. Im linken letzteren alte Heftspuren.
DAS AUSSERORDENTLICH SELTENE ZWEITE ERGÄNZUNGSBLATT
der geistig wie optisch überaus reizvollen „Lehrreiche(n) Fabeln aus dem Reiche der Thiere zur Verbesserung der Sitten und zumal zum Unterrichte der Jugend“, mit der
„ Ridinger ein typisches Ziel seiner Epoche (verfolgte). Eine ‘Verbesserung der Sitten’ durch die moralische Wirksamkeit der Kunst hatte – freilich auf ganz andere Weise – der mit Ridinger fast gleichalte William Hogarth in seinen Gemälden und graphischen Blättern versucht … Doch während Hogarth … durch satirische Bildfolgen, wie ‘Das Leben eines Lüstlings’, 1735, … (seinen) Vorstellungen Geltung zu verschaffen suchte, knüpfte Ridinger an die – ihm besonders gemäße – Tradition der Tierfabel an “
(Stefan Morét, Ridinger-Katalog Darmstadt, 1999, Seite 96).
Ursprünglich weit umfangreicher angelegt – so war die hier durchgelaufene Gegensinn-Vorzeichnung zur 20. mit „Fab 31“ bezeichnet, während Thienemann neben nur pauschal erwähnten unnumerierten und unverarbeitet gebliebenen eine mit 30 numerierte ungestochene bekannt war – beließ es Ridinger 1744 bei nur 16 Blättern und erst sein Ältester, Martin Elias, ergänzte sie postum an Hand hinterlassener Vorlagen auf 20. Womit Thienemann’s schon 1856 konstatiertes: sie „machen sich sehr rar“ vorprogrammiert war. Entsprechend denn auch der 1889er Katalog der Slg. Coppenrath zu 20blätt. Exemplar: „Schöne Hauptfolge … Selten“. Und Helbing 1900 in seiner 1554blätt. Ridinger-Offerte (Katalog XXXIV): „Die letzten (4) Nummern sind höchst selten“. Und während er neben einem Komplett-Exemplar die ersten sechzehn bis auf 12 + 13 mehrfach apart besaß, so von den letzten vier nur 17 + 19 jeweils einmal zusätzlich.
„So leide mit Geduld“

kommentiert Grimbart den Anblick
Angebots-Nr. 12.512 / EUR 946. / export price EUR 899. (c. US$ 1207.) + Versand
Und denkt dabei nicht zuletzt an sich selbst und sein ihm geneidetes regendichtes Fell mit seinen dem Kenner teuren feinsten Pinselhaaren .
Denn wo viel Schönheit , da auch manch Schatten
Und so steht für the English sportsman für badger denn auch zugleich
hetzen , plagen + belästigen …
Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Eine Dachshatze. Getönte Lithographie von Hermann Menzler im Druck v. A. Renaud bei L. J. Heymann in Berlin. (1863-65.) Bezeichnet: Gez.v.J.H(sic!).Ridinger,lith.v.H.Menzler, ansonsten wie oben. 31,5 x 22,5 cm.
Durch diesen Hohlweg

muß er kommen …
Joh. El. Ridinger’s Jagd-Album II/5. – Vgl. Thienemann 157. – Aus dem als 2. Abteilung geführten „Album interessanter Hatzen- und Gruppen-Bilder“. – Die gesamte, nahezu literaturunbekannte, seltene Suite 80 Blatt zuzüglich eines neuerdings aufgetauchten illustrierten Titels weit größeren Bildformates (47,5 x 36 cm) umfassend, doch praktisch nur peu à peu complettierbar, hier indes in quasi-complettem Vitrinen-Exemplar aufliegend. In der Bildwirkung der von Ridinger als Ganzes nicht mehr angewandten Aquatintamanier entsprechend. – Auf festem breitrandigen Papier.
Das Geschehen von Blatt 19 der „Von Hunden behæzten Jagtbaren Thiere“ aufnehmend, indes oben nicht gerundet und vor gänzlich umgestaltetem landschaftlichen Hintergrund. Solchermaßen eine Sammlungsbereicherung allerersten Ranges .
Angebots-Nr. 12.310 / EUR 322. / export price EUR 306. (c. US$ 411.) + Versand
Mit der nummern-erläuterten Fallen-Konstruktion
– – – Zwang-Falle vor dem Bau eines Tachsen. In schöner Berggegend schlieft Grimbart soeben aus dem Bau – und damit in sein Verderben. Radierung und Kupferstich von Martin Elias Ridinger (1731 Augsburg 1780). (1750.) Bezeichnet: Joh. El. Ridinger inv. del. et exc. Aug. Vind. / Mart. El. Ridinger sculps. Aug. Vind., ansonsten wie vor. 24,9 x 36,8 cm.

Thienemann + Schwarz 92; Schwerdt III, 135, 24), „A rare set, of importance to those who are interested in the various methods of trapping wild animals“. – Blatt 24 der Fangarten-Folge, von Halle in München 1928 als die „Seltenste aller Jagdfolgen Ridingers“ angesehen (LXVIII/323). – Die spiegelbildliche Vorzeichnung vom Februar 1748 seinerzeit in der Schwerdt Collection (III, 217/3).
Mit Konstruktion und Vorgang instruktiv beschreibendem 6zeil. Untertext. – Herrlich warmtoniger Abdruck mit dreiseits 2-4 cm breitem und links 0,7 cm Rand, der unten ein wenig zeitschmuddelig ist.
Angebots-Nr. 14.115 / verkauft
Ridinger’s Wie der Tachs mit der Hauben
in seinem bau zu fangen
Im Mittelgrund einer felsigen Waldpartie Jäger mit Doppelseil und dem sich der Haube vor seinem Bau nähernden Dachs. Vorn links ein auf dem Bauche liegender Jäger nebst Hund, rechts auf einem Felsbrocken ein weiterer allein. Linksseits zurückgesetzt ein dritter mit Laterne und zwei Hunden, deren vorderer einen Grimbart bereits am Schlafittchen hat. Radierung + Kupferstich. (1729.) Bezeichnet: Avec privil. de Sa Maj. Imperiale / Ioh. Elias Ridinger invent. pinxit. Sculps. et excudit Aug.Vind., ansonsten wie vor und mit dt.-franz. Lehr-Untertext. 33,5 x 41,5 cm.
Thienemann + Schwarz 43; Katalog Weigel XXVIII (1857), Ridinger-Appendix 3A („Alte Abdrücke mit dem ursprünglichen Titel. Das Papier hat Linien als Wasserzeichen.“). – Aus der unnumerierten frühen 36blätt. Fürstenlust , seitens der Literatur als deren Blatt 31 geführt.
Für die spiegelbildliche Vorzeichnung in schwarzer Kreide und Bleistift siehe 1869er Weigel-Katalog, Ridinger-Appendix 495. Möglicherweise identisch mit dieser die „Originalzeichnung für den Kupferstich Th. 43“ in Bleistift per 106 der 1890er Wawra-Versteigerung einer schönen Sammlung von Handzeichnungen und Kupferstiche Joh. El. Ridinger’s aus dem Besitze eines bekannten Sammlers. – 2,9-4,4 cm breitrandig. – Säurefrei hinterlegter Kleineinriß im breiten weißen Unterrand.

„ … wan[n] dan[n] der Tachs des abend oder nachts aus seinem bau gegangen … es soll aber der jenige welcher die Leine von der TachsHauben hat wohl acht auf derselben bewegung haben, das er nicht vor der Zeit zuziehe … “
Die von Halbmond , Sternen + Laterne
in herrliches Hell-Dunkel getauchte Szenerie
IN EINEM ABDRUCK LETZTER SCHÖNHEIT
wie in solcher Qualität von altersher höchst selten.
Angebots-Nr. 15.482 / verkauft
Johannes Stradanus (= Jan van der Straet, Brügge 1523 – Florenz 1605). Obruitur saxis Taxus laqueisque dolosis … Die Vielfalt der Dachsjagd, die Vielzahl der Jäger und Hunde. Kupferstich von oder bei Philip Galle (1537 Antwerpen 1612). (1578.) Signiert: Io(hann)es Strada. inuen. / Phls Galle excud. 21,4 x 28,3 cm.

Nagler, Stradanus, XVII, 449; Wurzbach, Philip Galle, 27; Schwerdt II, 227. – Blatt 75 des 2. Teils der von verschiedenen Stechern herrührenden, von Ph. Galle hrsg. zusammen zunächst 104blätt. Venationes ferarum. Hier in einem Abdruck nach Fortnahme der Nummer. – Latein. Zweizeiler. – Mit umlaufend 4-5 mm breitem Rändchen vor früherer Bindung alt auf Bütten aufgezogen. Die daherrührende Mittelfalte fast nur im weißen Rand sichtbar. – Im Textrand noch mit Plattenschmutz behafteter sehr schöner Abdruck dieser instruktiven frühen Darstellung.
Angebots-Nr. 28.101 / EUR 251. / export price EUR 238. (c. US$ 319.) + Versand
Dachsgraben. Grimbart ist ausgegraben – und jeder Beteiligte hält seine Variante bereit, ihm an die Schwarte zu gehen. Bis hin zum Jagdherrn mit dem Revolver. Vorn rechts der Picknickkorb fürs Jagdfrühstück danach. Holzstich von Jules Huyot (Toulouse 1841 – Paris nach 1885) nach Teldry (?). Ca. 1870. Signiert, bezeichnet. 22,9 x 31,8 cm.
Angebots-Nr. 11.175 / EUR 101. (c. US$ 136.) + Versand
Krüger, Eugen (Altona 1832 – Düsternbrook/Kiel 1876). Dachs-Jagd mit Dachsfinder. Dieser hat in etwas diesiger Vollmondnacht den Dachs gestellt, während die drei Jäger sich mit Laterne noch heranpirschen. Mit olivgrüner Tonplatte gedruckte Kreide-Lithographie bei Boyes & Geisler in Hamburg. (1861/62.) 26,3 x 31,1 cm.

Aus der Ersten Ausgabe der incl. Titel 22blätt. Folge „Die Jagd gezeichnet und lithographiert“ (Souhart 275; Rump 40; nicht bei Schwerdt; Thieme-Becker XXI, 593 + Boetticher I/2, 808 f. jeweils nur mit der 1867 als „Wild und Wald“ bei O. Meissner in Hbg. erschienenen Zweitauflage, gelegentlich derer die Folge mit der preußischen Medaille für Kunst ausgezeichnet wurde. Als Ganzes ist die über 7 Lieferungen verzettelte Erstausgabe, der hiesiger Dachs entstammt, weitgehend unbekannt und eine entsprechende Sammler-Trophäe.
Mit der Adresse „Druck d. lith. Inst. v. Chs. Fuchs, Hambg.“. – Auf leichtem Karton. – Rückseits stockfleckig, bildseits überwiegend im weißen Rand und die Darstellung fast nicht beeinträchtigend.
Angebots-Nr. 28.892 / EUR 360. / export price EUR 342. (c. US$ 459.) + Versand
Brandt, Eduard. Wilde Thiere. Nach den Beobachtungen und Erzählungen von Naturforschern und Reisenden beschrieben. Mit
24 Chromolithographien auf 12 Tafeln .
Stuttgart, Rudolph Chelius, 1860. Gr.-8°. 1 Bl. Titel, 198 SS. Lwd.-Bd. m. Rückenschild sowie aufgezogenem ODeckelbezug., vorne mit großer goldgepr. Löwenillustration.
Wegehaupt II, 401. – Nicht bei Schwenk (!), Schwerdt, Souhart u. Mantel. – Besitzeintrag von 1893. – Durchgehend ein wenig stockfleckig, doch nicht störend. Lediglich anfangs und die Schlußlage etwas stärker.
Die Tafeln jeweils oben eine Jagdszene, darunter die Tiere in ihrer Umwelt zeigend. Enthaltend Wildschwein – Fuchs – Wieselgeschlecht – Dachs – Fischotter – Luchs – Wolf – Bär – Löwe – Tiger – Jaguar und Robben .
Angebots-Nr. 12.248 / EUR 189. (c. US$ 254.) + Versand
Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Das Alter ohne Verstand wird durch Kindisches bezeugen verächtlich. Der ob seines großen Bartes von den Tieren zum Abgeordneten gewählte Ziegenbock benimmt sich darob so geckig, daß er „theils Gelächter, theils Unwillen erregt. Dies stellt der Künstler trefflich dar.

Der Dachs wälzt sich vor Lachen ,
der Hirsch, das Pferd, der Fuchs lachen höhnisch, der Tiger, die gestreifte Hyäne und der Luchs bemerken ernst die Thorheit ihrer Wahl und nehmen sie zurück. Der Affe aber weist mit den Fingern nach ihm“ (Th.). Radierung und Kupferstich. (1744.) Bezeichnet: J. El. Ridinger inv. et fec. et exc., ansonsten dt.-latein.-frz. wie vor. 33,3 x 24,7 cm.
Thienemann + Schwarz 773. – Aus der schon oben detailliert beschriebenen Fabel-Suite, hier mit Blatt 9 eines der Stammblätter, mit denen Ridinger gleichwohl, einen neuen Bildtypus kreierend, einmal mehr Tradition und Feld hinter sich ließ. Denn, so Ulrike Bodemann in Metzner-Raabe,
„ Keine Ähnlichkeiten mit bisher bekannten Fabelillustrationen .
Riesige Bildformate werden fast völlig von der Darstellung eines zentralen Moments der Fabelerzählung gefüllt. Umgebung meist dichter, urwüchsiger Wald .“
Und Regine Timm, ebda., Bd. I, Seite 171 :
„ Ridinger hat in seinen großen Tafeln … zwar pflanzliches Wachstum oder auch Felsbrocken manchmal bildbestimmend in seine Illustrationen einbezogen, aber ohne dekorative Absicht. Die Pflanzen und Felsen bedeuten das Dickicht, die menschenferne Waldeinsamkeit, in der sich die seltsamen Geschichten unter den Tieren zutragen. “
Die große geistige Verwandtschaft mit dem bereits erwähnten Hogarth übrigens auch unmißverständlich zum Ausdruck kommend in Garricks Epitaph für diesen:
„ Whose pictured Morals charm the Mind ,
And through the Eye correct the Heart.“
Zeitlich in diesem Zusammenhang interessant, daß 1726 jenseits des Kanals John Gay, berühmt-berüchtigt für seine „Beggars opera“ (Brecht, Dreigroschenoper!), mit seinen „Fables“ „das Bedeutendste (vorgelegt hatte), was bisher von englischen Dichtern in dieser Gattung geleistet worden war “ (Meyers Konvers.-Lex., 4. Aufl., VI, 960/II).
Alles in allem denn ein höchst gewichtiger Meilenstein innerhalb des „rund 900 Ausgaben (ausmachenden) Grundcorpus illustrierter Fabelbücher“ bis hin zu Chagall’s 200 Jahre späterem Lafontaine-Folio mit seinen 100 Radierungen als geradezu einem Schlaglicht für die Unsterblichkeit der Fabel-Illustration.
Ohne die Numerierung oben rechts, die allgemein unbekannt ist, doch später auftaucht. – Lilien-Wz. – In der 2. H. des 19. Jhdts. auf blau-grauem Bütten des frühen 18. Jhdts. mit Wz. SICKTE (der von Veltheim‘schen Papiermühle dortselbst) nebst dem Springenden Pferd Heawood 2790 (Germany 18th Cent. Esp. in Doppelmayr, Sonnen-Uhren, Nbg. 1719) aufmontiert worden, auf dem es jetzt lose aufliegt. – Bei breitem weißen Plattenrand dreiseits auf dessen Kante geschnitten. – Herrlicher früher Druck.
Angebots-Nr. 12.507 / EUR 588. / export price EUR 559. (c. US$ 750.) + Versand
Zum guten Schluß aber bittet Grimbart nun zum versprochenen
Blick auf eine

Schönheitsweide
wie des Meister’s und seiner Söhne
KOLORIERTEM THIERREICH

in seiner Vollendung letzter Schönheit
Nicht nur des Werkes als solchem , nein, nein . Vielmehr desselben in einem seinesgleichen suchenden Exemplar wie hiesigem !
In seiner allein kolorierten 1768er Originalausgabe (eine veränderte zweite 1824/25 s/w) , gehöht zudem von ebenbürtigen , gar einzigartig ambientereichen Provenienzen :
Das Ritter von Pfeiffer – May von Weinberg Exemplar
„ besten Dank für die Mail und Ihre Sendung … Das Werk und die Kauf-Abwicklung sind wirklich tadellos! Nochmals besten Dank … “
(Herr D. B., 9. Oktober 2006)


