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Begleitend für den Lauf des Jahres Dresden’s Frage

„ Was ist SCHÖN ? “

Als Thema der im Deutschen Hygiene-Museum am Lingnerplatz vom 27. März 2010 bis zum 2. Januar 2011 laufenden großen Sonderausstellung, für deren Katalogband niemeyer’s die Illustrationen für Hogarth’s Analysis of Beauty bereitstellen konnte. Und niemeyer’s , immer mittemang , beteiligt sich auf seiner Bühne , auf seine Weise .

„ Frühling

Johann Elias Ridinger, Frühling

läßt

(das)  blaue  (Strumpf-)Band

wieder

flattern  durch  die  Lüfte … “

Johann Elias Ridinger (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Die vier Jahreszeiten. Große sitzende Dreiviertelfiguren vor Landschaftsstaffage (1-3) bzw. daheim. Folge von 4 Blatt. Schabkunstblätter. Bezeichnet: Ioh. Elias Ridinger excud(it). A. V., ansonsten wie nachfolgend. 53,9-55,1 x 42,6-43,5 cm.

Thienemann + Schwarz 1193-1196; R.-Liste Rosenthal (1940) 396-399; Gräflich Faber-Castell (1958) 82. – Siehe auch unten.

Nicht  bei  Weigel, Kunstlager-Catalog, Abt. I-XXVIII (1838/57; mehr als 1000 R.-Bll. des rad./gest. Werkes) , Slg. Coppenrath (1889/90) , R.-Slg. bei Wawra (1890; neben 234 Zeichnungen 600 Graphiken) , Reich auf Biehla (1894; „Von allen [R.-Slgn.], welche seit langer Zeit [verhandelt wurden], kann sich keine in Bezug auf Vollständigkeit und Qualität auch nur annähernd mit der vorliegenden … messen … besonders die Seltenheiten und unbeschriebenen Blätter, welche in reicher Anzahl vertreten sind“; 1266 Blatt zuzgl. 470 Doubl. + 20 Zeichn.).

Die  vier  Jahreszeiten

in  Nachfolge  von  Antike  und  Mittelalter ,

wonach  die  Naturwahrnehmung

mittels  der  Elemente + Jahreszeiten

im

» Profanierungsprozeß  der  Kunst  des  16. Jahrhunderts …

eine  wichtige  Rolle  gespielt  (hat) ,

da  sie  die  Möglichkeit  gaben ,

das  Interesse  an  der  Wirklichkeit

in  Begriffen  zu  ordnen ,

die  allgemein  verstanden  wurden .

Sowohl  in  realen  Naturdarstellungen

wie

in  Personifikationen

kamen  sie  zur  Anwendung .

Ihre  Bedeutung  für  die  Entwicklung  der  Stillebenmalerei … «

Hella Robels, Frans Snyders, 1989, S. 25

Leicht verkleinerte und etwas zurückhaltender componierte Wiederholung der dritten (von fünf) Jahreszeitenfolge Th. 1181/84

– „ Die  Ideen  aus  den  Werken

(Hyacinthe) Rigaud’s (1659-1743)

und  anderer

französischer  Bildnismaler

entnommen “

(Thienemann) –

unter Verzicht auch auf die Unterverse. Das Fehlen letzterer könnte zur Verwechslung mit „Th 1181-1184 vor den Versen … Aeusserst [bzw.] Sehr selten“ geführt haben. So bei 1885er Schles. R.-Slg. bei Boerner XXXIX, 1985 , Slg. Georg Hamminger 1849/52 (1895) + R.-Katalog Helbing XXXIV, 1501/04 („Prächtige Schabkunstblätter. Aeusserst selten.“;1900) .

Hiesige  Th. 1193/96  also  souverän im breiten, mittels Rolleiste vom Bild abgesetzten Unterrand in großer Typographie nur mit den Titeln.

Ver .  /  Frühling .

Junge Frau nach links an einer Ballustrade, auf den Betrachter blickend. Die Rechte hält eine Centifolie, die Linke einen Blumenkorb in ihrem Schoße. – Siehe Abbildung

Aestas .  /  Sommer .

Junge Dame nach rechts in aufgekremptem, mit Ähren und Cyaneen verziertem Strohhut, mit der Rechten auf ein in dieser Fassung imaginäres Getreidefeld weisend, indes die Linke auf einem Mauerwerk ruht.

Avtvmnvs .  /  Herbst .

Stattliche Dame nach rechts, den aus dem Bild blickenden Kopf wehmütig-nachdenklich gesenkt haltend. In der Rechten die Weinhippe, hält die auf Mauerwerk – hinter diesem Weinstock mit Traube – ruhende Linke eine Rebe mit Traube.

Hyems .  /  Winter .

Am Kamin im Lehnstuhl sitzender Herr nach rechts in Mantel mit Pelzbesatz + Pelzmütze, gleichwohl in durchaus noch guter Verfassung und keineswegs im Sinne Th.’s 1184 („Ein Greis“) und dortigem Verse („Durch warme Wasser will der Alte sich erhitzen“; also analog dem „Greis“ auf Watteau’s „Koketten“ in Petersburg, von dem Pierre Rosenberg im 1984/85er Ausstellungskatalog schreibt

„ … vermag  aber  trotz  seines  Stockes

uns  nicht

von  seinem  hohen  Alter  zu  überzeugen “) .

In jeder Hand eine Schale haltend, blickt er seitlich aus dem Bild heraus. Auf dem Tisch Teekanne und je eine Schale mit Backwerk und Zucker (Th.).

Alt per Eckmontage auf schweres Bütten aufgelegt, welches an zwei/drei Außenrändern angebräunt ist. – Das Winterblatt dreiseits mit feinem Rändchen, sonst teilweise solchem oder auf Plattenkante geschnitten.

Das  druck-  und  erhaltensmäßig  herrliche  Exemplar

einer gepflegten Sammlung von in allen Partien nuanciert leuchtendem Hell-Dunkel. Und solchermaßen von ganz außerordentlicher Seltenheit nicht allein am Markt, sondern generell. Bezifferte doch schon 1675 der Praktiker von Sandrart „saubere Abdrucke“ der samtenen Schabkunst auf nur etwa „50 oder 60“ (!). „(H)ernach aber schleift (das Bild) sich bald ab, weil es nicht tief ins Kupfer gehet“. Entsprechend denn 1856 Thienemann :

„ Die  Schwarzkunstblätter  sind  im  Handel  fast  gar  nicht  mehr …
zu  bekommen … und  (deren)  bei  Weitem  größten  Theil …
(habe  ich)  allein  (im  Kupferstichcabinet  Dresden)  gefunden. “

Neben Thienemann’s vermutlichem Dresdner Exemplar sind hier für anstehende Folge neben dem Gutmann’schen (Schwarz, 1910) gesichert nachweisbar eines bei Rosenthal (1940) und das Gräflich Faber-Castell’sche (1958). Die Vorfassung 1181/84 fehlte letzteren beiden, doch hatten sie – gegebenenfalls – Helbing und die obigen beiden anderen. – Somit hier + heute

die  trouvailleske  Gelegenheit

zur  Inbesitznahme  einer  prachtvollen , wandschmeichelnden  Suite .

Angebots-Nr. 28.413 / Preis auf Anfrage

M. La Ferré

» suchte  sich  dadurch

(von  zwei  benachbarten  adäquaten

Sammlungen)  zu  unterscheiden ,

dass  er  einen  Zyklus  schuf ,

ein  Ensemble …

(das)  ein  einziges  Thema  behandelte «

Hilliard Todd Goldfarb

in dem von ihm hrsg.

Montreal/Kölner

Richelieu-Katalog, 2002, Seite 336/II


“ I received today your … with excellent small Hollar print in good condition. It like me very much … I will send you my new order, naturally it’s possible/again Hollar print. Thank you very much for all ”

(Mr. Z. B., September 12, 2003)