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Selten  war  ein  relativ  kurzes  Leben  so  prall

Johann Moritz Rugendas, Forèt vierge près Manqueritipa dans la province de Rio de JaneiroJohann Moritz Rugendas, Embouchure de la riviere CaxoeraJohann Moritz Rugendas, Pont de LianneJohann Moritz Rugendas, Rio PanahybaJohann Moritz Rugendas, CamposJohann Moritz Rugendas, Rio Jnhomerim dans la Baie de Rio JaneiroJohann Moritz Rugendas, Praya Rodriguez Près de Rio de Janeiro

Johann  Moritz  Rugendas

1802 – 1858

„ Im Jahr 2008 jährt sich sein Todestag zum 150. Mal. In Deutschland, ja selbst in seiner Vaterstadt Augsburg, ist der Maler und Naturforscher heute kaum noch bekannt, da er mit seinen ausgedehnten Reisen auch aus unserem Blickfeld verschwand. In Chile und ganz Südamerika ist Rugendas aber noch 150 Jahre nach seinem Tod fest im Bewusstsein verankert

und  zählt  dort  zu  den  ganz  Großen  der  Kunst  des  19. Jahrhunderts “

(zur gegenwärtigen Ausstellung in Augsburg, zuvor „mit großem Erfolg im Museo de Bellas Artes in Santiago de Chile gezeigt“ und dort von 64000 Besuchern estimiert).

 

In  der  ursprünglichen  Kassette
wie  nur  anfänglich  ausgestattet  gewesen !

Das  grandiose  Großwerk

Malerische  Reise  in  Brasilien

( Voyage  Pittoresque  dans  le  Brésil )

Paris, Engelmann, (1827-)35. Gr.-2° (Blattgröße 34,5 x 50,5 cm). 2 Bll. Titel, 50, 38, 56, 32 SS. Mit

100  kolorierten  Lithographien

nach Rugendas.  Faksimile-Ausgabe  in  den  Originalfarben  und  im  Originalformat , erweitert um 8 unnum. Bll. portugiesische Zusammenfassung (9 SS.), Index (5 SS.) + Impressum. 1986. OHldr.-Bd. mit 5 Zierbünden u. Ldrecken., farb. marmor. Deckelbezug u. farb. Vorsatz sowie Goldschnitt in naturfarbener (hellgrau) OLwd.-Kassette (Schumacher AG Bern).

Nr. 555/950 Explren. der Ordinärausgabe (Gesamtauflage 1050 Explre., die nur anfänglich mit Kassette ausgestattet waren). – Zwei Tafeln (Tl. IV, 15 + 16) mit ganz schwacher Knickspur im breiten weißen rechten Seitenrand, sonst tadellos.

Die  herrliche  Suite  unnachahmlicher  Impressionen ,

„ (die)  Darwin  wieder einfiel(en), als er (1832) den südamerikanischen Dschungel betrat … (und)

deren  tropischer  Wald  Darwin  so  beeindruckt  hatte …

(und ihm) noch immer durch den Kopf ging, als er in den vierziger und fünfziger Jahren

die  Evolutionstheorie  im  Stillen  für  sich  ausarbeitete “

(Julia Voss in der FAZ vom 1. Juli 2008).

Wiedergegeben in rasterlosem Handfarbenlichtdruck. – Unterteilt in Landschaften – Portraits und Trachten – Sitten und Gebräuche der Indier (Indios) – Europäerleben – Sitten und Gebräuche der Neger und seinerzeit herausgegeben von Gottfried Engelmann (Mühlhausen 1788 – 1839), der den Steindruck unmittelbar bei seinem Erfinder Senefelder in München erlernt und ihn 1816 in Paris eingeführt hatte.

Die  wundervolle  Ausbeute  von  Johann  Mori(t)z  Rugendas’

1. Reise (1821-1825), die er mit dem russischen Staatsrat und preußischen Generalkonsul in Rio de Janeiro, Georg Heinrich von Langsdorff, ins Innere Brasiliens antrat, um für diesen die Merkwürdigkeiten des Landes im Bilde festzuhalten. Diese Verbindung hatte zwar keinen Bestand, bildete indes den Auftakt jahrzehntelanger eigener Reisen in Mittel- und Südamerika, der wir eine unglaubliche Fülle von Zeichnungen verdanken, die „von höchstem Interesse (sind). In der charakteristischen und naturgetreuen Darstellung der Menschen-, Thier- und Pflanzenwelt fremder, zunächst tropischer Länder kann man ihm wenige gleichstellen“. Und schon anstehendes Werk

„ … hatte den Künstler berühmt gemacht , (dessen Illustrationen) Menschen und Thiere, Gegenden und die üppige Vegetation jenes Landes mit voller Wahrheit und Treue zur Anschauung bringen “

(Nagler).

Daß  es  seine  einzige  Publikation  blieb , macht  sie  so  unendlich  wertvoll .

Angebots-Nr. 28.642 / verkauft

– – Ein neues Exemplar (Nr. 14/950) in der originalen Kassette verfügbar.

Angebots-Nr. 29.055 / EUR  1580. / export price EUR  1501. (c. US$ 1735.) + Versand

Eigenh. Brief mit Unterschrift  an den Ulmer Musikdirektor Wilhelm Speidel. Ohne Ort 5ter April 1854. 8°. 1 Seite zuzgl. Anschrift auf Doppelbogen.

Provenienz: Adalbert Frhr. von Lanna (1836–1909) in Prag. – Mit blindgepr. Kronen-Stempel. – Mehrfach gefaltet, drei säurefrei hinterlegte Kleineinrisse. – „Seiner Wohlgeboren H. Herrn Speidel. Musikdirektor. / Mein lieber Herr Speidel. SelbstGefühl muß man nicht weit (?) haben oder es sehr ruhend (?) haben wenn man solche Croquis als eine Album Zeichnung hergiebt. Aber ich bin dieser Tage so in Anspruch genommen gewesen daß dies schon alles ist was ich Ihnen anbieten kann. Denken Sie es kann einmal ein besser Blatt folgen und denken Sie meiner freundlich Ihr ergebener M. Rugendas“.

Speidel (Ulm 1826 – Stgt. 1899), „Musiklehrer und Componist … Sohn des dortigen Musiklehrers und Sängers Konrad S. … verdankte seine Schulbildung dem Ulmer Gymnasium … Seit 1843 setzte er seine musikalischen Studien in München fort, wo ihn Ignaz Lachner in der Compositionslehre unterrichtete … (zeichnete sich) namentlich durch seine geistvolle Auffassung  Beethoven’scher  Sonaten (aus) … (Unterrichtete) 1846/7 zu Thann im Elsaß (als) Hauslehrer bei der Familie Kestner … die Urenkelinnen von Goethe’s Lotte in der Musik … trat in den meisten größeren deutschen Städten als Claviervirtuose auf. 1855 (lt. hiesiger Adressierung zumindest schon 1854) wurde S. als Musikdirector an die Spitze der Ulmer Liedertafel berufen, siedelte jedoch schon 1857 nach Stuttgart über, wo er … die Stuttgarter Musikschule (mitbegründete), die sich später in das kgl. Conservatorium umwandelte … Von 1857 bis 1885 dirigirte er den dortigen Liederkranz und brachte dem Chor seine … viel bewunderte Ausdrucksfähigkeit und Freiheit im Vortrag bei … “ (ADB LIV, 409).

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Vor  dem  großen  Aufbruch

Seine  früheste  Folge

Hier  mit  dem  literaturunbekannten  Titeltext

Pferde / aus dem / Königlich-Baierischen Marstall.

Nach  der  Natur  gezeichnet  und  radirt

von / J. Moritz Rugendas. Sohn.

AUGSBURG, 1820. / Im Verlag bei J. LORENZ RUGENDAS. Vater. Folge von 6 Blatt, doch siehe unten. Radierungen. 1819/20. Kl.-qu.-fol. (Plattengröße 16,6-18,2 x 23,2-24,4 cm). Bezeichnet im unteren weißen Plattenrand mit dem jeweiligen Namen sowie ggf. im Bildrand mit Signatur + Datum, siehe unten. In altem schweren Bütten-Umschlag mit aufmontiertem Titelausschnitt des blau-grauen Orig.-Umschlags.

Teuscher 986-991 („Hengste, Folge von 6 Bll.“) nebst Abbildungen  bei  Unkenntnis  des  Titels  und der drei weiteren Blatt wie hier für ein anderes Exemplar bekannt geworden. – Mit Ausnahme von T. 986 nicht bei Stillfried. – Je ein titelloses Exemplar in Augsburg (Staats- und Univ.-Bibliothek, kolor.) + Stuttgart (Staatsgalerie), beide  gleichfalls  nur  6blättrig . – Das von Stillfried (1879) nachgewiesene Einzelblatt der Staatlichen Graphischen Sammlung München im Kriege verlustig gegangen. – Fehlte den importanten hippolog. Sammlungen Anderhub (1963) + Sarasin (1999).

Die  früheste  Folge  des  großen  Südamerika-Reisenden

geschaffen  als  17/18jähriger ,

bevor  er , 19jährig , nach  Brasilien  aufbrach ,

was ein hier früher durchgelaufenes autographes Konvolut eigener + väterlicher Briefe einzigartig illustrierte.

Thematisch eine Familientradition aufgreifend, für die der Urgoßvater Georg Philipp I steht, von dem 1889 Wilhelm Schmidt in der ADB schrieb „ohne Zweifel ein Talent ersten Ranges, um nicht zu sagen, ein Genie. (Der z)weifellos, unter bessere Verhältnisse versetzt, etwa in den Niederlanden um 1650 lebend, ein Künstler geworden sei, der seine sämmtlichen Pferde- und Schlachtenconcurrenten überflügelt hätte“. Wie Mori(t)z nach erster väterlicher Ausbildung bei Albrecht Adam in die Lehre ging, der seinerseits zum Begründer einer Künstler-Dynastie von Pferde- und Schlachtenmalern wurde. 1817 folgte die Aufnahme in die Münchner Akademie, wo er sich unter Lorenz Quaglio II dem Genre- und Landschaftsfach widmete. Aus jenen frühen Jahren verzeichnet Teuscher wohl nur elf graphische Arbeiten nach eigener Vorlage (984-993 + 1311 als dem Portrait des Vaters), auf die namentlich Nagler’s Urteil – „schöne Blätter“ – im Künstler-Lexicon (XIV, 1845, Pos. 1-2) zielt:

„ Einzelne Pferde und Gruppen, so wie auch Hunde,

gezeichnet und radirt von Moritz Rugendas, qu. und kl. folio. “

Mit der hiesigen Folge als Kernstück, die in eben der Unkenntnis des

hier  offenbar  erstmals  dokumentierten  Umschlag-Titels

1937 von Hämmerle vage wie folgt umschrieben wurde:

„ Es dürfte sich bei dieser Folge um damals bekannte Zucht- oder Rennpferde handeln, vermutlich geht die Entstehung der Folge auf eine Anregung A. Adams zurück “

(Albert H., Die letzten Maler Rugendas, in Vierteljahreshefte zur Kunst und Geschichte Augsburgs, 1937/III, SS. 1-110, Anm. 51).

Vier Blätter oben + unten 1,5-2,7 cm (eines nur 1,5-1,8) und seitlich 1-1,5 cm (eines bis 1,8) breitrandig, zwei seitlich nur 0,4-0,7 cm bei nur 1-2,5 bzw. 1 cm für oben und unten. Der weiße Plattenrand seinerseits meist ca. 1 cm breit. – Durchweg nur vereinzelte schwache Stockfleckchen nahezu ausschließlich im weißen Rand, nur ein Blatt unten etwas mehr und in drei Randecken zudem mit schwachem Wasserrand wie an einer Ecke auch bei einem weiteren. – Drei Blatt mit alt hinterlegtem 2,5-3,5 cm langen Papierausriß im unteren rechten Seitenrand, davon je einer den weißen Plattenrand ganz bzw. hälftig einbeziehend. Ein weiteres mit zwei minimalen Ausrissen außerhalb des Plattenrandes dortselbst. Die Erwerbswürdigkeit hiervon letztlich unberührt angesichts der absoluten Seltenheit der Folge an sich, deren Auftauchen

der  präsente  literaturunbekannte  originale  Umschlag-Titel

mit seinem zudem anrührenden familiären Urheber/Verleger-Text geradezu zu einem Ereignis macht.

Angebots-Nr. 14.586 / verkauft

Vier  Jahre  vor  Johann  Moriz’

Und  so  dokumentierte  sich  eine  Überfahrt  in  jenen  großen  Jahren

„ … saw  the  Entrance  of  Rio  Janeiro

as  likewise  the  hill  called  the  Sugar  Loaf …

came  to  an  Anchor  at  Rio  Janeiro  in  10 & 11  fathoms. “

Haan, Hendrik de.  Logbuch  einer  Reise  von  Hamburg  nach  Südamerika  und  zurück  mit dem Schiff Faseta 1816-1818. Englische Handschrift auf Papier. 104 unnum. Bll. incl. 2 weißer Zwischenbll., 92 Bll. weiß. 188 × 150 mm (7⅜ × 5⅞ in). Geglätteter schwarzer Maroquin-Bd. d. Zt. (19,3 × 16 cm [7⅝ × 6¼ in]) m. goldgepr. Rücken m. Titel (Journal of a Voyage of the Ship Faseta to a. from Sth. Ameryca), Schiffs- + Fleuralvignette, goldgepr. Bordüre auf beiden Deckeln sowie Stehkantenvergoldung in braun marmor. Schuber. Goldschnitt.

Hendrik de Haan, Logbuch der Faseta Hamburg - Rio de Janeiro - Buenos Aires - Hamburg 1816-1818

Rücken unter tlw. Verlust der Goldprägung stärker, Deckel mit Ausnahme je einer etwas größeren Stelle und Stehkanten nur wenig berieben, der Schuber zeitspurig. Eines der beschriebenen Blätter mit Eselsohr, ein weißes Blatt unten gestaucht. Die beschriebenen Blätter unter Außerachtlassung des ersten Titels sowie eines übersehenen Blattes und Einbezug der beiden weißen Zwischenblätter recto von späterer Hand in Bleistift paginiert. Von ganz vereinzelten unwesentlichen Fingerspuren abgesehen innen von absoluter Frische.

Hamburg – Südamerika – Hamburg

in  vollständigem  Logbuch  einer  kompletten  Reise  eines  Kauffahrteischiffes

seitens eines rücksichtlich wiederholt spezifischer Schreibweisen sicherlich holländischen Kapitäns aus den Tagen der sich eben solcher Segler bedienenden großen Südamerika-Reisenden bis hin zu eben auch dem durch seine glanzvolle Malerische Reise in Brasilien bis heute geradezu anfaßbar gebliebenen Johann Moriz Rugendas als dem leuchtenden Ausklang seiner generationenlangen Künstler-Dynastie, der als 19jähriger die Reise antrat. – Unterteilt wie folgt:

Journal of a Voyage from Hamburg towards South America in the Ship Faseta (17. Nov. 1816 – 26. Jan. 1817). / Journal from Rio Janeiro towards Rio de la Plata (13. Feb. – 4. März 1817). / Journal of a Voyage from Rio de la Plata towards Hamburg (30. Sep. 1817 – 27. Jan. 1818).

Vom Kommandanten der wohl als Vollschiff getakelten Faseta während einer Reise von Hamburg nach Rio de Janeiro und Buenos Aires und zurück nach Hamburg in brauner Tinte auf Pro Patria-Papier geschriebenes Logbuch – die durchgängig, auch an Sturmtagen, gut lesbare Schrift nur hier und da ganz unwesentlich angeschnitten – in überwiegend tabellarischer Form. Unterstreichungen + Tabelleneinteilung in roter Tinte sowie Hilfslinien in Bleistift. Liege- bzw. Verlegungstage – doch ohne reine Hafenzeiten – , aber auch Perioden mühseligen Kreuzens in schlechtem Wetter summarisch zwei bis drei Tage pro Seite, auf See jeweils ein Tag pro Seite mit Angaben für zweimal 12 Stunden. Darunter wahrer Kurs und Besteck + Position, gewöhnlich berechnet mittels Sonne und/oder Mond, aber auch Fomalhaut (29. Dez. 1816) und Regulus (1. Jan. 1817).

Hendrik de Haan, Logbuch der Faseta Hamburg - Rio de Janeiro - Buenos Aires - Hamburg 1816-1818

Neben den nautischen Angaben zu Kursen, Wind + Wetter, gesetzten, gerefften oder geborgenen Segeln, Azimutabweichung, Peilungen passierter Inseln + Küsten, Ankerplätzen + Wassertiefen sowie überkommende See Anmerkungen zu sonstigen Ereignissen auf See wie Ein- bzw. Ausschiffung von Lotsen und Zöllnern, am Horizont gesichteten, gelegentlich auch angesprochenen anderen Schiffen, Begegnungen mit Vögeln, Fliegenden Fischen oder Delphinen oder besonderen Tätigkeiten an Deck:

„ Light airs and fine Weather, at 8 A.M. (Sunday Nov. 17) the Pilot came on board. at 9 A.M. cast our ropes loos and made sail down the River. At 5 P.M. anchored at Newen Steeden (Nienstedten) … Cloudy with Showers. received on board our last Goods which was left in the Lighter. Employed filling up the Waater. stowing the booms and boats and getting all clear for Sea … “

Fünf Tage nach Abfahrt in Hamburg wird am Freitag, 22. Nov. Cuxhaven passiert, der Lotse geht von Bord und das Feuer von Helgoland kommt in Sicht. Die eigentliche Reise beginnt:

„ … at 11 A.M. passed Cuckshaaven. the Pilot left the Ship … at 6 PM Helgolands light E b N. dist. about 3. miles from which we take our Departure …

„ … a fresh breeze. in 1 reef of the Topsails … the light Ship of the Galloper bearing N W by N dist. 1 myl. … Tacked Ship … saw 3 strange sayls … passed by a Ship … “

Nach Passage des Kanals nimmt die Reise bei gesamthaft gutem, teils böigem Wetter ihren weiteren Verlauf. Am 13. + 14. Dezember werden Porto Santo + Madeira, am 17./18. Palma passiert und nach weiterer guter Reise kommt am 23. Januar 1817 schließlich wieder Land in Sicht, drei Tage später fällt der Anker vor Rio de Janeiro:

„ At 6 AM saw the Land bearing WNW. At 8 AM Caap Frio (Cabo Frio). WSW dist. 4m. … at 8.

saw  the  Entrance  of  Rio  Janeiro

as  likewise  the  hill  called  the  Sugar  Loaf .

passed between two Islands called Pai & Maya (Mãe). At 7. PM Anchored by the Fort in 9 fathoms …

„ Calm with hot Sultry weather. At 4. PM being cleared of the Customhouse boat. the Pilot came on board. At 5. weighed and made sail. at 7

came  to  an  Anchor  at  Rio  Janeiro  in  10 & 11  fathoms. “

Nach einmonatigem Aufenthalt wird am 23. Februar der Lotse wieder an Bord genommen, bei der Citadelle geankert, Frischwasser übernommen und das Schiff auch sonst seeklar gemacht für die Weiterreise zum Rio de la Plata und Buenos Aires, am 26. die Inseln Lobes + Flores passiert, tags darauf bei Montevideo geankert. Die folgenden Tage wenig Wind, aber Gewitter:

Hendrik de Haan, Logbuch der Faseta Hamburg - Rio de Janeiro - Buenos Aires - Hamburg 1816-1818

„ at 4 PM saw the Island Lobes bearing NWbW p. Compass about 4 mijles … at 12. saw the Island Flores bearing West … at 5 PM Monte Vidio p. Com. North dist 3 m. steered SW¾W … at 8. Anchored in 5 fathoms soft Ground with a fresh breeze from the Eastward … Calm with Thunder & Lightning & Rain … heavy Squalls from the Eastward, down Royal Yards & Topmast … people employed and drassing (?) knotting yarns … passed Ensenada … at 7 PM anchored in 5½ fathoms Mudd …

Hendrik de Haan, Logbuch 'Faseta': saw the Town Buenos Ayres

saw  the  Town  Buenos  Ayres

at 6 PM (4. März) Calm anchored in the outer Road. “

Nach knapp siebenmonatiger Liegezeit werden am 30. September die Anker gelichtet und die direkte Rückreise nach Hamburg angetreten – mit kurzer Grundberührung gleich am zweiten Tag:

Hendrik de Haan, Logbuch der Faseta Hamburg - Rio de Janeiro - Buenos Aires - Hamburg 1816-1818

„ Sounded Ground, 4. 3¾  4. 3½ & 3 fathoms … at 10 AM being abreast of the Chico Bank the ship felt the Ground, but in the time of 5 minut. being Clear …

„ … Variable light breezes & Calm with hot sultry weather … saw several Cape Pigeons (24. Okt.) … saw a great deal of flying fish, as likewise several birds (3. Nov.) … saw several Dolphins (24. Nov.) … At 8 PM catched a flying fish which flew on deck (27. Nov.) …

„ … at 1 PM spoke the aforesaid Ship under a Danish Colour

coming  from  Flensburg  bound  to  St.  Thomas

Capt. And. H. Grodt (5. Dez.) … “

Der Jahreszeit entsprechend – der Äquator war bereits am 26. Oktober gequert worden – verschlechtert sich das Wetter, auch müssen seit dem 12. Dezember die Pumpen betätigt werden, anfänglich alle zwei Stunden, doch schon bald stündlich, später halbstündlich und eine gar ununterbrochen. Am 22. + 25. werden in der Nähe der Azoren große Mengen Seegras gesichtet:

„ … received much seawater opon Deck … Pomped ship at every hour … At 7 PM (26. Dez.) saw the Island Corvo … therefore we found for best as the ship laid under Storm Sails to keep before the wind … at 12 (27. Dez.) brought the Ship too under a fore & fore staysail, Mizzen & Mizzen Staysail … at 8 (P)M saw the Island Flores. “

Am 10. Januar 1818 wird bei teilweise dichtem Nebel und schwerem Wetter der Kanal erreicht. Es folgt der wohl schwierigste Abschnitt der gesamten Reise, bevor am 21. Dover in Sicht kommt. Danach geht es in rascher Fahrt durch die Nordsee und am 24. fällt vor Cuxhaven der Anker:

„ … spoke a Brig under an Eng. Colour, comming from the Canares bound for London … with this foggy & thick weather. being … in the british Channel … saw the high Land, on the St.board Side as likewise the Island Londy (Gorey auf Jersey?) … spoke a Custumhouse Cotter, of which the Mate came on board of our Ship. the wind from the WSW & WbS. we were therefore Obliged to do our best & beat out of the Channel, put 2 Reefs out of the topsails. Steered NNWest …

„ hard Squalls with a heavy Sea from the West … a 4h. with a hard Squall lost our Jib. Pumped Ship at Every ½h. at 8 Tacked Ship (11. Jan.) … our Deck always full of Sea water. Kept one Pump agoing & brought a new Jib to the boom at 8 PM. Tacked Ship (12. Jan.) … we were also Oblidged of not dyving on those to keep all sail, which was possible. at 2 PM set the Jib … at 7. PM with a heavy Squall lost our 2nd. Jib … (13. Jan.)

Hendrik de Haan, Logbuch der Faseta Hamburg - Rio de Janeiro - Buenos Aires - Hamburg 1816-1818

„ at Daylight more moderate, set the staysails; but a heavy swell from the westward, lost the forgoing Day several things from our Deck, with the heavy Sea which Constantly broke over it (14. Jan.) … with a fresh breeze & fair weather out all reefs of the Topsails. bent a new Mizen topsail (war am 16. weggeweht) … at 11h. saw England End … at 3 PM saw the Scilly Islands, at 6 PM Scillys light bore WNW & Lands End ENE (18. Jan.) … at 12 the Lizard NbW … At 11 PM saw the Ciscassen (?) lights (19. Jan.)

„ … at 6 AM saw the French Coast … Saw Dover Castle, at 9 AM a Pilot boat came on board in which the 1. Super Cargo Mr. P. E. Holtz then went on shore (21. Jan.) … saw the Helgoland light (23. Jan.) … 3 Pilots came on board, agreed to pay them 300 D. … passed by the Red Tun; at 10 an other Pilot came on board. at 12 Anchored at Cuxhaven under quarantine … a boat came on Board for the Ship Papers & the Logbook “

Drei Tage später macht die Faseta nach 437 Tagen, davon 210 auf See, schließlich wieder in Hamburg fest:

„ … being Cleared, at 10 weighed & made sail. at 5 PM anchored at Crucksand (Krautsand; 25. Jan.) … at 5 AM send the boat on Shore at Staade, at 11 AM the boat came on board being all cleared, at 2 PM weighed & made sail … at 6 came to an Anchor at Sompfliet (26. Jan.) … we were Obliged because we could not get our Anker (sic!); p. order of the Pilot to cut our Cable. at 11 AM came to the Town; being obliged to stop the ship with Lines & p. Order of the Haven Master we were Obliged to cut them to get the (Auslassung: Ship?); save to the Speers (Speersort?; 27. Jan.). “

Gerade durch das nüchterne Festhalten der nautischen Fakten einer ganz gewöhnlichen Reise jenseits historischen Entdecker- und Schlachtenlärms sowie der kleinen, für seltene Abwechslung im Leben zwischen Sturm + Flaute, Segel reffen, bergen + setzen sorgenden Ereignisse wie der Segel am Horizont, der Delphine und fliegenden Fische läßt anstehendes Logbuch die

Realität  von  Seefahrt  vor  200  Jahren  um  so  lebendiger  werden .

Und in solcher Vollständigkeit einer kompletten Reise hin und zurück bei zugleich bester Lesbarkeit und nahezu absoluter Frische des Inhalts

die  besondere  Freude  beim  Zugang  zu  den  großen  Reisenden .

Angebots-Nr. 28.860 / verkauft


„ sehr herzlich für die sehr unkomplizierte Kaufabwicklung dankend, möchte ich Ihnen mitteilen, dass auf meinem Konto bereits der entsprechende Betrag eingegangen ist.
Mit besten Grüßen und guten Wünschen für ein sehr angenehmes, erholsames Wochenende “

(Frau U. K., 19. August 2011)