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„ Wacht  auf , (Athleten)  dieser  Erde …

 

Pagode du Dalai Lama (Lhasa) / Detail aus Carte de la Tartarie Independante

» Pagode  du  Dalaï  Lama «

Tibet – Bhutan – Nepal – Rußland – Carte de la Tartarie Independante qui comprend le Pays de Calmuks, celui des Usbeks, et le Turkestan, avec leurs dependances. Mit Pflanzen + Landesattributen reizvoll gestaltete große Titelkartusche von J. Arrivet + Meilenzeiger. Von Rigobert Bonne (Raucourt, Ardennen, 1727 – 1795) verfaßte Süd-Rußland- + Tibetkarte in grenzkolor. Kupferstich bei Lattré in Paris. Ca. 1770. Signiert, bezeichnet. 32,2 x 45,2 cm.

Mittelpunkt: Samarkand . Das untere rechte Viertel der Karte südlich der Gobi bezeichnet

„ Tibet  ou  Budtan “

mit

„ Pagode  du  Dalaï  Lama “ ( Lhasa )

als Zentrum sowie „Petit Tibet“ nördlich des Quellgebietes des Ganges (recte Indus?) und solchermaßen die Gebiete

Tibet - Nepal - Bhutan / Detail aus Carte de la Tartarie Independante

Tibet , Nepal + Bhutan

umfassend. Ansonsten mit Georgien – Kaspischem Meer – Dagestan – Khorasan – Turkmenistan – Usbekistan – Kaschmir . – Im Westen und Norden von Trapezunt nebst Schwarzem Meer + Asowschem Meer bis Kazan – Jekaterinburg – Krasnojarsk – Irkutsk + Selinginsk reichend. Im Süden noch bis Patna – Benares – Delhi – Multan – Kandahar – Herat . – Typograph. Wasserzeichen.

Angebots-Nr. 15.225 / EUR  230. (c. US$ 251.) + Versand

L’Asie divisée en ses principaux Etats. Mit ausgeschmückter großer Titelkartusche. Von Jean Janvier verfaßte Kontinent-Karte in grenzkolor. Kupferstich bei Lattré, Paris. Ca. 1770. Signiert, bezeichnet. 31,4 x 45,9 cm.

Kontinentkarte. – Im Mittelpunkt Peking, etwas westlich der Mitte

Tibet / Detail aus L'Asie

„ Petit  Tibet “  +  „ Grand  Tibet “ .

Ansonsten mit Arabien – Türkei – Persien – Turkmenistan – Usbekistan – Sibirien – Mongolei – China – Japan – Indien – Indonesien – Sunda-Inseln – Borneo – Sumatra – Molukken . – Bezüglich der Philippinen der interessante, doch fehlerhafte Eintrag „Ces Isles ont etée decouvertes par Magellan en 1520“ statt März 1521. Weiter östlich dann „I(sle) Guan sans eau“ + „Isles vues par Magellan“. – Westwärts bis zum Roten Meer. – Typograph. Wasserzeichen.

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… (Athleten) , hört  die  Signale …

Menschenrechte

Heute  so  aktuell  wie  vor  200  Jahren  für

Thomas  Paine

den  Vater  der  United  States  of  America  und  Autor  der

Rights  of  Man

Thomas Landseer, Rights of Man

hier  mit  Füßen  getreten

auf  der  Bühne  der  „Monkeyana“

als  stellvertretend  für  wo  immer  es  statthat

Thomas Landseer (1795 London 1880).  Rights  of  Man . Die Einforderung der Menschenrechte.

Auf einer Bühne der Machthaber als menschlich gekleideter Affe mit Hermelinmantel und das Zepter in der erhobenen Linken schwenkend, in der Rechten dagegen

die  Maske  der  Sanftmut  haltend ,

zugleich  aber  Liberty  und  die  1791er  Rights of Man  von  Thomas  Paine  mit  Füßen  tretend .

Paine  (Thetford, Norfolk, England, 1737 – New York City 1809)  selbst

in eigener – also  menschlicher  (sic!) – Gestalt

von links nach der auf Majetäts Knie liegenden Krone greifend und ihr zugleich eine Schellenkappe aufsetzend. Im Hintergrund zwei Kleriker, wiederum in Affengestalt. Radierung. (1827/28.) Bezeichnet: Landseer, ansonsten wie unten. 21 x 17,7 cm.

Im  Sockel  der  Bühne  als  nicht  allein  Essenz  der  Rights of Man , sondern  des  lebenslangen  Kampfes  Paines :

„ The sight of one of the most despicable of God’s creatures
Trumpling down the dearest rights of mankind,
and crushing with impunity the rising liberty and prosperity of millions,
is one of the most melancholy and degrading spectacles in existence. –
and the miserable would-be-despote and the wretched monkish faction
who has urged him into so much perfidy and folly
are likely to be driven into merited obscurity. “

Thomas Paine , radikal-liberaler Schriftsteller im Geiste der Aufklärung, aber auch noch von Thomas Edison gewürdigter Erfinder, emigrierte auf Empfehlung von Benjamin Franklin 1774 nach Amerika. Anfang 1776 veröffentlichte er anonym Common Sense, nicht nur ein Bestseller in den amerikanischen Kolonien, sondern auch

von  entscheidendem  Einfluß  auf  die  „Declaration  of  Independence“ .

Ebenso  prägte  er  den  Begriff  The United States of America .

Dezember 1776 – Dezember 1783 folgte als sechzehnteilige, auf Befehl George Washingtons vor den Truppen verlesene Serie The American Crisis.

Rights of Man von 1791/92 diente als Leitfaden für die Ideen der Aufklärung, 1792 wurde Paine in die französische Nationalversammlung gewählt, wo er für die Republik stimmte, aber insbesondere in Anerkennung der Unterstützung, die das monarchische Frankreich der amerikanischen Revolution gewährt hatte, gegen die Hinrichtung Ludwig XVI. plädierte. Seine anfängliche Bewunderung für Napoleon wandelte sich – ähnlich wie die Beethovens – angesichts dessen diktatorischer Ambitionen schnell in Ablehnung. 1802 kehrte er schließlich auf Einladung Präsident Thomas Jeffersons nach Amerika zurück:

„ Thomas Paine had passed the legendary limit of life. One by one most of his old friends and acquaintances had deserted him. Maligned on every side, execrated, shunned and abhorred – his virtues denounced as vices – his services forgotten – his character blackened, he preserved the poise and balance of his soul. He was a victim of the people, but his convictions remained unshaken. He was still

a  soldier  in  the  army  of  freedom ,

and still tried to enlighten and civilize those who were impatiently waiting for his death. Even those who loved their enemies hated him, their friend – the friend of the whole world – with all their hearts.

On the 8th of June, 1809, death came – Death, almost his only friend.

At his funeral no pomp, no pageantry, no civic procession, no military display. In a carriage, a woman and her son who had lived on the bounty of the dead – on horseback, a Quaker, the humanity of whose heart dominated the creed of his head – and, following on foot, two negroes filled with gratitude – constituted the funeral cortege of Thomas Paine …

If the people of the great Republic knew the life of this generous, this chivalric man, the real story of his services, his sufferings and his triumphs – of what he did to compel the robed and crowned, the priests and kings, to give back to the people

liberty , the  jewel  of  the  soul …

they would repeat the words of Andrew Jackson: ‚Thomas Paine needs no monument made with hands;

he  has  erected  a  monument  in  the  hearts  of  all  lovers  of  liberty ‘ “

(Robert G. Ingersoll, Thomas Paine, North American Review, August 1892, in The Works of Robert G. Ingersoll, New Dresden Edition, New York 1902, XI, 338 f.).

Und am Hause rue l’Odéon 10 in Paris, wo er 1797-1802 lebte, erinnert eine Tafel an ihn:

„ Thomas Paine. Anglais de naissance. Américain d’adoption. Français par décret … Il mit sa passion de la liberté au service de la Révolution française, fut député à la Convention et écrivit Les Droit de l’Homme. “

Schöner  Abdruck  auf  großem  Papier  aus  der  berühmten  Monkeyana-Suite , einem der nur wenigen frühen und somit typischen Werke Landseers :

„ Daß man Thomas Landseer nur nach solchen Illustrationen beurteilen darf, beweist ein kleines Büchlein mit Holzschnitten, die so gut wie nichts von seinem Geist fühlen lassen “.

Ab 1827 geschaffen, erschienen die einschließlich Titel insgesamt 25 mit Untertexten aus Klassikern versehenen Radierungen lieferungsweise (The English Catalogue of Books: Januar bis Dezember) 1828 bei Moon, Boys & Graves in London in drei Ausgaben: Normalausgabe in Quart, Ausgabe auf größerem Papier in groß-4° sowie als Ausgabe mit Zustandsdrucken, gleichfalls in groß-4°. Daneben Exemplare auf aufgewalztem China.

Im übrigen qualifiziert Rümann unter anderem :

„ Viel  bedeutender  war  Edwins  Bruder  Thomas  Landseer …

in den zwanziger Jahren trat er selbständig mit einer Serie von 25 Blatt hervor, die 1828 unter dem Titel ‘Monkeyana’ … erschienen (Abb. 57).

Technisch  sind  seine  Radierungen  meisterlich ,

nicht minder bewundernswert ist die geistige Beherrschung des Stoffes. Mit viel Humor und scharfer Beobachtung versetzt er das bürgerliche Leben seiner Zeit ins Affenleben. Sein Spott ist beißend, fast bösartig. “

Später widmete sich Thomas Landseer vorwiegend der Wiedergabe der Tierdarstellungen des Bruders Sir Edwin. – Auf besonders breitrandigem, schwerem Papier. – Namentlich oben und rechts im Außenbereich des weißen Randes etwas stockfleckig.

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… Die  Internationale
erkämpft  d(er  Völker)  Recht !“

So  sangen  sie .

Die  Studenten  auf  dem  Platz  des  Himmlischen  „Friedens“ .

1989 .

Es  blieb  unvergessen

 

 

60  Jahre  vor  Paine  aber
ließen  J. E. Ridinger  &  B. H. Brockes …

„ Ein  Bild  vom  Wilden  Sieger  schauen “

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Kämpfe reissender Thiere. Folge von 8 Blatt. Radierung und Kupferstich von Joh. Elias (1-4) und Martin Elias (1731 Augsburg 1780) Ridinger. (1760.) Gr.-2° (Plattengröße ca. 38 x 29,5 cm). Büttenbezogener Ppbd.-Bd. mit Vorderdeckel-Braunprägung „Johann Elias Ridinger Anno 1760. / Mit beygefügter vortrefflichen Poesie des hochberühmten Herrn Barthold Heinrich Brockes“ in Schuber.

Thienemann ( „Selten“, 1856!) + Schwarz 716-723. – Mit den Brockes-Versen (1-4) bzw. den jenem nachempfundenen im Unterrand. – Sehr schöne frühe Abdrucke eines aufgelösten zeitgenössischen Sammelbandes mit oben und unten breiten, an den Seiten unterschiedlich weniger breiten Rändern. Die Mehrzahl derselben, tlw. auch nur stellenweise, meist nur leicht stockstippig. Zwei säurefrei hinterlegte Kleineinrisse im Unterrand.

Szenerien wilder Schönheit der Big Five in Savanne und Felsenbergen, doch auch in der Nähe des Menschen. Darunter „Der wütige Leopard (recte Tiger) wie er einen Esel zerreißt“

bei  Gleichsetzung  des  Raubtiers

Johann Elias Ridinger, Der wütige Leopard wie er einen Esel zerreißt

mit  Alexander  von  Macedonien

Denn, so Brockes,

„ … Doch  halt , mir  prägt  dein  grausam  Bild  auch  lehrende  Gedancken  ein !
Sollt  eines  Welt  Bezwingers  Blick ,
wohl  nicht  viel  scheußlicher  noch  sein ?
Noch  größer  Grausen  uns  erwecken ?
u.  muß , bey  ungezehlten  Leichen ,
Die  sein  barbarisch  Wort  zerfleischt ,
ihm  dieses  Thier  an  Wuth  nicht  weichen ?

Der  Hunger  spornt  den  Leoparden ,
den  Alexander  Übermuth .
Vergießet  jener  eines  Thieres ,
vergießt  der  gantze  Ströhme  Blut .
Von  50000  seines  gleichen , durch  eiserne  gekauffte  Klauen ,
Komm  laß  den(n)  einst  uns  wo  du  kanst ,
ein  Bild  vom  Wilden  Sieger  schauen .

Sein  Blick , wofern  du  ihn  recht  trifst ,
geht  diesen  Mordbegierigen  Thier
An  Wüten , Grimm , an  Raserey  und  Gräßlichkeit  gewiß  noch  für . “

Kein Wunder, daß die Suite jahrzehntelang zurückgehalten wurde. Denn Rolf Biedermann nimmt im Katalog Augsburg die Entstehung der Zeichnungen bereits für die 30er Jahre an, was mit Brockes’ Lebenszeit (1680 Hamburg 1747) harmoniert. Die Folge beschränkte sich ursprünglich auf die von Brockes betexteten und ausschließlich von Johann Elias auf die Platte übertragenen Blätter 1-4 – Das Pferd und der Löwe / Der Auer Ochs und der Tieger / Die bey ihren Jungen von einem Bären überfallene Löwin – und war in deren Kontext über obige Alexander-Widmung hinaus

als  Ganzes  das  Freiheitsfanal ,

als das sie hier erstmals im einzelnen analysiert wurde. Und weswegen sie denn auch unveröffentlicht blieb. Es scheint, daß erst Martin Elias als jugendlich unbekümmerter die Herausgabe 1760 bewirkt hat. Denn die Blätter 5-8 sind allein von ihm radiert/gestochen worden. Und zwar nach erst brandfrisch 1760 hierzu geschaffenen Vorlagen des Vaters. Woraus zugleich gefolgert werden darf, daß nicht nur die Zeichnungen nebst Texten zu den hochbrisanten Blättern 1-4 längst fertig dagelegen hatten, sondern selbst auch schon deren Platten.

Der Ergänzung jener riskanten Urfolge um vier weitere, textlich nurmehr à la Brockes, und damit unverfänglich, begleitete Blätter lag neben dem Wunsche nach einer komfortableren Handelseinheit ganz sicher und wohlbewußt auch die Absicht zu Grunde, die Eklatanz der Botschaft der ersten vier weniger demonstrativ aufscheinen zu lassen. Die Aufstockung also als eine zugleich letzte Außenverpackung.

Denn was sich auf den ersten Blick „nur“ als die Verdammnis eines weit zurückliegenden Ereignisses, nämlich des Alexanderzuges (Th. 719) darstellt, lodert bei Fortnahme seiner Historie zu einem

FANAL  FÜR  FREIHEIT  +  MENSCHLICHKEIT

auf. Dem Alexander von Macedonien als ein noch einmal in sich selbst verpacktes Synonym diente. Das Verdikt galt, zumindest gleichzeitig, eigener, absoluter Obrigkeit. Die sich ihrerseits in der Nachfolge Alexanders sah. Die alte Alexander-Verehrung trieb unverändert neue Blüten.

Es erstaunt, wie all dies einem so akkuraten Stück-für-Stück-Betrachter wie Thienemann verborgen geblieben sein soll. Denn diese Vierer-Gruppe, und sicher rein zufällig, doch merkwürdigerweise, ist gerade sie identisch mit den nur noch vier Blatt der Folge 1824 bei Engelbrecht-Herzberg, dürfte in ihrer massiven Gesellschaftskritik recht elitär in der Kunst ihrer Zeit dastehen. Unübersehbar denn auch die Standorte ihrer Autoren. Das im Mittelalter schon einmal über lange Zeit demokratisch regierte Augsburg und Hamburg waren Freie Reichsstädte! Sie erweisen sich hier schlichtweg als Vorhöfe von Liberty Island, deren in den „Kämpfe(n) reißender Thiere“ entzündete Flamme dort weiterbrennt :

The  Statue  of  Liberty  Enlightening  the  World !

Und solchermaßen bilden denn auch die Kämpfe reißender Thiere

das  geistige  und  gesellschaftspolitische  vor-1789er  Credo

eines  gänzlich  neuen  Ridinger .

Angebots-Nr. 15.449 / Preis auf Anfrage


“ I have received the copy of Schoenberg’s Harmonielehre … I am very pleased with it. Thank you very much for your help ”

(Mrs. C. C., March 7, 2003)