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Schon  zu  Lebzeiten

verzehrten  sich  die  Reichen  nach  seinen  Bildern

350  Jahre  Nachruhm

Fürstlicher  Maler  –  Maler  der  Fürsten

Frans  Snyders  1657  –  2007

„ (Er) gilt als bedeutendster Stilleben- und Tiermaler der flämischen Kunst, vielleicht sogar seiner Epoche. Großzügige und leuchtendfarbige Malweise zeichnet seine Werke aus . Freundschaftliche Beziehungen zu Rubens führten zu gemeinsamen Werken … auch in Gemälden van Dycks malte Snyders häufig Tier- und Stillebenstaffage … (und) führte er keinen ständigen Werkstattbetrieb “

(Katalog Berlin/Dahlem, 1975, Seite 405).

Sein Porträt von der Hand van Dyck’s in der New Yorker Frick Collection zeigt ihn als einen souveränen Mann. Ausstrahlend nicht zuletzt jene Großzügigkeit, deren Haltung für Thieme-Becker auch seine Bilder auszeichnet und, Gleicher unter Gleichen, ihm neben dem künstlerischen Ruhm auch den wirtschaftlichen Gegenwert eintrug. Und als am 24. August 1657 das Testament des kinderlos verwitweten fürstlichen Malers eröffnet wurde, hatte dieser erwartungsgemäß an alles und jeden gedacht. Von der schwesterlichen Universalerbin Marie als Leiterin der Krankenbetreuung in der Beguinage der Heimatstadt Antwerpen über die Neffen und Nichten und deren Kinder, die Patenkinder, „die zum Teil auch Juwelen bekommen sollten“ (Hella Robels), bis hin zu den beiden Dienstmägden, den Armen und der Lukasgilde. Seine Kunstsammlung erwarb der Kunsthändler Musson, dessen zwei Jahre später publik gemachte detaillierte Aufstellung „ein beachtliches Niveau“ derselben annehmen läßt. Sein Haus in der Keizerstraat wurde bezeichnenderweise fortuyne genannt.

„ S(nyders’) Kunst knüpft unmittelbar an die Jan Bruegels d. Ä. an,

gewinnt  aber  eine  Größe  u.  Freiheit ,

die jener nie erreicht hat, u. die nur aus einer entscheidenden Beeinflussung durch P. P. Rubens erklärt werden kann … (Letzterer, wie auch andere bis hin zu van Dyck und Jordaens) S. zum Malen von Tieren, Früchten u. Blumen auf seinen Gemälden herangezogen  u. … ständig beschäftigt (hat) “

(Thieme-Becker XXXI [1937], 190).

Letzteres namentlich bei den spektakulären Aufträgen Philipp’s IV. von Spanien, bei der die Beteiligung Snyders’ zuletzt auch ausdrücklich Vertragsbestandteil geworden war.

„ Die Partnerschaft von Rubens und Snyders ist freilich ein faszinierendes Thema,

die durch die Jahrhunderte immer wieder erwähnt und 1971 von Michael Jaffé in einem wichtigen Aufsatz beleuchtet wurde. Die Zusammenarbeit mit Rubens war auch der eigentliche Ausgangspunkt meiner Beschäftigung mit dem Stillebenmaler, der mich immer mehr in seinen Bann zog. Daß Rubens Snyders’ Entwicklung stark beeinflußt hat, wird wohl niemand leugnen. Vor allem auch

seine  malerische  Entfaltung  scheint  sich  parallel  zu  der  des  Antwerpener  Großmeisters

vollzogen zu haben. In seinen Stillebensujets hatte er hingegen eine weiterreichende und neu begründende Funktion,

die  Rubens  stark  beeindruckt  haben  muß .

Er entwickelte hier ein Spezialistentum, das ihn zum führenden Meister auf seinem Gebiet in Antwerpen erhob. Die Stillebenmalerei von Snyders ist noch viel zu wenig gewürdigt worden. Neben den großen Marktbildern und Vorratskammern mit und ohne Figuren

bestechen  die  reinen  Stilleben  mittleren  und  kleineren  Formats

durch  ihre  dynamischen  Kompositionen ,

durch die geradezu taktile Gegenwärtigkeit der Gegenstände, durch die Kraft der Farben. Dem glücklichen Zusammenspiel dieser Eigenschaften vermag man sich nicht zu entziehen … “

(Hella Robels, Frans Snyders, 1989, Seite 9).

Snyders  war  zum  Inbegriff  letzter  Instanz  fürs  Zoologische + Botanische

geworden, während ihm gemäß kollegialster Arbeitsteilung der Zeit namhafte Kollegen die Figuren malten und noch die Landschaftshintergründe stammen vielfach von Jan Wildens. Wir wollen diese seine spezielle Könnerschaft nicht übersehen, wenn wir uns

seinem  unten  zu  zugreifendem  Erwerb  gestellten  Stilleben

als  einem  Zenit  der  späten  Jahre

nähern.

Snyders’ Bilder, so Zoege von Manteuffel in Thieme-Becker fortfahrend, stellten

„ auf  ihrem  Gebiet  Gegenstücke  zu  Rubens’  Figurenbildern “

dar.

Der Tod in den Stilleben Snyders’, im toten Wild nicht anders präsent als in den ihrer Lebensadern beraubten Früchte und Pflanzen, begriffen als ein ästhetisches Erlebnis, als Schönheit sui generis, herkommend aus jener Vollkommenheit, die vor altniederländischer Malerei so sprachlos macht.

Hier  denn  und  heute …


“ Hello again! It arrived this morning – everything fine and ready for framing! Thank you for your kind assistance. Best regards ”

(Mr. J. R. L., May 25, 2005)