3. Oktober – 780. Todestag
des Heiligen Franz von Assisi

Ansicht der Stadt des heiligen Franz
der hier 1209 den nach ihm benannten Orden stiftete
Holzstich nach Gustav Bauernfeind (Sulz a. N. 1848 – Jerusalem 1904) bei Adolf Cloß, Stgt. (1876.) Bezeichnet wie eingangs. 14,1 x 18,8 cm.
Beidseits in sich geschlossener Lokaltext, davon der Rückseitentext ausschließlich Assisi und seinem großen Sohn gewidmet, einleitend erinnernd an Buddhas viel früheres „Werfet alles weg und werdet Bettler“.
Angebots-Nr. 10.193 / EUR 50. (c. US$ 68.) + Versand
Franz von Assisi
als unbeschriebene Variante von Th. 1288
Das Exemplar Gräflich Faber-Castell
Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). S. Franciscus Seraphicus. Der hl. Franz von Assisi in Halbfigur nach rechts meditierend vor aufgeschlagenem Buch mit Aufschrift „DEUS MEUS ET OMNIA.“, Totenschädel + gekreuzigtem Seraph neben oben grasbewachsenem Felsen. Die Rechte der gefalteten Hände mit Kreuzigungswundmal. Schabkunstblatt von Johann Jacob Ridinger (1736 Augsburg 1784). Bezeichnet: Ioh. Iac. Ridinger sculps. / Ioh. El. Ridinger exc. Aug. Vind. / S. | FRANCISCUS | SERAPHICUS. (in der Oberschleife der sonst leeren muschelförmigen Kartusche in der breiten Unterkante). 54,6 x 42,5 cm.

Provenienz
Gräflich Faber-Castell
deren Ridinger-Versteigerung 1958
mit deren Lot-Nr. 115
auf dem Untersatzkarton
Radulf Graf zu Castell-Rüdenhausen
(1922-2004)
Vergleiche Thienemann 1288 (ca. 52,6 x 39,1 cm; ohne die Stecher-Signatur Johann Jacob’s und nur „A. V.“ statt „Aug. Vind.“; unerwähnt geblieben Buchaufschrift + Felsstaffage; vgl. Schwarz 1543, hingegen allein formatmäßig nicht identisch mit Schwarz 1288) – Schwarz 1288 (61,8 x 49,5 cm; ohne die Buchaufschrift, doch mit dem Felshintergrund; gekürzte Signatur wie Th. 1288, dessen Identität von Schwarz vorsorglich in Frage gestellt) – Schwarz 1543 (56,4 x 41,2 cm; mit Buchaufschrift, doch ohne den Felsen, gekürzte Signatur wie vor, doch „excud.“ statt nur „exc.“). – Faber-Castell 115 (unachtsam als Version Schwarz 1288). – Als Thienemann + Schwarz 1288 irrtümlich für identisch gehalten nicht bei Wend, Ergänzungen zu den Œuvreverzeichnissen der Druckgrafik, I/1 (1975).
Nicht bei Weigel, Kunstlager-Catalog, Abt. I-XXVIII (1838/57), Slg. Coppenrath (1889 f.), Helbing XXXIV (Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger, 1900), Rosenthal, Ridinger-Liste 126 (1940).
Unbeschriebene Variante
zu Th. 1288 , Schwarz 1288 + 1543
des schönen großen Blattes des Ordensgründers
(1182-1226) in wärmendem groben Gewand mit zurückgeschlagener Kapuze mit deutlichem Bezug auf seine Vision eines gekreuzigten Seraphen, welcher ihm „unter brennendem Schmerz Jesu Wundmale ein(drückte), woher er den Namen des seraphischen Vaters , sein Orden den der seraphischen Brüder erhielt.
„ Trotz der Abneigung des Ordensstifters gegen die Kunst haben die F(ranziskaner) einen großen Einfluß auf die Entwickelung der italienischen Kunst geübt, weil sie derselben umfangreiche Aufgaben stellten … Das Leben und die Wunderthaten des Franz wurden in zusammenhängenden Cyklen dargestellt … Einer derselben, die Stigmatisation, d. h. die mystische Übertragung der Wundmale Christi auf Franz, blieb bis in das 18. Jahrh. Gegenstand künstlerischer Darstellung “
(Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., VI, 588).
… und Paul V. verpflichtete sämtliche katholische Geistliche zur Feier desselben“ (Meyers, wie vor). Schon zwei Jahre nach seinem Tode ward Franz von Assisi, gleichermaßen geehrt von Katholiken, Protestanten und selbst Nicht-Christen für „seine einzigartige Einfachheit und eine reine Gnade des Geistes“ (Paul Sabatier, Life of St. Francis of Assisi), durch Gregor IX., zuvor Kardinal Ugolino und Kardinal-Gouverneur des Franziskanerordens, heilig gesprochen.
Ridinger widmete dem Heiligen nach derzeitiger Kenntnis acht Versionen bzw. Varianten, davon fünf in enger Anlehnung an das 1288er Sujet (neben den schon erörterten samt hiesigem noch die verkleinerte Kopie von Schwarz 1288 per Stillfried/Schwarz 1423, 34,4 x 23,7 cm), zwei dem Thema generell verbundene (1339, 34,1 x 22,9 cm + Schwarz 1544, 64 x 45,3 cm) und Schwarz 1542 als gänzlich eigenständig (49,9 x 37,6 cm).
Doch einzig die hiesige unbeschriebene Variante
zusätzlich mit Johann Jacob’s Stecher-Signatur .
Allen gemein im übrigen ihr praktisch gänzliches Fehlen am Markt. Von den literaturbekannten fand sich hier lediglich Th. 1339 innerhalb der gut bestückten Schababteilung von Rosenthal’s Ridinger-Offerte aus 1940 (Nr. 420) + 1958 bei Faber-Castell (123). So resümierte denn auch schon Thienemann 1856 mit einem
„ Die Schwarzkunstblätter sind im Handel fast gar nicht mehr
… zu bekommen … sämmtliche von und nach Joh. El. Ridinger gefertigte (sind) so selten, dass sie fast nur in einigen öffentlichen, grossartigen Kupferstichcabineten zu finden sind. Ich habe die meisten der beschriebenen nur in dem berühmten Dresdner Cabinet angetroffen … “
(Seiten VIII + 270).
An welcher Situation auch etwaige Neuauflagen wenig zu ändern vermochten, da die sich technisch bedingt extrem schnell abnutzende Schabplatte nach Urteil des Praktikers Sandrart (1675) nur 50-60 gute Abdrucke ermöglicht. Die auffallende Zugewandheit Ridinger’s gegenüber Franz von Assisi wohl nicht zuletzt stimuliert von einem „Er predigte den Tieren“.
Vorliegend in sehr schönem, nuancenreichem Druck. Letzteres namentlich in Bezug auf den von Thienemann mit „grobhären“ abgetanen Mantel, der hier im Sinne von Ridinger’s von Wolf Stubbe gerühmter Fellbehandlung eher kostbar erscheint. Und der geistige Gehalt der körperlichen Aussage widergespiegelt vom Hell-Dunkel.
Mit WANGEN-Wz. nebst Nebenmarke wie für zeitgenössische Abdrucke stehend. Der umlaufende Rand ungleichmäßig auf zwischen 1 mm kurzem Extremfall und 15 mm bei dreiseits meist 10-15 geschnitten. Zwei längere und drei kurze Rißspuren, jeweils nur fein, professionell restauriert und solchermaßen ohne bemerkenswerte Störung des auch erhaltensmäßig sehr schönen Gesamteindruckes. Hinterlegt zudem drei Kleineinrisse im weißen Rand.
Angebots-Nr. 14.860 / EUR 1730. / export price EUR 1644. (c. US$ 2239.) + Versand
“ Subject: Thanks!
Thanks for your kind reply. I wanted to comment that your thoughts on freedom (the quote that you had on the end of your message to me) are exactly the same as my beliefs.
I write, however, because I was surprised to get it from Europe … Although an American, almost all my early family were Huguenots … In fact, my relative, Jan C. is noted as the earliest C. to have arrived in N. America (in 1636, I think) … ”
(Mrs. C. F., November 14, 2003)

