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Die  ridinger  handlung  grüßt

Johann Elias Ridinger, Vos estis Lux / Autonom nach Rubens

S. Heiligkeit Benedikt XVI.

bei  seinem  Besuch  in  der  Heimat

und  präsentiert

Den  Ridinger  des  Glaubens

als eine der von den Sammlern zu eigener Freudensminderung weitgehend vernachlässigten großen und wichtigen Werkgruppe des Œuvre mit einer ganzen Reihe thematischer wie optischer Glanzlichter dank nicht zuletzt ihrer technischen Umsetzung mittels der Schabkunst als ihrerseits einer Oase verfeinerter Kennerschaft. Mit Ergebnissen letzten visuellen Raffinements, wie Radierung + Kupferstich so nicht ermöglichend.

Dabei begleitet von einer wiederum technisch bedingten Seltenheit als einem geradezu beispiellosen sammlerischen Kitzel. Denn für  wie  kostbar diese schwierige Technik seitens Gräflich Faber-Castell estimiert wurde, ergibt sich aus deren hier vorliegendem hs. Inventar-Verzeichnis, hervorgehoben per Ausrufezeichen + Unterstrich als „Schabk!“ Und entsprechend resümierte schon vor gut 160 Jahren Thienemann mit den Worten (SS. VIII + 270):

„ Die  Schwarzkunstblätter  sind  im  Handel  fast  gar  nicht  mehr … zu bekommen

… sämmtliche von und nach Joh. El. Ridinger gefertigte (sind) so selten,
dass sie fast nur in einigen öffentlichen, grossartigen Kupferstichcabineten zu finden sind.
Ich habe die meisten der beschriebenen
nur in dem berühmten Dresdner Cabinet angetroffen … “

An welcher Situation auch etwaige Neuauflagen wenig zu ändern vermochten, da die sich technisch bedingt extrem schnell abnutzende Schabplatte nach Urteil des Praktikers Sandrart (1675)

nur  50-60  gute  Abdrucke

ermöglicht. Selbst zuzüglich sich anschließender flauer Drucke zu wenig zur Befriedigung der von Tagesverschleiß als thematisch letztlich zwangsläufigem Kern – äußeres Merkmal die vielfach als für persönliche Eintragungen gedacht leeren Textstreifen nebst Muschel-Kartusche unterhalb des Bildes – bestimmten Nachfrage. Mit der Folge wiederholter Aufarbeitung der Platten im Falle gefragter Künstler. Was mit gleich mehr, bald weniger gewichtigen Abweichungen einherzugehen pflegte. Zur Freude der Sammler von einst und jetzt als Potenzierung

von  Jagdleidenschaft  +  vergleichender  Kennerschaft .

Letztlich bekanntgeworden ist die vielfach von Johann Elias’ Jüngstem, Johann Jacob (1736 Augsburg 1784), als dem Spezialisten hierfür ins Kupfer übertragene über 120blätterige samtene Schwarzkunst-Gruppe religiöser Inhalte erst durch Baron von Gutmann’s

den  ganzen  Ridinger

umspannenden Sammeltätigkeit als widergespiegelt von dem von Ignaz Schwarz bearbeiteten reich illustrierten „Katalog einer Ridinger-Sammlung“, dessen ganzer 2. Band den Thienemann unbekannt gebliebenen, bis auf vier übliche Kupferstiche die Schabkunst betreffenden Blättern gewidmet ist, dominiert von 85 sakralen.

Diesen interessanten Werkkomplex zu erschließen hatte nach derzeitigem hiesigen Kenntnisstand zuvor nur Th. Reich auf Biehla unternommen, dessen reiche Ridinger-Sammlung bei ihrer Auflösung 1894 (Boerner LV) immerhin bereits 28 und ausnahmslos damals schon als

„sehr  selten“ + „äußerst  selten“

qualifizierte  Heiligen-  und  Thesenblätter

enthielt.

Diesbezügliche Höhepunkte bildeten dann erst wieder die Blöcke innerhalb der 1958 aufgelösten Faber-Castell’schen Ridinger-Sammlung und der nun ihrerseits erledigten Graf Radulf’s zu Castell-Rüdenhausen (1922-2004), in die zahlreiche Zimelien der ersteren Eingang gefunden hatten. Doch während der wissenschaftlichen Ansprüchen genügende „Schwarz“ unterschiedliche Druckzustände protokolliert, versagten die Bearbeiter der 1958er Katalogisierung unterschiedlichen Druckzuständen – nunmehr insbesondere gegenüber Schwarz – selbst dann ihre Aufmerksamkeit, lagen solche offen zu Tage.

Soweit nicht anders vermerkt, zeichnen sich nachfolgende Blätter, also nicht die nächstfolgenden beiden Exemplare des Schwarz-Katalogs, ausschließlich durch besagte

Provenienzen

Gräflich Faber-Castell

deren Ridinger-Versteigerung 1958

mit deren Lot-Nrn. auf den Untersatzkartons

+

Radulf Graf zu Castell-Rüdenhausen

aus. Hier vorgenommene diesbezügliche Zustandszuweisungen somit durchweg in teilweise nur verkürzter Grundbeschreibung mit Link auf die vollständige Fassung.

Als für die Schabblätter – und zusätzlich zu Thienemann auch generell für das Œuvre – wichtigste frühere Quelle vorangestellt sei der Offerte eben der von Gutmann’sche Sammlungs-Katalog von Ignaz Schwarz von 1910, publiziert lediglich als

Privatdruck  von  nur  202  Exemplaren ,

davon  zwei  römisch , die  übrigen  arabisch  numeriert .

Von letzteren ein Exemplar offerieren zu können, ist Standard hiesigen Alltags. Von den beiden römischen Luxus-Exemplaren eines, erfüllt mit Stolz. Daß es indes als

Nr. I / II

Schwarz, Katalog einer Ridinger-Sammlung (Baron von Gutmann's)

das  einst  persönliche  Exemplar

Ritter  Rudolf  von  Gutmann’s

1880 – 1966

ist, ist eines jener non plus ultras, deren besondere Pflege hier jahrzehntelange Tradition hat. Anstehendenfalls

begleitet  zudem  von  einzigartigem  Pedigree ,

dem Begleitbrief vom 6. September 1951, mit dem der Antiquar Robert Alder in Bern das Exemplar „Im Auftrag von Herrn von Gutmann“ an Frau Dr. Waeckerlin in Zürich überstellt.

Schwarz, Ign(az). Katalog einer Ridinger-Sammlung. (Sammlung Rudolf Ritter von Gutmann.) 4°. XX, 210; XI, 169 SS. Mit (innerhalb des Textes über die gedruckten)

zahlreichen  aufmontierten  Abbildungen

+

118  aufmontierten  Tafeln,

davon  6  farbig  +  1  doppelblattgroß.

Orig.-Kalb-Pergament-Bände auf 5 Bünden mit zwei dunkelroten, goldgeprägten Rückenschildern und ebensolcher Fleural-Ornamentik nebst Goldfileten in den freien Feldern, selbst noch

goldenen  Kapitalbändern,

zweifacher Doppelfilete mit Eckfleurons am inneren bzw. Rosette im äußeren Karée, alles in Gold, dem

goldgeprägten  Supralibros  Ritter  von  Gutmann’s

nebst Wahlspruch

Schwarz, Katalog einer Ridinger-Sammlung (Baron von Gutmann's Wappen-Supralibros)

Semper  Progrediens

auf allen vier Deckeln ! ,

marmoriertem Farb-Vorsatz à la Pompadour-Parts der legendären Marjoribanks Folios Gutmann’s in farbig marmorierten, mit Moiré gefütterten Orig.-Schubern. Goldschnitt.

Die  nobelste  Verneigung  der  Literatur  vor  des  Meister’s  Œuvre , ein  illustrationspralles  Defilé  quer  durch  das  Schaffen , der  unverzichtbare  Werkkatalog  neben  und  über  Thienemann  hinaus .

Hier denn in Pergament und auf pergamentartigem Papier, nicht „auf Pergament“ à la Impressum. – Schuber minimal berieben, die Pergament-Rücken zu Altweiß verblichen, sonst

erstrahlend  in  nahezu  tadelloser , unberührter  Frische .

Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 28.886 / Preis auf Anfrage

Johann Elias Ridinger

Ulm 1698 – Augsburg 1767

Vos estis Lux Mundi Matth. 5. V. 14. Nach Details zweier Öle von Peter Paul Rubens (Siegen 1577 – Antwerpen 1640). Bezeichnet: Rubens pinx. / Ioh. Elias Ridinger excud. Aug. Vind., ansonsten wie vor. 55,4 cm Blatthöhe x 47,4 cm Plattenbreite. – Siehe Eingangs-Abbildung .

Th. 1289; Gräflich Faber-Castell 116 („Selten“, 1958); Rosenberg, Rubens, 2. Aufl. (1906), 230 + 288 (Fehlpag. 228) nebst Abbildungen.

Nicht  bei Weigel, Kunstlager-Catalog I-XXVIII (1838/57) , Slg. Coppenrath (1889 f.) , Helbing XXXIV (Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger; 1900) , Schwarz (1910) , Rosenthal, Ridinger-Liste 126 (1940) .

Das  hier  seit  Thienemann (1856)

einzige  nachweisbare  Exemplar

mit allen Merkmalen 250jährigen Durchfahrens der Wellenkämme der Zeit. Alles in allem nahe einer Ruine, gewiß, doch ebenso gewiß, daß Ruinen vielfach sehr reizvoller Betrachtung sicher sein dürfen. Ganz so wie anstehendenfalls

der  bildhafte  Charme  dieses  sympathischen  Sujets

mit dem Ridinger nach Bezogenheiten etwa auf Watteau, Roelant Savery, Jacob van Ruisdael ein weiteres Mal seine – hier ausgesprochen geistvolle – Könnerschaft zeigt, sich Einflüssen zu bedienen, die gleich Fürsten- und Adelsgeschlechter eben auch die Kunst durchziehen, wie schon Goethe fürs eigene Werk bekennend. Hier denn nach Rubens. Doch während Thienemann – „Die Idee von Rubens’ Gemälde entnommen“ – nur an eine Vorgabe dachte, sind es zumindest deren zwei.

„ Was  nicht  durch  die  Phantasie  umgestaltet  wird

bleibt  Abklatsch “

(Otto Modersohn 1897 in seinem Tagebuch, zitiert nach Katalog Ausstellung Fischerhude, 1978, Seite 347).

Hier denn Ridinger’s gänzlich autonome, unter das schöne Wort aus der Bergpredigt

„ Ihr  seid  das  Licht  der  Welt “

gestellte Komposition, gedanklich entnommen zwei Werken des Rubens. Und solchermaßen von zusätzlichem Dokumentationswert bei – für Ridinger wie für Rubens – zugleich hohem Seltenheitsrang. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 14.872 / EUR  670. / export price EUR  637. (c. US$ 688.) + Versand

Von  größter  Schönheit

Johann Elias Ridinger, Pastor Bonus

pastor  bonus

im  bislang  unerkannt  gebliebenen  Zweitzustand

Bezeichnet: Ioh. Iacob Ridinger sculps. / Ioh. El. Ridinger del. A. V., ansonsten wie vor. 50,5 x 36,9 cm.

Thienemann + Schwarz 1270 (vgl. Schwarz II, Taf. XLI als „Variante“, recte Erstzustand, 1488); Gräflich Faber-Castell (1958) 108.

Nicht  bei Weigel, Kunstlager-Catalog I-XXVIII (1838/57; dort nur per 18.543 ein Pastor bonus in Oktav) , Slg. Coppenrath (1889 f.) , Helbing XXXIV (Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger; 1900), Rosenthal, Ridinger-Liste 126 (1940). – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 14.876 / EUR  1995. / export price EUR  1895. (c. US$ 2047.) + Versand

Die  Stacheln  erhoben , dem  Zeitgeist  entgegen

Ridinger’s  intime  Feier  der  Familie

in zwei  großen  Gegenstücken

Maria mit dem Kinde . – Joseph mit dem Kinde . Jeweils in Halbfigur in bildeingepaßtem, nicht durchgängig gezeichnetem großen ovalen Medaillon mit dem sich anschmiegenden Kinde in den Armen. In den Wolken oberhalb beider Engelskopfpaar, Maria umstrahlt von 7 Sternen, Joseph mit elliptischem Heiligenschein und Lilienstengel. 55,4 x 39 bzw. 56,3 x 38,9 cm.

Th.-Stillfried (1876; Pendants, 56 x 39 cm) + Schwarz (56 x 38,1 cm) 1412/13; Gräflich Faber-Castell (1958) 137/38; Rosenthal, Ridinger-Liste 126 (1940), 431/32.

Nicht  bei  Thienemann (1856) , Weigel, Kunstlager-Catalog I-XXVIII (1838/57) , Slg. Coppenrath (1889 f.) , Helbing XXXIV (Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger; 1900) .

Die wie bislang bekannt gänzlich unbezeichnet gebliebenen

großen  Gegenstücke  familiärer  Vertrautheit + Geborgenheit ,

dabei das 1,5-4 cm breitrandige erstere mit WANGEN-Wz. wie für zeitgenössische Abdrucke stehend, das qualitativ ebenbürtige letztere wohl ebenso, indes als auf Bildkante geschnitten und aufmontiert diesbezüglich nicht verifizierbar.

Angebots-Nr. 14.871 / EUR  1980. / export price EUR  1881. (c. US$ 2032.) + Versand

Franz  von  Assisi

als  unbeschriebene  Variante  von  Th. 1288

S. Franciscus Seraphicus. Der hl. Franz von Assisi in Halbfigur nach rechts meditierend vor aufgeschlagenem Buch mit Aufschrift „DEUS MEUS ET OMNIA.“, Totenschädel  + gekreuzigtem Seraph neben oben grasbewachsenem Felsen. Die Rechte der gefalteten Hände mit Kreuzigungswundmal. Bezeichnet: Ioh. Iac. Ridinger sculps. / Ioh. El. Ridinger exc. Aug. Vind. / S. | FRANCISCUS | SERAPHICUS. (in der Oberschleife der sonst leeren muschelförmigen Kartusche in der breiten Unterkante). 54,6 x 42,5 cm.

Vergleiche  Thienemann 1288 (ca. 52,6 x 39,1 cm; ohne die Stecher-Signatur Johann Jacob’s und nur „A. V.“ statt „Aug. Vind.“; unerwähnt geblieben Buchaufschrift + Felsstaffage; vgl. Schwarz 1543, hingegen allein formatmäßig nicht identisch mit Schwarz 1288) – Schwarz 1288 (61,8 x 49,5 cm; ohne die Buchaufschrift, doch mit dem Felshintergrund; gekürzte Signatur wie Th. 1288, dessen Identität von Schwarz vorsorglich in Frage gestellt) – Schwarz 1543 (56,4 x 41,2 cm; mit Buchaufschrift, doch ohne den Felsen, gekürzte Signatur wie vor, doch „excud.“ statt nur „exc.“). – Faber-Castell 115 (unachtsam als Version Schwarz 1288). – Als Th. + Schwarz 1288 irrtümlich für identisch gehalten nicht bei Wend, Ergänzungen zu den Œuvreverzeichnissen der Druckgrafik, I/1 (1975).

Nicht bei Weigel, Kunstlager-Catalog, Abt. I-XXVIII (1838/57), Slg. Coppenrath (1889 f.), Helbing XXXIV (Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger, 1900), Rosenthal, Ridinger-Liste 126 (1940).

Unbeschriebene  Variante

zu  Th. 1288 , Schwarz 1288 + 1543

des  schönen  großen  Blattes  des  Ordensgründers

(1182-1226) in wärmendem groben Gewand mit zurückgeschlagener Kapuze mit deutlichem Bezug auf seine Vision eines gekreuzigten Seraphen, welcher ihm „unter brennendem Schmerz Jesu Wundmale ein(drückte), woher er den Namen des  seraphischen  Vaters , sein Orden den der seraphischen Brüder erhielt.

Benedikt XI.

gestattete den Minoriten ein eigenes Fest der

Wundmale  des  heil.  Franziskus

… und Paul V. verpflichtete sämtliche katholische Geistliche zur Feier desselben“ (Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., VI, 588). Schon zwei Jahre nach seinem Tode ward Franz von Assisi, gleichermaßen geehrt von Katholiken, Protestanten und selbst Nicht-Christen für „seine einzigartige Einfachheit und eine reine Gnade des Geistes“ (Paul Sabatier, Life of St. Francis of Assisi), durch Gregor IX., zuvor Kardinal Ugolino und Kardinal-Gouverneur des Franziskanerordens, heilig gesprochen.

Ridinger widmete dem Heiligen nach derzeitiger Kenntnis acht Versionen bzw. Varianten, davon fünf in enger Anlehnung an das 1288er Sujet (neben den schon erörterten samt hiesigem noch die verkleinerte Kopie von Schwarz 1288 per Stillfried/Schwarz 1423, 34,4 x 23,7 cm), zwei dem Thema generell verbundene (1339, 34,1 x 22,9 cm + Schwarz 1544, 64 x 45,3 cm) und Schwarz 1542 als gänzlich eigenständig (49,9 x 37,6 cm).

Doch  einzig  die  hiesige  unbeschriebene  Variante

zusätzlich  mit  Johann  Jacob’s  Stecher-Signatur .

Allen gemein im übrigen ihr praktisch gänzliches Fehlen am Markt. Von den literaturbekannten fand sich hier lediglich Th. 1339 innerhalb der gut bestückten Schababteilung von Rosenthal’s Ridinger-Offerte aus 1940 (Nr. 420) + 1958 bei Faber-Castell (123). So resümierte denn auch schon Thienemann 1856 … s. o.

Die  auffallende  Zugewandtheit  Ridinger’s  gegenüber  Franz  von  Assisi

wohl  nicht  zuletzt  stimuliert  von  einem

„ Er  predigte  den  Tieren “.

Vorliegend in sehr schönem, nuancenreichem Druck. Letzteres namentlich in Bezug auf den von Thienemann mit „grobhären“ abgetanen Mantel, der hier im Sinne von Ridinger’s von Wolf Stubbe gerühmter Fellbehandlung eher kostbar erscheint. Und der geistige Gehalt der körperlichen Aussage widergespiegelt vom Hell-Dunkel.

Der umlaufende Rand ungleichmäßig auf zwischen 1 mm kurzem Extremfall und 15 mm bei dreiseits meist 10-15 geschnitten. Zwei längere und drei kurze Rißspuren, jeweils nur fein, professionell restauriert und solchermaßen ohne bemerkenswerte Störung des auch erhaltensmäßig sehr schönen Gesamteindruckes. Hinterlegt zudem drei Kleineinrisse im weißen Rand.

Angebots-Nr. 14.860 / EUR  1730. / export price EUR  1644. (c. US$ 1776.) + Versand

„ Der  erste  (der)  vier  großen  Kirchenlehrer

(der kathol. Kirche) “  und

„ Vater  der  lateinischen  Hymnologie “

S. Ambrosius. Nach Alessandro Marchesini (1664 Verona 1738, tätig in Verona, Venedig, Padua). Bezeichnet: Marchesin pinxit a Venetia. / Ioh. Iacob Ridinger sc. / Ioh. El. Ridinger exc. A. V., ansonsten in der oberen Kavität der Muschel-Kartusche S. | AMBROSIUS. 53,2 cm Blatthöhe x 41,3 cm Plattenbreite.

Schwarz 1532; Faber-Castell 171; Wend, Ergänzungen zu den Œuvreverzeichnissen der Druckgrafik, I/1 (1975), 206.

Nicht bei Thienemann (1856), Stillfried (1876), Weigel, Kunstlager-Catalog, Abt. I-XXVIII (1838/57), Slg. Coppenrath (1889 f.), Helbing XXXIV (Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger; 1900), Rosenthal, Ridinger-Liste 126 (1940).

Das  ganz  menschlich-reizvolle  Sujet

Johann Elias Ridinger, S. Ambrosius

aus  dem  Mark  der  Kirchengeschichte

und kompositorisches Pendant zum gleichfalls Trier verbundenen nachfolgenden hl. Hieronymus nach ebenfalls Marchesini.

„ Berühmter Kirchenlehrer , geboren  um  340  zu  Trier  als Sohn eines römischen Präfectus Prätorio (Galliarum als einem ‚der höchsten römischen Staatsämter‘), war in Rom Sachwalter, bis ihm die Statthalterschaft von Oberitalien übertragen wurde. Obgleich noch nicht getauft, mußte er 374 der Wahl zum Bischof von Mailand Folge leisten … von Einfluß ist seine Unterscheidung zwischen den allgemeinen und den vollkommenen Pflichten, wohin er z. B. die Ehelosigkeit rechnete … durch seine Liederdichtungen wurde er

der  Vater  der  lateinischen  Hymnologie “

(Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., I (1889), 449 f.).

Verstorben am 4. April 397 und – so das Biographisch-Bibliographische Kirchenlexikon (Bautz Verlag, 2002 mit im übrigen „etwa 333, vielleicht auch erst 340“, eine andere Quelle hält 339 für möglich, als Geburtsjahr) weiter –

„ der  bedeutendste  abendländische  Kirchenfürst  und  Prediger  des  4. Jahrhunderts “,

entstammend einem „der ältesten Adelsgeschlechter Roms“. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 14.867 / EUR  685. / export price EUR  651. (c. US$ 703.) + Versand

Der  Stifter  der  „Paulaner“

Johann Elias Ridinger, S. Franc. de Pavla

die  zur  Ridinger-Zeit  ihren  Zenit  erlebten

S. Franc. de Pavla Fvnd. Ord. Minimor. / Ordinavit in me Charitatem. Cant. 2. Cap. Der Hl. Franz von Paula,

Gründer  des  den  „grauen“  Franziskanern  nahestehenden  Mönchsordens  der  Minimen ,

in Deutschland vom Volksmund Pauliner oder Paulaner genannt, als Halbfigur in brauner Ordenstracht. Die Rechte drückt ein Blatt mit der Aufschrift CHARITAS gegen die Brust, indes die Linke den Knotenstock als Symbol des wandernden Bettlers hält. Bezeichnet: Ioh. El. Ridinger exc. Aug. Vind., ansonsten wie vor. 51,6 x 42,3 cm.

Th.-Stillfried (1876) 1416 ( „Ein sehr schönes Blatt“ ); Gräflich Faber-Castell (1958) 140. – Bei Schwarz (1910) unter mit Fragezeichen versehener gleicher Nummer nur eine mit 73 x 55,7 cm größere Variante vor der Schrift des auch dortigen Muschelschildes der Holzboiserie und einem „excud.“ gegenüber hiesigem mit Stillfried korrespondierenden „exc.“ („Mit Rücksicht auf die von St. divergierenden Massangaben … kaum identisch mit 1416“).

Nicht  bei  Thienemann (1856) , Weigel, Kunstlager-Catalog I-XXVIII (1838/57) , Slg. Coppenrath (1889 f.) , Gg. Hamminger (1895) , Helbing XXXIV (Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger; 1900) , Schwarz (1910; s. o.) , Rosenthal, Ridinger-Liste 126 (1940).

Zweiseits mit meist 5 mm Rand, unten 2 cm, rechts nur feinem Rändchen bei 3 cm Herangehen an Plattenkante. Gesamthaft berieben und leicht zeitspurig bei drei hinterlegten Randeinrissen, von denen einer 5,5 cm ins Bild reicht. Rückseitiger Wasserstreifen am Ober- und oberen rechten Seitenrand.

Der  den  Franziskanerorden  an  Strenge  noch  überbietende  Orden

der Minimen (Mindeste Brüder, Minimi fratres Eremitae) wurde 1435 von Franciscus de Paula (Paola, Kalabrien, 1416 – Plessis lès Tours 1507, sein Tag ist der 2. April) gegründet und 1474 von Sixtus IV. als Kongregation bestätigt.

„ Die Verleihung aller Privilegien der Bettelorden … sowie die Kanonisation seines Stifters (1519) trugen viel zu seiner Verbreitung bei. In der Mitte des 18. Jahrh. zählte (der Orden) über 450 Klöster mit 25,000 Religiosen in 31 Provinzen “

(Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., XI, 660/1).

Angebots-Nr. 14.960 / EUR  930. / export price EUR  884. (c. US$ 955.) + Versand

Mit  dem  Adler  als  Schöpfungsoffenbarung …

S. Johannes

Johann Elias Ridinger, S. Johannes

im  Erstzustand

vor dem elliptischeren Heiligenschein und der „No. 15“ unterhalb des Blattitels als Merkmalen der überarbeiteten Platte (Schwarz 1264a) in sehr schönem Druck leuchtenden Hell-Dunkels. Bezeichnet: Iohann Elias Ridinger sculps. et excud. Aug. Vind., ansonsten wie vor. 51 x 37,5 cm.

Thienemann + Schwarz 1264; Gräflich Faber-Castell (1958) 106. – Nicht bei Weigel, Kunstlager-Catalog I-XXVIII (1838/57) , Slg. Coppenrath (1889 f.) , Helbing XXXIV (Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger; 1900) , Rosenthal, Ridinger-Liste 126 (1940).

Das Schlußblatt der complett äußerst seltenen 4blätt. Evangelisten-Folge, die auch bei Faber-Castell nur 3blättrig präsent war, bei Graf Radulf nur 2blättrig (siehe dessen S. Matthäus hier anschließend). – Mit 5 (unten) bis 10 mm partiell leicht (rückseits etwas mehr) fleckigem Rand rundum, in diesem oben rechts hs. „40“ in Bister. – Geglättete horizontale Mittelfalte und vertikale Leimspur, beide nur verso sichtbar. Vereinzelte, meist hinterlegte und retouchierte stecknadel(kopf)feine Löchlein in den Randpartien, nur ein etwas größeres links des Kopfes geringfügig bemerkbar.

DAS  SCHÖNE  MOTIV  mit dem in aktiver großer Nebenpose dargestellten Adler als einem der vier (Hesekiel) Cherubim als

„ Symbol(en)  der  Gott  anbetenden  und  lobenden  Schöpfung ,

in  der  Gott  sich  offenbart …

In der Bibel erscheinen die Cherubim als Wächter des Paradieses nach dem Sündenfall … während … in der christlichen Kunst (sie) sich zu Attributen der vier Evangelisten gestalteten “

(Meyers Konv..-Lex., 4. Aufl., III, 999/2).

Angebots-Nr. 14.957 / EUR  730. / export price EUR  694. (c. US$ 750.) + Versand

S. Matthæus. Die Linke auf geschlossenem Folianten ruhend, unterhalb dessen beziehungsreich – wenngleich „als kleiner Anachronismus“, so Thienemann – ein Genius Feder + Tintenfaß bereithält. Bezeichnet: Ioh. Elias Ridinger sculps. et excud. Aug. Vind., ansonsten wie vor. 51,2 x 37,4 cm.

Das  Eingangsblatt

Johann Elias Ridinger, S. Matthäus

vorgenannter  Folge

Thienemann + Schwarz 1261; Rosenthal, Ridinger-Liste 126 (1940), Nr. 415; Gräflich Faber-Castell (1958) 104.

Nicht bei Weigel, Kunstlager-Catalog I-XXVIII (1838/57) , Slg. Coppenrath (1889 f.) , Helbing XXXIV (Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger; 1900). – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 14.958 / EUR  390. / export price EUR  371. (c. US$ 401.) + Versand

– Dasselbe in früherer Version vor Überarbeitung der Platte. 51 x 37,3 cm. – Nicht Provenienz Faber-Castell/Castell-Rüdenhausen. – In schönem Hell-Dunkel mit WANGEN-Wz. nebst Nebenmarke wie vielfach für zeitgenössische Abdrucke stehend. Der Vergleich mit vorstehendem Exemplar ergibt eine generelle Fülle von Detailabweichungen bis hin zum Arrangement des Heiligen. Gleichwohl sprechen einheitliches Format und unveränderte Betextung für nur eine, doch bildlich gänzlich überarbeitete Platte. Diesbezüglich heranziehbar nicht zuletzt die Signatur-Zeile. Denn der für Ridinger untypische Abstand der Abkürzungs-Punkte hinter Ioh., excud. + Vind. ist auf beiden Versionen derselbe. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 28.901 / EUR  690. / export price EUR  656. (c. US$ 709.) + Versand

Patronin

Johann Elias Ridinger, S. Catharina

der  Philosophen

S Catharina. Die Hl. Katharina von Alexandrien im Strahlenkranz mit Perlen + Diadem, der Märtyrerin-Palme in der erhobenen Linken und die Rechte als Sinnbild ihres Sterbens auf den Schwertgriff gelegt. Hinter ihr das zerbrochene Marterrad. Bezeichnet: Ioh. Elias Ridinger excud. Aug. Vind., ansonsten, in großer Muschel-Kartusche im Unterrand, wie vor. 57 x 41,2 cm.

Schwarz (1910) 1554 mit Abbildung; Gräflich Faber-Castell (1958) 178.

Nicht bei Thienemann (1856) , Stillfried (1876) , Weigel, Kunstlager-Catalog I-XXVIII (1838/57) , Slg. Coppenrath (1889 f.) , Helbing XXXIV (Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger; 1900) , Rosenthal, Ridinger-Liste 126 (1940).

Nicht Provenienz Faber-Castell/Castell Rüdenhausen. – Alt per Eckmontage auf schweres Bütten aufgelegt, welches an zwei Außenrändern angebräunt ist. – Rechts mit feinem Papierrändchen, unten meist ebenso, oben + links fast durchgängig auf Plattenkante geschnitten. Kleine Wurmspur im freien Außenfeld oben rechts.

Druck-  und  erhaltensmäßig  herrliches  Exemplar

einer qualitätvollen Sammlung von in allen Partien nunanciert leuchtendem Hell-Dunkel. Und solchermaßen von ganz außerordentlicher Seltenheit nicht allein am Markt, wie oben belegt, sondern auch generell. Und eben denn auch erstmals 1910 von Schwarz (Sammlung Baron von Gutmann) beschrieben.

Die  auch  bildlich  zeitlos  sympathische  Darstellung  jener  Gelehrten

der von den Kreuzfahrern nach Europa gebrachten Legende, die, zyprischfürstlichen Geblütes, die von Kaiser Maxentius gegen sie aufgebotenen 50 heidnischen Philosophen mit ihrer Klugheit übertraf, und sie ihrerseits zum Christentum bekehrte. Mit der Folge ihrer Verurteilung zum Tode durch das Rad. Welches indes zerbrach. Sodaß sie 307 n. Chr. enthauptet wurde. Der 25. November gilt ihrem kirchlichen Gedächtnis. Doch ganzjährig verehren sie „die Philosophen und gelehrten Schulen als Patronin“ (Meyers Konvers.-Lex., 4. Aufl., IX, 611).

Indes sie als Angehörige jener „exklusive(n) Gesellschaft himmlischer Intervenienten – oder protestantisch gesprochen: himmlischer Vorbilder – “ ganz aktuell, wenngleich „seit längerem schon (die) Historiker(innen) wieder (für sich) entdeckt … (und) wissenschaftlich reanimiert“ haben (Peter Burschel in Rezension von Brad Stephan Gregory’s Salvation at Stake — Christian Martyrdom in Early Modern Europe in der FAZ vom 2. 8. 2000).

Angebots-Nr. 28.401 / EUR  1892. / export price EUR  1797. (c. US$ 1941.) + Versand

Erstmals  1910  von  Schwarz  beschrieben

Die  hl.  Familie  samt  Johannesknaben

und  hier  in  unbeschriebener  Variante

Die Heilige Familie. Dominante Dreierbeziehung von Maria mit dem schlafenden Kinde auf dem Arm, dessen Rechte auf das Ecce Agnus Dei als Banderole um den Kreuzstab des ihm das rechte Füßchen küssenden Johannesknaben als seinem späteren Täufer weist, der der ein Buch in beiden Händen haltende Joseph gedankenvoll zuschaut. In der Schrifttafel darunter gleichfalls leergebliebene Muschelkartusche. Bezeichnet: Ioh. El. Ridinger excud. A.V. Blattgröße 53 x 40,8 cm.

Vgl. Schwarz 1484 nebst Taf. II, XXXIX; Gräflich Faber-Castell (1958) 166 ohne Erkennen als Variante zu Schwarz.

Nicht  bei  Thienemann (1856) , Stillfried (1876) , Weigel, Kunstlager-Catalog I-XXVIII (1838/57) , Slg. Coppenrath (1889 f.) , Helbing XXXIV (Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger; 1900) , Rosenthal, Ridinger-Liste 126 (1940).

In reichem Hell-Dunkel sich präsentierender offensichtlicher Zweitzustand von Schwarz 1484 – „Aehnlich, doch nicht identisch mit Th. 1280“ – bei weniger Detailnuancierung. Hier dreiseits auf Plattenkante geschnitten, muß offenbleiben, ob der den Höhenunterschied ausmachenden bildlosen Füllfläche oberhalb Marias + Josephs eine Verkürzung der Platte oder individueller Papierbeschnitt zu Grunde liegt.

Generationsübergreifend nicht allein Thienemann + Stillfried unbekannt geblieben, vielmehr in dem hier nun erstmals dokumentierten Zweitzustand auch noch weitere Jahrzehnte später Schwarz.

Angebots-Nr. 14.961 / EUR  970. / export price EUR  922. (c. US$ 996.) + Versand

Der  Eremiten-Hieronymus  „Schwarz 1549“

von

Gräflich  Faber-Castell

nunmehr  als  ungewisser  Kantonist  enttarnt

S. Hieronymus. Die Inspiration des Heiligen. Kniestück als Eremit nach rechts mit entblößtem Oberkörper an einem Tisch mit zwei Folianten, auf deren aufgeschlagenem rechten die eine Kielfeder haltende Linke ruht. Rechts daneben das Tintenfaß, links des Tisches gegen einen mächtigen Kardinalshut gelehntes Kruzifix. Der Hut seinerseits gegen ein zweifächriges Bücherbord gelehnt. Auf diesem Folianten, Sanduhr , Totenschädel + Martergeißel Christi. Der Heilige selbst blickt rückwärts nach links oben, von wo in der Ecke zwischen Wolken die Posaune des Jüngsten Gerichts ihm Inspiration vermittelt. Der Löwe blickt streng unter dem Tisch hervor. Das Ganze innerhalb eines Rahmens mit fleuralen Eckbeschlägen. Unten abschließend große Muschelkartusche innerhalb breiter Schrifttafel für Eintragungen individueller Natur, die hier aber beide leergeblieben sind wie für die erhaltenen Exemplare die Regel. Bezeichnet: in der in die obere Rahmenleiste eingelassenen Muschelkartusche S. HIERONYMUS. / rechts unten zwischen Rahmenleiste und Beschriftungsfeld Ioh. Elias Ridinger excud. Aug. Vind. 57,8 x 42,3 cm.

Vergleiche Schwarz 1549 (51,1 x 38,5 cm; Schrift-Variante: „Elias“ abgekürzt nach „l“, im übrigen siehe unten); Faber-Castell 177 (unachtsam als Schwarz 1549); Wend, Ergänzungen zu den Œuvreverzeichnissen der Druckgrafik, I/1 (1975), 230 (wie Schwarz).

Nicht bei Thienemann (1856), Stillfried (1876), Weigel, Kunstlager-Catalog, Abt. I-XXVIII (1838/57), Slg. Coppenrath (1889 f.), Helbing XXXIV (Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger; 1900), Rosenthal, Ridinger-Liste 126 (1940).

Literaturunbekannte  vergrößerte + spiegelbildliche  Kopie  von  Schwarz  1549

auf tonigem Linien-Papier mit Lilien-Wz., denkbar zeitgenössisch, aber auch eher später. Anmerkenswert, daß sich das vergrößerte Format an anderen Ridinger’schen Heiligen-Blätter orientiert, wie etwa dem des von Johann Jacob geschabten Kardinals-Hieronymus nach Alessandro Marchesini (Schwarz 1548, siehe nachfolgend), ohne daß letzteres gleichfalls „eingerahmt“ wäre, oder das des hl. Markus Stillfried 1404, auf das ähnlicher Scenerie halber – übrigens auch Löwe  und  Totenkopf – ein Castell’scher Vergleichshinweis auf hiesiger Blattrückseite aufmerksam macht.

Herrlicher , tiefbrauner Druck mit umlaufend 1,5-2 cm breitem Rand bei tadelloser Erhaltung bei partiell minimalem Stippenanflug, drei schwach von rückwärts durchscheinenden Rostfleckchen und vier kleinen bis winzigen althinterlegten Löchlein am oberen Bildrand, verso links unten Montagerest, wie alles nicht zählend. – Auf dem Untersatzkarton neben Castell’schem Gutmann-Verweis (Schwarz) noch Beschriftung anderer Hand. Das Blatt scheint im englischen Handel erworben zu sein.

Interessant  hiesige  Berücksichtigung  aller  Hieronymus-Attribute

als dem des Eremiten der übergroße Kardinalshut zur Seite gestellt ist und dem Löwen der Totenkopf. Eher gilt Eremit  oder  Kardinal + Löwe  oder  Totenschädel, wie denn auch auf nachfolgender Ridinger-Wiedergabe des Marchesini-Bildes als Kardinal und nur mit dem Löwen, den Hieronymus einst von einem Dorn in der Pfote befreit hatte.

Angebots-Nr. 14.865 / EUR  485. / export price EUR  461. (c. US$ 498.) + Versand

Der  Kardinal-Hieronymus

S. Hieronymus. Als Kardinal, von dem hinter seinem Stuhl stehenden Engel seine Inspiration empfangend. Dieser ist soeben zwischen dem schweren Vorhang – stehend für den Vorhang des Lebens, seit dem Mittelalter denn auch Symbol des Geheimnisvollen – hervorgekommen. Auf dem Tischchen neben Kardinalshut + Tintenfaß Geißel als Marterinstrument Christi’s. Links zu seinen Füßen Vorderteil des friedlich ruhenden Löwen. Nach Alessandro Marchesini (1664 Verona 1738, tätig in Verona, Venedig, Padua). Bezeichnet: Marchesini pinxit a Venetia. / Ioh. Iac. Ridinger sculps. / Ioh. Elias Ridinger exc. A. V., ansonsten in der oberen Kavität der Muschel-Kartusche S. | HIERONYMUS. Blattgröße 55,7 x 42,5 cm.

Schwarz 1548 (Schrift-Variante: „Iacob“ + „I. El. … excud.“); Faber-Castell 176 (ohne Erwähnung der Variante gegenüber Schwarz); Wend, Ergänzungen zu den Œuvreverzeichnissen der Druckgrafik, I/1 (1975), 229 (Schrift-Variante: „Iac.“ wie hier, sonst wie Schwarz).

Nicht bei Thienemann (1856), Stillfried (1876), Weigel, Kunstlager-Catalog, Abt. I-XXVIII (1838/57), Slg. Coppenrath (1889 f.), Helbing XXXIV (Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger; 1900), Rosenthal, Ridinger-Liste 126 (1940).

Kompositorisches  Pendant

zum  gleichfalls  Trier  verbundenen

Johann Elias Ridinger, S. Hieronymus

obigen  hl.  Ambrosius

nach  ebenfalls  Marchesini

in sehr schönem, kontrastreichem Druck mit Schrift-Variante, unten indes und parallel zum Ambrosius-Blatt innerhalb der für Eintragungen individueller Natur bestimmten, gleichwohl bei den erhaltenen Exemplaren in der Regel leergebliebenen – und hier solchermaßen offenbar als bildentbehrlich empfundenen – Schrifttafel mit Muschelkartusche unter 2 cm Verlust beschnitten. Das ansonsten dreiseits umlaufende fein(st)e Rändchen zweiseits tlw. (aus)rissig, vereinzelt bis an die Bildkante. Im Bild selbst – in dessen rechter Oberecke mit rotem Kreidestift genummert „80.“ – einige Falten + Fältchen, spätestens unter Passepartout von noch unbedingt erfreulichem Gesamteindruck, nicht zuletzt rücksichtlich der Seltenheit dieser Blätter, wie denn die Ridinger’schen nach Marchesini schon 1839 Nagler (VIII, 304) unbekannt geblieben sind.

Pures Mark der Kirchengeschichte, zu deren hervorragendsten Lehrern der mit jugendlicher Vergangenheit beladene Hieronymus (Stridon/Sdrin, Kroatien, um 340/42 – Bethlehem 420 [419?]) zählt.

„ … er (ist) nicht bloß der gelehrteste, sondern auch der beredteste unter den lateinischen Vätern … (und) in seinen Lebensbeschreibungen des heil. Paulus, Hilarion, Malchus (hat er)

recht  eigentlich  den  frommen  Roman  begründet “

(Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., VIII (1888), 524.).

In seinen frühen Jahren  „verweilte  er  eine  Zeitlang  zu  Trier“ , in dessen berühmten Schulen er seine Studien fortsetzte und das Klosterleben kennenlernte. Seine Bischofsweihe wird in den Legenden des 15. Jhdts. als Kardinalswürde berichtet, worauf sich denn auch hiesiger Kardinalshut bezieht. 386 nahm er seinen Dauerwohnsitz in Bethlehem, wo er ein Mönchs- und Nonnenklöster gründete.

„ Hier gab H. das erste Beispiel eines Mönchtums, welches sich die Pflege der Wissenschaft und Litteratur zur Hauptaufgabe macht. Er (übersetzte, sieben Sprachen beherrschend, wesentliche Teile der Bibel aus dem Hebräischen und Griechischen ins Lateinische [Vulgata],) schrieb eine ganze Reihe von alt= und neutestamentlichen Kommentaren, wertvolle Schriften archäologischen Inhalts, Legenden von Heiligen und Mönchen … “

(Meyers a. a. O.).

So wurde er, im Rang gern mit Augustinus verglichen,

Patron  wissenschaftlicher Vereinigungen

der Lehrer, Studenten + Schüler, der theologischen Fakultäten + Bibelgesellschaften, doch

auch  gegen  Augenleiden ,

im übrigen von Dalmatien + Lyon. Der 30. September als sein Sterbetag gilt den christlichen Religionen als sein Gedenktag, deren orthodoxen der 15. Juni.

Diesen Lebensinhalt denn und dessen Rang spiegelt anstehendes Blatt ebenso wider wie der untrennbar ihm zugehörige Löwe, dem er einst von einem Dorn in der Pfote befreit hatte. Den löwenverewigenden Ridingers galt das ihm zugehörende Löwen-Attribut auf jeden Fall als eine leckere Zugabe in ihrem mehrheitlich ganz zu Unrecht vielfach bemäkelten Heiligen-Œuvre.

Angebots-Nr. 14.866 / EUR  790. / export price EUR  751. (c. US$ 811.) + Versand

Gleichfalls  erstmals  1910  von  Schwarz  beschrieben

Maria  mit  dem  Kinde  imperial

und  hier  in  unbeschriebener  noch  größerer  Variante

Maria mit dem Kinde an der ionischen Säule. Kniestück. Aufblickend in von schönem Hell-Dunkl unterstützter reicher Gewandung mit dem aus dem Bild herausblickenden Kinde im rechtenArm unter Beteiligung des linken. Darunter ornamentierte Kartusche in breitem Textrand mit lediglich der Signatur. Wohl von Johann Jacob Ridinger geschabt. Bezeichnet: Ioh. El. Ridinger excud. Aug. Vind. 64,6 x 48 cm.

Vgl. Schwarz 1521; Gräflich Faber-Castell (1958) 170 ohne Erkennen als Variante zu Schwarz; Rosenthal, Ridinger-Liste 126 (1940), Nr. 441.

Nicht  bei  Thienemann (1856) , Stillfried (1876) , Weigel, Kunstlager-Catalog I-XXVIII (1838/57) , Slg. Coppenrath (1889 f.) , Helbing XXXIV (Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger; 1900) .

HIER  ERSTMALS  BESCHRIEBENE  VARIANTE

zum mit nur 62,4 x 44,3 cm kleineren Schwarz-Exemplar, das zusätzlich im Unterrand links die Stecher-Signatur Johann Jacob’s trägt. Die Johann Elias’, übereinstimmend rechtsaußen plaziert, unter Abweichung der ersten Vornamenkürzung, die bei Schwarz auf das „I.“ beschränkt ist. Ob und ggf. welcher dieser beiden Versionen das Rosenthal’sche Exemplar entspricht, muß mangels dortiger über ein „Imp.-Fol.“ hinausgehender Angaben offenbleiben.

Mit umlaufend knapp 1 bis 1,5 cm breitem Rand. – Partieller, mit unbewaffnetem Auge nur stellenweise wahrnehmbarer und den optischen Gesamteindruck kaum beeinträchtigender Abreibungen halber auf Leinen kaschiert, wie für die 1958er Versteigerung noch nicht vermerkt, was im überwiegend unwesentlichen unteren Bildfeld leichte Quetschungen bewirkte. – Rückseits von Hand mutmaßlich Graf Radulf’s in Bleistift

„ Für  die  seltensten  Ridingerblätter “.

Angebots-Nr. 14.962 / EUR  970. / export price EUR  922. (c. US$ 996.) + Versand

MARIÆ  VERKÜNDIGUNG

Das  Initialereignis  für  das  Neue  Testament

Gegrüßt seist du, Holdselige !
Siehe , du wirst einen Sohn gebären ,
des Namen sollst du Jesus heißen .

Mariæ Verkündigung. Der vor einem Zelt an einem Tisch vor aufgeschlagenem Buche sitzenden Maria in ganzer Figur erscheint Erzengel Gabriel mit reichem Gefolge, auf den Heiligen Geist – die Taube – deutend, durch dessen um das IHS erweiterten Strahl Maria erleuchtet wird (Lukas 1, 26-37). Diese mit neunsterniger Gloriole als Symbol der Schwangerschaft. Rechts Torbogen, unten Gemäuer mit Gewölbe und Stufen. Die Engel u. a. mit Rosenkranz, Ring und Iris als Zeichen späterer Auferstehung. Schabkunstblatt von sicher Johann Jacob Ridinger (1736 Augsburg 1784) nach Joh. Gg. Bergmüller. Bezeichnet in kursiv unten links: Joh. Georg Bergmiler pinxit / Joh. Elias Ridinger excud. 63 x 44,7 cm.

Schwarz (1910) 1516 (aber nicht 1903 mit der Slg. Horn erworben, siehe unten); Wend (1975), Ergänzungen zu den Œuvreverzeichnissen der Druckgrafik, 1,1, 173 unter Bezug auf Schwarz.

Nicht  bei  Weigel, Kunstlager-Catalog, Abt. I-XXVIII (1838/57) , Thienemann (und damit auch nicht im Dresdner Kabinett; 1856) + Graf Stillfried (1876) , Coppenrath (1889/90) , Helbing (Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger, 1900) , Rosenthal (Liste 126, Joh. El. Ridinger, 1940), Gräflich Faber-Castell (1958), Kunstsammlungen Augsburg (1996) u. a. m.

Das  in  seiner  bildlichen  Dichte

Johann Elias Ridinger, Mariae Verkündigung

und  barocken  Grandeur

sich nahtlos einpassende Pendant zu Ridinger’s Anbetung der Hirten Schwarz 1486 und eine sicherlich einheitlich Ridinger-Bergmüller’sche Geschehenskette anführend mit im weiteren Verlauf einer Anbetung der Könige (1406) und der Flucht nach Ägypten (1482). Alle praktisch gleichen Formates und sich als eigens gearbeitete

wandtüchtige  Bildkompositionen  präsentierend ,

also ohne im Unterrand vorgesehene sogenannte Thesenleiste – im 18. Jhdt. „meist als Blanco-Streifen mit integrierter Mittelkartusche“ (Teuscher in Die Künstlerfamilie Rugendas 1666-1858, S. 295) – für individuelle Beschriftung gelegentlich besonderer Anlässe, wie bei den Heiligen-Blättern als Kennzeichen ihrer Bestimmung als Gebrauchskunst die Regel.

Bergmüller (Türkheim 1688 – Augsburg 1762), dem Ridinger-Sammler bekannt vor allem durch sein von Johann Jacob Haid geschabtes Ridinger-Porträt mit Diana (Th. XX, 2, hier aufliegend per 15.185 + 15.221), geschätzter Portraitmaler, schuf daneben – als bischöflicher Kabinettsmaler – Historienbilder und Fresken vor allem geistlichen Inhaltes, von denen er einige auch selber stach: Neben je einer Folge Jahreszeiten bzw. Tugenden sowie zwei kunsttheoretischen Werken waren Nagler sowohl eine vierblätterige Folge als auch fünf weitere Einzelblätter zum Leben Jesu bekannt. Unter den Fresken präzisieren Thieme-Becker (1909) vier Deckenbilder zum Leben Mariä in der Pollheimschen Kapelle des Augsburger Doms sowie einen 17teiligen Zyklus der Leidensgeschichte in der Kreuzkirche.

„ Bergmüller schlägt als Freskant die Brücke vom Romanismus des 17. Jh. zum Klassizismus des späten 18. Jh. Durch ihn

wurde  Augsburg  zu  einem  der  führenden  Kunstzentren

im süddeutschen Raum … bis Anfang der 20er Jahre vor allem als Tafelmaler (Hochaltarbilder) … tätig … In seinem reifen Werk agieren voluminöse plastische Gestalten … “

(Allgemeines Künstler-Lexikon IX [1994], 417).

Vorliegend hier in zudem

größter  Vollkommenheit,

wie eben selbst anspruchsvollsten Sammlern vielfach so unerreichbar. Potenziert von einer Qualifikation als

Nahezu-Unikat !

In obiger schlesischer Sammlung fand sich eine als Thesenblatt mit Unterrand-Kartusche gearbeitete „Hl. Jungfrau mit einer Gloriole von zehn Sternen, in einem Buche lesend“ als Halbfigur, bezeichnet S. MARIAE MATER AMABILIS (Nr. 2038, 57 x 41 cm).

Links unten bis fast an die Plattenkante beschnitten, ansonsten mit bis zu 2 mm breitem feinen Rändchen. – Mit den für frühe hervorragende Ridinger-Abdrucke bekannten Wasserzeichen WANGEN + Krone mit Anhänger FAvI (ligiert) und an fünf Punkten auf schweren Bütten-Untersatzbogen mit zweizeiligem typogr. Wz. montiert. – Links unten bis fast an die Plattenkante beschnitten, ansonsten mit bis zu 2 mm breitem feinen Rändchen und

von  nahezu  unberührter , bestverwahrter  Frische

und solchermaßen nicht allein ein Ridinger, wie ihn kaum jemand kennt, sondern auch und vor allem

ein  Ridinger , an  dem  vorüberzugehen  Sie  arm  bleiben  ließe .

Angebots-Nr. 15.261 / Preis auf Anfrage

DIE  ANBETUNG  DER  HIRTEN

Hier

mit  dem  spektakulären  Ausblick

auf  die  Karfreitags-Erfüllung !

Die Anbetung der Hirten (Lucas 2, 1-20). Vorne rechts auf einer Strohkiste das von Maria am Arm gehaltene Jesuskind, hinter ihr der Verkündungsengel Gabriel und, zur Mitte, Joseph. Links vorne die Gruppe der drei Hirten, einer ein Schaf haltend. Über den Irdischen in und oberhalb der Wolken zahlreiche Engelchen, vorwegnehmend Dornenkrone, Nägel, Lanze und Kreuz

als  spektakulären  Ausblick  auf  die  Karfreitags-Erfüllung

mit sich führend, doch vom größeren Erzengel mit Blick auf die Krippenszenerie noch zurückgehalten. Im Mittelgrund links wiederholte, heranziehende Hirtengruppe. Rechts Andeutung des Stalles. Schabkunstblatt von sicher Johann Jacob Ridinger (1736 Augsburg 1784) nach wohl Joh. Gg. Bergmüller. Bezeichnet: Joh. Elias Ridinger excud. A.V. 63,2 x 44,5 cm.

Schwarz (1910) 1486 (aber nicht 1903 mit der Slg. Horn erworben, siehe unten); Wend (1975), Ergänzungen zu den Œuvreverzeichnissen der Druckgrafik, 1,1, 147 unter Bezug auf Schwarz.

Nicht  bei  Weigel, Kunstlager-Catalog, Abt. I-XXVIII (1838/57) , Thienemann (und damit auch nicht im Dresdner Kabinett; 1856) + Graf Stillfried (1876) , Coppenrath (1889/90) , Helbing (Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger, 1900), Rosenthal (Liste 126, Joh. El. Ridinger, 1940) , Gräflich Faber-Castell (1958) u. a. m.

Grandiose

Johann Elias Ridinger, Die Anbetung der Hirten

vielschichtige  Komposition

als sich nahtlos einpassendes Pendant zu Ridinger’s konkret für Bergmüller gesicherte Verkündigung Mariae Schwarz 1516 („Joh. Georg Bergmiler pinxit“) und eine sicherlich einheitlich Ridinger-Bergmüller’sche Geschehenskette bildend mit im weiteren Verlauf einer Anbetung der Könige (1406) und der Flucht nach Ägypten (1482). Alle praktisch gleichen Formates und sich als eigens gearbeitete

wandtüchtige  Bildkompositionen  präsentierend ,

also ohne im Unterrand vorgesehene sogenannte Thesenleiste – im 18. Jhdt. „meist als Blanco-Streifen mit integrierter Mittelkartusche“ (Teuscher in Die Künstlerfamilie Rugendas 1666-1858, S. 295) – für individuelle Beschriftung gelegentlich besonderer Anlässe, wie bei den Heiligen-Blättern als Kennzeichen ihrer Bestimmung als Gebrauchskunst die Regel.

Vorliegend hier in zudem

größter  Vollkommenheit,

wie eben selbst anspruchsvollsten Sammlern vielfach so unerreichbar. Potenziert von einer Qualifikation als

Nahezu-Unikat !

Unten im Rand noch Plattenschmutz. An den beiden Oberecken auf Plattenkante geschnitten, ansonsten mit bis zu 2 mm breitem feinen Rändchen.

Mit den für frühe hervorragende Ridinger-Abdrucke bekannten Wasserzeichen WANGEN + Krone mit Anhänger FAvI (ligiert) und an den vier Ecken auf schweren Bütten-Untersatzbogen mit zweizeiligem typogr. Wz. montiert. Abgesehen von ganz minimaler Bereibung oberhalb Josephs in den Wolken sowie einem nur im Gegenlicht erkennbaren stecknadelspitzenwinzigen Löchlein von nahezu unberührter, bestverwahrter Frische und solchermaßen nicht allein ein Ridinger, wie ihn kaum jemand kennt, sondern auch und vor allem

ein  Ridinger , an  dem  vorüberzugehen  Sie  arm  bleiben  ließe .

Angebots-Nr. 15.260 / Preis auf Anfrage

Der Hl. Joseph mit dem Jesuskind mit der Weltkugel. Kniestück mit elliptischem Heiligenschein aufblickend nach links mit dem Lilienstab in der Rechten und das auf weichem Polster gebettete Kind mit der Linken haltend. Letzteres selbst mit je einem Strahlenbündel an den Seiten und auf dem Kopfe, neben sich die Weltkugel, der seine Rechte das Kreuz aufdrückt, im übrigen aber gleichfalls nach links aus dem Bild blickend. Bezeichnet: Joh. Ellias Ridinger. excud. A. V. 56,7 x 42,1 cm.

Vgl. Thienemann + Schwarz 1282 + Schwarz 1503 („Aehnliche Darstellung wie Th. 1282 und wohl von der überarbeiteten Platte. Veränderte Arbeiten …“) nebst Abb.; Gräflich Faber-Castell (1958) 113 als Th. 1282 ohne Erkennen als Variante zu vorgenannten.

Generell nicht  bei Weigel, Kunstlager-Catalog I-XXVIII (1838/57) , Slg. Coppenrath (1889 f.) , Helbing XXXIV (Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger; 1900) , Rosenthal, Ridinger-Liste 126 (1940).

HIER  ERSTMALS  BESCHRIEBENE  VARIANTE

und hinsichtlich der gegenüber Schwarz 1503 (55,6 x 42,3 cm) nochmals und entscheidend versachlichten Kartusche dritter, so nicht vierter Zustand von Th. 1282, dessen gleichwohl nicht absolut zuverlässige Signaturangabe „J. E. Ridinger exc. A. V.“ von der von Schwarz für 1282 (55,5 x 41,2 cm) zuverlässig vermerkten, nämlich „I. El. Ridinger exc. Aug. Vind.“, abweicht. Josephs hiesiger Augenaufschlag gegenüber Schwarz 1503 sympathisch zurückhaltender, das Haar im Stirnbereich kaum lockig.

Mit bis zu 4 mm (unten) Rändchen rundum, das links auf 13 cm ausgefranst ist. – Gesamthaft altersspurig mit partiellen leichteren Bereibungen, in Kartusche und Textrand auffallender.

Angebots-Nr. 14.963 / EUR  198. (c. US$ 214.) + Versand

Vor  der  Silhouette  Jerusalems

Consummatum est. Vor der Silhouette Jerusalems der sterbende Christus am Kreuz, herabblickend nach links auf Maria, zur Rechten Johannes. Am Fuß des Kreuzes  Totenschädel . Bezeichnet: I. N. | R. I. am Kopf des Kreuzes / Consummatum est. / I. El. Ridinger excud. Aug. Vind. 56,7 x 42,3 cm.

Vergleiche  Th. 1274 (ungewiß als unter Verlust des Titel-/Signaturstreifens beschnitten) + Schwarz 1274 (56 x 39,2 cm, Schriftabweichung „CONSUMATUM EST.“ + „J. Elias … exc. …“). – Faber-Castell 109 (ohne Beachtung des „mm“ bei Consummatum).

Nicht bei Weigel, Kunstlager-Catalog, Abt. I-XXVIII (1838/57), Slg. Coppenrath (1889 f.), Helbing XXXIV (Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger, 1900), Rosenthal, Ridinger-Liste 126 (1940).

Unbeschriebene  (?)  Variante  zu Schwarz 1274 als einer

Kreuzigungsscene

Johann Elias Ridinger, Consummatum est

von  ganz  seltener  Intimität

mit  dem  herrlich  nuanciert  von  oben  einfallenden  Licht . – In sehr schönem Druck bei umlaufend 1-1,5 cm breitem Rand und unbeschadet seiner Zeitspurigkeit – perfekt geglättete Knitterfältchen über das ganze Blatt, dünne Papierstellen, einige stecknadelfeine Löchlein, Sporfleckchen im unteren Bildfeld – von optisch rundweg sehr schönem Gesamteindruck.

Angebots-Nr. 14.861 / EUR  956. / export price EUR  908. (c. US$ 981.) + Versand

Die  größte  der  Ridinger’schen  Kreuzigungen

In manus tuas com(m)endo Spiritum meum et hæc dicens expiravit. Luc. 23. Die wolkenverdüsterte Karfreitagsstunde Christi am Kreuz vor breit gelagertem Tempelberg mit auch der Klagemauer. Links des Kreuzes die von Johannes gestützte zusammenbrechende Maria, liegend zu Füßen desselben Magdalena. Bezeichnet: I. N. R. I. am Kopf des Kreuzes / Ioh. Iacob Ridinger sculps. / I. El. Ridinger excud. Aug. Vind., ansonsten wie vor. 63,3 x 45,1 cm.

Schwarz 1492 nebst Abb. II, Tafel XLII; Wend, Ergänzungen zu den Œuvreverzeichnissen der Druckgrafik, I/1 (1975), 155 (Schriftvariante); Faber-Castell 167.

Nicht bei Thienemann (1856), Stillfried (1876), Weigel, Kunstlager-Catalog, Abt. I-XXVIII (1838/57), Slg. Coppenrath (1889 f.), Helbing XXXIV (Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger, 1900), Rosenthal, Ridinger-Liste 126 (1940).

Von kontrastreichem Hell-Dunkel – herrlich das Spiel des von oben einfallenden Lichts – bestimmter schöner schwarzer Druck bei umlaufend 1,5-2 cm breitem, dreiseits stockstippigem Rand, gleichwohl gesamthaft wenig bemerkbar leicht stippig und dubliert. Die zuvor geglättete Mittelfalte noch leicht sichtbar.

Das  außerordentlich  seltene

Johann Elias Ridinger, In manus tuas commendo spiritum meum

größtformatige  Blatt

aus der Reihe der neun Kreuzigungen, neben anstehendem hier nachweisbar nur im Exemplar von Gutmann, von diesem aber schon 1903  nicht  mit der Sammlung Horn erworben) sowie einer hier in den 90ern durchgelaufenen Variante. Die Szenerie selbst schließlich von  großer  Kraft  und  bildlicher  Schönheit – „Und  ward  eine  Finsternis  über  das  ganze  Land “ –

vor  dem  Hintergrunde  dessen

was  Jerusalem’s  Unvergänglichkeit  ausmacht .

Angebots-Nr. 14.862 / EUR  1175. / export price EUR  1116. (c. US$ 1205.) + Versand

Und  nuancenreich  das  von  oben  einfallende  Licht

In manus tuas com(m)endo Spiritum meum et hæc dicens expiravit. Luc. 23. Der alleingelassene Christus

Johann Elias Ridinger, In manus tuas commendo spiritum meum

in seiner wolkenverdüsterten Karfreitagsstunde am Kreuz, an dessen Fußende

Totenschädel + Gebeine , fortwirkend  zischelnde  Schlange + verlockender  Apfel

als bezugreiche Gesellschaft. Breit dahintergelagert der Tempelberg mit linksseitiger Anschlußlokalität. Bezeichnet: I. N. R. I. am Kopf des Kreuzes / I. El. Ridinger excud. A. V., ansonsten wie vor. 51,7 x 39,2 cm.

Th.-Stillfried (1876) + Schwarz (1910) 1408; Faber-Castell 136; Wend, Ergänzungen zu den Œuvreverzeichnissen der Druckgrafik, I/1 (1975), 153.

Nicht bei Thienemann (1856), Weigel, Kunstlager-Catalog, Abt. I-XXVIII (1838/57), Slg. Coppenrath (1889 f.), Helbing XXXIV (Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger, 1900), Rosenthal, Ridinger-Liste 126 (1940).

Kontrastreicher schöner schwarzer Druck – nuancenreich  das  von  oben  einfallende  Licht – mit umlaufend 7-10 mm Rand. In der linken Hälfte, optisch von der Schabtechnik überspielt, leicht wellig und gesamthaft bildseits wenig bemerkbar stippig. Ein rundweg schöner Gesamteindruck gleichwohl gewahrt. – Eine weitere der Ridinger’schen Kreuzigungen

in  ihrer  immer  wieder  anderen  Geschehens-Fascination .

Angebots-Nr. 14.863 / EUR  890. / export price EUR  846. (c. US$ 914.) + Versand

Nach  48  Jahren  zurück  am  Markt

Des  Propheten  Daniel

Wunder  in  der  Löwengrube

Johann Elias Ridinger, Daniel in der Löwengrube

als  symbolträchtiges  Gleichnis

für  das  Volk  Israel

An dem in der Babylonischen Gefangenschaft der Juden aufgestiegenen, unter dem Perser Kyros I. von Neidern verleumdeten und der Löwengrube überantwortetem Daniel zeigt Jehovah, der Gott Israels, seine Macht und bringt den Hof auf der Empore zu ungläubigem Staunen. Lavierte Tuschpinselzeichnung in Graublau + Schwarz nebst Weißhöhung für Johann Daniel Herz I (1693 Augsburg 1754; ein „Kunstverleger mit Blick für Qualität“ [Rolf Biedermann, 1987], „[g]enannt seien besonders seine Blätter großen Formats“ [Thieme-Becker, 1923]). (1732.) Bezeichnet in Bister: Jo El. Riedinger (sic!) inv et del 1732. 837 x 533 mm + 32 x 20 mm zusätzliches Signaturfeld seitlich rechts unten.

Eine  der  herausragendsten  Ridinger–Zeichnungen

–  Das  Exemplar  Gräflich  Faber-Castell –

als spiegelbildliche Vorzeichnung zu dem von Johann Jacob Wangner („Iun.“, ca. 1703 Augsburg 1781) gestochenen und der Literatur erst 1910 durch das Exemplar der von Gutmann’schen Sammlung bekanntgewordenen Blatte Schwarz 1440.

Die ie-Schreibweise der Signatur (bei Faber-Castell irrig als 1737 gelesen) in Übereinstimmung mit der gleichfalls imperialformatigen Zeichnung des offenbar unveröffentlicht gebliebenen Römischen Kaisers zu Pferd der Slg. Hamminger (1895, Kat.-Nr. 1932, „Joan Eli Riedinger del. 1734“), aber auch mit den das Eigen-Sculpsit tragenden Kupfern Th. 793-796 (1724/28; so auch Th. 1381 als 1728er Kupfer Kleinschmidt’s) sowie 249 + 251 (ca. 1738/40). Womit die bisher auch hiesige landläufige Annahme, zeichnerische ie-Signaturen seien generell anderer Hand zuzuweisen, sich zumindest bis in die 1730er als gegenstandslos erweist. Dies korrespondierend auch mit einem kürzlichen Hinweis einer Riedinger-Nachfahrin, der Name sei im Laufe der Zeiten unterschiedlich geschrieben worden. Unsere bisherige Katalogisierung hiesiger Daniel-Zeichnung, die Signatur stamme lediglich vom Verleger, ist somit unbegründet.

Hiesige  Arbeit  zählt  zu  den  größtformatigen  des  zeichnerischen  Œuvre

(„ Sie haben mir eine riesige Freude bereitet mit dem Foto … von Riedingers Darstellung von ‚Daniel in der Löwengrube‘. Die Löwen haben tatsächlich alle Raubtiergier verloren und schmiegen sich wie friedfertige Katzen an den gefangenen Daniel und machen ihm seinen Aufenthalt in der Grube erträglich. Ein wundervolles Bild! “ [Frau S. S., Schweiz])

und  folgt  der  Bibelüberlieferung  Buch  Daniel , Kap. 6 :

„ Und Dareios (recte Kyros der Ältere, siehe unten) … (setzte) über das ganze Königreich hundertzwanzig Landvögte. Über diese setzte er drei Fürsten, deren einer Daniel war … Daniel aber übertraf die Fürsten und Landvögte alle, denn es war ein hoher Geist in ihm; darum gedachte der König ihn über das ganze Königreich zu setzen. Derhalben trachteten die Fürsten und Landvögte danach, wie sie eine Sache an Daniel fänden, die wider das Königreich wäre. Aber sie konnten keine Sache noch Übeltat finden. Da sprachen die Männer: Wir werden keine Sache an Daniel finden, außer seinen Gottesdienst … Da befahl der König, daß man Daniel herbrächte; und sie warfen ihn zu den Löwen in den Graben. Der (ob der Entwicklung sehr betrübte) König aber sprach zu Daniel: Dein Gott, dem du ohne Unterlaß dienst, der helfe dir! … Des Morgens früh … stand der König auf und ging eiland zum Graben … (u)nd sprach zu Daniel: … hat dich auch dein Gott … können von den Löwen erlösen? Daniel aber redete … daß sie mir kein Leid getan haben; denn vor (Gott) bin ich unschuldig befunden … Da ward der König sehr froh und hieß Daniel aus dem Graben ziehen … und man spürte keinen Schaden an ihm;  denn  er  hatte  seinem  Gott  vertraut . “

Wie dieser denn auch die ohnehin nicht mit Versklavung zu verwechselnde, die Juden gleichwohl mürbende Babylonische Gefangenschaft (597-537, also keine „70 Jahre“ wie Jeremia 25, Vers 11) seinem Volke zum Wohle gedeihen ließ, denn sie wurde

„ eine Periode der Läuterung, aus der das israelitische Volk national und religiös wie neugeboren hervorging. Der Gegensatz zu dem siegreichen, aber entarteten Heidentum stärkte das Nationalgefühl und den religiösen Glauben … (S)tatt eines beschränkten Stammgottes

lernte  man  in  Jehovah  den  Herrn  der  Welt  erkennen,

unter  dessen  mächtiger  Obhut  man  sich  wußte “

(Meyers Konvers.-Lex., 4. Aufl., II [1888], 207).

Unter letzterem Aspekt erweist sich denn auch das spektakuläre Löwengruben-Geschehen unabhängig seines tatsächlichen zeitlichen Ansatzes, siehe unten,

als  das bis  auf  den  heutigen  Tag

fortwirkende  Gleichnis

von  Jehovah’s  schützender  Hand  über  dem  Volke  Israel ,

dessen Thema einen Ridinger angesichts dessen 1723er Reflektions-Zeichnung zu Alexanders des Großen Umkehrbeschluß am indischen Hyphasis 326 v. Chr. umsomehr fascinieren mußte, als nach biblischer Lesart Daniel das mit Alexander zu identifizierende Großreich eines mächtigen Königs prophezeit hatte, welchem er zehn Jahre zuvor seinen Alexander-Zyklus – neben der Hyphasis-Zeichnung die seitens Jeremias Wolff Erben bzw. Herz I auch im Stich veröffentlichten Blätter der Belagerung von Halicarnassos und der Überquerung des Tigris – gewidmet, und welchem Thema er in den 30ern in Gemeinschaft mit Brockes mit den ersten vier Blättern der Kämpfe reißender Thiere schließlich das Halali geblasen hatte.

Aber auch rein formatmäßig steht sein

imposantes  Löwengruben-Blatt

herrlichen  Hochformates

in Kontext zu jenen des Alexander-Zyklusses, von denen aber eben nur die beiden „heroischen“ anderwärts gestochen und veröffentlicht wurden, da zu jener Zeit noch nicht selbst in Kupfer arbeitend und verlegend. Gleichwohl blieb es auch beim späteren Löwengruben-Blatt bei solchem Procedere.

All jenen „Fremdarbeiten“ gemein ihre

exorbitante  Seltenheit  selbst  noch  im  Stiche ,

wie denn auch für das Kupfer der „Löwengrube“ hier kein zweites Markt-Exemplar seit Schwarz (1910) nachweisbar ist. Gestochen fehlte es ausdrücklich also auch Gräflich Faber-Castell (1958).

Die Wege der Vorzeichnungen wie der Platten waren – anders als die über Generationen von den Ridingers zusammengehaltenen und schließlich geordnet weitergegebenen Arbeiten – bestimmt von wechselnden Verlegerhänden bald früher, bald später und ihr Eingebettetsein in eine sich letztlich verlierende anonyme Mischproduktion. Ob solcher Vorgaben

der  Erhalt  hiesiger  Löwengruben-Zeichnung

ein  Ereignis  absoluten  Grades

ist, dem der schon zu Zeiten Faber-Castells bei anschließender Verwahrung seitens lediglich einer sorgsamen Hand gegebene Erhaltungszustand nachzuordnen ist.

So neben zwei als Abreibungen sichtbar gebliebenen geglätteten Horizontalfalten oben unterhalb der Empore und mittig unterhalb des Torbogens eine Vielzahl klein(st)er Abreibungen namentlich in den Randpartien, sodann, und hier bedingt auch störend, auf 2,5-3 cm Höhe im linken Blatteil oberhalb der Mittelfalte. Vom rückseitigem überwiegend nur stippenhaftem Stockfleckenbefall vorwiegend in der oberen Blatthälfte bildseits nur vereinzelte wenig größere durchscheinend, wahrnehmbar fast nur in der nur lavierten Freifläche zwischen Torbogen und Empore. Ganz vereinzelte kleine Randeinrisse hinterlegt. Gesamthaft die schlecht zu verwahrender Übergröße und höchster Seltenheit geschuldeten, gut und gern zu tolerierenden Runzeln der Jahrhunderte, überspielt von der

bildhaften  Großartigkeit  der  Komposition

mit ihren, nicht zuletzt,

10  verschiedenen  meisterhaften  Löwen-Physiognomien

(die des elften Löwen verdeckt). Und

wie  elitär  einsam

die  überdies  nur  wenigen  historischen  Zeichnungen  Ridingers

aus  dem  noch  immer  beachlichen  Gros  seiner  Tierzeichnungen  herausragen ,

belegt  ihr  gänzliches  Fehlen

in nachfolgenden opulenten zeichnerischen Ridinger-Beständen :

Weigel (1856, mit ca. 1849 Blatt – davon 17 Löwenblätter üblicher Art – umfangreichster Bestand, zurückgehend auf den 1832 von den Erben erworbenen zeichnerischen Nachlaß) – Coppenrath (1889/90, 66 Blatt) – Wawra (1890, 234 Blatt) .

Erstmalige Marktpräsenz gelegentlich anstehender Löwengruben-Zeichnung denn 1958 bei Faber-Castell , mit weitem Abstand gefolgt von obiger gleichfalls hiesiger, Kunsthistorie schreibender Alexander-Zeichnung mit dem 326er Hyphasis-Geschehen.

Erinnert sei in diesem Zusammenhang nicht zuletzt auch an Hans Möhle’s bereits 1947 gegebenen Hinweis, wonach

„ die  besondere  Leistung  des  deutschen  Barock  auf  dem Gebiet  der  Handzeichnung “

liege, worauf in neuerer Zeit Ruth Baljöhr wieder aufmerksam machte.

Und so bleibt als résumé

ein  auch  optisch  großartiges  Ridinger-Unikat

voll  ganzen  zeichnerischen  Könnens

und  adäquaten  Inhalts

kulturhistorisch  größten  Tiefgangs .

Ruht doch das heutige Judentum auf eben jenen Säulen, die Früchte des, richtiger gesagt, Babylonischen Exils als Mitquelle auch der auf einem „denn er hatte seinem Gott vertraut“ basierenden Löwengruben-Manifestation sind. Denn, es sei wiederholt,

„ In fact the Jews lived quite peacefully and had plenty of opportunity to practice their faith in exile in Babylon.

The  synagogue  and  the  canonization  of  the  Torah

have  their  origins  in  Babylonian  Judaism ,

as , of  course , does  the  Babylonian  Talmud “

(Bryan S. Rennie ,

Westminster College, New Wilmington, PA, in seinem Internet-Beitrag [ca. 2005] „The Dating of the Book of Daniel“ bei Darlegung des sich als Nichtzeitgenosse erweisenden Autors der Überlieferung mit der Folge einer auch verwechselten Regierungsabfolge Kyros/Dareios, vor allem aber auch einer Zuweisung der Daniel-Geschichten in die Zeit des Seleukiden-Herrschers Babylons Antiochus’ IV. Epiphanes, der 167 v. Chr. den Tempel entweihte und zu dessen Zeit [176-163], die eben auch die Zeit des Autors des Buches Daniel sei, „Loyalität gegenüber den jüdischen Gesetzen und die Verweigerung der Anbetung anderer Götter – wie Ausgangspunkt des Löwengruben-Berichts – zur Frage von Leben und Tod wurde“).

Womit sich der Bericht des Löwengruben-Ereignisses als eine Verknüpfung der religiösen Drangsalen zur Zeit des Antiochus mit den historischen Gestalten des Babylonischen Exils erweist. Denn für den um Daniel besorgten König kommt zwangsläufig nicht der Tempelschänder und Religionstyrann Antiochus in Betracht, sondern eben der Perser Kyros, der 539 König von Babylon wurde und 538

das  schicksalwendende  Kyros’sche  Edikt

(vgl. 2. Buch der Chroniken 36, Verse 22 f. bzw. Buch Esra 1, Verse 1-3) als ein

„ entscheidendes  Ereignis  in  der  Geschichte  der  Religion  Israel’s “

(Rennie) erließ, da schlußendlich den Hebräern die Rückkehr nach Israel erlaubend.

Beide Fakten, Glaubensverfolgung unter Antiochus und königliche Hochherzigkeit unter Kyros, bilden den geistigen Gehalt des Löwengruben-Erlebnisses und dessen Botschaft,

als  auserwähltes  Volk  Gottes

unter  Jehovahs  besonderem  Schutze  zu  stehen ,

auch  und  gerade

in  den  Löwengruben  der  Zeitläufte .

Angebots-Nr. 14.859 / Preis auf Anfrage

S. Bernardus. Mit den Marterinstrumenten bestücktes Kreuz haltend, gegen dessen Fußende die Linke zudem einen Totenschädel hält. Links auf einer Steinplatte zwei Folianten, darauf schmucklose Tiara und eine weitere Geißelrute. Bezeichnet: I. El. Ridinger excud. A. V., ansonsten wie vor. 52 x 42,4 cm.

Schwarz 1539 nebst Abb. II, Tafel L; Faber-Castell 174; Wend, Ergänzungen zu den Œuvreverzeichnissen der Druckgrafik I/1 (1975), 215.

Johann Elias Ridinger, S.Bernardus

Nicht bei Thienemann (1856), Stillfried (1876), Weigel, Kunstlager-Catalog, Abt. I-XXVIII (1838/57), Slg. Coppenrath (1889 f.), Helbing XXXIV (Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger, 1900), Rosenthal, Ridinger-Liste 126 (1940).

Kontrastreicher tiefschwarzer Druck mit umlaufend feinem Rändchen, in der rechten oberen Bildecke mit rotem Kreidestift genummert „71.“. Leicht zeitspurig, doch von schönem Gesamteindruck.

Angebots-Nr. 14.864 / EUR  570. / export price EUR  542. (c. US$ 585.) + Versand

Literaturunbekannte  Variante  von  Schwarz 1507

als  zudem

Probedruck  vor  aller  Schrift

Die hl. Maria Magdalena in der Buße in der Wüste. 51,6 x 42,4 cm.

Vergleiche  Schwarz 1507 (51,2 x 38,6 cm; bezeichnet Ioh. Elias Ridinger exc.: Aug. Vind., mit links oben in den Wolken zwei schwebenden Engelsköpfen) als verkleinerte Wiederholung von Schwarz 1506 (66,5 x 48,8 cm; bezeichnet wie vor, doch statt des „exc.“ „invent. et delin.“ und ohne die Engelsköpfe); Wend, Ergänzungen zu den Œuvreverzeichnissen der Druckgrafik, I/1 (1975), 192 (Schw. 1507); Faber-Castell 115 (unachtsam als Schwarz 1506!).

Nicht bei Thienemann (1856), Stillfried (1876), Weigel, Kunstlager-Catalog, Abt. I-XXVIII (1838/57), Slg. Coppenrath (1889 f.), Helbing XXXIV (Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger, 1900), Rosenthal, Ridinger-Liste 126 (1940).

Unbeschriebene  Variante

zu  Schwarz 1507 + 1506

in  Probedruck  vor  aller  Schrift

mit dem weit aussagekräftigeren Lichtstrahl statt unverbindlicher Allerweltsputten, der zudem nicht, wie letztere, in den Wolken angesiedelt ist, vielmehr aus dem gänzlichen, konturenlosen breitflächigen Schwarz oberhalb derselben hereinbricht. Als 3,8 cm breiter als Schwarz 1507 und damit außerhalb der Toleriergrenze unterschiedlichen Arbeitens der Papiere liegend, ist von einer selbständigen Version und nicht nur von abweichenden Zuständen ein und derselben Platte auszugehen. Schon Schwarz beurteilte eine solche Maßdifferenz entsprechend, indem er eine Identität seiner lesenden Magdalena Nr. 1508 mit der ihm nicht vorliegenden inhaltsgleichen von Th.-Stillfried 1421 wegen differierender Breite (38,4 : 42 cm, also ähnlich hier) in Frage stellte.

Die  blühende  junge  Frau

Johann Elias Ridinger, Die hl. Maria Magdalena

–  nach den Evangelien eine der ersten bzw. (Joh. 20,1)

die  erste  Zeugin(nen) der Auferstehung  –

in  Kontrast  zu  Totenschädel

und Kette in bildlicher Tradition von El Greco und Jusepe de Ribera und unvergleichlich reizvoller als namentlich das durch Stahlstich weitverbreitete Sujet der in idyllischer Landschaft lesenden Magdalena Correggio’s, doch auch exaltierter anderweitiger früherer Darstellungen. Daß Ridinger den Totenschädel auch in Verbindung mit dem Buch-Attribut einsetzte (besagte Schwarz 1508, Stillfried 1421) – wie übrigens auch sein italienischer Zeitgenosse Batoni, 1708-1787, aber auch bereits El Greco, 1541-1614 – ergibt sich angesichts seiner das Œuvre vielfältig abgestuft durchziehenden Vanitates von selbst. Aber auch bildästhetisch ist seine anstehende Magdalena mit ihrem elegant drapierten Busen eine Klasse für sich.

Herrlicher  Druck  adäquater  Erhaltung

bei umlaufend 5-10 mm Rand. Drei unterschiedlich lange professionell geglättete Querfalten bildseits ebensowenig wahrnehmbar wie eine kleine Restauriermaßnahme in Brusthöhe. Rostfleckchen in der Himmelspartie, drei stecknadelkopfkleine Löchlein rechts im weißen Papier- (2) bzw. Bildrand.

Angebots-Nr. 14.868 / EUR  1380. / export price EUR  1311. (c. US$ 1416.) + Versand

„ Das  große  Totentanzblatt “

Totentanz. Kreiskettenreigen von neun Frauen plus Gerippen um geöffneten Sarg mit zwei Gerippen inner- und außerhalb der Friedhofsmauer als Mittelstück. Darüberhinaus, zurückgesetzt, Kapelle + Beinhaus (?) samt Mauern. In den Ecken Sündenfall – Golgatha – Ewiges Leben + Fegefeuer, dazwischen zwei Textkartuschen. Umgeben im Außenfeld von 12 Medaillons nebst Textkartuschen für den Tanz der Männer, getrennt von 8 (6 verschiedenen) Vanitas-Attributen. Bezeichnet: Ioh. Iacob Ridinger sculps. / Ioh. El. Ridinger excud. Aug. Vindel., ansonsten wie nachfolgend. 65,3 x 48 cm.

Th.-Stillfried + Schwarz 1428. – Abbildung in L’Art Macabre 2, Jahrbuch der Europ. Totentanz-Vereinigung, D’dorf 2001, innerhalb des hiesigen Beitrags „Die Vanitas-Symbolik bei Joh. El. Ridinger“. – II. Zustand (von 2?), wie auch das Explr. der Staatlichen Graphischen Sammlung München. – Die Exemplare Stillfried + Schwarz und das der Versteigerung Gräflich Faber-Castell (1958) als

„ Das  große  Totentanzblatt

Johann Elias Ridinger, Totentanz

Hauptblatt “

an Hand ihrer Beschreibungen zustandsmäßig nicht fixierbar. Hingegen erweist sich das von Patrick Pollefeys im Internet vorgestellte als früherer, derzeit zu unterstellender Erstzustand.

Nicht bei Thienemann und in Dresden, siehe unten, fehlend den umfangreichen Beständen Weigel (1857), Coppenrath (1889/90) , Wawra (1890) , Helbing (1900) , Rosenthal (1940) u. a. m.

Oben + rechts mit nahezu durchgehend feinem Rändchen, links + unten (hier gleichwohl bei 1,5 cm breitem Plattenrand) überwiegend auf Plattenkante geschnitten. – Hälftig alt per Eckmontage auf breitrandiges Bütten aufgelegt, wovon eine Ecke sich unter Rißbildung (restauriert) gelöst hat. Praktisch nicht störende Mittelfalte.

Das  druck-  und  erhaltensmäßig  sehr  schöne  Exemplar

– nicht Provenienz Faber-Castell/Castell Rüdenhausen – von in allen Partien nuanciertem Hell-Dunkel. Und solchermaßen

von  größter  Seltenheit

nicht allein am Markt, wie oben belegt, sondern generell.

DAS  ERSTE  DER  GROSSFORMATIGEN  ZWEIBLÄTTERIGEN  FOLGE

mit der hier nicht präsenten „Allegorie der Lebensalter“ als Gegenstück (Th.-St. + Schwarz 1429; Abbildung des Exemplars in Augsburg in L’Art Macabre 2 wie oben)

ALS  EINEM  HÖHEPUNKT  DER  RIDINGER’SCHEN  VANITATES

in aktualisierter Wiederholung eines anonymen Flugblattes des späten 16. oder frühen 17. Jahrhunderts, jedenfalls „vor 1623“ als der „nachweisbar früheste(n) und bekannteste(n) Totentanzillustration dieser Art im deutschsprachigen Raum“.

Die Kartuschen-Texte jeweils in latein. + deutscher Version. – Im Mittelstück zwischen Golgatha + Ewigem Leben „Der Todt Christi zu nicht hat gemacht / Den Todt, und Sleben wider-bracht.“ + unten zwischen Südenfall + Fegefeuer „Den Todt und ewige höllische Pein / Hat veruhrsagt die Sünd allein.“

Das Außenfeld führt im Uhrzeigersinn die gesellschaftlichen Stationen des großen Endeinerleis von 1-12 vor, wobei die Statussymbole achtlos auf der Erde liegen. Nur dem Narren ist die Schellenkappe belassen und umfaßt die Rechte die Pritsche.

„ Papa. / Pabst. … Des Pabst gewalt den Tod nicht halt.  //  Imperator. / Kayser. … Das haupt der welt dem Tod heim fällt.  //  Rex. / König. … Des haupts gekront der Tod nicht schont.  //  Cardinalis. / Cardinal. … Den Cardinal ich auch hin hal.  //  Episcopus. / Bischoff. … Byder (nicht Stillfried’s ‘Vader’; latein.: Et Episcopalis mitra juris est mei), Bischoff, führ ich aufn Frythoff.  //  Dux. / Herzog. … Seyst Herr oder Fürst dem Tod zletz wirst.  //  Comes. / Graf. … In Graffn und Knecht der Tod hat recht.  //  Nobilis. / Edelman(n). … Kein Edel blut dem Tod ist zu gut.  //  Civis. / Burger. … Kein mensch hie hat ein bleibend Statt.  //  Rusticus. / Baur. … Der baur auch muß unters Tods fuß.  //  Mendicus. Bettler. / Miles. Kriegsman(n). … Kriegsman(n), Bettler, gleich halten her.  //  Stultus. Narr. / Enfans. Kind. … Kindt Narrn Zugleich gehören in mein reich. “

Als die wesentlichen Bindeglieder seien erwähnt oben/unten Mitte, jeweils untereinander, Zeituhr (12 Uhr 25), Stundenglas, Totenschädel, Knochen + Totenschädel mit aufsitzendem Kelch/Trichter (?), mit Flüssigkeit gefüllter Eimer mit Rührstab. Links/rechts Mitte gekreuztes Totengräberwerkzeug zwischen Totenbahre + Sarg mit Bahrtuch, von vier Leuchtern flankiert.

DAS  HIER  ERSTMALS  AUFLIEGENDE  GROSSARTIGE  BLATT  REICHSTER  THEMATIK .

Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 28.933 / Preis auf Anfrage

Ridinger’s  Memento  Mori

als  ein  niederländisch  gespeistes  Wetterleuchten

im  Œuvre  des  Meister’s

Und  eine  seiner  großen  Raritäten  dazu

Memento Mori. Auf der auf dem Tisch liegenden Bibel Totenschädel mit etlichen fehlenden Zähnen. Rechts davon Vase mit blätterndem Blumenbouquet, links, wie seltener, Schale mit Seifenblasen, auf der ein vierfingrig gezackter Stab mit anhängendem Siegel ruht, sowie heruntergebrannte(s) Kerze/Lebenslicht, auf dessen Ständer eine Kerzenschere, dahinter Sanduhr und darüber Vorhang mit großem zackigen Ausriß für den Vorhang des Lebens, seit dem Mittelalter aber auch Symbol des Geheimnisvollen, dessen ggf. religiöser Trost von dem Loch indes schon wieder konterkariert wird. Unter der Bibel hervorschauend und über den Tischrand hinausragend ein unbeschriebenes Blatt Papier mit Einriß und Eselsohr. Bezeichnet: Ioh. Elias Ridinger inv. et exc. Aug. Vind., ansonsten wie vor und nachfolgend. 51,6 x 42 cm.

Stillfried (3. Nachtrag zu Thienemann, 1876) + Schwarz (Coll. Gutmann, 1910) 1426, offenbar beide III (von III); Rosenthal, Ridinger-Liste 126 (1940), 434 (ohne Rand, wohl dito); Faber-Castell 145, Zustand I (von III) wie auch das Exemplar der Staatlichen Graphischen Sammlung München (1963:1644); Wend, Ergänzungen zu den Œuvreverzeichnissen der Druckgrafik, I/1, 289 (1975, Stillfried’s Beschreibung wiedergebend); Ridinger-Katalog Kielce (1997), 172, II (von III) nebst Abb.; Niemeyer, Die Vanitas-Symbolik bei Joh. El. Ridinger in Wunderlich (Hrsg.), L’Art Macabre 2, 2001, Abbildung S. 103 (III. Zustand).

Nicht bei Thienemann (1856), Weigel, Kunstlager-Catalog, Abt. I-XXVIII (1838/57), Slg. Coppenrath (1889 f.), Slg. Hamminger (1895), Helbing XXXIV (Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger, 1554 Positionen; 1900).

Mit  Untertext:

„ Quid q(uid) agis, prudenter agas et respice finem, Sir. 7.c.
Was du thust so bedencke das Ende, so wirst du nimmermehr übels thun .
(Sir. 7. Cap.) “

Früheste  Fassung

Johann Elias Ridinger, Memento Mori

dieses  bildhaft-schönen  Vanitas-Stillebens

als

EINER  DER  INTERESSANTESTEN  RARITÄTEN  DES  RIDINGER-ŒUVRE ,

deren verschiedene Zustände von der hier vorliegenden Literatur bislang nicht erfaßt worden und nach derzeitigem hiesigen Kenntnisstand in ihren Abweichungen in drei Zustände zu unterteilen sind. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 14.856 / Preis auf Anfrage

Erstmals  1910  von  Schwarz  beschrieben

Großer  Franziskaner — Patron  der  Tiere

S. Antonius de Padua. Halbfigur mit elliptischem Heiligenschein sitzend nach links, das in Wolken schwebende Jesuskind in seinem Strahlenkranz anbetend. Die gefalteten Hände ruhen auf einem geöffneten Buch, unter dem links ein langer Blütenzweig herausschaut. Bezeichnet wie vor. 53,1 x 39,9 cm.

Schwarz (1910) 1533; Gräflich Faber-Castell (1958) 172.

Nicht bei Thienemann (1856) , Stillfried (1876) , Weigel, Kunstlager-Catalog I-XXVIII (1838/57) , Slg. Coppenrath (1889 f.) , Helbing XXXIV (Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger; 1900) , Rosenthal, Ridinger-Liste 126 (1940).

Von schöner Rundum-Breitrandigkeit: links 2 cm, oben + rechts 2,5, unten 3 cm. – Bildseits von optisch leicht altersspurigem Gesamteindruck bei gleichwohl kontrastvollem Hell-Dunkel. Der weiße Oberrand rückseits mit Montagespuren mit diesbezüglichen zwei Löchlein.

Antonius (Lissabon 1195 – Padua 1231) „trat 1210 in den Augustiner-, 1220 in den Franziskanerorden, durchzog dann als gewaltiger Bußprediger Südfrankreich und Oberitalien … und wurde 1232 von Gregor IX. heilig gesprochen. Nach der Legende soll er den Fischen gepredigt haben, als die Menschen ihn nicht hören wollten, daher gilt er als

Patron  der  Tiere ,

dem  zu  Ehren  in  Rom  das  Fest  der  Tierweihe

17.-25. Jan. gefeiert wird. Seine mystischen und asketischen Schriften wurden mit denen des heil. Franz herausgegeben. Sein Gedächtnistag ist der 13. Juni“ (Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., I, 657/II).

Angebots-Nr. 14.964 / EUR  870. / export price EUR  827. (c. US$ 893.) + Versand

Patronin  der  Musik

S. Cæcilia. Hier mit der Harfe als seltenerem Attribut, verziert mit Märtyrerin-Palmwedel + Engelskopf. Bezeichnet: Ioh. El. Ridinger excud. A. V., ansonsten, in der oberen Kavität der großen Muschel-Kartusche im Unterrand, wie vor. 51,2 x 38,8 cm.

Stillfried (1876) 1420. – Nicht bei Thienemann (1856) und mit Ausnahme von Gräflich Faber-Castell (1958) hier auch anderwärts nicht nachweisbar. – Schwarz (Slg. Baron von Gutmann, 1910) unbekannt gebliebene Format-Variante, der im Zweifel ob des von Stillfried im 3. Th.-Nachtrag genannten – und anstehendenfalls nunmehr bestätigten – Formates unter gleicher, doch mit Fragezeichen versehener Position sein 61,5 x 49,5 cm messendes Exemplar verzeichnet. – Alt per Eckmontage auf besonders breitrandiges schweres Bütten aufgelegt, welches an zwei Außenrändern angebräunt ist. – Unten mit durchgängig feinem Papierrändchen, an den Seiten ein solches stellenweise unterbrochen, oben auf Plattenkante geschnitten.

Das  reiche  Blatt

Johann Elias Ridinger, S. Cæcilia

in  seltenerer  Komposition

in  druck-  und  erhaltensmäßig  herrlichem  Exemplar – nicht Provenienz Faber-Castell/Castell Rüdenhausen – von in allen Partien nuanciert leuchtendem Hell-Dunkel. Und solchermaßen von ganz außerordentlicher Seltenheit nicht allein am Markt, wie oben belegt, sondern auch generell.

Von der Legende zur Erfinderin der Orgel gemacht, gilt der 22. November dem kirchlichen Gedächtnis dieser edlen Römerin des 3. Jahrhunderts. Doch ganzjährig und über die Konfessionen hinaus ist sie die Patronin der Musik, insonderheit der Kirchenmusik. Hier denn

MIT  DER  HARFE  ALS  SELTENEREM  ATTRIBUT .

Und gehört damit zu jener „exklusive(n) Gesellschaft himmlischer Intervenienten – oder protestantisch gesprochen: himmlischer Vorbilder -“ die ganz aktuell, wenngleich „seit längerem schon … Historiker(innen) wieder (für sich) entdeckt … (und) wissenschaftlich reanimiert“ haben (Peter Burschel in Rezension von Brad Stephan Gregory’s Salvation at Stake — Christian Martyrdom in Early Modern Europe in der FAZ vom 2. 8. 2000).

Angebots-Nr. 28.402 / EUR  1738. / export price EUR  1651. (c. US$ 1783.) + Versand

Die  vielfältige  Patronin

Beschützerin der Berg- + Hüttenleute und Tunnelbauer , der Artilleristen und damit der Mariner , der Alchemisten + der Apotheker ebenso wie der Chirurgen

bis  hin  zu  den  Sterbenden ,

doch  angerufen  auch  zum  Schutze  vor  dem  Blitz

S. Barbara. Mit dem Schwert als Sinnbild ihres Sterbens. Bezeichnet: Ioh. Elias Ridinger excud. Aug. Vind., ansonsten wie vor. 56,8 x 41,3 cm.

Schwarz 1538 nbst Abbildung; Gräflich Faber-Castell (1958) 173.

Thienemann (1856) + Stillfried (1876) unbekannt gebliebene Version und abgesehen von Baron Gutmann (Schwarz, 1910) hier nur noch für seinerzeit Gräflich Faber-Castell nachweisbar. – Variante zu Th. 1287 mit dem Schwert statt des dortigen Palmzweiges. – Stillfried + Schwarz 1418 verzeichnen ohne Erwähnung der hiesigen Krone eine ggf. wohl sonst nahezu identische, auch formatgleiche, doch gänzlich unbezeichnete andere Fassung (diese auch nur als bereits „Aeusserst selten“ 1889 bei Coppenrath + 1958 gleichfalls bei Gräflich Faber-Castell; Vorzustand hiesiger 1538?), in der Stillfried möglicherweise ein Pendant der 1419er

Hl. Catharina  als  der  sakralen  Zwillingsschwester

sieht.

Nicht Provenienz Faber-Castell/Castell Rüdenhausen. – Alt per Eckmontage auf schweres Bütten aufgelegt, welches an drei Außenrändern angebräunt ist. – Nahezu rundum mit ganz feinem Papierrändchen. – Kleine Wurmspur im freien Außenfeld oben rechts.

Das  wundervoll  reiche

Johann Elias Ridinger, S. Barbara

wundervoll  große  Blatt

in  druck-  und  erhaltensmäßig  herrlichem  Exemplar von in allen Partien nuanciert leuchtendem Hell-Dunkel. Und solchermaßen von ganz außerordentlicher Seltenheit nicht allein am Markt, wie oben belegt, sondern auch generell.

Das  auch  bildlich  zeitlos  großartige  Patronats-Blatt

der „Fremden“ (wahrscheinlich um 290 bis 306) aus wohl Nikomedia in Kleinasien, die ihrer Schönheit wegen von ihrem Vater erst in einen Turm gesperrt und später ihres Christentums halber enthauptet worden war. Der 4. Dezember gilt ihrem kirchlichen Gedächtnis. Doch ganzjährig ist sie die Schutzpatronin der Krieger, insbesondere der Artilleristen, wird zum Schutz gegen Gewitter, deren Blitze einst den Vater nach seiner frevelhaften Tat verbrannt hatten, und von all denen angerufen, die dem Tod, gar unbußfertig zudem, ins Auge schauen,

namentlich  aber  der  Bergleute  im  Stollen  und  der  Tunnelbauer .

Und “(a)uf französischen Kriegsschiffen hieß früher die ihrem Schutz befohlene Pulverkammer Sainte-Barbe“ (Meyers Konvers.-Lex., 4. Aufl., II, 357). Wie vom Pulver her sich denn auch Weiterungen ergaben:

„ Von den Alchemisten als ‚Pulvermachern‘ ist es nicht weit zu den Apothekern, deren Geschäfte, besonders in den Montanrevieren, häufig den Namen St. Barbara tragen. Auf eine Besonderheit verweist die ‚Privilegierte Hofapotheke in Sigmaringen‘ … In diesem Hause wurden Pharmazie, Wundbehandlung, Chirurgie und Chirurgielehre betrieben.

Bei einem … Umbau … ist ein (barockes) Deckengemälde freigelegt worden, das St. Barbara darstellt … Der Bauherr fand, unterstützt durch Kunstgeschichtlicher und Theologen, heraus, daß

St.  Barbara  auch  Patronin  der  Chirurgen

gewesen sein muß. Denn in dem besagten Zimmer mit Deckengemälde lagen offensichtlich die Kranken um ihr Leben bangend mit dem Blick zur Decke. Sie konnten sich in Erwartung eines medizinischen Eingriffs von der

Nothelferin  mit  dem  Hostienkelch

in der Hand trösten lassen “

(Nemitz-Thierse, St. Barbara, 2. Aufl., Essen 1996, S. 199). – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

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Und Gott der Herr pflanzte einen Garten in Eden … Gottes Schöpfung feiert den für Adam ersten Sonnenaufgang. Radierung + Kupferstich. 2. H. der 40er. Bezeichnet: Joh. Elias Ridinger inv. fec. et excud. A. V., ansonsten Gen. 2, 8 wie vor in Dt./Frz. und latein. Vers des Hl. Ambrosius. 39,3 x 54 cm.

Thienemann + Schwarz 808. – Blatt 2 der 12blätt. Paradies-Folge als der „Very fine composition, showing all the animals of the chase in natural surroundings, with beautiful light effects“, Schwerdt III, 144.

Johann Elias Ridinger, Gott pflanzte einen Garten in Eden

Nicht Provenienz Faber-Castell/Castell Rüdenhausen. – Mit 1,5-3,1 cm breitem Rand. Aus altem Münchner Privatbesitz stammend, wurde das Blatt entrahmt und gereinigt, sodaß die Druckqualität auch optisch wieder zur Geltung kommt. – Bildseits nicht wahrnehmbarer, nahezu horizontal noch etwa 5 cm durch die rechte obere Bildecke verlaufender Einriß sowie drei kleine Einrisse im weißen Oberrand säurefrei hinterlegt.

Angebots-Nr. 28.366 / EUR  610. / export price EUR  580. (c. US$ 626.) + Versand

Und gab ihrem Manne auch davon, und er ass. Radierung + Kupferstich wie vor. – Thienemann + Schwarz 814. – Blatt 8 der Folge. – Eine ausgeführte Vorzeichnung und drei Entwürfe Weigel 803-806. Drei Entwürfe in Augsburg zur zentralen Zweiergruppe, davon eine ausgeführt.

Johann Elias Ridinger, Und gab ihrem Manne auch davon, und er ass

Im rechten äußeren Bildfeld fünf (drei größere) bildseits nicht wahrnehmbare säurefreie Rißhinterlegungen, ein solcher im weißen Unterfeld bis an die Bildkante heranreichend.

Angebots-Nr. 28.369 / EUR  535. / export price EUR  508. (c. US$ 549.) + Versand

Soweit  Ridinger’s  Hommage  an ein zeitloses Thema , zu dem es 200 Jahre später heißt :

„ Kokoschka  ist  fasziniert …

von  den  Gesichtern  der  großen  Päpste “

Kokoschka, Oskar (Pöchlarn 1886 – Villeneuve/Montreux 1980). Papst Leo X. (Giovanni de Medici) nach Raffael. Brustbild, sitzend. Lithographie. (1972.) Bezeichnet in Bleistift: OKokoschka. 32 x 23,5 cm.

Wingler-Welz 472. – Nr. IL/LXXV (numeriert IL/175) Explren. der Vorzugsdrucke in Braun auf Japan-Bütten. Die von 76-175 numerierten Ordinärabzüge in Blau auf BFK-Rives-Bütten. Diese Auflagenzahlen jeweils für den deutschen und englischen Markt. – Heinz Spielmann :

„ Kokoschka  ist  fasziniert … von  den  Gesichtern  der  großen  Päpste ,

die den entscheidenden Schritt einer Erneuerung der christlichen Kunst durch die Kunst der Antike taten. In den sparsamen, mehr Notizen gleichenden als Detailtreue anstrebenden Zeichnungen nach Raffaels Porträts der Päpste Julius II. und Leo X. übersetzt K. ihre Haltung und Physiognomie in seine eigene Sprache. Die beiden Päpste, das verraten die Skizzen, wären auch für ihn geeignete Modelle gewesen. “

Anstehende Arbeit nach Blatt 13 des Skizzenbuches D von 1956-57, darstellend den Vater der „Blütezeit der italienischen Künste und Wissenschaften“, dessen Zeitalter als Leoninisches in die Geschichte einging. Denn

„ Für  alle  Zeiten  berühmt

machte  er  sich

Oskar Kokoschka, Papst Leo X.

durch  Beförderung  der  Künste

und  durch  Schöpfung  der  glänzendsten  Bauwerke “

(Meyers Konvers.-Lex., 4. A., X, 691). Womit er, Zweitgeborener Lorenzo’s des Prächtigen,

„ die  erloschene  Größe  seines Hauses  neu  (begründete) “

(Gerrit Walther in der FAZ vom 6. 6. 2003).

Daß seine namentlich zwecks Vollendung der Peterskirche verkauften Ablaßbriefe den ersten äußeren Anlaß zur Reformation gaben, umreißt die Fülle seiner Persönlichkeit.

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„ Gerne kaufe ich den (1573er) Band … “ & „ Das Buch ist angekommen – wunderschön ! “

(Mr. M. R., June 9 & July 1, 2016 resp.)