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Das  königliche  Auge

Zum  400.  Geburtstag  Philipp’s  IV.  von  Spanien

Velázquez / Philipp IV. von Spanien

am  8.  April  2005

In den Geschichtsbüchern ist seine Regierungszeit (1621-1665) schnell abgehakt. Großenkel Kaiser Karls V., hinterließ ihm sein Vater „die Staatsfinanzen in grenzenloser Verwirrung“ (Meyer), letzterer seinerseits mit einer väterlichen Schuldenlast von 150 Mill. Dukaten gestartet war, aufgehäuft vom geschichtsdominanten Philipp II., nicht zuletzt für dessen bei Auslaufen alles bisherige in den Schatten stellende Armada gegen die Engländer, deren nicht minder gewaltiges Scheitern – „Gott der Allmächtige blies, Und die Armada flog nach allen Winden“ (Schiller) – in der nordniederländischen Marinemalerei der Zeit sein augenlustvolles Echo fand, in jener Region also, die für Spanien ein weiteres Dukatenfaß ohne Boden war und zum politischen Aus des Landes kräftigst beitrug. So tat Philipp IV. es dem Vater gleich und überließ die unerquicklichen Alltagsgeschäfte sehr rasch weniger Hochwohlgeborenen. Um sich dem zu widmen,

das  Leben  erst  zu  Leben  macht – der  Kunst .

Und diesbezüglich in eben jenen Niederlanden, wenngleich deren südlichen, die Erfüllung seiner Wünsche fand, das Labsal seiner Seele, die unendliche Freude und Beglückung, kurz, die Befriedigung der

Lust  seiner  Augen .

Mit dem königlichen Rubens in Antwerpen als Anlaufstelle + Drehscheibe,

dessen 1628/29er Aufenthalt in Madrid

Gerard Mercator, Kastilien
1630er Neuauflage der auf Madrid zentrierten Karte von 1606

eine Verbindung zementierte, die mit 1636/38er Auftrag über 120 Öle als komplette Dekoration des Jagdschlosses Torre de la Parada kulminierte. „Philipp IV became Rubens’ most important late patron, acquiring or commissioning works for the Alcázar, Buen Retiro (1632), and … the Torre de la Parada“ (Peter C. Sutton, The Age of Rubens, 1993, S. 40). Auszuführen durchaus unter Beteiligung Dritter, wozu sich Rubens namentlich auch der Mitarbeit

Frans  Snyders’

1579 Antwerpen 1657

versicherte, mit dem er in puncto Tiere und Früchte gelegentlich zusammenarbeitete, wofür Hella Robels in ihrem Snyders’schen Werkkatalog (1989) 40 Öle als gesichert nachweist.

War die Heranziehung von Kollegen für besagte 1636/38er

„ berühmten  Aufträge  Philipps  IV.  von  Spanien “

– für  die

„ Snyders … 60  ( sic ! )  Bilder  zu  liefern  hatte “ –

(Robels, a. a. O., S. 99) Rubens gänzlich allein überlassen, so sah der gleichfalls über diesen laufende Auftrag von 1639/40 über 18 Bilder für das Schloß in Madrid

Snyders  ausdrücklich  als  Mitauftragnehmer  vor .

Gemessen an Rubens’ Eigenbeitrag dieser letzten Jahre von lediglich (!) über 80 Arbeiten (Sutton, a. a. O., S. 44) erweist sich solchermaßen schlagartig

Snyders’  enormer  Anteil  und seine  Wertschätzung  seitens  Philipp’s .

Ein Teil dieser Unsagbarkeiten wurde 1734 durch Brand vernichtet, doch sind davon 17 als einst zur „Sammlung König Philipp IV.“ gehörend durch Kopien für Snyders gesichert. Und 20 weitere im Original überliefert im Museo del Prado als nationalem Nachfolger der Königlichen Gemälde- und Skulpturengalerie mit

„ einer  der  bedeutendsten  Gemäldesammlungen  der  Welt ,

darunter  viele  Werke  ersten  Ranges .

Das  beste ,

was  die  span.  Herrscher  im  Lauf  der  Jahrhunderte  zusammengetragen  haben ,

ist  hier  vereinigt ,

… von  den  nichtspan.  (Meistern)  bes.  die  alten  Niederländer … “

(Jahn, Lexikon der Kunst, 1957, S. 553).

Mit Philipp IV. als dem zentralen spiritus rector dieser Versammlung („was largely responsible for building up the royal collection of paintings, which later became the basis of the Prado Museum“, Columbia Encyclopedia, 6. Aufl., 2005).

Und  nirgends  ist  Snyders  reicher  präsent .

Erst mit sichtbarem Abstand (14) gefolgt von München und mit je 9 von der Eremitage und den öffentlichen Sammlungen in Antwerpen und Brüssel.

Was alles einst unter Snyders’ Namen lief, ist heute auf weniger als die Hälfte gelichtet.

Und  nur  1 4 ( sic ! ) seiner  Öle

hebt  Robels  innerhalb  des  Kataloges  per  Wertung  eigens  hervor !

Darunter …


“ Yes please. I take that (further) copy.
I have now fetched the (last) parcel at the post office and I was very pleased. First of all: thank you for making so good parcel. I hate when I receive damaged copies because of bad envelopes. So once again: thank you very much for handling the items with such care! For me that is another word for seriousness and professionalism.
It was also a good copy and I liked it very much.
Please let me know if there is more items coming up ”

(Mrs. G. H., June 19, 2006)