Nun dreht sich’s um den Festtagsbraten
zu dem niemeyer’s Ihnen gesegneten Appetit wünscht ,
eingebettet in auch sonst rundum schöne Tage
und als solide Grundlage für einen harmonischen Jahreswechsel
als Auftakt zu einem gesunden, und damit guten, Wünsche erfüllenden
und recht viel Freude bereithaltenden neuen Jahr.
und um den der sie bringt
Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Welch eine Boßheit ists, die hier der Fuchs verübet! Reineke, eine Gans am Schlafittchen, eine von Felsgestein gesäumte hochherrschaftliche Freitreppe im Walde emporsteigend. Radierung + Kupferstich von Martin Elias Ridinger (1731 Augsburg 1780). Bezeichnet: XXII. / Ridinger, sculps., ansonsten wie vor und unten. 34 x 24,6 cm.
Thienemann + Schwarz 365; Helbing XXXIV, Arbeiten von J. E. und M. E. Ridinger, 880: „Sehr selten“ (1900). – Blatt XXII der 1779 abgeschlossenen 46blätt. Folge „Zu den besondern Ereignissen u: Vorfallenheiten bey der Jagd“ ( „The rarest set of Ridinger’s sporting line engravings“, Schwerdt 1928) und ausschließlich von Johann Elias Ältestem, Martin Elias, nach überwiegend väterlicher Vorlage auf Kupfer übertragen. – Im weißen Oberrand die zwei Löchlein der usprünglichen lieferungs- bzw. paarweisen Heftung (punktgenau harmonierend: Blatt XXIII, Th. 366, des von einem Paar Alpen-Geieradlern zu Tode gestürzten Gams) als eben der Rache der Gefiederten für Reineke’s Frevel hier, denn
„ Er stellt mit schlauer List unschuldigen Vögeln nach .
Und so hast du, o! Mensch, auch deinen Gott betrübet, Der durch den Raub der Thier dich führt auf seine Rach.“
Leuchtend herrlicher Erstausgabendruck
mit der römischen Numerierung
(„Wenn sie fehlen, so deutet dies auf spätere Abdrücke“, Thienemann)
mit Provenienz von Behr des Hauses Stellichte
und wohl zwischen 1768 + vor 1779 unmittelbar von den Ridingers erworben. Das Geschlecht derer von Behr selbst tief in die Jahrhunderte zurückreichend und bereits 1470 mit dem Wasserschloß zu Stellichte im Niedersächsischen belehnt.
Dreiseits 2,8-6,2 cm breitrandig, links 2,5 cm, davon 1 cm umgeschlagen gewesener Heftrand nebst Heftlöchlein. Das Helbing’sche Exemplar seinerzeit nur „mit fast vollem Rand“. In auch makellosem Zustand und solchermaßen von ausgemachter Seltenheit.
Angebots-Nr. 14.468 / verkauft
– – – Ein neues Exemplar in herrlichem, breitrandigem Erstausgabendruck. – Angeschnittene alte Bister-Numerierung in l. Oberecke.
Angebots-Nr. 15.715 / EUR 808. / export price EUR 768. (c. US$ 1046.) + Versand
Volle Rohre allein
wildpreten noch keine Gans …
Heubner, Friedrich (Dresden 1886 – vor 1955). Der Protz. Von Biedermann auf Gänse ins Schilf gerudert – doch bislang füllen nur die abgeschossenen Patronenhülsen das Boot. Lavierte Tuschfederzeichnung. Monogrammiert, datiert: F H (19)19. 235 x 300 mm.

„ Ja um Gottswilln Herr Hunzelmeier ,
warum schießen’s denn immer alle beide Läuf auf oamal ab --- ?
(?) – warum nich’ ich kann mers doch leisten -- ! “
Vollmer II, 436. – Karikatur aus Heubners (das Monogramm-F hier als T lesbar) Münchner Zeit, so Redaktionsvermerk, für die „Jugend“ oder eines der anderen illustrierten Blätter, für die er arbeitete. Titel + Untertext in Bleistift wohl von Redaktionshand.
Heubner war Schüler von Julius Diez an der Münchner Kunstgewerbeschule, dann, u. a. mit Emil Preetorius, Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der „6“, „die eine Erneuerung der Reklamekunst anstrebte. 1932/40 Prof. f. Freie Graphik an d. Staatssch. f. angewandte Kst. in Nürnberg“, dann an der entsprechenden Münchner Akademie.
Angebots-Nr. 12.050 / EUR 291. / export price EUR 276. (c. US$ 376.) + Versand
… dann schon lieber vom Profi Ridinger sie fangen lassen
Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Anno 1719. Ist dise extra Grosse Wilde Gans bey Maul=brunn auf einem Teiche im Schilff von disem Fürstl: Hüner Hund Lebendig gefangen worden. Großes Vordergrundgeschehen, eingebettet in reiche Uferlandschaft. Radierung + Kupferstich. Bezeichnet: J. El. Rüdinger (sic!) del. sculps. et excud., ansonsten wie oben 1745. 36,8 x 28,1 cm.

Thienemann + Schwarz 278; Ortega y Gasset, Meditationen über die Jagd, 1981, blgr. Abb. S. 29. – Blatt 36 der Wundersamsten Hirsche. – Thematisch als Bl. 7 einbeziehbar in die zunächst 4-, doch auch 6-8blätt. Suite der Vorstehhunde Th. 101-104 + 274, 328 + 308, indes größeren Bildformates als die Grundfolge. – Fast nur rechts außen im breiten weißen Unterrand ein wenig altersfleckig.
Angebots-Nr. 12.068 / EUR 649. / export price EUR 617. (c. US$ 840.) + Versand
Wobei längst nicht jeder sie auch apportiert …
… denn Gänsebraten behagt auch anderen
Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Ein böser Feind hat hier die wilde Gans erschrekt; Sie war mit ihrer Brut in sichres Rohr verstekt. Sie glaubte sich ganz frey von allen Überfällen; Allein der Iltis weiß ihr heimlich nachzustellen. Er greift sie muthig an, hört nicht auf ihr Geschrey, Sein Hunger wird gestillt; er ist vergnügt dabey. In dichtem Schilf, ein Elternteil abstreichend, die Küken flüchtend, zurückgesetzt ein Anwesen. Radierung + Kupferstich von Martin Elias Ridinger (1731 Augsburg 1780). Bezeichnet: XIV. / Ioh. El. Ridinger, inv. et del. / Mart. El. Ridinger, sculps. A. V., ansonsten wie vor. 28,3 x 26,4 cm.
Thienemann + Schwarz 357. – Oben gerundetes Blatt XIV der 1779 abgeschlossenen 46blätt. Folge „Zu den besondern Ereignissen u: Vorfallenheiten bey der Jagd“ ( „The rarest set of Ridinger’s sporting line engravings“, Schwerdt 1928) und ausschließlich von Johann Elias Ältestem, Martin Elias, nach überwiegend väterlicher Vorlage auf Kupfer übertragen. Die Folge selbst „fast durchgängig so eingerichtet, dass immer zwei und zwei mit einander harmoniren und Seitenstücke bilden, wie sie denn auch paarweis verkauft worden sind“ (Th.). Zugehörig hier Blatt XV, der Kuder Reiherjagd.
Herrlich warmtoniger Erstausgabendruck
mit der römischen Numerierung
(„Wenn sie fehlen, so deutet dies auf spätere Abdrücke“, Thienemann)
mit Provenienz von Behr des Hauses Stellichte
wie eingangs. – Oben + unten 7,5 cm breitrandig und hier im Außenbereich minimalst bis ganz leicht stockstippig, die Seiten 1,5 cm und links außen mit kleinen Heftspuren.
Angebots-Nr. 14.489 / verkauft
Und so tönt das Ende vom Liede
„ Fuchs Du hast die Gans gestohlen ,
gib sie wieder her ,
sonst wird Dich Graf Öhringen holen
mit dem Schießgewehr “
Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Anno 1720. Haben disen gantz weissen Fuchsen, Ihro Excellenz Herr Graf von Ohringen (Hohenlohe-Öhringen) ohnweit Ohrenthal (bei Öhringen an der Ohrn im Ohrngau) selbst geschossen. „Der weisse Fuchs ist an einem Hinterlaufe aufgehängt, daneben ein starker Windhund angebunden, davor einer schlafend und noch drei andere Jagdhunde.“ Radierung + Kupferstich. (1750/53.) Bezeichnet: Joh. El. Ridinger Sculps. et excud. Aug. Vind. 34,7 x 25 cm.

Thienemann + Schwarz 298; Ortega y Gasset, Meditationen über die Jagd, 1981, blgr. Abb. S. 65. – Blatt 56 der „Vorstellung der Wundersamsten Hirsche und anderer Thiere“. – Reiches, in der Darstellung oben bogenförmig geschlossenes Blatt, wie auch die sich anschließenden vier der Folge. – Unter- und stellenweise rechter Außenrand kaum störend etwas fleckig.
Angebots-Nr. 12.073 / EUR 698. / export price EUR 663. (c. US$ 903.) + Versand
Doch ihr Gänse , die ihr denn übriggeblieben seid
im Jahre des Heils 2004
horcht auf die Eule ,
denn sie ist nicht nur der Vogel der Weisheit ,
sondern , AHA , auch
der Vogel des Jahres 2005
Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Die Unschuld wird oft durch der Bösen Haß gerettet. Eine einst von dem Fuchs geprellte Eule warnt „eine weidende Heerde wilder Gänse“ davor, den Tod Reineke’s als verbürgt zu feiern. Radierung + Kupferstich von Martin Elias Ridinger (1731 Augsburg 1780). Nach 1767. Bezeichnet: J. El. Ridinger. inv. et del. / M. El. Ridinger. sc. et exc: A. V., ansonsten wie vor in Dt.-Lat.-Frz. 33,6 x 24,7 cm.

Thienemann + Schwarz 781; Metzner-Raabe, Illustr. Fabelbuch, 1998, Bd. II (Bodemann), 123.I. – Blatt 17 der Fabeln. – Kleines figürl. Wz. – Der wiederholte „.“ nach Ridinger fehlt bei Schwarz, der im übrigen hinter FABUL einen „:“ vermerkt anstelle des hiesigen einfachen Punktes. – Zusätzlich zum schönen weißen Plattenrand zweiseits mit auch breitem Papierrand. Im schmaleren linken alte Heftspuren.
Das außerordentlich seltene erste Ergänzungsblatt
der geistig wie optisch überaus reizvollen „Lehrreiche(n) Fabeln aus dem Reiche der Thiere zur Verbesserung der Sitten und zumal zum Unterrichte der Jugend“, mit denen
„ Ridinger ein typisches Ziel seiner Epoche (verfolgte). Eine ‚Verbesserung der Sitten‘ durch die moralische Wirksamkeit der Kunst hatte – freilich auf ganz andere Weise – der mit Ridinger fast gleichalte William Hogarth in seinen Gemälden und graphischen Blättern versucht … Doch während Hogarth und Chodowiecki durch satirische Bildfolgen, wie ‚Das Leben eines Lüstlings‘, 1735, … ihren (gleichen) Vorstellungen Geltung zu verschaffen suchte, knüpfte Ridinger an die – ihm besonders gemäße (nämlich, so er selbst, ‚von den eisgrauen Zeiten des Alterthums an‘) – Tradition der Tierfabel an “
(Stefan Morét, Ridinger-Katalog Darmstadt, 1999, Seite 96).
Darüberhinaus zugleich aber auch, einen neuen Bildtypus kreierend, einmal mehr Tradition und Feld hinter sich lassend. Denn, so Ulrike Bodemann in Metzner-Raabe,
„ Keine Ähnlichkeiten mit bisher bekannten Fabelillustrationen .
Riesige Bildformate werden fast völlig von der Darstellung eines zentralen Moments der Fabelerzählung gefüllt. Umgebung meist dichter, urwüchsiger Wald .“
Und Regine Timm, ebda., Bd. I, Seite 171 :
„ Ridinger hat in seinen großen Tafeln … zwar pflanzliches Wachstum oder auch Felsbrocken manchmal bildbestimmend in seine Illustrationen einbezogen, aber ohne dekorative Absicht. Die Pflanzen und Felsen bedeuten das Dickicht, die menschenferne Waldeinsamkeit, in der sich die seltsamen Geschichten unter den Tieren zutragen. “
Die Folge besteht aus zwanzig Blatt, von denen Johann Elias gleichwohl nur die ersten sechzehn veröffentlichte. Vermutlich aus stilistischen Skrupeln. Denn mit den erst vom Ältesten, Martin Elias, auf Kupfer übertragenen und postum herausgegebenen vier letzten gibt er die Überfülle der vorangegangenen, seiner überdies erst neugeschaffenen Fabel-Konzeption, weitergehend zu Gunsten einer nun auch für ihn völlig neuen, souverän konzipierten großflächigen Klarheit (beispielhaft hierfür insbesondere hiesige 17., doch auch die 20.) auf, womit auseinanderzusetzen er sich schlußendlich aber offenbar scheute. Und wohin ihm noch hundert Jahre später auch Thienemann nicht folgen mochte („haben weniger Kunstwerth, sind aber dennoch schätzbar und ihre Seltenheit zu bedauern“). Was hiesigerseits hingegen als ein bemerkenswert weiterentwickeltes künstlerisches Ausdrucksvermögen gesehen wird. Gipfelnd eben in dem Fascinosum, nicht allein ein neues Fabelbild geschaffen, sondern dieses in sich noch einmal zu neuem Ufer fortentwickelt zu haben.
Vergleichbar als von Ridinger wiederholt zitiert sei in diesem Zusammenhang an Watteau und hier an dessen „Gesellschaft im Freien/Park“ in Berlin erinnert, zu dem Pierre Rosenberg anmerkt: „… ist das Berliner Gemälde
ein Beweis dafür , daß der Künstler sich erneuern wollte ,
indem er einen neuen Typus der Komposition schuf …“
(Ausstellungskatalog Watteau, Washington/Paris/Berlin 1984/85, S. 415).
Solchermaßen denn ein höchst gewichtiger Meilenstein innerhalb des „rund 900 Ausgaben (ausmachenden) Grundcorpus illustrierter Fabelbücher“ bis hin zu Chagall’s 200 Jahre späterem Lafontaine-Folio mit seinen 100 Radierungen als geradezu einem Schlaglicht für die Unsterblichkeit der Fabel-Illustration.
Daß Ridinger seine Folge ursprünglich gleichfalls wesentlich umfangreicher konzipiert hatte, belegen seine hier durchgelaufene Vorzeichnung zur 20. Fabel, die er mit „Fab 31“ bezeichnet hatte, jene mit „Fabel 29.“ bezeichnete zur 19. (Weigel, 1869, Nr. 384) und die Thienemann vorgelegene, mit „30“ genummerte, die gleich weiteren, unnumerierten, indes unverarbeitet blieb.
Die praktisch vorprogrammiert gewesene große Seltenheit der vier Supplementblätter seit Thienemann (1856, Seite 151) literaturbekannt: sie „machen sich sehr rar, finden sich schon in manchen älteren Ausgaben nicht, und sind in der neuesten ganz weggelassen, was jedoch zu bedauern ist“.
Entsprechend denn auch der 1889er Katalog der Slg. Coppenrath zu 20blätt. Exemplar: „Schöne Hauptfolge … Selten“. Und Helbing 1900 in seiner 1554blätt. Ridinger-Offerte (Katalog XXXIV): „Die letzten (4) Nummern sind höchst selten“. Und während er neben einem Komplett-Exemplar die ersten sechzehn bis auf 12 + 13 mehrfach apart besaß, so von den letzten vier nur 17 + 19 jeweils einmal zusätzlich. Am Markt denn auch bis heute meist nur die 16blätterige Grundfolge.
Die die Nachauflagen dokumentierenden verschiedenen Druckzustände des Titels im übrigen schönster Beweis für den Erfolg der Arbeit, die ihre namentliche Zielgruppe, die Jugend, offensichtlich erreicht hat.
Angebots-Nr. 12.511 / EUR 946. / export price EUR 899. (c. US$ 1224.) + Versand
Seinen Eulen
werden Sie bei niemeyer’s denn demnächst noch einmal begegnen ,
wenn um null Uhr des neuen Jahres der Uhu als Vogel des Jahres zum Mittelpunkt öffentlichen Interesses aufbaumt und so denn auch hier mit gutturaler Aha-Seite begrüßt und vorgestellt wird. Per
“ I have no need to ask reference about you because I know your name like one of the best on the market. Thank you again for your request and my best regards ”
(Sig. U. B., October 30, 2009)


