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sommer , sommerlicher  –  Watteau

Und  eine  kleine  Frage  vorweg ,

die uns in Verbindung mit unserem Nachspüren Watteau’scher Vorbilder im Werke Ridinger’s kürzlich vom Artistic Development Coordinator einer Theatertruppe im australischen Queensland gestellt wurde,
ob wir wohl Ursprung und Melodie von folgendem wunderschönen Vers wüßten

„ We  will  wander  on  together ,

through  the  sunny  summer  weather

to  our  cosy  little  château

like  a  pastoral  by  Watteau “.

Erfahren habe man bereits, daß das Lied in Noel Coward’s „We were dancing“ figurierte – und eben dessen „Shadow Play“ solle es nunmehr bereichern – , doch vermochte der Gewährsmann weder Ur-Quelle noch Melodie zu verifizieren und Fehlanzeige ergaben auch „Cowards Complete Recordings“. Und so mühe man sich vorerst, die Melodie in sich selbst zu hören, wüßte über die Inszenierung hinaus aber doch gern mehr.

Kann  jemand  helfen ?

Einstweilen hiesigerseits über alles zeitliche sunny summer weather hinaus drei von Ihrer ridinger handlung jüngst für Sie entdeckte „Watteaus“, wie Ridinger ihre Stimmung einfing und im samtenen Kupfer der kostbaren Schabkunst verlebendigte, seine und Watteau’s Freunde einladend, via den vier Wänden summertime im Innern nie enden zu lassen.

 

Eine  Sonne  im  Werke  Watteau’s

Cythera  (Cerigo)

– die  Liebesinsel  der  griechischen  Mythologie

aufgegriffen , wie  hier  erstmals  belegt , von  Ridinger

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Die Cythera-Dame („Frech und doch galant“). Kokette grande dame in Dreiviertelfigur nach rechts, ebenso reich wie raffiniert drapiert bis hin zu Birnen-Geschmeide und dreidimensional muschelförmig fallendem Gewand, tanzend mit ausgebreiteten Armen in tief gestaffelter Landschaft, wobei die geöffnete Rechte geradezu nach den reifen Trauben als einem Psalm 128,3 folgendem kunsthistorischen Fruchtbarkeitssymbol zur Linken greift. Im Hintergrund liegt am Ufer einer bergigen Landschaft ein Zweimaster unter Segeln. Schabkunstblatt. Bezeichnet: I. El. Ridinger excud. A. V. 48,8 x 35,4 cm.

Schwarz 1471 + Tafel II, XXX. – Nicht bei Thienemann (1856) + Stillfried (1876) und hier neben den Exemplaren von Gutmann (Schwarz, 1910) + Gräflich Faber-Castell (1958) anderwärts nicht nachweisbar. – Alt per Eckmontage auf besonders breitrandiges schweres Bütten aufgelegt, welches an zwei Außenrändern angebräunt ist. – Rechts mit feinem Papierrändchen, sonst überwiegend auf Plattenkante geschnitten. – Dt.-latein. Untertext, dessen Motto in Unkenntnis des Blattinhaltes bislang als Titel diente :

Johann Elias Ridinger, Cythera-Dame

Frech  und  doch  galant .

Die  Frechheit  tanzt  hier  selbst , und  heißet  doch  galant .
Verkehrter  Name  macht  die  laster  erst  bekant .

Das, wie von der Literatur bislang übersehen,

von  Watteau  inspirierte  herrliche  Sujet

im  brillanten  Druck  bester  Erhaltung

einer gepflegten Sammlung von in allen Partien nuanciert leuchtendem Hell-Dunkel. Und solchermaßen von ganz außerordentlicher Seltenheit nicht allein am Markt, wie oben belegt, sondern auch generell. Bezifferte doch schon 1675 der Praktiker von Sandrart „saubere Abdrucke“ der samtenen Schabkunst auf nur etwa „50 oder 60“ (!). „(H)ernach aber schleift (das Bild) sich bald ab, weil es nicht tief ins Kupfer gehet“. Entsprechend denn 1856 Thienemann :

„ Die  Schwarzkunstblätter  sind  im  Handel  fast  gar  nicht  mehr …
zu  bekommen … und  (deren)  bei  Weitem  größten  Theil …
(habe  ich)  allein  (im  Kupferstichcabinet  Dresden)  gefunden. “

Nicht  einmal  dort  denn  aber  das  hier  vorliegende ,

das anschließend auch Graf Stillfried noch unbekannt blieb!

Thematisch  indes  von  höchstem  Reiz

ist es Ridinger’s autonom behandelter Rückgriff auf jenen Werkkomplex des Zeitgenossen seiner frühen Jahre, der in seiner Zeit und von da ab bis heute zu den bewundertsten Malereien der Kunstgeschichte zählt, zu

Antoine  Watteau’s

(Valenciennes 1684 – Nogent-sur-Marne 1721)

CYTHERA-KOMPLEX

mit dem „Pilgerzug zur Insel Cythera“ des Louvre als dem primus inter pares, mit dem Watteau am Samstag, dem 28. August 1717 seine Aufnahme „als Maler der ‚fête galante‘“ in die Académie erlangte, wie der ursprüngliche Titel „Le pélerinage à l’isle de Cithère“ im Sitzungsprotokoll korrigierend umgetitelt worden war. Es ist

„ (d)as  Werk , das  alle  Eigenschaften  der  Kunst  W’s  vereinigt “

(Jahn 1957). Gleichrangig gefolgt von „Die Einschiffung nach Cythera“ in Berlin als der vermutlich letzten Watteau-Erwerbung Friedrichs des Großen (zwischen 1752 und 1765), deren Kauf von den Hohenzollern in den zurückliegenden frühen 80ern für 15 Millionen Mark damals ebenso spektakulär wie aus heutiger Sicht günstig war. In der Literatur lange nur als Replik geführt, sind „Die Unterschiede zwischen den beiden Fassungen … zahlreich“. Früher Vorgänger beider ist „Die Insel Cythera“ aus 1709, gleichfalls Anfang der 80er fürs Frankfurter Städel erworben, „ein Auftakt … die erste Idee zu den gefeierten Werken im Louvre und in Berlin“.

„ Fast ein Jahrhundert lang versuchte man, die literarischen oder graphischen Quellen zu identifizieren, die Watteau angeregt haben könnten, und festzustellen, bis zu welchem Grad er sie übertrug und interpretierte. Man versteht gut, warum das Frankfurter Gemälde so stark die Aufmerksamkeit der Experten reizt, stellt es doch die unerlässliche Vorstufe zum Verständnis und zur Interpretation der beiden Einschiffungen dar. Louis de Fourcaud (1904) identifizierte die literarische Quelle, die auch heute noch allgemein akzeptiert wird: ‚Les trois Cousines‘ (1700; siehe hierzu weiter unten wie auch Ridinger’s “Die Dame mit der Maske„, eine Komödie in drei Akten von Dancourt (1661-1725). Diese ‚Dorfgeschichte, durch Zwischenspiele aufgelockert‘, wurde 1709 von der Comédie Française neu inszeniert … Die Bildquellen des Werks sind weniger offensichtlich … Dennoch gibt es für ein Detail eine genaue (und berühmte) Quelle: Watteau hat die Idee der Pilgerin … dem Liebesgarten von Rubens entlehnt … “

Im Gegensatz zur von Pierre Rosenberg wiederholten überkommenen literarischen Quelle, eröffnet François Moureau’s Beitrag (Watteau in seiner Zeit) an gleicher Stelle, siehe Schluß (SS. 469 ff. und hier insbesondere S. 500) eine abweichende Sichtweise :

„ Lange Zeit versteifte man sich darauf, in Richtung der Comédie-Française und der Trois Cousines … zu suchen … Tatsächlich entwickelt sich die Insel Cythera im Werk Watteaus aus ganz anderen Quellen, entstanden auf dem Jahrmarkt und der Opéra in den ersten Jahren des zweiten Jahrzehnts des Jahrhunderts, ungefähr zwischen 1710 und 1715. Vor und nach diesem Zeitpunkt sind Schiffahrten nach Cythera auf den Pariser Bühnen ausgesprochen selten. Es scheint unnötig, herauszustellen, wie sehr diese einfache Tatsache die von Watteau gemalten (3) Werke … im vollen Taumel der cytherischen Spiele erhellt. Diese Mode wurde durch den Jahrmarkt in einer Zeit aufgebracht, in der er mit der Opéra comique so unbeschwert die große Opernbühne nachahmte. Der Ursprung des Themas liegt tatsächlich im Schauspiel am Hofe und in der Stadt, das früher in der Opéra kreiert wurde … “

Im übrigen besteht, worauf für Ridinger’s „Cythera-Dame“ zurückzukommen sein wird, auch keine einheitliche Meinung darüber, ob das Louvre-Öl – und analog zu diesem auch das Berliner – eine Abreise zur Insel oder eine Rückkehr von derselben darstellt. Letztlich sind beide „ebenso sehr ein ‚Pilgerzug‘ als eine Allegorie. Die Insel selbst ist ein ‚non lieu‘, ein gedachter Ort (Schefer, 1962). Das Gemälde ist gleichzeitig Stillstand und Handlung, ein Augenblick in der Zeit und zeitlos“.

„ Und so hat es Watteau gewollt (was den großen Erfolg seines Gemäldes erklärt). Der ‚Pilgerzug zur Insel Cythera‘, der schnell gemalt, aber langsam gereift ist, stellt ein zweideutiges Werk dar, das zu Deutungen Anlaß gab und noch gibt, die widersprüchlich erscheinen können, sich jedoch tatsächlich ergänzen.

Seine  außerordentliche  Faszination

auf  die  Maler

(Turner, Monet) und die Dichter (Verlaine), die Musiker (Debussy) und die Schriftsteller (Proust) und im weitesten Sinn auf das Publikum, läßt sich nicht anders erklären …

Kann man aufgrund dieser Veränderungen behaupten, daß die Gemälde im Louvre und in Berlin nicht die gleiche Szene darstellen, daß diese Szene entsprechend den unterschiedlichen derzeitigen Interpretationen eine Abreise  zu  der Insel Cythera, eine Abreise  von  Cythera oder eine Allegorie der erotischen Dichtung und galante Spiele sein soll? Ein einziger Autor, Claude Ferraton (1975) … macht sich diese Hypothese zu eigen. Für ihn ist das Gemälde im Louvre eine ‚Abreise nach Cythera‘, das von Berlin spielt sich  auf  der Insel ab … Er sagt (auch hieraus ergibt sich ein Bezug zu Ridinger), daß die fehlenden Berge im Hintergrund des Gemäldes sich nur so erklären lassen, daß die Szene auf der Insel stattfindet. Aber für ihn stellt vor allem das Gemälde in Paris die zukünftige, die ideale, die geträumte Liebe dar, das in Berlin die vollzogene Liebe, wonach einem nichts anderes mehr übrig bleibt, als nach Hause zu gehen. “

Das Frankfurter wie das Berliner Öl wurden 1730 bzw. 1733 für den „Recueil Jullienne“ als der vom Freund und Sammler Jean de Jullienne besorgten Werkausgabe Watteau’s gestochen. Und dieses Galeriewerk diente Ridinger zweifellos für seine Arbeiten nach Watteau, so denn auch für Thienemann-Stillfried 1396/97 nebst Schwarz 1464/65, Schwarz 1458 (wohl richtiger nur indirekt mit, siehe derzeit hier per 28.407) + 1460 (28.403), die er keineswegs sklavisch kopierte (wie zumindest 1397 nur dem unaufmerksamen Blick vermitteln könnte), aus denen er ggf. auch nur ein Detail entlehnte (1460 und, nur ganz bedingt noch, 1458) oder, nach derzeitiger hiesiger Kenntnis zumindest, sich von ihnen lediglich inspirieren ließ, wie im Falle anstehender „Cythera-Dame“, bei der nur ordnungshalber auch an Thienemann’s Hinweis zur in großen Halbfiguren dargestellten Jahreszeiten-Folge 1181/84 (aufliegend deren Zweitversion Th. 1193/96 , deren erste drei Stationen von Damen aufsteigenden Alters repräsentiert werden, erinnert sei, wonach Ridinger hierbei „aus den Werken (Hyacinthe) Rigaud’s (1659-1743) und anderer französischer Bildnismaler“ zitiert habe. Denn die „Cythera-Dame“ ist mitnichten deren Schwester. Sie steht für Feuer und Versuchung.

Seine „Cythera-Dame“ ist aber auch weder Watteau’s drei Cythera-Ölen entnommen noch dessen gleichfalls als Stich im Recueil Jullienne veröffentlichten der „Koketten“ in Petersburg, deren eine, die mit der Maske, auch ins Cythera-Thema hineinspielt und die Ridinger für seine „Dame mit der Maske“ thematisch autonom entlehnt hat. Und via dieser sich die Kokette von „Frech und doch galant“ („galant“ ganz im Wortlaut der Quellen + Literatur: „kommt und seid Zeuge unserer galanten Feste“; „die galanten Schiffe Watteaus“; „ist Cythera eine Idealisierung des neuen ‚galanten‘ Stils des aristokratischen Lebens“) überhaupt erst, doch zwangsläufig, erschließt. Denn aus der solchermaßen belegten und über Stillfried/Schwarz’ vierblätterige obige Suite hinausgehenden, hier neuerdings auch für Schwarz 1460 nachgewiesenen intensiven Beschäftigung mit Watteau ergibt sich die Frage nach dem Sinn des Schiffes im Hintergrund von selbst. Die das Watteau-Œuvre denn auch bereitwilligst beantwortet.

Zugleich aber auch hier die Frage offen lassend, auf welcher Station der Reise die Dame zu sehen ist. Angesichts der sich hinter dem Schiff erhebenden Berge sollte à la obiger Interpretation die Insel erst aufgesucht werden. Gleichwohl: die Dame kehrt dem Schiff den Rücken und die landschaftliche Üppigkeit des Vordergrunds mit dem pralle Frucht tragenden dominierenden Weinstock als Synonym für den in den Quellen so gewichtigen Bacchus vermittelt den Eindruck von Glückseligkeit  auf  der Insel, wofür sie auch selbst steht. Und sowohl beim Aufbruch des Louvre-Bildes wie bei der unterstellten bevorstehenden Rückkehr des Berliners sind die Gruppen überwiegend am Wasser angesiedelt, blicken sie mehr oder weniger auf dieses und im Falle des Berliners auch auf das Schiff. Nur das Frankfurter Bild vermittelt den Eindruck jenseits von Aufbruch und Rückkehr. Nämlich das Ziel selbst, das freudige Genießen. Entsprechend ist die dominierende Mittelgruppe dem Betrachter zugewandt. Ganz so wie Ridinger’s nunmehrige „Cythera-Dame“. Mit dem sichtbar zurückliegenden Schiff im Rücken, dessen Segel seinerseits gleichwohl unverändert „von der Liebe gebläht“ sind. Der Bergzug mag denn auch nur ein sich ergebendes Repoussoir sein, zumal dessen heute betontes Dasein auf dem Louvre-Bild Ridinger als im 18. Jahrhundert ungestochen geblieben unbekannt war.

Daß Watteau schlußendlich sich keineswegs an rein mythologischem Aphrodite-Kult erwärmte, belegen die „Segelschiffe von Saint-Cloud“ seiner Tage. Diese „Boote der Freuden fuhren die von einem kurzen galanten Abenteuer angelockten Städter von Paris zum Park Saint-Cloud, der Residenz des Hauses Orléans. Die mythische Überlagerung des Themas der Reise nach Cythera und der Eskapade nach Saint-Cloud ist den Menschen jener Zeit durchaus gegenwärtig“. Und entsprechend ist denn auch das Marmorgeländer des Frankfurter Bildes, „das an die Borromäischen Inseln erinnert, sehr prosaisch durch das Geländer an dem kleinen Wasserfall in Saint-Cloud angeregt“. Entsprechend

„ ‚Glücklich, abgewichen vom normalen Pfad, unter diesen neuen Gruppen ließ er uns die Liebe sehen, und zeigte uns

die  Nymphen  unserer  Tage

ebenso  liebreizend  wie  in  Cythera‘ ,

schrieb in seinem Epitaph de Watteau Abbé Fraguier, der das moderne Cythera eindeutig einer Wirklichkeit zuweist und nicht einem Mythos … “

(Moureau).

Bleibt ein unendliches Erörtern eines unendlichen Themas. Und ein Verweis auf dessen entsprechend reich illustrierte und dokumentierte Behandlung im Watteau-Katalog von Morgan Grasselli und Rosenberg zur 1984/85er Wanderausstellung Washington – Paris – Berlin, dem, mit Ausnahme des Jahn’schen, auch alle Zitate entnommen wurden (siehe dort u. a. zu G 9, G 61 + G 62).

Und es bleibt ein abermals überraschender „verharmloster Ridinger“ (Niemeyer) mit einem

thematisch  ganz  außerordentlich  reizvollen + optisch  ganz  herrlichen  Blatte

von  zugleich  exceptioneller  Seltenheit ,

mit dem er geistig zu Watteau aufschließt, von dem Moureau feststellt :

„ … die Inseln der Liebe haben (damals) eine ideologische Bedeutung, die bei weitem ihre Rolle als einfacher Ort der galanten Allegorie übertrifft. Dieser Anflug von ‚Libertinage‘, der einen im Werk Watteaus verblüfft, dieser Anflug, der ‚Cythera zugewandt‘ ist … sollte einmal aufmerksam untersucht werden. Die Wege nach Cythera verlaufen auf philosophischen Wegen … Der Maler, dessen ‚geistige Libertinage‘ Caylus (Malerfreund + Biograph W.s) besonders herausstellte … von dem Gersaint (Galeristenfreund + Biograph W.s) sagte, daß er im ‚Geiste der Libertinage‘ anhing, ‚aber in der Lebensweise sittsam‘ war … dieser Watteau bringt noch einige Überraschungen “

(Moureau). – Ganz so wie Ridinger.

Für den sich nach den obigen, sämtlichs nur mit dem „excudit“ gezeichneten Belegen verschiedenfältiger intensiver Beschäftigung mit Watteau last, but not least bestätigt, daß sein „excudit“, von Thienemann an landläufig nur als Verlegeradresse gewertet, obgleich es, im Langenscheidt-Sinne, als „hat es gestochen oder verfertigt“ sehr wohl den Inventor/Sculptor als zusätzlich mit einzubeziehen vermag, zumindest teilweise in der Tat auf ihn selbst als den künstlerischen spiritus rector verweist und nicht nur auf den Verleger. Das „ipse inv.“ auf dem berühmten „Selbstbildnis im Walde“, Thienemann XIX, 1, von Martin Elias gelegentlich seiner Kupfer-Übertragung vielleicht nur irrigerweise angebracht, ist diesbezüglich gleichwohl eindeutig. Ebenso eindeutig aber ist, wie hiesigerseits jüngst nachgewiesen, daß dieses „Selbstbildnis“ sein großes Vorbild hat: das Doppelbildnis Watteau-Jullienne „Neben dir sitze ich, unter diesen lieblichen schattigen Bäumen“ des „Recueil Jullienne“.

Angebots-Nr. 28.408 / Preis auf Anfrage

Dietrich, Christian Wilhelm Ernst, gen. Dietricy (Weimar 1712 – Dresden 1774). The Nymphs. – Die Nymphen. Zahlreiche, mehr oder weniger unbekleidete Gruppe an einem kleinen Teich unterhalb überhängender Felsen, begleitet von Putten sowie Ziegen und Schafen. Links ein kleiner Wasserfall. Stahlstich von Alboth. 3. V. d. 19. Jhdts. Bezeichnet: W. E. C. Dietrich pinxt. / Aboth sc., ansonsten wie vor. 15,5 x 17,6 cm.

Angebots-Nr. 14.198 / EUR  43. (c. US$ 47.) + Versand

Mit  Watteau’s  „ Koketten “

+  der  „ Italienische(n)  Komödie “

als  Ursprung ?  Gar  die  große  Desmares ?

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Die Dame mit der Maske. Dreiviertelfigur in Ballkleidung sitzend nach rechts an einer Säule, den Kopf nach links geneigt, in der Rechten, „ein klassisches Symbol“, eine schwarze Maske haltend. Schabkunstblatt. Bezeichnet: I. El. Ridinger excud. A. V., ansonsten wie nachfolgend. 48,6 x 34,9 cm.

Schwarz 1458 + Tafel II, XVII. – Nicht bei Thienemann (1856) + Stillfried (1876) und hier neben den Exemplaren von Gutmann (Schwarz, 1910) + Gräflich Faber-Castell (1958) anderwärts nicht nachweisbar. – Alt per Eckmontage auf besonders breitrandiges schweres Bütten aufgelegt, welches an drei Außenrändern angebräunt ist. – Dreiseits mit nahezu durchgehend feinem Rändchen, nur links überwiegend auf Plattenkante geschnitten. – Dt.-latein. Untertext:

Johann Elias Ridinger, Dame mit Maske

Anderst  von  ausen  als  von  in(n)en .

Schwarz  ausen  und  masquirt , von  innen  weis  und  schön .
Ach!  manchen  sieht  man  schwarz  in  weiser  Masque  gehn .

Nach Schwarz „Gegenseitige Kopie nach Coypel ‚Mad. de ** (Mouchy) en habit de Bal‘, gestochen von L. Surugue“ (ggf. dann wohl recte gegenseitig nach Surugue und damit wieder bildrichtig zu Coypel, denn die Maske ruht in der Rechten). – Identisch mit Thieme-Beckers (Charles-Antoine Coypel, 1694 Paris 1752, Bd. VIII, S. 28/I) „‚Mme de Mombay‘ (Pastell, gest. v. Surugue)“? Nagler, Pierre Louis Surugue, Paris 1717 – 1771, Nr. 4 mit dem Klammerzusatz „Mouchy“, wie von Schwarz übernommen, gleichwohl ergänzend

„ Einige  halten  die  Dame  für  die  Mme.  de  Pompadour “ .

Immerhin, so Thieme-Becker, „arbeitete (Coypel) mit an den Dekorationen des Schlosses in Versailles, der Gemächer Maria Lesczynskas u. d. Mad. de Pompadour“.

Gleichwohl mag der tatsächliche Ursprung nach hiesiger Ansicht, wie er denn auch bereits von Ridinger erkannt sein dürfte, komplexer sein und auf  Watteau zurückgehen. Und hier auf dessen kurz vor 1731 im Recueil Jullienne veröffentlichte „Koketten“ von ca. 1714/15 in Petersburg unter Beizug der 1734 für den Recueil vervielfältigten „Die italienische Komödie“ von etwa 1718 in Berlin (siehe G 29 + G 65 nebst (Vergleichs)abbildungen des 1984/85er Watteau-Katalogs).

Bei den „Coquettes“ ist es die Dame links außen der Vierergruppe nebst Negerknaben am Geländer, die als einzige in der Rechten eine schwarze Maske hält. Ihre gleichfalls offen ausgeschnittene Garderobe ist gleichwohl nicht identisch mit der der „Dame mit der Maske“, die auch keine Kopfbedeckung trägt, wohl aber Haarschmuck. Daß sie „zuerst keine Kopfbedeckung … (trug, auch) anders gekleidet (war) und ihre Maske auf das Geländer gelegt“ hatte, mag Coypel vielleicht bekannt gewesen sein, der Recueil-Stich indes zeigt sie bereits verändert.

Wie schon beim Cythera-Komplex die Meinungen darüber auseinandergehen, ob es sich um Aufbruch, Rückkehr oder Aufenthalt handelt, so waren auch bezüglich der „Coquettes“

„ Seit dem 18. Jahrhundert die Meinungen über das Thema des Gemäldes geteilt. Wenn man dem anonymen Autor des Achtzeilers (des Stiches) folgt … so erscheinen in der Szene zwei junge Frauen, die sich maskiert auf einen Ball begeben, um sich dort mit ihren ‚Galanen‘ zu treffen (wobei aber, wie schon betont, nur für die eine eine Maske zu sehen ist) … Mariette sieht in dem Gemälde ‚für den Ball verkleidete Leute‘ … Lépicié spricht von einer ‚Rückkehr vom Ball‘. (Andere zeitgenössische Autoren) erwähnen ‚maskierte Personen, die sich auf einen Ball vorbereiten‘ … Fourcaud (1904) kommt ohne Zweifel der Wahrheit näher, wenn er von ‚einer Familiengruppe während einer galanten Maskerade‘ spricht: ‚alle Figuren stammen offensichtlich aus dem Skizzenbuch‘. Dennoch wollen in letzter Zeit nicht wenige Autoren die Personen identifizieren, vor allem Nemilova (1964) … und die Namen der Modelle. Die russische Autorin will nichts von der Anspielung auf den Ball wissen … sondern sieht in dem Gemälde eher

Schauspieler  der  Comédie  Française  aus  den  ‚Drei  Cousinen‘

von Dancourt, als italienische Schauspieler (was der traditionellen Hypothese entspricht), und erkennt links

(die  berühmte  Charlotte)  Desmares  (1682-1753) …

Uns erscheint die vernünftige Analyse von Fourcaud sinnvoller; wir sehen in dem Gemälde eine Gruppe von Watteaus Freunden, die vom Künstler phantasievoll verkleidet und von ihm willkürlich zusammengestellt wurden “

(Pierre Rosenberg zu G 29 des Katalogs, den „Coquettes“).

Immerhin könnte die Desmares eben zu solcher Gruppe von Freunden des Künstlers gehören. Denn

„ Für Charlotte Desmares gab es zahlreiche Gründe, mit Watteau zusammenzutreffen: als gefeierte Tragödin war sie sich doch auch nicht zu schade für Soubretten-Rollen in den ‚Dancourades‘ – Colette in Les Trois Cousines … Die Nichte des großen Champmeslé, die die schönsten Rollen Racines geschaffen hatte … Drei Werke von Watteau … gelten als Porträts von Mlle Desmares; Fourcaud (1904) vermutet sogar, daß sie auf der ‚Insel Cythera‘ in Frankfurt (G 9) dargestellt ist … Ein Stich von Desplaces nach Watteau zeigt sie in der Rolle der Pilgerin (in den Trois Cousines) “

(François Moureau im Watteau-Katalog, SS. 478 f.).

Und Nemilova sieht die Desmares auch in der „Träumerin“ in Chicago. Dazu Rosenberg ad G 26 :

„ Kein Autor des 18. Jahrhunderts, kein Katalog spricht im Zusammenhang mit der ‚Träumerin‘ von der berühmten Schauspielerin … Wir kennen ihr Porträt von Charles-Antoin  Coypel , das kurz vor ihrem frühzeitigen Abschied vom Theater 1721 gemalt wurde, durch den Stich von Bernard Lépicié … Man muß wohl anerkennen, daß es keinerlei Ähnlichkeit mit dem Modell des Gemäldes in Chicago aufweist. Aber 1712-1714 war Watteau noch kein erfahrener Porträtist. In jedem Fall teilen wir die Meinung von Nemilova und Roland-Michel,

die  das  Modell  der  ‚Träumerin‘  in  den  ‚Koketten‘ … wiederfinden . “

Dort doch aber von Kopfputz und Stellung her dann nur in der Linksaußen, der – einzigen – mit der Maske! Diesbezüglich dann auch nicht zu übersehen ist, daß die im Mittelgrund links angesiedelte – gesicherte – Schauspielerin der „Italienische(n) Komödie“ ihrerseits die einzige der Gruppe mit einer Maske ist, gehalten hier in der Linken. Denn

„ Watteau malt – außer bei dem Harlekin – immer die vom Gesicht abgenommene, in der Hand gehaltene Maske, in einer Haltung, die er auf einem Gemälde der Sammlung von Crozat gesehen haben könnte: ‚Le Comédien qui tient un masque‘ von Domenico Fetti, heute in der Eremitage … Die von Watteau dargestellten Masken wurden von den Leuten geschätzt, die mit der Mode gingen und die Kostümbälle in der Oper besuchten … Bei einer ‚Dame en habit de théatre‘ (Abb. 89) läßt sich eine gewisse Übereinstimmung mit dem Werk Watteaus feststellen “ (auch sie mit der in der Hand gehaltenen Maske)

(Moureau, a. a. O., S. 530).

Anmerkenswert schließlich, daß die „Träumerin“, die „Unruhige Geliebte“ (Abb. 1 bei G 26) wie auch die Spielerin mit der Maske der „Italienische(n) Komödie“ jeweils nach rechts sitzen/stehen, doch nach links blicken. Ganz so, wie Ridinger’s „Dame mit der Maske“ nach, so Schwarz, Coypel, der sich hier denn watteauverbunden zeigt und das Porträt der Desmares gemalt hat. In Unkenntnis dessen Stichs von Lépicié gleichwohl der Einwurf:

ist  „ Die  Dame  mit  der  Maske “  die  Desmares ?

Siehe den Ausschnitt des Santerre zugeschriebenen Porträts im Watteau-Katalog, S. 525, mit dem Hinweis, der Maler habe seine Modelle „oft idealisiert, indem er ihnen ein feines und ovales Gesicht gab“. Ein solches zeichnet auch die hiesige Dame aus, deren nachdenklich-träumerischer Blick dem der „Unruhige(n) Geliebte(n)“ eher nahekommt als dem doch nur Selbstbewußtsein ausstrahlenden der „Träumerin“. Verblüffend schließlich die Übereinstimmung der Sitz- und Kopfhaltung bei Coypel/Ridinger + Santerre, bei diesem lediglich nach links mit Blick nach rechts.

Nur rein ballbezogen hingegen erscheint das Bild als ein Rückblick nach Rückkehr vom Ball. Mit der Maske als nicht allein äußerem Attribut, sondern „als ein Symbol in Liebesangelegenheiten“ (Rosenberg). Eben solchen Madame denn hier nachsänne.

Eingedenk Ridinger’s intensiver Beschäftigung mit Watteau wird sein „excudit“ auch für dieses

optisch  so  ausnehmend  schöne  Blatt

als Eigenarbeit gelesen wie vor. Wie denn auch druck- + erhaltensmäßig dito.

Angebots-Nr. 28.407 / Preis auf Anfrage

Lancret, Nicolas (1690 Paris 1743). La Fête Champêtre. Die Gesellschaft im Freien mit dem tanzenden Paar. Unter Bäumen vor Getreideschlag und zurückgesetztem Anwesen in den Hügeln. Vorn rechts Kavalier, einem Hund Pfötchengeben beibringend. Stahlstich von Albert Henry Payne (London 1812 – Leipzig 1902). Ca. 1845. Bezeichnet: N. Lancret pinxt. / A. H. Payne sc., ansonsten wie vor. 15,2 x 17,1 cm.

Das sehr reizvolle Sujet Lancret’s – „einer der berühmtesten neben Watteau“ (Nagler) – , wohl nach einem der Berliner Kriegsverluste „Tanzendes Paar im Freien“ oder „Die Gesellschaft im Freien“ (Bernhard, Verlorene Werke der Malerei, SS. 69 f.).

Seit gemeinsamen Ausbildungstagen im Atelier Gillot’s mit Watteau befreundet, ging die Beziehung zu Bruch, als Lancret zwei Bilder im Stile des Freundes ausstellte, von denen man glaubte, dieser selbst habe sie gemalt und ihn entsprechend beglückwünschte.

Angebots-Nr. 14.524 / EUR  76. (c. US$ 83.) + Versand

Der  falsche  „ Cellist “  der  Literatur  –

ein  echter  Watteau !

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Der Gambaspieler (Viola da gamba). Der Sammler Bougi (oder der dickliche Freund Nicolas Vleughels?) mit Federhut unter hochgezogener reicher Draperie, eine 7saitige Gambe mit sieben Bünden spielend. Dreiviertelfigur, sitzend frontal nach links, die streichende Rechte auf einen Mauersims aufgelegt, indes sich zur Rechten ein Terrassengitter anschließt und den Blick auf signifikant ihrerseits sieben Zypressen freigibt, aus deren Mitte eine Fontaine emporschießt. Schabkunstblatt nach einem Detail Watteau’s. Nach 1734. Bezeichnet: I. El. Ridinger excud. A. V. 48,5 x 35,1 cm.

Johann Elias Ridinger, Gambaspieler

Schwarz 1460 + Tafel II, XIX (irrig als „Der Cellist“). – Nicht bei Thienemann (1856) + Stillfried (1876) und mit Ausnahme von Baron Gutmann (Schwarz, 1910) hier auch anderwärts nicht nachweisbar.

Bereits als „Sehr selten“ (1894 Boerner LV, 317) allenfalls vorkommend (so bei Rosenthal 1940, korrekt als Viola, Gräflich Faber-Castell 1958 + K&F 1979) die ausschließlich auf den in einen Rahmen gefaßten Spieler nebst Untertext zurückgenommene Version Schwarz 1459, Tafel II, XVIII, dessen Gesichtszüge bis hin zum Ohr doch etwas sichtbar weniger ausdrucksvoll und fein gearbeitet sind und dies sehr wohl analog zu Hut samt Feder, doch auch zur Knopfleiste des Wamses.

Allen  unbekannt  geblieben

indes der Bezug zu Watteau, dem die hier anstehende reichere Fassung zwangsläufig nähersteht. Ridinger entnahm das Sujet Watteau’s nur in einer Kopie (Saint-Omer) erhaltenem „Ländliches Konzert“, so der Titel des 1734 von Benoit II Audran für den „Recueil Jullienne“ im Gegensinn geschaffenen Nachstiches, der Ridinger, gleich anderen Blättern des „Recueil“, als Vorlage gedient haben dürfte, nicht ohne für sein Vorhaben die Seitenrichtigkeit wiederhergestellt zu haben: M. Bougi streicht mit der Rechten!

Watteau’s für 1716/17 angenommenes Öl – siehe dessen Audran-Wiedergaben im Watteau-Katalog, SS. 33, 156, 351 und, als Ausschnitt Bougi’s, 551 – versammelt vor Parkstaffage samt Zypressen eine musizierende und singende Gesellschaft, deren Mittelpunkt der in ganzer Figur dargestellte Gamba-Spieler bildet. Daß es sich bei diesem um den Sammler Bougi aus dem Freundeskreis Watteau’s handelt, überlieferte der Kunsthändler Mariette, von dem im übrigen strittig ist, ob er selbst gleichfalls mit Watteau bekannt war. Doch auch bezüglich Bougi’s besteht insofern Ungewißheit, als deren drei in Frage kommen. Welcher von ihnen mag nun ggf. ein Instrument gespielt haben? Ansonsten

„ Gehören die Personen, die (Bougi) umgeben, zu seiner Familie, wie in dem Porträt von Sirois im ‚Familienkonzert‘ … in London … Der Ort, einer der Parks, die der Maler so liebte … “

(siehe hierzu a. a. O. SS. 33 f. + 43).

Ridinger nun focussiert zwar den Spieler, gibt ihm aber zugleich, und dies im Gegensatz zu Schwarz 1459, mittels reicher Draperie und Parkausblick sein zu unterstellendes und auch Watteau wichtiges Ambiente zurück. Für seine „Jägerin“ Thienemann 1110 bediente sich Ridinger übrigens eines gleichfalls von signifikant hochschießenden Zypressen bestimmten Park-Hintergrunds.

Mit deutsch-lateinischem Untertext :

Mit  leerem  Schalle  vertriebne  leere  Gedancke(n) .
Der  leere  Geigenschall  vertreibet  leere  Grillen ,
O  könte  dieser  doch  den  leeren  Kopf  offt  füllen .

Als Eigenarbeit zu unterstellen wie vor, druck- + erhaltensmäßig dito. Im linken Knie eine ganz schwache Kratzspur. –  EXCEPTIONELL  SELTENES  NAHEZU – UNIKAT  von  zauberhaftem  Charme .

Angebots-Nr. 28.403 / Preis auf Anfrage

Watteau, Antoine (Valenciennes 1684 – Nogent-sur-Marne 1721). Fête Champêtre. Amourös und galant sich vergnügende Gesellschaft in Parklandschaft oberhalb eines Sees mit Statue der Venus zur Rechten, deren Köcher mit Pfeilen ihr ein Putto streitig macht. Stahlstich von Albert Henry Payne (London 1812 – Leipzig 1902). Ca. 1840. Bezeichnet: Watteau pinxt. / A. H. Payne sc., ansonsten wie vor. 15,7 x 16,7 cm.

Seitenrichtige Wiedergabe des „bewundernswerten Liebesfest(es) in Dresden“ – Watteau-Katalog, S. 407, Abb. 3 – , thematisch zugehörig dem „Pilgerzug zur Insel Cythera“ bzw. der „Einschiffung nach Cythera“ in Paris bzw. Berlin (Nrn. 61 f. des Katalogs nebst Abb.), wobei die Statue letzterem folgt, doch ohne den zweiten Putto im Rücken der Göttin sowie den Faunskopf und den Mars-Attributen am Sockel.

Angebots-Nr. 14.509 / EUR  50. (c. US$ 55.) + Versand

Chodowiecki, Daniel (Danzig 1726 – Berlin 1801). Blindekuhspiel. – Blind-Man’s Buff. Ein Herr und eine Dame zugleich inmitten der zahlreichen Gesellschaft im herrschaftlichen Garten unterhalb antiker Statue. Rechts Pappelallee, links das Haus. Stahlstich von Albert Henry Payne (London 1812 – Leipzig 1902). Ca. 1845. Bezeichnet: D. Chodowiecki pinxt. / A. H. Payne sc., ansonsten wie vor. 17,7 x 20,2 cm.

Das  großformatigere  sehr  reizvolle  1768er  Sujet  in  der  Nachfolge  Watteau’s

nach dem untergegangenen Öl in Berlin (Bernhard, Verlorene Werke der Malerei, S. 15).

Angebots-Nr. 14.525 / EUR  86. (c. US$ 94.) + Versand

Watteau, Antoine (Valenciennes 1684 – Nogent-sur-Marne 1721). The Terrace – Die Terrasse. Zwei separate Gesellschaften in Parklandschaft, die vordere mit dem seine Schöne zu gewinnen trachtenden Gitarrespieler. Zur Linken erweist ein Galan dem Rückenteil einer steinernen Wasserjungfrau seine Reverenz, indes zur Rechten zwei junge Mädchen einen Rosenstrauch berauben. Stahlstich von (wohl Edward John, um 1797 – 1865) Roberts. Ca. 1840. Bezeichnet: Watteau pinxt. / Roberts sc., ansonsten wie vor. 15,6 x 16,7 cm.

Nach dem Bild in Dresden, nahestehend der Berliner „Gesellschaft im Freien“ mit seiner zentralen Bankgruppe, im Bildaufbau auch der „Insel Cythera“ im Frankfurter Städel mit erwartungsgemäß konkreter Terrasse im seitlichen Rückfeld, Positionen G 63 bzw. G 9 nebst (Farb-)Abbildungen des Watteau-Katalogs.

Angebots-Nr. 11.877 / EUR  50. (c. US$ 55.) + Versand

Stothard, Thomas (1755 London 1834). The Bathers. Sieben Grazien in reicher Landschaft beim Bade in einem Gebirgsbach. Kolor. Stahlstich von Charles Cousen (Yorkshire ca. 1819 – 1889). Bezeichnet: T. Stothard, R. A. Painter. / C. Cousen, Engraver., ansonsten wie vor. 21 x 24,3 cm.

Brillant in Romantik und Farbe. – Stothard „gehört zu den Geistern, die sich aus der Tiefe zum Ruhme emporschwangen … Seine Zeichnungen … (gehören) in Hinblick auf die Strenge des Styls zu den vorzüglichsten Leistungen der englischen Schule“ (Nagler). – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 12.542 / EUR  189. (c. US$ 206.) + Versand


„ … Es  hat  mir  immer  Freude  bereitet , Ihre  sehr  anspruchsvollen  Ideen (JayAitchDesign) umzusetzen . Heute  kann  ich  Ihnen  sagen , daß  dieses  oftmals  unter  heftigem  Herzklopfen  geschehen  ist ! … Ihre … “

(Buchbindermeisterin I. M. H., im Juli 2013)