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„ Amerika  du  hast  es  besser ,

als  unser  Kontinent  der  alte “

( Goethe )

Good  Grand  Old  Party

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Die Rache eines niedrigen an einem mächtigern ist schädlich. Der auf Bildungsreise durch Europa wandernde Elefant – den indischen Dichtern

„ Symbol  der  Weisheit  und  des  Mitgefühls …

Johann Elias Ridinger, Elefant auf Bildungsreise

und  acht  Elefanten  tragen  das  Weltall “

(Meyers Konvers.-Lex., 4. Aufl., 510), einer davon denn zugleich auch das Leittier der Republikaner, – versehrte versehentlich ein vorlautes Füchslein, woraufhin dessen ganzes Geschlecht den Koloß zu strafen gedachte. Doch

nur  zu  bald  war  „die  Armee  pulverisirt“.

Radierung + Kupferstich. (1744.) Bezeichnet: J. E. Ridinger inv. sculp. et excud., ansonsten dt.-lat.-franz. wie vor. 33,6 x 25,1 cm.

Thienemann + Schwarz 771. – Blatt 7 der geistig wie optisch überaus reizvollen „Lehrreiche(n) Fabeln aus dem Reiche der Thiere zur Verbesserung der Sitten

und  zumal  zum  Unterrichte  der  Jugend “,

mit denen

„ Ridinger ein typisches Ziel seiner Epoche (verfolgte). Eine ‚Verbesserung der Sitten‘ durch die moralische Wirksamkeit der Kunst hatte – freilich auf ganz andere Weise – der mit Ridinger fast gleichalte William Hogarth in seinen Gemälden und graphischen Blättern versucht … Doch während Hogarth und Chodowiecki durch satirische Bildfolgen, wie ‚Das Leben eines Lüstlings‘, 1735 … ihren (gleichen) Vorstellungen Geltung zu verschaffen suchte, knüpfte Ridinger an die – ihm besonders gemäße (nämlich, so er selbst, ‚von den eisgrauen Zeiten des Alterthums an‘) – Tradition der Tierfabel an “

(Stefan Morét, Ridinger-Katalog Darmstadt, 1999, Seite 96).

„ Der Elephant that eine Reise nach Europa … (und) kam durch einen grossen Wald, und hatte das Unglück einem jungen Fuchsen, der aus Vorwitz, ihn zu schauen, ihm zu nahe getretten war, den Schwanz abzutretten. Der Fuchs … fing ein gräßliches Geschrey an, und rief den Seinigen, diese Schmach und Beleidigung zu rächen, welche

dieser  ( Nicht-Europäer )

ihm angethan hätte. Alle wurden darüber eins, und überlegten, wie sie es angreiffen könten, daß ihre Rache ausgeführt würde. Es mangelte zwar nicht an List und Wut, aber es lief dennoch übel ab. Der Elephant zertrat einige, andere ergrief er mit dem Rüssel

( “… haben  in  dem  Rüssel  eine  fast  unglaubliche  Stärke …

womit  sie  furchtbare  Schläge  geben  können … „ )

und warf sie in die Höhe … Einem alten Fuchs gieng dieses so sehr zu Herzen, daß er mit vollem Halse zu schreyen anfieng: O tyrannisches Bezeugen! Nein, sprach der Elephant,

auf  eine  solche  Rache  folgt  ein  solcher  Lohn “

(Ridinger im separaten Begleittext).

Entsprechend auch der chinesischen Weisheit „Wenn des Großen Übergewicht drückend wird, ist die Zeit gekommen, stille zu halten, und der gerade Weg wäre nicht der kürzeste.“

Die aus der Weigel-Auktion (nicht 1869er Katalog) stammende aquarellierte Ursprungs-Federzeichnung im Stichsinn figurierte als „Prächtiges, vollständig ausgeführtes Aquarell“ unter Lot 110 auf der Ridinger-Versteigerung 1890 bei Wawra in Wien und befindet sich heute in bayer. Privatsammlung. Die für die Übertragung auf die Platte verwandte spiegelbildliche Zeichnung war in den zurückliegenden 70ern am Markt. Eine ausgeführte Studie des Elefanten in den 90ern in Amerika.

Herrlicher  früher  Druck . – Ohne die Numerierung oben rechts, die allgemein unbekannt ist, gleichwohl später auftaucht. – In der 2. H. d. 19. Jhdts. auf blau-grauem Bütten des frühen 18. Jhdts. mit Wz. SICKTE nebst Fürstenkrone über nach links offenem C der von Veltheim’schen Papiermühle in Sickte, Niedersachsen, aufmontiert worden, auf dem es jetzt lose aufliegt. – Oben meist auf Plattenkante geschnitten, sonst mit feinem Rändchen rundum. Braunstippen im linken Elefanten-Ohr.

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(Mrs. H. J. G., October 19, 2008)