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3. November

Tag  des  Heiligen  Hubertus

 

Cornelis Cort, St. Hubertus

Erstmals  in  wandtüchtigem  Format

1573er  Hl. Hubertus

Cort, Cornelis (Hoorn 1533 – Rom 1578). St. Hubertus. Der südniederländische fürstliche „Wilde Jäger“ als nach Döbel Vater der Parforcejagd und entsprechend mit Horn auf dem Rücken und Hirschfänger mit Greifkopf an der Seite in kniender Demutshaltung – anders als bei Dürer denn auch entblößten Hauptes – vor dem über ihm auf einer Felsnase stehenden Hirsch. Hinter ihm, erst noch aus dem Walde hervortretend, sein Pferd und zwei Hunde. Zurückgesetzt im Mittelfeld seine Bergveste oberhalb eines weiteren Anwesens. In der Luft ziehende Vögel, darunter nach deren Flugbildern wohl die auch anderwärts (so etwa 1614 bei de Bruyn) aufscheinenden zwei Schwäne als den weissagenden Vögeln der Mythologie und ein Reiher. Kupferstich mit Radierung nach Girolamo Muziano (Acquafredda bei Brescia 1528/32 – Rom 1592). Bezeichnet: im Bild unten rechts HIERONYMO MVCIANI INVE(N). / Corneli cort. fe. / 1573 + im unteren Plattenrand In Roma presso Carlo Losi l’anno 1774. 52 x 39,2 cm.

Hollstein 113, IV. – Aus Wurzbach Cort 33; Nagler III, S. 126, und, Muziano, X, S. 87; AKL XXI, SS. 341 f.; Schwerdt III, S. 49 (mit gleichfalls der späteren Losi-Adresse).

Zumindest  nicht  unter  den  173  Abbildungen  der umfassendst erweiterten Neuauflage von Huyghebaert’s Sint Hubertus, Patroon van de Jagers in Woord en Beeld, Antwerpen 1949, bei nunmehr 361 Seiten gegenüber nur 158 SS. + 34 Abbildungen der 1927er ersten Auflage.

Aus der Folge der Sieben großen Landschaften mit Heiligen

– „ Meisterstücke  und  selten  in  guten  Abdrücken “ –

(Nagler 1836), „unter dem Namen der Büssenden bekannt“, geschaffen „auf persönliche Bitte von Muziano … wobei C. mit der Herausgabe nicht weiter befaßt ist …

zweifelsohne  seine  populärsten  und  am  häufigsten  aufgelegten  Stiche “

(AKL 1999), hier denn in gleichmäßig gutem Abdruck Losi’s, dem aus den 1770ern noch weitere Neuauflagen aus 16. Jhdt. zu danken sind, bei unverändert schöner differenzierter Abgesetztheit des Hintergrundes vom Geschehen welchem des Vordergrundes und noch ungereinigtem rechten Plattenrand. – Auf schwerem Bütten mit zweifach eingefaßtem Wz. Lilie in Kreis nebst Anhänger V, verwandt der Gruppe Heawood 1589 ff. als durchweg italienischer Papiere des 16. bis späten 18. Jhdts. – Oben + links 2,4 cm, unten + rechts 0,6-1 cm breitrandig. Die geglättete Mittelfalte bildseits nur mittig noch schwach erkennbar, ebenso fast nur rückseits eine leichte Stockstippigkeit. Minimale Druckstelle unterhalb der Burg. Solchermaßen von allseits schönem Gesamteindruck, wie bei diesen großen Formaten der Alten Graphik vielfach vergebens gesucht, stehend zudem für Cort’s  mit  Ankunft  1565  bei  Tizian  in Venedig einsetzenden Ruhm.

„ Alle (seine) genannten frühen (holländischen) Arbeiten … sind ziemlich ängstlich in der Strichführung … und lassen kaum

den  großartigen  Künstler  ahnen , der  kurz  darauf  in  Italien

seine  für  eine  ganze  Generation  von  Stechern  vorbildlichen  Werke  schuf …

Die  plötzliche  Wandlung  ins  Großartige  im  Stile  C.s

während seines Aufenthaltes in Venedig darf man also dem persönlichen Einfluß Tizians zuschreiben … Lampsonius (Dominique L., Dichter + Kunstschriftsteller, „genoß schon bei Lebzeiten den Ruf eines der besten Humanisten der Niederlande“, Thieme-Becker XXII, 277) … lobt an den C.schen Blättern

den  kühnen  und  flotten  Strich ,

vor  allem  in  der  Behandlung  der  Landschaft

… (ab März 1567) war C. dank den Vorzügen seiner Kunst in Rom zu großer Beliebtheit gelangt … C. wurde der bevorzugte Stecher der beiden Zuccari … dann des (denn auch hier anstehenden)

Muziano , der  damals  in  Rom  großes  Aufsehen  erregte

… Der Einfluß, den C. auf den italien. Kupferstich der 2. Hälfte des 16. Jahrh. ausübte, ist im einzelnen noch nicht untersucht worden. Sicher ist, daß erst Goltzius wieder die Entwicklung der Kupferstichtechnik um einen neuen Schritt vorwärts brachte u. daß bis zu dessen Auftreten

C.  den  Ruhm , der  erste  Stecher  der  Welt  zu  sein ,

unbestritten  behaupten  konnte “

(L. Burchard 1912 in Thieme-Becker VII, 475 ff.).

Und schon 1858 hatte es Nagler im Monogrammisten-Lexikon (I, 2382) mit den Worten auf den Punkt gebracht

„ machte  in  Rom  Epoche , da  er  Vorzüge  in  sich  vereinigte ,

welche  anderen  gepriesenen  Künstlern  seiner  Zeit  fehlen “.

Hier denn nach Muziano, dessen „großer Feinheit u. starkem Naturgefühl“ im Landschaftsfache Thieme-Becker (XXV, 1931, S. 304) gedenken. Er hatte sich seinerseits „in Venedig unter dem Einfluß Tizians und seit ca. 1548 in Rom unter dem Michelangelos“ weitergebildet. Und adäquat erbat er sich für die Wiedergabe seiner Sieben großen Landschaften die Hand Cort’s, aus welcher Folge der Hl. Hubertus als Primus inter pares herausragt. Als

erster  graphischer  Hubertus  wandtüchtig  großen  Formats

Denn „Bis zu den Zeiten des C. Cort hatte man fast blos im Kleinen gearbeitet, er aber öffnete die Bahn der Stecherkunst im Grossen, d. h. er hatte neue Wege für die Kunst entdeckt und neue Schritte zur Vollkommenheit gethan. Er stach eine Menge schöner Blätter, welche die Freude der Kenner sind, und durch den Geschmack, durch ihre schöne Wirkung und die Richtigkeit der Zeichnung ansprechen“ (Nagler). – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 15.266 / Preis auf Anfrage

Nicolaes de Bryn, St. Hubertus

Von  größter  Authentizität :

Der  Heilige  in  seinem  heimischen  Umfeld

Bruyn, Nicolaes de (Antwerpen 1571 – Rotterdam [vor?] 1656). St. Hubertus. Der fürstliche „Wilde Jäger“ als nach Döbel Vater der Parforcejagd und entsprechend mit Horn mit 6köpfiger Meute in großer Waldlandschaft barhäuptig vor dem Hirsche kniend. Auf dem Pool hinter letzterem zwei Schwäne als den weissagenden Vögeln der Mythologie, am Stamm oberhalb des Pferdes eine zischelnde Schlange als Versucherin, dem Hirsch am nächsten in Einzelstellung und als einziger auf seinen Herrn schauend ein Hubertus-Hund. Kupferstich. (1614.) Blattgröße 69,9 x 45,8 cm.

Unerreicht  geblieben  Schwerdt  (!)

und so vielerorts mehr,

unbekannt  gewesen  selbst  dem  Hubertus-Forscher  Dr.  Schlieker

bei Vorbereitung seiner Ausstellung in, u. a., St. Hubert. Hier denn mit Provenienz

Conte  Giovanni  Maria  Mazzuchelli

(Brescia 1707 – 1765, siehe Jöcher VIII, 1127 ff. nebst 21 Titeln seines schriftstellerischen Werkes, diesbezgl. auch erwähnt von Meyers Konvers.-Lex., 4. Aufl., Bd. IX, Seite 98/1 und gelegentlich des Alois Graf von M. heißt es in der ADB XXI, 150: „zählt somit zu jener Brescianer Patricierfamilie, deren Name auf dem Gebiete der italienischen Litteratur durch mehrere Mitglieder bestens vertreten ist.“ Für wie kostbar das Blatt gehalten wurde, belegt die rückseits sichtbare 5fache Besitzstempelung „Con. Gio. Mazzuchelli“ unter der Grafenkrone).

Früher Abdruck wie erstrebenswert  vor  den Adressen („… sind die besseren, weil seine feine Grabstichelarbeit bald abgenützt war“, Wurzbach) von Gerard Valck (1626 – nach 1694) + Peter Schenk I (1661-1715). – Hier mit Joannes Meyssens’ (Antwerpen 1612 – Brüssel 1670; Maler, Zeichner, Kupferstecher u. Verleger; „gründete eines der größten Kunstverlagsgeschäfte in Antwerpen“ [Wurzbach]) Verleger-Dedication für den aus Antwerpen gebürtigen Frederico de Marselaer nebst dessen Wappen („MARSELARE“) im Bild selbst unten rechts, worauf sich in Verbindung mit dem Wappen die auf gleicher Ebene alt mit der Feder in Bister nachgezogene Datierung von 1656 (1636?) beziehen dürfte. Denn spätestens per 16. 1. 1632 ist die Platte (Wurzbach 42: 1614) in einem Inventarverzeichnis der Rotterdamer Waisenkammer nachweisbar (Bredius, Künstler-Inventare, V, S. 1600, Nr. 9: Van Sincte Huybrecht een plaet).

Oben auf Bildkante geschnitten, an den Seiten mit feinem Rändchen, das unten unterhalb der Dedicationszeile (diese mit minimalem Restaurierungsausfall) etwas breiter ausfällt. So voll entsprechend dem von Wurzbach (52) mit 69 x 46 cm genanntem Maß. Etlicher Risse und Rißchen oder dünner Stellen halber mittels Dublierung professionell restauriert, wie bildseits nur bedingt und ohne Störung des faszinierenden Bildeindruckes bemerkbar.

Bruyn’s  Szenerie  verdeutlicht  das  Wunder  viel  treuer  als  Dürer

(c. 1501), der einen eitlen Ritter mit betont durchgedrücktem Rücken, die Kappe auf dem Kopf (!), bei seiner stolzen Burg in italienischer Landschaft zeigt, optisch vom Hirsch durch sein letztlich zwischen ihnen stehendes Pferd getrennt. Und ohne Schlange und – Hubertushund. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 15.753 / Preis auf Anfrage

Une  St.  Hubert

Aubry, Charles (Frankreich 1. H. d. 19. Jhdts.). Chasses Anciennes d’après les Manuscrits des XIV & XVe Siècles. Folge von

12  Lithographien

(35-41,5 x 27-29 cm). Paris, Ch. Motte, 1837. Gr.-2. Lose in OBütten.-Umschlag mit Wz. und farbig illustr. lith. Vorderumschlag. Unbeschnitten.

Schwerdt I, 47; Souhart 28. – Gestaltet mittels der alten Einfaßtechnik, dem sogen. Troubadourstil, mit jeweiligem Hauptbild als Gesamtszenerie, der Detaildarstellungen beigegeben sind, wird die von allseits eingestreutem Text erläuterte instruktive wie zudem seltene Suite eröffnet von

Charles Aubry, Une St. Hubert

Une  St.  Hubert

als Festumzug aus mittelalterlicher Stadt hinaus in die Landschaft mit zwei weiterführenden Details einer Parforcejagd, Kahnpartien, vor allem aber großem Picknick im Walde unter dem Motto

„ Grande  St. Hubert :

Les  Dames  font  les  honneurs  du  repas .

La  Fête  est  complete .“

Zur Linken eine Seiteneinfassung in Form des Querschnitts eines 5stöckigen Hauses samt Mansarde, in jeder Etage ein anderes Detail der Vorbereitung zeigend. Vom Aufstehen über Prüfung der Waffen bis hin zum Aufbruch.

Ferner Chasse au sanglier – Chasse au cerf – Chasse de l’antilope au léopard – La chasse du loup – Chasse au faucon – Chasse au lievre à force – Des chiens courans – Chasse de gazelles – Sous Charlemagne (u. a. mit reichem Jagdzug mit Falkonieren, großer Meute, tlw. gezähmten Bären, Löwen und Katzen) – Chasse de l’autruche et de l’éléphant – Chasse au renard .

Auf großem festen Papier mit Verleger-Trockenstempel. – Vereinzelte Kleineinrisse im breiten weißen Rand säurefrei hinterlegt. Meist nur in letzterem leichte Braunstippen und ganz außen tlw. schwacher Wasserrand oder Braunfleck. Der Umschlag zwangsläufig zeitspuriger, doch ohne Beeinträchtigung seiner von Ruhe, aber auch reichem Geschehen bestimmten Illustration. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 12.101 / EUR  620. / export price EUR  589. (c. US$ 652.) + Versand

Fränkischer  Hl.  Hubertus  in  Rom

Reinhart, Johann Christian (Hof 1761 – Rom 1847). Die Landschaft mit dem Hl. Hubertus. In bühnenartig felsig-waldigem Vordergrund zur Linken der erhöht stehende Hirsch, auf gegenüberliegender Seite symbolträchtig besonnt der auf die Knie niedergefallene junge Edelmann mit dem Hirschfänger an der Seite, die Rechte auf die Brust gedrückt und mit der erhobenen Linken grüßend. Hinter ihm Dreier-Meute und das Pferd führender Jagdknecht mit Gewehr. Talwärts geht der Blick mittels Bildöffnung in das in hellem Licht liegende tiefgestaffelte bergige römische Umfeld. Radierung. Bezeichnet auf Stein unten rechts im Bild „R (ligiertes JR?) / 1811.“ + links unterhalb des Bildes J. C. Reinhart inv. et fec. Romæ 1810 (sic!). 20,7 x 26,9 cm.

Provenienz

J. E. Wetterauer

Altmeister-Graphik u. Zeichnungen
dessen kleinerer runder Monogrammstempel in Schwarz verso
(Lugt 4267, nach 2000, nur wenige Monate in Gebrauch)
nebst Inventarnr. 3666

Andresen-Feuchtmayer 123, II (von III); Nagler, Monogramm., IV, 3507 (als „R“), 1; Ders., Künstler-Lex., 50. – Blatt 1 der im Unterrand mit 1805, 1810 + 1815 datierten 6blätt. Folge von Landschaften, „deren eine die Legende vom hl. Hubertus enthält“ (Nagler 50-55; Weigel, Kunstlager-Cat., IV [1837], 5327 [Abdrücke auf Tonpapier]). – Eines der wenigen Blätter des Œuvre mit zusätzlichem Monogramm:

„ Die meisten Blätter tragen den Namen des Künstlers, nur  wenige  den  Buchstaben  R  und  C.R. Mit R sind (5) bezeichnet: 1) Die Landschaft mit dem hl. Hubertus, 1811. … “

(Nagler). – Nicht unter den 172 Abbildungen der gegenüber der 1927er Erstauflage reich vermehrten 1949er zweiten von Huyghebaerts Sint Hubertus Patroon van de Jagers in Woord en Beeld.

Johann Christian Reinhart, Die Landschaft mit dem Hl. Hubertus

DAS  REICHE  SUJET  – der Heilige gleichwohl dürer-deutsch mit aufbelassenem Federhut – in sehr schönem Druck mit 0,3 (unten) bis 0,8 cm Rand rundum auf tonigem Velin. – Rückseitige Bräunung nebst zwei schwachen Wasserstreifen am Rand, erstere bildseits fast nur unten rechts im weißen Rand etwas, von den Wasserstreifen nur der linksrandige und nur kaum bemerkbar. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 15.176 / EUR  790. / export price EUR  751. (c. US$ 832.) + Versand

Hubertushund (Chien de Saint Hubert). Kopfportrait. Getönter Holzstich von Jules Huyot (Toulouse 1841 – Eaubonne 1921) nach Jules Gélibert (Bagnères-de Bigorre 1834 – 1916). Ca. 1870. Signiert. 17 x 15 cm.

Hubertushund

Thieme-Becker XIII, 365: (Gélibert) malt fast ausschließlich Tier- und Jagdbilder.

Angebots-Nr. 14.463 / EUR  66. (c. US$ 73.) + Versand

Hubertus-Bad (jod- und bromhaltige Kochsalzquellen), Das. Spiegel’s Hotel am Eingange des Bodethals unter der Roßtrappe bei Thale im Harz. Gartenansicht vor der schönen Bergkulisse mit zahlreichen, teils noch promenierenden Gästen, deren einige die Getränkekarte studieren. Während die Damen ihren Kaffee trinken, sitzen die Herren durchweg beim Wein. Links Jäger mit Hund. Kolor. Lithographie. Ca. 1850. Bezeichnet. 27,9 x 32,1 cm.

Thale, Hubertus-Bad

Mit der Adresse der Herzogl. Hof-, Stein- und Buchdruckerei in Ballenstedt. – Unbeschadet gesamthafter Zeitspurigkeit erwerbenswürdiges, zumal sehr seltenes Blatt, da die Mängel (knitterig, leicht stockfleckig, der rechte Rand indes ziemlich stark und mit ins Bild auslaufendem schwachen Wasserrand) im Bild selbst nur minimal zutage treten. Im übrigen breitrandig und in frischen, frühlinghaften Farben.

Angebots-Nr. 12.579 / EUR  404. / export price EUR  384. (c. US$ 425.) + Versand


„ danke für die prompte Lieferung der beiden hübschen Cassas-Blätter (von Antiochia). Den Überweisungsauftrag gab ich gestern zur Bank. Viele Grüße und ein schönes Wochenende … “

(Herr K. O., 6. Februar 2009)