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„ … Welch’  eine  Abwechslung ,

welch’  eine  Wahrheit  im  Ausdruck  der  Leidenschaften !

Daher

sprechen  uns  seine  Werke  so  ungemein  an ,

daher

können  wir  uns  nicht  satt  an  ihnen  sehen ,

daher

bleibt  er … immer  neu , werthvoll  und  geachtet .

Ja er ist in Wahrheit ein Thierseelenmaler “

( Thienemann  als  résumée  zum  Folgenden )

 

Ihnen  angetragen  zu

großem  preislichen  August  2002  Halali !

Waidmannsheil  daher , bevor … … … !!

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Die von verschidenen Arthen der Hunden behæzte Jagtbare Thiere / Mit anmerckungen wie solche von denenselben gejagt, angefallen, gefangen, gehalten, nidergezogen, und theils gewürget werden … Vorgestellet und heraus gegeben von Johann Elias Ridinger Mahler und Kupferstecher auch der Augspurgischen Academie Directori Anno 1761. Folge der 22 Blatt.

Gestochener  Titel  mit  großer  Sauhatz-Vignette

+

21  Radierungen  mit  Kupferstich

(28,4-28,8 x 24,8-25,3 cm). Bezeichnet: römische Numerierung und (II-XXII) J. El. Ridinger inv. del. sc. et exc. A.V. (abweichend: V= Joh. … Aug. Vind., VIII + XXII = … Aug. Vind., Titel = „N.o“ I), ansonsten wie unten.

Thienemann + Schwarz 139-160; Weigel, Kunstlager-Cat., XXVIII, 13 A (?, evt. Zwischenzustand, von A-C); Nagler 16; Coppenrath Abt. II, 1464; Schwerdt III (1928), 137 ( „An interesting series“ ). – Abbildungen: Schwarz I, Taf. VIII; Stubbe, Ridinger, 1966, Taf. 14-16; Ridinger-Kat. Kielce, 1997, SS. 38-41.

Altem  umfangreichen  Sammlungsbesitz  entstammendes  Exemplar

von  ganz  einheitlicher  Druckqualität

bei  54,5-56 x 36,5-38 cm  größter  Breitrandigkeit ,

will heißen, 3seits unbeschnitten mit den originalen Büttenrändern, indes der linksseitige glatte Schnitt bei praktisch voller Wahrung der rechtsrandigen ca. 6 cm daran denken läßt, daß je zwei Blatt auf einen Bogen gedruckt worden sind, was dem Format der von jeweils einer Platte gedruckten Ridinger’schen Imperialen, Thienemann 67/68, entspräche. Mangels jeglicher Heft- und Marmorierungsspuren ist die Folge offensichtlich nie gebunden gewesen. Nur der abweichend auf besonders schwerem Bütten abgezogene leicht randschmuddelige und rechtsseits etwas rissige Titel auch oben glattkantig und mit nur 53 cm eine Idee kürzer. Zum Vergleich: Schwerdt’s Exemplar erreichte mit nur 44,5 x 29,8 cm das Ende seiner Saufeder!

Vereinzelt typograph. Wz. – Titel leicht randschmuddelig und rechtsseits etwas rissig. Drei Blatt mit ursprünglichem Kleinausriß bzw. kleinem Doppelloch in äußerster Randecke. Leichte Quetschspur im weißen Außenrand von XI, die äußerste weiße Plattenecke tangierende geglättete diagonale Faltspur im linken Seiten-/Unterrand und auf den äußeren weißen Oberrand beschränkte zweite bei XII. Überwiegend auf die rechte Blatthälfte beschränkte und hier nur außerhalb des Bildes etwas störend bemerkbare generelle Papierquetschung  bei VII.

Der Auer Ochse (recte der europ. Wisent/Büffel, Bison europaens Ow.) – Der Baehr („ … so gibt es einen guten Stich von einem mit Hunden kämpfenden Bären, Tafel 14“, Stubbe) – Der Elends Hirsch – Der Edle Hirsch – Die Wilde Sau oder Schwein – Der Wolff – Der Weisse Thann Hirsch (Damhirsch) – Der Wilde Schwan („wohl der seltnere Singschwan“) – Der Luchs – Das Rennthier – Das Rehe – Die Gemse – Der Fuchs – Der Biber – Der Fisch Otter – Die Wilde Katze – Der Hase – Der Dachs – Der Marder – Der Iltis, Eichhörnlein und Wiesel – Wilde Enten . – Thienemann :

„ Das wäre also ein Thema mit 21 Variationen … Welch’ eine Abwechslung, welch’ eine Wahrheit im Ausdruck der Leidenschaften! Ja er ist in Wahrheit ein Thierseelenmaler.  Daher  sprechen uns seine Werke so ungemein an,  daher  können wir uns nicht satt an ihnen sehen,  daher  bleibt er … immer neu , werthvoll und geachtet … (E)ine von den späteren Arbeiten Ridinger’s, die er aber ganz selbst gefertigt hat … “

Die Darstellungen oben gerundet. – Mit 9-13zeiligem Untertext zum Wilde selbst wie zu Auswahl + Einsatz der unterschiedlichen Rassen seiner Gegner. In dieser Instruktivität ganz im Sinne Stubbe’s, der gelegentlich der Par force Jagd-Folge als weiterem Spätwerk ausführt (Seite 30) :

„ … und ihre Unterschriften … bring(en) zudem die angenehme Befriedigung,

die gute, von Grund auf entwickelte Informationen zu bereiten vermögen.

Ein  Leben  voller  Jagderfahrungen ,

ein mit denkbar wacher Aufmerksamkeit in vielen Jahren erworbenes Wissen von den Ursachen und Überlegungen, die zu den einzelnen Maßnahmen und Gebräuchen bei der Jagd führen, befähigten den Künstler, alle Arten der Jagd

nicht  nur  ihrem  Vollzug  nach ,

sondern  vor  allem  aus  ihren  Gründen  heraus

zu erklären. Das geschieht … in aller Kürze … der knappe Raum unter den Bildern genügt zu intensiven, dabei leicht verständlichen Erläuterungen in gestochener Schrift. “

Und so ist es hiesige Genugtuung und Freude zugleich, nach den früher hier durchgelaufenen Exemplaren der Sammlung Dr. Luza, Amsterdam (1982) und innerhalb des zweiten der beiden Pompadour-Bände der Marjoribanks-Folios (1998) diese

textlich  wie  optisch  so  großartige  Hommage  auf  unsere  Hunde –

„ Der Hunde pflege laß dir sehr empfohlen seyn

aus finstrem Lager treibst du wohl ein wildes Schwein

durch diser Bellen auf ! “

( Untertext der Titelvignette ) –

erneut vorlegen zu können. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 28.822 / Waidmannsheil – August  2002 – Preis


“ Arrived March 16. Beautiful, very pleased; impressed with your entire process. Thank you so much. Best regards ”

(Mrs. P. A. C., March 17, 2017)