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„ Ihr  naht  Euch  wieder , schwankende  Gestalten “

– Wahljahr  ist  auch  Journaillejahr –

 

Daumier, Ceci a tué cela

Daumier, Honoré (Marseille 1808 – Valmondois 1879). Ceci a tué cela. Die zu Gott aufblickende Klagegestalt, mit der Linken auf die oui’s der Wahlurne, mit der Rechten auf die Gefallenen weisend. Lithographie. (1870-71.) Monogrammiert, bezeichnet. 24,6 x 19,8 cm.

Delteil 3845, III (von 4) mit Abb. des 4. Zustandes; Rümann Abb. 109. – Sorgfältiger Druck auf besserem Papier ohne Rückseitentext und den Actualité-Serientitel,  vor  dem schwarzen Fleck innerhalb des „oui“ oberhalb der Wahlurne.

Geschaffen  im großartigen Altersstil der letzten Jahre, alles Gegenständliche weglassend und „nur in symbolischen Gestalten Anklage erhebend gegen das Unrecht des Krieges“ (Glaser). – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

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Harmlose  Hausbrandursache  mit  Hintersinn

Hogarth, William (1697 London 1764). The Politician. Der zeitunglesende Politiker, der zwecks besseren Lesens die Kerze dicht vor die Augen hält und dabei nicht bemerkt, wie diese seinen Hut durchbrennt. Kupferstich von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). 1809. Signiert, datiert, bezeichnet. Bildgröße 17,8 x 14,3 cm.

Cook’s („machte sich auch einen Namen als Hogarth-Stecher“, Thieme-Becker) kleinere Fassung. – Innerhalb des breiten weißen Plattenrandes geschnitten. – Kaum merkliche leichte Knickfalte im unteren Bild- / Plattenrand.

Erst postum veröffentlichte Zeichnung, anspielend auf die Verhältnisse um 1730. Der gebannt auf die kontinentalen Geschehnisse, von denen die Zeitung berichtet, blickende Politiker – übrigens der damals bekannte Londoner Spitzenhändler Tibson – , der darüber die durch den brennenden Hut angezeigten eigenen nächsten Probleme außerachtläßt.

Angebots-Nr. 9.004 / EUR  189. (c. US$ 206.) + Versand

Das  Portrait  korrupter  Parteien

und  einer  verrotteten  Gesellschaft

Hogarth, William (1697 London 1764). Die Wahl eines Parlamentsmitgliedes. Folge von 4 Blatt Kupferstichen von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). Bezeichnet: Hogarth pinx(t). / T. Cook, sculp(t). / Published by Longman, Hurst, Rees(,) & Orme(,) (May 1st. 1807 – Oct. 1st. 1809). Bildgr. 14,6-15.5 x 18,8-19,7 cm.

1. Humours of an Election Entertainment. – 2. Canvassing for Votes. – 3. Polling at the Hustings. – 4. Chairing the Members.

Hogarth’s  voll zeitgenössischer Anspielungen steckende berühmte Suite – zu seinen „reifsten Schöpfungen“ gehörend (Thieme-Becker) und hier in Cook’s kleinformatiger Wiederholung vorliegend – ist

die  bekannteste  graphische  Schilderung  einer  Abgeordneten-Wahl .

Ihre Entstehung im klassischen Land des Parlamentarismus verleiht ihr besonderes Gewicht. Denn sie ist zugleich – inpiriert von Ereignissen in Oxfordshire während der 1754er Wahlen, herausgegeben 1755-58 – das Portrait nicht allein korrupter Politiker und Parteien, sondern einer verrotteten Gesellschaft an sich. War doch zu Hogarth’s Zeiten neben der auf allen Blättern dokumentierten zeitüblichen Schlemmerei und Trinkerei als Teil jeder Wahl die Bestechung,

„ … durch Sir Robert Walpole und die Whigs zuerst systematisch ausgeübt, noch bei weitem scandalöser als später betrieben worden; so blieb es während der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts und bis auf unsere Tage … Damals wurde nämlich der Besitz einer Parlamentsstelle oft genug als bloße Handelsspeculation betrachtet, indem der Gewählte … seine Stimme an die Regierung für eine Geldsumme, eine Sinekur, ein Amt oder eine Lieferung verkaufte, und alsdann von einem  verfaulten  Flecken  sich wieder wählen lassen konnte, ein Verfahren, welches um so leichter war, da der Minister Walpole eine solche Bestechung der Parlamentsglieder – ‚jeder Mensch hat seinen Preis‘ – förmlich zum Regierungssystem erhoben hatte. Auch die vorliegenden Blätter Hogarth’s geben hievon Andeutungen “

(Lichtenberg).

Ein Schelm, wer dabei an die Unabhängikeit der Abgeordneten, den Fraktionszwang und die von der Partei vergebenen Listenplätze heute denken mag. Und an den Überdruß, den die Kaste der Berufspolitiker beim heutigen Wähler erregt, wenn Thieme-Becker resümieren:

„ … eine  köstliche  Satire  auf  das  Bestechungslaster

und  die  damit  verbundene  Demoralisierung  des  Volkes . “

Doch der Verwerflichkeit und käuflichen Parteilichkeit des gesamten Vorganges drückt Hogarth jenseits der Fülle der Anspielungen noch einen besonderen Stempel auf. Sind doch auch diese Blätter zugleich Karikaturen oder Parodien klassischer – und damit reiner – Werke aus Renaissance und Barock:

So das erste Blatt bis hin zum – in dieser Version nicht mehr wiedergegebenen – Untertext „He that dippeth his hand with me in the dish, the same shall betray me“ nach Leonardo’s Abendmahl. Gefolgt von Blatt zwei mit dem von beiden Seiten bestochenen Landmann als Umkehrung der Wahl des Herkules. Die Wahl selbst wiederum greift Tizian’s Präsentation der Jungfrau auf, derweil das letzte Blatt, der Triumphzug des gewählten neuen Parlementsmitgliedes, gar auf Alexander den Großen in Le Brun’s Sieg Alexanders über Darius anspielt. Wobei der königliche Adler dort einer Gans hier weichen mußte. Die zudem mit dem, was sie fallen läßt, den Beitrag des neuen Abgeordneten zur Debatte im hohen Hause vorwegnimmt.

Diese Einbettung in den Kanon zeitloser Kunst zugleich und entgegen Lichtenberg’s Auffassung, die Blätter und ihre Details seien nur aus und in ihrer eigenen Zeit verständlich, der Folge

eine  eigene , über  die  Jahrhunderte  gültige  Zeitlosigkeit

verleihend. Die noch unterstrichen wird von Hogarth’ oft mehrdeutigen oder je nach Zeit und Standpunkt anders auslegbaren Sarkasmen. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 8.895 / EUR  375. / export price EUR  356. (c. US$ 388.) + Versand

– – – Dasselbe in Stahlstichen. Ca. 1850. Bezeichnet. 12,9-13,5 x 15,8-16,2 cm.

Angebots-Nr. 12.169 / EUR  249. (c. US$ 271.) + Versand

„ Nieder  mit  dem  Rumpf-Parlament “

Hogarth, William (1697 London 1764). Burning ye Rumps at Temple-Barr. Nieder mit dem Rumpf-Parlament. Symbol. Verbrennung des 1648 von Cromwell als Meilenstein seiner weiteren Machtentfaltung von seinen presbyterian. Mitgliedern gesäuberten Parlaments, das nunmehr Karl I. hinrichtete, statt Verhandlungen mit ihm zu pflegen und damit die puritan. Republik einläutete, die sich indes beinahe zu einer Cromwell’schen Monarchie gemausert hätte. Ort des Geschehens ist das Londoner Stadttor Temple Barr. Einer der Bilderstürmer mit den Convenant der presbyterian. Schotten in Händen, ein anderer hält das Panier hoch: Down with the Rumps. Kupferstich. Signiert, bezeichnet. 27,7 x 51,6 cm.

Nagler 10-11. – HUDIBRAS XI. – 24zeil. Untertext als gekürzter Textauszug aus Samuel Butler’s (1613-1680) Epos. – Abdruck auf festem, breitrandigem Papier von der vom kgl. Kupferstecher James Heath (1757 London 1834) um 1822 überarbeiteten Platte („Selbst diese Abzüge sind heute aber relativ selten geworden“, Kunstgalerie Esslingen 1970; und Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., VIII [1888], 625: „Eine schöne Ausgabe“, geschätzt auch schon von zeitgenössischen Sammlern vom Range etwa eines A. T. Stewart [Catalog of the Stewart Collection, New York 1887, 1221, „fine plates“]).

Szenenreiches  Blatt  zur  Geschichte  des  Parlamentarismus .

Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 14.730 / EUR  390. / export price EUR  371. (c. US$ 404.) + Versand

Die  Stacheln  erhebend , dem  Gegner  entgegen

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Das Stachel Schwein. In gereiztem Zustande. Radierung mit Kupferstich. (1740.) Bezeichnet: J. E. R. fec., ansonsten wie vor. 18,8 x 15,5 cm. – Thienemann 480. – Mit der postumen Nrn.-Änderung von 1824/25.

Ref.-Nr. 14.995 / Lagerware – nicht katalogisiert / Beschreibung + Angebot anfordern

Historische  Prallheit  gegen  Ende  des  7jährigen  Krieges

als  einer  globalen  Auseinandersetzung

neuzeitlicher  Dimension .

Der  Regierungswechsel  in  England

droht  Preußens  Überleben  zu  kippen

 

WILLIAM  HOGARTH
1697 London 1764

John Wilkes Esqr. (Herausgeber des North Briton Journals) + The Times oder das politische Großfeuer ob des ungesetzlichen „allgemeinen Verhaftsbefehls (general warrant) gegen Schriftsteller, Drucker und Verkäufer“ des North Briton. 3 Blatt. Kupferstiche, davon 2 von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). Signiert und datiert (2). 35,3 x 24,5 bzw. 24,5-25,5 x 31,5-32 cm.

Wilkes’  (Publizist, 1727-1797,
Held „der damals schon höchst wichtigen Zeitungspresse“)

„ hauptsächlichste Wirksamkeit begann jedoch (Juni 1762) mit seiner Zeitschrift The North Briton, (die) bald als die gefährlichste Waffe der Opposition von der Regierung (Pitt) erkannt wurde“ (Lichtenberg). „Der Staatssekretär Halifax erließ hierauf einen gegen die Habeaskorpusakte verstoßenden Haftbefehl, der nicht gegen eine bestimmte Person, sondern gegen die Urheber des Blattes im allgemeinen (siehe oben) gerichtet war. W. wurde darauf verhaftet; das Gericht aber ordnete seine Freilassung an … Dieser Ausgang war für ganz England insofern wichtig, als fortan die Haftbefehle ohne Namen beseitigt blieben. W. veranstaltete darauf einen Neudruck des ‚North Briton‘ … “

(Meyers Konvers.-Lex., 4. Aufl., XVI, 648 in großer Ausführlichkeit

und  dies  nach  noch  130  Jahren !) .

„ Hogarth hat die Figur portraitiert, als Wilkes während des Processes, der ihn zum Helden der Freiheit machte, vom Tower vor den Gerichtshof der Common Pleas gebracht … wurde … Das Blatt erschien (am 16. 5. 1763) während der Aufregung, die Wilkes’ Proceß bewirkte, und hatte deßhalb einen solchen Erfolg, daß mehrere tausend Abdrücke in der ersten Woche abgesetzt wurden “

(Lichtenberg).

Das Sitzporträt zeigt ihn, wenig schmeichelhaft, aber echt, in entschlossener Haltung mit dem auf langer Stange mitgeführten Freiheitshut. Auf dem Tischchen neben ihm die die Thronrede Georgs III. zerfetzende berüchtigte Nr. 45 des Blattes sowie die 17. Ausgabe, in der Wilkes das 1. Blatt von Hogarth’s Times kritisiert hatte.

Die  2blätterige  TIMES-Folge  in  diesem  Kontext .

Das 1762 erschienene erste zeigt den Zeitungsverteiler des North Briton und des Monitor mit seiner die starke Nachfrage dokumentierenden schon sichtbar geleerten Schubkarre inmitten des (politischen) Großfeuers jener Tage, das der Rücktritt Pitt’s entfacht hatte.

„ Tatsächlich geriet Friedrich (der Große) in ärgste Schwierigkeiten durch das Verhalten der neuen englischen Regierung unter Georg III. und dem Lord Bute: da England in Übersee erreicht hatte, was es wollte, bedurfte es Friedrichs nicht mehr. Bute beabsichtigte sogar, auf Preußens Kosten mit Österreich einig zu werden. So verzichtete Friedrich auf weitere englische Unterstützung; brachte aber trotzdem ein Heer von 120 000 Mann fürs Jahr 1762 zusammen.

Den Ausweg öffnete ihm plötzlich der Tod seiner zähen Feindin Elisabeth (1762, Tochter Peter des Großen) und die Thronbesteigung des Zaren Peter III.; denn dieser … schloß mit ihm am 5. Mai Frieden … “

(Orthbandt, Deutsche Geschichte, 1954, SS. 603 f.).

Des weiteren ganz oben

im  linken  Mansardenfenster  als  dem  Quartier  der  ärmlichen  Journaille

wiederum Wilkes selbst mit Schlauch, dessen Fülle nunmehr dem Pitt-Nachfolger Bute als dem kgl. Spritzenmeister gilt. Eine der geballtesten Ladungen des Künstlers.

Das 2. Blatt aus 1763 zeigt pralles politisches Tohuwabohu mitsamt dem verhaßten Wilkes – Wunschdarstellung, in der sich Regierung und aus ganz persönlichen Gründen, siehe oben, Hogarth trafen – mit Hals und Händen unter der Rubrik Defamation im Stock, auf der Brust seinen North Briton, die Beutel leer, bepinkelt. Der Triumph der Gerechtigkeit

–  Freiheit , Volksruhm  und  big  money  für  den  Verleger  –

ließen Hogarth wie auch seine Witwe die schon fertige Platte zurückhalten. Sie wurde erst postum, 1790, von Boydell herausgebracht und liegt hier vor in entsprechend gutem Druck, möglicherweise von der vom kgl. Kupferstecher James Heath um 1822 überarbeiteten Platte. – Résumé :

der  graphische  Dreiklang  des  künstlerischen  Zeitgenossen  vor  Ort

zu  dem  europäisch-deutschem , zugleich  globalem , Ereignis

des  Jahrhunderts .

„ Wir müssen uns alle damit trösten, daß unser Jahrhundert eine Epoche der Weltgeschichte bildet, und daß wir Zeugen von Ereignissen gewesen sind, wie sie in so außerordentlicher Weise der Wechsel der Dinge seit langer Zeit nicht hervorgebracht hat. Das bedeutet viel für unsere Neugierde, aber nichts für unser Glück “

(Friedrich II. an seine Lieblingsschwester Henriette, Markgräfin von Bayreuth).

Die beiden Cook’schen Fassungen – im Ursprungsformat wie in keiner der späteren Hogarth-Ausgaben – in sehr schönen Drucken von zwangsläufig namentlich herrlichem Hell-Dunkel von TIMES I. Die Hintergrund-Schraffur des Wilkes-Porträts verdeutlichend, daß dieser sich hinter Gittern befindet. Ersteres unten, letzteres links innerhalb des weißen Plattenrandes geschnitten. TIMES I leicht randstockig. Dessen rückseitige gewisse Stockigkeit nicht ins Bild durchschlagend. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

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Die  Journaille  –

ein  (noch)  erbärmlicher  Stand

Hogarth, William (1697 London 1764). Der Dichter in der Not in häuslicher Eintracht mit der die Garderobe flickenden Hausfrau im Mittelgrund, beide gestört, nicht überrascht, von der ein langes und gefülltes Kerbholz vorweisenden, Bezahlung heischenden Milchfrau. Kupferstich von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). 1797. Bezeichnet: Designed by W. Hogarth / Engraved by T. Cook / Published Octr. 1st.1797 by G. G. & J. Robinson Paternoster Row London. 36,5 x 41,5 cm.

„ … ein altes aber dennoch ewig neues Thema … auf dem Boden liegt ein Beweis vom Verdienste des Poeten im Grubstreet Journal. Er ist also ein

Mitarbeiter  an  der  damals  sehr  niedrig  stehenden  Tagespresse … “ ,

die sich keine 30 Jahre später schon souverän manifestieren sollte (siehe John Wilkes Esqr. + The Times). – Nach dem 1736er Originalzustand, kenntlich an dem Gemälde oberhalb des Journalisten, auf dem Alexander Pope seinen schärfsten und ausdauerndsten Gegner im Gefolge von The Dunciad, den Buchhändler, Verleger und Raubdrucker Edmund Curll, verprügelt. Vorbild für die Figur des Dichters denn wohl auch – so David Bindman, Hogarth and his Times, Nr. 21 – Pope’s König der Hohlköpfe, der Satiriker Lewis Theobald, der sich durch Kritik an Pope’s Shakespeare-Edition dessen Zorn zugezogen hatte, indes seine eigene wegweisende Shakespeare-Ausgabe die Grundlage für Edmund Malone’s bis heute gültige Standardedition bildet. Entsprechend mit Vierzeiler aus dem ersten Buch der Dunciad. Ansonsten – im Gegensatz zu allen späteren Hogarth-Ausgaben – in dessen ursprünglichem Folio-Format. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

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– – – Dasselbe in Kuferstich von Ernst Ludwig Riepenhausen (1765 Göttingen 1840) nach dem 1740er Zustand, kenntlich am Titel und dem statt der Prügelszene „A View of the Gold Mines of Peru“ zeigenden Gemälde. Bezeichnet: 41. / The Distrest Poet. / W. Hogarth inv & pinx. 1740 / R. d & f. 21,5 x 26,2 cm. – Früher toniger Abdruck.

Angebots-Nr. 7.733 / EUR  125. (c. US$ 136.) + Versand

Wer wird sich denn deshalb gleich erschießen wollen !?

Take  it  easy ,

denn die Kette derer durch die Jahrhunderte ist lang !

Und ohnehin werden  Sie’s

ja wohl Ihrem Gegner überreichen müssen ,

damit  der  sich nicht … , siehe oben !

Hogarth, William (1697 London 1764). A Country Inn Yard (oder Die Wahlprocession im Hofe). Die letzten Reisenden besteigen die Überland-Postkutsche, schon sitzt der Postillion auf dem Bock und die Wirtin als Posthalterin mahnt heftig läutend zur Eile. Im Vordergrund erbittet ein buckliger kleiner Postillion von einem hier umsteigenden beleibten Herrn ein Trinkgeld für die vorherige Strecke. Kupferstich. Bezeichnet: Design’d and Engrav’d by W. Hogarth. — Publish’d According to Act of Parliament. 1747. 22 x 31 cm.

Nagler 30. – Nach dem Bild von 1747. – Unabhängig von der reichen Postszenerie betrifft das eigentliche Geschehen – in Ergänzung zur Parlamentswahl-Suite – die Verhöhnung eines

„ bei  der  Parlamentswahl  durchgefallenen  Candidaten “

dessen ausgestopfte Figur – wie schon hinsichtlich des Herzogs von Newcastle auf Bl. 1 der Wahl-Suite – in Prozession von der Gegenpartei genüßlich herumgetragen wird. Dies umso ärgerlicher, als die Niederlage auf einer Formalie, nämlich dem noch knapp verfehlten Alter des Kandidaten, beruhte und somit voraussehbar war. Entsprechend unwillig zahlt denn auch ein Agent des Unglücklichen – einen Druck der Act against bribery and corruption in der Tasche – dem Wirt die Zeche für das nutzlos ausgegebene Wahlessen.

„ Das bekannte Blatt … bringt mit Dickens’schem Humor eine behagliche Schilderung ländlichen Kleinbürgertums “

(Thieme-Becker XVII, S. 297, 2).

Abdruck auf starkem Papier von der vom kgl. Kupferstecher James Heath (1757 London 1834) um 1822 überarbeiteten Platte („Selbst diese Abzüge sind heute aber relativ selten geworden“, Kunstgalerie Esslingen 1970; und Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., VIII [1888], 625: „Eine schöne Ausgabe“, geschätzt auch schon von zeitgenössischen Sammlern vom Range etwa eines A. T. Stewart [Catalog of the Stewart Collection, New York 1887, 1221, „fine plates“]). – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 7.803 / EUR  135. (c. US$ 147.) + Versand

– – – Dasselbe in Kupferstich von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). Bezeichnet: Hogarth pinxt. / T. Cook & Son sc. / Published by Longman, Hurst, Rees & Orme, May 1st. 1808. Bildgröße 12,2 x 17,1 cm.

Cooks kleinere Fassung, gestochen gemeinsam mit seinem Sohn. – Innerhalb des breiten weißen Plattenrandes geschnitten.

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– – – Dasselbe in Kupferstich von Ernst Ludwig Riepenhausen (1765 Göttingen 1840). Bezeichnet: W. Hogarth pinx. 1747. / E. Riepenhausen sc. 21,3 x 26,7 cm.

Die  Arbeiten  Riepenhausen’s  nach  Hogarth  ( „sehr schätzbar“ ) zählen zu seinem Hauptwerk und werden tlw. den Hogarth’schen Stichen sogar vorgezogen. – Rücksichtlich des besonders guten, festen Papiers wohl Abdruck einer Vorzugsausgabe um 1830. – Ränder etwas altersfleckig. Desgleichen das Bild selbst ein wenig.

Angebots-Nr. 7.804 / EUR  118. (c. US$ 129.) + Versand

– – – Dasselbe in Lithographie. (1833/36.) Bezeichnet: Die Landkutsche. 24,7 x 23,7 cm. – Ausführlicher Untertext in Deutsch.

Angebots-Nr. 7.805 / EUR  125. (c. US$ 136.) + Versand


„ Danke für den wunderbaren (Ridinger-)Scan … der meine Argumentation zur Verwechslung in der Staffierung der Porzellane dokumentarisch bestens belegt. Darf ich um Ihre Zustimmung bitten, ihn in meiner Arbeit zeigen zu dürfen? “

(Herr J. R., 7. Juni 2004)