Politiker mögen kommen + gehen –
Sachsen bleibt bestehen
Sächsisches aus 18. + 19. Jahrhundert
Saxe, Cartes de la Haute, et de la Lusace. Mit Titelkartusche + Meilenzeiger. Landkarte von Edme Mentelle (1730-1815), Historiograph des Grafen von Artois, in Kupferstich von Pierre François Tardieu, Paris. (1788.) Signiert, bezeichnet. 35,6 x 47 cm. – Wasserzeichen.
Mittelpunkt: Leipzig , Dresden schön im rechten Mittelfeld . – Bis Goslar – Potsdam – Fürstenwalde – Sagan – Greiffenberg – Eger – Schweinfurt – Eschwege .
Angebots-Nr. 7.355 / EUR 138. (c. US$ 188.) + Versand
Dresden. Zentralansicht. Holzstich nach einer Photographie. (1886.) Bezeichnet. 13,2 x 19,8 cm. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 15.530 / EUR 85. (c. US$ 116.) + Versand
DEUTSCHE EINHEIT VOR 141 JAHREN
Daumier, Honoré (Marseille 1808 – Valmondois 1879). L’Unité Allemande. Die Walze des Mars ebnet die Toten ein, als da sind Württemberger, Badenser, Bayern, Hannoveraner, Sachsen , Hessen. Lithographie. (1870-71.) Monogrammiert, bezeichnet. 22,2 x 18,1 cm.
Delteil 3831, III (von 3) mit Abb. dieses Zustands. – Sorgfältiger Druck auf besserem Papier ohne Rückseitentext und den Actualité-Serientitel.
Geschaffen im großartigen Altersstil der letzten Jahre, alles Gegenständliche weglassend und „nur in symbolischen Gestalten Anklage erhebend gegen das Unrecht des Krieges“ (Glaser). – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 13.385 / EUR 404. / export price EUR 384. (c. US$ 523.) + Versand
Sächsischen Länder, Karte der Großherzogl. + Herzoglich. Mit Titel-, 2 Erläuterungskartuschen + Separatkärtchen der westl. Besitzung Idar-Oberstein – Birkenfeld – Ottweiler . Detailkarte von Walther nach Friedrich Wilhelm Streit (gest. 1839) in grenzkolor. Stahlstich von A. Heimburger. (1833-37.) Signiert, bezeichnet. 23,4 x 27,5 cm.
Reiche Lokalkennzeichnungen, u. a. „Kunststr(aßen)“ mit und ohne Schnellposten, Poststationen, Landstraßen, Schiffbarkeiten, Gebirgs Pass, Unis + Gymnasien. – Bis Bleicherode – Halle – Penig – Plauen – Münchberg – Thurnau – Haßfurt – Hünfeld – Waldkappel . – Mittelpunkte: Weimar – Rudolstadt .
Angebots-Nr. 11.383 / EUR 86. (c. US$ 117.) + Versand
„ Das politische , wirtschaftliche und kulturelle Leben
Europas und Nordamerikas
(beeinflußt von der Reformation).
SIE IST SACHSENS BEITRAG
ZUR WELTGESCHICHTE . “
Die sächsische Kirchenvisitation
als Auslöser für Luther’s Großen + Kleinen Katechismus.
Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Evangelische Kirchen Visitation. Blick durch eine von mit Palmenzweigen bestückten Rocaille-Titelkartusche zusammengehaltene Draperie auf eine „bühnenhaft im Sinne eines geschlossenen Schauplatzes“ (Schöne) komponierte Konsistoriumssitzung mit Luther und seinem Landesherrn als Mittelpunkt der unter der Losung Joh. V, 39 „Suchet in der Schrifft“ versammelten, diskutierenden und Schriften studierenden Welt- und Geistlichkeit. Der engere Kreis vorn am Tisch, der erweiterte in weitem Halbkreis um diesen herum placiert. Zwischen den Oberlichtern der ansonsten verhangenen Fenster Bilder zu I. Sam. VII, 16 / II. König 11, 1 , 4 + 5 / Matth. IX, 35 / Act. VIII, 14 + Act. XV, 36. Kupferstich von Johann Jacob Kleinschmidt (1687 Augsburg 1772). (1728.) Bezeichnet: Elias Riedinger (sic!) delin. / Ioh. Iacob Kleinschmidt Sculpsit, sonst wie oben. 23,6 x 31,7 cm.
Provenienz
Sammlung Alfred Coppenrath, Regensburg,
dessen Versteigerung Abt. II (Leipzig 1889), Nr. 1606
und dort qualifiziert als
„ Höchst seltenes , fliegendes Blatt , in unbeschriebenem Zustand “,
zu letzterem siehe indes unten
Marsch, Bilder zur Augsburger Konfession und ihren Jubiläen, Weißenhorn 1980. – Stillfried (1876) + Schwarz (1910) 1381; Reich auf Biehla 282 ( „Aufgezogen. / Interessantes Blatt … Höchst selten“, 1894 !); Boerner CXXII, 1385 (das Explr. Graf Constanza C.....a, Mailand, „Äußerst selten“, 1913) + Wend, Ergänzungen zu den Œuvreverzeichnissen der Druckgrafik, I,1 (1975), Ridinger 43.
Das im Rahmen der „Augsburger Friedens-Gemälde“ (1650/1-1789) geschaffene Bild gilt der Jahresgabe für 1728. Wobei der typographische Begleittext „häufig nur angeklebt“ (Gode Krämer; so denn auch die Explre. Stillfried, Schwarz, Faber-Castell), also separat gedruckt ist. Bei dem Exemplar der Kunstsammlungen Augsburg findet er sich rückseits des Bildes als mutmaßlichem Merkmal der Herkunft aus einem der chronologisch, gleichwohl mehr oder weniger zwanglos zusammengestellten seltenen Augsburger Sammelbände der Reihe. So zunächst seitens Baumgartner’s, dann Joh. Michael Roth’s (1732, eine weitere mit 1749er Vorwort).
Nach 1789er Auslaufen der Friedens-Gemälde präsentierte Roth 1790 dann die Gesamtreihe, wobei bis einschließlich 1731 die Bilder – wie denn auch hier – auf die Rückseite der Texte des Vorjahres gedruckt wurden. Sowohl in seiner Abfolge als auch in seiner viel großzügigeren Typographie weicht hiesiger 1727er vom Augsburger früheren Exemplar ab. Größer auch die Initiale, die abweichende Textanordnung mit zudem zurückhaltenderer Bordüre. Dieser Ausgabe also dürfte hiesiges Exemplar entstammen: das Ridinger/Kleinschmidt’sche Kupfer zu 1728 findet sich auf der Rückseite des Textes zum „Friedens=Gemähld“ von 1727. Was immer wieder zur Fehleinschätzung als eines unbeschriebenen Zustandsdruckes führt.
Generell im übrigen nicht bei Thienemann (1856), im Weigel‘schen Kunstlager-Catalog, Abt. I-XXVIII (1838-1857), beim Marktleerfeger Hamminger (1895), in Helbing‘s (Ridinger-)Katalog XXXIV (1900, 1554 Positionen!) !
Kronen-Wappen-Wz. – In der linken Oberecke des breiten weißen Randes hinterlegter dreieckiger Ausriß von ca. 1-1,5 cm, die Oberkante ganz schmal angeschmutzt, ansonsten quasi blütenrein + unberührt bei bildseits nicht wahrnehmbarer geglätteter Mittelfalte. – Verso 2spaltig zu 50 Zeilen typographisch :
„ Friedens = Gemähld ,
Der Evangelischen Schul=Jugend in Augspurg, bey wiederholtem
Danck= und Frieden=Fest, den 8. Augusti Anno 1727. ausgetheilet.
Genommen aus der Heil. Schrifft und der Reformations=Historia.
… Es hat auch damals nicht an manchen Sturm gefehlet, Den der Verfolgungs=Geist hat hier und dar erregt, Darunter wird mit Recht der schwere Haß gezehlet, Den einst
Hertzog Georg zu Sachsen
hat gehegt Wider den Prediger bey Hofe, … Noch mehr und härtere Verfolgung muste leyden Ein Priester eines Dorffs, so Kayser war genannt, … Der …
Mit Feur … zu Scharding wurd verbrandt … “
Den eminent wichtigen historischen Hintergrund des Reformationsgedenkens dieses Flugblattes bildet die von Luther angeregte und ab Oktober 1528 auch selbst geleitete
„ berühmte sächsische Kirchenvisitation,
durch welche die neue Kirche erst recht in die Erscheinung trat“
(Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., IX, 781 + X, 1023, mit – analog zum hiesigen Flugblatt – 1527 als Startjahr; die neuere Literatur nennt hierfür bereits 1726).
„ Im Kurfürstentum – im ernestinischen – Sachsen war inzwischen unter den Nachfolgern Friedrichs des Weisen … nach den wilden Jahren des Anfangs mit dem Aufbau einer evangelischen Landeskirche begonnen worden. Als Vorbild diente der erste evangelische Staat, das … Herzogtum Preußen … So erfolgte beispielgebend für andere evangelische Territorien, von 1526 bis 1530 die kursächsische Kirchen- und Schulvisitation, für die Melanchthon 1528 den ‚Unterricht der Visitatoren‘ verfaßte … Das Ergebnis offenbarte eine erschreckende Unkenntnis in Glaubensdingen bei Pfarrern und Gemeindegliedern. Luther sah sich veranlaßt, 1529 für die Pfarrer den ‚Großen Katechismus‘ und für den Gebrauch der Hausväter den ‚Kleinen Katechismus‘ … zu verfassen … Für die kirchliche Gerichtsbarkeit … werden … Konsistorien errichtet … Für die Visitatoren entwirft Justus Jonas die sogenannte ‚Heinrichsagende‘ … die zur offiziellen Kirchenordnung wird “
(Christian Zühlke, Die Reformation in Sachsen, in Von der Liberey zur Bibliothek – 440 Jahre Sächsische Landesbibliothek, 1996, Seiten 133 f.).
Eingebettet das Ganze in Zühlkes Statement (a. a. O., Seite 123):
„ Sachsen ist das Mutterland der Reformation.
Sie ist Sachsens Beitrag zur Weltgeschichte.
Die aus der Reformation hervorgehenden Konfessionskirchen der Lutheraner, Reformierten und Anglikaner sowie die spiritualistischen Bewegungen
beeinflußten das politische, wirtschaftliche und kulturelle Leben
Europas und Nordamerikas.“
Dies denn das Umfeld dieses in so vielerlei Hinsicht interessanten und seltenen Einblattdruckes. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 28.970 / EUR 670. / export price EUR 637. (c. US$ 868.) + Versand
Willkommen am großen Traditionsplatz
Leipziger Messe – Einladung. Rose als von von fünffacher Goldlinie auf schwarzem Grund eingefaßtes Eingangsmotiv. Deckfarbenmalerei. Rückseits Design-Muster einer typographischen Einladungs-Gestaltung in Gold + Schwarz sowie zweifach wiederholter Rosenvignette mit ausgeführtem Mitteltext
„ Ausstellung zur Leipziger Messe “.
Ca. 1920. Bezeichnet wie vor. 142 x 90 mm.
Eleganter Illustrationsentwurf auf Karton. – Rückseits unten rechts hs. Reg.-Nr. R. 473. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 28.911 / EUR 130. (c. US$ 177.) + Versand
Aus dem Jahrhundert des Meßaufschwungs
Leipzig, Frau aus. 1592. Goldgehöht kolor. Holzschnitt. (1877-84.) Bezeichnet. 20,5 x 14 cm. – Lipperh. Ad 46. – BLÄTTER FÜR KOSTÜMKDE. NF. 201.
Historische Tracht aus dem Jahrhundert des Meßaufschwungs. Denn die sich aus Jahrmärkten entwickelnden „Leipziger Messen … erlangten erst eine größere Bedeutung, als 1507 Kaiser Maximilian I. der Stadt Stapel- und Niederlagsrecht verlieh“ (Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., Lpz. 1889, X, 665/I). Um ab 1711 die älteren Reichsmessen von Frankfurt/M zu überholen. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 14.683 / EUR 65. (c. US$ 89.) + Versand
„ eine vielleicht vielen befremdliche Cur=Art
dem gewissen Tode des Kranken vorziehen. “
Mandat (Friedrich Augusts, Herzogs zu Sachsen), die wider das Herumlaufen und die Wuth der Hunde vorzukehrenden Anstalten betreffend. Nebst den Beilagen „Ursachen der Wuth der Hunde, und die Kennzeichen solcher Wuth“ sowie „Anweisung wie man sich bey dem Bisse toller Hunde zu verhalten habe und dessen traurigen Folgen vorbeugen könne“. Gegeben Dresden 7. Sept. 1782. Dresden, Chur-Fürstl. Sächs. Hof-Buchdruckerey, (1782). 2° (34,8 x 21 cm). Mit Eingangs- + Schluß-Vignette in Holzschnitt. 12 Bll. Mit gedruckter hzgl. Unterschrift nebst „L(oco) S(igilli)“-Marke und ebensolchen Gegenzeichnungen George Wilhelm v. Hopffgarten’s sowie des Sekretärs Chr. Gottlieb Kretzschmar. Geheftet. Unbeschnitten.
Aktenvermerk „Nom: 13.“ von alter Hand auf Titel. – Namentlich der Hauptteil in schöner, großer Typographie. – Breitrandig.
Außerordentlich inhaltsreiche Verordnung
zu Bekämpfung + Heilung der Tollwut ,
beginnend mit der Verminderung der überhaupt gehaltenen Zahl sowie dem regelmäßigen Einfangen streunender Hunde und der generellen Art der Haltung und Mitführung. Ferner soll durch öffentlich zu bestellende Personen „allen Hunden, ohne Ausnahme, der sogenannte Toll=Wurm geschnitten … werden“ sowie in Apotheken, aber auch andernorts, stets ein ausreichender Vorrat „aus Mäy-Würmern zubereitete(r) Artzney“ vorgehalten werden.
Von ganz überragendem Interesse aber die 2seitige „umständliche Beschreibung“ der Ursachen der Tollwut, vor allem aber
die 8seitige Anweisung zur Behandlung eines Gebissenen
mit allen Einzelheiten zu Reinigung der Wunde, Hygiene, Ruhe, Nahrung – Holunder-Blüthen-Tee – und aufmunternder Pflege.
Dieser Detail-Reichtum macht anstehende Verordnung zu einer wahren Fundgrube. Zum einen hinsichtlich des sogenannten Tollwurms, dessen Entfernung später – so in einer preußischen Verordnung von 1797 – als unwirksam erkannt wurde. Ganz besonders aber im Vergleich mit der mit 16 Blatt deutlich umfangreicheren Nachfolge-Verordnung von 1796 (siehe im folgenden 13.082 + 13.083), die bei Tier + Mensch generell, besonders aber bei der „Entsorgung“ kranker Hunde wie auch der Pflege gebissener Menschen die Hygiene nunmehr in grundlegender, sichtbar über die Wundpflege hinausgehender, Weise gewichtet. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 13.081 / EUR 496. / export price EUR 471. (c. US$ 642.) + Versand
Eines der beiden einzigen sächsischen Eigen-Motive Ridinger’s :
Ausgegraben zur Vollendung Schloß Hubertusburg’s ,
gekupfert
zur Begrüßung des 1763er Friedensschlusses dortselbst
Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Diser sehr rare weiße Dachs, welcher mit gelb röthlichten und dunckel castanien flecken gespringet war, ist Ao. 1724. den 5. 9bris im Parck bey St. Hubertusburg ausgegraben und behäzt worden. Auf einem Paßweg zukunftsgewiß nach rechts, sich in der Sonne aalend. Dahinter Felsen und Wald, vorne krautbewachsene niedere Felsen. Radierung + Kupferstich von Martin Elias Ridinger (1731 Augsburg 1780). (1763.) Bezeichnet: Joh. El. Ridinger inv. del. et exc. Aug. Vind. / Mart. El. Ridinger sculpsit., ansonsten wie vor. 35,4 x 26,3 cm.
Thienemann + Schwarz 316; Slg. Reich auf Biehla 71. – Fehlte der schles. R.-Slg. bei Boerner XXXIX (1885). – Blatt 74 der erst postum abgeschlossenen Folge der Wundersamsten Hirsche und anderer Thiere, zugleich das erste vom Sohn Martin Elias ausgeführte derselben, der damit die um 1756 einsetzende väterliche Projektmüdigkeit überwand. Die solchermaßen mit dem
Hubertusburger „Friedens“-Dachs
für das Œuvre gegebene Zäsur liegt auf der Hand. Die ihm nachfolgenden und gleichfalls von Martin Elias radierten Blätter betreffen Ereignisse aus 1763 und erlauben somit die zeitlich generelle Einordnung auch des hiesigen.
Doch analog zur durch Datierung (1744) und textliche Aktualisierung („Keyserliches“ Lustschloß) historisch gesichert als „Begrüßungsarbeit“ zur 1744er Rückkehr des Wittelsbacher Kurfürsten Karl Albert als römisch-deutscher Kaiser Karl VII. nach München ausgewiesenen Arbeit Th. 274 darf, gestützt auf ihr belegtes enges zeitliches Ohnehin-Umfeld und somit unbeschadet ihrer Nichtdatierung, auch die hiesige Arbeit des Hubertusburger Dachsen
als jenem Friedensschlusse dortselbst gewidmet
gewertet werden.
Lokalbezogen indes ist die zoologische Dachs-Rarität zusammen mit dem Reiter-Portrait Kurfürst Friedrich August II. als polnischer König August III. (Th. 830; „lebte als eifriger Jäger meist auf dem Schloß Hubertusburg“, Meyers Konvers.-Lex., 4. Aufl., Bd. II, S. 96/I)
eines der beiden einzigen sächsischen Eigen-Motive Ridinger’s .
Prachtvoller, kontrastreicher Abdruck von warmer Tonigkeit auf festem Bütten mit von früherer Rahmung herrührender rückseitiger Randhinterlegung und damit korrespondierendem bildseitigen Lichtstreifen im 2,8-5,1 cm breitem weißen Rand. Kleiner hinterlegter Einriß unten links.
Angebots-Nr. 13.222 / EUR 654. / export price EUR 621. (c. US$ 846.) + Versand
Mandat (Friedrich Augusts, Herzogs zu Sachsen), wegen Einschränkung des Hundehaltens, und der wider das freye Herumlaufen der Hunde, auch sonst zu Verhüthung der von wüthenden Hunden zu besorgenden Gefahr, zu treffenden Vorkehrungen. Nebst den Beilagen „Ursachen der Wuth der Hunde und die Kennzeichen solcher Wuth“ sowie „Anweisung, wie man sich bey dem Biße toller Hunde zu verhalten habe, und dessen traurigen Folgen vorbeugen könne“. Gegeben Dresden 2. April 1796. Dresden, Chur-Fürstl. Sächs. Hof-Buchdruckerey, (1796). 2° (34,8 x 22 cm). Mit großer Anfangs-Vignette in Holzschnitt + Eingangs-Initiale. 16 Bll. Mit gedruckter hzgl. Unterschrift nebst „L(oco) S(igilli)“-Marke und ebensolchen Gegenzeichnungen Friedrich Adolph v. Burgsdorff’s sowie des Sekretärs Frdr. Moßdorf. Geheftet. Unbeschnitten.
Hs. Aktenvermerk „Nom. 23“ von alter Hand auf Titel. – Letzte vier Blatt mit kleiner Wurmspur im breiten weißen Oberrand, Schlußblatt unten im Rand mit zwei Braunflecken. – Namentlich der Hauptteil in schöner, großer Typographie. – Breitrandig.
Außerordentlich inhaltsreiche Verordnung
zu Bekämpfung + Heilung der Tollwut ,
mit direktem Bezug zu der vorhergehenden Verordnung vom 7. September 1782, siehe oben, „da die Absicht nicht hinlänglich erreichet worden ist … haben wir Uns … bewogen gefunden … ein anderweites Mandat zu erlaßen, und darinnen,
nach den seit Erlaßung des obangeführten Mandates gemachten Erfahrungen ,
alles dasjenige, was künftig in Ansehung dieses Gegenstandes beobachtet werden soll, zusammen zu faßen“.
Beginnend mit der Verminderung der überhaupt gehaltenen Zahl Hunde und ihrer Haltung + Führung, wird die seinerzeitige strafbewährte Verpflichtung zum Schneiden des sogenannten Toll-Wurms
– da als unwirksam erkannt – hier nicht mehr erwähnt.
Dagegen hat nunmehr
– das ist die Einführung der vorsorgenden Quarantäne! –
„ jeder Eigenthümer eines Hundes … denselben auf das Genaueste zu beobachten, und bey Verspürung auch nur der entferntesten Kennzeichen – wie in Beilage I beschrieben – von einer ihn anwandelnden Tollheit sofort einzusperren … daferne aber die entstandene Vermuthung … sich bestätiget, selbigen ohne Verzug zu tödten. “
Und dann folgt auf die Quarantäne vollkommene Hygiene :
„ Ein getödteter toller Hund … so wie alles andere von einem wüthenden Hunde gebißene und getödtete Vieh, ist wenigsten zwey Ellen tief unter die Erde zu verscharren – so auch schon 1782 – und mit Kalk zu bedecken; auch ist dabey die Vorsicht zu gebrauchen, daß selbiges nicht mit bloßen Händen berührt, sondern
mit Handschuhen , oder mit Hülfe kurzer hölzerner Stangen ,
fortgeschafft und die dabey gebrauchten Instrumente oder Handschuhe mit in die Grube geworfen werden … nicht etwa in einen vorbeyfließenden Fluß oder Bach. “
Desgleichen ist alles, was von einem tollen Hund oder einem Erkrankten berührt sein möchte „unter Beachtung derselben Vorsicht … in Ansehung des getödteten Hundes selbst und der bey dessen Verscharrung gebrauchten Instrumente vorgeschrieben worden, verbrannt, oder tief in der Erde verscharrt, und mit Kalk überschüttet werden.“
Von überragendem Interesse im weiteren aber die 3½seitige „umständliche, von Unserm Sanitäts=Collegio abgefaßte, Beschreibung“ der Ursachen der Tollwut,
gegenüber der seinerzeitigen um neue Aspekte angereichert und
im Umfang rund verdoppelt ,
vor allem aber die nicht zuletzt auch von einigen Ungereimtheiten befreite
6½seitige Anweisung zur Behandlung eines Gebissenen
mit allen Einzelheiten zu Reinigung der Wunde, Hygiene, Ruhe, Temperatur, Nahrung – Holunder-Blüthen-Tee – und aufmunternder Pflege, ohne damit die möglichst schnelle Hinzuziehung eines Arztes oder – wenigstens – befähigten Baders ersetzen zu wollen. Gegenüber der obigen 1782er – siehe auch folgende 13.083 – Verordnung indes auch ergänzend
die Anleitung zu erster Selbsthilfe
wie auch die Abbindung des betroffenen Körperteils ,
„ damit die Einsaugung des Gifts verhindert werde “ .
Solchermaßen aber ein
medizin- + hygiene-geschichtlicher Beleg allerersten Ranges .
Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 13.082 / EUR 496. / export price EUR 471. (c. US$ 642.) + Versand
Die Hygiene wird als Schutz vor Krankheit begriffen :
„Außerdem sind die Hunde beständig reinlich zu halten;
sie müßen daher öfters gebadet, gestriegelt oder gekämmt,
ihre Hütten, Ställe, Freß= und Sauftröge gereiniget … werden“
Vorschriften, für die Bewohner der Städte und des Landes, aus dem unterm 2. April 1796 – siehe obige 13.082 – , wegen Einschränkung des Hundehaltens und der von wüthenden Hunden zu besorgenden Gefahr, publicirten Mandate, nebst den darzugehörigen Beilagen „Ursachen der Wuth der Hunde und die Kennzeichen solcher Wuth“ sowie „Anweisung, wie man sich bey dem Biße toller Hunde zu verhalten habe, und dessen traurigen Folgen vorbeugen könne“. (Dresden) 1797. Kl.-4° (20,5 x 17 cm). 24 SS. Geheftet und mit Garnschlaufe oben links.
Hs. Aktenvermerk „Nom: 24“ von alter Hand auf Titel. Dieser gebräunt und etwas schmutzstippig sowie mit kleiner unauffälliger, das zweite Blatt noch ganz minimal berührender Wurmspur.
Die zum Aushang verwandte Version
der außerordentlich inhaltsreichen Verordnung
zu Bekämpfung + Heilung der Tollwut ,
die Bestimmungen des im Vorjahr als Neufassung der Verordnung vom 7. September 1782 – siehe obige 13.081 – erlassenen Mandates in teils abgeänderter Reihenfolge in
ebenso knappen wie einprägsamen Sätzen zusammenfassend .
Von überragendem Interesse vor allem aber die nicht zuletzt auch von einigen Ungereimtheiten befreite
10seitige detailierte Anweisung zur Behandlung eines Gebissenen .
Gegenüber der 1782er Verordnung indes auch ergänzend die Anleitung zu erster Selbsthilfe wie schon in 13.082.
Solchermaßen nicht nur die Umsetzung des Kanzlei-Rechtes in den Alltag beispielhaft aufzeigend, sondern auch hier vor allem ein medizin- + hygiene-geschichtlicher Beleg allerersten Ranges. Zusätzlich reizvoll schließlich als
kordelversehene Aushang–Version .
Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 13.083 / EUR 343. / export price EUR 326. (c. US$ 444.) + Versand
Meißen – Mannfeld, Bernhard (Dresden 1848 – Frankfurt/Main 1925). Meissen. Zentralansicht von oberhalb auf Stadt, Frauenkirche, Dom und Albrechtsburg. Vorn große, auf den Straßen kleine Figurinen. Radierung in Braundruck. Ca. 1875. Bezeichnet: Orig.-Rad. v. B. Mannfeld. / Druck v. O. Felsing. Berlin., ansonsten wie vor. 24,3 x 18,2 cm.
Ansicht aus den Jahren der Restaurierung der Albrechtsburg (1873-83). Die beiden Türme des Doms hingegen erst 1902-08 aufgesetzt. – Mit Drucker- und Verlegeradressen von O. Felsing bzw. Alexander Duncker, beide Berlin. – Aus einer 1889er Suite. – Der breite weiße Rand des leichten Kartons hier und da minimalst stockfleckig. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 11.304 / EUR 97. (c. US$ 132.) + Versand
Dediciert
Christian Ludwig von Hagedorn
(Hamburg 1712 – Dresden 1780)
sächsischer Legationsrat
+
Generaldirektor der Dresdner Akademien + Galerien
Johann Elias Ridinger (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Die vier Tageszeiten der Hirsche. Folge der 4 Blatt in Radierung + Kupferstich. Ca. 1746. Bezeichnet: J. E. Ridinger Pictor ac Sculptor Augustan. (1) bzw. J. E. Ridinger fec. (2-4), ansonsten wie nachfolgend, dabei das Tages-Motto jeweils oberhalb des Bildovals, dessen Ecken ausschraffiert sind. 34,3-34,6 x 27,7-28,2 cm.
Thienemann 238 bezeichnet mit „J. E. Ridinger Pictor ac sculptor Agustan.“ unter der Dedication für den sächsischen (Geheimen) Legationsrat des Königs von Polen und späteren Generaldirektor der Dresdner Akademien und Galerien, den Bruder des Dichters,
CHRISTIANO LUDOVICO AB HAGEDORN
Pontiff Poloniae Regis a Consiliis Legationum,
Viro et avitae Nobilitatis Splendore
et artis graphicæ usu, cultu, amore inter graviora negotia Spectabili
D. D. D.,
bzw., Th. 239-241, mit „J. E. Ridinger fec.“. Dazu jeweils oberhalb des Bildovals, dessen Ecken ausschraffiert sind:
Lucem revehit tenebris Aurora fugatis
Auf hohem Felsen ein Spießer, unten ein Zwölfender, beide der Sonne zugewandt. Des weiteren ein Zehnender und zwei Stück Wild.
Sol mediam coeli terit arduus arcem
Dreiergruppe eines starken Hirschen, eines stattlichen Zehnenders und eines Gablers.
Ast(e)rifero procedit Vesper olympo
Dreiergruppe eines Zwölfenders, einer Hirschkuh und eines Spießers.
Jam medio volvuntur Sidera lapsu
Mondschein zur Brunftzeit. Sechzehnender mit einem Serail von sieben Stück Wild, dem Nebenbuhler jenseits des Wassers Bescheid rufend.
Das herrliche , warmtonig-kontrastreiche Exemplar eines alten adeligen Sammelbandes und somit
über die Jahrhunderte hinweg bestverwahrt geblieben
mit Wz. WANGEN als von den Ridingers besonders geschätzter Qualität. Oben + unten 5-6,8, seitlich 1,9-3,2 cm breitrandig, linksseits der alte Heftrand. Das Abendblatt mit stecknadelkopfkleiner Schabstelle in Felspartie oberhalb der Dreiergruppe, sonst bestens. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 15.701 / Preis auf Anfrage
Meißen mit der Albrechtsburg. Blick vom jenseitigen Ufer mit der Brücke. Holzstich bei Carl Angerer (1838-1916), Wien. (1886.) Bezeichnet: CA (ligiert) ph., ansonsten wie vor. 8,9 x 11,9 cm. – Beidseits fortlaufender Text zu Dresden und Umgebung. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 9.431 / EUR 25. (c. US$ 34.) + Versand
Freiherrlicher Brunnen-Spezialist
+
Marketing-Experte vor 280 Jahren
FREUND AUGUST DES STARKEN
Kyaw – Des Welt-berühmten Königsteiner Brunnens Anrede aus seiner Tieffe an Diejenigen So ihn von oben her besehen. 24 Zeilen. Ca. zwischen 1715 und 1733. Kl.-2°. 1 Blatt.
Breit eingefaßtes, höchst launisches Gedicht (Einblattdruck?), die Geschichte des Brunnens erzählend und das Lob der Bekömmlichkeit seines Wassers singend:
„ … bin ich nunmehr wohlschmeckend, frisch und rein / Auch besser vor den Durst, als Alicanten Wein … / Labt Euch vergnügt an mir, ihr meine werthen Gäste / Und Fürcht Euch oben nicht, denn ich steh unten feste. “
Die Datierung dieser
ganz einzigartig frühen Werbebotschaft
ergibt sich durch Erwähnung des Kurfürsten August des Starken und des für die Entwicklung des Brunnens besonders eingetretenen Friedrich Wilhelm von Kyaw (auch Kyau), der als kursächsischer Generalmajor 1715 Kommandant des Königsteins geworden war und, 1723 zum Generalleutnant befördert, auf diesem 1733 verstarb. Gleichen Jahres wie sein ihm befreundeter Kurfürst, der bei Erscheinen des Druckes noch lebte, denn
„ Den Becher, der allhier, als ein Gedächtniß, stehet / Hat Chur-Fürst August selbst mit seiner Hand gedrehet / Drum giest auf Wohlseyn des, der mich noch schützet ein … “
Die Urheberschaft des urwüchsigen Kyau’s dürfte sich aus der Nennung des ihm zugetanen August ebenso ergeben wie aus seiner eigenen engen Bindung zum Brunnen, „wo er vieles noch jetzt Bestehende schuf“ (Poten in der ADB), die sich auch aus dem Druck selbst ergibt:
„ Der Freyherr Kyau hat mein Brunnen-Hauß vollführt / Daß mich nun weder Eyß, noch Schnee, noch Regen rührt. / Was man durch viertzig Jahr auf meinen Grund gewendet / Das hat mein General in einem Jahr geendet / Dadurch bin ich nunmehr wohlschmeckend … “
Von nicht störenden Faltkniffen abgesehen, gleichmäßig ganz leicht gebräunt bei nur vereinzelten zusätzlichen, unwesentlichen Stock- und Altersflecken, ansonsten schön + breitrandig, in satter Typographie, mit großem Wasserzeichen.
Für die sächsische Lokal- wie deutsche Kulturhistorie
ebenso wie für den Freund eines bekömmlichen Wassers
höchst reizvoller Sammlungs-i-Punkt .
Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 14.420 / EUR 199. (c. US$ 271.) + Versand
Witzel, K. (Hrsg.). Praktischer Forstwegweiser für Holzkäufer, Holzindustrielle und Forstbeamte. Einschlags-, Bestands-, Holzqualitäts-, Wege-, Arbeiter-, Abtransport-, Unterkunftsverhältnisse, Fernsprech-, Post-, und Eisenbahnverbindungen der Forstdienststellen und Reviere. Nach den Auskünften der staatl. Oberförster. 2 Bände. Berlin, Parey, 1926. VIII, 432 SS. incl. 4 SS. Anz.; X, 496 SS. incl. 6 SS. Anz. OLwd.-Bde. mit Rücken- u. Deckelprägung.
Mantel I, 56 – Reich erläuterter Führer zu den ost- und norddeutschen Forsten : I: Ostpreußen / Grenzmark / Brandenburg; II: Pommern / Schlesien / Sachsen-Thüringen / Schleswig-Holstein / Hannover. – Verschiedene Stempel und Inv.-Nrn. auf Innenspiegeln, Titeln sowie innen im Unterrand (2 bzw. 6). – Ausgeschiedenes Explr. der Forsthochschule Eberswalde.
Angebots-Nr. 12.221 / EUR 151. (c. US$ 206.) + Versand
„ Vortrefflich und das beste von diesem Meister
allhier “ in Dresden
( J. W. v. Goethe )
Ruisdael, Jacob van (Haarlem 1629 – Amsterdam 1682). Die Hirschjagd. Lichte Waldlandschaft mit ausgedehntem Sumpf, durch den im Vordergrund die Parforcejagd geht. Tier- und Figurenstaffage von Adriaen van de Velde (1636 Amsterdam 1672). Sepiagetuschte Umrißradierung von Adrian Zingg (St. Gallen 1734 – Leipzig 1816). Blattgröße 43,3 x 57,5 cm.
Nagler, Zingg, 4, II (von II) und, Ruysdael, XIV, S. 101; Slive, Jacob van Ruisdael, 1982, per 37 (Abb.), irrig als spiegelbildlich. – Vgl. als kompositionsnah Ruisdael’s beide Waldlandschaften mit Sumpf/Tümpel Slive 36 nebst Fig. 51, die ihrerseits Roelant Savery (1576-1639) zitieren (ebda. Fig. 52; Savery-Katalog Köln/Utrecht, 1985/86, 120). Ruisdael wie Savery standen Pate für Ridinger’s Thienemann 282, aber auch 171.
Ruisdael’s unendlich berühmte
Dresdner Jagd ,
von Wurzbach (1906/11) den „bedeutendsten und schönsten (seiner Bilder), die existieren“ zugerechnet und als erstes der dortigen zwölf genannt. Wie er ihn denn praktisch unisono mit Vorgängern und Nachfolgern als
„ unbestritten der bedeutendste Landschaftsmaler ,
den die Kunstgeschichte kennt “
klassifiziert. Und speziell zu den Waldmotiven denkt er an die Umgebung von Cleve, die er durchwandert haben mag. Und Slive SS. 70 f.:
„ Goethe made no remarks about the Dresden ‚Cemetery‘ in the catalogue he annotated during the course of his visit to the Dresden Gallery in 1790 … He did, however, make notes about six other Ruisdaels in the collection.
The one which made the strongest impression
was the artist’s ‚Stag Hunt‘ …
‚Vortrefflich und das beste von diesem Meister allhier‘ …
(but) the painting was not cited in his essay on ‚Ruisdael as Poet‘ published sixteen years later. The changes in Goethe’s taste for Ruisdael’s work cannot detain us here, but it is worth mentioning that his deep admiration for the artist was a life-long one, and he collected works by and after the artist. “
Zingg’s anstehende Ruisdael-Wiedergabe in der Literatur diejenige welche. Der Morast gegenüber dem Original im Vordergrund ausgeweitet. Bei wundervoller Bildtiefe ist
die originale Ausmalung
in ihrem hellen Braun von großem Charme
(„Er bildete hier viele Schüler, die meistens für seine eigenen geschäftlichen Zwecke helfen mußten, und etablirte einen schwungvollen Handel mit getuschten Sepiazeichnungen und Umrißradierungen“, ADB XLV, 323). Gleichwohl sind seine Blätter selten, denn er „war mit den Abdrücken sparsam, da er den Erlös für seine späteren Jahre sichern wollte, falls Arbeitslosigkeit oder Schwäche eintreten sollte. Erst 1804 bewog ihn … Tauchnitz zur Herausgabe seiner Werke. Sie (so denn wohl auch die Hirschjagd) erschienen in 4 Lieferungen … vor der Schrift, und … mit derselben … Er galt lange als der grösste Landschaftszeichner der neueren Zeit, und auch seine landschaftlichen Stiche wurden als Muster gepriesen. Im Verlaufe der Jahre wurde er aber von anderen Künstlern überboten, und besonders von (William) Woollett (1735-1785) verdunkelt“ (Nagler).
Seine Entwicklung im namentlich auch koloristischem Landschaftsfach verdankte Zingg Aberli in Bern, der ihn an Wille in Paris vermittelte, bei dem er sieben Jahre blieb und nun auch das Stechen nach Gemälden erlernte. 1766 ließ ihn Christian Ludwig von Hagedorn, dem Ridinger’s einzige eigene gestochene Dedication per der „Vier Tageszeiten der Hirsche“ galt, als Professor für Kupferstichkunst nach Dresden berufen, dem er zeitlebens treu blieb.
Wie häufig zwecks optisch größtmöglicher Annäherung an das Original die farbig ausgegebenen Exemplare unter Fortfall der Schrift auf Bildkante geschnitten wurden, so auch hiesiges. Rückseits umlaufend alt mit grobem breiten Papierstreifen randhinterlegt, sind die beiden Oberecken etwas störend, doch im Braunton der Ausmalung, fleckig. Links etwas mehr in die Himmelspartie heineinragend, wie auch eine, gleichwohl geschlossene, 8 cm tiefe Rißspur. Hingegen nur marginal der von der Passepartoutabdeckung herrührende umlaufende Braunrand. Die linke Unterecke übersehbar berieben wie auch die leichte Knitterung der rechten. 1,5 cm kleiner Unterrandeinriß wie auch eine feine kleine Rißspur im Außenfeld der mittleren Himmelspartie. Gesamthaft gleichwohl noch immer schön, ansehens- und rahmungswürdig.
Résumé :
Zingg’s adäquates großes Blatt
in Original-Tuschung .
Nach einem der gefeiertsten Ruisdaels in Dresden .
Siehe auch die ausführliche Beschreibung.
Angebots-Nr. 28.483 / EUR 1022. / export price EUR 971. (c. US$ 1323.) + Versand
„ … Die (vom Schwiegervater geerbten Par force-Jagd) Ridinger … habe ich in meinem Arbeitszimmer bestens neben einem Gobelin plaziert und möchte sie nicht mehr verkaufen. Besten Dank und ein Kompliment an Ihr Haus, dass sie nach so vielen Jahren noch an mich gedacht haben “
(Herr K.-A. H., 2. Februar 2004)

