English

» Une belle femme plaît aux yeux, une bonne femme plaît au coeur;
l’une est un bijou, l’autre un trésor. «

Napoleon Bonaparte

Holländische  Hochzeit

 

Doch  wo  keine  Liebe , da  auch  kein  Reichtum :

Der  EHEVERTRAG  als  KOMPENSATIONSGESCHÄFT

Hogarth, William (1697 London 1764). Der Ehevertrag. Kupferstich von Ernst Ludwig Riepenhausen (1765 Göttingen 1840). (1807.) Bezeichnet: W. Hogarth inv. pinx. 1745. / E. Riepenhausen del. sc. 22,6 x 28 cm.

William Hogarth, Der Ehevertrag (Riepenhausen)

Marriage à la Mode I. – Riepenhausens nicht zuletzt der Seitenrichtigkeit wegen geschätzte Wiedergabe dieses unsterblichen Sujets – gemalt 1745 – in schönem frühen Abdruck. – Der breite Unterrand mit dem Serientitel auf Plattenkante geschnitten. – Das Eingangsszenarium dieser

„ schönste(n)  gemalte(n)  Satire  des  Jahrhunderts “

(Dobson in Thieme-Becker). Die Urkunden sind besiegelt , die Abmachungen liegen offen auf dem Tisch :

Auf der einen Seite der die mit reichster Mitgift ausgestattete bürgerliche Tochter einbringende Ratsherr, ihm gegenüber der den von Wilhelm dem Eroberer abstammenden Sohn hergebende gicht- und kreditbrüchige alte Graf, der angesichts der soeben überreichten finanziellen Wohltaten selbstbewußt auf seinen Stammbaum verweist. Und da die Formalien schon erledigt sind, kann der gräfliche Anwalt in Muße vom Fenster aus den Neubau des gräflichen Palastes begutachten, derweil der trivialere Interessen vorziehende geschmeidige junge Prokurator der Geldpartei es nicht unterlassen möchte, selbst noch zu diesem Zeitpunkt der Tochter seines Mandanten schöne Worte ins Ohr zu flüstern. Was noch Manches bewirken wird.

Angebots-Nr. 11.833 / EUR  289. / export price EUR  275. (c. US$ 296.) + Versand

– – – Dasselbe in Lithographie von L. Blau. (1833-36.) Signiert, bezeichnet („Die Heirath nach der Mode. 1tes Blatt.“). 22,8 x 23,2 cm. – Ausführlicher Untertext à la Lichtenberg in Deutsch. – Im breiten weißen Rand rechts zwei Einrisse säurefrei hinterlegt, ebenso die rechte untere Ecke.

Angebots-Nr. 12.141 / EUR  184. (c. US$ 198.) + Versand

– – Die komplette Marriage-Folge von 6 Blatt in Stahlstich. Ca. 1840. Bezeichnet. 12,6-13,9 x 14,6-15,9 cm. – Zwei Blatt innerhalb der Unterrandbezeichnung schwach stockig. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 7.667 / EUR  189. (c. US$ 204.) + Versand

Nicht immer hat man die Wahl –
doch ob’s die richtige war, merkt man stets erst hinterher:

– – Die Wahl (eines Parlamentsmitgliedes). Folge von 4 Blatt Kupferstichen von Cook wie vor. 1807/09. 14,6-15,5 x 18,8-19,7 cm. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 8.895 / EUR  375. / export price EUR  356. (c. US$ 384.) + Versand

Wo  alle  Dämme  brechen …

Nolpe, Pieter (1613/14 Amsterdam 1652/53). Het Door Breecken vande St. Anthonis Dyck buyten Amsterdam … op den 5. Martij 1651. Der bei Houtewael gebrochene citynahe heutige Zeeburg-Deich, durch den sich die Fluten ergießen. Beidseits auf der Krone des Hauptbruchs sturmgepeitschte Menschen, agierend rette sich wer kann. Ruhender Pol unter ihnen der berittene Deichgraf rechts außen. Linksseits zunächst das per Aushängeschild gekennzeichnete schornsteinrauchende kompakte Wirtshaus von Houtewael, umgeben von weiteren Menschen in ruhigerem Gestus. Diesem gegenüber ein gleichfalls stattliches Bauerngehöft unmittelbar am kleineren Zweitbruch (Diemerdijk?, siehe unten). Hoch aufragend im ganz nah gesehenen Mittelgrund vier Amsterdamer (Kirch-)Türme und der Mastenwall des Hafens. Radierung nach Willem Schellincks (um 1627 Amsterdam 1678). Bezeichnet: Gemackt en gedruckt bij Pieter Nolpe tot Amsterdam, en van W. Schellinckx getekent., ansonsten wie vor und nachfolgend. Blattgröße 40,7 x 51,4 cm.

Pieter Nolpe, Durchbruch des Amsterdamer St. Anthonis Deichs 1651

Hollstein 208 + Dozy 152, jeweils II (von III); Nagler (1841) 38 („Sehr seltenes Hauptblatt. Bei Weigel [1838, Nr. 924:

„ Der  grosse  Dammbruch  in  Amsterdam  nach  W. Schellinckx …

Capitalblatt “]

[als ganz beachtlich mitgeteilt] 6 Thl.“); Andresen-Wessely 12; Wurzbach, Nolpe, 152 + Schellincks 4; Kat. de Ridder 741; Kat. Davidsohn 1668. – Vgl. auch Hans-Ulrich Beck, Jan van Goyen am Deichbruch von Houtewael 1651 in Oud Holland LXXXI (1966), SS. 20-33.

Vor der Adresse von de Wit (erloschen 1706). – Mit feinem Rändchen rundum. – Einige hinterlegte Klein(st)einrisse, ganz minimale Fehlstelle in der oberen Einfassungslinie. Der Oberrand zudem mit Resten alter schmaler Hinterklebung, die gänzlich geglättete Mittelfalte bildseits nur partiell minimal bemerkbar. Gesamthaft mit nicht unsympathischem leichten Anflug von Patina.

Kräftiger , kontrastreicher  Druck

dieses  seit  alters  seltenen  großen  dramatischen  Blattes

mit faktenreichem Untertext. Erfüllt von triumphierender Natur und der Endlichkeit menschlichen Tuns. Und graphisch von alles untermalendem Hell + Dunkel. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 15.183 / Preis auf Anfrage

… wird’s  ernst …

Der Trauungs-Saal im Rathhause zu Antwerpen. Dominant der große Kamin von Cornelis Floris de Vriendt d. J. (1514 Antwerpen 1575) mit u. a. den beiden von Floris selbst geschaffenen Alabaster-Karyatiden. Mit zwei Besuchern sowie Magistratsdiener mit Hellebarde. Farblithographie von Frans Stroobant (Brüssel 1819 – Elsene 1916). Bezeichnet: F. S. 1853 (spiegelschriftlich) / F. Stroobant del. et lith. / C. Muquardt, éditeur. / Imp. Simonau & Toovey, Bruxelles., ansonsten (irrig) frz.-dt.-engl. wie unten. 34,4 x 22,3 cm.

Frans Stroobant, Der Trauungs-Saal im Rathaus zu Antwerpen

Boetticher II/2, 855. – „… belgischer Architekturmaler … machte sich durch Werke und Zeichnungen zur Geschichte der Kunst, seiner Heimat namentlich, bekannt. Mehrere der Zeichnungen hat er selbst lithographiert.“ – Der an sich nicht falsche hiesige Untertext – Kamin im Rathhause von Antwerpen – mit dem zu jenem Sujet vertauscht.

In der zweiten Hälfte des 19. Jhdts. wurde der Trauungs-Saal durch Hinzufügung etlicher Wandbilder, den Austausch der oberhalb des Kamins befindlichen Poseidon-Allegorie gegen ein Relief ähnlichen Inhalts sowie die Wegnahme der geschnitzten Balustrade deutlich verändert. Hier solchermaßen noch in seiner

den  Kamin  weitaus  besser  zur  Geltung  kommen  lassenden

ursprünglichen  Form .

Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 15.504 / EUR  178. (c. US$ 192.) + Versand

… dabei  war’s  doch  nur …

… eine  kleine  Schäkerei !

Ver Huell, Alexander (Doesburg 1822 – Arnhem 1897). Flirt zweier Studenten mit einer Milchmagd, deren Hund die Gunst des Augenblicks nutzt und in einem der beiden Milchbottiche schleckt. Am Rande der Weiden das Gehöft. Kolor. Lithographie. 17,2 x 22,8 cm.

Der 4,7-6,5 cm breite weiße Rand und rückseits stark stockig, doch das Bild selbst hiervon nahezu unberührt und die Ränder vom rahmengerechten säurefreien Schrägschnitt-Passepartout verdeckt.

Angebots-Nr. 15.823 / EUR  64. (c. US$ 69.) + Versand

Manchmal  macht  Geld  aber  doch  viel  aus :

Auch  ein  Silberhochzeitspärchen

Hogarth, William (1697 London 1764). Die Heirat. Das ungleiche Paar gibt sich das Jawort, während im Hintergrund die Küstersfrau Sarah Young, mit Rakewell’s Tochter auf dem Arm, und ihrer Mutter den Zutritt verwehrt. Kupferstich von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). Bezeichnet: Designed by Wm. Hogarth / Engraved by T. Cook / Published Decr. 1st, 1796; by G. G. & J. Robinson, Paternoster Row, London. / Pl. V. 35,7 x 43 cm.

The Rake’s Progress V. – Vier Zweizeiler-Untertexte. – Cook „machte sich auch einen Namen als Hogarth-Stecher“ (Thieme-Becker). – Von schöner Hell-Dunkel-Wirkung und – im Gegensatz zu allen späteren Hogarth-Ausgaben – im ursprünglichen Folio-Format.

„ Braut und Bräutigam haben gefunden, was sie suchten;  Sie  einen jungen und schönen Mann, und  Er  eine reiche Frau; was will man weiter? “

(Lichtenberg). – Siehe – auch für weitere verfügbare Versionen – die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 7.516 / EUR  291. / export price EUR  276. (c. US$ 297.) + Versand

Bauernbräutigam + Bauernbraut aus der Nürnberger Gegend. Um 1669. 2 Blatt. Kolor. Trachten-Holzschnitte von A. von Jósef Walla (Budapest um 1844 – nach 1907) nach Jean Gulies (?). Ca. 1877. Signiert, bezeichnet. 20 x 12 cm.

Aus Lipperheide Ad 46. – Blätter für Kostümkunde NF LXXXIX/XC. – Das 1. Blatt mit ganz schwachen, kaum auffallenden Stockflecken. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 5.998 / EUR  98. (c. US$ 106.) + Versand

Vor  dem  Jawort
wär’s  vielleicht  doch  besser  gewesen …

Landseer, Thomas (1795 London 1880). Great Skill have they in Palmistry. Noch verzückt in den Armen ihres frisch Angetrauten – mit Zylinder – liegend, läßt sich die Braut die Zukunft aus der Hand lesen. Radierung. (1827/28.) Bezeichnet: T:L, ansonsten mit der Cowper-Zeile wie vor. 17,7 x 20,4 cm.

Rümann, Illustrierte Buch des 19. Jhdts., Leipzig 1930, SS. 99 ff.; Nagler 1; Thieme-Becker XXII, 305. – Auf besonders breitrandigem, schwerem Papier.

Aus  der  berühmten  Monkeyana-Suite , einem der nur wenigen frühen und somit typischen Werke Landseer’s . – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 14.383 / EUR  222. (c. US$ 239.) + Versand

Unerläßliches  Attribut :

Die  Hochzeitsfackel

Hogarth, William (1697 London 1764). Hymen & Cupid. Auf rosenumrankter Mauer sitzend Hymen mit Kranz von Rosen im Haar und der Hochzeitsfackel als „unerläßliche(m) Attribut“ (Meyer’s Konv.-Lex., 4. Aufl., VIII, 846) sowie Laute, deren Saiten der neben ihm liegende Cupid zupft. Dessen Bogen nebst Köcher vorne rechts am Boden. Rechteckig eingefaßter Kupferstich in Oval von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). Bezeichnet: Hogarth pinxt. / T. Cook sculp. / Published by Longman, Hurst, Rees, & Orme, Aug. 1st. 1809., ansonsten wie vor. Bildgröße 14,1 x 16,8 cm.

Das als Eintrittskarte für das Maskenspiel Alfred the Great 1748 in Cliveden House – dieses im Hintergrund – vor Prinz und Prinzessin von Wales gelegentlich des Geburtstages der letzteren geschaffene Sujet diente später als Subskriptionsbeleg für H.s Sigismunda. – Innerhalb des breiten weißen Plattenrandes geschnitten, dessen Außenkanten zweiseits schwach braunfleckig sind.

Angebots-Nr. 9.025 / EUR  33. (c. US$ 36.) + Versand

Caspar Merian, Amsterdam

Als  die  Größten  hier  zu  Hause  waren

Amsterdam. Gesamtansicht mit dem vorgelagerten IJ und zahllosen Schiffen vor + im Hafen, davon zwei Galeonen Salut schießend. Mit den beiden Wappen der Stadt. Von 2 Platten gedruckter Kupferstich bei Caspar Merian (Frankfurt/Main 1627 – Schloß Waltha in Wieuwerd, Friesland, 1686). (1654.) Bezeichnet wie vor. 21 × 71 cm (8¼ × 28 in).

Die  prachtvolle  Panoramansicht , mit 24 Objektkennzeichnungen erläutert und eine der begehrtesten aus dem Merianschen Topographiewerk, aus dessen von Matthäus’ jüngstem Sohn Caspar herausgegebenen Band der Niederlande. – Mit den zwangsläufigen Bugfalten, im übrigen sehr schöner, breitrandiger Abdruck.

Rechts das ursprüngliche Wappen Amsterdams, zwei Männer – Ritter + Kaufmann – nebst Hund in einer Kogge zeigend, erstere Burg + Stadt, letzterer aber Treue symbolisierend. Alle drei aber gemeinsam auf dem Schiff der Zukunft fahrend. Linksseits das im 13. Jahrhundert eingeführte konventionelle, bis heute gebräuchliche Stadtwappen mit den drei Andreaskreuzen.

Der  Wert  der  Merian’schen  Veduten  beruht zum einen auf ihrer naturgetreuen, an Ort und Stelle aufgenommenen Darstellung, zum anderen auf deren sorgfältiger Ausführung in der Platte. Dies alles aber ist „um so höher anzuschlagen, als die Wirren des 30jährigen Krieges … die größten Schwierigkeiten bereiteten“.

Angebots-Nr. 8.581 / EUR  1176. / export price EUR  1117. (c. US$ 1204.) + Versand

Nach  100  Jahren  zurück  am  Markt

der

Aert  van  der  Neer

Aert van der Neer, Flußlandschaft bei Mondschein

der

Sammlungen  Maas – Fürstenberg (?) – Zingel

Neer, Aert van der (Gorinchem 1604 – Amsterdam 1677). Flußlandschaft bei Mondschein. Gesehen von ziemlich hohem Standort mit von vorn links kommendem und rechtwinklig breit ausufernd in die sich verjüngende Ferne des Mittelgrunds führendem , beidseits von Ufern begleitetem Fluß, über dem ziemlich hoch der volle Mond mit Hof steht, dessen Licht sich im auslaufenden Wasser vor durchgehendem dunklen, von einzeln wie büschelförmig arrangiertem Schilf- + Schwertlilienrepoussoir durchsetzten Landstreifen spiegelt. Zahlreiche sich in der Ferne verlierende Fischerboote, meist unter Segel, und Kähne, vier deren letzteren groß im Vordergrund wie auch ein aufgetakelter Zweimaster – so nicht zwei dicht an dicht liegende Einmaster – hinter der Landzunge des dominant erhöht liegenden linken Ufers, zu dem vier breite Stufen freitreppenartig emporführen und dessen über drei unterschiedliche große reetgedeckte Häuser/Katen aufragendes frisch und dicht belaubtes, oben bogig zusammengefaßtes mächtiges Baumwerk nahezu die ganze Bildhöhe einnimmt. Vor den Häusern nach links wandernder Mann mit Stock, begleitet von seinem Hund, während eine Frau mit einem Geschirr im Begriff steht, die breit gelagerte vorderste Kate zu betreten, indes ein Fischer mit Haken und übergeworfenem Zeugs, ins Bild hineingehend, der oberhalb besagten Zweimasters gezogenen Stakete zustrebt, über der weiteres zum Trocknen liegt. Auf dem flachen rechtsseitigen Ufer mit seinen Landzungen zurückgesetzt ebenfalls ein Anwesen sowie Durchblick auf eine mutmaßliche Ortschaft. Als Repoussoir hier namentlich vorn ein bescheidenerer höherer Baum nebst seitlichem hohen, vom Winde gebrochenem nahezu abgestorbenen Baumstamm. Reich die übers ganze Bild verteilte Figuration jedweder Größe an Land und in den Booten, teils einschlägig beschäftigt, so der Fischer im Kahn ganz vorn rechts mit seinen Fischreusen. Der Schietwetter ankündigende Hof des Mondes könnte seinen Part in dem im Mittelgrund vorn vor seinem Boot sitzenden und ins Wasser schietenden Fischer haben. Öl auf Eichenholz. 45,6 x 63,2-63,4 cm. In aufgefrischtem Modellrahmen von wohl um 1920.

Dendrochronologisches Gutachten Prof. Dr. Peter Klein (Universität Hamburg, Zentrum Holzwirtschaft) vom 13. 7. 2006: „Dreiteilige Eichenholztafel … Raum Westdeutschland/Niederlande … Eine früheste Entstehung des Gemäldes wäre … ab 1673 denkbar“.

Cornelis Hofstede de Groot, Beschreibendes und kritisches Verzeichnis der Werke der hervorragendsten holländischen Maler des 17. Jahrhunderts, Bd. VII (1918), Nr. 421 („Mondscheinlandschaft mit einem Kanal“); Wolfgang Schulz, Aert van der Neer (2002), Nr. 778 („Canal Landscape by Moonlight with Boats / Verbleib unbekannt“), beide ohne Sichtung des Originals oder einer Abbildung.

Auf drei horizontalen Elementen von 13,9 , 15,2 + 16,5 cm bei originaler Abkantung der Außenränder von 3-7 cm auf bis zu 5-6 mm. – Rückseits alter Katalogausschnitt.

Stimmungsreiches  Bild ,

kompositorisch  wie  koloristisch  mit  allen  Merkmalen

der  van  der  Neer’schen  Mondscheinbilder ,

das stilistisch den späten 40ern, frühen 50ern entspricht, als van der Neer seine volle Reife erlangt hatte (Schulz SS. 108 f. + 51), gleichwohl aber ausweislich seiner Holz-Genesis nur für jene letzten Jahre in Betracht kommt, in denen der Meister sich praktisch selbst kopierte und frühere Stilelemente wiederaufleben ließ, wie generell für die Spätzeit geltend, als zudem eine neue Künstlergeneration einen gewandelten Publikumsgeschmack bediente. – Siehe die umfassende fundierte Komplett-Beschreibung.

Angebots-Nr. 14.800 / Preis auf Anfrage

Pays Bas, Partie Septentrionale des, Comprenant des Etats Généraux des Provinces Unies. Mit großer Titelkartusche in Form eines Segels, welches vor dem Spiegel einer Fleute hängt, mit dem Wappen von Belgien + Holland (14,5 x 15,5 cm) sowie mit dt.-frz. Meilenzeiger. Von Jean Janvier verfaßte Gebietskarte in grenzkolor. Kupferstich bei Lattré, Paris. Ca. 1770. Signiert, bezeichnet. 33,6 x 46,8 cm.

Mit typograph. Wz. nebst Anhänger. – Mit Zipfeln der engl. Küste, der kontinentalen  von südl. Boulogne über die westfries. Inseln bis östlich Aurichs. Mit Niederrhein + Aachener Gebiet. Grenzpunkte im übrigen Münster – Rheineck – Altenahr – Limbourg .

Angebots-Nr. 11.359 / EUR  176. (c. US$ 190.) + Versand

So  kann’s  natürlich  auch  anfangen …

Hogarth, William (1697 London 1764). The Industrious Prentice performing the Duty of a Christian. Der fleißige Zeugweberlehrling Gutkind beim Gottesdienst Seit’ an Seit’ mit der Tochter seines wohlhabenden Prinzipals, gemeinsam das Gesangbuch haltend. Kupferstich von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). Bezeichnet: Designed by Wm. Hogarth. / Engraved by T. Cook. / Plate 2. / Published by T. Cook Islington; and G. G. & J. Robinsons, Paternoster Row, February 1st. 1796. 30,2 x 36,5 cm.

Industry & Idleness II. – Herrlicher Abdruck auf schwerem Papier. In dessen geradezu üppigem breiten weißen Rand einige wenige schwache Stockflecken und oben rechts leichter Wasserstreifen. Darüberhinaus – im Gegensatz zu allen späteren Hogarth-Ausgaben – im Ursprungsformat. – Cook „machte sich auch einen Namen als Hogarth-Stecher“ (Thieme-Becker).

„ Dagegen hat der fleißige Lehrbursche auch die Ehre, mit der Meisterstochter in die Kirche gehen zu dürfen und andächtig singt er mit ihr aus demselben Gesangbuche … Sie werden wohl einmal ein Paar werden … unser Gutkind und die Iungfer West, seines Herrn und Meisters einziges Töchterlein! “

(Untertext zu einer Lithographie). – Siehe – auch für weitere verfügbare Versionen – die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 7.529 / EUR  220. (c. US$ 237.) + Versand

„ So geht der Violist bey dunckler Nacht gassaten

Johann Elias Ridinger, Die Nacht

Und bringt ein Stündigen bey stiller Schlaffes=Ruh … “

Ostade – Ridinger, Johann Elias. Die Nacht. / NOX. Vor halb geöffneter Hoftür der kleine Violinspieler, begleitet von Altem mit umgehängter Gambe. Verträumt dem Spiel vor ihrem Fenster lauschend eine junge Frau, während zwei Kinder die aufmerksame Gefolgschaft bilden. Rechts kleiner Durchblick auf den halb von Wolken verhangenen Mond über Baumbestand. Schabkunstblatt. Bezeichnet: Ioh. El. Ridinger inv. et excud. Aug. Vind., ansonsten wie vor. 41,5 x 56 cm.

Thienemann + Schwarz 1200. – Nicht bei Weigel, Coppenrath etc. + Helbing. – Wz. H G L. – Schlußblatt der ersten Folge der vier Tageszeiten in Genreszenen. – Mit Vierzeiler in dt.-lat. Paralleltext.

Wie alle Ridinger’schen Schabblätter außerordentlich selten. Komplett ist die Folge hier nur noch im Exemplar der 1958 aufgelösten Gräflich Faber-Castell’schen Sammlung nachweisbar. Blatt 1 apart figurierte 1912 mit dem Prädikat „Sehr selten“ in der 2468 Positionen umfassenden Versteigerung einer „Große(n) Kupferstichsammlung zumeist aus dem Besitz einer alten Leipziger Buchhandlung“, sodann 1980 einmal hierselbst. Von den anderen Blättern der Suite – also auch anstehendem – ist nichts dergleichen bekannt. Und Thienemann notierte schon 1856 generell hinsichtlich der Seltenheit der Schabblätter :

„ Die Schwarzkunstblätter sind im Handel fast gar nicht mehr … zu bekommen … Übrigens sind sämmtliche von und nach Joh. El. Ridinger gefertigte Schwarzkunstblätter so selten, dass sie fast nur in einigen öffentlichen grossartigen Kupferstichcabinetten zu finden sind. Ich habe die meisten der beschriebenen nur in dem berühmten Dresdner Cabinett angetroffen …“

Mit umlaufend 10-13 mm breitem Papierrand. Rechts eine 4,5 cm lange Schabspur sorgfältig retuschiert, eine gut stecknadelkopfgroße Fehlstelle im Mauerwerk unterhalb des Fensters geschwärzt. Die völlig geglättete Mittelfalte mit dünnem Papier doubliert. Im übrigen von schöner samtiger Schwärze und feinem Hell-Dunkel wie bei den generell nur kleinste Auflagen von etwa „50 oder 60 (sic!) saubere(n) Abdrucke(n)“ zulassenden Schabblättern – „hernach aber schleift (das Bild) sich bald ab, weil es nicht tief ins Kupfer gehet“, Sandrart 1675 ) – stets besonders hervorhebenswert und hier der nächtlichen Szenerie den ganzen Zauber der lauen Sommernacht mitteilend. Indes die Anlehnung an Adriaen van Ostade – siehe Schnackenberg 225 (Bernt V [1980], 457) + 226/27 – mittels dieses

ganz  intimen , wunderschönen  Blattes

einen  ganz  anderen  Ridinger  —  den  Ridinger  der  Niederländer

im Geiste der frühen Augsburger Jahre vermittelt, da er auch alte Meister kopierte (Gerson, Ausbreitung und Nachwirkung der holländischen Malerei des 17. Jahrhunderts, 2. Auflage, Seite 328). Ein Bild,

vor  dem  Sie  immer  wieder  stehenbleiben  werden.

Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 28.936 / EUR  1980. / export price EUR  1881. (c. US$ 2028.) + Versand

Rotterdam. Detailansicht mit großer Bootsszenerie. Stahlstich von B. Metzeroth nach C. Reiss. Ca. 1855. Signiert, bezeichnet. 12 x 15 cm. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 5.699 / EUR  40. (c. US$ 43.) + Versand

Wenzel Hollar, Holländischer Eindecker

Vor  Anker  im  Hafen  der  Ehe

Hollar, Wenceslaus (Prag 1607 – London 1677). Nauis Bellica Hollandica. Dreimastiger Eindecker mit ausgerannten Kanonen vor Anker nach rechts. Die Fock gefiert, an Deck zahlreiche Matrosen. Rechts in Mittel- und Hintergrund paarweise vor Anker vier weitere Dreimaster, ganz links am Horizont ein fünfter unter Segeln. Radierung + Kupferstich. Bezeichnet: WHollar fecit / 1647, ansonsten wie vor. Blattgröße 14,4 x 23,4 cm.

Pennington 1266, I; Parthey 1266. – Blatt 6 der

„ Sehr  selten(en) “

und  komplett  kaum  vorkommenden

(Davidsohn 509) 12blättrigen Folge holländischer Schiffe Navivm Variæ Figuræ et Formæ aus 1647, selbst in Davidsohns 1920 in 420 Positionen versteigertem, ganz bemerkenswert umfassendem Hollar-Bestand nur in einem gemischten Exemplar figurierend und hier vorliegend

im  ersten  Zustand  vor  Adresse + Numerierung .

Nicht in der reichen Hollar-Passage bei Baron Lanna (1895), der neben einer mutmaßlichen Kopie des Titels lediglich zwei Blatt der Folge besaß, davon eines zudem nur im zweiten Zustand mit der Nummer unten rechts, und auch fehlend im 1984er Berliner Ausstellungskatalog, der nur drei andere Blätter der Folge aufführt. – Vgl. die Zeichnung eines gleichfalls nach rechts vor Anker liegenden Dreimasters mit gefierten Rahen (Abb. Frontispiz zu Hollar’s Journey on the Rhine, Prag, 1965). – Großes Wappen-Wasserzeichen. – Warmtoniger, gleichmäßig schwach gebräunter Abdruck mit bis zu 2 mm breitem umlaufenden Papierrändchen um die Einfassungslinie. Links oben von alter Hand in Tinte „500“. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 28.779 / EUR  1480. / export price EUR  1406. (c. US$ 1516.) + Versand

Paolo Caliari, gen. Veronese, Hochzeit zu Cana

Die Hochzeit zu Cana. Die Hochzeitsgesellschaft bei Tisch. Rechts im Bild wird nachgeschenkt und weiteres herbeigeschleppt. Stahlstich von William French (ca. 1815 – East Grinstead 1898) nach Paolo Caliari (gen. Veronese, Verona 1528 – Venedig 1588). 3. V. d. 19. Jhdts. 12,9 x 20,5 cm.

Angebots-Nr. 5.955 / EUR  50. (c. US$ 54.) + Versand

– – – – Dasselbe. Stahlstich von Kiehne. Ca. 1840. 14,5 x 20,5 cm. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 5.954 / EUR  50. (c. US$ 54.) + Versand

Eine  derbe  Warnung ,
im  Hause  die  Hosen  anzubehalten

Hogarth, William (1697 London 1764). Sr. Hudibras Encounters the Skimmington (oder The Antichristian Opera). Der Ritter, englischer Don Quichote, gerät in einen als antichristliche Zeremonie mißverstandenen wüsten Aufzug des alten englischen und schottischen Brauchs der

öffentlichen  Verhöhnung  eines  Pantoffelhelden

oder  gar  die  Untreue  seiner  Frau  (er)duldenden  Hahnreis .

Hier beides mit dem zur Linken mit Spinnrocken in der Hand rückwärts hinter der Frau auf das Pferd gesetzten und von dieser mit der Schöpfkelle traktierten Mann. Am Fenster darüber indes der Schneider, dem seine Frau mit der Hand Hörner aufsetzt, wie denn auch eine der beiden Standarten mit Hemd bzw. Frauenrock von Hörnern bekrönt ist. Ansonsten reichlich Lärm mit Pfannen + Töpfen, aber auch Horn + Dudelsack. Kupferstich von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). Bezeichnet: Plate XII. / Design’d by W. Hogarth. / Engrav’d by T. Cook. / London Published by G. & I. Robinson Pater noster Row February 1st. 1802., ansonsten wie vor + 6 Sechszeiler-Untertext. 29 x 51,1 cm.

HUDIBRAS XII. – Cook „machte sich auch einen Namen als Hogarth-Stecher (1795-1803), dessen vollständiges Werk er … nachgestochen hat“ (Thieme-Becker VII, 1912, S. 348/I) und dessen Ursprungsformat er im Gegensatz zu allen späteren Hogarth-Ausgaben – die den somit selteneren HUDIBRAS meist überdies nicht enthalten – beibehielt. Für einige von Hogarth nicht selbst veröffentlichte Blätter wurde Cook zu deren Erststecher, wie er denn auch den Beifall eines zeitgenössischen Kenners wie Maximilian Speck von Sternburg fand. – Kleiner Ausriß im breiten weißen Oberrand, im rechten zwei schwache Wasserränder. – Auf festem Papier. – Von schönstem Hell-Dunkel. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 7.600 / EUR  322. / export price EUR  306. (c. US$ 330.) + Versand

– – – Dasselbe in Cook’s kleinerer Wiederholung, bei der der Untertext durch den Serientitel ersetzt wurde. Bezeichnet: Pl. XII. / Hogarth pinxt. / HUDIBRAS. / T. Cook & Son sc. / Published by Longman, Hurst, Rees, & Orme, May 1st. 1808. Bildgröße 11 x 19,4 cm. – Dreiseits innerhalb des breiten weißen, partiell etwas altersfleckigen Plattenrandes geschnitten.

Angebots-Nr. 8.859 / EUR  84. (c. US$ 91.) + Versand

– – – Dasselbe in Hogarth’s Eigen-Radierung/Kupferstich von 1726 im Abdruck von der vom kgl. Kupferstecher James Heath (1757 London 1834) um 1822 überarbeiteten Platte („Selbst diese Abzüge sind heute aber relativ selten geworden“, Kunstgalerie Esslingen 1970; und Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., VIII [1888], 625: „Eine schöne Ausgabe“, geschätzt auch schon von zeitgenössischen Sammlern vom Range etwa eines A. T. Stewart [Catalog of the Stewart Collection, New York 1887, 1221, „fine plates“]). Bezeichnet: 12 (verlegerseits) / W. Hogarth Inv. et Sculp (im Bildrand unten links), ansonsten mit Titel + Untertext. 27,4 x 51,7 cm. – Abbildung Hogarth-Katalog Zürich, 1983, 7.

Angebots-Nr. 7.873 / EUR  248. (c. US$ 267.) + Versand

„ … es  sind  nun  fünf  Monate ,
daß  sie  mich  nicht  verlassen  hat “

Cham (= Amédée Charles Henry de Noé, 1819 Paris 1879). J’ai besoin de quiter Paris. Freudestrahlender Herr bei seinem Anwalt, im Begriff Paris – und seine Gattin zu verlassen. Kreidelithographie. (1870-71.) Bezeichnet: 27 / CHAM, ansonsten typographisch wie folgend. 23,5 x 19,5 cm.

„ J’ai besoin de quiter Paris. — Pour rejoindre votre femme? — Au contraire; voilà cinq mois qu’elle ne m’a quitté. “

Geschaffen für den Charivari während des Krieges von 1870-71 und hier vorliegend in zeitgenösischem Abdruck ohne Rückseitentext. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 14.796 / EUR  148. (c. US$ 160.) + Versand

Marken – Jordan, Rudolf (Berlin 1810 – Düsseldorf 1887). Trachten von der Insel Marken, Zuidersee. Altes Fischerpaar in der Stube, sie die Tonpfeife haltend. Über dem Feuer Teekessel, im Rauchfang einige Schollen, rechts im Hintergrund die Dönz. Mit Tonplatte gedruckter Holzstich von J. Kresch. (1875-76.) Bezeichnet: J. Kresch sc., ansonsten wie vor. 25 x 18,2 cm. – Im rechten Seitenrand einzelne schwache Stockflecken, davon einer noch das Bild berührend, doch kaum wahrnehmbar.

Angebots-Nr. 5.154 / EUR  64. (c. US$ 69.) + Versand

Das  Tigerpferd  mit  Ährenbouquet

als  das  im  Œuvre  zudem  nahezu  einzige

Niederlande–Schaustück

Ridinger, Johann Elias (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Dises Junge Tyger=Pferd welches zu

Oranien=Polder

einem Dorfe nicht weit von Delfft

in  der  Provinz  Holland

gezogen hatte dises Aehren Poquet von farbe Schwartz gleich den anderen flecken u: ist 1743. von der Hochgräffl. Promnitzischen Herschafft aus Schlesien

auf  ihrer  Holländischen  Reise

als eine Raritet sehr Theuer erkaufft worden. Der in herrlich leichter Bewegung breit in schöner Hügellandschaft mit Dorf, abgesondert von fünf teils tollenden und sich wälzenden Pferden, stehende Hengst, den schönen Kopf dem Betrachter zugewandt. Radierung mit Kupferstich nach dem nach dem Leben gemalten Bilde des Liebhaberkünstlers Frhr. Christian Ludwig von Löwenstern in  Darmstadt. Bezeichnet: Lib: Baro de Löwenstern ad viv: pinx. Darmst. / J. El. Ridinger sc. et excud. 1745, ansonsten wie vor. 35 x 28,5 cm.

Blatt 38 (Thienemann + Schwarz 280, „Die sechs Pferde, welche in dieser Sammlung enthalten sind, wurden später auch gesondert verkauft“) der „Vorstellung der Wundersamsten Hirsche und anderer Thiere“. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Ref.-Nr. 14.946 / Lagerware – nicht katalogisiert / Beschreibung + Angebot anfordern

Meisterzeichnung  erster  Provenienz

Niederländische Schule – Landschaft mit den drei Landleuten beim Fuderladen. Auf dem Feld im Vordergrund die Hocken auf einen 2rädrigen Einspänner ladend. Die das Feld umschließende niedere Waldung hinten rechts absinkend und den Blick freigebend auf die Ebene mit breitem, von Segelboot befahrenem Fluß und einem Dorf am anderen Ufer. Reich abgestufte Tuschzeichnung in Grau über schwarzer Kreide. Niederländische Schule. Ca. 1700. 217 x 354 mm. – Minimal stockig.

Provenienz

Dr. Carl Robert Rudolf, London,
dessen Versteigerung Amsterdam 1977

Rückseits Sammlungs-Stempel Hahn auf Schildkröte.

Fein  durchgeführte  Arbeit  von  malerischer  Bildwirkung ,

deren  Qualität  für  die  Hand  des  Meisters  bürgt .

Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 15.486 / Preis auf Anfrage

Pays-Bas Autrichiens, Carte des. Mit Titel- und Meilenzeigerkartusche. Landkarte von Edme Mentelle (1730-1815, Historiograph des Grafen von Artois) in Kupferstich von P. F. Tardieu (d. i. Antoine François Tardieu L’Estrapade, 1757 Paris 1822). (1788.) Signiert, bezeichnet. 35,8 x 47,2 cm.

Geschaffen „pour l’Ouvrage intitulé: De la Monarchie Prussienne“. – Die Küste von Dünkirchen – Vianen und weiter bis Breda , Wesel , Venlo , Köln , Manderscheid , Trier , Merzig , südl. Marville’s , Fère , Albert , Doullens . – Mit dem GHzgt.  Luxembourg, dem Aachener Gebiet , Zeeland .

Angebots-Nr. 7.361 / EUR  138. (c. US$ 149.) + Versand

Literaturunbekannter  Zwischenzustand

vor  Vollendung  des  zweiten  Zustands

Brussel, Hermanus van (Haarlem 1763 – Utrecht 1815). Die Landschaft mit den beiden Anglern am Wasser. In reicher Auenlandschaft mit Kirchturm in der Distanz des gegenüberliegenden Ufers. Radierung. Um 1805. Bezeichnet oben links: 3. 13,5 x 20,5 cm.

Sliggers 15, (vor ?) II; Nagler 14. – Auf Plattenkante oder innerhalb des Plattenrandes geschnitten. – Oben links winzige Eckverletzung im freien Feld der Bildeinfassung und gesamthaft bildseits etwas altersspurig bzw. verso, und damit weniger relevant, durchweg altersfleckig und mit drei alten Montageflecken.

Sehr  schöner  Druck  des  charmanten  Blattes ,

gegenüber dem Exemplar des zweiten Zustands im British Museum (1856,0712.241) im Blattwerk des linken Baumes noch Fehlstellen aufweisend und in den Himmelspartien wohl auch noch zarter geätzt. Vor allem aber beherrscht auf hiesigem Blatte noch

–  als  wohl  noch  dem  Erstzustand  zugehörig  –

ein einzelner großer schwarzer Busch rechts unterhalb der Kuppe den ansonsten grasbewachsenen Hügel in Bildmitte. Auf dem Londoner Exemplar ist dieser bereits deutlich verkleinert und auf Kuppe + linkem Hang um zwei weitere Büsche ergänzt, wie sie sich unbeschadet weiterer Veränderungen dann auch im dritten, endgültigen Zustand finden (vgl. Abb. Sliggers 15, III, sowie BM 1856,1213.86).

Ansonsten ohne die beiden rastenden Figuren der Erstversion rechts vom linken Baum, aber mit den beiden Anglern in Bildmitte am Ufer sowie den drei zusätzlichen Vögeln und dem ausgearbeiteten Himmel als nach Sliggers den Merkmalen des zweiten Zustandes. Solchermaßen ein

die  Reihe  der  Unica  des  graphischen  Œuvre  bereichernder

begehrenswerter  unbeschriebener  Zwischenzustand

und  damit  zugleich  reizvoller  Blick  über  des  Meisters  Schulter :

„ Angesichts der Tatsache, daß beispielsweise im Kupferstichkabinett zu Leiden die meisten Radierungen einzig im letzten Zustand (bisweilen sogar in mehreren Exemplaren) vorliegen, können wir annehmen, daß Van Brussel die früheren Zustände als dem Entstehungsprozeß zugehörig betrachtete. Die Sammlung im Haarlemer Gemeentearchief ist einzigartig, als diese zu einem Großteil aus dem Nachlaß des Künstlers stammt … und daher alle ‚Zustandsdrucke‘ umfaßt “

(B. C. Sliggers, Hermanus van Brussel, Biografie en catalogus van zijn prentwerk, 1999, S. 15).

Auf diese weist auch Nagler, Monogrammisten III, 1621, hin:

Hermanus van Brussel, Landschaft mit 2 Anglern

„ Diese Blätter … sind geistreich radirt, und es existieren Druckverschiedenheiten, mehr oder weniger vollendete Abdrücke, und dann auch solche mit Veränderungen … (H. v. B.) wird zu den

vorzüglichsten  holländischen  Meistern  seiner  Zeit

gezählt … hier aber handelt es sich nur um die radirten Blätter, welche … aber theils zu den Seltenheiten gehören “

Bezüglich letzterem denn auch hier rückseits in Bleistift früherer Hand „H. v. Brussel / Selten“. Wie sich denn auch in den meisten bekannten Sammlungen lediglich Abdrucke aus der postumen 1815er Ausgabe sowie einer lediglich durch einen undatierten Umschlag im Haarlemer Gemeentearchief bekannten Dresdener Ausgabe von 16 kleinen Landschaften finden. Im übrigen aber knüpfte

„ Die freie Landschaftsgraphik (in Holland) mehr oder weniger an die in der Mitte des 18. Jahrhunderts unter dem Einfluß von Van Ruisdael und seiner Umgebung in Deutschland – u. a. von Johann Alexander Thiele, F. E. Weirotter, Johann Christian Klengel, J. Nothnagel und Heinrich Herterich – geschaffenen Arbeiten an … Die neue Richtung in der Landschaftskunst konzentrierte sich vor allem auf Haarlem … Von den 60 hinterlassenen Radierungen (H. v. B.s) stellen 45 Landschaften dar. “

Und die Qualität seiner Landschafts-Radierungen kennzeichnet nichts Geringeres, als daß „auf einer 1851er Amsterdamer Versteigerung eine Radierung seiner Hand als ein unbekanntes Werk von Simon de Vlieger (1601-1653)“ gehandelt wurde

(Sliggers, a. a. O., SS. 13 + 4). – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 15.443 / EUR  430. / export price EUR  409. (c. US$ 441.) + Versand

Laß’  die  Gockel  sich  doch  um  uns  zanken !

Snyders, Frans (1579 Antwerpen 1657). Der Hahnenkampf. Zwei prachtvoll gefiederte Rivalen, um die Gunst zweier Schönen kämpfend, deren eine indes nur am Ausgang interessiert ist. Im Hintergrund das Anwesen. Stahlstich von William French (ca. 1815 – Grinstead 1898). 3. V. d. 19. Jhdts. Bezeichnet: Frans Snyder pinxt. / W. French sc., ansonsten deutsch-englisch wie vor. 14 x 17 cm.

Angebots-Nr. 4.935 / EUR  43. (c. US$ 46.) + Versand

Teniers II, David (Antwerpen 1610 – Brüssel 1690). Eine Bauernhochzeit. Vorn links das Brautpaar, die Braut mit kleiner Krone, nebst Dudelsackspieler. Zur Rechten die vor dem Wirtshaus tanzenden und sich bei Speis und Trank vergnügenden Bauern. Im Hintergrund die Kirche. Stahlstich von William French (ca. 1815 – East Grinstead 1898). 3. V. d. 19. Jhdts. Signiert, bezeichnet. 14,1 x 17,8 cm.

Angebots-Nr. 4.953 / EUR  50. (c. US$ 54.) + Versand

Niederländischer Cavalier, Mitte des XVII. Jhdts. Ganze Figur, stehend. Kolor. Holzschnitt v. Richard Henkel in Leipzig nach Otto Brausewetter (Saalfeld, Ostpr., 1835 – Berlin 1904). (1881.) Signiert bzw. monogramm., bezeichnet. 20 x 11,8 cm. – Blätter für Kostümkunde, NF. 137.

Angebots-Nr. 6.406 / EUR  49. (c. US$ 53.) + Versand

Blaeu – Dulmen, Frank van (Hrsg.). De Grote Atlas van Europa. De mooiste landkaarten uit de zeventiende eeuw van Joan Blaeu. Text von Pieter Terpstra. (Leeuwarden 1995.) 4°. 32 SS. Mit 30 kl. Textabb., 1 ganzseit. farb. Tafelabb. sowie 30 doppelblattgroßen Farbtafeln. Farb. illustr. dklbl. OPp.-Bd. in farb. illustr. Schutzumschl. – Nach der Ausgabe Amsterdam 1663. – Text + Textabb. in Blau gedruckt. – Ohne die im Kolophon erwähnte CD-ROM. – Deckel materialbedingt geringfügig berieben, der Schutzumschlag wenig gebrauchsspurig, ansonsten neuwertig.

Angebots-Nr. 28.990 / EUR  40. (c. US$ 43.) + Versand

– Goss, John (Hrsg.). Blaeu. De Grote Atlas van de wereld in de 17e eeuw. Vorwort von Peter Clark. (Lisse 1997.) Gr.-4°. 224 SS. Mit 2 farb. Titelvignetten und 100 doppelblattgroßen farbigen Abbildungen. Dklbl. OLwd. m. goldgepr. RTitel. u. illustr. Vorsätzen. Farb. illustr. OSchutzumschl. (minimalst berieben). – Hrsg. in Zusammenarbeit mit der Royal Geographical Society, London. – Die engl. Ausgabe erschien 1990. – Neben den Karten auch eine Vogelschauansicht des Escorials Philipps II. – Neuwertig.

Angebots-Nr. 28.989 / EUR  65. (c. US$ 70.) + Versand

Rotterdam, De Groote Kerk in. Im Vordergrund Segelschiff + Boot sowie reiche Figurenstaffage, darunter zwei Pferde mit Kornsäcken. Holzstich nach Theodor Weber (Leipzig 1838 – Paris 1907) bei Adolf Cloß, Stgt. (1875/76.) Signiert, bezeichnet. 17,8 x 13,7 cm.

RÜCKSEITS: Bauerndorf in der Gegend von Rotterdam. Holzstich nach Hermann Baisch (Dresden 1846 – Karlsruhe 1894). Signiert, bezeichnet. 8,9 x 18,7 cm. – Beidseits fortlaufender Lokaltext.

Angebots-Nr. 6.769 / EUR  76. (c. US$ 82.) + Versand

Morlachisches Mädchen (Brautkostüm) aus Istrien. Nach links gehend am kargen Adriaufer. Auf dem Wasser ein Segel. Kolor. Holzschnitt nach August von Heyden (Breslau 1827 – Berlin 1897). Ca. 1877. Signiert, bezeichnet. 21,7 x 12,1 cm. – Lipperheide Ad 46. – Blätter für Kostümkunde NF LXXX. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 6.405 / EUR  40. (c. US$ 43.) + Versand

Das  Hochzeitsständchen

Hogarth, William (1697 London 1764). The Industrious Prentice out of his Time and Married to his Master’s Daughter. Die Londoner Zünfte bringen dem frisch vermählten Paar und dem Teilhaber der nunmehrigen Firma West + Goodchild ihr Ständchen. Kupferstich von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). Bezeichnet: Designed by Wm. Hogarth / Plate 6 / Engraved by T. Cook / Published by T. Cook. Islington; and G. G. & J. Robinsons. Pater-noster Row. February 1st. 1796. 30,2 x 36,5 cm.

Industry & Idleness VI. – Herrlicher Abdruck auf festem Papier und – im Gegensatz zu allen späteren Hogarth-Ausgaben – im Ursprungsformat. – Cook „machte sich auch einen Namen als Hogarth-Stecher“ (Thieme-Becker). – Schwacher Wasserrand und auch den Plattenrand etwas tangierende Stockigkeit im breiten weißen Papierrand. Die rückseitige nicht ins Bild durchschlagend.

„ Das junge Paar ist aufgestanden und empfängt die Glückwünsche bei einem Tässchen Chokolade. Der Schneider führt das Wort im Namen aller Trommler und Musikanten … Es ist gewiß einer der Fleischer, die mit den Knochen auf dem Hackemesser gratulieren … Der alte Diener des Hauses theilt reichlich die Brocken vom Abendessen aus … “

(Untertext zu einer Lithographie). – Siehe – auch für weitere verfügbare Versionen – die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 7.532 / EUR  271. / export price EUR  257. (c. US$ 277.) + Versand

Ein  Backhuysen  zum  Geburtstag

Janssen, Horst (1929 Hamburg 1995). Backhuizen grüsst Stubbe / zum 7. 6. 1988 Liebster alter Freund Wolf Stubbe – ich habe heute so gar keine Lust auf A. Waterloo (-) aber dies von Herzen. Holländische Herrenjacht mit geblähten Segeln, großer Flagge am Spiegel + Wimpel am Mast auf bewegtem Wasser. Links seitlich von dieser eine kleine andere. Am Ufer winziger Angler. Kaltnadelradierung in Blau + Schwarz. Hs. signiert, ebenso in der Platte und dort ansonsten bezeichnet wie vor. 23,1 x 14,2 cm.

Horst Janssen, Backhuysen grüßt Stubbe

Kruglewsky 97. – Trockenstempel Griffelkunst. – Auf Japanbütten. – Herrlicher gratiger Druck mit schönem Plattenton und dem vollen Rand von 1,9-3,2 cm.

„ Im Jahre 1988 inspirierte Backhuysen den Hamburger Zeichner Horst Janssen zu zahlreichen Varianten seiner Motive … “

(Gerlinde de Beer, Ludolf Backhuysen, Sein Leben und Werk [2002], S. 222).

„ Ab 1970 … beschäftigt sich J. mit Werken der Alten und Neuen Meister … In Zchng und Rad. kopiert und paraphrasiert er deren Motive … In der Auseinandersetzung mit Künstlern wie Rembrandt und Goya, die als Autoritäten in der Kunst der Rad. gelten, setzt auch J. in der Technik des Tiefdrucks Meilensteine “

(J. Moster-Hoos in Allgemeines Künstler-Lexikon LXXVII [2012], S. 336).

Janssen’s  intimer  Geburtstagsgruß

für den Direktor des Hamburger Kupferstichkabinetts em. und Sammler Wolf Stubbe (Stettin 1903 – Hamburg 1994), für den Kunst unteilbar war. Janssen’s anstehende Bezüge auf Ludolf Backhuysen (Emden 1630 – Amsterdam 1708) + Anthonie Waterloo (Lille um 1610 – Utrecht 1690) verdeutlichen in Kontext mit dem Gratulanten-Künstler selbst die ganze Bandbreite Stubbe’scher Kunstdurchdringung.

Angebots-Nr. 28.603 / EUR  390. / export price EUR  371. (c. US$ 400.) + Versand

Die  ganz  spektakuläre  Strom–Wandkarte

der  Lotters  in  Augsburg

Lotter, Matthäus Albrecht (1741 Augsburg 1810) + Georg Friedrich. Carte Géographique Représentant le Cours entier du RHIN , de la MOSELLE / de la MEUSE et de l’ESCAUT avec les Pays Confins specialement l’Etat Actuel de toutes les Possessions de la Maison d’Autriche dans les Pays Bas et une Grande Partie de la France / Cabinetskarte welche den Ganzen Lauff des RHEINS , Der MOSEL , Der MAAS und SCHELDE nebst den Angraenzenden Laendern vorzüglich alle gegenwaertige Besitzungen des Hauses Oesterreich in den Niederlanden und einen grossen Theil von Frankreich vorstellt. Mit Windrose und

2  imperialen  Titelkartuschen

nebst Grenz- und Meilenzeiger (31 x18,5 bzw. 34 x 31,5 cm). Von 6 Platten gedruckte, orts- und partiell grenzkolorierte Fluß-Wandkarte in Kupferstich von Tobias Konrad Lotter (1717 Augsburg 1777). Signiert, bezeichnet. 116 x 166,5 cm.

List of Unusual Items that have come up for sale (ed. by The British Library) in Imago Mundi XXXIX, 100. – Titel in franz.-dt. Paralleltext. – III. Zustand (von 3 oder 4) mit zeitangepaßt klassizistischen Kartuschen anstatt der barocken früheren, wie auf dem Exemplar der Bayer. Staatsbibliothek. In Mannheimer Privatsammlung eine auch in München unbekannte Signatur-Variante. Bekannt zudem datierte Zustände von 1785 + 1794.

Matthäus Albrecht + Georg Friedrich Lotter, Carte Géographique Représentant le Cours entier du RHIN, de la MOSELLE / de la MEUSE et de l'ESCAUT

Einige wenige, durch Japan-Dublierung erledigte Rißstellen fast ausschließlich innerhalb der linken Unterplatte. Lediglich am oberen Bildrand eine 1-3 x 11,5 cm messende Fehlstelle zwischen den Orten Meaux und Compiègne. Im übrigen vollrandiger Abdruck in gesamthaft hervorragendem Zustand, wie bei diesen schlecht zu verwahrenden übergroßen alten Wandkarten eigens erwähnenswert. Auf Egon Klemp’s „Kommentar zum Atlas des Großen Kurfürsten / Commentary on the Atlas of the Great Elector“, Stuttgart 1971, Seiten 6-10 wird verwiesen. – Typographisches Wasserzeichen.

Spezial-Wandkarte  von  dominierender  Repräsentanz

und  grosser  Seltenheit,

wie  nicht  im  „Atlas des Großen Kurfürsten“  enthalten,

wo dergleichen eine sehr sinnvolle Ergänzung des Colom’schen Seeteils umsomehr dargestellt hätte, als

das  mäandernde  belgisch-holländische  Mündungsgebiet

von  dem  beide  Länder  prägenden

Kanalnetz

der Karte eine ganz wesentliche zusätzliche Aussage-Qualität verleiht. Wie denn generell die Schwarz-Weiß-Belassung in Verbindung mit der Orts-Rötung

die  Gesamtschau

der  Ströme  nebst  der  wurzelartigen  Verästelung  der  Zuflüsse

bis hin zu denen der 3. Ordnung schlechthin gewährt und die perlenartige Aufreihung der Orte an den Ufern die koloritmäßig demonstrierte Logik der Gewässer als Lebensadern der Besiedlung vor Augen führt. Erwähnenswert aber auch die namentlich für Ober- + Mittelrhein kartierten Strominseln und die Mainzer Schiffsbrücke.

Inhaltsmässig  erfaßt die Karte den Rhein von Leibstadt nördlich Waldshuts über Basel bis zur Mündung und Mosel, Maas und Schelde komplett. Begrenzt im übrigen auf der Linie Laufen – St. Ursanne – Neuenburger-, Murter-, Bieler See – Fribourg – Poligny – Beaune – Châtillon – St. Florentin – westlich Sens’ – Arras – Veurne – der Küste von Nieuwpoort bis Noordwijk – Zutphen – Rheine – Osnabrück – bis nahe von Lübbecke und Bünde – Geseke – Winterberg – Gießen – Hanau – Seligenstadt – Freudenstadt . – Das Mare Germanicum irrtümlich statt Nord- als Ostsee verdeutscht.

Seit den Tagen Mercator’s verband kein anderes Haus in Deutschland als das Seutter/Lotter’sche Bereitschaft und Kompetenz zur Herstellung einer ganzen Reihe großer Karten von mehreren Platten. Und wo schon die Ein-Strom-Karte zum Besonderen gehörte, gestalteten die Lotters in kühnem Zugriff hier

die  Wandkarte  eines  ganzen  europäischen  Stromverbundes.

Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 13.031 / Preis auf Anfrage

Scheveningen, Strand bei. Boote + Lastensegler in der Brandung am Strand, der von Figurinen und Frachten aufnehmenden Pferdekarren belebt ist. Links im Hintergrund die Dorfkirche. Holzstich des Monogrammisten RB nach Gustav Schönleber (Bietigheim 1851 – Karlsruhe 1917). (1875/76.) Signiert bzw. monogramm., bezeichnet. 17,1 x 23,5 cm. – Vgl. Boetticher 73.

Angebots-Nr. 8.168 / EUR  100. (c. US$ 108.) + Versand

Scheveninger Strand nach Sonnenuntergang, Am. Im Vordergrund Löschung eines in der Brandung vor Anker gegangenen Schiffes. Getönter Holzstich nach 1855er Vorlage von Andreas Achenbach (Kassel 1815 – D’dorf 1910) bei Adolf Cloß, Stgt. (1875/76.) Signiert, bezeichnet. 17 x 23,7 cm.

Angebots-Nr. 6.559 / EUR  100. (c. US$ 108.) + Versand

Le Comte, Linienschiff

Die  ganze  Fülle

  großer  und  kleiner  Segelschiffe

Le Comte, P(ieter). Afbeeldingen van Schepen en Vaartuigen in verschillende Bewegingen. Amsterdam, F. Kaal, 1831. Qu.-2°. 4 unnum. Bll. Titelei, Dedication + Vorwort, 60 SS., 2 unnum. Bll. Inhalt + Errata. Mit

50  Kreidelithographien

(Bildgröße ca. 13 x 19 cm). Dklgrüner. HMaroquin.-Bd. auf 4 Bünden m. ebensolchen Ldrecken., marmor. Deckelbezügen sowie goldgepr. RTitel. nebst Fleurons.

Le Comte, Koff

Cat. N.H.S.M. II, 756. – Einzige Ausgabe. – Text auf van Gelder, Tafeln auf C & I Honig-Papier. – Die sehr schön breitrandigen Tafeln (21,7 x 29 cm) sämtlichs mit dem eingefaßten zweizeiligen Trockenstempel PLC / RMWO (ligiert) Le Comtes in der Mitte des Unterrandes und unten links im Stein signiert P. Le Comte, meist mit den Zusätzen del. et lith(o):, lith., del., oder Inv. et del., 16 Tafeln zusätzlich unten rechts mit der Adresse „Steend(rukkerij) Desguerrois en Co.“. – Sehr schönes Exemplar des anderwärts als

„ one  of  the  most  interesting  books  on  shipping

published  in  the  Netherlands  at  the  end  of  the  sailing  ship  era “

qualifizierten, sorgfältigst beschreibenden Tafelwerkes.

Im weißen Oberrand SS. 11/12 alte, etwas gebräunte beidseits hinterlegte Läsur. Titelei bis S. 9 praktisch unbemerkbarer kleiner Wasserrand im äußersten oberen rechten Seitenrand, sieben Bll. des Textes mit vom Umblättern herrührender schwacher Knickfalte. Ab ca. Tafel 26 im breiten weißen Obberrand einsetzender feiner zarter Wasserrand, die beiden Schlußtafeln mit zwei bzw. einem schwachem Braunfleck außerhalb der Darstellung. Der Einband abgesehen von den stärker betroffenen Kanten nur wenig zeitspurig. – Vorbesitzer-Namenszug auf vorderem Vorsatz ausgeschnitten. – Im übrigen von absoluter Frische und vorwortentsprechend am Ende desselben hs. signiert, wie nicht durchweg die Regel. – In der Fülle der Darstellungen und des fundierten Textes eine

maritime  Fundgrube  par  excellence  —

zum  Blättern  wie  zum  Detailstudium .

Angebots-Nr. 28.985 / Preis auf Anfrage

Metsu, Gabriel (Leyden 1629 – Amsterdam 1667). La Riboteuse Hollandoise. Junge Frau als charmante Zecherin. Während die Linke die geöffnete Weinkanne hält, stößt die das Glas haltende Rechte gegen eine halbvolle Flasche Genever, neben der eine lange Pfeife liegt. Kupferstich von Jean Daullé (Abbeville 1703 – Paris 1763). 1761. Signiert, datiert, bezeichnet. 42,1 x 29,7 cm.

Gabriel Metsu, La Riboteuse Hollandoise

Nagler IX, 198 + III, 283. – Mit der Adresse von Pierre Fouquet jr., Amsterdam. – Mit Wortmarken-Wz. – Von Nagler den „vorzüglichsten Werken“ Daullé’s zugeordnet. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 15.282 / EUR  590. / export price EUR  561. (c. US$ 605.) + Versand

Neer, Aert van der (Gorinchem 1604 – Amsterdam 1677). Flußlandschaft bei Mondlicht. Mit etlichen Schiffen, darunter – gleich vorn – Fischerboot. Beidseits ein Dorf. Aquatinta in Braundruck von Cornelis Apostool (1762 Amsterdam 1844). 1792. Monogrammiert u. signiert, datiert. 20,7 x 26,4 cm. – Seltenes Blatt, im breiten Rand schwach stockfleckig. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 15.535 / EUR  370. / export price EUR  352. (c. US$ 379.) + Versand

Flämisches  See-Land-Miteinander  vor  400  Jahren

Bol, Hans (Mecheln 1534 – Amsterdam 1593). Hirschjagd und Koggenbau am Fluß inmitten baumreicher Landschaft. Vorn links zunächst Picknick der Landleute in Gesellschaft u. a. von Pfau, Papagei und Äffchen, zur Rechten aber die teils berittenen Jäger nebst Hunden, Hirsch und Tier allseits bedrängend. Zum abfallenden Ufer hin Netze gespannt. Dort auch ein sich der Vogeljagd hingebender Jäger. Im Mittelgrund seitlich links vielseitige Beschäftigung der Schiffsbauer mit sich anschließendem größeren Anwesen. Am Horizont die Silhouette einer größeren Stadt. Kupferstich von Hans Collaert (wohl I, gest. ca. 1581) in Antwerpen. Signiert: HBol. (ligiert) inuent. / H C fec: / s(c ex)cud. 20,3 x 24,4 cm.

Nagler, Monogramm., III, 762. – Latein. Vierzeiler im Unterrand. – Oben – hier hs. mit 49 numeriert – und unten mit 3-7 mm breitem Plattenrand, rechts mit ganz feinem Rändchen, links ebenso, doch stellenweise schon auf der Bildeinfassung geschnitten. Im Textrand zwei stecknadelkopfkleine dünne Stellen, sonst völlig einwandfrei.

Eines der stimmungsreichen Blätter nach Hans Bol, hier vorliegend in warmer Tonigkeit mit den noch sichtbaren Schriftlinien. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 28.855 / EUR  780. / export price EUR  741. (c. US$ 799.) + Versand

„ Rindvieh !
… man wird sagen , wir seien nicht verheiratet ! “

Cham (= Amédée Charles Henry de Noé, 1819 Paris 1879). Je me suis mis dans les volontaires! Mademoiselle entsetzt die Hände über dem Kopf zusammenschlagend angesichts ihres frisch uniformierten, seinen Abschiedskuß verlangenden Galans. Kreidelithographie. (1870-71.) Bezeichnet: CHAM / 121, ansonsten typographisch wie folgend. 21,9 x 18,2 cm.

„ Je me suis mis dans les volontaires! — Animal! tu n’as pas 35 ans! on va dire que nous ne sommes pas mariés! “

Geschaffen für den Charivari während des Krieges von 1870-71 und hier vorliegend in zeitgenösischem Abdruck ohne Rückseitentext. – Eckabriß im breiten weißen Rand unten links. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 14.784 / EUR  118. (c. US$ 127.) + Versand

Goyen, Jan van (Leiden 1586 – Den Haag 1656). Das Gehöft mit dem Teich am Kanal. Davor verschiedenfältige Figurenstaffage in jeglicher Position bis hin zu zwei Reitern, auch zwei Hunden, und einem Fischer in der Mitte des Wassers, von dessen jenseitigem Ufer ein spitzer hoher Kirchturm grüßt. Kupferstich/Radierung von Jan de Visscher (Amsterdam um 1636 – nach 1692). Bezeichnet: I: van Goyen inventor. / I: de Visscher fecit. / 2. 12,5 x 20,8 cm.

Jan van Goyen, Gehöft mit Teich am Kanal

Wessely 60; Le Blanc 55. – Vgl. Beck, van Goyen, Zeichnungen 475A nebst Abb. – Blatt 2 der formatgleich im Gegensinn gearbeiteten 12blätt. „Vorzügl(ich) schöne(n) Folge“ (Weigel 947, 1838) von Kanal- + Dorflandschaften „Regiunculae amoenissimae eleganter delineatae“ nach van Goyen (Nagler 62; Wurzbach 60, jeweils Visscher), dessen „Bedeutung für die holländische Landschaftsmalerei des 17. Jahrhunderts, sein Rang als Künstler … so bekannt (sind), daß sie nicht Gegenstand dieses Buches sein sollen“ (Beck I, 1972, S. 11). Und Visscher seinerseits „lieferte … höchst schätzbare Blätter, sei es, dass er die Nadel allein führte, oder den Grabstichel in Verbindung brachte“ (Nagler 1850).

Die makellose Doublette des Museum Boymans, dessen ganz feine gleichmäßige warme Tönung dem feinen Blatt eine lyrische Abendstimmung verleiht. – Lilienbekröntes kreisförmiges großes (Löwen-?)Wz. mit gefülltem Schild, in der hier allein beurteilbaren oberen Außenpartie mit Heawood 3144 (1686) korrespondierend. – Mit für Altmeister-Graphik schönem 7 mm umlaufend breiten Rand. – Der rückseitige kleine schwarze Veräußerungs-Rundstempel (Lugt 700a) im unteren weißen Plattenrand schwach durchscheinend. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 15.029 / EUR  370. / export price EUR  352. (c. US$ 379.) + Versand

– – Das Kapuziner-Kloster am Kanal. Davor zwei abgetakelte Fischerboote am Ufer, deren mehrköpfige Besatzungen instruktiv beschäftigt sind. Ein drittes mit Luggertakelung in der Mitte des Wassers. Vom hügeligen jenseitigen Ufer grüßt eine wohl weitere Kirche mit abgeflachtem Turm und von der Ferne der Horizontlinie ein Vollsegler. Vorn links indes zwei von einem Köter bekläffte Mönche unter ihren schön gezeichneten spitzen Kapuzen, deren einer mit Rosenkranz. Zwei Mitbrüder sitzen unter einem Vordach in der Sonne, rechts von ihnen ein Schleifstein, zu dem bepackt einer der Bootsleute strebt. Vom Kirchendach oberhalb eines zusätzlichen kleinen Spitzturms aber hält Adebar aus einem künstlichen Nistaufbau Ausschau, wenngleich in die verkehrte Richtung. Denn der Partner fliegt vom Wasser her an, wie weiter zurückgesetzt in Linie drei weitere Großgefiederte. Ein mutmaßlicher Turmfalke schließlich auf einem Ausleger des Kirchturms. Kupferstich/Radierung von Visscher wie vor.

Wessely 63; Le Blanc 58. – Vgl. Beck, van Goyen, Zeichnungen 859c. – Blatt 5 nach verschollener Vorlage zu der Folge. – Etliche bildseits kaum wahrnehmbare schwache Stockfleckchen, sonst makellos mit 2-3 mm Rändchen um den seinerseits schönen weißen Plattenrand selbst. – Mit Schellenkappen-Wz., wie besonders begehrt, hier mit jeweils drei seitlichen Schellen und auch drei am verlängerten 4-Stab. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 15.030 / EUR  370. / export price EUR  352. (c. US$ 379.) + Versand

– – Die beiden Rundtürme am Kanal. Davon der vordere als bewachsene Ruine, beide mit entsprechendem Gebäudeanhang. Davor fünf Fischerboote, teils mit deren beschäftigter Besatzung, zwei unter Segeln. Ein Anwesen auch auf dem baumbestandenen gegenüberliegenden Uferstreifen. Und in der Luft zwei Dreierketten Vögel. Kupferstich/Radierung von Visscher wie vor.

Wessely 67; Le Blanc 62. – Vgl. Beck, van Goyen, Zeichnungen 445. – Blatt 9 der Folge. – Die abgesehen von drei Braunstippen zwischen linkem Turm und vorgelagerten Segelbooten makellose Doublette des Museum Boymans. – Typograph. Wz. – Mit für Altmeister-Graphik schönem 5 mm umlaufend breiten Rand. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 15.031 / EUR  345. / export price EUR  328. (c. US$ 354.) + Versand

– – Der Weg längs des breiten Flusses. Vorn links oberhalb eines Siels Familie mit Kind und Hund, davon der Mann beritten. Rechts dieser Gruppe ein hochbeladenes Pferdefuhrwerk, am Ufer vorn und zurückgesetzt zwei Boote mit den beschäftigten Fischern. Der Horizontstreifen seitlich begrenzt von einer Mühle bzw. Kirche, dazwischen ein spitzer Kirchturm und ein Anwesen unter hohen Bäumen. Kupferstich/Radierung von Visscher wie vor.

Jan van Goyen, Der Weg längs des breiten Flusses

Wessely 69; Le Blanc 64; Hollstein 40 m. Abb. – Vgl. Beck, van Goyen, Zeichnungen 497, und Dutch Drawings of the Seventeenth Century in the Rijksmuseum, Amsterdam, Artists born between 1580 and 1600, 186, jeweils nebst Abb. – Blatt 11 der Folge. – Die abgesehen von im Grunde nicht erwähnenswerter partieller schwacher Randstockstippigkeit und rückseitigen schwarzen Druckerfleckchen makellose Doublette des Museum Boymans. – Figürliches (springender Löwe?) Wz. nebst Wortmarke. – Mit für Altmeister-Graphik schönem 5 mm umlaufend breiten Rand. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 15.032 / EUR  345. / export price EUR  328. (c. US$ 354.) + Versand

„ One  of  the  Monumental  Contributions

by  the  Netherlands

to  the  History  of  16th-century  Civilization “

( Koeman )

Waghenaer, Lucas Jansz. Spieghel der Zeevaerdt. 2 Tle. in 1 Bd. Leyden, Christoffel Plantijn, 1584-85. 2°. 4 Bll. gest. illustr. kolor. Titel, Dedikation, Ode u. Inh., 36 SS.; 2 Bll. gest. illustr. kolor. Zwischentitel + Dedikation. Mit beweglich montierter Sternenkarte und

44  doppelblattgroßen  kolorierten  Kupferstichkarten

(ca. 40 x 53 cm bzw., 1 gefalt., ca. 40 x 57 cm) im Stich von Jan van Deutecom (Doetichum, tätig 1558-1601) mit jeweils einseitigem Rückseitentext. FAKSIMILE im ORIGINALFORMAT in Farbe nebst Kommentar-Bd. von Cornelis Koeman (The History of Lucas Janszoon Waghenaer and His ‚Spieghel der Zeevaerdt‘, 4°, 72 SS. m. 28 Abb.). Lausanne 1964. Blaue OLwd.-Bde. m. goldgepr. Vignette auf VDeckel. u. Rückentitel.

Nach dem Exemplar der ersten Ausgabe in der Universitätsbibliothek Utrecht (T. fol. 165; Koeman Wag 2B/3B), ergänzt um Dedikation, Vorwort, Ode, den beweglichen Teil der Himmelskarte sowie die erste Karte aus dem Dedikations-Exemplar für Prinz Willem van Oranje ebda. (P fol. 111; Koeman Wag 1A). – Die Westeuropa, Skandinavien und große Teile Nordafrikas umfassende Übersichtskarte im Maßstab 1 : 9 Mill., die übrigen Karten überwiegend 1 : 380.000. – Gedruckt auf getöntem van Gelder Zoonen.

Zu  völliger  Planlage  der  Karten  durchgehend  auf  Leinenfalzen  gebunden .

Die Deckel des Atlasses namentlich zu den Außenkanten hin etwas grau-grün verfärbt, der zweite vordere Vorsatz mit einigen stecknadelkopfkleinen Braunstippen, sonst tadellos frisch. Der Kommentarband eingangs und gegen Ende sowie auf einzelnen Seiten zwischendurch schwach stockig, namentlich auf dem Rückdeckel vereinzelte kleine weiße Stippen.

Der Kommentar u. a. mit Einführung zur politischen und wirtschaftlichen Situation und Entwicklung in den nördlichen Niederlanden und namentlich Enkhuizen als Umfeld Waghenaers. – In Englisch.

Angebots-Nr. 28.988 / EUR  490. / export price EUR  466. (c. US$ 502.) + Versand

Richard Knötel, Uniformenkunde: NiederlandeRichard Knötel, Uniformenkunde: Niederlande

Knötel, Richard. Uniformenkunde. 13 (5 kolor.) Tafeln zur Gruppe Niederlande. Ca. 1893. Signiert, bezeichnet. Blattgr. 25,4 x 17,1 cm.

Beiliegt: Mittheilungen zur Gesch. d. milit. Tracht als Beilage zu s. Uniformenkde., Jg. 1893, Nr. 3 (2 Bll., enth. Das Niederl. Heer z. Zt. von Waterloo + Brandenb.-preuss. Uniformen z. Zt. d. gr. Kurfürsten u. s. Nachfolgers). – Text minimal stockfleckig. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 5.080 / EUR  151. (c. US$ 163.) + Versand

Eines  Tages  heiraten  die  Kinder …

413  Jahre  altes  Hochzeits–Reglement

als  Erbstück  von  Generation  zu  Generation.

Wie  eine  Hausbibel .  Doch  unvergleichlich  seltener .

Und  auf  ewig  verbunden

mit  Ihrem  Namen  als  dem  des  Stifters:

Verordnung Heinrich Julius’ Herzog zu Braunschweig-Lüneburg (1564-1613, Reg.-Antr. 1589) betreffend das Procedere der Hochzeitsfeiern. Gegeben Gröningen bei Halberstadt 28. Dezember 1604. O. O. + Dr., ca. 1604. 1 Seite. Mit großer Holzschnitt-Initiale. 50,8 x 37,7 cm.

Thematisch  eminent  seltener

ganz  beachtlich  früher  Einblattdruck

erlassen gelegentlich einer voll herzoglichen Ingrimms

„mit  vnsern  Augen  selber  gesehen(en) “

ausgearteten Hochzeitsfeier auf der herzoglichen Neuen Schenke (in Gröningen?). Auf deren Schilderung in 9 Abschnitten ein entsprechendes Reglement folgt, dem nicht allein zu entnehmen ist,

wie  eine  Hochzeitsfeier  nicht  sein  sollte ,

sondern , vielmehr , welch  ein  Rahmen  ihr  überhaupt  zu  geben  ist

und welchen Personals es hierzu bedürfe. Und für jedweden wird der Höchstlohn festgesetzt. Bis hin zu 2 Margroschen pro Scheffel Weizen und einen pro Scheffel Roggen für vom Müller und seinen Knechten „bey dem mahlen des Hochzeit Roggen vnd Weitzen … dabey anwendenden vleiß(es) willen“.

Und zur Einhaltung all dieses werden schlußendlich Inspektoren und Commißmeister gegenüber jedermann angehalten und ihnen auferlegt

„ Diese  vnsere  Ordnung  auch  menniglichen  zur  nachrichtung

vff  vnser  Newen  Schencke  gedruckt  offentlich  affigiren  vnd  anschlagen “

zu lassen.

Hochzeitsreglement von 1604

Solcher Verschleißbestimmung verdanken diese Einblattdrucke denn auch ihre ausgemachte Seltenheit und die den Sammler, je nach Besitzstand, bald schmerzende, bald höchst befriedigende Tatsache, daß „sie … sich immer nur

in  wenigen  Exemplaren

und durch Zufall erhalten haben“ (Bohatta). Wobei es sich denn meist – so auch hier – um nicht vor Ort verbrauchte, vielmehr denn auch noch sehr gut verwahrte Beleg-Exemplare handelt. Das hiesige mit zweifacher Faltung und restlichem Falzstreifen als Merkmal seiner Verwahrung innerhalb eines Sammelbandes, wozu der Unterrand, zumindest für 3,5 cm unnötigerweise, unter vermutetem Verlust der gedruckten Unterschrift nebst gedrucktem L(oco) S(igilli)-Stempel beschnitten wurde. Gefolgt von 2 cm breitem weißen Rand. – Der Druck selbst auf zwei, nahtlos und schriftseits praktisch unsichtbar zusammengesetzten Blatt mit jeweils etwa 13 x 9 cm großem und reichem, indes nicht ausreichend kenntlichem Wasserzeichen, dessen Ornamentik Merkmale von im letzten Viertel des 16. Jahrhunderts lokal nachweisbaren Marken aufweist. Etwa denen von Briquet 1982 f. + 19539, 10541 sowie für eine mögliche Löwenschwanzquaste anderwärts (Vogesen, Brüssel, Württemberg) 10565/67 + 10569. – Einheitlich leicht getönt, schwacher kleiner Braunfleck im ersten Absatz, säurefrei hinterlegter Kleineinriß im weißen Oberrand der Bugfalte.

Eine  rundum  ganz  groß-  und  einzigartige  Aufhängung ,

für die das rahmengerechte, säurefreie Schrägschnitt-Zierpassepartout denn auch gleich mitgeliefert sein mag. Und deren thematische Seltenheit, es sei wiederholt, noch weit über die generelle des Einblattdruckes hinausgeht :

Über Jahrzehnte hinweg europäischen Verordnungen als Zeugen des gestalteten Alltags verpflichtet, sind deren hunderte hier durchgelaufen, doch

erstmals  nun  ein  Hochzeitsedikt !

Daß es dabei zugleich auch noch als eines der frühesten figuriert, möge Ihren Stolz,
es zu besitzen, um den von den Connaisseurs so heiß umworbenen i-Punkt mehren.

Gratulation  im  voraus !

Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 28.118 / EUR  1380. / export price EUR  1311. (c. US$ 1413.) + Versand

Zeitgenössisch  +  benachbart  erschienene  Lokalkarte

als  in  Utrecht  das  Licht  Caravaggio’s  aufging

Utrecht – Vltraiectinvs, Episcop(atvs). Mit Titelkartusche, 2 Schiffen und figürlich gestaltetem Meilenzeiger. Von dem Feldmesser Balthasar Florisz. van Berckenrode (Delft 1591 – Den Haag 1644) verfaßte

Utrechter  Bistumskarte 1 : 150.000

Berckenrode/Hondius, Utrecht

in  gleichfalls  zeitgenöss.  kolor.  Kupferstich

von Evert Simonsz. van Hamersveldt (1591 – 1653). Bezeichnet: Auct. Balthazaro Florentio a Berkenrode. Amstelodami, apud Henricum Hondium, Sub insigno Atlantis. Ao. 1628., ansonsten wie vor, und als für das Selbstverständnis des Stechers sprechend in separater kleiner Eigenkartusche am Unterrand: Evert Sijmonszoon Hamersveldt sculpsit. 38 x 49,3 cm.

Keuning 185; Koeman 165. – Aus dem Mercator-Atlas in der Hondius-Ausgabe von 1630 (Koeman Me 29A), für die diese Karte seitens van Berckenrode’s als „einem der in graphischer Hinsicht und geometrischer Zuverlässigkeit

größten  niederländischen  Kartographen  des  17.  Jahrhunderts“

(Koeman) während dessen Amsterdamer Zeit (1619/34) neu geschaffen wurde. Ersetzend Mercator’s noch in der 1628er Ausgabe präsente Utrecht-Karte und somit hier

im  frühesten  Abdruck

vorliegend, tragend des Henricus Adresse Sub insigno Atlantis auf dem Dam, wo auch Bruder Jodocus II seinen Kartenhandel betrieb. Der hist.-geograph. Rückseitentext in Latein. – De Leck (Neder Rijn) ab unterhalb Rhenen’s, also nicht mehr mit Emmerich als lt. Verbeek, Die Niederrheinansichten Jan de Beyers, 1957, S. 41) einst zum Bistum gehörig. Im Norden angrenzend an Haerlemmer Meer + Zuyder Zee. – Namentlich im breiten weißen Rand stockig, sonst schönes Exemplar

dieser  von  ganzer  landmesserischer  Wissensfülle

sehr  wirkungsvoll  geprägten  zeitgenössischen  Karte  Utrechts

wo während des Goldenen Jahrhunderts die aus Italien zurückgekehrten Caravaggisten mit Honthorst und Ter-Brugghen an der Spitze Caravaggio’s Licht-Revolution entzündeten, aber auch dessen Naturalismus verbreiteten und solchermaßen der von Abraham Bloemaert begründeten seinerzeitigen Utrechter Schule („Als Rubens [1627] nach Utrecht kam, versäumte er nicht, B. zu besuchen, und auch Elisabeth, die Königin von Böhmen, beehrte ihn mit ihrem Besuche“, Thieme-Becker) eine potenzierte Dimension verschafften, beeinflussend den Nicht-Italienisanten Bloemaert selbst wie einen Vermeer van Delft ebenso wie das Genrebild Frans Hals’ und den Deutschen Joachim von Sandrart, indes „Der Einfluß … auf den jungen Rembrandt … sicher der wichtigste Abschnitt innerhalb der Rezeption der caravaggesken Kunst durch die Holländer (ist)“ (Arthur von Schneider, Caravaggio und die Niederländer, 1933, mit nicht aktualisierter 1967er Zweitauflage, letztere hier S. 67). In dieses Umfeld denn hineingeschaffen

anstehende  Berckenrode-Hondius’sche  Utrecht-Karte

als  ein  Sammlungsstück  von  Rang

zur  für  die  holländische  Malerei  des  17. Jahrhunderts

so  bedeutsamen  Utrechter Schule .

Angebots-Nr. 15.051 / EUR  570. / export price EUR  542. (c. US$ 584.) + Versand

Niederlande, Das Königreich der. Mit Titel- und 2 Erläuterungs-Kartuschen. Landkarte von Frdr. Wilhelm Streit (Ronneburg, Thüringen, 1772 – Berlin 1839) in grenzkolor. Stahlstich bei Natorff & Co., Bln. 1836. Signiert, datiert, bezeichnet. 25,9 x 21,3 cm.

Detailliert gekennzeichnete Karte bis hin zu schiffbaren Kanälen und Flüssen. – Bis Baltrum – Meppen – Witten – Aachen – Antwerpen .

Angebots-Nr. 9.855 / EUR  60. (c. US$ 65.) + Versand

Beschrijvende Catalogus der Scheepsmodellen en Scheepsbouwkundige Teekeningen 1600-1900. (Bearb. v. W. Voorbeijtel Cannenburg.) Amsterdam, Nederlandsch Historisch Scheepvaart Museum, 1943. 4°. 192 SS. Mit 100 (5 farb., 2 gefalt.) Tafelseiten + 1 wiederholten großen Vignette. OPpbd. mit goldgepr. illustr. VDeckel.

Exemplar  Heinrich  Winter’s, mit dessen Stempel auf Vorsatz + Titel. – Bedeutender Bestand von 453 Modellen, gefolgt von der Fülle der Zeichnungen. – Mit der Nederlandsche Bibliographie van Scheepsbouw en Tuigkennis 1565-1900 (15 SS.), Liste der von Fijenoord, Rotterdam, von 1827-1900 aufgelegten Schiffe, 14seit. Register sowie Themeneinleitung.

Angebots-Nr. 28.033 / EUR  197. (c. US$ 212.) + Versand

Épreuve  de  luxe  auf  Seide

Quinkhard, Jan Mauritz (Rees b. Cleve 1688 – Amsterdam 1772). Albertus Voget (Theologe, Bremen 1695 – Utrecht 1771, ab 1735 Professur dortselbst). Brustbild m. ornamentaler Randverzierung nach dem im Senaatszaal der Universität Utrecht befindlichen Öl von ca. 1750. Kupferstich von Pieter Tanjé (Bolsward, Friesland, 1706 – Amsterdam 1761) bei N. v. Vucht, G. Thieme + A. v. Paddenburg. 1754. Signiert, datiert, bezeichnet. 33,6 x 24,3 cm.

Nagler 30 + Wurzbach 55, jeweils Tanjé. – Gorissen 100 gedenkt Quinkhards als des „bedeutenden Bildnismalers“ , als den ihn auch vorliegende Arbeit ausweist. – Latein.-holl. Sechszeiler.

SEIDEN-EXEMPLAR

dieses schönen Blattes eines „der vorzüglichsten niederländischen Kupferstecher“ (Nagler) und als solches von absoluter Seltenheit. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 15.270 / EUR  670. / export price EUR  637. (c. US$ 687.) + Versand

Edition  de  luxe

in  rodinbezogenem  Widmungsexemplar

Martin, W(ilhelm). De hollandsche Schilderkunst in de zeventiende eeuw. Frans Hals en zijn tijd. – Rembrandt en zijn tijd. 2 Bde. Amsterdam, J. M. Meulenhoff, (1935-36). 4°. XVI, 474 SS., 1 Bl.; XVI, 546 SS., 1 Bl. Mit

3  Tafeln  +  517  ( 154  ganzseit. )  Abbildungen .

Bordeauxrote OMaroquin.-Bde. m. goldgepr. Rücken + Vorderdeckeln sowie Innenkantenfilete. Kopfgoldschnitt.

Nr. 31/100 Explren. der Luxus-Edition in Maroquin.

Martin’s detaillierte schöne autographe Zueignung auf Vorsatz von Bd. I ganz brandfrisch per Erscheinen. – 66er Besitzeintrag auf Vortiteln, Nummer auf Schlußvorsätzen. – Vorsätze und ein Titel minimal stockig, Anflug von Schmutz in der Narbung fast ausschließlich auf den Rückdeckeln, ein Rücken ganz unwesentlich berieben, ansonsten schönes Exemplar dieses gesuchten reichhaltigen Standardwerkes.

Angebots-Nr. 11.744 / EUR  496. / export price EUR  471. (c. US$ 508.) + Versand

Molijn, Pieter de (London 1595 – Haarlem 1661). Dünenlandschaft. Links des Weges Anwesen unter hohen Bäumen. Mit beschäftigten und schwatzenden Figurinen. Aquatinta in Braundruck von Cornelis Apostool (1762 Amsterdam 1844). 1792. 21,7 x 30,1 cm. – Der breite Rand schwach stockig. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

Angebots-Nr. 15.536 / EUR  435. / export price EUR  413. (c. US$ 445.) + Versand

Für  das  marine-  oder  lokalorienterte  Bibliotheksauge

etwas  sehr  Schönes  zum  Betrachten

Rotterdam  in  seiner  ganzen  Grandeur

und  reichste  Fundgrube  für  eine  unerhörte  Büro-Wandgestaltung

Rotterdam – Hooghe, Roman de (Amsterdam oder Den Haag 1645 – Haarlem 1708). Caart van de Stad Rotterdam en gezigt langs de Maas, benevens de Afbeldingen van de voornaamste publique Gebowen. Von 47 Platten gedruckte Kupferstichkarte mit

Vogelschauplan  ( 115 x 125 cm ) ,

Panoramaansicht  ( 24 x 189,5 cm )

sowie reich mit den Wappen der Stadt + ihrer ersten Bürger, Löwen, Putten und Gerätschaften geschmückter Kopfleiste (25-26,5 x 189 cm),

12  Detailansichten  ( je 18 x 24 cm )

und  den  Wappen  der  20  Räte  ( je 11,5 x 9 cm ).

O. O., Johannes de Vou, 1694. Signiert, datiert, bezeichnet. Zusammengesetzt ca. 165,5 x 189,5 cm. Faksimile im Originalformat in Kupfertiefdruck. Rotterdam o. J. (ca. 1960/70). 2°. 2 Bll. Titel. Mit 3 (2 aufmontierten) mehrfach gefalteten, zusammengesetzten, 12 halbblattgroßen u. 20 kleineren aufmontierten Tafeln. OKunstldr.-Bd. m. Rückenschild, goldgepr. Vorderdeckel mit Wappen + Bordüren.

Die  prächtige  Karte  mit  reichstem  Geschehen

sowohl im Vogelschauplan als auch, ganz besonders, in der Panoramaansicht

mit  nahezu  allen  gängigen  Schiffstypen ,
darunter  Zweidecker, Jachten, Fleuten  und  Tjalken  sowie  ein  Floß.

Von  besonderem  Reiz  in  der  Vogelschau  die  zahlreichen  Kalfaterarbeiten
auf  den  Grachten  ebenso
die  große  Anzahl  der  in  den  Werften  auf  den  Helligen
und  an  den  Ausrüstekajen  liegenden  Neubauten.

Im breiten Kartuschensockel die reichhaltige Legende, Neptun mit Fischernetz, Athene mit Hermesstab und Früchten, ein mit einem Schneckengehäuse behelmtes Fischweib mit Schild, Pan sowie zwei Neger, ein großes Füllhorn ausschüttend.

Die Detailansichten – durchweg mit reicher Szenerie – zeigen Stadt-Huys – Laurens, Franse + Prinse Kerk – De Beurse – De Marckt – De Vismarckt – De Doelen – Gemeenelandts Huys van Schielandt – Admiraliteytshof – Nieuw + Oude Hooft .

2 Titel in Rot-Braun. – Original-Montage auf Van Gelder Zonen-Bütten. – Maritimes Exlibris Jacob Schreuder. – Zwei bindungsbedingte kleine Bugeinrisse im Vogelschauplan sowie ein winziger Randeinriß im Montagepapier hinterlegt, sonst absolut frisch. Und damit

herrlichst  geeignet  für  eine  raumfüllend-einheitliche,

facsimile-hochwertige , doch  ökonomisch-risikogeringe  Wandgestaltung.

Ganz unabhängig davon im übrigen für das marine- oder lokalorientierte Bibliotheksauge etwas sehr Schönes zum Betrachten. In adäquatem Einband.

Angebots-Nr. 14.090 / EUR  197. (c. US$ 212.) + Versand

– – – Dasselbe, doch vereinzelte leichte Kratzer auf den Deckeln, lediglich ein längerer in der unteren Hälfte des Vorderdeckels ein wenig stärker, der Rückenbezug in Folge sonst praktisch nicht wahrnehmbaren Bestoßes unten etwas aufgeplatzt gewesen. Zwei bindungsbedingte kleine Bugeinrisse im Vogelschauplan säurefrei hinterlegt, sonst absolut frisch wie vor.

Angebots-Nr. 28.851 / EUR  175. (c. US$ 189.) + Versand

Der  Stolz  der  Schwiegermutter

Ruyter – Blok, P(etrus). J(ohannes). Michiel Adriaanszoon de Ruyter. Mit großen Vignetten, zahllosen Initialen sowie 100 Abbildungen im Text und auf 54 (8 dblgr., 3 kleinen, 2 mitpag.) Tafeln. ’s-Gravenhage, Martijnus Nijhoff, 1928. Gr.-4. XX, 454 SS. OLwd.-Bd. mit detaillierter Marine-Goldprägung und marmor. Vorsatz. Kopfgelbschnitt. Zweiseits unbeschnitten.

Titel in Rot + Schwarz. – Rücken verblichen, namentlich der Rückdeckel ganz minimal berieben. Frontispiz + Titel großflächig von früherer Einlage gebräunt, doch, da jeweils gesamtes Bild bzw. Satzspiegel umfassend, diese nicht wesentlich beeinträchtigend. – Zweiseits herrlich breitrandig.

Besonders schön der goldgeprägte prächtige Dreimaster mit zwei Decks auf dem Vorderdeckel, ferner große Hecklaterne und Ankerwappen auf dem Rücken, das aus Kreuz, Reiter, Dreimaster und Kanone gebildete persönliche Wappen mit dem Wahlspruch PUGNANDO auf dem Rückdeckel und die zu Knoten gebundene Tampeneinfassung.

Die  monumentale  neuzeitliche  Monographie  des  legendären  Admirals

(Vlissingen 1607 – Syrakus 1676) – in Holländisch – , auf schwerem Bütten, unter Einbezug praktisch des gesamten zeitgenössischen Illustrationsmaterials als da sind Portraits, Seekarten, Gefechte, Veduten + Lokalitäten, Urkunden, Wappen, Siegel etc. – Unterteilt in 16 Kapitel, bilden die drei holländisch-englischen Kriege zwar einen Schwerpunkt, doch nicht minder detailreich die weit ausgreifenden übrigen Stationen dieses großen Lebens, in dem sich zugleich die Weltgeltung dieses kleinen Landes in seinem größten Jahrhundert widerspiegelt, da Seemacht, Wirtschaft und Kunst einen Dreiklang bildeten. – 10seit. Detail-Register.

Angebots-Nr. 28.810 / EUR  198. (c. US$ 213.) + Versand

Erst  zollbegünstigt , dann  verboten

Kurrende des k.k. Guberniums in Innerösterreich, die Zollbegünstigung der niederländ. Erzeugnisse betreffend. Gegeben Graz 13. Juli 1791. O. O. + Dr. (1791). Kl.-2°. 1 Bl. Mit den gedr. Unterschriften der Franz Anton Graf v. Stürgkh + Dismas Franz Graf v. Dietrichstein.

Rahmenswürdiger  Einblattdruck . – Stellt nach Wiederherstellung der Ruhe in den Niederlanden die 1788er Zollvergünstigungen wieder her.

Angebots-Nr. 7.166 / EUR  86. (c. US$ 93.) + Versand

des k.k. Guberniums der Steiermark in Graz, das Verbot des Handels aus und nach den Niederlanden betreffend. Gegeben Graz 17. Dezember 1794. O. O. + Dr. (1794). Kl.-2°. 1 Bl. Mit den gedr. Unterschriften der Philipp Graf v. Welsberg-Raitenau + Franz Edler v. Rosenthal.

Rahmenswürdiger  Einblattdruck . – Anschließend an das Frankreich betreffende Patent vom 20. 9. 1794 und dessen Verbot auf die von jenem besetzten Länder ausdehnend. Laufende Kontrakte können bis Ende ds. Mts. erledigt werden. – Hinterlegter Seitenrandausriß.

Angebots-Nr. 7.165 / EUR  79. (c. US$ 85.) + Versand

(12122) des k.k. Kreisamtes Graz vom 23. Juli 1817 betreffend die Entlassung österreich. + niederländ. Untertanen aus den jeweils gegenseitigen Kriegsdiensten nebst nachgedruckter entsprechender Erklärung der beiden Staaten zu Wien v. 13. 5. 1817, seitens Österreichs abgegeben durch Fürst Metternich als Außenminister, seitens des niederländ.-luxemburg. Gesandten durch Baron Spaem. O. O. + Dr. (1817). Kl.-2°. 2 SS. Mit gedr. Unterschriften des Franz Edler v. Werner als Kreishauptmann und des Kreissekretärs Michael Kaltenegger.

Rahmensmöglicher  Einblattdruck  (aufliegend unter doppelseitigem Passepartout) auf dreiseits unbeschnittenem Bütten mit figürl. Wz.-Fragment.

Angebots-Nr. 10.763 / EUR  65. (c. US$ 70.) + Versand

Und  in  gehörigem  Abstand  zur  Hochzeit

Das  Taufgeschenk

Bruyn, Nicolaes de (Antwerpen 1571 – Rotterdam [vor?] 1656). St. Hubertus. Der südniederländische  fürstliche „Wilde Jäger“ als nach Döbel Vater der Parforcejagd und entsprechend mit Horn mit 6köpfiger Meute in großer Waldlandschaft in der Art des 3. Gillis van Coninxloo (Antwerpen? 1544 – Amsterdam 1607) barhäuptig vor Kronen-Hirsch mit dem Kreuz kniend. Auf dem Pool hinter letzterem zwei chwerdt als den weissagenden Vögeln der Mythologie, am Stamm oberhalb des Pferdes eine zischelnde Schlange als Versucherin, dem Hirsch am nächsten in Einzelstellung und als einziger auf seinen Herrn schauend ein Hubertus-Hund. Kupferstich. (1614.) Blattgröße 69,9 x 45,8 cm.

DIE  graphische  HUBERTUS  Darstellung  WELCHE

Nicolaes de Bruyn, St. Hubertus

Nämlich

Das  heimische  Umfeld  des  Heiligen

als  von  größter  Authentizität

+

in  nahezu  konkurrenzlos  großem  Format

 

Provenienz

de Marselaer, ( handschriftlich ) 1656 als Frederic de Marselaer’s (Antwerpen 1584 – [St. Hubert-] Elewijt 1670)

Taufgeschenk  für  den  Enkel-Stammhalter

Frederic Jozef Ignatius de Marselaer (1656-1718)?; Conte Giovanni Maria Mazzuchelli (Brescia 1707 – 1765; Jöcher VIII, 1813, 1127 ff.; Meyers Konv.-Lex., 4. Aufl., IX, 1889, 98) mit dessen rückseitiger 5fach-Stempelung.

Wurzbach 52. – Bredius, Künstler-Inventare, V, Seite 1600, Nr. 9 („Van Sincte Huybrecht een plaet“), die Platte per 16. 1. 1632 in einem Inv.-Verzeichnis der Rotterdamer Waisenkammer nachweisend. – Nicht bei Huyghebaert (Antwerpen [sic!] 1949).

Vgl. Plietzsch, Gillis van Coninxloo 14 in Die Frankenthaler Maler (1910/1972) nebst Tafel V; Stechow, Dutch Landscape Painting (2. Aufl., 1968), SS. 65 ff. + Abb. 122; Devisscher, Kerstiaen de Keuninck (1987), SS. 36, 89 + Abb. Z 10.

Früher Abdruck wie erstrebenswert  vor den Adressen ( „… sind die besseren, weil seine feine Grabstichelarbeit bald abgenützt war“, Wurzbach ) von Gerard Valck (1626 – nach 1694) + Peter Schenk I (1661-1715). – Hier mit Joannes Meyssens’ (Antwerpen 1612 – Brüssel 1670) Verleger-Dedication für den von Rubens gemalten Hubertus-Obmann Frederic de Marselaer:

„ I(ll?). Nob(i)lissi(mum) Do FR(E)DERI(C)O de MARSELAE(R,) Equiti Aurato et Lauretano, Baroni de (Perc)k (et E)lewyt S. Huberti, Toparchæ liberi Dominii de Opdorp. Hærseaux Oycke, etc. … Man. à Consiliis B(e)lli, septimum Bruxellæ Cons(uli, ha)nc D. Huberti iconem D. C. Q. Io(a)nnes Meyssens “.

Darüber im Bild selbst unten rechts das „MARSELARE“ – Wappen bestehend aus dem Stamm-Wappen unter der 5zackigen Adelskrone nebst den beidseitigen aufgerichteten Parforce-Hunden, hier Wappen-Fahnen haltend: links die Marzelaer’sche, rechts die der Frau, Margriete van Borainage (de Bernaige, Baronaige, geb. 1584, Eheschließung 1626).

Hiesige Meyssens’ Adresse, beim jüngeren Hollar für die Frühdrucke stehend, könnte ein Zwischenzustand vor den abqualifizierten von Valck und Schenk sein. Für de Bruyn’s Kupfer generell belegt Wurzbach Datierungen von 1592 (W. 76) bis 1650 (Bd. II, S. 217). 1601 wurde er als plaetsnyder und coopman in die Antwerpener Gilde aufgenommen. Und „Am 4. 12. 1652 wird er in einem Aktenstück altersschwach genannt“ (Thieme-Becker).

Oben auf Bildkante geschnitten, an den Seiten mit feinem Rändchen, das unten unterhalb der Dedicationszeile (diese mit geringem Restaurierungsausfall) etwas breiter ausfällt. So voll entsprechend dem von Wurzbach mit 69 x 46 cm genanntem Maß. Etlicher Risse und Rißchen oder dünner Stellen halber mittels Dublierung professionell restauriert, wie bildseits nur bedingt und ohne Störung des faszinierenden Bildeindruckes bemerkbar.

Das  superb  seltene  Blatt ,

unerreicht  geblieben  selbst  Schwerdt und so vielerorts mehr, jüngst erst hiesigerseits bekanntgemacht Günther Schlieker bei Vorbereitung seiner Hubertus-Monographie wie denn unbekannt geblieben schon Huyghebaert selbst nach seinerseits 21 weiteren Forschungsjahren bei umfassendst erweiterter Neuauflage seines „Sint Hubertus, Patroon van de Jagers in Woord en Beeld“ (Antwerpen [sic!] 1949 mit nunmehr 361 Seiten + 173 Abbildungen gegenüber 158 Seiten + 34 Abbildungen 1927 !!),

was  besagte  Seltenheit  umso  signifikanter  belegt

als er Frederic de Marselaer ausführlich dokumentiert (SS. 174-181 + Abb. 75-80). Hier denn erstmals präsent mit dem ganzen Anspruch seiner überragenden Seltenheit, auch mit den Spuren seiner Jahrhunderte, gewiß, doch

gesamthaft  als  ein  wundervolles  Blatt .

Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

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„ heute kam das Paket – vielen Dank für die excellente Verpackung. Das Bild ist wirklich sehr schön … Wir freuen uns auf Ihre (weitere) Nachricht. Herzliche Grüße aus F. “

(Herr + Frau T. C., 13. Mai 2002)