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ist  selbst  das  Ende  aller  Dinge  am  Ende

[Den weniger abgebrühten Geistern sei die Revue de l’année empfohlen]

William Hogarth, Tail Piece or Bathos

Hogarth, William (1697 London 1764). Tail Piece or The Bathos or manner of Sinking, in Sublime Paintings, inscribed to the Dealers in Dark Pictures. Das Schlußstück oder das Ende aller Dinge, auch und besonders derjenigen, die sonst selbst das Ende der Zeit signalisieren: Sense und Sanduhr sind hier ebenso zerbrochen wie Krone, Pfeife, Palette, Flasche, Glocke, das Wirtshaus „The Worlds End“ mit der brennenden Weltkugel als Schild, die Kirche sowie etliche andere Vanitassymbole. Die Uhr hat die Zeiger verloren, die Bäume sind so tot wie der Gehenkte – und Phoebus im brennenden Himmelswagen mitsamt seiner Pferde, allesamt in den bodenlosen Abgrund stürzend. Zu allem Überfluß haucht Saturn selbst als Gott sowohl der Zeit als des im Ackerbau begründeten Wohlstandes sein letztes „Finis“, derweil ihm das von den drei Parzen – Clotho, Lachesis, Atropos – bezeugte Testament entgleitet: alles dem Chaos. Zur Erhöhung des falschen Pathos noch untergemischt verschiedene Wortspiele: Schusterriemen + -leisten, im englischen cobbler’s end bzw. last, sowie das Tau-Ende und der Lichtstumpf (candle’s end). Einzig der Mann in der schmalen Sichel des abnehmenden Mondes scheint sich noch ein wenig Lebens zu erfreuen, wie auch der Galgen noch steht. Kupferstich von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). 1798. Bezeichnet: Designed by W. Hogarth. / Engraved by T. Cook, sonst wie vor. 34 x 36,7 cm.

Ausführlicher Untertext mit Referenz zur Analysis of Beauty von 1754 sowie Versen Tacitus’ und Maximus Tyrius’.

„ Eine Verspottung der sogenannten akademischen Malerschule … Bekanntlich gefiel sich dieselbe in allegorischen Darstellungen und in Compositionen, worin die antike Mythologie und neuere Verhältnisse zusammengeworfen wurden … Die sterbende Zeit ist übrigens das letzte Bild, worin Hogarth den Pinsel ansetzte. Während er daran malte, erklärte er der Gesellschaft, es werde sein letztes sein; nach der Vollendung zerbrach er seine Palette und warf den Pinsel fort “

(Lichtenberg). Paulson spricht im 72er Ausstellungs-Katalog der Tate Gallery indes nur von der letzten grafischen Arbeit, signiert auch entsprechend nur mit „Design’d and Engrav’d“. Und veröffentlicht am March 3, 1764 – sieben Monate vor seinem Tode. „Selten hat sich ein Künstler so ergreifend von der Welt verabschiedet“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung 8. 11. 1997).

Herrlicher Abdruck aus der als einziger neben der Hogarth’schen Originalausgabe  formatgleichen  großen Cook-Ausgabe aus 1795-1803: „(Cook) machte sich auch einen Namen als Hogarth-Stecher“ (Thieme-Becker). – Mit Wasserzeichen „1811 W Balston“; vgl. die Doppelmarke „J Whatman & W Balston 1813“ Heawood 117. – Über den breiten Plattenrand hinaus an den Seiten von extremer Breitrandigkeit. Dort rechts schwache Wasserränder. Die rückseitige schwache Stockfleckigkeit nur in einem Fall in der Himmelspartie bildseits wahrnehmbar.

Angebots-Nr. 7.545 / EUR  291. / export price EUR  276. (c. US$ 301.) + Versand

– – – Dasselbe. Kupferstich von Thomas Cook (ca. 1744 – London 1818). 1807. Bezeichnet: The Bathos. / Hogarth pinxt. / T. Cook sculpt. Bildgröße 15,6 x 17,2 cm (Blattgröße 21,2 x 27,4 cm).

Sehr schöner Abdruck aus der zweiten, kleinen Cook-Ausgabe. – Innerhalb des sehr breiten weißen Plattenrandes geschnitten, der am Unter- und rechten Seitenrand etwas altersgebräunt ist.

Angebots-Nr. 9.002 / EUR  50. (c. US$ 55.) + Versand

– – – Dasselbe. Kupferstich von Carl Heinrich Rahl (Hoffenheim 1779 – Wien 1843). (1818-1823.) 19,5 x 23 cm.

Ohne den Untertext. – „Sehr interessante Ausgabe“ (Nagler) nach den Stichen in der Hzgl. Albertinischen Sammlung.

Angebots-Nr. 7.739 / EUR  87. (c. US$ 95.) + Versand

– – – Dasselbe. Kupferstich von Ernst Ludwig Riepenhausen (1765 Göttingen 1840). (1794-1835.) Bezeichnet: 44 / W. Hogarth inv. / R. d sc f. 21,5 x 23,5 cm.

Früher Abdruck mit deutlichem Plattenton und sehr breiten Seitenrändern. – Ohne Untertext, der angesichts des breiten Plattenunterrandes zunächst wohl vorgesehen war, jedoch nicht eingefügt wurde. Später wurde die Platte unten entsprechend gekürzt (siehe Nr. 12.144).

Riepenhausen’s  Hauptwerk  („sehr schätzbar“, Nagler), den Hogarth’schen Kupfern tlw. sogar vorgezogen. Riepenhausen war Göttinger Universitäts-Kupferstecher und Freund Gottfried August Bürgers.

Angebots-Nr. 7.740 / EUR  125. (c. US$ 136.) + Versand

– – – – Dasselbe. Wie vor, doch auf leicht getöntem minderem. 22 x 23,8 cm.

Angebots-Nr. 14.086 / EUR  87. (c. US$ 95.) + Versand

– – – – Dasselbe. Abdruck von der im textlos gebliebenen Unterrand verkleinerten Platte (siehe Nr. 7.740) um 1850 auf besonders festem Papier. 19,7 x 23,5 cm.

Angebots-Nr. 12.144 / EUR  115. (c. US$ 125.) + Versand

– – – Dasselbe. Das Ende aller Dinge. Lithographie von C. F. Heintz. (1833-36.) Bezeichnet: lith. C. F. Heintz, sonst wie vor. 20,5 x 20,7 cm.

Die ganz schwachen Stockflecken fast nur gegen das Licht bemerkbar. – Gesamthaft zwar kräftiger, aber nicht ganz gleichmäßig zeichnender Abdruck. – Mit ausführlichem deutschen Untertext à la Lichtenberg:

„ Als Hogarth seinem Ende sich näherte, versprach er noch, das Ende aller Dinge zu malen. Und so entstand diess Blatt, eine barocke tragisch-komische Zusammenstellung von unzähligen Dingen, mit denen es zu Ende geht. Der Tod selbst hat sein Pfeifchen, seine Sense, sein Glas zerbrochen und haucht das letzte Tabackswölkchen mit einem Finis aus! Er hat das Chaos zum Erbe eingesetzt. Das Ende der Welt, ein Wirthshaus, stürzt zusammen, die Zeit, freilich nur eine Zeitung (Hogarth’s eigenes Blatt The Times), wird von einem Endchen Licht angezündet. Schuhbürste und Ordensband, Bogen und Flinte, ein abgenutzter Besen und eine zersprungene Glocke, ein Schauspiel, das ausgespielt ist, und so vieles andere liegt bunt unter einander. Oben brennt der Sonnenwagen und eine Kirche steht nur noch in Trümmern da. Nur eines hielt aus – Der Galgen. Ihn scheint auch die künftige Welt nicht entbehren zu können, darum bleibt er gleich stehen. Auch seine Palette warf Hogarth zerbrochen darunter hin. Er malte nun aber nicht wieder, denn zwei (recte gut sieben) Monate nachher war er hinüber. “

Angebots-Nr. 14.087 / EUR  87. (c. US$ 95.) + Versand

– – – Dasselbe. Das Ende aller Dinge. Stahlstich. Ca. 1840. Bezeichnet wie vor. 13,5 x 15,5 cm. – Auf leicht gebräuntem Papier.

Angebots-Nr. 7.742 / EUR  38. (c. US$ 41.) + Versand

  1. Rund 240 Jahre später wird Robert Murray Kapitel XV von The Decline and Fall of the American Empire (2002) überschreiben mit: The Chaos to come.

“ The print arrived and the packaging was wonderful – thank you for your care with this item! The print is lovely … If you ever see any other prints of horses like this, please let me know … ”

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(Mrs. K. K. S., April 5 & 13 resp., 2016)