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„ Die  Fabel  gehört  dem  Künstler ,

wie  dem  Dichter ,

und  einer  hat  dem  anderen

ein  Licht  angezündet “

Christian  Ludwig  Hagedorn

Betrachtungen über die Mahlerey, 1762, Bd. I, S. 36

Mit seinen um 1744 und (die vom Ältesten, Martin Elias, 1731-1780, auf die Platte übertragenen seltensten Blätter 17-20) nach 1767 im Format von ca. 33,5 x 25-26 cm in der Mischtechnik von Radierung + Kupferstich erschienenen Fabeln

„ verfolgte Ridinger ein typisches Ziel seiner Epoche. Eine ‚Verbesserung der Sitten‘ durch die moralische Wirksamkeit der Kunst hatte – freilich auf ganz andere Weise – der mit Ridinger fast gleichalte William Hogarth in seinen Gemälden und graphischen Blättern versucht … Doch während Hogarth und Chodowiecki durch satirische Bildfolgen, wie ‚Das Leben eines Lüstlings‘, 1735 … ihren (gleichen) Vorstellungen Geltung zu verschaffen suchte, knüpfte Ridinger an die – ihm besonders gemäße (nämlich, so er selbst, ‚von den eisgrauen Zeiten des Alterthums an‘) – Tradition der Tierfabel an “

(Stefan Morét, Ridinger-Katalog Darmstadt, 1999, Seite 96).

Darüberhinaus zugleich aber auch, einen neuen Bildtypus kreierend, einmal mehr Tradition und Feld hinter sich lassend. Denn, so Ulrike Bodemann in Metzner-Raabe,

„ Keine  Ähnlichkeiten  mit  bisher  bekannten  Fabelillustrationen .

Riesige Bildformate werden fast völlig von der Darstellung eines zentralen Moments der Fabelerzählung gefüllt. Umgebung meist dichter, urwüchsiger Wald .“

Und Regine Timm, ebda., Bd. I, Seite 171 :

„ Ridinger hat in seinen großen Tafeln … zwar pflanzliches Wachstum oder auch Felsbrocken manchmal bildbestimmend in seine Illustrationen einbezogen, aber ohne dekorative Absicht. Die Pflanzen und Felsen bedeuten das Dickicht, die menschenferne Waldeinsamkeit, in der sich die seltsamen Geschichten unter den Tieren zutragen. “

Die große geistige Verwandtschaft mit dem bereits erwähnten Hogarth übrigens auch unmißverständlich zum Ausdruck kommend in Garricks Epitaph für diesen:

„ Whose  pictured  Morals  charm  the  Mind ,

And  through  the  Eye  correct  the  Heart.“

Zeitlich in diesem Zusammenhang interessant, daß 1726 jenseits des Kanals John Gay, berühmt-berüchtigt für seine „Beggars opera“ (Brecht, Dreigroschenoper!), mit seinen „Fables“ „das Bedeutendste (vorgelegt hatte), was bisher von englischen Dichtern in dieser Gattung geleistet worden war “ (Meyers Konvers.-Lex., 4. Aufl., VI, 960/II).

Ridinger’s generelles Fabelbild denn also ein höchst gewichtiger Meilenstein innerhalb des „rund 900 Ausgaben (ausmachenden) Grundcorpus illustrierter Fabelbücher“ bis hin zu Chagall’s 200 Jahre späterem Lafontaine-Folio mit seinen 100 Radierungen als geradezu einem Schlaglicht für die Unsterblichkeit der Fabel-Illustration.

Ich freue mich, einige derselben in hier gewohnt vorzüglichen Qualitäten vorlegen zu können. Namentlich auch zur Verbreitung des in ihnen ruhenden Gedankengutes der „vernünftigsten Lehrer der Weisheit“, aber auch, viel prosaischer, einfach zu einer Geist und Sinne anregenden Beschäftigung:

optischer  Spaß  und  Tiefgründigkeit  in  einem .

 

Johann Elias Ridinger, Vorsichtige Klugheit überwindet Arglistigkeit

Vorsichtige Klugheit überwindet Arglistigkeit! Der sich als Gelehrter drapierte Fuchs versucht vergebens, den Haushahn zu übertölpeln. Dieser selbst in reich besetztem Federviehhof, darunter Pfaue, Truthühner, astrachan’sche Gänse, türkische Enten. – Thienemann + Schwarz 765. – Blatt 1 der Folge. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

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Die Rache eines niedrigen an einem mächtigern ist schädlich. Der auf Bildungsreise durch Europa wandernde Elefant versehrte versehentlich ein vorlautes Füchslein, woraufhin dessen ganzes Geschlecht den Koloß zu strafen gedachte. Doch nur zu bald war „die Armee pulverisirt“. – Thienemann + Schwarz 771. – Blatt 7 der Folge. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

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Andere verachtender Stoltz wird selbst zu schanden. Ein mit seinem Gefieder prahlender Pfau verspottet einen schönen Regenbogen und findet Zustimmung bei Häher, Seidenschwanz, Buntspecht und vielen anderen. Da lehrt ein Marder sie alle eitle Vergänglichkeit. – Thienemann + Schwarz 772. – Blatt 8. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

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Johann Elias Ridinger, Das Alter ohne Verstand wird durch Kindisches bezeugen verächtlich

Das Alter ohne Verstand wird durch Kindisches bezeugen verächtlich. Der ob seines großen Bartes von den Tieren zum Abgeordneten gewählte Ziegenbock benimmt sich darob so geckig, daß er „theils Gelächter, theils Unwillen erregt. Dies stellt der Künstler trefflich dar. Der Dachs wälzt sich vor Lachen, der Hirsch, das Pferd, der Fuchs lachen höhnisch, der Tiger, die gestreifte Hyäne und der Luchs bemerken ernst die Thorheit ihrer Wahl und nehmen sie zurück. Der Affe aber weist mit den Fingern nach ihm“ (Th.). – Thienemann + Schwarz 773. – Blatt 9 der Folge. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

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In schwehre Cörper einen aufgeweckten Geist zu bringen ist unmöglich. Casuar und Strauß erbaten sich von Adlern das Gefieder eines deren Verschiedenen, auf daß sie auch fliegen könnten, erlitten aber Flugbruch „wie alle Dümmlinge“. – Thienemann + Schwarz 774; Kat. Darmst. IV.9 mit Abb. – Blatt 10. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

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Tückische Schmeicheley wird endlich entdeckt und zu schanden. Zwei Hunde, Äffchen, Kater und Papagei bevölkern bevölkern die Stube eines reichen Müßiggängers. Da vergißt sich der Kater zum Schrecken aller und umschmeichelt das Gefieder des Papageis. Dran glauben muß später der Kater. – Thienemann + Schwarz 776. – Blatt 12 der Folge. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

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Johann Elias Ridinger, Pracht und Herrlichkeit macht niemand gescheider

Pracht und Herrlichkeit macht niemand gescheider. Ein Affe mimt den Thronwürdigen und Hirsch, Ziegenbock, Bär, Wolf, Hase, Ridinger-Hund und andere säugende Biedermänner sind es zufrieden. Doch der listige Fuchs läßt den Kater zum Verführer werden und den Affen „Allen höchst lächerlich“. – Thienemann + Schwarz 777. – Blatt 13 der Folge. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

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Die Unschuld wird oft durch der Bösen Haß gerettet. Eine einst von dem Fuchs geprellte Eule warnt „eine weidende Heerde wilder Gänse“ davor, den Tod Reineke’s als verbürgt zu feiern. – Thienemann + Schwarz 781. – Blatt 17 der Folge. – Das erste der von Martin Elias gearbeiteten vier seltensten Blätter der Folge. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

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Die aus Liebe zur Pracht ergriffene Dienstbarkeit soll man gedultig leiden. Ein 12-Ender hat sich des Zaumputzes halber der Mühsal eines Saumrosses unterworfen. „So leide mit Geduld“ kommentiert dies ein Dachs. – Thienemann + Schwarz 782. – Blatt 18 der Folge. – Das zweite der von Martin Elias gearbeiteten vier seltensten Blätter der Folge. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

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Thörichte Einbildung auf fremde Schönheiten verdient vernünftiger Leute Verachtung. Zebra, Affe und Papagei reisen zusammen in ein Land, von dem sie meinen, daß dort alles Fremdländische hoch im Kurse stünde. Entsprechend beprahlen sie sich gegenseitig vor Pferd, Kuh und Schaf. Und sehen sich bei diesen mit vernünftigen Ansichten konfrontiert. – Thienemann + Schwarz 783. – Blatt 19 der Folge. – Das dritte der von Martin Elias gearbeiteten vier seltensten Blätter der Folge. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

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Johann Elias Ridinger, Die durch erdichteten Vorwand unterdrückte Unschuld

Die durch erdichteten Vorwand unterdrückte Unschuld. Der sich vor drei Hunden auf einen Fels gerettete Hase wird das Opfer eines herabstoßenden, in seinem Gefieder herrlich gezeichneten Falken. – Thienemann + Schwarz 784. – Blatt 20 der Folge. – Das vierte der von Martin Elias gearbeiteten vier seltensten Blätter der Folge. – Siehe auch die ausführliche Beschreibung.

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„ Die  Fabel  ist  historischer  als  die  Tatsache ,

denn  die  Tatsache  erzählt  von  einem  Mann ,

die  Fabel  aber  von  einer  Million  Menschen “

Gilbert Keith Chesterton

Alfred the Great in Varied Types

1905


„ vielen Dank für Ihre Sendung (Würbs, Halle/Saale, von Presslers Garten aus gesehen). Damit war Weihnachten ein voller Erfolg … “

(Frau M. R., 25. Dezember 2011)